DE19833775A1 - Verfahren zum Trocknen von Wäsche und Wäschetrockner zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Trocknen von Wäsche und Wäschetrockner zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Die Wäsche wird durch wenigstens annähernd vertikal und schraubenförmig strömende Prozeßluft in Schwebe und in Rotation gehalten. Daher kann die Wäsche in einem unbewegten Trockenraum behandelt werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen von Wäsche in einer Prozeßluftströmung.
Ein derartiges Verfahren ist aus dem DE-GM 19 39 622 bekannt. Die bekannte Vorrichtung
enthält in einem luftdicht abgeschlossenen Behälter mehrere Ventilatoren oder Gebläse.
Entsprechend angeordnete Luftleitbleche sorgen dafür, daß innerhalb des Behälters durch
die Ventilatoren oder Gebläse verursachte, ineinanderströmende und sich vermischende
Luftumwälzkreise entstehen. Mittels elektrischer oder anderer Heizkörper wird die erzeugte
Umwälzluft laufend aufgeheizt. Die Luftleitbleche führen die Prozeßluft an den Seitenwänden
in den Trockenraum nach deren gehöriger Vermischung und Verwirbelung zu einem zentral
angeordneten Abluftkanal. Von dort aus kann die Prozeßluft entweder abgeführt oder mit
Frischluft vermischt oder unvermischt den Ventilatoren oder Gebläsen wieder zugeführt wer
den. Die Anordnung ist so getroffen, daß die Prozeßluft im Trockenraum entlang der Behäl
teraußenseiten nach oben geführt und im Zentrum des Behälters zum Abluftkanal wieder
nach unten geführt wird. Auf welche Weise die innerhalb des Trockenraums befindliche Wä
sche mit der Prozeßluft in Berührung kommt und von ihr gegebenenfalls durchlüftet wird,
geht aus der Gebrauchsmusterschrift nicht hervor. Wahrscheinlich werden sich die in der
Trockenkammer befindlichen Wäschestücke auf die Öffnungen des Abluftkanals legen, so
daß eine ausreichende Durchströmung der Wäsche mit Prozeßluft nicht mehr stattfinden
kann. Der Trocknungseffekt in dieser bekannten Vorrichtung ist damit sehr zweifelhaft.
In dieser Beziehung verbessert ist ein Trockenapparat für Wäsche für den Hausgebrauch
gemäß der DE-OS 15 85 604. Darin sind im Trockenraum Aufhängevorrichtungen in Form
von an einem Rahmen befestigten Aufhängestäben vorgesehen, über die Wäschestücke
zum Trocknen gehängt werden sollen. Dadurch liegen die Wäschestücke einzeln im Pro
zeßluftstrom und können großflächig vom Prozeßluftstrom berührt werden. Die Prozeßluft
hat damit Gelegenheit innerhalb kurzer Zeit Feuchtigkeit von den aufgehängten Wäsche
stücken aufzunehmen und abzutransportieren. Nachteil des bekannten Trockenapparates ist
die aufwendige Handhabung der Wäschestücke zur Vereinzelung und faltenfreien Anbrin
gung an den Aufhängestäben, damit die Wäschestücke faltenfrei ohne gegenseitige Berüh
rung im Prozeßluftstrom hängen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einer Bedienungsperson für einen Wäschetrock
ner die Arbeit so sehr wie möglich zu erleichtern und andererseits die Gerätschaft zum
Trocknen möglichst einfach und preiswert zu gestalten. Dabei soll der Trockenprozeß so
effektiv sein, daß mit geringem Energieaufwand in kurzer Zeit getrocknet werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs genannten Art da
durch gelöst, daß die Wäsche durch die wenigstens annähernd vertikal strömende Prozeß
luft in Schwebe und in Rotation gehalten wird. Dadurch gelingt es, die Prozeßluft auf inten
sivste Weise mit der Wäsche in Berührung zu bringen und deren Feuchtigkeit abzutranspor
tieren. Die Wäsche muß nicht in umständlicher Weise in der Trocknungsgerätschaft geord
net werden, sondern kann auf einfache Weise ungeordnet und vereinzelt in die Trockenkam
mer gelegt werden.
Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Rotation der Wä
sche dadurch erzielt werden, daß die Prozeßluftströmung um eine in Strömungsrichtung lie
gende Achse gewendelt ist. Vorteilhafterweise kann diese Wendel der Prozeßluftströmung
durch ein Gebläse erzeugt werden.
Zur Erzeugung des Schwebezustands der Wäsche ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Regelung vorgesehen. Wie weiter unten erläutert
wird, kann sich eine solche Regelung einfach gestaltet sein.
Zwar ist der Trocknungseffekt für schwebende und in Rotation gehaltene Wäsche mit Pro
zeßluft von Raumtemperatur bereits groß genug. Die Trocknungsdauer ist jedoch erheblich
dadurch verkürzbar, daß die Prozeßluft bei dem erfindungsgemäßen Verfahren beheizt wird.
