DE19827600C2 - Antriebswelle für einen Kettenförderer eines Zuckerrohrdiffuseurs und Herstellungsverfahren hierfür - Google Patents
Antriebswelle für einen Kettenförderer eines Zuckerrohrdiffuseurs und Herstellungsverfahren hierfürInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Antriebswelle für Kettenförderer zum
horizontalen Transport von Bagasse durch einen Zuckerrohrdiffu
seur, mit Kettenritzeln für den Kettenantrieb, zumindest je ei
nem Lager an den Wellenenden und einer Aufnahme für den Diffu
seurantrieb.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung ei
ner derartigen Antriebswelle.
In der Rohrzuckerindustrie werden Diffuseure eingesetzt, die im
Gegenstromverfahren aus gehäckseltem Zuckerrohr Saccharose ex
trahieren. Als Hilfsmittel hierzu dient heißes Imbibitionswas
ser, das am Ende des transporteur-ähnlichen Diffuseurs auf die
sich stromabwärts bewegende Bagasse (extrahiertes, gehäckseltes
Zuckerrohr mit hohem Faseranteil) aufgegeben wird, anschließend
durch die Bagasse perkoliert und hierbei restliche Saccharosean
teile aus der Bagasse extrahiert. Die Imbibitionsflüssigkeit
wird nach Ihrem Austritt aus dem Gut in einer Wanne aufgefangen
und entgegen der Bagassetransportrichtung in die stromaufwärts
liegende Perkolationsstufe gepumpt und wiederum der Bagasse zu
geführt. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrere Male, bis die
zwischenzeitlich immer mehr mit Saccharose angereicherte Perko
lationsflüssigkeit den Diffuseuranfang erreicht und in die
Zuckerfabrik zum weiteren Prozeß gepumpt wird.
Die Kapazität derartiger horizontaler, fördererähnlicher Diffu
seure beträgt bis zu 1000 t Zuckerrohr pro Stunde. Jedoch ist
das Schleppgewicht aufgrund der mehrfach sich wiederholenden
Flüssigkeitsaufgabe auf das zwischen 0,5 bis 1,1 m/min Förder
geschwindigkeit vortransportierte und bis zu 1,8 m hohe Bagasse
bett wesentlich höher als das Zuckerrohrgewicht.
Bei derartigen horizontal angeordneten Diffuseuren mit festste
hendem Siebboden werden zum Transport der Bagasse Blockketten-
Paare eingesetzt, die mit Mitnehmerleisten untereinander verbun
den sind und ähnlich wirken wie Kratzerförderer. Der Antrieb
dieses Transporteurs bzw. seiner Blockketten-Paare erfolgt durch
eine am Abgabeende des Diffuseurs gelagerte Antriebswelle, um
die die Blockketten-Paare herumgeführt werden. Die Blockketten
laufen dann unterhalb des Diffuseurs im freien Raum zurück bis
zum Wiedereintritt in den Diffuseur an einer Umlenkwelle.
Bedingt durch das hohe Schleppgewicht und die geringe Transport
geschwindigkeit treten bei der genannten Antriebswelle extrem
hohe Drehmomente auf, zu deren Bewältigung Antriebswellen in
Schwerstausführung sowie große schwere Antriebe mit hoher Über
setzung erforderlich sind.
Bei einer bisher üblichen Ausführungsform besteht die Antriebs
welle aus einer mechanisch bearbeiteten Vollwelle mit Lagerzap
fen für eine Wälzlagerung und Distanzrohren zur Übernahme der
Bagasse vom Siebboden und zu deren Weitergabe an einen Transpor
teur. Auf dieser Vollwelle sind einzelne Kettenritzel für den
Antrieb der Blockketten-Paare befestigt.
