DE19835271A1 - Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens - Google Patents
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Abstract
Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, insbesondere eines Kupolofens, zur Erzeugung von Metallen, insbesondere von Gußeisen, und Metalllegierungen, bei dem der Ofenschacht mit einem entsprechenden Einsatz befüllt ist bzw. andauernd oder periodisch befüllt und bodenseitig die Gußeisenschmelze entnommen wird, und wobei dem Ofenschacht, insbesondere in seinem unteren Bereich, kohlenstaubhaltiges Material in staubförmiger Form und Sauerstoff oder ein Sauerstoff-haltiges Gasgemisch zugeführt werden. DOLLAR A Erfindungsgemäß werden das kohlenstaubhaltige Material und der Sauerstoff oder das Sauerstoff-haltige Gasgemisch dem Ofen gepulst zugeführt. DOLLAR A Hierbei können die Gaspulse des kohlenstaubhaltigen Materials sowie des Sauerstoffs oder des Sauerstoff-haltigen Gasgemisches im wesentlichen zeitgleich oder versetzt zueinander erfolgen. DOLLAR A Ferner können zusätzlich zu dem kohlenstaubhaltigen Material sowie dem Sauerstoff oder Sauerstoff-haltigen Gasgemisch weitere Komponenten in den Ofenschacht geführt werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, insbesondere
eines Kupolofens, zur Erzeugung von Metallen, insbesondere von Gußeisen, und
Metallegierungen, bei dem der Ofenschacht mit einem entsprechenden Einsatz
befüllt ist bzw. andauernd oder periodisch befüllt und bodenseitig die
Gußeisenschmelze entnommen wird, und wobei dem Ofenschacht, insbesondere in
seinem unteren Bereich, kohlenstaubhaltiges Material in staubförmiger Form und
Sauerstoff oder ein Sauerstoff-haltiges Gasgemisch zugeführt werden.
Aus der DE-A 38 11 166 ist ein gattungsgemäßes Verfahren zum Betreiben eines
Kupolofens bekannt. Bei diesem wird, um die Menge an kohlenstoffhaltigen Material
zu verringern und um die Flexibilität des Ofens zu erhöhen, kohlenstoffhaltiges
Material in staubförmiger Form und in einer vom Kohlenstoffgehalt der zu
erzeugenden Gußeisensorte abhängigen Menge in den Kupolofen eingeführt. Durch
die Zugabe von staubförmigem, kohlenstoffhaltigen Material wird neben dem
Satzkoks eine zusätzliche Kohlenstoffmenge bereitgestellt. Über diese Zugabemenge
kann dann Einfluß auf den Kohlenstoffgehalt des entstehenden Gußeisens
genommen werden.
Aus der DE-A 196 22 695 ist ein weiteres Verfahren zum Betreiben eines
Schachtofens bekannt, bei dem die Zuführung eines Sauerstoff-haltigen
Gasgemisches bzw. die Zuführung des Windes in den Ofenschacht mittels
wenigstens einer Injektordüse erfolgt. Als Fördermedium wird hierbei Sauerstoff oder
Sauerstoff im Gemisch mit anderen Gasen verwendet. Mittels dieser Verfahrensweise
wird der Druck, mit dem das Fördermedium zur Verfügung steht und über die
Injektordüse in den Ofen eingeführt wird, zur Ansaugung von Luft aus der Umgebung
genutzt. Diese Verfahrensweise hat gegenüber den bis dato bekannten Verfahren -
nämlich die ausschließliche Zuführung von Wind über sog. Winddüsen - den Vorteil,
daß die gewünschten hohen Temperaturen im Bereich des Ofeninneren und damit
nicht im Bereich der Ofenwände erzeugt werden.
Ferner ist es bekannt, Sauerstoff über Sauerstofflanzen mit Venturi-Düsen in den
Ofen einzuführen. Mittels derartiger Düsen kann jedoch als Austrittsgeschwindigkeit
maximal Schallgeschwindigkeit erreicht werden. Dies führt jedoch dazu, daß
insbesondere die Randbereiche des Ofens und damit die Ofenmauerung den hohen
Temperaturen ausgesetzt werden.
