DE19843968A1 - Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung zur intravenösen Applikation und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung zur intravenösen Applikation und Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung offenbart eine Taxan enthaltende pharmazeutische Zubereitung in Form einer Öl-in-Wasser-Emulsion, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie zumindest ein Taxan, zumindest ein Triglycerid von Fettsäuren mit 2-22 Kohlenstoffatomen, 3-sn-Phosphatidylcholin und/oder Phosphatidylethanolamin und Wasser, jedoch im wesentlichen keine synthetischen nicht-ionischen Emulgatoren, enthält. Weiterhin wird ein Verfahren zur Herstellung dieser pharmazeutischen Zubereitung angegeben.
Description
Die Erfindung betrifft eine neue Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung, ein
Herstellungsverfahren für diese pharmazeutische Zubereitung und ihre Verwendung zur
intravenösen Applikation.
Taxane sind anticancerogene Arzneimittel, die strukturell einen Taxankern besitzen, der aus
einem Diterpene-Kohlenstoffgerüst besteht (M. T. Huizing et al.: Cancer Investigation 13,
S. 381-404 (1995)).
Seine wichtigsten Vertreter sind Paclitaxel (Taxol) und Docetaxel).
Taxane wie z. B. Paclitaxel und Docetaxel werden bei oraler Verabreichung nur sehr schlecht
resorbiert und werden daher mittels intravenöser Infusion verabreicht.
Taxane sind nur wenig wasserlöslich. Dies führt zu ernsthaften Problemen in der Anwendung
von Taxanen, da eine einfache wasserlösliche pharmazeutische Zubereitung nicht möglicht ist.
Die bisher verwendeten pharmazeutischen Formulierungen zur intravenösen Anwendung von
Taxanen enthalten als Lösungsmittel große Mengen an nicht-ionischen Emulgatoren wie z. B.
Polyoxyethylen-Rizinusöl, Polysorbat sowie Alkohol.
So enthält beispielsweise eine handelsübliche Formulierung in einem Milliliter nur 6 mg
Paclitaxel, aber 520 mg Polyoxyethylen-Rizinusöl und 450 mg Äthylenalkohol.
Eine andere pharmazeutische Formulierung enthält in einem Milliliter 20 mg Docetaxel, gelöst
in dem nicht-ionischen Emulgator Polysorbat 80.
Die vorliegenden pharmazeutischen Formulierungen sind mit zahlreichen schwerwiegenden
Nachteilen verbunden, da bei der Verabreichung der pharmazeutisch wirksamen Mengen von
Taxanen in Höhe von ca. 250-500 mg pro Anwendung ca. 20-40 g der nicht-ionischen
Emulgatoren verabreicht werden.
Die Formulierungen bereiten Probleme mit der Handhabung, da sie vor der Anwendung mit
anderen Infusionslösungen wie z. B. Kochsalz, Glukose verdünnt werden müssen. Dies führt zu
Problemen mit der Stabilität (Ausfällung des Wirkstoffs). Außerdem müssen Filtersysteme
verwendet werden. Kunststoffbehältnisse dürfen nicht verwendet werden.
Noch schwerwiegender sind die Probleme aufgrund von Nebenwirkungen der verwendeten
nicht-ionischen Lösungsmittel. Da diese schwere anaphylaktische Schocks auslösen können, ist
vor der Anwendung eine Prämedikation mit Kortikosteroiden, Antibistaminika und H₂-
Antagonisten notwendig. Die Lösungsmittel sind außerdem nephrotoxisch, zelltoxisch und
kardiotoxisch. Sie haben zudem einen ungünstigen Einfluß auf die Pharmakokinetik und die
Verteilung von Taxanen im Organismus. Wahrscheinlich verringern die verwendeten
Lösungsmittel sogar die klinische Wirksamkeit der Taxane.
Da die für Taxane verwendeten Lösungsmittel einen entscheidenden Anteil an den
Nebenwirkungen der Taxane bzw. ihrer Wirksamkeit haben, ist die Entwicklung alternativer,
verbesserter Darreichungsformen, die insbesondere keine oder nur geringe Mengen an nicht-ionischen
Emulgatoren enthalten sollen, von entscheidender Bedeutung und eine
pharmazeutische Herausforderung (vgl. dazu: J. M. Meerum Terwogt et al.: Alternative
formulation of paclitaxel. Cancer Treatment Reviews 23, 87-89 (1997) sowie J. D. Adams et
al.: Taxol: A History of Pharmaceutical Development and Current Pharmaceutical Concerns.
Monogr. Natl. Cancer Invest. 15, 141-147 (1993); J. D. Jonkman-de Vries et al.:
Pharmaceutical Development of (Investigational) Anticancer Agents for Parenteral Use - A
Review. Drug Develop. Indust. Pharmacy 22, 475 (1996).
Im folgenden werden die wichtigsten alternativen Darreichungsformen von Taxanen kurz
beschrieben. Keine dieser Darreichungsformen steht jedoch bisher als zugelassenes Arzneimittel
zur Verfügung.
Es wird versucht, durch chemische Veränderungen im Molekül die Taxane wasserlöslich zu
machen. Dies ist schwierig und äußerst aufwendig. Zudem können die Eigenschaften der
Taxane in ungünstiger Weise verändert werden. Da es sich um neue Stoffe handelt, ist
außerdem eine vollständige Neuentwicklung des Arzneimittels notwendig.
Paclitaxel löst sich in Lösungsmitteln wie Ethanol, Dimethylsulfoxid oder Polyethylenglykol
400 (PEG 400). Bei der notwendigen Verdünnung zur Infusion fallen die Taxane jedoch
sowohl in der Infusionslösung wie im Blut wieder aus und verlieren zudem an Wirksamkeit
(J. M. Meerum Terwogt et al.: Canc. Treatment Rev. 23, 87-95 (1997) , sowie J. D. Adam
et al.: Monogr. Natl. Cancer Inst. 15, 141-147 (1993)).
Durch Komplexierung mit Cyclodextrinen kann die Löslichkeit von Taxanen erhöht werden
(U.S. Sharma et al.: Am. Chem. Soc. Am. Pharm. Ass. 84, 1223-1230 (1995)). Die
Lösungen werden jedoch viskos und enthalten feste Teilchen. Zudem ist die Löslichkeit nicht
hoch genug, um eine ausreichende Menge an Wirkstoff zu verabreichen.
Liposome sind Trägersysteme, die aus einer oder mehreren fettähnlichen Membranen
bestehen, welche eine wäßrige Phase einschließen. Diese Trägersysteme können fettlösliche
Substanzen in die Membranen aufnehmen und ermöglichen so eine intravenöse Anwendung.
Mit Texanen, insbesondere Paclitaxel, wurden zahlreiche liposomale Darreichungsformen
entwickelt (vgl. dazu: J. Meerum Terwogt et al.: Cancer Treatment Review 23, 83-87
(1997)).
