DE19837692A1 - Integrierte Bohrvorrichtung und Verfahren zum Abteufen einer Bohrung - Google Patents
Integrierte Bohrvorrichtung und Verfahren zum Abteufen einer BohrungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Bohrvorrichtung für eine Bohranlage und eine Bohranlage, die für Explorations- und Förderbohrungen, insbesondere auf Kohlenwasserstofflagerstätten, on- und offshore eingesetzt werden kann, sowie ein Verfahren zum Abteufen einer derartigen Bohrung. DOLLAR A Die erfindungsgemäße Bohrvorrichtung besteht aus einer Trageinrichtung, an oder in der ein axial zur Längsachse der Trageinrichtung verschiebbarer Kraftdrehkopf, eine Geständehandlingvorrichtung, welche senkrecht zur Längsachse der Trageinrichtung bewegbar, insbesondere verschiebbar, ist, und welche das Bohrgestänge greift, angeordnet sind, wobei die Trageinrichtung im Bereich des Fußes schwenkbar und/oder drehbar gelagert ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Bohrvorrichtung für eine Bohranlage und eine
Bohranlage, die für Explorations- und Förderbohrungen, insbesondere auf
Kohlenwasserstofflagerstätten, on- und offshore eingesetzt werden kann,
sowie ein Verfahren zum Abteufen einer derartigen Bohrung.
Moderne Bohranlagen nach dem Stand der Technik bestehen aus einer
Vielzahl von Komponenten, wie einem Hebewerk (Drawwork), einer
Gestängeverschraubungsvorrichtung (Iron roughneck), einer Arbeitsbühne
(Rig floor), einem Gestängehandlingsystem (Pipe handler), einem
Gestängevorratslager (Pipe bin), einem Kronenlager mit einem
Flaschenzugblock (Travelling block) und einem Kraftdrehkopf (Top drive)
sowie einer Gestängerampe (Pipe ramp) und einem Laufsteg (Cat walk) für
das Bohrgestänge sowie diversen Hilfseinrichtungen für die Handhabung.
Derartige Bohranlagen haben den Nachteil, daß sie aus einer Vielzahl von
Komponenten bestehen, die aufgrund des ständigen Wechsels der
Bohrlokalität der Bohranlagen eine aufwendige und teure Logistik sowie
umfangreiches Personal benötigen.
Die europäische Offenlegungsschrift 0 243 210 A2 beschreibt beispielsweise
eine herkömmliche Bohrvorrichtung, die modular aufgebaut ist. Sie enthält
alle für Bohrvorrichtungen notwendigen Komponenten, wie einen
zerlegbaren Bohrturm, der mittels vier Beinen auf einem verschiebbaren
Grundgerüst aufsitzt. Er weist in seinem oberen Teil ein Kronenlager und
einen Kraftdrehkopf sowie einen Flaschenzug und in seinem unteren Teil
eine Brech- und Kontervorrichtung auf. Der Bohrturm wird mit Hubzylindern
aufgerichtet. Auf dem verschiebbaren Grundgerüst ist auch das zwingend
notwendige Hebewerk angeordnet, das über Seilzüge über den Kronenblock
eine Verbindung zum Kraftdrehkopf herstellt. Des weiteren ist ein
schwenkbarer Gestängehandlingausleger vorhanden, der das Gestänge in
die Bohrvorrichtung führt.
Diese Bohrvorrichtung weist jedoch noch eine Vielzahl von Komponenten
auf, die zwar modular angeordnet sind, aber auf- und abgebaut und von
Bohrlokalität zu Bohrlokalität transportiert werden müssen. Dazu ist ein
erheblicher Personal- und Logistikaufwand notwendig.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bohrvorrichtung vorzuschlagen, mit der
wesentliche Einsparungen in bezug auf die Ausrüstung der Bohranlage
sowie an Logistik und Personalkosten verbunden sind.
Die Aufgabe wird durch eine Bohrvorrichtung nach Anspruch 1, eine
Bohranlage nach Anspruch 21 und ein Verfahren nach den Ansprüchen 26
oder 28 gelöst.
Die erfindungsgemäße Bohrvorrichtung besteht aus einer Trageinrichtung,
an oder in der ein axial zur Längsachse der Trageinrichtung verschiebbarer
Kraftdrehkopf, eine Gestängehandlingvorrichtung, welche senkrecht zur
Längsachse der Trageinrichtung bewegbar, insbesondere verschiebbar ist
und welche das Bohrgestänge greift, angeordnet sind, wobei die
Trageinrichtung im Bereich des Fußes schwenkbar und/oder drehbar
gelagert ist.
Die Lagerung des Fußes der Trageinrichtung kann auf oder unter einer
Arbeitsbühne einer Bohranlage im Bereich des Bohrkellers oder auf einem
Fahrzeug, z. B. einer fahrbaren Workover-Anlage, montiert sein. Als
Arbeitsbühne kann auch der Boden, d. h. die Geländeoberkante, genutzt
werden. Mit einer derartigen Bohrvorrichtung werden die Hauptantriebs- und
Handlingskomponenten in einem System vorteilhaft integriert. Dadurch
entfallen auch das bei Bohranlagen nach dem Stand der Technik übliche
Kronenlager, Travelling block sowie das Hebewerk. Ebenfalls entfällt die
Gestängerampe und der sogenannte Cat walk. Des weiteren erlaubt diese
integrierte Bauweise, den schnellen Transport von einer Bohrlokalität zu
einer anderen (Rig move time) sowie das benötigte Bohrpersonal zu
vermindern. Es besteht sogar die Möglichkeit, die erfindungsgemäße
Bohrvorrichtung mit Hilfe eines Zeppelins mit der Tragkraft von max. 160 t zu
heben und zu versetzen, da diese Bohrvorrichtung wesentlich leichter als
eine vergleichbare Bohrvorrichtung nach dem Stand der Technik ist.
Vorzugsweise ist die Trageinrichtung in einer Art Schwinge, z. B. in Form
einer Kastenkonstruktion, ausgebildet.
Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, daß unterhalb der
Gestängehandlingsvorrichtung eine Kraftverschraubungsvorrichtung
angeordnet ist, wobei diese eine Haltevorrichtung sowie eine Brech- und
Kontervorrichtung aufweist, wobei üblicherweise die Haltevorrichtung
unterhalb der Brech- und Kontervorrichtung angeordnet ist. Besonders
vorteilhaft ist es, nur die Brech- und Kontervorrichtung in der Trag- oder an
der Trageinrichtung anzuordnen und die Haltevorrichtung z. B. unter der
Arbeitsbühne vorzusehen, um damit das Gewicht der Trageinrichtung zu
reduzieren.
Die Bohrvorrichtung kann in einer weiteren Ausgestaltung verschiebbar
angeordnet werden. Dies hat den Vorteil, eine insbesondere
aufrechtstehende Bohrvorrichtung aus dem Bereich des Bohrloches
herauszubewegen und darüber hinaus in bezug zu etwaigen
Gestängelagern bzw. gegenüber der Bohrlochmitte (Centre line) zu justieren.
Weiterhin können vorteilhaft aus mehreren nebeneinander angeordneten
Gestängelagern Gestänge entnommen werden.
Am oberen Ende der Trageinrichtung ist eine Verriegelungsvorrichtung
angeordnet, die mit einer Stahlbaustruktur, welche vorzugsweise aus einem
Turm oder einem Mast besteht, verbunden ist. Dies hat den Vorteil, daß
eine zusätzliche Verbindungssteifigkeit bzw. Biegesteifigkeit erzielt wird,
wobei die Stahlbaustruktur wesentlich einfacher und flexibler als übliche
Türme oder Masten aufgebaut sein kann. Eine weitere Ausgestaltung sieht
vor, daß die Verriegelungseinrichtung aus einem Hohlzylinder besteht, an
dem ein Spülungsschlauch angeschlossen und an dem ein Ventil
angeordnet ist, um die Spülungszufuhr zu gewährleisten. Gerade wenn die
Trageinrichtung geschwenkt wird, ist es vorteilhaft, in die
Verriegelungseinrichtung die Spülungszufuhr zu integrieren, so daß quasi
automatisch und ohne weiteren Arbeitsschritt die Spülung zur Verfügung
steht.
