DE19838020A1 - Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf den Zylinder einer Rotationsdruckmaschine - Google Patents
Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf den Zylinder einer RotationsdruckmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf den
Zylinder einer Rotationsdruckmaschine gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Die DE 29 31 579 C2 zeigt eine Vorrichtung, bei der auf einen Zylinder eines
Feuchtwerks einer Rotationsdruckmaschine Feuchtmittel mittels Düsen
aufgebracht wird. Die Düsen sind längs des Zylinders angeordnet. Um die
austretende Wassermenge entsprechend der Maschinengeschwindigkeit dosieren
zu können, ist über die Breite der Druckform eine in ihrer Öffnung regelbare
Blende eingesetzt. Nachteilig ist jedoch, daß sich nebeneinander angeordnete
Düsen in ihrer Wirkung überschneiden, was zu Schwankungen in der Qualität des
Druckbildes führt. Außerdem sind die erzeugten Tropfen verhältnismäßig groß
und bilden sich trotz Spaltung und Verreibung im Feuchtwerk als sogenannte
Wassermarken sichtbar im Druckbild ab. Die Folge sind Qualitätseinbußen und
Makulatur.
Die JP 4-250 039 A zeigt eine Feuchtvorrichtung für eine
Rotationsdruckmaschine, bei der in einem Kasten unter Druck stehend es
Feuchtmittel mittels Düsen auf einen Körper gespritzt wird. Der dabei entstehende
Feuchtigkeitsnebel wird mittels in den Kasten eingeblasener Druckluft durch
Schlitze in einer Kastenwand gedrückt und auf den Zylinder eines Feuchtwerks
geblasen. Das Erfordernis von Druckluft samt deren Steuerung machen die
Vorrichtung und ihren Betrieb kostenaufwendig. Außerdem verursacht der
Druckluftbetrieb das Austreten der zum Teil gesundheitsschädigenden
Feuchtmittelnebel in die Umgebung.
Die DE-PS 5 71 854 erzeugt mittels einer kostenaufwendig mit Druckluft zu
betreibenden Saugdüse einen Flüssigkeitsstrahl, der an einer Prallplatte und
einem Reflektor mehrmals gebrochen wird. Der entstehende Nebel erreicht dann
nur unkontrolliert und unzuverlässig einen zu feuchtenden Plattenzylinder.
Es ist weiterhin üblich, Düsen eines Sprühfeuchtwerks zur Feuchtmitteldosierung
im Impulsbetrieb einzusetzen (EP 0 325 381 B1). Trotz guter Verreibung eines
derartigen diskontinuierlichen Auftrags in einem mehrwalzigen Feuchtwerk
besteht dabei die Gefahr, daß die Druckform ungleichmäßig eingefärbt und die
Druckqualität nachteilig beeinflußt wird. Außerdem sind derartige
Impulssteuerungen kostenaufwendig.
Es ist Aufgabe der Erfindung, mit einer kostengünstigen Vorrichtung Feuchtmittel
in Form kleiner Tröpfchen auf einen Zylinder aufzutragen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung mit
den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelöst. Die
Vorrichtung erzeugt sehr kleine Tröpfchen, da die die Düsen verlassenden
Primärtropfen beim Aufprall auf die Prallplatten einem Sekundärzerfall
unterworfen werden. Die dabei entstehenden Tröpfchen sind eine bis zwei
Zehnerpotenzen kleiner als die Primärtropfen. Die von Haus aus kleine
Tröpfchengröße erlaubt je nach Qualitätsforderung, die Anzahl von Walzen bzw.