Liposomen sind jedoch äußerst wärme- und hitzeempfindlich. Sie können daher nicht
hitzesterilisiert werden, wie dies für Infusionslösungen gefordert wird. Sie sind auch bei der
Lagerung instabil. In den notwendigen größeren Mengen sind sie nur mit großem Aufwand
steril herzustellen. Keine der zahlreichen entwickelten liposomalen Formen wurde daher
bisher zur Produktionsreife entwickelt.
Mizellen, z. B. aus Gallensalzen und Phospholipiden wurden mit Paclitaxel beladen und
dann daraus Liposome hergestellt. Solche Mizellen sind instabil, die Sterilisierung ist
schwierig und eine Herstellung in größerem Maßstab sehr kompliziert.
Im Gegensatz zu Liposomen bestehen Fettemulsionen aus einer Öl-in-Wasser-Emulsion,
wobei das Öl zur Stabilisierung mit einem oder mehreren Emulgatoren umgeben ist. Die Art
der Herstellung sowie das verwendete Öl und die eingesetzten Emulgatoren sind
entscheidend für die Qualität von Fettemulsionen, da zahlreiche Emulgatoren, insbesondere
die häufig verwendeten nicht-ionischen Emulgatoren, toxisch sind und bei Fettemulsionen
die Größe der Fettpartikel im allgemeinen unter 5 Mikron, am besten unter 1,5 Mikron
liegen soll (P.K.-Hansrani et al.: J. Parent. Sci. Technol. 4, 145-150 (1983)).
Die Verwendung von Fettemulsionen zur Erhöhung der Löslichkeit und Stabilität von
Taxanen erscheint zunächst prinzipiell möglich. In Fettemulsionen wird meist Sojaöl als Fett
verwendet. Nach J. M. Meerum Terwogt et al. (Cancer Treatment Review 23, 87-95
(1997)), sowie J. D. Adams et al. (Monogr. Natl. Cancer Inst. 15, 141-147 (1993)) ist die
Verwendung von Sojaöl nicht möglich, da sich Taxane in Sojaöl nicht ausreichend lösen. So
wird die Löslichkeit von Paclitaxel in Sojaöl mit nur 0,3 mg/ml angegeben.
Es wird daher festgestellt, daß bei Taxanen die Verwendung einfacher Öl-in-Wasser-
Emulsionen wie z. B. die handelsüblichen Emulsionen mit Sojaöl, Intralipid, nicht möglich
ist. Sojaöl ist ein Triglycerid, das Fettsäuren mit 16-18 Kohlenstoffatomen enthält, wie
Palmitinsäure, Linolensäure, Linolsäure und Ölsäure.
Daher wurde versucht, Fettemulsionen mit Taxanen durch Verwendung besonderer
Trägerstoffe und Emulgatoren herzustellen.
B. D. Tarr et al. (Pharmaceutical Res. 4, 162-165 (1987)) beschreiben eine Emulsion, die
neben Wasser 1% Paclitaxel, 50% Triacetin, 2,0% Ölsäureethylester, 1,5% Pluronic F 68
und 1,5% Sojalecithin enthält. Obwohl die Emulsion nicht hitzesterilisiert wurde, stieg bei
der Lagerung die durchschnittliche Partikelgröße von anfangs 1 Mikron schon nach 2
Monaten auf 4 Mikron an und nach 6 Monaten waren 2 Phasen zu beobachten, das heißt es
war keine Emulsion mehr vorhanden. Die Emulsion selbst erwies sich als toxisch und die
Formulierung zeigte keine Antitumor-Aktivität mehr. Der Bestandteil Pluronic F 68 ist
zudem ein synthetischer nicht-ionischer Emulgator mit toxischen Wirkungen.
B. Lundberg (J. Pharm. Parmacol. 49, 16-21(1997)) beschreibt die Herstellung
einer Fettemulsion als Träger für Arzneimittel unter anderem für Paclitaxel. Dabei wurde Triolein
(Glyceroltrioleat), das Triglycerid der Ölsäure, als Träger verwendet, als Emulgatoren
wurden Dipalmitoyl-Phosphatidylcholin in Kombination mit dem nicht-ionischen Emulgator
Polysorbat 80 eingesetzt. Zusätzlich mußte zur Erhöhung der Löslichkeit und zur
Stabilisierung noch Polyethylenglykol verwendet werden.
Die Emulsion kann nicht hitzesterilisiert werden, sondern muß durch aufwendige
Dialyseverfahren gereinigt werden. Die Emulsion mußte in lypholysiertem Zustand gelagert
werden. Sie ist erst nach dem Verdünnen mit Infusionslösungen wie Kochsalz- oder
Glukoselösung einsetzbar. Die Emulsion enthält unphysiologische, toxische Emulgatoren wie
Polysorbat 80 und unphysiologische Substanzen wie Polyethylenglykol. Dipalmityol-
Phosphatidiylcholin ist extrem teuer. Die Partikelgröße ist zudem mit 20-40 Mikron zu
groß. Die Herstellung ist kompliziert und extrem aufwendig. B. Lundberg stellt außerdem
fest, daß sowohl die Verwendung von Triacetin und Tributyrin eine instabile Emulsion
ergibt, während Tricaproin und Tricaprylin vergleichbar mit Triolein in der schlechten
Löslichkeit von Paclitaxel und in der Emulsionsbildung sind. Es wird festgestellt, daß die
Löslichkeit von Paclitaxel in Triolein und in Sojaöl mit ca. 0,3 mg/ml zu gering ist, um
Sojaöl oder die handelsübliche Fettemulsion Intralipid als Träger für Paclitaxel zu
verwenden.
Die Formulierung und Herstellung von pharmazeutischen Zubereitungen von Taxanen zur
intravenösen Infusion ist daher ein schwerwiegendes Problem (B. Lundberg, J. Pharm.
Pharmacol. 49, 16-21 (1997)). Stabile und sterile Darreichungsformen, die zudem auch
noch im technischen Maßstab hergestellt werden können und die keine unphysiologischen,
nebenwirkungsreichen Lösungsmittel, Lösungsvermittler und Emulgatoren beinhalten, stehen
bisher nicht zur Verfügung. Zudem gibt es keine Darreichungsform, die ohne vorheriges
Verdünnen mit Infusionslösungen infundiert werden können.
Obwohl die beschriebenen Probleme seit mehr als zehn Jahren bekannt sind und daher seit
langem daran gearbeitet wird, ist es bisher trotz aller Anstrengungen nicht gelungen, eine
geeignete Infusionslösung zur intravenösen Anwendung für Taxane zu entwickeln.
Insbesondere konnte keine Taxane enthaltende Fettemulsion zur Verfügung gestellt werden.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist daher eine Taxane enthaltende
pharmazeutische Darreichungsform in Form einer Öl-in-
Wasser-Emulsion, die zur intravenösen Anwendung geeignet ist.
