DE19829605C1 - Strangabzugsverfahren - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Strangabzugsverfahren für einen in einer Bogenstranggießanlage gegossenen Metallstrang (5), insbesondere ein Stahlband (5), wobei der Metallstrang (5) zunächst aus einer Gießkokille (1) senkrecht abgezogen wird, dem Metallstrang (5) sodann in einem mit einem Eingangsmoment (F¶e¶) angetriebenen Bogeneingangstreiber (3) eine Bogenform aufgeprägt wird und der Metallstrang (5) schließlich nach Erreichen einer waagrechten Stranglaufrichtung (x) in einem mit einem Ausgangsmoment (F¶a¶) angetriebenen Bogenausgangstreiber (4) geradegerichtet wird. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß dem Bogeneingangstreiber (3) eine Eingangs- (v¶e¶) und dem Bogenausgangstreiber (4) eine Ausgangsgeschwindigkeit (v¶a¶) vorgegeben werden, daß das Eingangs- (F¶e¶) und das Ausgangsmoment (F¶a¶) erfaßt werden und daß die Ausgangsgeschwindigkeit (v¶a¶) derart eingestellt wird, daß sowohl das Eingangs- (F¶e¶) als auch das Ausgangsmoment (F¶a¶) einen positiven Wert aufweisen.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Strangabzugsverfahren für einen in einer
Bogenstranggießanlage gegossenen Metallstrang, insbesondere ein Stahlband,
wobei der Metallstrang zunächst aus einer Gießkokille senkrecht abgezogen wird,
dem Metallstrang sodann in einem mit einem Eingangsmoment angetriebenen
Bogeneingangstreiber eine Bogenform aufgeprägt wird und der Metallstrang
schließlich nach Erreichen einer waagrechten Stranglaufrichtung in einem mit ei
nem Ausgangsmoment angetriebenen Bogenausgangstreiber geradegerichtet
wird.
Derartige Strangabzugsverfahren sind allgemein bekannt. Bei ihnen wird der ge
gossene Metallstrang mittels eines angetriebenen Bogeneingangstreibers, auch
Biegetreiber genannt, aus der Senkrechten in eine Bogenform abgebogen. Nach
Erreichen der Waagrechten wird der Metallstrang dann mittels eines angetriebe
nen Bogenausgangstreibers, auch Richttreiber genannt, wieder gerade gebogen,
so daß er die Bogenstranggießanlage in einer waagrechten Stranglaufrichtung
verläßt.
Im optimalen Fall verläuft der Strang zwischen dem Bogeneingangs- und dem Bo
genausgangstreiber weitgehend kreisbogenförmig. Bereits geringfügige Ge
schwindigkeitsunterschiede zwischen den Treibern führen aber dazu, daß der
Metallstrang aus seiner Ideallinie ausgelenkt wird. Der Metallstrang verläuft dann
entweder sehnenförmig oder hängt sackartig durch. Die Geschwindigkeitunter
schiede können daher zu Betriebsstörungen bis hin zu einer Unterbrechung des
Gießbetriebes führen. Ferner wird in jedem Fall die Qualität des gegossenen Me
tallstrangs negativ beeinflußt.
Aus dem Fachbuch "Stranggießen von Stahl - Einführung und Grundlagen"
von Hans Schrewe, Verlag Stahleisen mbH, Düsseldorf 1987, Seiten 13 und
46 bis 50 ist ein Strangabzugsverfahren für einen in einer Bogenstranggieß
anlage gegossenen Metallstrang, insbesondere ein Stahlband, bekannt, wo
bei der Metallstrang zunächst aus einer Gießkokille senkrecht abgezogen
wird, dem Metallstrang sodann in einem Bogeneingangstreiber eine Bogen
form aufgeprägt wird, der Metallstrang sodann in einem Vielrollenantrieb ge
führt wird und der Metallstrang in mehreren Schritten gerade gerichtet wird,
so daß er nach Erreichen einer waagrechten Stranglaufrichtung aus der Bo
genstranggießanlage ausläuft.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Strangabzugsverfahren
zur Verfügung zu stellen, mittels dessen ein Abweichen des gegossenen Metall
strangs von seiner Ideallinie möglichst vermieden wird.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß dem Bogeneingangstreiber eine Eingangs-
und dem Bogenausgangstreiber eine Ausgangsgeschwindigkeit vorgegeben wer
den, daß das Eingangs- und das Ausgangsmoment erfaßt werden und daß die
Ausgangsgeschwindigkeit derart eingestellt wird, daß sowohl das Eingangs- als
auch das Ausgangsmoment einen positiven Wert aufweisen.
