DE19835625A1 - Lager - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Lager (1) mit einem Lastanschlußstück, einem Widerlageranschlußstück, einer Elastomerfeder, die beide Anschlußstücke miteinander verbindet, und einem Anschlag, der den Federweg des Lagers begrenzt, wobei das Lastanschlußstück eine Traverse (2) ist, die eine durch diese hindurchgehende Öffnung (4) aufweist, deren Achse senkrecht zu einem bestimmungsgemäß an der Traverse (2) angreifenden Lastvektor ausgerichtet ist. Das Widerlageranschlußstück bildet eine Hülse (5) mit achsparallel zur Achse der Öffnung (4) ausgerichteten Öffnungen, durch die ebenfalls achsparallel dazu einander gegenüberliegende Stirnseiten einer Anschlaghülse (6) axial und radial fixiert sind. Die Elastomerfeder ist dabei so konfiguriert und dimensioniert, daß die Anschlaghülse im zusammengebauten Lager (1) an dem in Richtung des Lastvektors gesehen rückwärtigen Innenrand der Öffnung (4) anliegt, während deren Achse unter statischen Angriff einer Sollast koaxial zur Achse der Öffnung (4) positioniert ist.
Description
Vorliegende Erfindung betrifft ein Lager nach dem Oberbegriff des An
spruchs 1. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Lager, das für ver
schiedene Anwendungen im Kfz-Bereich, u. a. als Schloßhalterlager ge
eignet ist.
Es zählt mit zu den wesentlichen Bestrebungen in der Automobilindu
strie, den Fahrkomfort weiter zu steigern. Hierunter fällt beispielsweise
die Verminderung der Geräuschbelastung in der Fahrgastzelle. Diese
beruht auf den unterschiedlichsten Ursachen, wie der Schallabstrahlung
des Motors, den Abrollgeräuschen der Reifen und den vom Fahrtwind
hervorgerufenen Strömungsgeräuschen. Der auf diese vielseitige Art
und Weise hervorgerufene Schall wird als Körperschall in die Karosserie
und anschließend als Luftschall in den Fahrgastinnenraum eingeleitet.
Weitere, extrem störende Geräusche treten auf, wenn bewegliche Teile
am Kraftfahrzeug während der Fahrt zur Schwingung angeregt werden
und diese Teile gegeneinander anschlagen. Darunter fallen sämtliche
am Kraftfahrzeug angelenkte Teile, wie Türen, Motorhaube sowie Koffer
raumdeckel bzw. Heckklappen. In ungünstigsten Fällen kommen hierbei
Metallteile miteinander in Kontakt und induzieren Klappergeräusche, wie
sie dann insbesondere bei einer Fahrt über Bodenwellen oder Kopf
steinpflaster störend in Erscheinung treten.
Zur Vermeidung derartiger Geräusche schlägt beispielsweise die deut
sche Offenlegungsschrift DE 196 45 506 u. a. eine Schließeinrichtung
vor, bei der ein weichelastisches Bauelement an der Schließbügeleinheit
angeordnet ist, um so eine Körperschallübertragung zwischen Karosse
rie und einer angelenkten Heckklappe zu verhindern. Zusätzlich ist of
fenbart, einen Schloßkasten im Karosseriekörper sowie eine Verriege
lungseinheit im Schloßkasten "schwimmend" zu lagern, indem jeweils
ein weichelastisches Bauelement als Zwischenschicht eingefügt ist, so
daß zwischen den jeweiligen Teilen kein unmittelbarer Kontakt besteht.
Zwar wird mit diesen Ausgestaltungen eine Schwingungsentkopplung
erzielt, dennoch zeigen sich Nachteile hinsichtlich einer möglichst breit
bandigen akustischen Entkopplung und hinsichtlich sicherheitstechni
scher Überlegungen. So sind die in dieser Lagerung zum Einsatz kom
menden gummielastischen Elemente in Abhängigkeit ihrer Shore-Härte
nur für bestimmte Frequenzen einer akustischen Entkopplung zugäng
lich. Unterschiedlichen Frequenzen, wie sie bei einer Fahrt mit einem
Kraftfahrzeug ständig wechselnd auftreten, kann durch diese Anordnung
nicht Rechnung getragen werden. Des weiteren zeigen sich erhebliche
Defizite im sicherheitstechnischen Bereich, wenn beispielsweise bei ei
nem Unfall erhebliche Verformungen im Karosseriekörper auftreten.