Auch Sauerstofflanzen mit Laval-Düsen werden verwendet. Hierbei ist zu beachten,
daß diese Düsen nur in einem vergleichsweise engen Bereich um einem bestimmten
Auslegungspunkt, der abhängig von Druck, Temperatur, Düsenquerschnitt, Durchfluß,
etc. ist, optimal arbeiten. Wird außerhalb dieses Bereichs "gearbeitet", so führt dies zu
negativen Ergebnissen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes Verfahren zum
Betreiben eines Schachtofens anzugeben, das die Vorteile der bekannten Verfahren
miteinander kombiniert, deren Nachteile vermeidet und somit ein im Vergleich zum
Stand der Technik ökonomischeres und flexibleres Verfahren ermöglicht.
Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß das kohlenstaubhaltige Material
und der Sauerstoff oder das Sauerstoff-haltige Gasgemisch dem Schachtofen gepulst
zugeführt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahrens weiterbildend wird vorgeschlagen, daß die
Gaspulse des kohlenstaubhaltigen Materials sowie des Sauerstoffs oder des
Sauerstoff-haltigen Gasgemisches im wesentlichen zeitgleich oder versetzt
zueinander erfolgen.
Durch das impulsartige Einführen des kohlenstaubhaltigen Materials sowie des
Sauerstoffs oder des Sauerstoff-haltigen Gasgemisches wird aufgrund der damit
verbundenen hohen Strömungsgeschwindigkeiten ein sicherer Eintrag in der Bereich
der Ofenmitte gewährleistet. Dies hat zum einen den Vorteil, daß die Ofenmauerung
thermisch weniger belastet wird. Zum anderen wird der im Ofen stattfindende
Verbrennungsprozeß durch die Zuführung der für diesen Verbrennungsprozeß
benötigten Medien an diejenige Stelle, an der der eigentliche Verbrennungsprozeß
stattfindet, verbessert. Hieraus resultierend kann die Menge an Brennstoff - also
Sauerstoff oder Sauerstoff-haltigem Gasgemisch - gegenüber den bekannten
Verfahren deutlich verringert werden. Auch das benötigte kohlenstaubhaltige Material
wird aufgrund der Tatsache, daß es in den aktiveren Ofenbereich - also weg von der
Ofenmauerung - geführt wird, besser umgesetzt, weshalb auch dessen Menge
verringert werden kann.
Ein im wesentlichen zeitgleiches Zuführen des kohlenstaubhaltigen Materials sowie
des Sauerstoffs oder des Sauerstoff-haltigen Gasgemisches wird insbesondere dann
realisiert werden, wenn ein vergleichsweise gut brennbares kohlenstaubhaltiges
Material verwendet wird, da durch die Verwendung eines derartigen Materials
zusätzliche Energie eingebracht und dadurch die im Schachtofen benötigte
Koksmenge verringert werden kann.
Ein zeitlich versetzt zueinander stattfindendes Zuführen des kohlenstaubhaltigen
Materials sowie des Sauerstoffs oder des Sauerstoff-haltigen Gasgemisches wird
vorzugsweise dann gewählt, wenn vergleichsweise teure Aufkohlungsmaterialien, wie
bspw. Elektrodengraphit, zum Einsatz kommen. Bei der Verfahrensweise des zeitlich
versetzt zueinander stattfindenden Zuführens kommt es nur zu einem geringem
Abbrand der Aufkohlungsmaterialien, so daß die Aufkohlungswirkung in dem
Gußeisen steigt.
Vorzugsweise erfolgt die Zuführung des kohlenstaubhaltigen Materials und/oder des
Sauerstoffs oder des Sauerstoff-haltigen Gasgemisches in den Ofenschacht im
Bereich der Windzone des Ofenschachts. Prinzipiell kann die Zuführung der
genannten Komponenten in nahezu jeden Bereich des Ofenschachts erfolgen, wobei
jedoch eine Zuführung in die Windzone des Ofenschachts die besten Ergebnisse im
Hinblick auf die benötigten Mengen der einzelnen Komponenten sowie im Hinblick auf
das Verbrennungsverhalten sowie die Entstehung von unerwünschten Abgasen zeigt.