Die erfindungsgemäße pharmazeutische Darreichungform enthält
im wesentlichen keine synthetischen nicht-ionischen Emulgatoren,
beispielsweise Polyoxyethylen-Rizinusöl, hydriertes Polyoxyethylen-
Rizinusöl, Polysorbate, Pluronic usw. In einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung sind auch keine halbsynthetischen
oder natürlicherweise vorkommende nicht-ionische
Emulgatoren, die toxische Nebenwirkungen besitzen, enthalten.
Die Zusammensetzung der Erfindung ist im Anspruch 1 näher gekennzeichnet.
Die Nachteile der bisher verwendeten Darreichungsformen werden
z. B. vermieden durch die Herstellung einer Taxane enthaltenden
Infusionslösung, in welcher die Taxane in einer therapeutisch
wirksamen Menge enthalten sind, in einer Emulsion, bestehend
aus Triglyceriden von Fettsäuren mit 2-22 Kohlenstoffatomen,
bevorzugt 4-20 Kohlenstoffatomen, 3-sn-Phosphatidylcholin
und Wasser.
Neben der Abwesenheit von synthetischen nicht-ionischen Emulgatoren
hat die erfindungsgemäße Darreichungsform weitere Vorteile,
da sie einfach zu handhaben ist, in größeren Mengen
industriell in steriler Form herzustellen ist und eine ausgezeichnete
Stabilität besitzt.
Der Ausdruck "im wesentlichen keine synthetischen nicht-ionischen
Emulgatoren" bedeutet, daß geringe Mengen an synthetischen
nicht-ionischen Emulgatoren vorliegen können, sofern
diese keine nachteiligen Wirkungen auf den Patienten entfalten.
Synthetische nicht-ionische Emulgatoren können in einer
Menge von < 5 g/l, bevorzugt < 1 g/l, bevorzugter < 0,5 g/l und
weiterhin bevorzugt < 0,3g/l vorliegen. Insbesondere bevorzugt
enthält die Formulierung keine synthetischen nicht-ionischen
Emulgatoren, weiterhin bevorzugt keine anderen nicht-
ionischen Emulgatoren mit schädlichen Nebenwirkungen.
Das Phosphatidylethanolamin kann in der erfindungsgemäßen
pharmazeutischen Zubereitung in einer Menge von 0,01 bis 3
Gew.-%, bevorzugt 0,01-2 Gew.-%, bevorzugter 0,05-2 Gew.-%,
vorliegen.
Bei der erfindungsgemäßen Darreichungsform handelt es sich um eine Fettemulsion zur
intravenösen Anwendung, die Taxane, Triglyceride mit 2-22 Kohlenstoffatomen, 3-sn-
Phospatidylcholin und Wasser enthält.
Zusätzlich kann die Darreichungsform noch Phosphatidylethanolamin, Alkalisalze freier
Fettsäuren sowie Substanzen enthalten, welche die Emulsion blutisoton machen wie z. B.
Glycerin und/oder Sorbit und/oder Xylit.
Fettemulsionen zur parenteralen Anwendung und Verfahren zu ihrer Herstellung sind
bekannt (Vgl. dazu: DE-PS 112 49 454, GP-PS 2 406 621, DE-OS 37 21 137, EP 071 995,
DE-OS 30 32 300, US 5 589 508).
Diese Fettemulsionen sind Öl-in-Wasser-Emulsionen, in denen die Partikelgröße der
Tröpfchen weniger als 5 Mikro beträgt, so daß die Emulsionen ohne das Risiko des
Auftretens von Embolien infundiert werden können.
Auch Fettemulsionen, die Arzneimittel, z. B. Cyclosporine enthalten, sind bekannt. (Vgl.
dazu: US 55 27 537, US 5 622 714).
Die verwendeten Öle sind beispielsweise Sojaöl, Distelöl, Olivenöl, Fischöle und
mittelkettige Triglyceride. Als Emulgatoren werden Phosphatidylcholine aus Eilecithin bzw.
Sojalecithin verwendet. Die Öle werden mit den Emulgatoren emulgiert, bis eine
Partikelgröße der Fettpartikel von kleiner als 5 Mikron enthalten wird.
Wie vorher beschrieben, wird seit mehr als zehn Jahren vergeblich versucht, Taxane
enthaltende Fettemulsionen herzustellen bzw. Taxane enthaltende Fettemulsionen ohne die
Verwendung nicht-ionischer Emulgatoren herzustellen.
Außerdem wurde bisher festgestellt, daß sich Taxane, z. B. Paclitaxel in Triglyceriden von
Fettsäuren mit einer Kettenlänge von 6-18 Kohlenstoffatomen nicht ausreichend lösen, um
therapeutisch wirksame Konzentrationen zu erreichen. In Tributyrin (Fettsäure mit 4
Kohlenstoffatomen) ergab sich zwar eine etwas höhere Löslichkeit, aber trotz Verwendung
nicht-ionischer Emulgatoren konnte keine stabile Emulsion hergestellt werden (B. D. Tarr et
al.: Pharmaceutical Research 4, 162-165 (1987); B. Lundberg: J. Pharm. Sci. 83, 72-75
(1994)): Int. Journ. Pharmaceutics 134, 119-127 (1996); J. Pharm. Pharmacol. 49, 16-21
(1997))
Überraschenderweise wurde entsprechend der Erfindung gefunden, daß es sehr wohl
möglich ist, eine intravenös anwendbare Darreichungsform mit Taxanen herzustellen, die
keine nicht-ionischen Emulgatoren enthält, in Form einer Taxane enthaltenden Emulsion, die
aus Triglyceriden von Fettsäuren mit 2-22 Kohlenstoffatomen, bevorzugt mit 4-20
Kohlenstoffatomen, 3-sn-Phosphatidylcholin und Wasser besteht.
Es ist dabei entscheidend, daß die Taxane zuerst in dem verwendeten Triglycerid und/oder
Triglyceridgemisch gelöst werden und anschließend unter Verwendung von 3-sn-Phosphatidylcholin
emulgiert werden zu einer Emulsion, deren Fettpartikel überwiegend
kleiner als 5 Mikron sind.
Als Taxane werden bevorzugt Paclitaxel und Docetaxel verwendet.
Die Triglyceride enthalten Fettsäuren mit 2-22 Kohlenstoffatomen.