Durch die plötzliche und extrem hohe Krafteinleitung kann die "schwim
mende" Lagerung aufreißen, so daß sich die Heckklappe öffnet. Diesen
Umstand gilt es aus Sicherheitsgründen zu vermeiden, um den durch ei
nen Crash in die Karosserie eingeleiteten Kraftfluß nicht durch sich öff
nenden Karosserieteile abzuschneiden.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfin
dung die gesamtheitliche Aufgabe zugrunde, einen Verriegelungsme
chanismus für bewegliche Teile mit einem Lager auszustatten, das ne
ben einer formschlüssigen Ausgestaltung auch eine vollkommen stör
freie akustische Entkopplung ermöglicht.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Lager mit einem Lastan
schlußstück, einem Widerlageranschlußstück, einer Elastomerfeder, die
beide Anschlußstücke miteinander verbindet, und einem Anschlag der
den Federweg des Lagers begrenzt. Das Lastanschlußstück ist hierbei
als Stahltraverse mit mindestens einer durch diese hindurchgehenden
Öffnung ausgebildet, deren Achse senkrecht zu einem bestimmungsge
mäß an dieser Traverse angreifenden Lastvektor ausgerichtet ist. Mit
Lastvektor ist hierbei einerseits die Richtung derjenigen statischen Last
gemeint, die bei beispielsweise geschlossener Heckklappe durch die
Federwirkung des Dichtgummis zwischen Heckklappe und Karosserie
auftritt, und andererseits die Richtung derjenigen dynamischen Kräfte zu
verstehen, die infolge der durch Fahrbahnunebenheiten induzierten
Schwingungen der Heckklappe in Erscheinung treten. Als Widerlageran
schlußstück zur Befestigung des Lagers mit der Karosserie dient eine
die Traverse im Bereich ihrer Öffnung umschließende Hülse oder Kapsel
mit achsparallel zur Achse der Öffnung in der Traverse ausgerichteten
Öffnungen axial oberhalb und axial unterhalb der Öffnung in der Traver
se. In den beiden einander gegenüberliegenden Öffnungen des Widerla
geranschlußstücks sind die einander gegenüberliegenden Stirnflächen
einer Anschlaghülse axial und radial fixiert.
Gemäß der Erfindung durchsetzt diese Anschlaghülse die Öffnung in der
Traverse mit einem freien Spiel, das dem jeweils von einer vorgesehe
nen Anwendung benötigten Federfreiweg entspricht. Mit anderen Worten
bedeutet dies, daß die Anschlaghülse achsparallel zur Achse der Öff
nung in der Traverse so verläuft, daß zwischen dem Innendurchmesser
der Öffnung und dem Außendurchmesser der Anschlaghülse ein Unter
schied gegeben ist, der es der Anschlaghülse ermöglicht, sich innerhalb
der Öffnung radial zu bewegen, wobei dieser Durchmesserunterschied
gerade dem für die jeweilige Anwendung zur Verfügung stehenden Fe
derfreiweg eines Federelements entsprechen soll.
Gemäß der Erfindung weist das Lager ein solches Federelement in der
Form eines einteiligen oder mehrteiligen Elastomerschubfederelements
auf, das insgesamt sowohl zu beiden axialen Seiten der Traverse als
auch, in Richtung des Lastvektors gesehen, in der Radialebene zu bei
den Seiten der Öffnung in der Traverse einander diametral gegenüber
liegend schubfest und gegen Verdrehen gesichert sowohl auf der Tra
verse als auch an der umschließenden Innenwand des Widerlageran
schlußstücks fixiert und insgesamt gleichsinnig konfiguriert und dimen
sioniert ist. Das Elastomerschubfederelement zeigt dabei eine solche
dreidimensionale geometrische Ausbildung, daß es in einer Richtung,
die der Richtung des bestimmungsgemäß an der Traverse angreifenden
Lastvektors entgegengesetzt ist, Kräfte ausüben kann.
Gemäß einem Merkmal der vorliegenden Erfindung ist das Elastomer
schubfederelement aus mindestens einem zu beiden axialen Seiten der
Traverse, in Richtung der Öffnung gesehen, oberen Element und minde
stens einem unteren Element aufgebaut, die jeweils mit ihren der Tra
verse zugewandten Flächen auf dieser einseitig haftend aufvulkanisiert
sind, während deren in der Traverse abgewandten Flächen mit der Hül
se oder Kapsel reversibel verbindbar sind. Die Hülse ist dabei mehrteilig
aus einer Schale und einem in diese über Feder-Nut-Verbindungen ein
greifenden Deckel aufgebaut, die jeweils Öffnungen aufweisen, in die
auf dem Elastomerschubfederelement an den der Traverse abgewandten
Flächen befindlichen Nocken eingreifen. Dies verdeutlicht, daß im zu
sammengebauten Zustand der Hülse das obere Element des Elastomer
schubfederelements zwischen der Traverse und dem Deckel und das
untere Element zwischen der Schale und der Traverse eingebaut ist.