Nachteilig bei dieser Ausführungsform ist die Fertigung der ge
schmiedeten Welle sowie der großen Wälzlager, da diese Ferti
gung nur in Spezialfirmen ausgeführt werden kann. Die komplett
mechanische Bearbeitung der Vollwelle sowie der einzelnen Ket
tenritzel ist sehr teuer. In den meisten Fällen muß die komplet
te Welle in das Land, in dem der Zuckerrohrdiffuseur aufgestellt
werden soll, importiert werden. Außer den hohen Kosten der Spe
zialwerkstätten kommen somit hohe Transportkosten hinzu.
Die Breite derartiger Zuckerrohrdiffuseure liegt heute zwischen
12 m und 20 m. Der Transport entprechend langer Antriebswellen
ist oft gar nicht möglich, da Rohrzuckerfabriken oft in entlege
nen, schwer zugänglichen tropischen Gegenden liegen.
Bei einer anderen vorbekannten Ausführungsform besteht die An
triebswelle aus einer gegossenen Hohlwelle mit angegossenen La
gerzapfen und angegossenen Zähnen für die Blockketten. Als Lage
rung sind hier Wälzlager mit Spezialgehäusen vorgesehen.
Das Gießen einer Hohlwelle kann nur in Spezialwerkstätten durch
geführt werden. Lagerzapfen und Kettenzähne bedürfen einer me
chanischen Bearbeitung. Antriebswelle und Lager müssen daher
außerhalb der Zuckerfabrik gefertigt und in den meisten Fällen
aus den oben genannten Gründen importiert werden. Dies führt zu
den vorstehend bereits erwähnten Mehrkosten. Hinsichtlich des
Transportes von Antriebswellen über 12 m Länge gilt das zuvor
Gesagte.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für die eingangs be
schriebene Antriebswelle eine Konstruktion zu entwickeln, die
eine Herstellung der Antriebswelle in der Werkstatt der Zucker
fabrik ermöglicht.
Ausgehend von der eingangs beschriebenen Antriebswelle wird die
se Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Wellenkörper
aus mehreren Rohrelementen besteht, die aneinandergereiht durch
Schweißnähte zu der gewünschten Wellenlänge miteinander verbun
den sind, und daß auf den Rohrwellenmantel einzelne, aus Stahl
blech bestehende Kettenzähne sowie Bandagen als Wellenschutzhül
sen geschweißt sind, deren äußere Umfangsfläche eine Gleitfläche
für das als Gleitlager ausgebildete Wellenlager bildet.
Dabei ist es zweckmäßig, wenn jedes Rohrelement aus einer Stahl
blechtafel gewalzt und längsverschweißt ist.
Um auch die Lagergehäuse sowie die Aufnahme des Diffuseurantrie
bes in der Werkstatt vor Ort herstellen zu können, ist es zweck
mäßig, wenn die Lagergehäuse zur Aufnahme der Gleitlager aus
zusammengeschweißten Stahlblechen bestehen, und wenn mit dem
einen Wellenende eine aus Stahlblech bestehende Flanschverbin
dung zur Aufnahme des Diffuseurantriebs verschweißt ist.
Bei einem Verfahren zur Herstellung der eingangs beschriebenen
Antriebswelle wird die vorstehend genannte Aufgabe erfindungs
gemäß durch folgende Verfahrensschritte gelöst:
- a) aus jeweils einer Stahlblechtafel wird ein Rohrelement ge walzt und mit einer Längsschweißnaht versehen;
- b) die so hergestellten Rohrelemente werden aneinandergereiht und durch Schweißen von Rundnähten zu der gewünschten Wel lenlänge verbunden;
- c) anschließend werden einzelne, jeweils aus Stahlblech herge stellte Kettenzähne in Radialebenen auf den Rohrwellenman tel geschweißt;
- d) für jedes Wellenlager wird eine Wellenschutzhülse durch Rundbiegen einer Bandage oder als geschmiedete nahtlose Hülse hergestellt und auf den Rohrwellenmantel geschweißt;
- e) anschließend wird die äußere Ringfläche jeder Wellenschutz hülse zur Herstellung einer Gleitfläche mechanisch bearbei tet;
- f) zur Aufnahme des Diffuseurantriebs wird aus Stahlblech eine Flanschverbindung hergestellt und mit dem einen Wellenende verschweißt.
