DE19827345A1 - Verfahren zur Ableitung der Wirkleistung elektrischer Verbraucher - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine für das betriebliche Energiemanagement hinreichend genaue Ermittlung der Wirkleistung und -arbeit betrieblicher elektrischer Verbraucher zur Ableitung korrekter Schalt- und Betriebsempfehlungen im Rahmen des betrieblichen Energiemanagements, bei der es Aufgabe war, die Einzelkosten je Wirkleistungsmeßstelle an ein- und mehrphasigen Wechselspannungsnetzen zu reduzieren und Einzeleinflüsse deutlicher darzustellen. Die Aufgabe wurde gelöst, indem notwendige Meßstellen bewertet werden, deren Elektrizitätsverbrauch beziehungsweise Leistungsbedarf bewertet wird und Zusammenschlüsse der verbleibenden erfolgen. Die Erfindung schlägt im weiteren ein System zur rechentechnischen Bewertung und Auswertung vor.
Description
Die Erfindung betrifft eine für das betriebliche Energie-Management hinrei
chend genaue Ermittlung der Wirkleistung und -arbeit betrieblicher elektrischer
Verbraucher zur Ableitung korrekter Schalt- und Betriebsempfehlungen im Rah
men des betrieblichen Energie-Managements.
In allen Produktionsbetrieben sind induktive und ohmsche Elektrizitätsverbrau
cher eingesetzt. Diese wirken mit Blind-, Schein- und Wirkleistung gemäß der
bekannten physikalisch-technischen Grundlagen auf die elektrischen Versor
gungsnetze. Es ergeben sich Wirk-, Blind- und Scheingrößen, die über be
kannte mathematische Methoden mit dem Leistungsfaktor cos ϕ berechenbar
sind (Richter, W., Elektrische Messtechnik - Grundlagen, 3. Auflage, VDE-Ver
lag GmbH, Berlin, 1996). Während ohmsche Verbraucher für das Auftreten von
Wirkgrößen im Netz sorgen, belasten induktive Verbraucher das Netz mit Blind
größen, die im Netz zwischen Erzeuger und Verbraucher pendeln. Der Propor
tionalitätsfaktor zwischen Wirk- und Blindgröße wird als Leistungsfaktor be
zeichnet und entspricht dem Wert der cosinus-Funktion des Lastwinkels ϕ zwi
schen Wechselspannung und -strom. Der Winkel zwischen Schein- und Wirk
größe in der graphischen Darstellung beider Größen ist ebenfalls der Lastwin
kel ϕ.
Der im Rahmen des betrieblichen Energie-Managements zu messende, zu kon
trollierende und zu optimierende Wirkleistungsbezug läßt sich nicht direkt mes
sen, so daß näherungsweise Betrachtungen erfolgen müssen. An einem Wech
selspannungsleiter sind lediglich Strom und Spannung direkt meßbar, woraus
Scheinleistung sowie Leistungsfaktor und damit Wirkleistung direkt berechnet
werden können.
Um die Höhe der Wirkleistungen der eingesetzten elektrischen Verbraucher zu
Zwecken des betrieblichen Energie-Managements zu bestimmen, können der
zeit Wirkleistungs-Meßwandler mit Strom- und Spannungseingängen eingesetzt
werden (Prospekt Stromwandler / Meßumformer der Fa. MBS Sulzbach Mess
wandler GmbH, Bachstraße 51, D 74429 Sulzbach). Diese sind in vielen Bau
formen am Markt erhältlich, bestimmen aus Strom- und Spannungsmessungen
den Leistungsfaktor cos ϕ und geben deren Produkt als wirkleistungsproportio
nales Signal aus. Diese Wirkleistungs-Meßwandler liefern genaue Werte, sind
aber verhältnismäßig teuer, so daß unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten oft
mals nur der Gesamt-Energiebezug und eventuell die wichtigsten Verbraucher
erfaßt werden können. Unter Umständen besteht die Möglichkeit, mehrere Ver
braucher zu Verbrauchergruppen zusammenfassen zu können, um bei erhöh
tem Bauaufwand die Anzahl der Meßstellen reduzieren zu können.