So können beispielsweise die Triglyceride folgender Fettsäuren eingesetzt werden:
| Bezeichnung | |
| Fettsäure - Anzahl der Kohlenstoffatome | |
| Triacetin | 2 |
| Tributyrin | 4 |
| Tricaproin | 6 |
| Tricaprylin | 8 |
| Tricaprin | 10 |
| Trilaurin | 12 |
| Trimyristin | 14 |
| Tripalmitin | 16 |
| Tristearin | 18 |
| Triolein | 18 |
| Trilinolein | 18 |
| Trieicosapentain | 20 |
| Tridocosahexain | 22 |
Es können auch Gemische dieser Triglyceride verwendet werden und/oder natürlich
vorkommende und/oder raffinierte und/oder umgeesterte Triglyceride natürlicher Öle wie
mittelkettige Triglyceride (MCT-Öle), Sojaöl, Distelöl, Oliven, Fischöl etc. und/oder
Gemische dieser Triglyceride.
Auch Triglyceride hydrierter Fettsäuren sind verwendbar.
Bevorzugt sind Triglyceride und/oder Triglyceridgemische von Fettsäuren mit 4-20
Kohlenstoffatomen.
Es sei darauf hingewiesen, daß Tributyrin selbst antikanzerogen
wirkt, und die Wirkung von Taxanen synergistisch erhöhen
kann.
Als Grundstoffe für 3-sn-Phosphatidylcholin kommen bevorzugt Eilecithine und
Sojalecithine in Frage.
Lecithine mit einem Gehalt an 3-sn-Phosphatidylcholin von mehr als 60% sind
bevorzugt. Besonders bevorzugt ist Eilecithin mit einem Gehalt an Phosphatidylcholin von
60 bis 90%.
Das 3-sn-Phosphatidylcholin kann auch teilweise oder vollständig hydriert sein. Die
verwendeten Lecithine können neben 3-sn-Phosphatidylcholin auch
Phosphatidylethanolamin enthalten.
Falls notwendig, kann auch ein Alkalisalz einer Fettsäure mit 4-24 Kohlenstoffatomen
enthalten sein, um den pH-Wert der Emulsion auf 5-9 einzustellen und die Emulgierung
und Homogenisierung zu erleichtern. Bevorzugt sind dabei Fettsäuren mit 12-22
Kohlenstoffatomen, insbesondere sind bevorzugt Fettsäuren mit 16-20 Kohlenstoffatomen.
Das Alkalisalz einer Fettsäure kann auch in situ durch Zugabe eines Alkalihydroxids in ein
Gemisch, das eine Fettsäure enthält, hergestellt werden. Die Natrium- oder Kaliumsalze von
Palmitinsäure, Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure sind besonders bevorzugt. Die
Konzentration der Triglyceride in der erfindungsgemäßen Darreichungsform beträgt 1-60%.
Bevorzugt sind Konzentrationen von 3-40%.
Die Konzentrationen des verwendeten Emulgators in Form von Eilecithin und/oder
Sojalecithin betragen 0,2-4%, bevorzugt sind Konzentrationen von 0,4-2,5%, wobei die
Konzentration des Emulgators von der Konzentration der Triglyceride abhängt. Falls
eingesetzt, betragen die Konzentrationen der Alkalisalze der Fettsäuren im allgemeinen 0,01-0,2%,
bevorzugt 0,02-0,1 Gew.-%.
Die verwendeten Taxane sollen in therapeutisch wirksamen Konzentrationen vorhanden
sein. Im allgemeinen betragen diese Konzentrationen 0,01-0,3% (0,1-3 mg/ml).
Um eine blutisotone Emulsion zu erhalten, können bekannte isotonisierende Substanzen wie
z. B. Glycerin, Glukose, Fruktose, Sorbit, Xylit in den entsprechenden Konzentrationen
enthalten sein, wobei Glycerin bevorzugt ist.
Zusätzlich kann die pharmazeutische Darreichungsform Vitamin E enthalten in der Form
von Tocopherol oder pharmazeutisch verträglichen Tocopherolestern, um als stabilisierendes
Antioxidans zu wirken. Die verwendeten Konzentrationen betragen cirka 0,15 bis 1,5 Gew.-%,
abhängig von Art und Gehalt der verwendeten Triglyceride und Emulgatoren.
Die Partikelgröße der Fettpartikel in der Öl-in-Wasser-Emulsion ist möglichst kleiner als
5 Mikron. Mindestens 97% der Partikel sollen kleiner als 5 Mikron sein. Im allgemeinen
beträgt die Partikelgröße im Durchschnitt 0,1-1 Mikron, bevorzugt zwischen 0,2-0,6
Mikron.
Da nicht alle Fettpartikel gleich groß sind, ergeben sich typische Verteilungen der
Partikel, z. B:
| Partikelgröße | |
| Anzahl der Partikel | |
| < 0,2 Mikron | 34% |
| 0,2-0,5 Mikron | 43% |
| 0,5-0,9 Mikron | 14% |
| 0,9-1,2 Mikron | 6% |
| 1,2-1,9 Mikron | 2% |
| 1,9-2,2 Mikron | weniger als 1% |
| 2,2-2,5 Mikron | weniger als 1% |
| 2,5-3,2 Mikron | weniger als 1% |
| < 3,2 Mikron | weniger als 1% |
Mögliche geeignete erfindungsgemäße pharmazeutische Darreichungsformen als Emulsionen
haben beispielsweise folgende Zusammensetzung:
| Tributyrin | 10 g / 100 ml |
| Glycerin (zur Isotonisierung) | 2,5 g / 100 ml |
| Eilecithin | 1,2 g / 100 ml |
| Natriumoleat | 40 mg / 100 ml |
| Paclitaxel | 100 mg / 100 ml |
| Wasser (für Injektionszwecke) | ad 100 ml |
oder:
| Mittelkettige Triglyceride | 10 g / 100 ml | |
| bestehend vorwiegend aus Capryl- und Caprinsäure@ | Glycerin | 2,5 g / 100 ml |
| Eilecithin, enthaltend ca. 80% | 1,5 g / 100 ml | |
| 3-sn-Phosphatidylcholin@ | Kaliumoleat | 50 mg / 100 ml |
| Paclitaxel | 100 mg / 100 ml | |
| Wasser (für Injektionszwecke) | ad 100 ml |
oder:
| Tributyrin | 5 g / 100 ml |
| Tricaproin | 5 g / 100 ml |
| Mittelkettige Triglyceride (vorwiegend Fettsäuren mit 8 und 10 Kohlenstoffatomen) | 5 g / 100 ml |
| Glycerin | 2,5 mg / 100 ml |
| Eilecithin | 0,8 g / 100 ml |
| Docotaxel | 40 mg / 100 ml |
| Wasser (für Injektionszwecke) | ad 100 ml |
oder:
| Mittelkettige Triglyceride | 10 g / 100 ml |
| Sojaöl | 10 g / 100 ml |
| Glycerin | 2,5 mg / 100 ml |
| Eilecithin | 1,2 g / 100 ml |
| Natriumoleat | 50 mg / 100 ml |
| Paclitaxel | 100 mg / 100 ml |
| Wasser (für Injektionszwecke) | ad 100 ml |
oder:
| Tributyrin | 4 g / 100 ml |
| Mittelkettige Triglyceride | 5 g / 100 ml |
| Sojaöl | 5 g / 100 ml |
| Eilecithin | 1,2 g / 100 ml |
| Glycerin | 2,5 g / 100 ml |
| Natriumoleat | 50 mg /100 ml |
| Paclitaxel | 120 mg / 100 ml |
| Wasser (für Injektionszwecke) | ad 100 ml |
oder:
| Tributyrin | 2 g / 100 ml |
| Mittelkettige Triglyceride | 10 g / 100 ml |
| Fischöl | 5 g / 100 ml |
| Eilecithin | 1,5 g / 100 ml |
| Glycerin | 2,5 g / 100 ml |
| Kaliumoleat | 0,6 g / 100 ml |
| Paclitaxel | 80 mg / 100 ml |
| Wasser (für Injektionszwecke) | ad 100 ml |
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen pharmazeutischen Zubereitungen wird im
allgemeinen wie im folgenden beschrieben verfahren.