Dabei ist es zweckmäßig, wenn die Lagergehäuse zur Aufnahme der
Gleitlager ebenfalls durch Zusammenschweißen von Stahlblechen
und anschließender mechanischer Bearbeitung hergestellt werden.
Erfindungsgemäß kann somit auf den Einkauf und den Import teurer
Spezialteile verzichtet werden. Alle Teile für die erfindungs
gemäß gestaltete Antriebswelle lassen sich nicht nur wesentlich
schneller und damit erheblich preiswerter fertigen als die ex
tern zu beschaffenden Spezialteile, sondern die Fertigung der
erfindungsgemäß einfach gestalteten Teile kann durch das Perso
nal der Zuckerfabrik selbst erfolgen; Spezialisten wie bei im
portierten Teilen sind nicht mehr erforderlich. Es entfallen die
hohen Transportkosten; auch überlange Antriebswellen können in
der Zuckerfabrik gefertigt werden. Es ergibt sich eine einfache
Lagerhaltung von selbst gefertigten Ersatzteilen, wobei die Re
paraturen von der Zuckerfabrik selbst durchgeführt werden kön
nen, was bei importierten Teilen in der Regel nicht möglich ist.
Die kostspielig herzustellenden Lagerzapfen entfallen bei der
erfindungsgemäßen Konstruktion vollständig.
In der Zeichnung sind ein Zuckerrohrdiffuseur gemäß dem Stand
der Technik sowie eine als Beispiel dienende Ausführungsform der
Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 als Stand der Technik einen Zuckerrohrdiffuseur
in Seitenansicht;
Fig. 2 die Darstellung gemäß Fig. 1 in Draufsicht und
Fig. 3 einen Längsschnitt durch eine Diffuseurantriebs
welle gemäß der Erfindung.
Die Fig. 1 und 2 zeigen als Stand der Technik einen Zucker
rohrdiffuseur, der in der dargestellten Ausführungsform eine
Gesamtlänge von etwa 60 m und eine Gesamtbreite von etwa 12 m
aufweist. Es handelt sich um einen horizontal angeordneten Diffu
seur mit feststehendem Siebboden. An dem in der Zeichnung linken
Ende der Anlage wird bei A gehäckseltes Zuckerrohr aufgegeben,
das auf einem Transporteur in Richtung des eingezeichneten Pfei
les 1 durch die Anlage bis zu deren Abwurfende B gefördert wird.
Auf diesem Weg wird aus dem gehäckselten Zuckerrohr im Gegen
stromverfahren Saccharose extrahiert. Die Fördergeschwindigkeit
des bis zu 1,8 m hohen Bagassebettes liegt üblicherweise zwi
schen 0,5 bis 1,1 m/min.
Der Transporteur besteht aus Blockketten-Paaren, die mit Mitneh
merleisten verbunden sind und ähnlich wirken wie Kratzerförde
rer. Der Antrieb dieses Transporteurs bzw. seiner Blockketten
erfolgt über eine am Abwurfende B der Anlage angeordnete An
triebswelle 2, um die die Blockketten 3 herumgeführt werden und
dann unterhalb des Diffuseurs im freien Raum bis zum Wiederein
tritt in den Diffuseur an der im Aufgabebereich A vorgesehenen
Umlenkwelle 4.
Die Erfindung betrifft die Antriebswelle 2 eines derartigen Dif
fuseurs. Hierfür zeigt Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel.
