DE19825231A1 - Vorrichtung und Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage für KraftfahrzeugeInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage (4), insbesondere für Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer Bremsassistenzfunktion. Die Bewegung eines Bremspedals (1) durch den Fahrer kann über einen Wegsensor (2) erfaßt werden und über eine Signalleitung (3) an die Bremsanlage (4) übergeben werden. Abhängig von der über den Wegsensor (2) ermittelten Bremspedalbewegung kann eine Steuereinheit (5) entweder eine Dämpfung und/oder eine Gegenkraft des Bremspedals (1) ändern bzw. vermindern und/oder eine Systemverstärkung erhöhen, so daß es zu einer sicheren und komfortablen Verkürzung des Bremswegs des Kraftfahrzeugs kommt. Insbesondere wird auch bei einer Aktivierung der Bremsassistenzfunktion eine huntertprozentige Steuerung des Bremsvorgangs durch den Fahrer durchgeführt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Ansteuern einer Bremsanlage, insbesondere für
Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer Bremsassistenz
funktion.
Gemäß dem Stand der Technik sind aktive Bremskraftverstärker
bekannt, die zum Verkürzen des Bremswegs eingesetzt werden.
Der Bremskraftverstärker wird hierbei durch einen soge
nannten Bremsassistenten fremdangesteuert. Die Funktions
weise des Bremsassistenten, der das Bremsvermögen eines
Wagens in der Hand eines weniger geübten Fahrers verbessert
und damit den Bremsweg verkürzt, ist beispielsweise wie
folgt. Ein Wegsensor mißt die Geschwindigkeit, mit der ein
Bremspedal niedergetreten wird. Zögert der Fahrer nach dem
spontanen Tritt aufs Pedal und wagt nicht das Pedal bis zum
Ansprechen der Regelung eines Antiblockiersystems (ABS)
durchzutreten, so greift der Bremsassistent ein. Aus der
Geschwindigkeit, mit der der Bremsvorgang durch den Fahrer
eingeleitet wurde, errechnet ein elektronisches Steuergerät,
ob eine Notbremsung vorliegt und gibt über ein Magnetventil
dem Booster, der im ON-/OFF-Verfahren arbeitet, den Befehl,
die volle Verstärkungskraft abzugeben. Das Fahrzeug wird
dadurch verstärkt abgebremst. Damit der einmal ausgelöste
Bremsassistent das Fahrzeug nicht ungewollt bis zum
Stillstand abbremst, ist ein Löseschalter in den Booster
integriert. Dieser schaltet den Bremsassistenten ab, sobald
der Fahrer das Bremspedal wieder zurücknimmt. Obiges Prinzip
ist etwa in der DE 42 08 496 C1 beschrieben.
Ein Nachteil der obigen Lösung liegt jedoch darin, daß etwa
ein ungewolltes schnelles Betätigen des Bremspedals auch zu
einer Fremdauslösung des Bremssystems führen kann. Weiterhin
kann es im ungünstigen Fall vorkommen, daß das System im
fremdangesteuerten und aktivierten Zustand gehalten wird,
wenn der Fahrer eine relativ kleine Kraft auf das Bremspedal
ausübt (nach der Aktivierung durch bspw. eine schnelle
Antrittsbewegung des Bremspedals). Dies kann dann ebenfalls
zu einer unerwünschten Bremsung führen. Sensiert der
Bremsassistent, daß ein Lösen des aktiven Boosters vom
Fahrer gewünscht wird, so kann es weiterhin zu einem Ruck
kommen, da der Bremsdruck plötzlich abgebaut wird.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein
Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage, insbesondere für
Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer Bremsassistenz
funktion zu schaffen, welche eine sichere und komfortable
Verkürzung des Bremswegs realisieren und Fehlauslösungen
vermeiden.
Die Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche gelöst. Die abhängigen Patentansprüche
zeigen vorteilhafte Weiterentwicklungen und Ausführungs
formen der Erfindung auf.