An oder in der Trageinrichtung kann eine Trommel vorgesehen werden, auf
die der Spülungsschlauch aufgerollt werden kann, so daß die Gefahr des
Abreißens oder anderer Beschädigungen während des Gestängeein- und
-ausbaus vermieden wird.
Zum Aufrichten der Trageinrichtung aus der Horizontalen bis in die Vertikale
ist eine Hebevorrichtung vorgesehen, die in einer besonders vorteilhaften
Ausgestaltung aus einem oder mehreren Hydraulik- oder Pneumatikzylindern
besteht oder in einer anderen Variante als Winde ausgebildet ist. Dadurch
wird vorteilhaft auch das Bohren in einem Winkel von 5° bis 90° zur
Geländeoberkante ermöglicht.
Der Kraftdrehkopf der Trageinrichtung kann mittels Linearantrieb
verschiebbar ausgebildet sein, wobei der Linearantrieb in oder an der
Trageinrichtung angeordnet ist. Als Linearantrieb kann beispielsweise ein
Spindelantrieb, ein hydraulischer Antrieb, ein Ketten- oder ein Seilzug
eingesetzt werden. Die Führung kann beispielsweise durch eine
Gleitschiene, durch Zahnstangen oder Führungsrollen gewährleistet werden.
Die Linearvorrichtung besteht aus Antrieb und Führung.
Dies hat den Vorteil, daß sowohl Workoverarbeiten (Aufwältigungsarbeiten),
Bohroperationen und Snubbingoperationen (z. B. Rohreinbau) durchgeführt
werden können.
In einer weiteren Ausgestaltung ist in Reichweite der
Gestängehandlingvorrichtung ein Gestängevorratslager angeordnet, wobei
die einzelnen Gestängerohre in diesem Gestängevorratslager stehend
angeordnet sind. Dies hat den Vorteil, daß die Trageinrichtung ohne
zusätzliche Vorrichtungen selbständig auf die Gestänge zugreifen kann, um
sie anschließend mittels Kraftdrehkopf im Bohrloch abzuteufen.
Die Gestängehandlingeinrichtung ist axial zur Längsachse der
Trageinrichtung verschiebbar, was in vorteilhafter Weise erlaubt, das
Gestänge besser handhaben zu können, so z. B. beim Abstellen bzw.
Aufnehmen des Gestänges aus dem Gestängevorratslager. Ein weiterer
Vorteil besteht darin, daß mittels einer derartigen
Gestängehandlingeinrichtung Zapfen- und Muffengewinde des
Gestängeverbinders in begrenztem Weg zusammenschiebbar ist. Eine
weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, daß die Stahlbaustruktur eine
Arbeitsbühne aufweist, wobei der Drehpunkt und/oder der Schwenkpunkt der
Trageinrichtung oberhalb oder unterhalb der Arbeitsbühne angeordnet ist.
Hierdurch wird es möglich, die Bohrvorrichtung an die örtlichen
Gegegenheiten der Bohrlokalität anzupassen. Eine weitere vorteilhafte
Ausgestaltung sieht vor, daß an der Trageinrichtung und/oder der
Stahlbaustruktur eine Dämpfungseinrichtung angeordnet ist, welche
verhindert, daß beim Aufstellen der Trageinrichtung bzw. bei der Arretierung
Beschädigungen durch unkontrolliertes Aufeinandertreffen verursacht
werden. Somit kann ein Abdämpfen der Last beim Errichten oder beim
Ablegen der Trageinrichtung vorteilhaft erzielt werden.
An oder in der Trageinrichtung ist eine Leitung für die Spülung vorgesehen,
wobei der untere Anschluß der Leitung mit der Spülungspumpe und der
obere Anschluß über den Hohlzylinder mit dem Spülungsschlauch
verbunden ist. Dies erlaubt in vorteilhafter Weise die Integration einer
zusätzlichen Einheit, nämlich der Spülungsversorgung der Bohrung, in die
Trageinrichtung.
Die Kraftverschraubungsvorrichtung ist in einer besonderen Ausgestaltung
mittels Scharnier, welches an einer Seite der
Kraftverschraubungsvorrichtung angeordnet ist, schwenkbar verbunden oder
in einer weiteren Variante derart mit der Trageinrichtung verbunden, daß sie
senkrecht zur Achse der Trageinrichtung verschiebbar ist. Eine weitere
Möglichkeit ist das Heben der Kraftverschraubeinrichtung über eine
Kopplung mit dem Kraftdrehkopf. Der Vorteil einer derartigen Ausführung
liegt darin, daß das Downhole-equipment (Untertageausrüstung) auch bei
einer senkrecht stehenden Trageinrichtung ins Bohrloch eingebaut werden
kann. Das Scharnier kann z. B. als Schweißscharnier ausgebildet sein.
Die Bohrvorrichtung ist in einer weiteren Ausgestaltung dadurch
gekennzeichnet, daß ein Teil der Stahlbaustruktur, vorzugsweise eine oder
mehrere Eckstiele der Stahlbaustruktur, als Gestängevorratslager oder als
Aufnahme für Gestängebehälter ausgebildet sind. Hierdurch wird Gewicht
gespart, die gesamte Einrichtung vereinfacht, da weniger Bauteile benötigt
werden, was insgesamt einerseits eine Kosteneinsparung und andererseits
auch die Etablierung eines Baukastensystems ermöglicht. Das
Gestängevorratslager bzw. die Aufnahme für einen Gestängebehälter kann
bei dieser Ausgestaltung auch um seine Längsachse drehbar gelagert sein.
Hierdurch
wird in vorteilhafter Weise erreicht, daß die Beladung des Magazins unabhängig vom kontinuierlichen Bohrbetrieb erfolgen kann bzw. zur Entnahme sich immer ein Gestänge in Greifnähe des Gestängehandlingsystems befindet. Besonders vorteilhaft ist auch eine Ausgestaltung, die vorsieht, daß die Bohreinrichtung und/oder das Gestängevorratslager auf einem Fahrzeug oder auf einen Anhänger montiert sind und damit die Transportierbarkeit und auch die Flexibilität des Einsatzes deutlich erhöht werden.
wird in vorteilhafter Weise erreicht, daß die Beladung des Magazins unabhängig vom kontinuierlichen Bohrbetrieb erfolgen kann bzw. zur Entnahme sich immer ein Gestänge in Greifnähe des Gestängehandlingsystems befindet. Besonders vorteilhaft ist auch eine Ausgestaltung, die vorsieht, daß die Bohreinrichtung und/oder das Gestängevorratslager auf einem Fahrzeug oder auf einen Anhänger montiert sind und damit die Transportierbarkeit und auch die Flexibilität des Einsatzes deutlich erhöht werden.
Beansprucht wird auch eine Bohranlage, die dadurch gekennzeichnet ist,
daß zwei oder mehrere Bohrvorrichtungen angeordnet sind, die
abwechselnd über die Mitte des Bohrloches bewegt, oder gedreht, oder
geschwenkt werden. In vorteilhafter Weise wird dadurch erreicht, daß die
Bohrzeiten wesentlich verringert werden können, da eine Bohrvorrichtung
beladen werden kann, während eine andere Bohrvorrichtung die Bohrung
weiter abteuft. Da sich die ladende Bohrvorrichtung während des
Ladevorganges nicht über dem Bohrloch befindet, ist die zweite
Bohrvorrichtung in der Lage, das vorher geladene Gestänge mit dem
Bohrstrang im Bohrloch zu verbinden und die Bohrung weiter abzuteufen.
Dadurch wird auch in vorteilhafter Weise eine Bohranlage geschaffen, mit
der nahezu kontinuierlich gebohrt werden kann. Auch wird nur ein Minimum
an Bohrpersonal benötigt, da die erfindungsgemäße Bohranlage
inbesondere bei der Handhabung der Gestänge, Casings etc. fast
vollautomatisch gefahren werden kann.