Es hat sich zudem gezeigt, daß die Zuführung des kohlenstaubhaltigen Materials
und/oder des Sauerstoffs oder des Sauerstoff-haltigen Gasgemisches mittels
Injektordüsen - im Vergleich zu den Düsen der vorgenannten Art - zu sehr guten
Ergebnissen führt. Derartige Überlegungen, wie bspw. optimaler Auslegungspunkt,
wie sie im Falle von Laval-Düsen erforderlich sind, sind im Falle der Verwendung von
Injektordüsen nicht notwendig. Selbstverständlich kann die Zuführung des
kohlenstaubhaltigen Materials und/oder des Sauerstoffs oder des Sauerstoff-haltigen
Gasgemisches auch über wenigstens eine Sauerstofflanze mit wenigstens einer
aufgesetzten Venturi- oder Laval-Düse erfolgen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist es denkbar, daß das kohlenstaubhaltige Material und der Sauerstoff
oder das Sauerstoff-haltige Gasgemisch über eine gemeinsame Zufuhreinrichtung in
den Ofenschacht geführt werden.
Diese Verfahrensweise macht jedoch entsprechende Sicherheitsvorkehrungen sowie
eine entsprechende Wahl der kohlenstaubhaltigen Materialien erforderlich, um
unerwünschte Reaktionen zwischen dem kohlenstaubhaltigen Materialien und dem
Sauerstoff oder Sauerstoff-haltigen Gasgemisch wirkungsvoll verhindern zu können.
Entsprechend der gewünschten Betriebsweise des Schachtofens können zusätzlich
zu dem kohlenstaubhaltigen Material sowie dem Sauerstoff oder Sauerstoff-haltigen
Gasgemisch weitere Komponenten, wie beispielsweise. Kohlendioxid, Erdgas
und/oder Wasserdampf, etc., in den Ofenschacht geführt werden.
Claims (7)
1. Verfahren zum Betreiben eines Schachtofens, insbesondere eines Kupolofens,
zur Erzeugung von Metallen, insbesondere von Gußeisen, und Metallegierungen,
bei dem der Ofenschacht mit einem entsprechenden Einsatz befüllt ist bzw.
andauernd oder periodisch befüllt und bodenseitig die Gußeisenschmelze
entnommen wird, und wobei dem Ofenschacht, insbesondere in seinem unteren
Bereich, kohlenstaubhaltiges Material in staubförmiger Form und Sauerstoff oder
ein Sauerstoff-haltiges Gasgemisch zugeführt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß das kohlenstaubhaltige Material und der Sauerstoff oder
das Sauerstoff-haltige Gasgemisch gepulst zugeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gaspulse des
kohlenstaubhaltigen Materials sowie des Sauerstoffs oder des Sauerstoff-haltigen
Gasgemisches im wesentlichen zeitgleich oder versetzt zueinander erfolgen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführung
des kohlenstaubhaltigen Materials und/oder des Sauerstoffs oder des Sauerstoff
haltigen Gasgemisches in den Ofenschacht im Bereich der Windzone des
Ofenschachts erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuführung des kohlenstaubhaltigen Materials und/oder des Sauerstoffs
oder des Sauerstoff-haltigen Gasgemisches über wenigstens eine Injektordüse
erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zuführung des kohlenstaubhaltigen Materials und/oder des Sauerstoffs oder des
Sauerstoff-haltigen Gasgemisches über wenigstens eine Sauerstofflanze mit
wenigstens einer aufgesetzten Venturi- oder Laval-Düse erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das kohlenstaubhaltige Material und der Sauerstoff oder das Sauerstoff
haltige Gasgemisch über eine gemeinsame Zufuhreinrichtung in den Ofenschacht
geführt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich zu dem kohlenstaubhaltigen Material sowie dem Sauerstoff oder
Sauerstoff-haltigen Gasgemisch weitere Komponenten in den Ofenschacht
geführt werden.
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