DE19832601C1 - Elementverbindungsplan für ein elektronisches Stellwerk - Google Patents
Elementverbindungsplan für ein elektronisches StellwerkInfo
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Abstract
An den Stoßstellen der Datenelemente (W1 bis W3; FSZ1 bis FSZ3) für die im Gleisplan benachbarten Gleiselemente (w1 bis w3; s1 bis s3) sind gesonderte Datenelemente (ST1 bis ST4) in den Elementverbindungsplan eingefügt. Diese gesonderten Datenelemente verarbeiten die Meldungen der Gleisüberwachung (GFM) für die Gleiselemente der jeweils benachbarten Datenelemente. Sie prüfen auch, ob die Bedingungen für die Auflösung der einzelnen Gleiselemente erfüllt sind oder nicht; sind die Auflösebedingungen erfüllt, so veranlassen sie das Löschen der Fahrstraßeninformationen im Datenelement desjenigen Gleiselementes, für die diese Bedingungen erfüllt sind.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Elementverbindungsplan
nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Ein derartiger
Elementverbindungsplan ist aus der DE 43 20 574 A1 bekannt.
Dort wird eine Einrichtung zum Behandeln von Spurfunktionen
in elektronischen Stellwerken vorgestellt, bei der jedem
Gleisfreimeldeabschnitt im Stellwerk in der Verarbeitungslo
gik ein gesondertes Gleisabschnittselement zugeordnet ist,
das für alle zugehörigen Gleiselemente bestimmte Spurfunktio
nen realisiert. Die Programme für die Realisierung dieser
Spurfunktionen, vornehmlich die Gleisüberwachung im Fahrstra
ßenverband und die Auflösung, sind in der Verarbeitungslogik
der Gleiselemente nicht mehr vorhanden. Die Gleisabschnittse
lemente sind so im stellwerkseitigen Spurverband plaziert, daß
sie in der Nachbildung des betreffenden Gleisfreimeldeab
schnittes eine Stelle einnehmen, die von allen möglichen
Fahrwegen über diesen Gleisfreimeldeabschnitt berührt wird;
sie werden deshalb bei jeder Fahrstraßenbehandlung, die sich
auf das zugehörige Gleiselement bezieht, aufgegriffen und
hinsichtlich der gespeicherten Überwachungsmeldungen abge
fragt. In den Gleisabschnittselementen werden auch die Auflö
sebedingungen der jeweils eingestellten Fahrstraße behandelt,
wozu dort zusätzlich zu den eigenen Frei- und Besetztmeldun
gen auch die der im Elementverbindungsplan benachbarten
Gleisabschnittselemente bewertet werden. Hierzu müssen sich
die benachbarten Gleisabschnittselemente austauschen. Der
Vorteil der bekannten Einrichtung besteht darin, daß sich
durch die Auslagerung der Freimelde- und Auflösebedingungen
aus den Datenelementen der Gleiselemente und die Zuordnung zu
jeweils einem Gleisabschnittselement die Auflösebearbeitung
insbesondere für den Fall mehrerer gemeinsam überwachter
Gleiselemente wesentlich vereinfacht gegenüber einer Anord
nung, bei der die Gleisüberwachungsmeldungen jedem einzelnen
der Gleiselemente zugeordnet werden müssen. Problematisch ist
es, die Gleisabschnittselemente immer so im Elementverbin
dungsplan anzuordnen, daß sie von allen möglichen Fahrwegen
über den betreffenden Gleisabschnitt tatsächlich berührt wer
den; es gibt deshalb Fälle, in denen für gemeinsam überwachte
Gleiselemente jeweils zwei oder auch drei Gleisabschnittsele
mente eingerichtet werden müssen. Problematisch ist auch die
Kommunikation der im Elementverbindungsplan benachbarten
Gleisabschnittselemente zur Realisierung der Auflösefunkti
on; die Gleisfreimeldungen benachbarter Gleisabschnittselemen
te werden entweder spurplanmäßig über die zugehörigen Gleise
lemente oder adressenorientiert übermittelt. Beides bindet
Rechnerkapazität.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Elementver
bindungsplan nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 so
weiterzubilden, daß auf die individuelle Anordnung von Gleis
abschnittselementen an zentraler Stelle einer Gleiselemen
tanordnung und auf die Übermittlung von Gleisfrei- und
-besetztmeldungen benachbarter Gleisabschnittselemente über
die Datensätze der dazwischenliegenden Gleiselemente verzich
tet werden kann.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruches 1. Danach werden die den ein
zelnen Gleiselementen zugeordneten Gleisabschnittselemente
ersetzt durch Elemente, die den Stoßstellen benachbarter
Gleiselemente zugeordnet sind. Diese Elemente werden von bei
den benachbarten Gleiselementen mit Gleisüberwachungsmeldun
gen versorgt und prüfen die Auflösebedingungen auf. Nach der
Lehre des Anspruches 2 veranlassen sie in besonders vorteil
hafter Weise bei Erfüllung der Auflösebedingungen das Auflö
sen der zugehörigen Gleiselemente, indem sie in den diesen
zugeordneten Datensätzen die Fahrstraßeninformationen lö
schen.