Eine besondere Ausgestaltung einer derartigen Bohranlage sieht vor, daß
zwei Bohrvorrichtungen im wesentlichen symmetrisch, insbesondere
achssymmetrisch, zur Bohrlochmitte angeordnet sind, wobei die
Bohrvorrichtungen miteinander verbunden sind. Diese Verbindung wird in
bevorzugter Weise durch eine im wesentlichen kinematische Kette, eine
Klauenwelle, ein Seil oder eine Kette bewerkstelligt. Dadurch kann in
vorteilhafter Weise erreicht werden, daß der Energieaufwand für das
Ablegen einer schwenkbaren Bohrvorrichtung bei gleichzeitigem Aufrichten
einer weiteren Bohrvorrichtung, wobei beide Achsen der Bohrvorrichtungen
parallel verlaufen, reduziert werden kann.
Diese Vorteile können auch erzielt werden, wenn zwischen den beiden
Bohrvorrichtungen eine Stahlbaustruktur angeordnet ist, an der die
Bohrvorrichtungen wechselseitig arretierbar sind, wobei die
Bohrvorrichtungen mittels Seil oder Kette über einen Umlaufpunkt oder eine
Umlaufrolle, die in der Stahlbaustruktur angeordnet sind, verbunden sind.
Durch die Anordnung einer Dämpfungseinrichtung an den
Trägereinrichtungen der Bohrvorrichtungen oder der Stahlbaustruktur, wobei
die Dämpfungseinheit z. B. aus einem Hydraulikzylinder und einer Drossel
besteht, hat den Vorteil, daß die Last beim Errichten oder beim Ablegen
einer Trageinrichtung der Bohrvorrichtungen abgedämpft werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Abteufen einer Bohrung ist dadurch
gekennzeichnet, daß ein Gestänge auf eine Trageinrichtung einer
Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 25 gerollt wird, wobei sich
der Kraftdrehkopf in einer oberen Stellung befindet und die Greifer der
Gestängehandlingvorrichtung in die Trageinrichtung eingefahren sind und
dann die Gestängehandlingvorrichtung das Gestänge greift, sobald dieses
auf der Trageinrichtung in der vorgesehenen Position liegt. Anschließend
wird die Trageinrichtung mittels Hebeeinrichtung von einer waagerechten in
eine Position zwischen 5° und 90° aufgestellt, wobei in einer bevorzugten
Ausführung bei Erreichen der vertikalen oder nahezu vertikalen Position die
Trageinrichtung einer Stahlbaustruktur bzw. in einem Mast oder Turm
arretiert wird. Während des Hebens der Trageinrichtung oder nach
Arretierung der Trageinrichtung wird der Kraftdrehkopf durch die
Antriebswelle (Drive-shaft) des Kraftdrehkopfes mit dem Gestänge
verschraubt und anschließend mit der Gestängehandlingvorrichtung in den
oberen Bereich der Gestängeverschraubungsvorrichtung eingefahren, wobei
die Brech- oder Kontervorrichtung der Gestängeverschraubungsvorrichtung
den unteren Gestängeverbinder des Gestänges fassen. Dann wird das
Gestänge mittels Kraftdrehkopf oder Gestängeverschraubungseinrichtung
mit dem Bohrstrang im Bohrloch verschraubt. Die
Gestängehandlingvorrichtung wird wieder in die Trageinrichtung eingefahren
und die Haltevorrichtung für das untere, mit dem Bohrmeißel verbundene
Gestänge geöffnet und der Bohrvorgang gestartet, wobei der Kraftdrehkopf
in der Führung der Trageinrichtung abgesenkt wird. Durch ein derartiges
Verfahren kann eine Bohrung mit einer integrierten Bohreinrichtung flexibel
und schnell mit einer kleinen Bohrcrew durchgeführt werden.
Ein weiterer Verfahrensschritt sieht vor, daß die Trageinrichtung zwischen
der Aufnahme des Gestänges und dessen Vorbereitung zum Bohren und der
Verschraubung mit dem unteren Gestänge horizontal verschoben wird, was
den Vorteil hat, daß eine weitere Bohreinrichtung unterdessen die Bohrung
weiter abteufen kann. Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens sieht vor, daß das Gestänge aus einem Gestängevorratslager, in
dem das Bohrgestänge senkrecht angeordnet ist, mittels
Gestängehandlingvorrichtung, welche in eine Bohreinrichtung nach
Anspruch 1 integriert ist, entnommen und anschließend über den
Gestängeverbinder mit dem Kraftdrehkopf verschraubt und in Bohrposition
gebracht wird. Der Vorteil eines derartigen Verfahrens liegt darin, daß mit der
integrierten Bohrvorrichtung das Abteufen einer Bohrung platz- und
energiesparend durchgeführt werden kann. In einer weiteren Ausgestaltung
des Verfahrens kann das Gestängevorratslager nach der Entnahme eines
Gestänges durch die Gestängehandlingeinrichtung so weit um die eigene
Längsachse gedreht werden, bis das nächste Gestänge aus dem
Gestängevorratslager von der Gestängehandlingeinrichtung greifbar ist.
Somit steht in vorteilhafter Weise für den nächsten Bohrabschnitt
automatisch das nächste Gestänge zur Verfügung.
Das Verfahren kann vorteilhaft auch dahingehend ausgestaltet werden, daß
die Bohrvorrichtung nach Abschluß des einen Bohrabschnittes und Lösen
des Drehkraftkopfes vom Bohrstrang im Bohrloch um ihre Längsachse
gedreht und anschließend mittels Gestängehandlingeinrichtung nach
Hochfahren des Kraftdrehkopfs ein neues Gestänge aus dem
Gestängevorratslager entnommen wird. Somit wird die Bohrlochmitte frei und
während die Gestängehandlingeinrichtung der Bohrvorrichtung ein neues
Gestänge lädt, kann eine zweite Bohrvorrichtung die Bohrung weiter
abteufen. Ein weiterer Verfahrensschritt sieht vor, daß zwei oder mehrere
Bohrvorrichtungen um ein Bohrloch in Stellung gebracht werden, wobei
abwechselnd ein Bohrgestänge abgeteuft wird, während ein oder mehrere
der weiteren Bohrvorrichtungen durch Aufnahme eines Gestänges zum
Bohren vorbereitet werden. Durch dieses wechselseitige Spiel von zwei oder
mehreren Bohrvorrichtungen kann ein höherer Bohrfortschritt pro Zeiteinheit
erreicht und die Rüsttotzeiten vermindert werden.
Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, daß aus einem
Gestängevorratslager ein Gestänge entnommen wird, während gleichzeitig
das Gestängevorratslager mit weiteren Gestängen beschickt wird, was den
Vorteil hat, daß die Rüstzeiten noch stärker minimiert werden können, weil
das Beschicken des Gestängevorratslagers unabhängig vom Abteufen der
Bohrung erfolgen kann. Dies reduziert auch die Bohrstillstandszeiten.
Statt Gestängen können auch Casings, Rohrtouren, Verrohrungen usw.
verwendet werden. Das Gestängevorratslager kann als Pipe bins oder Pipe
rack oder als Fingerbühne ausgebildet sein.
Ausführungsbeispiele der Erfindung und deren Komponenten werden
anhand der Fig. 1 bis 11 erläutert.
Fig. 1 stellt die Vorderansicht einer Trageinheit mit den einzelnen
Komponenten dar.
Fig. 2 zeigt die Trageinheit in der Seitenansicht.
Fig. 3 enthält die Draufsicht einer Führung eines Kraftdrehkopfes (Top
drive).
Fig. 4 und 6 die Seiten- bzw. Draufsicht einer
Gestängehandlingvorrichtung.
Fig. 5 zeigt die Seitenansicht einer Greifereinheit entlang der Linie A A' der
Gestängehandlingvorrichtung in Fig. 4.