Dabei werden diese Elemente so umschließend eingefaßt und gleichzei
tig komprimiert, daß diese in einem kalibrierend vorgespannten Zustand
vorliegen. Dies wird einerseits dadurch bewirkt, daß in Axialrichtung der
Öffnung in der Traverse die Gesamtbauhöhe der Hülse oder Kapsel ge
ringer ist als die Gesamtbauhöhe des Elastomerschubfederelements und
der Traverse, so daß beim Zusammenbau durch die Kompression des
Elastomerwerkstoffs dieser nur radial ausweichen kann. Andererseits
bewirkt die besondere geometrische Ausgestaltung des Elastomer
schubfederelements, daß dieses nur in einer einzigen radialen Richtung
ausweicht, nämlich in Richtung des an der Traverse angreifenden
Lastvektors. Hierzu sind die oberen bzw. unteren Elemente des Elasto
merschubfederelements gemäß der vorliegenden Erfindung so ausgebil
det, daß sie senkrecht zu ihren der Traverse abgewandten bzw. zuge
wandten Flächen zumindest im wesentlichen kongruente, gleichsinnig
und entgegengesetzt zum bestimmungsgemäß an der Traverse angrei
fenden Lastvektor ausgerichtete Parallelogrammquerschnitte aufweisen.
Infolge der Kompression bzw. des Einbaus in der Hülse werden die Ela
stomerschubfederelemente entgegengesetzt zur ausgerichteten Paral
lelogrammstruktur bewegt. Hierdurch wird schließlich eine Zugkraft im
Elastomerschubfederelement bzw. in dessen einzelnen Komponenten
hervorgerufen, die die Anschlaghülse, die vom Elastomerschubfe
derelement vollständig umgeben ist, soweit entgegengesetzt zur
Lastvektorrichtung verschieben kann, bis diese an der Öffnung in der
Traverse zum Anschlagen kommt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung führt dies dazu, daß die Anschlag
hülse an dem in Richtung des Lastvektors gesehen rückwärtigen Innen
rand der Öffnung in der Traverse anliegt, wenn das Lager unbelastet ist
das heißt, die Heckklappe geöffnet ist. Bei geschlossener Heckklappe
und stehendem Fahrzeug, also wenn keine Schwingungskräfte von au
ßen induziert werden, ist erfindungsgemäß die Achse der Anschlaghülse
koaxial zur Achse der Öffnung in der Traverse positioniert. Durch die
Kompression des Dichtgummis bei geschlossener Heckklappe wird eine
Druckkraft auf diese ausgeübt, die wiederum über einen Verriegelungs
mechanismus eine Zugkraft auf das Lager ausübt. Auf diese sozusagen
statisch angreifende Sollast der Dichtgummifederung ist gemäß der Er
findung das Lager abzustimmen, d. h., die vom Elastomerschubfe
derelement in entgegengesetzter Richtung ausgeübte Zugkraft bewirkt
bei geschlossener Heckklappe, daß die Anschlaghülse sich zumindest
im wesentlichen in der Mitte der Öffnung in der Traverse befindet, so
daß der Federfreiweg in allen radialen Richtungen nahezu gleich groß
ist. Die erfindungsgemäße Anordnung verdeutlicht, daß durch ein vorge
spanntes Federelement die Zugkraft, die von der Heckklappendichtfede
rung aufgebracht ist, so kompensiert wird, daß zwischen der Anschlag
hülse und der Öffnung kein direkter, eventuell metallischer Kontakt be
steht. In diesem Zustand ist die Karosserie vom Lager und somit von der
Heckklappe vollständig schwingungsentkoppelt.