Die Erfindung ist nachstehend anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die
Zeichnung zeigt in
Fig. 1 einen Ausschnitt aus dem Gleisplan, in
Fig. 2 die Ausbildung des zugehörigen nach dem Stand der
Technik ausgebildeten Elementverbindungsplanes und
in
Fig. 3 den erfindungsgemäßen Elementverbindungsplan mit zu
sätzlichen Datensätzen zwischen den logischen Ele
menten benachbarter Gleiselemente.
Fig. 1 zeigt in ausschnittsweiser Darstellung den Gleisplan
einer Bahnanlage. Dieser Gleisplan umfaßt drei Weichen w1 bis
w3, einen durch Lichtsignale s2 und s3 gesicherten Gleisab
schnitt zwischen den Weichen w1 und w2 sowie einen entspre
chenden, an die spitze Seite der Weiche w1 angrenzenden
Gleisabschnitt, von dem in der Zeichnung lediglich das Licht
signal s1 zu sehen ist.
In Fig. 2 ist die Abbildung dieses Gleisplanes in Datenele
mente dargestellt, wie sie zur Behandlung von Spurfunktionen
in einem elektronischen Stellwerk üblicherweise vorgenommen
wird. Bei diesem elektronischen Stellwerk handelt es sich
vorzugsweise um ein nach dem Spurplanprinzip arbeitendes
Stellwerk; das Stellwerk kann jedoch auch nach dem Verschluß
tafelprinzip arbeiten, wobei dann der Aufgriff der einzelnen
Datenelemente möglicherweise ein anderer ist als bei einem
Spurplanstellwerk. Den drei Weichen w1 bis w3 sind die Daten
sätze W1 bis W3, den Signalen s1 bis s3 die Datensätze FSZ S1
bis FSZ S3 zugeordnet; die Bezeichnung FSZ steht dabei für
Fahrwegelement Start/Ziel. Die Datenelemente beinhalten als
Datensätze die Kennzeichnung der betreffenden Gleiselemente
auch in ihrer geographischen Anordnung zueinander und be
schreiben ihre aktuelle Betriebssituation im Rahmen der Fahr
straßenbeanspruchung. Die Verbindungslinien zwischen den Da
tenelementen bilden zusammen mit den Datenelementen den Ele
mentverbindungsplan, in dem die Datenelemente im Stellwerk in
gleicher Weise aufeinanderfolgen wie die entsprechenden Glei
selemente der Bahnanlage. Bei diesen Verbindungslinien han
delt es sich nicht unbedingt um Leitungen zwischen den ein
zelnen Datenelemente, sondern in erster Linie um Kommunikati
onsverbindungen, die vorübergehend, vorzugsweise adressenori
entiert, zustande kommen. Unterhalb der Datenelemente sind
die Gleisfreimeldungen GFM der zugehörigen Gleiselemente dar
gestellt. Als Gleisfreimeldeeinrichtungen kommen insbesondere
Gleisstromkreise und Achszähler zur Anwendung. Jede Gleis
freimeldeeinrichtung übermittelt entsprechend den örtlichen
Gegebenheiten Besetzt- oder Freimeldungen für den von ihr
überwachten Gleisabschnitt an das jeweils zugehörige Da
tenelement. Hinsichtlich des zwischen den Weichen w1 und w2
gelegenen Abschnittes wird dessen Überwachungsmeldung sowohl
an das Datenelement FSZ S2 als auch an das Datenelement FSZ
S3 übermittelt. Bei einem herkömmlichen elektronischen Stell
werk werden die Gleisüberwachungsmeldungen in den Datenele
menten bewertet. Aus den Überwachungsmeldungen für das eigene
Fahrwegelement und die Überwachungsmeldung der angrenzenden
Fahrwegelemente werden so in den einzelnen Datenelementen
z. B. die Bedingungen für das Auflösen der betreffenden Ele
mente geprüft. Dabei kommt es auf die Reihenfolge an, in der
aufeinanderfolgend befahrene Gleiselemente besetzt- und wie
der freigemeldet werden.