In Fig. 7 ist die Draufsicht auf eine Kraftverschraubungsvorrichtung
dargestellt.
Einen Schnitt durch eine Verriegelungsvorrichtung mit integrierter
Spülungszufuhr weist die Fig. 8 auf, die Abb. 9 zeigt die Draufsicht
einer Bohranlage, die zwei sich gegenüberliegende Bohrvorrichtungen
vorsieht.
Fig. 10 zeigt eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Bohranlage mit
zwei Bohrvorrichtungen; Fig. 11 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
Führung des Kraftdrehkopfes in der Trageinrichtung 1.
Fig. 1 zeigt eine als "Schwinge" ausgeführte Trageinrichtung 1, in die ein
Kraftdrehkopf 2, eine Gestängehandlingvorrichtung 30 und ein
Iron-Roughneck 4 integriert sind, der aus einer Brech- und Kontervorrichtung 11
sowie einer Haltevorrichtung 12 aufgebaut ist, wobei optional die
Haltevorrichtung, um z. B. Gewicht zu sparen, auch außerhalb, z. B.
unterhalb der Schwinge 1, an einer Arbeitsplattform angeordnet sein kann.
Die Schwinge 1 ist in diesem Ausführungsbeispiel durch eine
Schwenkvorrichtung 5 von der Horizontalen in die Vertikale umlegbar und
zusätzlich über einen Drehkranz 6, der z. B. aus einem Zahnkranz bestehen
kann, um die Längsachse in Vertikalstellung der Schwinge drehbar gelagert.
Selbstverständlich kann eine derartige Tragvorrichtung auch nur mit einer
Schwenkvorrichtung 5 oder einem Drehkranz 6 ausgeführt sein. Das
Verbindungselement 13 ist an seinem oberen Ende mit der Trageinrichtung
1 über eine Schwenkachse 8 verbunden, unten sitzt sie auf dem Drehkranz
2 auf. Oberhalb der Verschiebevorrichtung 3 ist die Aufnahmeplatte 18 für
die Hubvorrichtung (nicht dargestellt) mit dem Drehkranz 6 oder dem
Verbindungselement 13 verbunden, so daß die Aufnahmeplatte 18 bei einer
Drehbewegung der Bohrvorrichtung mitbewegt wird.
Der Kraftdrehkopf 2 ist in diesem Ausführungsbeispiel mit zwei Motoren 28
versehen, die über den Kraftdrehkopf 2 das Drehmoment in das
Bohrgestänge einleiten. Der Kraftdrehkopf 2 wird parallel zur Längsachse 20
der Schwinge 1 von oben nach unten bzw. von unten nach oben,
vorzugsweise mittels eines Linearantriebes (nicht dargestellt), der in die
Schwinge 1 integriert ist, bewegt.
Am oberen Ende der Schwinge 1 ist ein Einführungsdeckel 70 für eine
Verriegelungsvorrichtung 60 mit der Schwinge fest verbunden, mit der die
Schwinge in eine nicht dargestellte Befestigungsvorrichtung einer Stahl
baustruktur einrastet und verriegelt wird. Optional kann in diese
Verriegelungsvorrichtung auch eine Spülungszuführungsvorrichtung
integriert werden. Wird die Bohrvorrichtung ohne Stahlbaustruktur
eingesetzt, wie z. B. bei flachen Bohrungen, entfällt die
Verriegelungsvorrichtung 60 wie auch der Einführungsdeckel 70.
Die Bohrvorrichtung sitzt auf einer Verschiebevorrichtung 3, die mittels
Rollen 15 auf Führungen bzw. Schienen 16 verschoben werden kann.
In diesem Beispiel wird der Kraftdrehkopf 2 außen an der Schwinge mittels
eines Aufnahmeblechs 25 geführt, an der das Kraftdrehkopfgehäuse 26 mit
dem Kraftdrehkopf 2 befestigt ist. 27 zeigt die Antriebswelle des
Kraftdrehkopfes.
Als Alternative (nicht dargestellt) kann die Führung des Kraftdrehkopfes auch
innerhalb der Trageinrichtung angeordnet sein.
Fig. 2 zeigt die Seitenansicht einer hier rechteckig ausgeführten Schwinge
1, bei der der Kraftdrehkopf 2 außen an der Schwinge mittels eines
Aufnahmebleches 25 geführt wird, an der das Kraftdrehkopfsgehäuse 26 mit
dem Kraftdrehkopf 2 befestigt wird. Selbstverständlich kann auch eine an
den Ecken abgerundete Trageinrichtung bzw. Schwinge verwendet werden.
Im Bereich der Gestängehandlingvorrichtung 30 befinden sich die Greifer 37,
mit denen das Gestänge gegriffen wird. Die Greifer sind mittels einer
Greiferaufnahme 36 miteinander verbunden. Im unteren Bereich der
Schwinge 1 ist der Iron-Roughneck (Gestängeverschraubungsvorrichtung) 4
integriert. Am Fuß der Schwinge 1 ist eine Schwenkvorrichtung 5 dargestellt,
die auf einer Drehvorrichtung, in diesem Beispiel als Drehkranz 6 ausgeführt,
aufsitzt, welcher durch den Motor 10 angetrieben wird. Die Drehvorrichtung
ist in einem Drehlager 19, hier einem Wälzlager, gelagert. Der Drehkranz 6
sitzt in einer Verschiebungsvorrichtung 3, die als Linearführung ausgebildet
ist und mit der die gesamte Schwinge 1 nach vorn bzw. hinten (in der Fig. 2
nach rechts bzw. links) verschoben werden kann. Je nach
Anwendungserfordernissen kann die Trageinrichtung 1 auch nur mit einer
Drehvorrichtung oder einer Verschiebungsvorrichtung oder einer
Schwenkvorrichtung oder einer Kombination von zwei dieser Vorrichtungen
betrieben werden.
Die Aufnahmeplatte 18 für die Hubvorrichtung 7, die hier als
Teleskopzylinder ausgeführt ist, dient als dessen Halterung. Die
Hubvorrichtung 7 ist oben an der Trageinrichtung angelenkt (nicht
winkelgetreu dargestellt). Die Gestängehandlingsvorrichtung 30 ist in diesem
Beispiel vereinfacht dargestellt worden. So kann eine Auf- und Abbewegung
nicht ausgeführt werden.
In Fig. 3 ist ein besonderes Ausführungsbeispiel einer Kraftdrehkopfführung
dargestellt. Seitlich an der hier rechteckig ausgeführten Trageinrichtung 1
sind Führungsschienen 22 montiert, die zur Aufnahme des Kraftdrehkopf-Auf
nahmebleches 25 dienen. Dieses Aufnahmeblech 25 besteht in diesem
Beispiel aus einer Biegekonstruktion, in der seitlich die Rollenachsen 24 für
die Führungsrollen 23 montiert werden. An dem Aufnahmeblech 25 sind des
weiteren das Kraftdrehkopfsgehäuse 26 mit der Antriebswelle 27 des
Kraftdrehkopfes montiert. Diese Welle befindet sich während des Bohrens
über der Mitte des Bohrloches 9.
Die Führungsrollen 23 sind mit Wälzlagern gelagert und dienen zur Führung
des Aufnahmebleches 25 in linearer Achse.
Mit Hilfe eines Linearantriebes (nicht dargestellt) kann durch diese oben
genannte Anordnung eine Linearbewegung des Aufnahmebleches
ermöglicht werden. Der Linearantrieb kann sowohl über Ketten als auch über
Seile realisiert werden. Eine weitere Möglichkeit wäre eine Hebevorrichtung
für das Aufnahmeblech 25 mit dem Kraftdrehkopfsgehäuse 26 mittels eines
Hydraulikzylinders, mit der ebenfalls das Aufnahmeblech 25 axial zur
Längsachse der Trageinrichtung 1 bewegt wird.