Zylindern eines Feuchtwerkes zu verringern oder unter völligem Verzicht auf
derartige Walzen mit der Vorrichtung das Feuchtmittel direkt auf den Formzylinder
aufzutragen. Praktisch liefert ein mehrfaches Quetschen der Tröpfchen in einem
Feuchtwalzenzug keine sichtbare Verbesserung mehr. Weiterhin ist der
Tröpfchenaustrag über die Breite der Vorrichtung gleichmäßiger als bei den
bekannten Sprühfeuchtwerken. Dies hat seine Ursache darin, daß zum einen
wesentlich kleinere Tröpfchen erzeugt werden und zum anderen in den möglichen
Überlappungsbereichen der Sprühwirkungen der Düsen auf den Prallplatten
weniger Tröpfchen erzeugt werden, da eine höhere Filmdicke von Feuchtmittel auf
der Prallplatte die Zerstäubungsaktivitäten vermindert. Auch wird durch die
kleinere Tröpfchengröße weniger Feuchtwasser in der Druckfarbe angesammelt.
Insgesamt werden Voraussetzungen zur Verbesserung der Druckqualität und
Verringerung des Makulaturanfalls geschaffen.
Die Vorrichtung ist dank ihrem technisch einfachen Aufbau und geringem
Steuerungsaufwand kostengünstig erstellbar und ohne das Erfordernis von
Druckluft wirtschaftlich betreibbar. Der kontinuierliche Betrieb der Düsen sichert
einen gleichmäßigen Auftrag des Feuchtmittels auf einen Zylinder und letztlich auf
einen Formzylinder mit entsprechendem positivem Einfluß auf die Druckqualität.
Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen in
Verbindung mit der Beschreibung.
Die Erfindung soll nachfolgend an einigen Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigt schematisch:
Fig. 1 eine Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel im Querschnitt (Schnitt
11 gemäß Fig. 2)
Fig. 2 die Draufsicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1
Fig. 3 eine weitere Variante zur u. a. in Fig. 2 gezeigten Randfeuchtung
Fig. 4 die Ansicht IV nach Fig. 3
Fig. 5 eine weitere Variante zu Fig. 3 (erhöhte Randfeuchtung)
Fig. 6 eine weitere Variante zu Fig. 1,
Fig. 7 eine weitere Variante zu Fig. 1,
Fig. 8 die Ansicht VIII nach Fig. 7.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel, angeordnet an
einem Zylinder eines Feuchtwerks 1 einer Rotationsdruckmaschine. Im
vorliegenden Falle ist die Vorrichtung an einem Reibzylinder 2 angestellt, an den
sich eine Übertragwalze 3 und eine Feuchtauftragwalze 4 anschließen, wobei
letztere den Formzylinder 5 kontaktiert. Je nach den Gegebenheiten kann die
Feuchtung unter Entfall des Reibzylinders 2 auch an der Übertragwalze 3 oder
unter Entfall des Reibzylinders 2 und der Übertragwalze 3 an der
Feuchtauftragwalze 4 angeordnet sein. Auch kann das Feuchtwerk 1 einen
anderen Aufbau haben.
Die Vorrichtung enthält längs des zu feuchtenden Reibzylinders 2 Düsen 6 bis 8
(Fig. 2). Die Düsen 6 bis 8 sind vorzugsweise als Flachstrahldüsen ausgebildet,
um eine gute Verteilung des aufzutragenden Feuchtmittels in axialer Richtung des
Reibzylinders 2 zu erreichen. Derartige Düsen sind im Handel erhältlich. Im
Strahlungsbereich der Düsen 6 bis 8, also zwischen ihnen und dem Reibzylinder
2, sind längs des Reibzylinders 2 Prallplatten 9 bis 12 angeordnet. Die Düsen 6
bis 8 sowie die Prallplatten 9 bis 12 sind so ausgerichtet, daß die Strahlen der
Düsen 6 bis 8 von den Prallplatten 9 bis 12 auf den Reibzylinder 2 abgelenkt
werden. Die Düsen 6 bis 8 sowie die Prallplatten 9 bis 12 sind in einem zum
Reibzylinder 2 hin offenen Gehäuse 13 untergebracht. Die Düsen 6 bis 8 sind am
Gehäuse 13, die Prallplatten 9 bis 12 an einer Achse 15 befestigt.