Alternativ zur Verwendung von Wirkleistungsmeßwandlern möglich ist die sepa
rate, hoch aufgelöste Messung von Strom und Spannung mit einfachen Sen
soren und die rechnerische Auswertung ihrer Zeitverläufe in einer zentralen
Recheneinheit ebenfalls möglich. Aus der Zeitdifferenz der Nulldurchgänge
gleicher Kurvenflanken der gemessenen Wechselsignale kann der Lastwinkel
und damit Leistungsfaktor cos ϕ bestimmt werden. Das Produkt aus Strom,
Spannung und dem Leistungsfaktor ist wiederum die Wirkleistung. Dieses
Prinzip wird an sich auch so in Wirkleistungs-Meßwandlern eingesetzt und ließe
sich prinzipiell auch in separaten Messungen realisieren, was aber hohen re
chentechnischen Aufwand bedeutet.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem die Einzel
kosten je Wirkleistungs-Meßstelle an ein- und mehrphasigen Wechselspan
nungsnetzen durch gezielt in Kauf genommene Ungenauigkeit der Meßgröße
maßgeblich reduziert werden und damit bei Beibehaltung des bisherigen Ko
stenbildes die Anzahl der Meßpunkte entscheidend erhöht werden kann, sodaß
Einzeleinflüsse deutlicher dargestellt und feiner abgestimmte Maßnahmen im
betrieblichen Energie-Management erreichbar sind. Damit ist gleichzeitig das
Verhältnis Aufwand zu Nutzen bei der Ermittlung von Größe und Struktur des
Wirkleistungseinsatzes als Bewertungsgröße der Energieökonomie eines Un
ternehmens entscheidend zu verbessern.
Die Aufgabe wird gelöst, indem zunächst die Anzahl der im Rahmen des be
trieblichen Energiemanagements notwendigen Meßstellen bewertet wird, wobei
bei Vorliegen einer geringen Anzahl von Meßstellen diese einzeln erfaßt wer
den. Bei einer relativen Vielzahl von Meßstellen wird zunächst deren Elektrizi
tätsverbrauch beziehungsweise Leistungsbedarf bewertet. Meßstellen mit ho
hem Verbrauch beziehungsweise Leistungsbedarf werden aus energiewirt
schaftlicher Sicht zweckmäßigerweise eliminiert und einzeln erfaßt, um rele
vante Fehlergößen zu minimieren.
Als dritter Schritt schließlich wird der konstruktive, bautechnische und organisa
torische Aufwand sowie eventuelle Produktionsausfälle des Zusammenschlus
ses der verbleibenden, das heißt, nicht als "einzeln zu messen" gekennzeich
neten Meßstellen bewertet. Bei hohem technischen Aufwand müssen die ver
bleibenden Meßstellen einzeln erfaßt werden, womit die Gesamtzahl der Meß
stellen festgelegt ist, die im weiteren weiter bewertet wird. Bei einer hohen An
zahl von Meßstellen empfiehlt sich die Ausrüstung mit Strommesswandlern, die
ein der Scheinleistung proportionales Meßsignal ausgeben. Dieses Signal wird
als leistungsproportionales Signal einer Recheneinheit aufgegeben, wo es mit
Werten für Spannung und Leistungsfaktor verknüpft wird, indem die strompro
portionalen und spannungsproportionalen Werte miteinander und dem Lei
stungsfaktor cos ϕ multipliziert werden.
Im Ergebnis der rechentechnischen Verknüpfung wird ein angenäherter Wirklei
stungswert ausgegeben, der innerhalb eines Toleranzbereiches mit dem tat
sächlichen Wirkleistungswert übereinstimmt. Alternative zu dieser technischen
Näherung ist die aus wirtschaftlichen Gründen nur für eine geringe Anzahl von
Meßstellen in Betracht kommende direkte Wirkleistungsmessung, die sehr ge
naue Resultate hinsichtlich der Meßwerte, aber ungenaue Resultate hinsicht
lich der Struktur liefert. Beide Werte können als Basis für Energie-Management-
Entscheidungen herangezogen werden. Die erfindungsgemäß angenäherten
Eingangsgrößen liefern eine gute Datenbasis, da der betriebliche Gesamtver
brauch durch ein Energie-Management-System ohnehin nicht mit der Genauig
keit vergleichbar der Wirkleistungsmessung geregelt werden kann.