Zweckmäßigerweise wird die Prozeßluft nach der Berührung mit der Wäsche durch eine
Kondensationsvorrichtung geführt. In einem Haushalt-Wäschetrockner zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist der Prozeßluftkanal in sich geschlossen. Die Trocken
kammer des Wäschetrockners besteht aus einem geschlossenen gehäusefesten Raum mit
verschließbarer Beschickungsöffnung sowie mit einem Drucklufteinlaß und einem Saugluft
auslaß, der zum Trockenraum hin mit einem Rückhaltesystem für die Wäsche abgeschirmt
ist. Der in sich geschlossene Prozeßluftkanal hat positive Auswirkungen auf die Gleichmä
ßigkeit der Strömung in der Trockenkammer. Diese wiederum ist ein geschlossener, gehäu
sefester Raum mit verschließbarer Beschickungsöffnung - im Gegensatz zu einer heute üb
lichen horizontal drehbaren Wäschetrommel, die im wesentlichen horizontal von der Prozeß
luft durchströmt wird. Die Trockenkammer hat einen unten angeordneten Drucklufteinlaß und
einen oben angeordneten Saugluftauslaß, zwischen denen sich eine annähernd vertikal ver
laufende Prozeßluftströmung bildet, die in der Trockenkammer lagernde Wäsche in Schwe
be halten kann. Damit bei Störungen der Prozeßluftströmung Wäsche nicht aus dem Troc
kenraum durch den Saugluftauslaß entweichen kann, ist der Saugluftauslaß mit einem Rück
haltesystem für die Wäsche abgeschirmt.
Zur Abscheidung der aus der Wäsche ausgetriebenen Feuchtigkeit enthält ein im Sinne der
Erfindung fortgebildeter Wäschetrockner im Prozeßluftkanal in Strömungsrichtung hinter
dem Saugluftauslaß einen Kondensatabscheider.
Um die in der Prozeßluft hin und her und auf und ab taumelnde Wäsche in Schwebung hal
ten zu können und vor einem zu starken Absinken oder Ansteigen zu schützen, ist ein vor
teilhaft ausgeführter Wäschetrockner gemäß der Erfindung mit einer Strömungsregeleinrich
tung für den Prozeßluftkanal versehen, die dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit vom Schwe
bezustand der Wäsche auf die Antriebsleistung des Gebläses einzuwirken.
Das Rückhaltesystem in einem fortgebildeten Wäschetrockner kann im einfachsten Fall aus
einem quer in der Luftströmung liegenden Maschengitter bestehen. Hierfür sind noch andere
Ausführungen möglich, die auch weitere Funktionen, z. B. die Entfernung von Flusen aus der
Prozeßluft, enthalten können.
Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels ist die Erfindung nach
stehend näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt einen schematischen seitlichen Durchblick durch einen Haus
halt-Wäschetrockner gemäß der Erfindung. In einem Gehäuse 1 ist die Trockenkammer 2 fest
stehend angeordnet, die unten vom einem Auflagegitter 3 und oben von einem Maschen
gitter 4 als Rückhaltesystem abgeschlossen ist. Unterhalb des Auflagegitters 3 ist ein Venti
lator 5 hoher Leistung angebracht, der von einem starken Elektromotor 6 betrieben wird.
Innerhalb des Gebläseraumes kann außerdem in hier nicht näher dargestellter Weise zur
Erwärmung der Prozeßluft eine Heizeinrichtung angeordnet sein. Neben der Trockenkam
mer 2 ist ein Prozeßluftkanal 7 dargestellt, der zur Rückführung der Prozeßluft dient. Im un
teren Teil des Prozeßluftkanals 7 ist noch eine Kondensationseinrichtung 8 angeordnet, an
der Wäschefeuchtigkeit aus der Prozeßluft abgeschieden werden kann, die als Kondensat in
einen unten angeordneten Auffangbehälter 9 abtropft. An einem hier nicht dargestellten Ort
des Gehäuses 1 hat der Wäschetrockner eine Beschickungsöffnung.
Feuchte Wäsche kann durch diese Beschickungsöffnung auf dem Ablagegitter 3 der Troc
kenkammer 2 abgelegt werden, woraufhin die Beschickungsöffnung zu schließen ist. Dann
wird ein Trocknungsvorgang eingeleitet. Dabei treibt der Motor 6 den Ventilator 5 an, dessen
hoher Luftdurchsatz - dargestellt durch drei Pfeile 10 - die Wäsche 11 vom Ablagegitter 3
anhebt und zwischen dem Ablagegitter 3 und dem Maschengitter 4 in der Schwebe hält. Die
Drehung des Ventilators 5 sorgt außerdem dafür, daß die Prozeßluftströmung (Pfeile 10) um
eine in der Strömungsrichtung innerhalb der Trocknungskammer liegende Achse 12 schrau
benförmig gewendelt ist. Durch diese Art der Strömung taumeln die einzelnen Wäsche
stücke in der Trockenkammer 2 hin und her und auf und ab, so daß sie intensiven Kontakt
mit der Prozeßluft erhalten. Dadurch gelingt eine äußerst schnelle Abführung der Wäsche
feuchtigkeit in die Prozeßluft und Trocknung der Wäsche 11.