Im Ausführungsbeispiel sind pro Druckseite (der Bereich einer Druckseite ist in
Fig. 2 mit L angegeben) zwei Düsen 6 bis 8 vorgesehen. Jeder Düse 6 bis 8 ist
wiederum eine Prallplatte 9 bis 12 zugeordnet. Es ist auch möglich, noch mehr
oder weniger Düsen 6 bis 8 pro Druckseiten breite einzusetzen und mehrere
Düsen 6 bis 8 auf eine Prallplatte wirken zu lassen. Auch ist es möglich, nur eine
Prallplatte 9 bis 12 pro Druckseitenbreite vorzusehen.
Die Prallplatten 9 bis 12 sind schwenkbar auf der Achse 15 angeordnet. Zu ihrer
Schwenkverstellung ist jede Prallplatte 9 bis 12 mit einem Hebel 16 verbunden, an
dem jeweils ein Stellelement 17 angreift (Fig. 1). Als Stellelement kann z. B. ein
Elektromotor in Verbindung mit einem Spindeltrieb, ein Linearantrieb oder ein
hydraulischer Arbeitszylinder zur Anwendung kommen. Auf das Stellelement 17
ist der Ausgang einer Steuereinheit 18 geführt.
Den Düsen 6 bis 8 wird über eine Rohrleitung 19 unter einem Druck p stehend es
Feuchtmittel zugeführt. In den Zuleitungen zu den Düsen 6 bis 8 ist jeweils ein
Ventil 20 bis 22 zwischengeschaltet, deren jeweiliges Stellelement 23 bis 25 mit
dem Ausgang einer Steuereinheit 26 in Verbindung steht (Fig. 2). Zur
Vereinfachung wurden die letztgenannten Elemente in Fig. 1 nicht dargestellt,
während in Fig. 2 die Ansteuerelemente für die Prallplatten 9 bis 12 nicht gezeigt
sind.
Zwecks Auftragens von Feuchtmittel auf den Reibzylinder 2 wird dieses unter
Druck den Düsen 6 bis 8 zugeführt. Das von den Düsen versprühte Feuchtmittel
trifft auf die Prallplatten 9 bis 12, wobei die von den Düsen 6 bis 8 erzeugten
Primärtropfen einem Sekundärzerfall unterworfen werden. Der erzeugte
Feuchtwassernebel gelangt auf den Reibzylinder 2. Die Dosierung der auf den
Reibzylinder 2 aufgetragenen Feuchtmittelmenge geschieht durch eine
Veränderung des Anstellwinkels α der Prallplatten 9 bis 12 (Stellung B). Je flacher
die Prallplatten 9 bis 12 zur Strahlung der Düsen 6 bis 8 gestellt sind, also je
größer der Winkel α ist, desto mehr Feuchtmittel gelangt auf den Reibzylinder 2.
Die Winkelverstellung der Prallplatten 9 bis 12 erfolgt bei Ansteuerung der
Stellelemente 17 durch die Steuereinheit 18. Die Steuereinheit 18 ist an ein
Steuerungssystem der Druckmaschine angeschlossen. Bei der gezeigten
Anordnung der Achse 15 außerhalb des Strahlungsbereichs der Düsen 6 bis 8
können die Prallplatten 9 bis 12 völlig aus dem Strahlungsbereich der Düsen 6 bis
8 geschwenkt werden. In dieser mit A gekennzeichneten Stellung der Prallplatten
9 bis 12 erfolgt ein direktes Besprühen des Reibzylinder 2 und somit ein extrem
kräftiger Feuchtmittelauftrag. Man kann diese Stellung A zum Überfeuchten der
Druckform anwenden, z. B., um das Tonen einer Druckform zu beseitigen, d. h.