Zur Proportionierung der technischen Anlage zur Ermittlung der Wirkleistungs
größen wird für charakteristische Betriebszustände der Verbraucher der jeweils
gültige Leistungsfaktor in-situ bestimmt. Auch in charakteristischen Betriebszu
ständen können schwankende Leistungsfaktoren auftreten, die dann über ei
nen hinreichenden Zeitraum zu mitteln sind, so daß das globale Verhalten des
zu bewertenden Verbrauchers gut wiedergegeben wird. Des weiteren wird ein
der Netzspannung des Gesamtsystems adäquates Signal bereitgestellt. Die Art
der Ermittlung dieses Signals wird auf Grund experimenteller Untersuchungen
vorbestimmt, indem zu differenten Zeiten Messungen erfolgen, um Aussagen
zur Konstanz der Netzspannung treffen zu können. Sind Schwankungen der
Netzspannung unwesentlich, wird auf deren kontinuierliche Messung verzichtet,
und es wird in der technischen Anlage ein diesem konstanten Grundwert ad
äquates Signal zur Bewertung herangezogen.
Ist eine Schwankungsbreite von <5% der effektiven Nennspannung feststell
bar, erfolgen in-situ-Messungen an ausgewählten Punkten und die Übermitt
lung der den erzielten Meßgrößen adäquaten Signale an die Recheneinheit.
Für die in-situ-Messungen werden repräsentative Meßstellen an Hand einer
vorausgehenden Einzelbewertung der relevanten Verbraucher ausgewählt und
festgelegt. Je nach Ausmaß des technischen Systems, der Detaillierung der
Erfassung und der Dynamik der energieverbrauchenden Prozesse sollten in ei
ner Datenbank der charakteristischen Parameter mehrere Bereiche den Ge
samtprozeß abschnittsweise abbilden, beispielsweise
Die Scheinleistung Ps eines Verbrauchers wird durch Multiplikation der Effek
tivwerte von Strom und Spannung nach der Gleichung
Ps = U × I
ermittelt. Für die Ermittlung der Wirkleistung an einem einphasigen Verbraucher
wird verfahren, indem das Produkt aus Spannung U und Strom I mit dem je
weils gültigen Leistungsfaktor multipliziert wird. Handelt es sich um einen un
symmetrisch belasteten dreiphasigen Netzanschluß, wird die Summe aller Lei
terströme, multipliziert mit Spannung und Leistungsfaktor, ermittelt und für die
Verarbeitung in der Recheneinheit bereitgestellt. Ergibt sich bei den in-situ-
Messungen an ausgewählten Punkten, daß alle Leiter gleichmäßig belastet
sind, kann der Wert eines Leiters mit der Zahl der Leiter, also bei einem drei
phasigen Anschluß mit dem Faktor 3, multipliziert werden. Praktisch werden
diese experimentell ermittelten und in der Recheneinheit weiterverarbeiteten
Wirkleistungswerte der Einzelverbraucher in Verbrauchergruppen auf Plausibili
tät geprüft, indem die in diese Verbuachergruppen eingespeisten elektrischen
Wirkleistungswerte durch bekannte Wirkleistungs-Meßwandler an zum Beispiel
Trafostationen oder Unterstationen der betrieblichen Elektroenergieverteilung
überprüft werden. Im Ergebnis der Einschätzung der Toleranzwerte der Bilan
zen ist die Entscheidung zu treffen, ob eine Anpassung der Parameter erfolgen
soll oder nicht. Basis der Bilanzierung können sowohl Leistungs- als auch da
von abgeleitete Arbeitswerte sein. Empfohlen wird die Verwendung von Lei
stungswerten für eine grobe erste Einschätzung der Rechengenauigkeit bei
spielsweise als Kontrollgröße am Bildschirm eines betrieblichen Energie-Daten-
Erfassungssystems. Zur Verringerung der Auswirkung der statistisch auftreten
den Abweichungen der gemessenen und rechnerisch verarbeiteten Werte wird
für die wirksame Beurteilung des Verfahrens und der Genauigkeit der verwen
deten Parameter die Verwendung von Arbeitswerten empfohlen. Im folgenden
wird deshalb der Begriff "Größe" synonym für Leistungs- beziehungsweise Ar
beitswerte verwendet.