Das Elastomerschubfederelement wird bei angreifender statischer Sol
last durch die Heckklappe entgegengesetzt zur Ausrichtung der Paral
lelogrammstruktur und in Richtung des angreifenden Lastvektors gezo
gen, bis ein Kräftegleichgewicht vorherrscht. In diesem Zustand befindet
sich die Anschlaghülse, wie vorhergehend bereits erwähnt, nahezu koa
xial zur Achse der Öffnung in der Traverse und ohne jeden Kontakt zur
Hülse oder Kapsel des Widerlageranschlußstücks. Mit anderen Worten
wird das Elastomerschubfederelement innerhalb dieser Hülse so verän
dert, daß es seine Parallelogrammstruktur in eine nahezu rechteckförmi
ge Querschnittsstruktur abändert. In dieser durch das Kräftegleichge
wicht hervorgerufenen Lage wirken auf das Elastomerschubfederele
ment kaum Scher- bzw. Schubkräfte, sondern lediglich Druckkräfte im
inneren mittleren Bereich dieses Elements. Durch diese geometrische
Ausgestaltung wird daher auch eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer
des Elastomerschubfederelements sichergestellt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist dieses Elastomerschubfederele
ment vorab so ausgelegt, daß dessen Arbeitspunkt am Anfang und in
nerhalb des "Peaks" der Federkennlinie liegt, also desjenigen Arbeitsbe
reichs der Feder, der bei einer gleichbleibend großen Krafteinwirkung
den maximalsten Federweg bietet. Es handelt sich also um eine sehr
weiche Federkennlinie dieses Elastomerschubfederelements, wodurch
erreicht wird, daß bei verriegelter Heckklappe, in der Position des vor
herrschenden Kräftegleichgewichts, zusätzlich eine störfreie akustische
Entkopplung gewährleistet ist.
Des weiteren verdeutlicht der Aufbau des Lagers gemaß der Erfindung
mit einer Hülse und darin über ein Elastomerschubfederelement federnd
gelagerter Anschlaghülse, die mit der Karosserie beispielsweise ver
schraubt wird, daß bei plötzlich auftretender, übermäßig hoher Kraftein
wirkung infolge eines Unfalls die Lagerung nicht von der Karosserie ge
löst werden kann, wie dies u. a. bei der "schwimmenden" Lagerung im
Stand der Technik unvermeidlich ist, da das Elastomerschubfederele
ment im Lager gemäß der Erfindung nur einen begrenzten Federweg
aufweist, nämlich gerade den Abstand bzw. das Spiel zwischen der Öff
nung in der Traverse und der Anschlaghülse. Im Falle eines Unfalls kann
dieser Federweg nicht überwunden werden, da dann die Anschlaghülse
am Innenrand der Öffnung in der Traverse zum Anschlagen kommt.
Weitere, vorgehend nicht ausgeführte Merkmale der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen. Die Vorteile, ebenso wie die Wirkungs
weise des Lagers gemäß der Erfindung veranschaulicht die nachfolgen
de Beschreibung in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen. Die
se zeigen in
Fig. 1 eine Draufsicht auf das zusammengebaute Lager gemäß
der Erfindung mit schematisch eingezeichnetem
Lastvektor F;
Fig. 2 eine Seitenansicht des Lagers mit den aufvulkanisierten
Elastomerschubfederelementen ohne die umschließende
Hülse;
Fig. 3 einen Schnitt entlang A-A in Fig. 2;
Fig. 4 eine schematische dreidimensionale Darstellung lediglich
der Elastomerschubfederelemente;
Fig. 5 die Schale der Hülse des Lagers;
Fig. 6 den Deckel der Hülse des Lagers; und
Fig. 7 die Anschlaghülse des Lagers; sowie
Fig. 8 eine schematische FEM-Darstellung eines Elastomer
schubfederelements vor und nach der Kalibrierung; und
Fig. 9 eine schematische FEM-Darstellung eines Elastomer
schubfederelements bei angreifender statischer Sollast.
Fig. 1 zeigt das Lager 1 gemäß der vorliegenden Erfindung mit einer
Traverse 2 als Lastanschlußstück, auf der ein Haltebügel 3 vernietet ist,
an dem ein Haken oder eine Drehfalle eines Schloßmechanismus an der
Heckklappe zum Eingreifen kommt. Die Traverse 2 weist mindestens ei
ne, in der Fig. 1 dargestellte zwei, zu beiden Seiten des Haltebügels 3
hindurchgehende Öffnungen 4 auf, deren Achse senkrecht zu dem be
stimmungsgemäß an der Traverse 2 angreifenden Lastvektor F ausge
richtet ist. Dieser Lastvektor F gibt die Richtung der Zugkraft wieder, die
von der statischen Vollast, d. h. der vom Dichtgummi zwischen der
Heckklappe und der Karosserie hervorgerufenen Zugkraft, bewirkt wird.