um sie freilaufen zu lassen. In der Stellung C ist der Feuchtmittelauftrag völlig
abgestellt, wobei die Düsen 6 bis 8 dennoch weiterhin mit Feuchtmittel gespeist
werden können. Zur Unterstützung dieser Absperrstellung C arbeiten die
Prallplatten 9 bis 12 vorteilhaft mit einem Leitblech 14 zusammen. Außerdem ist
das Gehäuse 13 mit einem Rücklauf 31 versehen, über den sich ansammelndes
Feuchtmittel rückgeführt wird. Zu dessen Unterstützung ist das Gehäuse 13
vorteilhaft mit leichtem Gefälle zum Rücklauf 31 hin angeordnet. In Fig. 1 ist
weiterhin dünn die Möglichkeit der Anordnung einer Achse 15.1 im
Strahlungsbereich der Düsen 6 bis 8 angedeutet. Bei einer derartigen
Verschwenkmöglichkeit der Prallplatten 9 bis 12 um die Achse 15.1 können diese
nicht aus dem Strahlungsbereich geschwenkt werden.
Mittels der Ventile 20 bis 22 (Druckminderventile) ist der Druck p des den Düsen 6
bis 8 zugeführten Feuchtmittels und damit der Feuchtmittelauftrag durch
entsprechendes Ansteuern der Stellelemente 23 bis 26 mittels der Steuereinheit
26 stellbar. Es können auch alle jeweils der Breite L einer Druckseite
zugeordneten Düsen 6, 7 von einem Ventil 20 gespeist werden, oder sämtliche an
dem Reibzylinder 2 angeordneten Düsen 6 bis 8 werden mit dem gleichen,
wahlweise variierbaren Druck p betrieben und von einer gemeinsamen
Rohrleitung gespeist. Die Druckeinstellung kann auch individuell von Hand
vorgenommen werden.
Fig. 2 zeigt weiterhin eine Möglichkeit zur Erhöhung der Randfeuchtung des
Reibzylinders 2. Eine derartige Erhöhung des Feuchtmittelauftrages letztlich auf
den Formzylinder kann sich bei Druckmaschinen erforderlich machen, z. B. wegen
einer eventuellen höheren Temperatur der Randbereiche des Formzylinders,
herrührend von der Erwärmung seiner Lager. Die jeweils äußerste Prallplatte 9
reicht zum Rand des Reibzylinders 2 hin nur teilweise in den Strahlungsbereich
der zugehörigen Düse 6 hinein. Der andere Randbereich des Reibzylinders 2 mit
der weiteren Randprallplatte wurde nicht dargestellt. Ein Teil des Sprühstrahls der
äußeren Düse 6 trifft direkt auf den Reibzylinder 2, wodurch ein erhöhter
Feuchtmittelauftrag erzielt wird. Allerdings sind die dort aufgetragenen Tröpfchen
größer, so daß mit einer Qualitätseinbuße in dem betroffenen Bereich zu rechnen
ist.
Eine weitere Variante zur Erhöhung der Randfeuchtung zeigt Fig. 3. Bei dieser
und folgenden Darstellungen werden für gleichartige wiederkehrende Bauteile der
Einfachheit halber die bisher verwendeten Bezugszeichen wieder angewendet.
Ebenso wird auf die Darstellung und neuerliche Erklärung einiger wieder zur
Anwendung kommender Baugruppen verzichtet. Gemäß Fig. 3 schließt sich zum
Rand des Reibzylinders 2 an die jeweils äußere Prallplatte 27 eine winklig zu
letzterer einstellbar angeordnete Randprallplatte 28 an. Die Randprallplatte 28
kann beispielsweise mit der Prallplatte 27 mittels eines Bleches 29 verschraubt
sein (als Ansicht IV in Fig. 4 gezeigt). Je nach Einstellung trifft somit ein beliebig
breiter Sprühstrahl der Düse 6 auf die Randprallplatte 28 mit einer entsprechend
erhöhbaren Konzentration an Feuchtmittelnebel bzw. der gewünschten
Steigerung des Feuchtmittelauftrages auf dem Reibzylinder 2. Die Schrägstellung
wirkt quasi als Strahlenfokussierung, es wird die Strahlung im Randbereich
umfaßt. Die Randprallplatte 28 kann beispielsweise auch als verlängerter,
hochgebogener Teil der Prallplatte 27 ausgeführt sein.