Damit sind im Rahmen der Plausibilitätsprüfungen grundsätzlich 2 Betrachtun
gen in verschiedenen Detaillierungsstufen möglich. Die Blindkomponente der
Einzel- und Summenverbräuche wird nicht berücksichtigt, so daß ausschließ
lich die Wirkgröße bilanziert wird. Die Anpassung der charakteristischen Ein
gangsparameter des Systems erfolgt durch einen betriebs- beziehungsweise
vorhabenspezifischen Korrekturfaktor.
Wirk- und Blindgröße werden als Basis für korrigierende Betrachtungen ge
nutzt. Es ergeben sich konkretere Aussagen zur Korrektur der Eingangspara
meter durch eine Verringerung der Auswertungstoleranz, die so maßgeblich er
höht werden kann.
Des weiteren werden die äußeren Verbauchsparameter charakterisiert von der
Wirkgröße W und dem äußeren Lastwinkel ϕ. Dieser äußere Lastwinkel ϕ wird
erfindungsgemäß entweder parallel zur eingespeisten Wirkgröße gemessen
oder durch eine Blindstrom-Kompensationsanlage konstant gehalten. Ebenso
können alle Blindgrößen zusätzlich zu den Wirkgrößen bilanziert werden.
Die bilanzierende Betrachtung aller Einzelwerte erfolgt, indem in einem sinn
bildlichen Vektor-Diagramm, in dem in der Waagerechten die Ohmschen Grö
ssen und in der Senkrechten die induktiven Größen dargestellt werden, die
äußere Scheingröße, definiert durch diesen Lastwinkel und ihrer Projektions
länge auf der Ohmschen Achse (Wirkgröße) als Vergleichsnormal eingetragen
wird.
Endpunkt des äußeren Zeigers ist der Punkt B mit den Außenabschnitten Ba
(senkrecht) und Wa (waagerecht). Zusätzlich werden alle Verbrauchsgrößen
der Verbrauchergruppe (einschließlich der Blindstromkompensation) abgetra
gen. Dazu ist jeweils die Zeigerlänge eindeutig bekannt, da sie der gemesse
nen Scheingröße entspricht. Hinsichtlich der Orientierung werden erfindungs
gemäß folgende Annahmen getroffen:
- - Verbrauchsgrößen der Blindstromkompensationsanlage verlaufen senkrecht zur Ohmschen Achse.
- - Verbauchsgrößen der Verbraucher sind orientiert gemäß ihres aus dem jeweils festgelegten charakteristischen Leistungsfaktor bestimmten Lastwinkel ϕi.
Erfindungsgemäß erfolgt die Bilanzierung aus Addition der äußeren Ver
brauchsgröße mit der Größe der Blindstromkompensationsanlage, womit Punkt
A erreicht ist, der als Referenzgröße für die Summation der Einzelverbaucher
anzusehen ist.
Ausgehend vom Ursprung des Koordinationssystems werden die Zeiger der
Scheingrößen der Einzelverbaucher geometrisch addiert, womit Punkt A' er
reicht ist, der in der Regel nicht deckungsgleich ist mit Punkt A, dem Referenz
punkt, um den ein zulässiger Toleranzbereich gezogen wird, der die zulässige
Ungenauigkeit der Gesamtbilanz des Systems beschreibt.
Die horizontale Abweichung Δ W ist der Bilanzfehler, der einen gewissen Tole
ranzabstand Δ W max um den gemessenen Wert der eingespeisten Wirk
größe nicht überschreiten darf.
Zusätzlich zu den Wirkgrößen werden auch die Blindgrößen bilanziert, sodaß
sich analog eine vertikale Abweichung AB und die maximale einseitige Abwei
chung von AB max ergibt. Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfah
rens bedingt für solche Verbrauchergruppen, die an einer Kompensationsan
lage angeschlossen sind, die Messung des in diese fließenden Stromes und
damit der entsprechenden Scheingröße S, die als vollständig kapazitativ und
damit im Zeigerdiagramm senkrecht angenommen werden kann.
Damit erfolgt die Bilanz doppelt und verbessert die Kontrolle der einzelnen Lei
stungsfaktoren durch die zweidimensionale Betrachtung wesentlich.