Die Öffnung 4 wird von einer Hülse oder Kapsel 5 umschlossen, die das
Widerlageranschlußstück bildet, mit dem das gesamte Lager an der Ka
rosseriewand verschraubt ist. Wie in den Fig. 5 bis 7 dargestellt, ist die
Hülse 5 mehrteilig aufgebaut und besteht aus einer Schale 11, einem
Deckel 12, der in diese Schale 11 über Feder-Nut-Verbindungen oder
ähnliche an sich bekannte Techniken eingreift, und einer Anschlaghülse
6, die in den beiden einander gegenüberliegenden Öffnungen 13 bzw.
14 des Deckels 12 bzw. der Schale 11 mit ihren beiden einander gegen
überliegenden Stirnseiten 15 und 16 axial und radial fixiert ist. Diese
Anschlaghülse 6 durchsetzt die Öffnung 4 in der Traverse 2 so, daß die
stirnseitigen Öffnungen 15 und 16 der Anschlaghülse 6 und damit eben
so die obere Öffnung 13 bzw. untere Öffnung 14 der zusammengebau
ten Hülse 5 achsparallel zur Achse der Öffnung 4 verlaufen. Der Durch
messer der Anschlaghülse 6 ist dabei so gewählt, daß zum Durchmesser
der Öffnung 4 ein bestimmter Abstand bestehen bleibt, dessen Größe
jeweils einem Federfreiweg entspricht, wie er von der bestimmungsge
mäßen Anwendung des Lagers benötigt wird.
Dieser Federfreiweg in radialer Richtung der Öffnung 4 steht einem
mehrteiligen Elastomerschubfederelement 7 zur Verfügung. Dieses Ela
stomerschubfederelement 7 besteht im gezeigten Ausführungsbeispiel
aus einem oberen Element 8 und einem unteren Element 9, wie dies in
den Fig. 3 und 4 dargestellt ist. Fig. 2 und Fig. 3 zeigen diese Elemente
8, 9, wie sie zu beiden axialen Seiten der Traverse 2 um die Öffnung 4
angeordnet sind. Hierbei sind die jeweils der Traverse 2 zugewandten
Flächen dieser Elemente 8, 9 auf dieser einseitig haftend aufvulkani
siert. Die der Traverse 2 abgewandten Flächen tragen jeweils Nocken
10, die in entsprechende Öffnungen 17 des Deckels 12 bzw. der Schale
11 zum Eingreifen kommen.
Fig. 4 zeigt schematisch die übereinanderliegenden Elemente 8 und 9 in
dreidimensionaler Darstellung. Es ist zu erkennen, ebenso wie in der
Schnittdarstellung in Fig. 3, daß die oberen bzw. unteren Elemente 8, 9
des Elastomerschubfederelements 7 zumindest im wesentlichen kongru
ente, gleichsinnig und entgegengesetzt zum bestimmungsgemäß an der
Traverse 2 angreifenden Lastvektor ausgerichtete Parallelogrammquer
schnitte aufweisen. Werden diese Elemente 8, 9 nun über ihre Nocken
10 in die korrespondierenden Öffnungen 17 des Deckels 12 und der
Schale 11 eingesteckt und diese Schale 11 und dieser Deckel 12 um die
Traverse 2 und die Anschlaghülse 6 umschließend zu einer Hülse 5 zu
sammengefügt, werden die Bestandteile des Elastomerschubfederele
ments 7 entgegengesetzt zur Ausrichtung der Parallelogrammstruktur
verschoben. Auf diese Art und Weise wird eine Zug kraft im Elastomer
schubfederelement 7 induziert, die entgegengesetzt zur Richtung des
Lastvektors wirken will und so die Anschlaghülse 6 innerhalb der Öff
nung 4 der Traverse 2 verschiebt, bis der oben geschilderte Federfrei
weg zurückgelegt ist und diese Anschlaghülse 6 am Innenrand der Öff
nung 4 zum Anschlagen kommt. Im zusammengebauten Zustand der
Traverse 2 wird so eine vorgespannte Feder erzeugt, wobei die Feder
als solche vorab so kalibriert und geometrisch gestaltet ist, daß die Fe
derkraft gerade so groß in Erscheinung tritt, um bei angreifender stati
scher Vollast über die Heckklappe in Richtung des Lastvektors F die
Achse der Anschlaghülse 6 koaxial zur Achse der Öffnung 4 in der Tra
verse 2 zu positionieren. In dieser Lagenanordnung liegt ein Kräf
tegleichgewicht vor, wobei nun der Anschlaghülse 6 ein entsprechender
Federfreiweg in radialer Richtung, d. h. sowohl in als auch entgegenge
setzt zur Richtung des Lastvektors F, zur Verfügung steht. Die Traverse
2 ist so von der Anschlaghülse 6, die wiederum mit der Karosserie fest
verbunden ist, vollständig schwingungsentkoppelt.