Die Fig. 4, 5, und 6 zeigen ein Ausführungsbeispiel für eine
Gestängehandling-Einheit. Die Gestängehandlingvorrichtung 30 besteht aus
einer Schere 34, um den Hub aus der Trageinrichtung 1 heraus zu
ermöglichen, aus einer Linearführung 39 auf dem Oberschlitten 45 und aus
zwei Greifereinheiten, bestehend jeweils aus der Greiferaufnahme 36, dem
Greifer 37 selbst, einem Greiferarm 38, einem Spreizkegel 41, einer
Aufnahmeplatte 46 sowie Rollen für den Greifarm 48.
Die Hubbewegung wird in diesem Ausführungsbeispiel durch ein
Scherensystem ermöglicht. Die Schere 34 ist auf der einen Seite durch
Festlager 51 fixiert. Auf der anderen Seite der Schere 34 sind Rollen 40
befestigt, die in Führungen des Grundschlittens 35 oder Oberschlittens 45
liegen. Durch einen Hydraulikzylinder 33, der im unteren Scherenbereich
zwischen den Achsen eingebaut ist, und zwar an einer losen und an einer
fixierten Seite der Schere 34, kann die Schere 34 zusammengezogen oder
geweitet werden. Um die Hubbewegung aus dem unteren Totpunkt zu
erleichtern, wird diese Bewegung über Druckfedern 50 unterstützt. Die
Kinematik der Hubeinrichtung kann auch so gestaltet werden, daß das
Herausheben aus dem Totpunkt vermieden wird. Dies kann z. B. dadurch
geschehen, daß als Endlage nicht die geschlossene Stellung der Schere 34
im wesentlichen parallel zum Zylinder gewählt wird, sondern ein Restwinkel
von beispielsweise 15° verbleibt.
Um das Abstellen der Gestänge (Pipes) 78 zu erleichtern, ist auf dem.
Oberschlitten 45 die Greiferaufnahme 36 linear verfahrbar angeordnet. Über
einen Pneumatik- oder Hydraulikzylinder 32, der mittels einer Halterung 42
an dem Oberschlitten befestigt ist, kann diese Greiferaufnahme 36 parallel
zur Achse der Trageinrichtung 1 bewegt werden. Außerdem besteht durch
die Linearführung 39 die Möglichkeit des Einfahrens der Gestänge in die
Verschraub- und Brechvorrichtung des Iron-Roughneck 4.
An der Greiferaufnahme 36 in Fig. 4 und 5 sind an den jeweiligen Enden
ein Spreizkegel 41, ein Zylinder 31, eine Aufnahmeplatte 46 für die
Greifarme 38 sowie Rückstellfedern 49, Greifer 37 und Rollen 48 für die
Greiferarme 38 befestigt.
Durch das Ansteuern des Zylinders 31, auf dessen Kolbenstange der
Spreizkegel 41 befestigt ist, wird der untere Bereich der Greiferarme 38 über
die Rollen 48 auseinandergedrückt und dementsprechend der obere Bereich
der Greiferarme 38 zusammengefahren. Die Greifer 37 können über das
Hebeverhältnis des Greiferarms 38 eine ausreichende Kraft erzeugen, um
das Gestänge (nicht dargestellt) zu halten. Die Blechhalterungen 42 und 43
dienen zur Aufnahme der Zylinder 32. Um einer Verdrehung der Schere 34
entgegenzuwirken, sind Verstärkungsrippen 47, als Knotenbleche
ausgeführt, vorgesehen. Allerdings können auch andere
Gestängehandlingsvorrichtungen eingesetzt werden.
In Fig. 7 ist eine Kraftverschraubungsvorrichtung 4 einer
Gestängeverschraubungsvorrichtung (Iron-Roughneck) 4 in einer
besonderen Ausführung dargestellt. Diese
Gestängeverschraubungsvorrichtung besteht aus vier statischen
freilaufenden 86 und einer schwenkbaren Rolle 85, durch die das Brechen
und Verschrauben der Gestängeverbinder der Gestänge ermöglicht wird. Je
zwei statische Rollen 88 sind oberhalb und unterhalb der schwenkbaren
Rolle 85 angeordnet. Die schwenkbare Rolle 85 dient als
Kraftverschraubungszange bzw. Konter- und Brechvorrichtung.
Die vier Rollen 86 sind auf einer Grundplatte 87 befestigt, die über eine
Vorrichtung (nicht dargestellt) in Richtung Bohrlochmitte 9 verschoben
werden kann. Dadurch können auch unterschiedliche Gestängedurchmesser
verarbeitet werden. Die üblicherweise zur
Gestängeverschraubungsvorrichtung notwendigen Haltekeile (Slips) sind in
dieser Abbildung nicht dargestellt, sie befinden sich immer außerhalb der
Trageinrichtung.
Die schwenkbare Rolle 85 ist in einem Arm 83 integriert, welcher über ein
Drehgelenk 84 mittels eines Hydraulikzylinders 88 geöffnet oder geschlossen
werden kann.
Die ganze Einheit ist an Scharnieren 81 befestigt, die mit der Trageinrichtung
1 verbunden ist, um den Einbau von Downhole Equipment zu ermöglichen.
Gesichert wird die Kraftverschraubungsvorrichtung durch eine
Verriegelungsklinke 89 mit einem Schloß, um ein Wegschwenken während
des Bohrens zu verhindern. Der Abstandshalter 82 befindet sich zwischen
der Grundplatte des Iron-Roughneck und der Trageinrichtung 1 und dient
gleichzeitig als Dämpfungseinheit im eingeklinkten Zustand.
Insbesondere bei der nur drehbaren Ausführung einer erfindungsgemäßen
Bohrvorrichtung braucht die Kraftverschraubungsvorrichtung 4 nicht in die
Trageinrichtung integriert zu sein, sondern kann z. B. auf der
Arbeitsplattform angeordnet sein.
Fig. 8 zeigt in einem besonderen Ausführungsbeispiel bei einer
Trageinrichtung 1, die mit einer Stahlbaustruktur kombiniert ist, eine
Verriegelungsvorrichtung mit integrierter Spülungszufuhr während des
Verriegelungsvorganges. Diese Verriegelungsvorrichtung 60 besteht aus
einem Grundkörper 62, einem innenliegenden Hohlzylinder 67, einem Deckel
65 sowie den Dichtungen 64, 66, 68. Der Volumenstrom der Spülung wird
durch die obere Öffnung 71 am Grundkörper (Stator) 62 eingeleitet. Die
Spülung kann, wenn Druck P1 in der Steuerungsdruckkammer 72 ansteht
und sich der Hohlzylinder 67 in einer unteren Verriegelungsstellung befindet,
durch die Bohrungen 69 in den Innenraum des Hohlzylinders 67 gelangen
und dem Spülschlauch, der in der Trageinrichtung 1 integriert ist, durch die
Öffnung 75 zugeführt werden. Der Hohlzylinder wird durch die Dichtungen
68, 66 und 64 abgedichtet. An der Öffnung 71 wird (nicht dargestellt) der
Spülungsschlauch angeschlossen, der zur Spülungspumpe führt.
Der Stator 62 ist in zwei Bereiche geteilt und durch die Dichtung 64 wird eine
entsprechende Abdichtung der Bereiche vorgenommen. Der erste Bereich
ist der Spülungsdruckbereich (A) in dem Spülungsraum 63, der zweite
Bereich besteht aus den Steuerungsdruckkammern 72 und 73 (B1, B2).
Durch das Ansteuern der Druckkammer (B1) 72 mit P1 wird die Spülung über
die Öffnung 71 zugeführt und gleichzeitig die Trageinrichtung 1 durch
Einfahren des Hohlzylinders 67 in den Einführungsdeckel 70 verriegelt. Der
Einführungsdeckel 70 stellt den obersten Teil der Trageinrichtung 1 dar. Die
Abdichtung zwischen Verriegelungseinrichtung 60 und dem
Einführungsdeckel 70 erfolgt mittels einer Dichtung 74. Auf der Innenseite
des Deckels 70 ist der Spülungsverbindungsschlauch 59 mittels eines
Verbinders 57 an einem Verbindungs- oder Kupplungsstück 58
angeschlossen. Das Verbindungs- oder Kupplungsstück 58 ist an dem
Deckel 70 befestigt. Der Spülungsverbindungsschlauch 59 führt zum
Spülkopf.