Gemäß Fig. 5 enthalten zur Erhöhung der Randfeuchtung die beiden äußeren
Prallplatten 32 im Bereich zum Rand des zu feuchtenden Reibzylinders 2 hin
Durchbrüche 33, durch die direkt und damit reichlicher Feuchtmittel auf den
Reibzylinder 2 gelangen kann. In diesem Falle sollte vor dem Auftrag des
Feuchtmittels auf die Druckform auf eine Changierung nicht verzichtet werden.
Die Durchbrüche können beispielsweise Schlitze oder Löcher sein. Als weitere
Möglichkeit bzw. zusätzlich zu den genannten Varianten kann man zur Erhöhung
des Feuchtmittelauftrages an den Rändern auch Düsen mit höherem
Volumendurchsatz verwenden.
Eine weitere Variante der Dosierung des Feuchtmittelauftrages zeigt Fig. 6. Hier
ist gleichzeitig beispielhaft die Feuchtvorrichtung an einem Formzylinder 5
plaziert. Die Prallplatten 9 sind aus dem Strahlungsbereich der Düsen 6 schiebbar
angeordnet. Hierzu ist jede Prallplatte 9 mit einem Stellelement 30 verbunden, auf
das der Eingang der Steuereinheit 18 geführt ist. Für die Auswahl des
Stellelementes 30 stehen wieder bekannte Varianten zur Auswahl, wie
beispielsweise hinsichtlich des Stellelementes 17 aufgeführt. Je weiter die
Prallplatten 9 durch entsprechende Ansteuerung der Stellelemente 30 mittels der
Steuereinheit 26 aus dem Strahlungsbereich der Düsen 6 herausgezogen
werden, um so mehr Feuchtmittel wird auf den Formzylinder 5 aufgetragen.
Allerdings kann sich dabei eine Qualitätseinbuße aufgrund der Zunahme des
Auftrags größerer Primärtropfen ergeben, die nicht an der Prallplatte 9 zerlegt
wurden. Vorteilhaft ist durch das Herausziehen der Prallplatten 9 aus dem
Sprühbereich der Düsen 6 ein Überfeuchten der Druckform vornehmbar, z. B. um
das Tonen einer Druckform zu beseitigen, d. h. um sie freilaufen zu lassen.
Andererseits kann durch völliges Einschieben der Prallplatten 9 in den
Sprühbereich der Düsen 6, vorteilhaft bis an eine Blende 34, der
Feuchtmittelauftrag völlig abgeschaltet werden.
Gemäß Fig. 7 enthält eine Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel längs
eines Reibzylinders 2 angeordnete Prallplatten 35, die jeweils die Breite L einer
Druckseite (druckplattenbreit) haben. Die Prallplatten 35 sind auf einer im
Gehäuse 13 der Vorrichtung befestigten Achse 36 gelagert. Die Prallplatten 35
arbeiten mit Düsen 6 zusammen, wobei beispielsweise drei Düsen 6 pro
Prallplatte 35 (also pro Druckseite) vorgesehen sind. Die Düsen 6 sind auf einer
Leiste 37 befestigt, die schwenkbar am Gehäuse 13 montiert ist. Durch
Verschwenken der Leiste 37 sind die Düsen 6 aus dem Gehäuse 13
herausklappbar (gestrichelt gezeichnet), worauf diese sowie der Innenraum der
Vorrichtung (Prallplatten, Blenden) für Wartungsarbeiten gut zugänglich sind.