Die Summe der Scheingrößen der Verbraucher ergibt sich damit durch Über
mittlung von Signalen und deren Aufgabe auf eine Recheneinheit. Die aufge
gebenen Signale sind adäquat der äußeren Wirkgröße Wa (Koordinate zu
Punkt B), der äußeren Blindgröße Ba (Ordinate zu Punkt B) und dem Strom
zeiger der Kompensationsanlage (Ordinatenabschnitt zwischen Punkte A und
B). Diese werden im Einzelnen durch die Recheneinheit addiert und ins Ver
hältnis zur Summe der geometrischen Addition der Scheingrößen der Einzel
verbraucher (Wertepaar zu Punkt A') gesetzt werden. Der maßgebliche Tole
ranzbereich wird als Quadrat angenommen, d. h., mit Δ W max identisch Δ B
max. Auch Rechtecke mit Δ W max different zu Δ B max sind möglich.
Damit wird rechentechnisch als Gütekriterium der Bestimmung der Leistungs
faktoren die Wurzel aus der Summe der Quadrate der einzelnen Abweichungen
ermittelt, indem
Ergibt sich
daß der Gütefaktor D der Gesamtbilanz außerhalb des Toleranzbereiches liegt,
sollte eine Korrektur der Annahmen, d. h., der Leistungsfaktoren und Betriebs
zustände, für die sie definiert sind, der einzelnen Verbraucher der Verbrau
chergruppe vorgenommen werden.
Um zu vermeiden, daß falsche Betriebszustände der einzelnen Verbraucher
ständige Korrekturen der Leistungsfaktoren und damit ein Schwingen des Sy
stems hervorrufen, muß zunächst festgestellt werden, ob sich alle Verbraucher
in den für ihre jeweiligen Leistungsfaktoren richtigen Betriebszuständen befun
den haben. Ist das nicht der Fall, sollte die Bilanzierung unter der Bedingung
wiederholt werden, daß zunächst die Leistungsfaktoren für die neuen Betriebs
zustände ermittelt und zur Basis der neuen Betrachtung dem Rechner übermit
telt werden.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert
werden.
In der zugehörigen Zeichnung zeigt
Fig. 1 die Darstellung der Anordnung einzelner Meßstellen,
Fig. 2 die Darstellung der Berücksichtigung gemessener Werte,
Fig. 3 die Darstellung der Ermittlung einzelner Werte im Betrieb,
Fig. 4 die Darstellung der Verarbeitung der Einzelgrößen,
Fig. 5a die Darstellung der Wirkleistungsbilanzierung,
Fig. 5b die Darstellung der Blindleistungsbilanzierung,
Fig. 6 die Darstellung der Diskussion der Einzelgrößen.
In einer Betriebsanlage mit über 100 Elektrizitätsverbrauchern, versorgt von 6
Transformatoren aus 3 räumlich getrennten Unterstationen, sind Eingangsda
ten für das betriebliche Energie-Management-System bereitzustellen. Auf
Grund der räumlichen Enge in den Unterstationen und der weiteren Verteilung
der Anschlüsse potentiell sinnfällig zusammenfaßbarer Verbraucher sowie der
notwendigen ständigen Verfügbarkeit der Anlagen war die bautechnische Zu
sammenlegung zu Verbrauchergruppen nicht möglich. Es sind die notwendigen
Verfahrensschritte gemäß Fig. 1 zu treffen. Bei erheblicher monetärer Einspa
rung werden an allen Verbrauchern, bedarfsgerecht 1 oder 3, Stromwandler
gemäß Fig. 3 installiert, durch Einzelmessungen die Eingangsparameter des
Systems gemäß Fig. 4 bestimmt und die Bilanzierung gemäß Fig. 5a und 5b
eingerichtet. Referenz war die von den Trafos in die Unterstationen eingespei
ste Wirkleistung WA. Bilanzräume sind jeweils die Unterstationen. Das System
arbeitet gemäß der Darstellung bei Anwendung der einzelnen Komponenten
nach dem erfindungsgemäßen Vorschlag mit einer Genauigkeit < 20% im ¼-
Stunden-Takt bei einer erheblichen Einsparung aus einer veränderten Be
triebsweise der einzelnen Verbraucher. Im Ergebnis der Untersuchungen sind
die notwendigen Verfahrensschritte gemäß Fig. 6 einzuleiten. Das Gesamtsy
stem bietet damit die Möglichkeit der Ableitung weiterer technischen Maßnah
men gemäß Fig. 2.