Die Wirkungsweise des Elastomerschubfederelements 7 läßt sich an
hand einer schematischen Finite-Elemente-Darstellung verdeutlichen.
Fig. 8 zeigt exemplarisch anhand eines oberen Elements 8 die Deforma
tion vor und nach der Kalibrierung. Das Element 8 weist im wesentlichen
eine Parallelogrammstruktur auf. Durch die Kompression des oberen
Elements 8 in der Hülse 5 wird die Neigung des Parallelogramms erhöht.
Da der gummielastische Werkstoff bekanntermaßen der komprimieren
den Kraft entgegenwirken will, sich aber in der Hülse 5 nicht mehr auf
richten kann, wird eine Vorspannung in diesem induziert. Auf diese Art
und Weise übt dieses Element 8 eine Zugkraft aus, die auf die An
schlaghülse 6 übertragen wird, so daß diese innerhalb der Öffnung 4 in
der Traverse 2 radial verschoben wird.
Fig. 9 zeigt das gleiche obere Element 8, jedoch in seiner Arbeitspositi
on unter statischer Last, d. h. bei geschlossener Heckklappe. Es ist zu
erkennen, daß durch die von der Heckklappendichtfederung aufge
brachte Zug kraft das obere Element 8 entgegengesetzt zu seiner Vor
spannung so weit gezogen wird, bis Kräftegleichgewicht vorherrscht. In
dieser Lage weist das obere Element 8 eine nahezu rechteckförmige
Querschnittsgeometrie auf. Werden nun infolge von Fahrbahnuneben
heiten Schwingungen über die an der Karosserie angelenkte Heckklappe
in das Lager übertragen, so schwingt das obere Element 8 bzw. sämtli
che Komponenten des Elastomerschubfederelements 7 um die in der
Fig. 9 zur Veranschaulichung dargestellte Mittelachse M. Dabei können
diese Schwingungen nur soweit erfolgen, bis die Anschlaghülse 6 in der
Öffnung 4 zum Anschlagen kommt, d. h. also nur innerhalb des durch
den radialen Abstand vorgegebenen Federfreiwegs. In der Finite-
Elemente-Darstellung erkennt man, daß trotz dem Hin- und Herschwin
gen des oberen Elements 8 an dessen kurzen Stirnflächen keine Scher
kräfte auftreten, die sonst zu einem Einreißen des gummielastischen
Werkstoffs führen würden. Auf diese Art und Weise ist eine extrem lange
Lebensdauer des Elastomerschubfederelements 7 sichergestellt, die
mitunter der Lebensdauer des Kraftfahrzeugs entspricht. Aufgrund der
Tatsache, daß die Komponenten des Elastomerschubfederelements 7 in
der Hülse 5 komprimiert vorliegen, werden die Schwingungen lediglich in
Druckkräfte umgewandelt, die hauptsächlich im zentralen mittleren Be
reich der Elemente 8, 9 auftreten, was in der Fig. 9 durch die stark ver
zerrten Finiten-Elemente veranschaulicht ist.
Da das Elastomerschubfederelement 7 gemäß der Erfindung so ausge
legt ist, daß dessen Arbeitspunkt, wie er der in der Fig. 9 gezeigten La
ge des oberen Elements 8 zugeordnet ist, am Anfang des "Peaks" bzw.
Maximums der Federkennlinie des gummielastischen Werkstoffs positio
niert ist, erfolgt das Hin- und Herschwingen um die Mittelachse M grund
sätzlich im weichen Federkennlinienbereich, so daß zusätzlich eine
störfreie akustische Entkopplung bewerkstelligt ist.