Erfindungsgemäß kann ein Bremspedal verwendet werden,
welches von der Bremsanlage insofern entkoppelt ist, daß der
Fahrereingang in das System, bspw. der Betätigungsweg des
Bremspedals, variabel und abhängig von weiteren Eingängen,
bspw. die Antrittsgeschwindigkeit des Pedalniederdrückens,
durch eine Steuereinheit in die von der Bremsanlage
umzusetzende Bremsverzögerung umgewandelt werden können.
An dieser Stelle sei angemerkt, daß natürlich noch andere
Eingänge für die Umsetzung des Fahrereingangs über das
Bremspedal in die gewünschte Bremsverzögerung verwendet
werden können. Beispielsweise könnte das die
Fahrzeuggeschwindigkeit, die Fahrzeuglast, ein gemessenes
Giermoment, der gerade vorliegende Lenkwinkel, usw., sein.
Erfindungsgemäß kann beispielsweise eine Dämpfung und/oder
eine Gegenkraft des Bremspedals über eine Steuereinheit
entsprechend eingestellt werden, wobei die Steuereinheit bei
einer aktivierten Bremsassistenzfunktion die Dämpfung
und/oder die Gegenkraft des Bremspedals entsprechend
vermindern kann, und der sich dann ergebende über einen
Wegsensor des Bremspedals ermittelte Betätigungsweg des
Bremspedals kann dann zur Ermittlung der durch die
Bremsanlage umzusetzenden Bremsverzögerung herangezogen
werden.
Erfindungsgemäß kann somit in vorteilhafter Weise
gewährleistet werden, daß bei aktivierter
Bremsassistenzfunktion eine hundertprozentige Steuerung der
Bremsanlage durch den Fahrer erfolgt. Dies steht im
Gegensatz zum oben beschriebenen Stand der Technik, da dort
der Bremsassistent durch eine entsprechende Steuerlogik
teilweise unabhängig von der Ist-Stellung des Bremspedals
die Bremsanlage betätigt. Bei der Erfindung ist dies
ausgeschlossen, da die Bremsverzögerung der Bremsanlage
abhängig von dem ermittelten Betätigungsweg (Ist-Stellung)
des Bremspedals eingestellt wird. Dadurch, daß die Dämpfung
und/oder die Gegenkraft des Bremspedals vermindert wird, ist
zu erwarten, daß der Fahrer das Bremspedal weiter durchtritt
als bei einer nicht aktivierten Bremsassistenzfunktion, so
daß die durch die Bremsanlage umgesetzte Bremsverzögerung
ansteigt. Folglich verringert sich der Bremsweg.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann eine Steuereinheit
bei einer aktivierten Bremsassistenzfunktion eine
Systemverstärkung abhängig von einem durch den Wegsensor
ermittelten Betätigungsweg, einer Betätigungsgeschwindigkeit
und/oder einer Betätigungsbeschleunigung des Bremspedals
ändern. Die Systemverstärkung kann einem Verhältnis des
ermittelten Betätigungswegs zu einer von der Bremsanlage
umzusetzenden Bremsverzögerung entsprechen. Gemäß dieser
Ausführungsform ändert sich die Gegenkraft und/oder die
Dämpfung des Bremspedals nicht, sondern es wird der
Fahrereingang über das Bremspedal höher verstärkt, so daß
bei aktivierter Bremsassistenzfunktion ebenfalls ein
verkürzter Bremsweg erzielt werden kann.
Obige Ausführungsformen können natürlich auch kombiniert
realisiert werden.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung
anhand von schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 ein schematisches Blockschaltbild der Erfindung;
Fig. 2 eine graphische Darstellung des Betätigungswegs des
Bremspedals über der Betätigungskraft;
Fig. 3 ein Ablaufdiagramm zur Änderung der Dämpfung
und/oder der Gegenkraft des Bremspedals;
Fig. 4 eine graphische Darstellung der Gegenkraft
(Eingangskraft) des Bremspedals bzw. der zur
Bremsverzögerung proportionalen Ausgangskraft der
Bremsanlage über der Zeit, und
Fig. 5 ein Flußlaufplan betreffend eine Erhöhung der
Systemverstärkung.