Durch das Ansteuern der Druckkammer (B2) 73 mit P2 wird die
Trageinrichtung 1 durch das Herausfahren des Hohlzylinders 67 aus dem
Einführungsdeckel 70 der Trageinrichtung 1 entriegelt und die Spülung
unterbrochen, da die obere Nocke 75 des Hohlzylinders 67 in den oberen
Bereich des Stators 62 eingeführt und durch eine Dichtung 61 im Stator ein
Strömungsabriß erfolgen kann.
In Fig. 9 ist die Draufsicht auf eine Bohrlage mit zwei Bohrvorrichtungen
skizziert. Die Verwendung von zwei Schwingen bzw. Bohrvorrichtungen hat
den Vorteil, daß während die eine Bohrvorrichtung bohrt, die andere
Bohrvorrichtung mit neuem Gestänge 78 aus dem Gestängevorratslager 79
beladen bzw. für die Verschraubung mit dem im Bohrloch 103 befindlichen
Gestänge vorbereitet werden kann. Das Greifen eines Gestänges 78 aus
einem der Vorratslager 79 erfolgt derart, daß die Schwinge in senkrechter
Position über die Drehvorrichtung 6 um ca. 90° gedreht wird und dann
mittels der Gestängehandlingvorrichtung, die in dem Gestänge-Handling-Be
reich 30 in der Schwinge 1 angeordnet ist, ein Gestänge 78 greift und
anschließend wieder in die ursprüngliche Position zurückgedreht wird. Mittels
einer Verschiebevorrichtung 3 kann die gesamte Anlage in einer
Linearführung so weit in Richtung Bohrloch 103 gefahren werden, daß das
Gestänge sich über der Bohrlochmitte 9 befindet. Die Verschiebevorrichtung
ist durch seitliche Rollen 15 gekennzeichnet, die auf zwei Schienen 16
geführt werden. Mit 90 sind die Eckstiele einer Stahlbaustruktur bezeichnet,
in die die Trageinrichtung 1 mittels des Deckels 70 arretiert wird. Die
Verschiebevorrichtung 3 ist z. B. entbehrlich, wenn die Tragvorrichtung 1 in
horizontaler Lage mit dem Gestänge beschickt wird. Über die Verriege
lungsvorrichtung 60, die in Fig. 8 abgebildet ist, wird die Spülung über den
Einführungsdeckel 70 in das Gestänge bzw. das Bohrloch geleitet. Nach
dem Bohrvorgang wird die Schwinge mittels der Verschiebevorrichtung 3 aus
dem Bohrlochbereich gefahren, nachdem die Verriegelungsvorrichtung 60
aus der nicht dargestellten Arretierung einer Stahlbaustruktur gelöst worden
ist. Als Verschiebevorrichtung kann z. B. auch ein Schlitten eingesetzt
werden.
Die Gestängevorratslager 79 nehmen das Gestänge 78 auf. Sie können
derart ausgebildet sein, daß Gestänge unterschiedlicher Länge oder
unterschiedlichen Durchmessers in einer Aufnahme abgestellt werden. In
diesem Ausführungsbeispiel sind auf beiden Seiten jeder Bohrvorrichtung
drei Gestängevorratslager 79 aufrecht aufgestellt, die auch als Aufnahme
bezeichnet werden. Eine besondere Ausgestaltung einer Einheit aus drei
Gestängevorratslagern 79 ist auf der linken Seite aufgezeigt. Hierbei sind die
Gestängevorratslager 79 stehend auf einem Verschiebesystem aus
Schienen 95, 96 angeordnet. In diesem Beispiel befinden sich die
Querschienen 96 unter den Längsschienen 95, die im wesentlichen parallel
zur Verschiebevorrichtung 3 angeordnet sind.
Die Aufnahme 79 für die Gestänge können mittels dieses
Verschiebesystems in zwei Richtungen verschoben oder untereinander
ausgetauscht werden.
Das System ist mit Schienen 95, 96 sowohl in Längs- als auch in
Querrichtung ausgestaltet. Die Aufnahmen verfügen über Spurkranzrollen an
ihrer Unterseite, über welche die linearen Bewegungen sicher durchgeführt
werden können.
Das Umsetzen von der Längs- auf die Querbahn kann insbesondere über
Drehtische 97 oder Drehscheibe oder über Hubeinrichtungen (nicht
dargestellt) erfolgen.
Bei der Drehtisch-Ausführung steht die Aufnahme auf einem
Schienensystem, welches auf einer Drehvorrichtung installiert ist. Um von
der Längs- in die Querrichtung zu gelangen, wird die Aufnahme mittels
Drehtisch gedreht. Die Aufnahme kann nun in eine hintere Position rollen.
Um wieder in Längsrichtung zu gelangen, wird erneut mittels Drehtisch
gedreht.
Eine weitere Ausführungsform ist eine Hubeinrichtung unter den
Querförderschienen 96. Die Aufnahme wird längs verschoben. In der
Wechselposition von längs auf quer wird die Querschiene angehoben. Die
Längsrollen heben von der Schiene 95 ab und die Querrollen setzen auf die
Querschiene 96 auf. Nun kann die Aufnahme auf die hintere Bahn aus zwei
Längsschienen 95 gerollt werden.
Die Aufnahme 79 verfügt über nicht dargestellte Längs- und Querrollen, die
höhenversetzt sind, um im Schienensystem voneinander unabhängig sein zu
können.
Die Fig. 10 zeigt eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispieles einer
erfindungsgemäßen Bohranlage beim Abteufen einer Bohrung mit einer
Stahlbaustruktur.
Die Stahlbaustruktur besteht aus Eckstielen 90, wobei hier nur die hinteren
beiden dargestellt sind sowie einer Verbindungs- bzw. Abdeckplatte 98, die
die Eckstiele 90 miteinander verbindet und der Stahlbaustruktur Stabilität
verleiht. Darüber hinaus ist an ihr die Verriegelungsvorrichtung 60 befestigt,
mit der eine Bohrvorrichtung am Einführungsdeckel der Trageinrichtung 70
arretiert werden kann. Die notwendigen Spülungsschläuche sind nicht
dargestellt. Die Verbindungsplatte 98 kann auch aus fest miteinander
verbundenen Stahlträgern bestehen. Auch die Eckstiele 90 können aus
miteinander verbundenen Stahlprofilen aufgebaut sein. Auch kann die
Stahlbaustruktur aus zwei, drei oder mehreren Eckstielen 90 aufgebaut sein.
An der Stahlbaustruktur zwischen den Eckstielen kann, wie in diesem
Ausführungsbeispiel, eine Arbeitsplattform bzw. -bühne 100 angeordnet
sein, die sich in etwa in Höhe des Drehkranzes 6 oder der
Schwenkvorrichtung 5 befindet.
An der Arbeitsbühne 100 ist eine Vorrichtung befestigt, die die Haltekeile 80
aufnimmt. Diese dienen zum Abfangen bzw. Halten des im Bohrloch 103
befindlichen Gestänges während des Ladens von neuem Gestänge 78 aus
dem Gestängelager 79.
Die beiden Trageinrichtungen 1 weisen vereinfachte
Gestängehandlingsvorrichtungen 30 auf, mit denen eine Hubbewegung nicht
durchgeführt werden kann.
Die Gestängevorratslager bzw. die Gestängeaufnahme 79 sind auf einer
Bühne 101 nebeneinander abgestellt. Sie sind mit Gestänge 78 gefüllt.
Die Trageinrichtungen 1 sind über die Verschiebevorrichtung 3 mittels der
Rollen 15 auf Schienen 16 entlang der Bühne 101 verschiebbar.