Vorzugsweise wird die Ausgangsgeschwindigkeit erniedrigt, wenn der Quotient
von Ausgangsmoment zu Eingangsmoment einen Quotientensollwert übersteigt,
und umgekehrt die Ausgangsgeschwindigkeit erhöht, wenn der Quotient von Aus
gangsmoment zu Eingangsmoment den Quotientensollwert unterschreitet. Denn
dadurch wird die Ideallinie noch besser eingehalten.
Vorzugsweise wird der Quotientensollwert erhöht, wenn nach einem Erniedrigen
der Ausgangsgeschwindigkeit die Summe von Ausgangsmoment und Eingangs
moment steigt und umgekehrt der Quotientensollwert erniedrigt, wenn nach einem
Erhöhen der Ausgangsgeschwindigkeit die Summe von Ausgangsmoment und
Eingangsmoment steigt. Denn dadurch stellt die Bogenstranggießanlage selbsttä
tig einen optimalen Strangverlauf ein. Gleichzeitig wird sie mit minimalem Ener
gieaufwand betrieben.
Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschrei
bung eines Ausführungsbeispiels. Dabei zeigen in Prinzipdarstellung
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Bogenstranggießanlage und
Fig. 2 ein Flußdiagramm zur Steuerung der Bogenstranggießanlage.
Gemäß Fig. 1 weist eine Bogenstranggießanlage eine Gießkokille 1, einen dar
unter angeordneten Kühlkörper 2, einen Bogeneingangstreiber 3 und einen Bo
genausgangstreiber 4 auf. In der Gießkokille 1 wird flüssiges Metall, z. B. Stahl, zu
einem Metallstrang 5, z. B. einem Vorband, gegossen. Das Metall erstarrt zunächst
an seinen Außenseiten und wird mit noch flüssigem Kern senkrecht aus der Gieß
kokille 1 abgezogen. Beim Durchlaufen des Kühlkörpers 2 wird der Metallstrang 5
soweit abgekühlt, daß er auch in seinem Kern durcherstarrt.
Nach dem Durcherstarren durchläuft der Metallstrang 5 den Bogeneingangstreiber
3. Der Bogeneingangstreiber 3 weist angetriebene Eingangsrollen 6 auf. Die Ein
gangsrollen 6 werden mit einem Eingangsmoment Fe angetrieben. Mittels der Ein
gangsrollen 6 wird der Metallstrang 5 mit einer Gießgeschwindigkeit VG aus der
Gießkokille 1 abgezogen. Ferner wird dem Metallstrang 5 mittels einer Biegerolle
6' eine Bogenform aufgeprägt, d. h. er wird aus der Senkrechten abgebogen.
Nach Durchlaufen des Bogeneingangstreibers 3 läuft der Metallstrang 5 frei
bis zum Bogenausgangstreiber 4. Nach dem Eintreten des Metallstrangs 5 in
den Bogenausgangstreiber 4 erreicht der Metallstrang 5 eine waagrechte
Stranglaufrichtung x. Der Bogenausgangstreiber 4 weist angetriebene Aus
gangsrollen 7 auf. Die Ausgangsrollen 7 werden mit einem Ausgangsmoment Fa
angetrieben. Mittels der Ausgangsrollen 7 wird der Metallstrang 5 weitergefördert.
Ferner wird der Metallstrang 5 mittels der Ausgangsrollen 6 wieder geradegerich
tet, d. h. er wird aus der Bogenform in die Waagrechte zurückgebogen.
Die Antriebe für den Bogeneingangstreiber 3 und den Bogenausgangstreiber 4
können beliebiger Art sein. Meist werden Elektromotoren eingesetzt. Insbesondere
bei Elektromotoren sind die aufgebrachten Momente Fe, Fa leicht erfaßbar.
Der Bogeneingangstreiber 3 und der Bogenausgangstreiber 4 sind geschwindig
keitsgeregelt. Ihnen werden also eine Eingangs- und eine Ausgangsgeschwindig
keit ve, va vorgegeben. Die Eingangsgeschwindigkeit ve ist dabei durch die Gieß
geschwindigkeit vG vorgegeben. Die Ausgangsgeschwindigkeit va hingegen steht
als Regelparameter zur Verfügung. Anstelle der Geschwindigkeiten ve, va können
selbstverständlich auch die Drehzahlen der Rollen 6, 7 geregelt werden.
Zum Regeln der Ausgangsgeschwindigkeit va werden gemäß Fig. 2 das Ein
gangs- und das Ausgangsmoment Fe, Fa erfaßt. Wenn das Eingangsmoment Fe
einen negativen Wert aufweist, wird die Ausgangsgeschwindigkeit va erniedrigt, da
dann der Metallstrang 5 vom Bogenausgangstreiber 4 zu schnell gefördert wird.