In der Fig. 1 ist ein Bremspedal 1 mit einem Wegsensor 2
dargestellt. Der Wegsensor 2 kann hierbei den
Betätigungswinkel des Bremspedals 1 oder den Betätigungsweg
des Bremspedals 1 erfassen. Der Wegsensor 2 ist über eine
entsprechende Signalleitung 3 mit einer Bremsanlage 4 und
insbesondere mit einer Steuereinheit 5 verbunden.
Die Steuereinheit 5 ermittelt abhängig von den Signalen des
Wegsensors 2 (bzw. des Winkelsensors) zunächst, ob eine
Bremsassistenzfunktion erforderlich ist oder nicht. Ist dies
der Fall, so ermittelt die Steuereinheit 5 bspw. eine
entsprechend verminderte Gegenkraft der nicht dargestellten
Pedalkomponenten des Bremspedals 1. Diese Pedalkomponenten
können einen statischen (Feder) und einen geschwindigkeits
abhängigen Anteil (Dämpfung) aufweisen. Die Verminderung der
Gegenkraft kann beispielsweise durch eine Minimierung der
Dämpfung realisiert werden. Dies kann etwa durch eine
Änderung der hydraulischen Wirkquerschnitt erfolgen.
Die Steuereinheit 5 kann auch die Dämpfung und/oder die
Gegenkraft des Bremspedals 1 unverändert lassen und die
Systemverstärkung entsprechend erhöhen, wenn die
Bremsassistenzfunktion aktiviert wurde. Natürlich kann auch
eine Beeinflussung der Gegenkraft und/oder der Dämpfung des
Bremspedals 1 und der Systemverstärkung kombiniert werden.
Abhängig von den vom Wegsensor 2 (bzw. Winkelsensor)
erfaßten Signalen wird nun von der Steuereinheit 5 der
Bremsanlage 4 eine von der Bremsanlage 4 umzusetzende
Bremsverzögerung ermittelt. Dies erfolgt unter Zuhilfenahme
beispielsweise von dem ermittelten Betätigungsweg, der
ermittelten Betätigungsgeschwindigkeit und/oder der
ermittelten Betätigungsbeschleunigung, wobei natürlich auch
noch andere Faktoren mit einfließen können (beispielsweise
die Fahrzeuggeschwindigkeit, eine Gierwinkelgeschwindigkeit,
ein Lenkwinkel, usw.).
Abhängig von der ermittelten Bremsverzögerung bzw. dem
ermittelten Bremsdruck werden nun Radbremsen 6 über
entsprechende Steuerleitungen 7 angesteuert, um die
gewünschte Verzögerung herbeizurufen (der Einfachheit halber
ist nur eine Radbremse 6 dargestellt). Die Steuerleitunger 7
können elektrische und/oder hydraulische Steuerleitungen zum
Ansteuern der Radbremsen 6 sein.
In der Fig. 2 ist eine graphische Darstellung des
Betätigungswegs über der Betätigungskraft (bzw. der
Eingangskraft Fe) des Bremspedals 2 gezeigt. Bei einem nicht
aktivierten Bremsassistenten ergibt sich bei einer
Betätigungskraft Fe1 ein Betätigungsweg des Bremspedals 1 von
x1. Bei einem aktivierten Bremsassistenten ergibt sich bei
der gleichen Betätigungskraft Fe1 des Bremspedals 1 eine
Betätigungsweg x2. Durch eine Verminderung der Dämpfung
und/oder der Gegenkraft des Bremspedals ergibt sich ein
stärkeres bzw. tieferes Durchdrücken des Bremspedals 1 durch
den Fahrer, so daß der Bremsweg wirkungsvoll vermindert
werden kann, ohne die vollständige Steuerung des
Bremsgeschehens bzw. des Bremsvorganges durch den Fahrer zu
beeinträchtigen. Dasselbe gilt natürlich auch für die
Ausführungsform gemäß den Fig. 4 und 5 (wie im folgenden
noch erläutert).