Je nach Anwendungsfall kann die Kalibrierung des Elastomerschubfe
derelements 7 durch eine andere geometrische Ausgestaltung oder die
Federcharakteristiken des gummielastischen Werkstoffs über die Aus
wahl unterschiedlicher Shore-Härten abgewandelt werden. Ist beispiels
weise die von der Dichtgummifederung der Heckklappe induzierte Zug
kraft auf das Lager größer, wenn die Heckklappe, beispielsweise bei
Kleinbussen, als solche bereits schwerer ist, so muß die mit dem Ela
stomerschubfederelement 7 zu erzielende Vorspannung ebenfalls dem
entsprechend größer gewählt werden. Selbstverständlich bleibt die vor
liegende Erfindung nicht auf Anwendungen für Schloßhalterlager an
Heckklappen beschränkt, sondern kann für sämtliche bewegliche Teile
am Kraftfahrzeug, wie Motorhaube, Türen, Schiebetüren usw., auch im
LKW-Bereich, herangezogen werden. Vorstellbar ist die Anwendung ei
nes derartigen Lagers gemäß der Erfindung auch für Bereiche, in denen
einerseits statische Vorlastkräfte zu kompensieren sind und andererseits
im Betriebszustand zusätzliche Schwingungskräfte getilgt werden müs
sen.
Claims (10)
1. Lager mit einem Lastanschlußstück, einem Widerlageranschluß
stück, einer Elastomerfeder, die beide Anschlußstücke miteinander
verbindet, und einem Anschlag, der den Federweg des Lagers be
grenzt,
gekennzeichnet durch
eine Traverse (2) als Lastanschlußstück mit einer durch diese hin
durchgehenden Öffnung (4), deren Achse senkrecht zu einem be
stimmungsgemäß an der Traverse (2) angreifenden Lastvektor aus
gerichtet ist, durch eine die Traverse (2) im Bereich ihrer Öffnung
(4) umschließende Hülse oder Kapsel (5) als .Widerlageranschluß
stück mit achsparallel zur Achse der Öffnung (4) in der Traverse (2)
ausgerichteten Öffnungen axial oberhalb (13) und axial unterhalb
(14) der Öffnung (4) in der Traverse (2), durch eine Anschlaghülse
(6), deren beide einander gegenüberliegenden Stirnseiten (15, 16)
in den beiden einander gegenüberliegenden Öffnungen (13, 14) des
Widerlageranschlußstücks axial und radial fixiert sind, und die die
Öffnung (4) in der Traverse (2) mit einem Spiel frei durchsetzt, das
dem jeweils von einer vorgesehenen Anwendung benötigten Feder
freiweg entspricht, sowie durch ein einteiliges oder mehrteiliges
Elastomerschubfederelement (7) insgesamt sowohl zu beiden axia
len Seiten der Traverse (2) als auch, in Richtung des Lastvektors
gesehen, in der Radialebene zu beiden Seiten der Öffnung (4) in
der Traverse (2) einander diametral gegenüberliegend schubfest
und gegen Verdrehen gesichert sowohl auf der Traverse (2) als
auch an der umschließenden Innenwand des Widerlageranschluß
stücks fixiert und insgesamt gleichsinnig so konfiguriert und dimen
sioniert ist, daß die Anschlaghülse (6) im kalibrierend vorspannend
zusammengebauten, aber unbelasteten Lager (1) an dem in Rich
tung des Lastvektors gesehen rückwärtigen Innenrand der Öffnung
(4) in der Traverse (2) vorgespannt anliegt, während die Achse der
Anschlaghülse (6) unter statischem Angriff einer Sollast, auf die
das Lager (1) abgestimmt ist, koaxial zur Achse der Öffnung (4) in
der Traverse (2) positioniert ist.
2. Lager nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Elastomerschubfederelement (7) aus mindestens einem zu
beiden axialen Seiten der Traverse (2) oberen Element (8) und
mindestens einem unteren Element (9) aufgebaut ist, die jeweils mit
ihren der Traverse (2) zugewandten Flächen auf dieser einseitig
haftend aufvulkanisiert sind, während deren der Traverse (2) abge
wandten Flächen mit der Hülse (5) reversibel verbindbar sind.
3. Lager nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elemente (8, 9) senkrecht zu ihren der Traverse (2) abge
wandten bzw. zugewandten Flächen zumindest im wesentlichen
kongruente, gleichsinnig und entgegengesetzt zum bestimmungs
gemäß an der Traverse (2) angreifenden Lastvektor ausgerichtete
Parallelogrammquerschnitte aufweisen.
4. Lager nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülse (5) mehrteilig aus einer Schale (11) und einem in
diese über Feder-Nut-Verbindungen eingreifenden Deckel (12) auf
gebaut ist, die die Elemente (8,9) des Elastomerschubfederele
ments (7) im zusammengebauten Zustand zwischen der Schale (11)
und der Traverse (2) sowie zwischen der Traverse (2) und dem
Deckel (12) so umschließend einfassen und komprimieren, daß die
se Elemente (8, 9) kalibrierend vorgespannt sind.