Insbesondere bei mehreren gemeinsam isolierten Gleiselementen
ist es bislang erforderlich, die diesen Elementen zugeordne
ten Gleisüberwachungsmeldungen mehrfach bei den einzelnen
Gleiselementen des gemeinsam isolierten Gleisabschnittes un
terzubringen, d. h. die Gleisüberwachungsprozedur weicht ab
von der bei nicht gemeinsam überwachten Gleiselementen. Dies
macht die Auflöseprozedur insgesamt unübersichtlich. Wün
schenswert wäre es, alle Gleiselemente bzw. Datenelemente ei
ner Bahnanlage in völlig gleicher Weise zu behandeln. Der in
Fig. 3 dargestellte Elementverbindungsplan ermöglicht dies.
Zunächst einmal zeigt Fig. 3 die bereits aus Fig. 2 bekann
ten Datenelemente der Weichen und Signale; dieses tragen die
gleichen Bezeichnungen wie die entsprechenden Datenelemente
des Elementverbindungsplans gemäß Fig. 2. An den Stoßstellen
der Datenelemente von im Gleisplan benachbarten Gleiselemen
ten sind gesonderte Datenelemente ST1 bis ST4, sog. Stoßele
mente, eingefügt. Wie aus der Darstellung zu erkennen ist,
sind auch den Datenelementen FSZS2 und FSZS3 für den gemein
sam überwachten Gleisabschnitt zwischen den Signalen s2 und
s3 an den Stoßstellen zwei gesonderte Datenelemente ST2 bzw.
ST3 zugeordnet, d. h. diese gemeinsamen isolierten Gleisele
mente S2, S3 werden in gleicher Weise behandelt wie separat isolier
te Gleiselemente. Die gesonderten Datenelemente nehmen die
ihnen von den Gleisüberwachungseinrichtungen der Gleiselemen
te für die im Elementverbindungsplan benachbarten Datenele
mente gelieferten Gleisfrei- und -besetztmeldungen auf und
prüfen anhand der übermittelten Frei- und Besetztmeldungen,
ob die vorgegebenen Auflösebedingungen erfüllt sind oder
nicht. Dabei wird die Reihenfolge der nach dem Besetzen auf
laufenden Freimeldungen für die Gleiselemente der im Element
verbindungsplan benachbarten Datenelementen festgestellt und
bewertet. Stellt ein gesondertes Datenelement anhand der Rei
henfolge, in der die zugehörigen Gleiselemente besetzt und
freigemeldet wurden fest, daß die Auflösebedingungen für ein
ihm im Elementverbindungsplan benachbartes Datenelement er
füllt sind, so veranlaßt es in diesem Datenelement das Lö
schen der dort noch vorhandenen Fahrstraßeninformationen. Der
Auflösevorgang ist damit aus den den Gleiselementen zugeord
neten Datenelementen herausgelöst und findet nunmehr aus
schließlich in den gesonderten Datenelementen statt, die
hierzu mit den Gleisfreimeldungen der zugehörigen Gleisele
mente versorgt werden.
Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, folgt der Aufbau des erfin
dungsgemäßen Elementverbindungsplans unabhängig davon, ob und
wieviele Gleiselemente gemeinsam überwacht werden, jeweils
nach dem gleichen Schema. Dadurch, daß an den Stoßstellen der
Datenelemente für die einzeln oder gemeinsam überwachten
Gleiselemente gesonderte Datenelemente installiert werden,
welche die Gleisüberwachungsmeldungen der Gleiselemente für
die im Elementverbindungsplan benachbarten Datenelemente ver
arbeiten können dort die Auflösebedingungen geprüft werden.
Die Gleisüberwachungsmeldungen werden diesen gesonderten Da
tenelementen auf direktem Wege ohne zwischengeschaltete Ver
zweigungselemente zugeführt. Zwischen den im Elementverbin
dungsplan benachbarten gesonderten Datenelementen können sich
beliebig viele Datenelemente für gemeinsam überwachte Gleise
lemente befinden. Gerade bezüglich solcher mitunter unüber
sichtlicher Gleiskonstellationen schafft der erfindungsgemäße
Elementverbindungsplan durch die Anwendung und Einbeziehung
von Stoßelementen an den Stoßstellen der üblicherweise vorge
sehenen Datenelemente die Voraussetzung für die Gleichbehand
lung aller Gleiselemente bei der Fahrstraßenauflösung unab
hängig davon, ob sie einzeln oder zu mehreren gemeinsam iso
liert sind.
Claims (2)
1. Elementverbindungsplan für ein elektronisches Stellwerk
mit den Gleiselementen (S1 bis S3, W1 bis W3) der Außenanlage
zugeordneten Datenelementen (FSZS1 bis FSZS3; W1 bis W3) min
destens zum Beschreiben der aktuellen Betriebssituationen der
Gleiselemente, wobei die Angaben zur Gleisfrei- und -besetzt
meldung für alle einzeln und gemeinsam isolierten Gleisele
mente (z. B. W1) stellwerkseitig in Datenelementen (z. B. W1)
hinterlegt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils an den Stoßstellen von den Gleiselementen (s1 bis s3, w1 bis w3) zugeordneten Datenelementen (FSZS1 bis FSZS3, W1 bis W3) in den die Elementverkettung beschreibenden Ele mentverbindungsplan der Datenelemente gesonderte Datenelemen te (ST1 bis ST4) eingefügt sind, wobei die letztgenannten Da tenelemente (z. B. W1; FSZS2, FSZS3) jeweils einem isolierten Gleiselement (w1) oder mehreren gemeinsam isolierten Glei selementen (S2, S3) zugeordnet sind, und
daß die Datensätze der gesonderten Datenelemente (z. B. ST1) die Frei- und Besetztmeldungen für die Gleiselemente (w1, s1) der im Elementverbindungsplan benachbarten Datenelemente (W1, FSZ1) beinhalten.
daß jeweils an den Stoßstellen von den Gleiselementen (s1 bis s3, w1 bis w3) zugeordneten Datenelementen (FSZS1 bis FSZS3, W1 bis W3) in den die Elementverkettung beschreibenden Ele mentverbindungsplan der Datenelemente gesonderte Datenelemen te (ST1 bis ST4) eingefügt sind, wobei die letztgenannten Da tenelemente (z. B. W1; FSZS2, FSZS3) jeweils einem isolierten Gleiselement (w1) oder mehreren gemeinsam isolierten Glei selementen (S2, S3) zugeordnet sind, und
daß die Datensätze der gesonderten Datenelemente (z. B. ST1) die Frei- und Besetztmeldungen für die Gleiselemente (w1, s1) der im Elementverbindungsplan benachbarten Datenelemente (W1, FSZ1) beinhalten.
2. Elementverbindungsplan nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die in den gesonderten Datenelementen (z. B. ST1) hinter
legten, von der Reihenfolge der Besetzt- und Freimeldungen
der jeweils benachbarten einzeln oder gemeinsam isolierten
Gleiselemente (w1, s1) abhängigen Daten das Löschen der Fahr
straßeninformationen in jeweils dem Datenelement (W1, FSZ1)
veranlassen, für dessen Gleiselement die Auflösebedingungen
erfüllt sind.
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