Der Flußlaufplan gemäß Fig. 3 soll schematisch einen
möglichen Ablauf darstellen, der bspw. durch die
Steuereinheit 5 ausgeführt wird. In einem Schritt 100 wird
dieser Ablauf gestartet, wobei dann in einem Schritt 101
abgefragt wird, ob der Bremsassistent bzw. die
Bremsassistenzfunktion aktiviert ist. Ist dies nicht der
Fall, so wird zurück zwischen die Schritte 100 und 101
verzweigt.
Wie voranstehend schon erläutert wurde, kann das Aktivieren
der Bremsassistenzfunktion beispielsweise dann durch die
Steuereinheit 5 veranlaßt werden, wenn die
Niederdrückgeschwindigkeit des Bremspedals 1 größer ist als
ein Schwellwert (dies soll jedoch nur ein Beispiel für einen
möglichen Aktivierungsinput der Bremsassistenzfunktion
darstellen).
Anschließend wird zu einem Schritt 102 verzweigt, in dem die
Dämpfung und/oder die Gegenkraft des Bremspedals 1
vermindert wird. Dies kann etwa dadurch erfolgen, daß
hydraulische Wirkquerschnitte des Bremspedals 1 entsprechend
variiert werden. Anschließend wird in einem Schritt 103 der
Betätigungsweg x des Bremspedals 1 erfaßt und in einem
Schritt 104 eine dem Betätigungsweg entsprechende
Bremsverzögerung ermittelt. Dann wird in einem Schritt 105
dies ermittelte Bremsverzögerung an die Bremsanlage
ausgegeben und es werden daraufhin die Radbremsen 6 derart
angesteuert, daß diese Bremsverzögerung erreicht wird. In
einem Schritt 106 endet der vorgenannte Ablauf.
Die statische Gegenkraft des Bremspedals 1 (Feder und/oder
Dämpfungswirkung) kann somit auf einen Wert beschränkt
werden, der z. B. einer 30-prozentigen Bremsung entspricht;
da der normale Aktionsbereich des Fahrers 0-30%
Verzögerung umfaßt, d. h., der Fahrer kennt diesen
Verzögerungsbereich bzw. Bereich der Pedalgegenkraft. Dies
bewirkt einen beschleunigenden Kraftüberschuß der Fußkraft
am Bremspedal 1 und damit erfolgt eine schnellere
Fußbewegung und ein stärkeres bzw. tieferes Niederdrücken
des Bremspedals 1. Der sich ergebende Pedalweg ist somit ein
Maß für die umzusetzende Verzögerung. Der einzustellende
Wert für die Gegenkraft kann beispielsweise von der
Antrittsgeschwindigkeit des Fußes abhängig sein (erfaßt
durch die Antrittsgeschwindigkeit des Bremspedals 1).
Weiterhin kann eine pedalwegabhängige statische Gegenkraft
(Federwirkung) auf einen Wert reduziert werden, der
beispielsweise einer 30-prozentigen Bremsung entspricht
(niedrigere Kraft-Weg-Kennlinie). Dies bewirkt dann ebenso
einen beschleunigenden Kraftüberschuß der Fußkraft am
Bremspedal 1 und damit eine schnellere Fußbewegung.