Wenn umgekehrt das Ausgangsmoment Fa einen negativen Wert aufweist, wird
die Ausgangsgeschwindigkeit va erhöht, da dann der Metallstrang 5 vom Bo
genausgangstreiber 4 zu langsam gefördert wird. Wenn sowohl das Eingangs- als
auch das Ausgangsmoment Fe, Fa einen positiven Wert aufweisen, ist die Förder
leistung auf beide Treiber 3, 4 verteilt, was dem anzustrebenden Zustand ent
spricht. Im Ergebnis wird also die Ausgangsgeschwindigkeit va derart eingestellt
wird, daß sowohl das Eingangs- als auch das Ausgangsmoment Fe, Fa einen posi
tiven Wert aufweisen.
Um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Förderleistung auf beide Treiber 3,
4 zu gewährleisten, wird ein Quotientensollwert n festgelegt. Wenn der Quotient
von Ausgangsmoment Fa zu Eingangsmoment Fe den Quotientensollwert n über
steigt, wird die Ausgangsgeschwindigkeit va erniedrigt. Wenn umgekehrt der Quo
tient von Ausgangsmoment Fa zu Eingangsmoment Fe den Quotientensollwert n
unterschreitet, wird die Ausgangsgeschwindigkeit va erhöht. Der Quotientensoll
wert n weist vorzugsweise einen Wert oberhalb von Eins auf.
Das Erhöhen bzw. Erniedrigen der Ausgangsgeschwindigkeit va ist gemäß Fig. 2
ein iterativer Prozeß. Bei jeder Iteration wird die Summe S von Ausgangsmoment
Fa und Eingangsmoment Fe gebildet und mit der Summe S' von Ausgangsmoment
Fa' und Eingangsmoment Fe' der vorhergehenden Iteration verglichen. Wenn die
Summe S von Ausgangsmoment Fa und Eingangsmoment Fe der aktuellen Iterati
on die Summe S' von Ausgangsmoment Fa' und Eingangsmoment Fe' der vorher
gehenden Iteration nicht übersteigt, bleibt der Quotientensollwert n unverändert.
Wenn hingegen die Summe S von Ausgangsmoment Fa und Eingangsmoment Fe
der aktuellen Iteration die Summe S' von Ausgangsmoment Fa' und Eingangsmo
ment Fe' der vorhergehenden Iteration übersteigt, ist dies ein Indiz dafür, daß die
Bogenstranggießanlage noch nicht optimal betrieben wird. In diesem Fall wird der
Quotientensollwert n erhöht, wenn zuvor die Ausgangsgeschwindigkeit va ernied
rigt wurde. Umgekehrt wird der Quotientensollwert n erniedrigt, wenn zuvor die
Ausgangsgeschwindigkeit va erhöht wurde.
Mittels des erfindungsgemäßen Strangabzugsverfahrens stellt sich unabhängig
von weiteren Parametern wie z. B. der Strangtemperatur, der Strangbreite und -
dicke, der Gießgeschwindigkeit vG, der Änderung der Rollendurchmesser durch
Verschleiß und der gegossenen Metallart und -qualität automatisch ein optimaler
Betrieb der Bogenstranggießanlage ein. Dies ist besonders bei Dünnbrammen
gießanlagen, mit denen Brammen mit Dicken zwischen 40 mm und 100 mm ge
gossen werden, von Bedeutung. Denn bei Dünnbrammengießanlagen ist die
Gießgeschwindigkeit vG erheblich größer als bei konventionellen Brammenanla
gen, so daß ohne korrigierende Regelung schnell kritische Anlagenzustände er
reicht werden. Darüber hinaus werden mit dem erfindungsgemäßen Strangab
zugsverfahren die Schwingungsneigung des Metallstranges 5 unterdrückt bzw.
gedämpft und ein Durchrutschen des Metallstranges 5 verhindert. Auch wird die
Geometrie des Metallstranges 5 verbessert. Schließlich wird die Neigung des
Metallstranges 5 zum Schräglaufen reduziert, was unter anderem zu einem ver
besserten Einlaufverhalten in der Bogenstranggießanlage nachgeschaltete Ein
heiten führt.