Claims (11)
1. Verfahren zur Ableitung einer hinreichend genauen Ermittlung der
Wirkleistung und -arbeit betrieblicher elektrischer Verbraucher zur
Ableitung korrekter Schalt- und Betriebsempfehlungen im Rah
men des betrieblichen Energie-Managements zur Reduzierung
der Einzelkosten je Wirkleistungs-Meßstelle unter Benutzung von
Strommesswandlern und einer Recheneinheit, bei dem
- 1. die Anzahl der notwendigen Meßstellen bewertet,
- 2. für jede der Meßstellen ein bewertbarer Kennwert festge legt wird,
- 3. Meßstellen mit einem an der oberen zulässigen Grenze liegenden Kennwert
- 4. eliminiert und
- 5. einzeln erfaßt werden,
- 6. verbleibende Meßstellen unter Beachtung ihrer örtlichen Lage und der zu erwartenden Verbrauchsgröße bewertet, sortiert und gruppenweise zusammengefaßt werden,
- 7. Strommesswandler zugeordnet werden, die
- 8. bei charakteristischen Betriebszuständen
- 9. ein der Scheinleistung proportionales Meßsignal ausge geben,
- 10. dieses Signal als stromproportionales Signal einer Rechen einheit aufgegeben wird,
- 11. hier eine Verknüpfung mit der Spannung und dem Lei stungsfaktor adäquaten Werten erfolgt, indem die strom proportionalen und spannungsproportionalen Werte mit einander und dem Leistungsfaktor cos ϕ multipliziert wer den und
- 12. ein Näherungswert für den Wirkleistungswert bestimmt wird,
- 13. der ausgegebene Wert im Rahmen eines durch die Recheneinheit erfolgenden Abgleiches von Wirk- und Blindleistung der näherungsweise bestimmten Elt-Verbrau cher und der in eine Verbauchergruppe eingespeisten Wirk- oder Blindleistung beziehungsweise -arbeit erfolgen den Plausibilitätsprüfung verknüpft wird mit einem aus den maschinentechnischen Parametern resultierenden Korrek turwert, der aus einem Vergleich zwischen der rechentech nisch ermittelten Summe der Wirkleistungen und der Wirk leistungswerte am Eingang der Verbauchergruppe ermittelt ist,
- 14. der ermittelte Verbrauchswert zur Basis energiewirtschaft licher Betrachtungen und Entscheidungen dient.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem
- 1. als relevanter Kennwert der Wirkarbeitsbedarf verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem
- 1. als relevanter Kennwert der Wirkleistungsbedarf verwen det wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem
- 1. die Ermittlung der Leistungsfaktoren für charakteristische Betriebszustände der Verbraucher in-situ bestimmt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem
- 1. bei Ermittlung der Wirkleistung an einem einphasigen Ver braucher das Produkt aus Spannung U und Strom I mit dem jeweils gültigen Leistungsfaktor multipliziert und der Recheneinheit aufgegeben wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem
- 1. bei Ermittlung der Wirkleistung an einem gleichmäßig belasteten mehrphasigen Verbraucher das Produkt aus Spannung U und Strom I mit dem jeweils gültigen Lei stungsfaktor und der Zahl der Phasen multipliziert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem
- 1. der äußere Lastwinkel ϕ der jeweiligen Verbauchergruppe durch eine Blindstrom-Kompensationsanlage konstant ge halten wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem
- 1. zusätzlich zu den Wirkgrößen die Blindgrößen bilanziert werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem
- 1. die Einteilung der einzelnen Verbrauchergruppen auf der Grundlage der diesen eigenen technischen Parameter erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei dem
- 1. die technische Anpassung der charakteristischen Kennwerte jedes Verbrauchers in den Gesamtgrenzen cos ϕ min und cos ϕ max und den relativen Grenzen Δ max erfolgt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem
- 1. der Leistungsfaktor cos ϕ um ein festgelegtes Inkrement x unter Beachtung der jeweiligen verbrauchertypischen Grenzen cos ϕ min und cos ϕ max verändert wird, sodaß ein entstehender Bilanzfehler im festgelegten Toleranz bereich plus/minus Δ W max und plus/minus Δ B max liegt.
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| DE19827345B4 (de) | 2005-04-14 |
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