Es wurde beschrieben (B. D. Tarr et al.: Pharmaceutical Research 4, 162-162 (1987);
J.D. Adams et al.: Monogr. Natl. Cancer Inst. 15, 141-147 (1993); B. Lundberg: J. Pharm.
Pharmacol. 49, 16-21 (1997)), daß sich Taxane nicht ausreichend in Triglyceriden lösen,
um damit Emulsionen mit therapeutisch wirksamen Konzentrationen herzustellen.
Als Löslichkeit in Triglyceriden mit 6-8 Kohlenstoffatomen werden beispielsweise für
Paclitaxel 0,3 mg/ml angegeben.
Desweiteren wurde beschrieben, daß mit Tributyrin keine stabilen Emulsionen mit kleiner
Partikelgröße herzustellen sind.
Überraschenderweise wurde nun erfindungsgemäß gefunden, daß es möglich ist, in
Triglyceriden, die Fettsäuren mit 2-22 Kohlenstoffatomen, bevorzugt 4-20
Kohlenstoffatome enthalten, eine ausreichende Menge an Taxanen zu lösen, um
therapeutisch wirksame Konzentrationen dieser Taxane zu erhalten und pharmazeutisch
verträgliche und wirksame Emulsionen herzustellen.
Um Taxane in den notwendigen Konzentrationen zu lösen, werden die Taxane in die
gewünschten Triglyceride, bzw. Mischungen aus verschiedenen Triglyceriden gegeben und
das Gemisch, gegebenenfalls unter Rühren erhitzt, bis sich das Taxan gelöst hat. Alternativ
wird das Taxan, gegebenenfalls unter Rühren, in das bereits erwärmte oder erhitzte
Triglycerid bzw. Gemisch aus Triglyceriden gegeben. Dabei sollte das Triglycerid nicht über
den Schmelzpunkt des Taxans, der beispielsweise bei Paclitaxel bei ca. 210°C liegt, erhitzt
werden.
Je niedriger die Anzahl der Kohlenstoffatome der Fettsäuren im jeweils verwendeten
Triglycerid ist, desto leichter löst sich das Taxan beim Erhitzen. So läßt sich Paclitaxel schon
bei 60-90°C in Tributyrin lösen, während es zum Lösen in Tricaprylin und/oder Tricaprin
vorteilhaft ist, auf ca. 110-130°C zu erhitzen.
Auch der Siedepunkt des oder der verwendeten Triglyceride, der beispielsweise für
Tributyrin bei ca. 130°C liegt, sollte beim Lösen des(r) Taxans(e) nicht überschritten
werden. Im allgemeinen werden die Wirkstoffe unter Rühren bei Temperaturen zwischen
60°C und 160°C gelöst, wobei die benötigte Temperatur abhängig ist von der Anzahl der
Kohlenstoffatome der in den Triglyceriden enthaltenen Fettsäuren.
Je höher die Anzahl der Kohlenstoffatome, desto höher die zum Lösen verwendete
Temperatur. In Tributyrin läßt sich beispielsweise Paclitaxel bei ca. 60-100°C gut lösen.
Der Lösungsvorgang erfolgt am besten unter Ausschluß von Sauerstoff, z. B. in einer
Stickstoffatmosphäre, um Zersetzungen infolge von Oxidationsvorgängen zu vermeiden.
Es ist vorteilhaft, während des gesamten Herstellungsvorgangs auf Abwesenheit von
Sauerstoff zu achten. Es ist auch möglich, das verwendete Taxan zuerst in einem Triglycerid
von Fettsäuren mit wenig Kohlenstoffatomen, z. B. Tributyrin bei relativ niedrigen
Temperaturen, beispielsweise 70-100°C zu lösen und dann weitere Triglyceride
zuzugeben.
Durch das Lösen in der Hitze lassen sich problemlos therapeutisch relevante
Konzentrationen der Taxane in den Triglyceriden erreichen.
| Konzentration Paclitaxel/g | |
| Lösungsmittel | |
| mind. 40 mg/g | Tributyrin |
| mind. 20 mg/g | Tricaproin |
| mind. 15 mg/g | Tricaprylin |
| mind. 15 mg/g | Mittelkettige Triglyceride (C6-C12, vorwiegend C8-C10) |
| mind. 4 mg/g | Sojaöl |
| mind. 8 mg/g | MCT-Öl/Sojaöl (im Verhältnis 1 : 1) |
Die gelösten Mengen sind ausreichend, um die gewünschten therapeutisch wirksamen
Konzentrationen in der erfindungsgemäßen Emulsion zu erreichen.
Nach dem Abkühlen der Triglyceride bzw. Öle mit den darin gelösten Taxanen zeigt sich
überraschenderweise, daß die Taxane auch bei Zimmertemperatur problemlos in Lösung
bleiben und nicht ausfallen. Die bisherigen Feststellungen, daß sich Taxane in Triglyceriden
und/oder Ölen nicht ausreichend lösen, um therapeutische Konzentrationen zu erreichen, ist
daher nicht zutreffend.
Die auf 20-60°C abgekühlten Taxane enthaltenden Triglyceride werden filtriert, um evtl.
vorhandene Partikel zu entfernen.
Aus einer Mischung, bestehend aus 3-sn-Phosphatidylcholin (z. B. aus Eilecithin),
Natriumoleat, Glycerin und Wasser wird durch Rühren mit einem Ultra-Turrax eine
Rohemulsion, hergestellt bei einer Temperatur von ca. 40-70°C. In diese Rohemulsion
wird nun die Taxane enthaltende Triglyceridlösung und Wasser gegeben, der pH-Wert
gegebenenfalls durch Zugabe von Alkalisalzen von Fettsäuren auf 5-9 eingestellt, bevorzugt
auf 6-8.