Im Bereich zwischen den Prallplatten 35 und dem Reibzylinder 2 sind Blenden 38
bis 40 angeordnet. Sie sind schwenkbar auf einer im Gehäuse 13 befestigten
Achse 41 gelagert. Zu ihrer Schwenkverstellung greift an jeder Blende 38 bis 40
ein Stellelement 42 an. Als Stellelement 42 kann z. B. ein Elektromotor in
Verbindung mit einem Spindeltrieb, ein Linearantrieb oder ein hydraulischer
Arbeitszylinder zur Anwendung kommen. Im Ausführungsbeispiel ist das
geradlinig treibende Stellelement 42 über eine Koppel 43 mit der Blende 41
verbunden. Auf das Stellelement 42 ist der Ausgang einer Steuereinheit 44
geführt. Durch Verstellen der Blenden 38 bis 40 ist der Feuchtmittelauftrag auf
den Reibzylinder 2 separat für jede Druckseite dosierbar. Bei einer Anordnung
von mehreren Blenden pro Druckseite (Bereich L) ist in entsprechend schmaleren
Bereichen dosierbar. Zwecks Verstellung der Blenden 38 bis 40 wird das
Stellelement 42 mittels der Steuereinheit 4 angesteuert. Dies erfolgt manuell oder
im Rahmen der Maschinensteuerung, wobei die Steuereinheit 44 mit dem
Steuerungssystem der Druckmaschine in Verbindung steht. Je nach Verstellen
der Blenden 38 bis 40 wird der die Düsen 6 verlassende, von den Prallplatten 35
abgelenkte Sprühstrahl auf einen auf den Reibzylinder 2 hindurchzulassenden
Anteil beschränkt. Gemäß Fig. 7 arbeiten die Blenden 38 bis 40 mit einer
Trennwand 45 des Gehäuses zusammen und können den Feuchtmittelauftrag in
der gestrichelt gezeichneten Stellung völlig unterbrechen. Es können aber auch
anderweitige Blenden zur Anwendung kommen, beispielsweise können die
Blenden aus aufeinander zu und voneinander weg bewegbaren Teil blenden
bestehen. Auch kann eine Blende geradlinig verschoben werden. Eine derartige
Blende 34 ist in Fig. 6 eingezeichnet.
Die Prallplatten 35 sind unter einem wählbaren Winkel p geneigt zur
Sprührichtung der Düsen einstell- und mittels einer Klemmschraube 46
feststellbar. Mit dieser Einstellung ist eine Vorauswahl hinsichtlich der
aufzutragenden Feuchtmittelmenge möglich.
Die beschriebenen Feuchtmittelstellmöglichkeiten sind auch kombiniert
anwendbar. So kann zur Verstellung der Blenden 38 bis 40 gemäß Fig. 7
zusätzlich eine motorische Verstellung der Blenden 35 vorgesehen werden, z. B.,
wie in Fig. 1 gezeigt. Zusätzlich kann auch der Druck des den Düsen 6
zugeführten Feuchtmittels verstellt werden.
In Fig. 8 ist eine vorteilhafte Möglichkeit zur Randüberfeuchtung gezeigt. Es ist
jeweils die äußerste Blende 40 zum Rande des zu feuchtenden Zylinders hin
weniger tief in den Strahlungsbereich der jeweils zugehörigen Düsen gestellt.
Hierzu ist die Blende 40 um das Maß a schräggestellt an der Achse 41
angeschraubt. Infolge der Schrägstellung beschneidet die Blende 40 zum Rande
hin weniger den Sprühstrahl, und es gelangt mehr Feuchtmittel auf den Zylinder.
Fig. 7 zeigt weiterhin eine günstige Abdichtung des Gehäuses 13. Hierzu wird
der die Düsen 6, die Prallplatten 35 und die Blenden 38 bis 40 beinhaltende Raum
mittels längs des Reibzylinders 2 angeordneten, zu diesem gering beabstandeten
Dichtleisten 47, 48 begrenzt. Zwei weitere zu den Dichtleisten 47, 48 parallele
Dichtleisten 49, 50 wirken dem Austritt restlichen feinen Feuchtigkeitsnebels
entgegen.
Die von den Düsen beaufschlagte Fläche der Prallplatten 9 bis 12, 27, 28, 32 ist
vorteilhaft eben ausgeführt. Hierfür können auch nicht ebene Flächen, z. B.
konvexe oder konkave Oberflächen, zur Anwendung kommen, wobei sich die
entsprechenden Wölbungen quer oder auch in Längsrichtung der Prallplatten 9
bis 12, 27, 28, 32 erstrecken können. Auch sind die beaufschlagten Flächen mit
speziellen Oberflächenrauhigkeiten ausführbar.