Weiterhin kann die dynamische Gegenkraft (Dämpfung) auf
einen eventuell geschwindigkeitsabhängigen Wert der
Antrittsgeschwindigkeit reduziert werden, wobei bei der
Dämpfungsreduktion darauf geachtet werden muß, daß die
Schwingungsneigung des Bremspedals (Eigenbewegung des
Bremspedals 1) sicher verhindert wird. Hierbei würde die
statische Pedalkennlinie beibehalten werden und nur die
bewegungshindernde Dämpfungskraft würde verringert.
Bei allen vorgenannten Lösungen ist der sich ergebende
Pedalweg ein Maß für die umzusetzende Verzögerung. Natürlich
können alle obigen Möglichkeiten auch in beliebiger Weise
miteinander kombiniert werden.
An dieser Stelle soll angemerkt werden, daß die Wirkung
eines konventionellen Fahrerbetätigungsschalters durch
Sensierung der Pedalbewegung beschrieben werden kann, da das
Pedal nicht aktiv bewegt wird.
In der Fig. 4 ist eine Erhöhung der Systemverstärkung
dargestellt. Die Strichlinien zeigen zum einen die
Eingangskraft Fe (entspricht der Gegenkraft) und die
Ausgangskraft Fa. Die Ausgangskraft Fa ist ein Wert, der der
Bremsverzögerung entspricht. Wird nun der Bremsassistent
bzw. die Bremsassistenzfunktion eingeschaltet, so wird die
Systemverstärkung erhöht. Die durchgezogene dicke Linie
zeigt eine Maximalverstärkung. Nach dem Ausschalten des
Bremsassistenten nähert sich die Systemverstärkung wieder
der Normalverstärkung an, so daß beim nächsten Betätigen der
Bremsanlage wieder die Normalverstärkung vorliegt. Das
Annähern an die Normalverstärkung erfolgt kontinuierlich
bzw. allmählich, so daß ein möglichst komfortables
Herunterfahren der Systemsverstärkung realisiert wird.
Zwischen der Strichlinie von Fa und der durchgehenden dicken
Linie von Fa sind natürlich beliebige Abstufungen möglich.
Abhängig beispielsweise von dem Betätigungsweg, der
Betätigungsgeschwindigkeit und/oder der
Betätigungsbeschleunigung des Bremspedals 1 können
Zwischenwerte für die Systemverstärkung gewählt werden, so
daß der verstärkte Verlauf der Ausgangskraft Fa zwischen der
dicken durchgezogenen und der gestrichelten Linie liegt.
Natürlich kann die Bestimmung der Systemverstärkung und
somit auch die Verstärkungslinie zu einem bestimmten
Zeitpunkt während der Aktivierung der Bremsassistenzfunktion
und nach der Aktivierung der Bremsassistenzfunktion (in der
Phase der kontinuierlichen Annäherung an die
Normalverstärkung) auch noch von anderen Faktoren abhängig
sein (beispielsweise der Fahrzeuggeschwindigkeit, dem
Fahrzeuggewicht, usw.).
In der Fig. 5 ist beispielhaft eine Möglichkeit eines
Ablaufs dargestellt, der bspw. in der Steuereinheit 5
ausgeführt werden kann. Nach einem Start in einem Schritt
200 wird zu einem Schritt 201 verzweigt, indem abgefragt
wird, ob die Bremsassistenzfunktion aktiviert ist oder nicht.
Ist dies nicht der Fall, so wird zurück zwischen die
Schritte 200 und 201 verzweigt. Wenn die Bremsassistenz
funktion aktiviert ist, wird in einem Schritt 202 die
Systemverstärkung erhöht. Anschließend wird der
Betätigungsweg des Bremspedals 1 in einem Schritt 203
erfaßt. Dann wird in einem Schritt 204 eine Bremsverzögerung
ermittelt, die dem erfaßten Betätigungsweg entspricht, wobei
die im Schritt 202 erhöhte Systemverstärkung berücksichtigt
wird. In einem Schritt 205 wird dann die Bremsverzögerung an
die Bremsanlage 4 ausgegeben und in einem Schritt 206 endet
der Ablauf.