5. Lager nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Elemente (8,9) des Elastomerschubfederelements (7) an ih
ren der Traverse (2) abgewandten Flächen ein oder mehrere Noc
ken (10) aufweisen, die in korrespondierende Öffnungen (17) der
Schale (11) und des Deckels (12) der Hülse (5) eingreifen.
6. Lager nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Elastomerschubfederelement (7) so ausgelegt ist, daß
dessen Arbeitspunkt am Anfang des, kurz vor dem Anfang des oder
innerhalb desjenigen Bereichs des Maximums der Federkennlinie
positioniert ist, der bei nahezu gleichbleibend großer Krafteinwir
kung dem größten Federweg entspricht.
7. Lager nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
einen Haltebügel (3), der mit der Traverse (2) vernietet ist.
8. Lager nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Mantelfläche der Anschlaghülse (6) stoßdämpfend gum
miert ist.
9. Lager nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils eine aus der Hülse (5), der Anschlaghülse (6) und dem
Elastomerschubfederelement (7) bestehende Einheit in Längsrich
tung der Traverse (2) zu beiden Seiten des Haltebügels (3) im dazu
gleichen oder unterschiedlichen Abstand angeordnet ist.
10. Verwendung eines Lagers (1) nach einem der vorhergehenden An
sprüche als Schloßhalterlager für Heckklappen von Kraftfahrzeu
gen, bei dem ein Haken an der Heckklappe in den Haltebügel (3)
des Lagers (1) eingreift, dessen Hülse (5) als Widerlageranschluß
stück über die Öffnung (4) mit der Karosserie fest verbunden ist,
während die Traverse (2) des Lagers (1) durch das Elastomer
schubfederelement (7) von der Hülse (5) und somit von der Karos
serie des Kraftfahrzeuges bei geschlossener Heckklappe vollstän
dig schall- und schwingungsentkoppelt ist.
11. Schloßhalterlager nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß das kalibrierend vorgespannte Elastomerschubfederelement (7)
im schall- und schwingungsentkoppelten Arbeitsbereich im wesent
lichen auf Druck beansprucht ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19835625A DE19835625A1 (de) | 1998-08-06 | 1998-08-06 | Lager |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19835625A DE19835625A1 (de) | 1998-08-06 | 1998-08-06 | Lager |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19835625A1 true DE19835625A1 (de) | 2000-02-17 |
Family
ID=7876712
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19835625A Withdrawn DE19835625A1 (de) | 1998-08-06 | 1998-08-06 | Lager |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19835625A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102005026501B4 (de) * | 2005-06-09 | 2007-10-25 | GM Global Technology Operations, Inc., Detroit | Bauteil für einen Schließmechanismus eines Kraftfahrzeuges |
| CN109790729A (zh) * | 2016-12-19 | 2019-05-21 | 宝马股份公司 | 机动车车身锁的闭合弓、具有这种闭合弓的机动车车身锁以及相应地配备的机动车 |
| DE102015001447B4 (de) * | 2015-02-06 | 2024-09-26 | Brose Fahrzeugteile SE & Co. Kommanditgesellschaft, Würzburg | Elektromotor mit einem Entkopplungsring |
-
1998
- 1998-08-06 DE DE19835625A patent/DE19835625A1/de not_active Withdrawn
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102005026501B4 (de) * | 2005-06-09 | 2007-10-25 | GM Global Technology Operations, Inc., Detroit | Bauteil für einen Schließmechanismus eines Kraftfahrzeuges |
| DE102015001447B4 (de) * | 2015-02-06 | 2024-09-26 | Brose Fahrzeugteile SE & Co. Kommanditgesellschaft, Würzburg | Elektromotor mit einem Entkopplungsring |
| CN109790729A (zh) * | 2016-12-19 | 2019-05-21 | 宝马股份公司 | 机动车车身锁的闭合弓、具有这种闭合弓的机动车车身锁以及相应地配备的机动车 |
| CN109790729B (zh) * | 2016-12-19 | 2021-01-05 | 宝马股份公司 | 机动车车身锁的闭合弓、机动车车身锁以及机动车 |
| US11933089B2 (en) | 2016-12-19 | 2024-03-19 | Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft | Closing bar of a motor vehicle body lock, motor vehicle body lock comprising such a closing bar, and correspondingly equipped motor vehicle |
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: WOCO FRANZ JOSEF WOLF & CO.GMBH, 63628 BAD SODEN-S |
|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: WOCO AVS GMBH, 63628 BAD SODEN-SALMUENSTER, DE |
|
| 8141 | Disposal/no request for examination |