Claims (18)
1. Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf den Zylinder (2, 5) einer
Rotationsdruckmaschine mit längs des Zylinders (2, 5) angeordneten Düsen (6
bis 8), die kontinuierlich mit unter Druck stehendem Feuchtmittel gespeist
werden und deren Strahl unter Ablenkung und Zerstäubung auf längs des
Zylinders (2, 5) angeordneten Prallplatten (9 bis 12, 35) auf den Zylinder (2, 5)
gerichtet ist, wobei die Düsen (6 bis 8) und Prallplatten (9 bis 12, 35) in einem
zu dem Zylinder (2, 5) hin offenen Gehäuse (13) untergebracht sind, sowie mit
mindestens einem Stellelement für ein jeweils maximal druckseitenbreites
Dosieren des Feuchtmittelauftrags.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallplatten
(9 bis 12) zur Dosierung des Feuchtmittelauftrags in ihrer Anstellung zur
Strahlung der Düsen verstellbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallplatten
(9) aus dem Strahlungsbereich der Düsen (6) schiebbar sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallplatten
(9 bis 12) schwenkbar sind, wobei die Schwenkachse (15.1) im
Strahlungsbereich der Düsen (6 bis 8) liegt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallplatten
(9 bis 12) schwenkbar sind, wobei die Schwenkachse (15) außerhalb des
Strahlungsbereichs der Düsen (6 bis 8) liegt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Erhöhung der Randfeuchtung die beiden äußeren Prallplatten (9) zum
Rand des Zylinders (2) hin nur teilweise in den Strahlungsbereich der jeweils
zugehörigen Düse (6) reichen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Erhöhung der Randfeuchtung sich zum Rand des Zylinders (2) hin an die
beiden äußeren Prallplatten (27) jeweils eine winklig zu letzteren einstellbar
angeordnete Randprallplatte (28) anschließt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Erhöhung der Randfeuchtung die beiden äußeren Prallplatten (32) im
Bereich zum Rand des Zylinders (2) hin Durchbrüche (33) aufweisen.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Düsen (6 bis 8) als Flachstrahldüsen ausgebildet
sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Düsen (6 bis 8) zur Dosierung des
Feuchtmittelauftrags mit hinsichtlich seinem Druck (p) stellbarem Feuchtmittel
speisbar sind.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß im Bereich zwischen den Prallplatten (35) und dem
Zylinder (2) den Sprühstrahl begrenzende Blenden (38 bis 40) angeordnet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Blenden
(38 bis 40) zur Dosierung des Feuchtmittelauftrags mehr oder weniger in den
Strahlungsbereich der Düsen (6) stellbar sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Blenden
(34) schiebbar sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Blenden
(38 bis 40) schwenkbar sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erhöhung der Randfeuchtung die beiden äußeren Blenden (40) zum
Randes des Zylinders (2) hin weniger tief in den Strahlungsbereich der jeweils
zugehörigen Düse (6) reichen.
16. Vorrichtung, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen (6) ihre Zugänglichkeit verbessernd,
an einer schwenkbar an dem Gehäuse (13) montierten Leiste (37) befestigt
sind, bei deren Verschwenken die Düsen (6) aus dem Gehäuse (13) klappbar
sind.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, gekennzeichnet durch die
Anordnung an einem Zylinder (2) eines Feuchtwerks.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, gekennzeichnet durch die
Anordnung an einem Formzylinder (5).
Priority Applications (1)
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| DE19838020A DE19838020A1 (de) | 1997-09-15 | 1998-08-21 | Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf den Zylinder einer Rotationsdruckmaschine |
Applications Claiming Priority (2)
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|---|---|---|---|
| DE19740476 | 1997-09-15 | ||
| DE19838020A DE19838020A1 (de) | 1997-09-15 | 1998-08-21 | Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf den Zylinder einer Rotationsdruckmaschine |
Publications (1)
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