Bei Aktivierung der Bremsassistenzfunktion wird somit die
rechnerische Systemverstärkung (Betätigungsweg bzw. Pedalweg
zu Verzögerung) stark erhöht, wobei die Gegenkraft des
Bremspedals 1 unbeeinflußt bleibt. Die sich ergebende
Systemverstärkung kann hierbei abhängig von der Pedalbe
wegung (Betätigungsweg, Betätigungsgeschwindigkeit und/oder
Betätigungsbeschleunigung) sein und wird während der
Betätigung der Bremse (positive Pedalgeschwindigkeit)
festgelegt. Beim Lösen der Bremse wird die Systemverstärkung
wieder bis auf die Normalverstärkung kontinuierlich
vermindert.
Die Ausführungsformen gemäß den Fig. 2 und 3 sowie 4 und
5 können natürlich auch kombiniert werden.
Weiterhin sei angemerkt, daß die in der Erfindung
beschriebenen Module und Funktionen auch einzeln und/oder in
beliebiger Kombination realisiert werden können.
Claims (11)
1. Vorrichtung zum Ansteuern einer Bremsanlage (4),
insbesondere für Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer
Bremsasssistenzfunktion, bei der eine Dämpfung und/oder
eine Gegenkraft eines Bremspedals (1) über eine
Steuereinheit (5) eingestellt werden kann, wobei die
Steuereinheit (5) bei einer aktivierten
Bremsassistenzfunktion die Dämpfung und/oder Gegenkraft
des Bremspedals (1) vermindert und der sich dann
ergebende über einen Sensor (2) des Bremspedals (1)
erfasste Betätigungsweg des Bremspedals (1) zur
Ermittlung der durch die Bremsanlage (4) umzusetzenden
Bremsverzögerung herangezogen wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gegenkraft abhängig von der Antrittsgeschwindigkeit
und/oder der Antrittsbeschleunigung des Fahrerbremsfußes
ist und geringer eingestellt wird, wenn die Antrittsge
schwindigkeit und/oder die Antrittsbeschleunigung größer
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Gegenkraft pedalwegabhängig ist
und mit größer werdendem Betätigungsweg ansteigt.
4. Vorrichtung nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfung abhängig von
der Antrittsgeschwindigkeit und/oder der Antritts
beschleunigung des Fahrerbremsfußes ist und geringer
eingestellt wird, wenn die Antrittsgeschwindigkeit
und/oder die Antrittsbeschleunigung größer ist.
5. Vorrichtung zum Ansteuern einer Bremsanlage,
insbesondere für Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer
Bremsassistenzfunktion, bei der eine Steuereinheit (5)
bei einer aktivierten Bremsassistenzfunktion eine
Systemverstärkung abhängig von einem durch einen Sensor
(2) erfassten Betätigungsweg, einer Betätigungsge
schwindigkeit und/oder einer Betätigungsbeschleunigung
eines Bremspedals (1) ändert, wobei die Systemver
stärkung einem Verhältnis des ermittelten Betätigungs
wegs zu einer von der Bremsanlage (4) umzusetzenden
Bremsverzögerung entspricht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Systemverstärkung mit einem ansteigenden
Betätigungsweg, einer ansteigenden Betätigungsge
schwindigkeit und/oder einer ansteigenden
Betätigungsbeschleunigung erhöht wird.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Systemverstärkung mit einem sich
vermindernden Betätigungsweg bis auf eine
Normalverstärkung kontinuierlich reduziert wird.