Die Trageinrichtungen 1 sind auch über Drehkränze 6 drehbar gelagert, um
z. B. zur Entnahme eines Gestänges 78 aus dem Gestängelager 79 eine
90°-Drehung auszuführen. Die Schwenkvorrichtung 5 und die
Hubvorrichtung 7 sind in diesem Falle entbehrlich. Sie ist aber dann
einsetzbar, wenn an einer anderen Bohrlokalität, z. B. mit nur einer
Bohrvorrichtung, schräg gebohrt werden oder die Trageinrichtung 1 erstmals
aufgerichtet werden soll.
Die Fig. 10 zeigt die rechte Bohrvorrichtung kurz vor dem Bohrvorgang,
wobei sie aufgrund der besseren Stabilität mit der Stahlstruktur über den
Einführungsdeckel 70 und die Verriegelungseinrichtung 60 lösbar verbunden
ist. Das Gestänge 14 befindet sich schon in dem Bohrloch 103, die
Gestängehandlingsvorrichtung 30 ist jedoch noch nicht in die
Trageinrichtung eingefahren. Die zweite, linke Bohrvorrichtung fährt gerade
auf den Schienen 16 nach hinten (in der Abbildung nach links), um ein neues
Gestänge 78 aus einem der Gestängevorratslager 79 mittels der
Gestängehandlingseinrichtung 30 zu laden. Die Arretierung in der
Stahlbaustruktur ist gelöst.
Fig. 11 beschreibt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
Kraftdrehkopfführung, bei der die Führung innerhalb der Trageinrichtung 1
angeordnet ist. In dieser Ausführungsvariante werden in der Trageinrichtung
Führungsschienen 22 montiert, die mittels der Führungsrollen 23 zur
Aufnahme der seitlichen Führungsbleche 20 dienen. An diesen seitlichen
Führungsblechen 20 sind die Rollen 23 für die Axialbewegung montiert.
Diese Führungsrollen 23 sind z. B. wälzgelagert und führen die gesamte
Struktur in linearer Achse. Auf den seitlichen Führungsblechen 20 sind
Knotenbleche 21 angeschweißt, die der Verstärkung der Aufnahmebleche
dienen. An dieser Schweißkonstruktion wird das Aufnahmeblech 25 für den
Kraftdrehkopf (Top Drive) montiert. Mit Hilfe eines Linearantriebes kann
durch diese o. g. Anordnung eine Linearbewegung durchgeführt werden.
Dieser Linearantrieb kann sowohl über Ketten, Seile oder über eine
fluidtechnische Lösung (hydraulisch, pneumatisch etc.) angetrieben werden.
1
Trageinrichtung
2
Kraftdrehkopf (Top Drive)
3
Verschiebevorrichtung
4
Kraftverschraubungsvorrichtung
5
Schwenkvorrichtung
6
Drehkranz
7
Hubvorrichtung
8
Schwenklager mit Bolzen
9
Bohrlochmitte (Center Line)
10
Motor für den Antrieb des Drehkranzes
6
11
Brech- und Kontervorrichtung der Kraftverschraubungsvorrichtung
4
12
Haltevorrichtung der Kraftverschraubungsvorrichtung
4
13
Verbindungselement zwischen Schwenkvorrichtung und
Verschiebevorrichtung
3
14
Gestänge
15
Rollen der Verschiebeeinrichtung
16
Schiene oder Führung für die Rollen
15
18
Aufnahmeplatte für die Hubvorrichtung
19
Drehlager
21
Verstärkungsbleche
22
Führungsschiene an der Trageinrichtung
1
23
Führungsrolle
24
Rollenachse
25
Aufnahmeblech
26
Kraftdrehkopf-Gehäuse
27
Antriebswelle des Kraftdrehkopf
28
Motor für den Kraftdrehkopf
62
30
Gestängehandlingvorrichtung
31
Greifzylinder
32
Linearzylinder
33
Hebezylinder
34
Schere
35
Grundschlitten
36
Greiferaufnahme
37
Greifer
38
Greiferarme
39
Linearführung
40
Rollen für Schere
41
Spreizkegel
42
Halterung
43
Halterung
44
Halterung
45
Oberschlitten
46
Aufnahmeplatte
47
Knotenbleche
48
Rollen für Greifarme
49
Rückstellfedern
50
Unterstützungsfedern
51
Festlager
57
Verbinder
58
Verbindungs- oder Kupplungsstück
59
Spülungsverbindungsschlauch
60
Verriegelungsvorrichtung
61
obere Dichtung
62
Grundkörper (Stator) der Verriegelungsvorrichtung (
60
)
63
Spülungsraum
64
obere Zylinderabdichtung
65
Deckel
66
untere Zylinderabdichtung
67
Hohlzylinder
68
Dichtung
69
Spülungszufuhrbohrung
70
Einführungsdeckel der Trageinrichtung (
1
)
71
Öffnung für die Spülungszufuhr in die Verriegelungsvorrichtung
72
Steuerungsdruckkammer oben (B
1
)
73
Steuerungsdruckkammer unten (B
2
)
74
Abdichtung zwischen Hohlzylinder (
67
) und Trageinrichtung (
1
)
75
Öffnung des Hohlzylinders (
67
)
78
Gestänge
79
Gestängevorratslager
80
Haltekeile (Slips) von Roughneck
81
Scharnier
82
federgedämpfer Abstandshalter
83
Verschraubarm
84
Drehgelenk
85
kraftbetriebene schwenkbare Rolle
86
freilaufende statische Rolle (Stützrolle)
87
Adapterplatte für Motoraufnahme
88
Hydraulikzylinder für Öffnen und Schließen des Verschraubarmes (
83
)
89
Verriegelungsklinke mit Schloß
90
Eckstiele der Stahlbaustruktur
91
Plattform der Stahlbaustruktur
95
Schiene, parallel zur Verschiebevorrichtung
3
96
Schiene, quer zur Schiene
95
97
Drehtisch
98
Verbindungs- bzw. Halteplatte der Stahlbaustruktur
100
Arbeitsbühne
101
Bühne mit Schiene
95
102
Ständer für die Bühne
101
103
Bohrloch
Claims (33)
1. Bohrvorrichtung, bestehend aus einer Trageinrichtung, an der oder in
der
- a) ein axial zur Längsachse der Trageinrichtung verschiebbarer Kraftdrehkopf und
- b) eine Gestängehandlingvorrichtung, welche senkrecht zur Längsachse der Trageinrichtung bewegbar ist und welche das Bohrgestänge greift, angeordnet ist
2. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
unterhalb der Gestängehandlingvorrichtung
eine Kraftverschraubungsvorrichtung angeordnet ist, wobei diese eine
Haltevorrichtung sowie eine Brech- und Kontervorrichtung aufweist.
3. Bohrvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
nur die Brech- und Kontervorrichtung in der Trageinrichtung angeordnet
sind.
4. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bohrvorrichtung in horizontaler Richtung verschiebbar angeordnet
ist.
5. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
am oberen Ende der Trageinrichtung eine Verriegelungsvorrichtung
angeordnet ist, die mit einer Stahlbaustruktur, vorzugsweise einem
Turm oder einem Mast, verbunden ist.
6. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Verriegelungseinrichtung aus einem Hohlzylinder besteht, an dem
ein Spülungsschlauch angeschlossen und an dem ein Ventil
angeordnet ist, um die Spülungszufuhr zu gewährleisten.
7. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
an oder in der Trageinrichtung eine Trommel angeordnet ist, auf die der
Spülungsschlauch aufgerollt werden kann.
8. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Hebevorrichtung für das Aufrichten der Trageinrichtung aus der
Horizontalen bis in die Vertikale vorgesehen ist.
9. Bohrvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Hebevorrichtung aus einem oder mehreren Hydraulik- oder
Pneumatikzylindern besteht.
10. Bohrvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Hebevorrichtung aus einer Winde besteht.
11. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kraftdrehkopf mittels Linearvorrichtung verschiebbar ist, der in oder
an der Trageinrichtung angeordnet ist.
12. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
in Reichweite der Gestängehandlingvorrichtung ein
Gestängevorratslager angeordnet ist, wobei die einzelnen
Gestängerohre in dem Gestängevorratslager stehend angeordnet sind.
13. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Gestängehandlingeinrichtung axial zur Längsachse der
Trageinrichtung verschiebbar ist.
14. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Stahlbaustruktur eine Arbeitsbühne aufweist, wobei der Drehpunkt
und/oder der Schwenkpunkt der Trageinrichtung oberhalb oder
unterhalb der Arbeitsbühne angeordnet ist.
15. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß
an der Trageinrichtung und/oder der Stahlbaustruktur eine
Dämpfungseinrichtung angeordnet ist.
16. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
an oder in der Trageinrichtung eine Leitung für die Spülung vorgesehen
ist, wobei der untere Anschluß der Leitung mit dem integrierten
Spülkopf des Kraftdrehkopfes und der obere Anschluß über den
Hohlzylinder mit dem Spülungsschlauch zur Spülungspumpe
verbunden ist.
17. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kraftverschraubungsvorrichtung mit der Trageinrichtung mittels
eines Scharnieres, welches an einer Seite der
Kraftverschraubungsvorrichtung angeordnet ist, schwenkbar verbunden
oder derart mit der Trageinrichtung verbunden ist, daß sie senkrecht
zur Achse der Trageinrichtung verschiebbar ist oder über eine
Kopplung mit dem Kraftdrehkopf gehoben werden kann.
18. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Teil der Stahlbaustruktur, vorzugsweise eine oder mehrere
Eckstiele der Stahlbaustruktur, als Gestängevorratslager oder als
Aufnahme für einen Gestängebehälter ausgebildet sind.
19. Bohrvorrichtung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Gestängevorratslager um seine Längsachse drehbar ist.
20. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bohrvorrichtung und/oder das Gestängevorratslager auf ein
Fahrzeug oder einen Anhänger montiert ist.
21. Bohranlage dadurch gekennzeichnet, daß
zwei oder mehrere Bohrvorrichtungen nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 20 angeordnet sind, die abwechselnd über die Mitte
des Bohrloches beweg- oder dreh- oder schwenkbar sind.
22. Bohranlage nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß
zwei Bohrvorrichtungen im wesentlichen symmetrisch zur Bohrlochmitte
angeordnet sind, wobei die Bohrvorrichtungen miteinander verbunden
sind.
23. Bohranlage nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Verbindung der Bohrvorrichtungen durch eine im wesentlichen
kinematische Kette, eine Klauenkette, ein Seil oder eine Kette
geschaffen wird.
24. Bohranlage nach Anspruch 22 oder 23,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen zwei Bohrvorrichtungen eine Stahlbaustruktur angeordnet ist,
an der die Bohrvorrichtungen wechselseitig arretierbar sind, wobei die
Bohrvorrichtungen mittels Seil oder Kette über einen Umlaufpunkt oder
eine Umlaufrolle, die in der Stahlbaustruktur angeordnet ist, verbunden
sind.
25. Bohranlage nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Dämpfungseinrichtung an den Trägereinrichtungen der
Bohrvorrichtungen oder der Stahlbaustruktur angeordnet ist, wobei die
Dämpfungseinheit vorzugsweise aus einem Hydraulikzylinder und einer
Drossel besteht.
26. Verfahren zum Abteufen einer Bohrung, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) ein Gestänge auf eine Trageinrichtung einer Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 25 gerollt wird, wobei sich der Kraftdrehkopf in einer oberen Stellung befindet und die Greifer der Gestängehandlingvorrichtung in die Trageinrichtung eingefahren sind und dann
- b) die Gestängehandlingvorrichtung das Gestänge greift, sobald dieses auf der Trageinrichtung in der vorgesehenen Position liegt.
- c) Anschließend wird die Trageinrichtung mittels Hebevorrichtung von einer waagerechten in eine Position zwischen 5° und 90° aufgestellt.
- d) Während des Hebens der Trageinrichtung wird der Kraftdrehkopf durch die Antriebswelle (Drive Shaft) des Kraftdrehkopfes mit dem Gestänge verschraubt und anschließend mit der Gestängehandlingvorrichtung in den oberen Bereich der Kraftverschraubungsvorrichtung eingefahren, wobei die Brech- und Kontervorrichtung der Kraftverschraubungsvorrichtung den unteren Gestängeverbinder des Gestänges faßt.
- e) Dann wird das Gestänge mittels Kraftdrehkopf oder Kraftverschraubungseinrichtung mit dem Bohrstrang im Bohrloch verschraubt.
- f) Die Gestängehandlingvorrichtung wird wieder in die Trageinrichtung eingefahren und die Haltevorrichtung für das untere, mit dem Bohrmeißel verbundene Gestänge geöffnet und der Bohrvorgang gestartet, wobei der Kraftdrehkopf in der Führung der Trageinrichtung abgesenkt wird.
27. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß
die Trageinrichtung mittels Hebevorrichtung in eine vertikale oder
nahezu vertikale Position aufgestellt wird, wobei bei Erreichen dieser
Position die Trageinrichtung in einer Stahlbaustruktur, insbesondere in
einem Mast oder Turm arretiert wird, und daß die folgenden
Verfahrensschritte auch nach der Arretierung der Trageinrichtung
durchgeführt werden.
28. Verfahren zum Abteufen einer Bohrung, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gestänge aus einem Gestängevorratslager, in dem das
Bohrgestänge aufrecht angeordnet ist, mittels der
Gestängehandlingvorrichtung, welche in eine Bohrvorrichtung nach
Anspruch 1 integriert ist, entnommen und anschließend über den
Gestängeverbinder mit dem Kraftdrehkopf verschraubt und in die
Bohrposition gebracht wird.
29. Verfahren nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gestängevorratslager nach der Entnahme eines Gestänges durch
die Gestängehandlingeinrichtung so weit um die eigene Längsachse
gedreht wird, bis das nächste Gestänge aus dem Gestängevorratslager
von der Gestängehandlingeinrichtung greifbar ist.
30. Verfahren nach Anspruch 28 oder 29,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bohrvorrichtung nach Abschluß eines Bohrabschnittes und Lösen
des Drehkraftkopfes vom Bohrstrang im Bohrloch um ihre Längsachse
gedreht wird und anschließend mittels Gestängehandlingeinrichtung
nach Hochfahren des Kraftdrehkopfes ein neues Gestänge aus dem
Gestängevorratslager entnimmt.
31. Verfahren nach einem der Ansprüche 26 bis 30,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwei oder mehrere Bohrvorrichtungen um ein Bohrloch in Stellung
gebracht werden, wobei abwechselnd ein Bohrgestänge abgeteuft wird,
während ein oder mehrere der weiteren Bohrvorrichtungen durch
Aufnahme eines Gestänges zum Bohren vorbereitet werden.
32. Verfahren nach Anspruch 28 bis 31,
dadurch gekennzeichnet, daß
aus einem Gerätevorratslager ein Gestänge entnommen wird, während
gleichzeitig das Gestängevorratslager mit weiteren Gestängen
beschickt wird.
33. Verfahren nach Anspruch 26 oder 27,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Trageinrichtung zwischen der Aufnahme des Gestänges und des
Vorbereitung zum Bohren und der Verschraubung mit dem unteren
Gestänge horizontal verschoben wird.
Priority Applications (15)
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|---|---|---|---|
| DE19837692A DE19837692C2 (de) | 1998-08-19 | 1998-08-19 | Bohrvorrichtung, Bohranlage und Verfahren zum Abteufen einer Explorations- und Förderbohrung |
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| US09/763,086 US6857483B1 (en) | 1998-08-19 | 1999-08-19 | Drilling device and method for drilling a well |
| CA002362866A CA2362866C (en) | 1998-08-19 | 1999-08-19 | Drilling machine and method for sinking a well |
| AT99952442T ATE254236T1 (de) | 1998-08-19 | 1999-08-19 | Bohrvorrichtung und verfahren zum abteufen einer bohrung |
| US09/763,305 US6581698B1 (en) | 1998-08-19 | 1999-08-19 | Drilling device and method for drilling a well |
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