1
Gießkokille
2
Kühlkörper
3
Bogeneingangstreiber
4
Bogenausgangstreiber
5
Metallstrang
6
Eingangsrollen
6
'Biegerolle
7
Ausgangsrollen
Fa
Fa
, Fa
', Fe
, Fe
'Momente
nQuotientensollwert
S, S'Summen
va
nQuotientensollwert
S, S'Summen
va
, ve
, vG
Geschwindigkeiten
xStranglaufrichtung
xStranglaufrichtung
Claims (3)
1. Strangabzugsverfahren für einen in einer Bogenstranggießanlage gegosse
nen Metallstrang (5), insbesondere ein Stahlband (5),
wobei der Metallstrang (5) zunächst aus einer Gießkokille (1) senkrecht ab gezogen wird,
wobei dem Metallstrang (5) sodann in einem mit einem Eingangsmoment (Fe) angetriebenen Bogeneingangstreiber (3) eine Bogenform aufgeprägt wird und
wobei der Metallstrang (5) schließlich nach Erreichen einer waagrechten Stranglaufrichtung (x) in einem mit einem Ausgangsmoment (Fa) angetriebe nen Bogenausgangstreiber (4) geradegerichtet wird,
wobei dem Bogeneingangstreiber (3) eine Eingangs- (ve) und dem Bo genausgangstreiber (4) eine Ausgangsgeschwindigkeit (va) vorgegeben wer den,
wobei das Ausgangsmoment (Fa) erfaßt wird, dadurch gekennzeichnet, daß auch das Eingangsmoment (Fe) erfaßt wird und daß die Ausgangsge schwindigkeit (va) derart eingestellt wird, daß sowohl das Eingangs- (Fe) als auch das Ausgangsmoment (Fa) einen positiven Wert aufweisen.
wobei der Metallstrang (5) zunächst aus einer Gießkokille (1) senkrecht ab gezogen wird,
wobei dem Metallstrang (5) sodann in einem mit einem Eingangsmoment (Fe) angetriebenen Bogeneingangstreiber (3) eine Bogenform aufgeprägt wird und
wobei der Metallstrang (5) schließlich nach Erreichen einer waagrechten Stranglaufrichtung (x) in einem mit einem Ausgangsmoment (Fa) angetriebe nen Bogenausgangstreiber (4) geradegerichtet wird,
wobei dem Bogeneingangstreiber (3) eine Eingangs- (ve) und dem Bo genausgangstreiber (4) eine Ausgangsgeschwindigkeit (va) vorgegeben wer den,
wobei das Ausgangsmoment (Fa) erfaßt wird, dadurch gekennzeichnet, daß auch das Eingangsmoment (Fe) erfaßt wird und daß die Ausgangsge schwindigkeit (va) derart eingestellt wird, daß sowohl das Eingangs- (Fe) als auch das Ausgangsmoment (Fa) einen positiven Wert aufweisen.
2. Strangabzugsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausgangsgeschwindigkeit (va) erniedrigt wird, wenn der Quotient von Ausgangsmoment (Fa) zu Eingangsmoment (Fe) einen Quotientensollwert (n) übersteigt, und
daß umgekehrt die Ausgangsgeschwindigkeit (va) erhöht wird, wenn der Quotient von Ausgangsmoment (Fa) zu Eingangsmoment (Fe) den Quotien tensollwert (n) unterschreitet.
daß die Ausgangsgeschwindigkeit (va) erniedrigt wird, wenn der Quotient von Ausgangsmoment (Fa) zu Eingangsmoment (Fe) einen Quotientensollwert (n) übersteigt, und
daß umgekehrt die Ausgangsgeschwindigkeit (va) erhöht wird, wenn der Quotient von Ausgangsmoment (Fa) zu Eingangsmoment (Fe) den Quotien tensollwert (n) unterschreitet.
3. Strangabzugsverfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Quotientensollwert (n) erhöht wird, wenn nach einem Erniedrigen der Ausgangsgeschwindigkeit (va) die Summe (S) von Ausgangsmoment (Fa) und Eingangsmoment (Fe) steigt und
daß umgekehrt der Quotientensollwert (n) erniedrigt wird, wenn nach einem Erhöhen der Ausgangsgeschwindigkeit (va) die Summe (S) von Ausgangs moment (Fa) und Eingangsmoment (Fe) steigt.
daß der Quotientensollwert (n) erhöht wird, wenn nach einem Erniedrigen der Ausgangsgeschwindigkeit (va) die Summe (S) von Ausgangsmoment (Fa) und Eingangsmoment (Fe) steigt und
daß umgekehrt der Quotientensollwert (n) erniedrigt wird, wenn nach einem Erhöhen der Ausgangsgeschwindigkeit (va) die Summe (S) von Ausgangs moment (Fa) und Eingangsmoment (Fe) steigt.
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