Das Gemisch, welches nun Taxane, Triglyceride, 3-sn-Phosphatidylcholin, Wasser, ein
Isotonisierungsmittel, wie z. B. Glycerin und gegebenenfalls Alkalisalze von Fettsäuren
enthält, wird durch Rühren mit einem Ultra-Turrax homogenisiert, wodurch eine
Rohemulsion enthalten wird. Die Mischung wird durch Zugabe von Wasser so eingestellt, daß
der Triglyceridgehalt 1-60 Gew.-% beträgt.
Die Rohemulsion wird nun in einem Hochdruckhomogenisator mit drei Kolben bei Drücken
zwischen 100-700 bar, bevorzugt zwischen 300-600 bar, gegebenenfalls mehrfach,
homogenisiert, bis eine Emulsion vorliegt, in der die Partikelgröße von mindestens 97% aller
Fettpartikel unter 5 Mikron, bevorzugt unter 1,5 Mikron liegt.
Danach wird die Emulsion mit Wasser auf die gewünschte Konzentration verdünnt und in
Ampullen oder Flaschen abgefüllt und hitzesterilisiert. Bevorzugt ist dabei die Sterilisation in
einem sog. Rotationsautoklaven, in dem die Behältnisse während der Sterilisation über Kopf
rotiert werden. Dies führt zu einem besseren Hitzetransfer in den Behältnissen. Dadurch
wird die Aufheizphase und Abkühlphase verkürzt und das Risiko einer Schädigung des
Inhalts der Behältnisse verringert. Es ist vorteilhaft, den gesamten Herstellungsvorgang unter
Ausschluß von Sauerstoff durchzuführen.
Die folgenden Beispiele beschreiben die erfindungsgemäße pharmazeutische Darreichungsform
und das Verfahren zu ihrer Herstellung im einzelnen.
Die Erfindung ist jedoch nicht darauf beschränkt.
1000 mg Paclitaxel werden unter Rühren in 200 g eines Triglycerid-Gemisches gegeben, das
aus MCT-Öl (mittelkettige Triglyceride) mit vorwiegend Fettsäuren mit 8 und 10
Kohlenstoffatomen und Sojaöl im Verhältnis 1 : 1 besteht. Das Gemisch wird unter Rühren
und Begasen mit Stickstoff auf ca. 110-135°C erhitzt, bis eine weitgehend klare Lösung
erhalten wird.
Alternativ kann das Paclitaxel (1000 mg) zunächst in 100 mg MCT-Öl bei ca. 110-135°C
gelöst werden und erst danach Sojaöl, erhitzt auf ca. 120°C, zugegeben werden.
Man läßt auf ca. 40-80°C abkühlen und filtriert durch ein fettresistentes Entkeimungsfilter
mit einer Porengröße von ca. 50 Mikron.
In ein weiteres Gefäß werden nun 25 g Glycerin gegeben sowie 200 ml Wasser und mit
Stickstoff begast, bis der Sauerstoffgehalt weniger als 0,5 mg/l beträgt. Nun werden 12 g
Eilecithin (Jodzahl 60-70) mit einem Gehalt an 3-sn-Phosphatidylcholin von ca. 80% und
ca. 12% Phosphatidylethanolamin zugegeben und 0,4 g Natriumoleat. Durch starkes
Rühren mit einem Ultra-Turrax wird bei einer Temperatur von ca. 40-60°C eine
Rohemulsion hergestellt. Nun wird die das Paclitaxel enhaltende Triglycerid-Lösung
zugegeben und weitere 10 Minuten mit einem Ultra-Turrax stark gerührt. Der pH-Wert wird
überprüft und sollte zwischen 5 und 9 liegen, bevorzugt zwischen 6-8, insbesondere
bevorzugt zwischen 6,5 und 7,5.
Die erhaltene Rohemulsion wird durch ein fettresistentes Edelstahlfilter (Porengröße
zwischen 5-50 Mikron) filtriert und anschließend mit einem 2-Stufen-Hochdruck-
Homogenisator mit drei Kolben homogenisiert bei Drücken zwischen 100-600 bar. Der
Vorgang der Homogenisierung wird so oft wiederholt, bis die gewünschte Partikelgröße
erreicht ist. Weniger als 1% der Partikel sollten größer als 4 Mikron sein. Im Mittel beträgt
der Durchmesser der Partikel 0,2-0,6 Mikron.
Um eine gut anwendbare Partikelgröße zu erreichen, ist es im allgemeinen nötig, den
Vorgang der Homogenisierung ca. 3-6mal zu wiederholen. Nach jedem
Homogenisierungsvorgang sollte die Emulsion auf 30-60°C abgekühlt werden. Die
Emulsion wird nun in 560 ml sauerstofffreies Wasser für Injektionszwecke gegeben. Es wird
nochmals mit Stickstoff begast, bis der Sauerstoffgehalt unter 0,5 mg/l liegt.
Vor der Abfüllung in 250 ml Glasflaschen wird durch ein Edelstahlfilter mit einer mittleren
Porengröße von 5 Mikron filtriert. Der Filtrationsdruck sollte dabei 0,2 bar nicht übersteigen,
um ein Brechen der Emulsion zu verhindern.
Die Partikelgröße und die Partikelverteilung können beispielsweise mittels Mikroskop oder
Coulter Counter bestimmt werden.
| Partikelgröße | |
| Zahl der Teilchen | |
| < 0,2 Mikron | 34% |
| 0,2-0,5 Mikron | 43% |
| 0,5-0,9 Mikron | 14% |
| 0,9-1,2 Mikron | 6% |
| 1,2-1,9 Mikron | 2% |
| 1,9-2,2 Mikron | unter 1% |
| 2,2-2,5 Mikron | unter 1% |
| 2,5-3,2 Mikron | unter 1% |
| < 3,2 Mikron | unter 1% |
Die Emulsion wird in 250 ml-Glasflaschen abgefüllt. Die Flaschen werden vor der Abfüllung
mit Stickstoff begast. Dabei ist es vorteilhaft, den verwendeten Stickstoff auf minus 20-30°C
abzukühlen, damit der Stickstoff leichter auf den Boden der Flasche sinkt. Auch während
des Abfüllvorgangs sollten die Flaschen weiterhin mit Stickstoff begast werden.
Die erhaltene Emulsion wird hitzesterilisiert bei 121°C für 20 Minuten. Vorteilhaft wird
dabei ein sogenannter Rotationsautoklav verwendet, in dem die Flaschen während der
Sterilisation über Kopf rotieren. Dadurch wird die zum Abfüllen und Abkühlen notwendige
Zeit vermindert und vermieden, daß sich die Partikelgröße ändert.