Dargestellt ist im Längsschnitt eine Antriebswelle 2, deren Wel
lenkörper aus mehreren Rohrelementen 5 besteht, die aneinander
gereiht durch Schweißnähte 6 zu der gewünschten Wellenlänge mit
einander verbunden sind. Auf den Rohrwellenmantel sind einzelne,
aus Stahlblech bestehende Kettenzähne 7 für den Antrieb der
Blockketten 3 geschweißt. Ferner sind auf den Rohrwellenmantel
jeweils im Endbereich der Antriebswelle 2 Bandagen als Wellen
schutzhülsen 8 geschweißt, deren äußere Umfangsfläche eine
Gleitfläche für ein als Gleitlager ausgebildetes Wellenlager 9
bildet.
Mit dem in Fig. 3 rechten Wellenende ist eine aus Stahlblech
bestehende Flanschverbindung 10 zur Aufnahme eines in der Zeich
nung nicht näher dargestellten Diffuseurantriebs verschweißt.
Jedes Rohrelement 5 ist aus einer Stahlblechtafel gewalzt und
längsverschweißt. Die Lagergehäuse 11 zur Aufnahme der Gleitla
ger 9 bestehen aus zusammengeschweißten Stahlblechen.
Claims (6)
1. Antriebswelle für Kettenförderer zum horizontalen Transport
von Bagasse durch einen Zuckerrohrdiffuseur, mit Kettenrit
zeln für den Kettenantrieb, zumindest je einem Lager (9) an
den Wellenenden und einer Aufnahme für den Diffuseur
antrieb, dadurch gekennzeichnet, daß der Wellenkörper aus
mehreren Rohrelementen (5) besteht, die aneinandergereiht
durch Schweißnähte (6) zu der gewünschten Wellenlänge mit
einander verbunden sind, und daß auf den Rohrwellenmantel
einzelne, aus Stahlblech bestehende Kettenzähne (7) sowie
Bandagen als Wellenschutzhülsen (8) geschweißt sind, deren
äußere Umfangsfläche eine Gleitfläche für das als Gleitla
ger ausgebildete Wellenlager (9) bildet.
2. Antriebswelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
jedes Rohrelement (5) aus einer Stahlblechtafel gewalzt und
längsverschweißt ist.
3. Antriebswelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Lagergehäuse (11) zur Aufnahme der Gleitlager
(9) aus zusammengeschweißten Stahlblechen bestehen.
4. Antriebswelle nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß mit dem einen Wellenende eine aus Stahlblech
bestehende Flanschverbindung (10) zur Aufnahme des Diffu
seurantriebs verschweißt ist.
5. Verfahren zur Herstellung einer Antriebswelle für Ketten
förderer zum horizontalen Transport von Bagasse durch einen
Zuckerrohrdiffuseur, mit Kettenritzeln für den Kettenan
trieb, zumindest je einem Lager an den Wellenenden und ei
ner Aufnahme für den Diffuseurantrieb, gekennzeichnet durch
folgende Verfahrensschritte:
- a) aus jeweils einer Stahlblechtafel wird ein Rohrelement gewalzt und mit einer Längsschweißnaht versehen;
- b) die so hergestellten Rohrelemente werden aneinanderge reiht und durch Schweißen von Rundnähten zu der ge wünschten Wellenlänge verbunden;
- c) anschließend werden einzelne, jeweils aus Stahlblech hergestellte Kettenzähne in Radialebenen auf den Rohr wellenmantel geschweißt;
- d) für jedes Wellenlager wird eine Wellenschutzhülse durch Rundbiegen einer Bandage oder als geschmiedete nahtlose Hülse hergestellt und auf den Rohrwellenman tel geschweißt;
- e) anschließend wird die äußere Ringfläche jeder Wellen schutzhülse zur Herstellung einer Gleitfläche mecha nisch bearbeitet;
- f) zur Aufnahme des Diffuseurantriebs wird aus Stahlblech eine Flanschverbindung hergestellt und mit dem einen Wellenende verschweißt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lagergehäuse zur Aufnahme der Gleitlager ebenfalls durch
Zusammenschweißen von Stahlblechen und anschließender me
chanischer Bearbeitung hergestellt werden.
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