DE19824300C1 - Brandunterdrückungsanlage - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Brandunterdrückungsanlage für schnell ablaufende Brände in einem zu überwachenden Raumvolumen (1), insbesondere im Mannschaftsraum eines gepanzerten Fahrzeugs, umfassend einen oder mehrere Löschmittelbehälter (4), die Löschmittel in Form von gasförmige, halogeniertem Kohlenwasserstoff enthalten und über eine Überwachungs- und Steuereinrichtung (2, 3) zum Verteilen des Löschmittels in dem zu überwachenden Raumvolumen (1) betätigbar sind. Hierbei ist wenigstens ein Wasser enthaltender Behälter (6) mit einer Verteilerdüseneinrichtung (7) vorgesehen, der im wesentlichen zeitgleich mit den Löschmittelbehältern (4) zum feinen Verteilen des darin enthaltenen Wassers in dem zu überwachenden Raumvolumen (1) über die Überwachungs- und Steuereinrichtung (2, 3) betätigbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Brandunterdrückungsanlage nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine derartige Brandunterdrückungsanlage ist beispielsweise aus DE
29 07 548 C2 bekannt, gemäß der ein oder mehrere Löschmittelbehälter
vorgesehen sind, die Löschmittel in Form von fluoriertem Kohlenwasserstoff
unter hohem Inertgasdruck enthalten und über eine Überwachungs- und
Steuereinrichtung zum Verteilen des Löschmittels in dem zu überwachenden
Raumvolumen betätigbar sind. Hierbei wird das Auftreten eines schnell
ablaufenden Brandes, wie er beim Auftreffen eines Hohlladungsgeschoßes
auf ein gepanzertes Fahrzeug im Mannschaftsraum hiervon auftreten kann,
durch entsprechende Sensoren erfaßt, wodurch ein sehr schnelles Betätigen
zum Freisetzen und Verteilen des Löschmittels im Mannschaftsraum
ausgelöst wird.
Aus DE 42 24 184 C2 ist ferner ein Löschmittelbehälter etwa für eine
derartige Brandunterdrückungsanlage bekannt, der mit einer Berstscheibe
versehen ist, das Löschmittel drucklos enthält und an einen elektrisch
auslösbaren Druckgasgenerator gekoppelt ist. Hierbei braucht der
Löschmittelbehälter nicht als Druckbehälter ausgebildet zu sein.
Die in derartigen Brandunterdrückungsanlagen als Löschmittel
verwendeten halogenierten Kohlenwasserstoffe besitzen eine gute
Löscheffektivität, aber den Nachteil, daß sie bei dem vorgesehenen Einsatz
zum Löschen von schnell ablaufenden Bränden, Deflagrationen oder
Verpuffungen, wegen der dabei entstehenden großen Hitze gecrackt werden,
so daß neben entsprechenden Pyrolyseprodukten vor allem
Halogenwasserstoff entsteht. Inbesondere ensteht bei Verwendung von
fluorierten Kohlenwasserstoffen wie 1,1,1,3,3,3-Hexafluorpropan eine relativ
große Menge an Fluorwasserstoff, zumal zum Löschen von schnell
ablaufenden Bränden ein relativ hoher Volumenanteil von beispielsweise 15
Vol.-% Löschmittel zum Einsatz gelangt. In Mannschaftsräumen etwa von
gepanzerten Fahrzeugen führt der entstandene Halogenwasserstoff jedoch zu
einer starken, gesundheitsgefährdenden Belastung der Insassen, selbst wenn
diese nur kurzzeitig ist.
Außerdem ist aus dem DE-Prospekt "MicroDrop-Fahrzeug-Löschanla
gen" TOTAL WALTHER FEUERSCHUTZ GMBH Waltherstr. 51, 51069 Köln
vom 19.12.1997 eine Brandunterdrückungsanlage bekannt, die wenigstens
einen Wasser enthaltenden Behälter mit einer Verteilerdüseneinrichtung zum
feinen Verteilen des darin enthaltenen Wassers in einem zu überwachenden
Raumvolumen umfaßt, die über eine Überwachungs- und Steuereinrichtung
betätigbar ist. Hierbei wird als Löschmittel nur Wasser, das eine relativ
geringe Löscheffektivität besitzt, dafür aber keine gesundheitsschädigenden
Wirkungen hervorruft, und kein Halogenwasserstoff eingesetzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Brandunterdrückungsanlage nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, die es ermöglicht, die Wirkung
von beim Löschen entstehendem Halogenwasserstoff zu reduzieren und
trotzdem die Löscheffektivität beizubehalten.