Um die Wäsche in dem beschriebenen Schwebezustand zu halten, der durch das Taumeln
der Wäschestücke ständig gestört wird, ist eine Regeleinrichtung für die Strömungs
geschwindigkeit der Prozeßluft vorgesehen. Hierzu sind unterschiedliche Möglichkeiten vor
handen. Eine solche Regeleinrichtung kann aktiv oder passiv sein. Eine passive Möglichkeit
zur Strömungsregelung ist dadurch gegeben, daß die Kennlinie des Antriebsmotors 6 des
Gebläses abgestimmt ist auf die Widerstände im Strömungskanal, die sich durch die tau
melnden Wäschestücke ständig verändern. Bei starkem Strömungswiderstand muß die An
triebsleistung des Motors verringert werden und bei geringem Strömungswiderstand kann
sie erhöht werden. Mit einer entsprechenden Einrichtung der Drehzahl-Dreh
momenten-Kennlinie des Antriebsmotors ist eine Regelung des Schwebezustandes möglich.
Andererseits kann aber auch eine aktive Regeleinrichtung vorgesehen sein (hier nicht dar
gestellt), bei der der Schwebezustand der Wäsche unmittelbar abgefühlt wird. Dazu dienen
beispielsweise Ultraschall-Sensoren, mit welchen der Abstand der Wäsche vom Auflagegit
ter 3 oder vom Maschengitter 4 gemessen werden kann. Eine andere Möglichkeit zur Über
wachung des Schwebezustandes besteht in der Erfassung der Wäschestücke innerhalb des
Trockenraumes durch Mikrowellen. Außerdem läßt sich ein Differenzdruck zwischen den
Drücken in der Trockenkammer 2 unterhalb der Wäsche und oberhalb der Wäsche ermitteln,
aus dem ebenfalls auf den Schwebezustand der Wäsche geschlossen werden kann. Solche
Sensoreinrichtungen können schließlich Signale an eine Auswerteeinrichtung geben, die
daraus Regelmaßnahmen auf den Antrieb des Gebläses 5 einleitet.
Claims (10)
1. Verfahren zum Trocknen von Wäsche in einer Prozeßluftströmung, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Wäsche (11) durch die wenigstens annähernd vertikal strömende
Prozeßluft (Pfeile 10) in Schwebe und in Rotation gehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Prozeßluft (Pfeile 10)
selbst um eine in Strömungsrichtung liegende Achse (12) rotiert.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotation der Prozeßluft
(Pfeile 10) durch ein Gebläse (5) erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwe
bezustand der Wäsche (11) durch eine Regelung gehalten wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Prozeß
luft (Pfeile 10) beheizt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Prozeß
luft (Pfeile 10) nach der Berührung mit der Wäsche (11) durch eine Kondensationsvor
richtung (8) geführt wird.
7. Haushalt-Wäschetrockner mit einer Trockenkammer für Wäsche und einem Prozeßluft
kanal mit einem Gebläse zur Durchführung eines Verfahrens gemäß einem der Ansprü
che 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Prozeßluftkanal (2, 7) in sich geschlossen
ist und die Trockenkammer (2) aus einem geschlossenen, gehäusefesten Raum mit ver
schließbarer Beschickungsöffnung sowie mit einem Drucklufteinlaß (3) und einem Saug
luftauslaß (4) besteht, der zum Trockenraum (2) hin mit einem Rückhaltesystem (4) für
die Wäsche (11) abgeschirmt ist.
8. Wäschetrockner nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß im Prozeßluftkanal (7)
in Strömungsrichtung hinter dem Saugluftauslaß (4) eine Kondensationseinrichtung (8)
angeordnet ist.
9. Wäschetrockner nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Strömungs
regeleinrichtung für den Prozeßluftkanal (2, 5, 7) vorgesehen ist, die dazu eingerichtet ist,
in Abhängigkeit vom Schwebezustand der Wäsche (11) auf die Antriebsleistung des
Gebläses (5) einzuwirken.
10. Wäschetrockner nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das
Rückhaltesystem aus einem quer in der Luftströmung (Pfeile 10) liegenden Maschen
gitter (4) besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833775A DE19833775A1 (de) | 1998-07-27 | 1998-07-27 | Verfahren zum Trocknen von Wäsche und Wäschetrockner zur Durchführung des Verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
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Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE19833775A1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102008032801A1 (de) | 2008-07-11 | 2010-01-14 | BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH | Abluftwäschetrockner |
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| DE102013007028A1 (de) * | 2013-04-24 | 2014-10-30 | Herbert Kannegiesser Gmbh | Verfahren zum Trocknen von Wäschestücken und Trockner |
| DE102014100671A1 (de) | 2014-01-22 | 2015-07-23 | Miele & Cie. Kg | Wäschetrockner mit feststehender Wäschetrommel |
| CN114134696A (zh) * | 2021-11-30 | 2022-03-04 | 麦吉科集成房屋股份有限公司 | 洗涤衣物用旋风发生塔 |
-
1998
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