8. Vorrichtung zum Ansteuern einer Bremsanlage (4),
insbesondere für Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer
Bremsassistenzfunktion, wobei eine Steuereinheit (5) bei
einer aktivierten Bremsassistenzfunktion eine
Dämpfung und/oder eine Gegenkraft eines Bremspedals (1)
vermindert und der sich dann ergebende über einen Sensor
(2) des Bremspedals (1) ermittelte Betätigungsweg des
Bremspedals (1) zur Ermittlung der durch die Bremsanlage
(4) umzusetzenden Bremsverzögerung herangezogen wird und
wobei die Steuereinheit (5) bei einer aktivierten
Bremsassistenzfunktion eine Systemverstärkung abhängig
von dem erfassten Betätigungsweg, einer Betätigungs
geschwindigkeit und/oder einer Betätigungsbeschleunigung
des Bremspedals (1) ändert, wobei die Systemverstärkung
einem Verhältnis des erfassten Betätigungswegs zu der
von der Bremsanlage (4) umzusetzenden Bremsverzögerung
entspricht.
9. Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage (4),
insbesondere für Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer
Bremsassistenzfunktion, bei dem eine Steuereinheit (5)
folgende Schritte ausführt:
- - Vermindern einer Dämpfung und/oder einer Gegenkraft eines Bremspedals (1) bei einer aktivierten Bremsassistenzfunktion und
- - Heranziehen des sich dann ergebenden über einen Sensor (2) des Bremspedals (1) erfassten Betätigungswegs des Bremspedals (1) zur Ermittlung der durch die Bremsanlage umzusetzenden Bremsverzögerung.
10. Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage (4),
insbesondere für Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer
Bremsassistenzfunktion, bei dem eine Steuereinheit (5)
bei einer aktivierten Bremsassistenzfunktion eine
Systemverstärkung abhängig von einem durch einen Sensor
(2) erfassten Betätigungsweg, einer Betätigungsgeschwin
digkeit und/oder einer Betätigungsbeschleunigung eines
Bremspedals (1) ändert, wobei die Systemverstärkung
einem Verhältnis des erfassten Betätigungswegs zu einer
von der Bremsanlage (4) umzusetzenden Bremsverzögerung
entspricht.
11. Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage (4),
insbesondere für Kraftfahrzeuge, zur Realisierung einer
Bremsassistenzfunktion, bei dem eine Steuereinheit (5)
die folgenden Schritte ausführt:
- - Vermindern einer Dämpfung und/oder einer Gegenkraft eines Bremspedals (1) bei einer aktivierten Bremsassistenzfunktion,
- - Heranziehen des sich dann ergebenden über einen Sensor (2) des Bremspedals (1) erfassten Betätigungswegs des Bremspedals (1) zur Ermittlung der durch die Bremsanlage (4) umzusetzenden Bremsverzögerung und
- - Ändern, bei einer aktivierten Bremsassistenzfunktion, einer Systemverstärkung abhängig von dem Betätigungsweg, der Betätigungsgeschwindigkeit und/oder der Betätigungsbeschleunigung des Bremspedals (1), wobei die Systemverstärkung einem Verhältnis des erfassten Betätigungswegs zu der von der Bremsanlage (4) umzusetzenden Bremsverzögerung entspricht.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998125231 DE19825231A1 (de) | 1998-06-05 | 1998-06-05 | Vorrichtung und Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage für Kraftfahrzeuge |
| PCT/EP1999/003761 WO1999064281A1 (de) | 1998-06-05 | 1999-05-31 | Vorrichtungen und verfahren zum ansteuern einer bremsanlage für kraftfahrzeuge |
| JP2000553314A JP4743961B2 (ja) | 1998-06-05 | 1999-05-31 | 自動車用ブレーキ装置の制御装置と方法 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998125231 DE19825231A1 (de) | 1998-06-05 | 1998-06-05 | Vorrichtung und Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage für Kraftfahrzeuge |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19825231A1 true DE19825231A1 (de) | 1999-12-09 |
Family
ID=7870064
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998125231 Withdrawn DE19825231A1 (de) | 1998-06-05 | 1998-06-05 | Vorrichtung und Verfahren zum Ansteuern einer Bremsanlage für Kraftfahrzeuge |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| JP (1) | JP4743961B2 (de) |
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