Die Partikelgröße nach der Sterilisation ist wie folgt:
| Partikelgröße | |
| Zahl der Teilchen | |
| < 0,2 Mikron | 25% |
| 0,2-0,5 Mikron | 46% |
| 0,5-0,9 Mikron | 19% |
| 0,9-1,2 Mikron | 6% |
| 1,2-1,5 Mikron | 2% |
| 1,5-1,9 Mikron | unter 1% |
| 2,2-2,2 Mikron | unter 1% |
| 2,5-3,2 Mikron | unter 1% |
| < 3,2 Mikron | 0% |
Die Sterilisation führt daher zu keiner wesentlichen Veränderung der Partikelgröße und
Partikelverteilung. Die Emulsion ist stabil. Nach einjähriger Lagerung bei Raumtemperatur
zeigt sich keine wesentliche Änderung der Partikelgröße und Partikelverteilung.
Man erhält eine stabile Emulsion mit folgender Zusammensetzung pro 100 ml:
| Paclitaxel | 100 mg |
| Sojaöl plus MCT-Öl | 20 g |
| Eilecithin | 1,2 g |
| Glycerin | 2,5 g |
| Natriumoleat | 40 mg |
| sowie Wasser | ad 100 ml |
250 bis 250 ml der Emulsion können nun langsam über 3-10 Stunden infundiert werden,
wo eine therapeutisch wirksame Menge an Paclitaxel zugeführt wird.
Das Verfahren des Beispiels 1 wird wiederholt, wobei statt Paclitaxel jetzt 800 mg Docetaxel
eingesetzt werden. Man erhält eine pharmazeutische Darreichungsform mit der folgenden
Zusammensetzung pro 100 ml:
| Docetaxel | 80 mg |
| Sojaöl | 10 g |
| MCT-Öl | 10 g |
| Eilecithin | 1,2 g |
| Glycerin | 2,5 g |
| Natriumoleat | 40 mg |
| Wasser | ad 100 ml |
60 g Tributyrin werden unter Rühren auf ca. 70-90°C erwärmt unter Stickstoff. Es werden
1000 mg Paclitaxel zugegeben und weiter bei 70-90° gerührt, bis eine klare Lösung
erhalten wird. Man läßt auf ca. 30-60°C abkühlen. Die weitere Herstellung erfolgt analog
dem Beispiel 1.
Es wird eine erfindungsgemäße Emulsion mit folgender Zusammensetzung pro 100 ml
erhalten:
| Paclitaxel | 100 mg |
| Tributyrin | 6,0 g |
| Eilecithin | 1,2 g |
| Glycerin | 2,5 g |
| Natriumoleat | 40 mg |
| Wasser für Injektionszwecke | ad 100 ml |
30 g Tributyrin und 70 g MCT-Öl (mit vorwiegend Fettsäuren mit 8 und 10
Kohlenstoffatomen, nämlich Capryl- und Caprinsäure) werden auf ca. 110-130°C unter
Rühren erwärmt und 800 mg Paclitaxel unter Rühren zugegeben, bis eine klare Lösung
entsteht. Man läßt auf 30-60°C abkühlen und verfährt in der weiteren Herstellung analog
Beispiel 1, wobei jedoch das Eilecithin durch Sojalecithin mit einem Gehalt an 3-sn-
Phosphatidylcholin von ca. 70-80% ersetzt wird. Statt Natriumoleat wird Kaliumoleat
eingesetzt.
Man erhält eine erfindungsgemäße Emulsion mit der folgenden Zusammensetzung
pro 100 ml:
| Paclitaxel | 80 mg |
| Tributyrin | 3 g |
| MCT-Öl | 7 g |
| Sojalecithin | 1,2 g |
| Glycerin | 2,5 g |
| Kaliumoleat | 40 mg |
| Wasser für Injektionszwecke | ad 100 ml |
800 mg Paclitaxel werden unter Rühren bei 120-140°C in 150 g MCT-Öl gelöst. Das
verwendete MCT-Öl enthält 65% Caprylsäure (C8) und 32% Caprinsäure als Triglyceride.
Daneben sind als Triglyceride noch geringe Mengen an Capronsäure, Laurinsäure und
Mysitinsäure enthalten. Es wird analog Beispiel 4 hergestellt, wobei jedoch statt Kaliumoleat
Kaliumhydroxid zur pH-Einstellung verwendet wird. Eine erfindungsgemäße Emulsion mit
folgender Zusammensetzung pro 100 ml wird erhalten.
| Paclitaxel | 100 mg |
| MCT-Öl | 15 g |
| Glycerin | 2,5 g |
| Sojalecithin | 1,2 g |
| Wasser für Injektionszwecke | ad 100 ml |
500 mg Paclitaxel werden unter Rühren und unter Stickstoffatmosphäre in einem
Triglyceridgemisch, bestehend aus 100 g MCT-Öl und 50 g Fischöl mit einem Gehalt an
insgesamt 40% Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Eicosapentaensäure und
Docosahexaensäure, bei ca. 130-150°C gelöst. Der Sauerstoffgehalt der Triglyceride
wurde vorher durch Begasen mit Stickstoff auf unter 0,5 mg/l eingestellt. Zusätzlich wurden
10 mg Vitamin E zugegeben.
Das weitere Herstellungsverfahren erfolgt entsprechend Beispiel 1. Es wird eine
erfindungsgemäße Emulsion mit der folgenden Zusammensetzung pro 100 ml erhalten.
| Paclitaxel | 50 mg |
| MCT-Öl | 10 g |
| Fischöl | 5 g |
| Glycerin | 2,5 g |
| Eilecithin | 1,2 g |
| Natriumoleat | 40 mg |
| Vitamin E | 10 mg |
| Wasser für Injektionszwecke | ad 100 ml |
Claims (31)
1. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung in Form
einer Öl-in-Wasser-Emulsion,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie zumindest ein Taxan, zumindest ein Triglycerid
von Fettsäuren mit 2-22 Kohlenstoffatomen, 3-sn-Phosphatidylcholin
und/oder Phosphatidylethanolamin und Wasser,
jedoch im wesentlichen keine synthetischen nicht-ionischen
Emulgatoren, enthält.
2. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich pharmazeutisch verträgliche freie Fettsäuren und/oder Alkalisalze freier
Fettsäuren enthalten sind.
3. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die pharmazeutische Zubereitung als pharmazeutisch verträgliche Öl-in-Wasser-
Emulsion zur intravenösen Infusion vorliegt.
4. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Partikelgröße der Fettpartikel überwiegend kleiner als 5 Mikron ist.
5. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Partikelgröße der Fettpartikel im Mittel zwischen 0,2 und 1 Mikron beträgt.
6. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Taxane Paclitaxel und/oder Docetaxel eingesetzt werden.
7. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Taxane in einer pharmazeutisch wirksamen und verträglichen Konzentration von 0,1
bis 3 mg/ml, bevorzugt von 0,2 bis 1,5 mg/ml vorliegen.
8. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Triglyceride aus Fettsäuren mit 2 bis 22 Kohlenstoffatomen, bevorzugt mit 4-20
Kohlenstoffatomen bestehen.
9. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Triglyceride Tributyrin und/oder Tricaproin und/oder Tricaprylin und/oder Tricaprin
und/oder mittelkettige Triglyceride mit vorwiegend Caprylsäure und Caprinsäure und/oder
Sojaöle und/oder Olivenöle, und/oder Distelöle und/oder Maiskeimöle und/oder
Weizenkeimöle und/oder Sonnenblumenöle und/oder Fischöle und/oder Triolein und/oder
Trilinolein enthalten sind.
10. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Triglyceride in einem Anteil von 1 bis 60%, bevorzugt 4-40% des
Gesamtgewichtes in der pharmazeutischen Zubereitung vorliegen.
11. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das 3-sn-Phosphatidylcholin in Form von 3-sn-Phosphatidylcholin enthaltenden
Substanzen vorliegt und daß vorzugsweise die 3-sn-Phosphatidylcholin enthaltende
Substanz Eilecithin und/oder Sojalecithin (Sojaphosphatid) ist.
12. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das verwendete Eilecithin und/oder Sojalecithin einen Anteil von 60 bis 90 Gew.-%
3-sn-Phosphatidylcholin enthält, wobei Eilecithin besonders bevorzugt ist.
13. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das 3-sn-Phosphatidylcholin teilweise oder vollständig hydriert ist.
14. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gehalt an 3-sn-Phosphatidylcholin in der pharmazeutischen Zubereitung 0,2-4
Gew.-%, bevorzugt 0,4-2,5 Gew.-% beträgt und daß der Gehalt an 3-sn-
Phosphatidylcholin enthaltenden Substanzen in der pharmazeutischen Zubereitung 0,4-7,0 Gew.-%,
bevorzugt 0,6-4 Gew.-% beträgt.
15. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als pharmazeutisch verträgliche freie Fettsäuren gesättigte und/oder ungesättigte
Fettsäuren und/oder Alkalisalze, bevorzugt mit 6-24 Kohlenstoffatomen, enthalten sind,
wobei vorzugsweise als pharmazeutisch verträgliche freie Fettsäuren Ölsäure und/oder
Palmitinsäure und/oder Palmitoleinsäure und/oder Linolsäure und/oder Linolensäure
und/oder deren Alkalisalze, bevorzugt Kalium- und/oder Natriumsalze verwendet werden.
16. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gehalt an freien Fettsäuren und/oder deren Alkalisalzen 0,01-0,2 Gew.-%
bevorzugt 0,02-0,1 Gew.-% beträgt.
17. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die pharmazeutische Zubereitung zusätzlich Substanzen wie Glycerin und/oder
Glukose und/oder Sorbit und/oder Fruktose in einer solchen Menge enthält, um die
pharmazeutische Zubereitung blutisoton zu machen.
18. Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die pharmazeutische Zubereitung Phosphatidylethanolamin
in einer Menge von 0,1-2,0 Gew.-% enthält.
19. Verfahren zur Herstellung der Taxane enthaltenden pharmazeutischen Zubereitung nach
einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Taxane in Triglyceriden von Fettsäuren mit 2-22 Kohlenstoffatomen, bevorzugt
4-20 Kohlenstoffatomen gelöst werden und anschließend mit 3-sn-Phosphatidylcholin
und/oder Phosphatidylethanolamin und Wasser in an sich bekannter Weise emulgiert
werden.
20. Verfahren zur Herstellung der Taxane enthaltenden pharmazeutischen Zubereitung nach
Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Taxane vor der Emulgierung in den Triglyceriden bei Temperaturen von mehr als
60°C, bevorzugt zwischen 70°C und 150°C, gelöst werden.
21. Verfahren zur Herstellung der Taxane enthaltenden pharmazeutischen Zubereitung nach
einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Taxane in Triglyceriden mit Fettsäuren mit 4 bis 6 Kohlenstoffatomen bei
Temperaturen zwischen 70 bis 110°C gelöst werden.
22. Verfahren zur Herstellung der Taxane enthaltenden pharmazeutischen Zubereitung nach
einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Taxane in Triglyceriden mit Fettsäuren mit mehr als 8 Kohlenstoffatomen bei
Temperaturen von 100°C und darüber gelöst werden.
23. Verfahren zur Herstellung der Taxane enthaltenden pharmazeutischen Zubereitung nach
einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Taxane vor der Emulgierung in den Triglyceriden von Fettsäuren mit 2-22
Kohlenstoffatomen, bevorzugt 4-20 Kohlenstoffatomen vollständig gelöst und
anschließend mit Hilfe von 3-sn-Phosphatidylcholinen und/oder freien Fettsäuren
und/oder deren Alkalisalzen in Wasser zu einer Rohemulsion emulgiert werden und das
Gemisch anschließend zu einer Emulsion, bevorzugt mit einer Partikelgröße von weniger
als 5 µm, insbesondere unter 1,5 Mikron, homogenisiert wird.
24. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gemisch aus Taxanen, Triglyceriden, Phosphatidylcholin und Wasser bereits
0,01-0,15% an freien natürlichen Fettsäuren und/oder deren Alkalisalzen enthält und
dieses Gemisch mittels einer Alkalilauge vor der Emulgierung auf einen pH-Wert von 5-10,
bevorzugt 7-9, eingestellt wird.
25. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fettsäuren und/oder deren Alkalisalzen verwendet werden, um die Emulsion auf
einen pH-Wert von 5-10, bevorzugt 7,0-9,0, einzustellen.
26. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Herstellung der pharmazeutischen Zubereitung im wesentlichen sauerstofffreie
Lösungen verwendet werden.
27. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich pharmazeutisch verträgliche gesättigte und/oder ungesättigte Fettsäuren
und/oder Alkalisalze der Fettsäuren verwendet werden.
28. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich Glycerin und/oder Glukose und/oder Sorbit und/oder Xylit und/oder
Fruktose in Mengen verwendet werden, die geeignet sind, die pharmazeutische
Zubereitung isotin zu machen.
29. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch intensives Rühren zunächst eine Rohemulsion hergestellt wird und anschließend
die endgültige Emulgierung in einem Hochdruck-Homogenisator bei Drücken zwischen
100-600 bar erfolgt, wobei vorzugsweise der Hochdruck-Homogenisator mindestens drei
Kolben besitzt.
30. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sterilisation der pharmazeutischen Zubereitung durch Hitzesterilisation in einem
Rotationsautoklaven erfolgt.
31. Verwendung der pharmazeutischen Zubereitung nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche zur intravenösen Applikation, vorzugsweise zur intravenösen
Injektion und/oder Infusion.
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| DE1998143968 DE19843968A1 (de) | 1998-09-24 | 1998-09-24 | Taxane enthaltende pharmazeutische Zubereitung zur intravenösen Applikation und Verfahren zu ihrer Herstellung |
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