Diese Aufgabe wird entsprechend dem kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 gelöst.
Dadurch, daß wenigstens ein Wasser enthaltender Behälter mit einer
Verteilerdüseneinrichtung vorgesehen ist, der im wesentlichen zeitgleich mit
den Löschmittelbehältern zum feinen Verteilen des darin enthaltenen Wassers
in dem zu überwachenden Raumvolumen über eine Überwachungs- und
Steuereinrichtung betätigbar ist, wird zusammen mit dem Löschmittel in Form
von gasförmigem, halogeniertem, insbesondere fluoriertem Kohlenwasserstoff
Wasser in dem überwachten Raumvolumen durch Einsprühen fein verteilt.
Dies führt aufgrund der guten Wasserlöslichkeit von Halogenwasserstoffen
dazu, daß die beim Löschen entstehenden Halogenwasserstoffe von den
feinen Wassertröpfchen, die eine große absorbierende Oberfläche bilden,
aufgenommen werden. Auch andere Pyrolyseprodukte werden zumindest
teilweise aus der Atmosphäre des überwachten Raumvolumens entfernt.
Dieses Auswaschen der schädlichen Produkte reduziert die Wirkung des
Halogenwasserstoffs ganz erheblich. Außerdem stellt das Wasser
zusätzliches Löschmittel dar, so daß die Löscheffektivität nicht beeinträchtigt,
sondern eher erhöht wird.
Hierbei ist es vorteilhaft, wenn dem Wasser ein Halogenwasserstoff
neutralisierendes, d. h. basisches, wasserlösliches Salz zugesetzt wird. Dies
kann insbesondere in einer Menge von etwa 10 bis 15 Gew.-% des Wassers
geschehen. Als Salz ist insbesondere Kaliumcarbonat geeignet.
Das neutralisierende Salz hat mehrere Vorteile. Zum einen reduziert es
den Gefrierpunkt des Wassers, so daß die Brandunterdrückungsanlage auch
im Winter im allgemeinen voll einsatzfähig ist, ohne daß man den
Wasserbehälter beheizen müßte (was jedoch für sehr tiefe Temperaturen
trotzdem vorgesehen sein kann). Zum anderen erhöht es die Löscheffektivität
des Wassers. Schließlich neutralisiert es die in den Wassertropfen befindliche
Halogenwasserstoffsäure aufgrund seiner Basizität, wodurch die
Aufnahmekapazität des Wassers für Halogenwasserstoff erhöht und ferner ein
späteres Reinigen des kontaminierten Raumvolumens unproblematisch wird.
Es ist zweckmäßig, wenn der das Wasser enthaltende Behälter ein
Druckbehälter ist, der ein Stickstoffpolster zur Zerstäubung des Wasser
beispielsweise mit einem Druck von etwa 50 bis 55 bar bei 20°C enthält. Das
im Behälter enthaltene Wasser wird dann im Brandfall über die
Verteilerdüseneinrichtung mittels des Stickstoffpolsters zerstäubt, wobei die
Verteilerdüseneinrichtung derart gestaltet ist, daß das Wasser möglichst
gleichmäßig in dem überwachten Raumvolumen verteilt wird. - Jedoch kann
gegebenenfalls der das Wasser enthaltende Behälter - ebenso wie auch die
Löschmittelbehälter - mit einem elektrisch auslösbaren Druckgasgenerator
gekoppelt sein, wobei eine Berstscheibe vorgesehen ist, die durch den
Innendruck im Behälter zerstörbar ist. - Im Falle von Druckbehältern für
Löschmittel und Wasser kann ein pyrotechnisches Trennelement mit
Hohlladungswirkung oder ein hochwirksamer Zünder vorgesehen sein, um
eine Berstscheibe am Austrittsende des Behälters zu zerstören, um dadurch
Wasser und Löschmittel durch eine Verteilerdüseneinrichtung in dem
überwachten Raumbereich zu verteilen.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden
Beschreibung und den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand des in der beigefügten
Abbildung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Ein zu überwachendes Raumvolumen 1 in Form eines
Mannschaftsraums eines gepanzerten Fahrzeugs ist mit einer Überwachungs-
und Steuereinrichtung ausgerüstet, die mehrere Detektoranordnungen 2
aufweist. Diese können beispielsweise jeweils einen IR- und einen UV-Sensor
oder zwei IR-Sensoren, die auf unterschiedliche Wellenlängenbereiche
ansprechen, enthalten. Derartige Sensoren, wie sie u. a. in US 3 665 440 oder
3 931 521 beschrieben sind, eignen sich dazu, schnell ablaufende Brände
rechtzeitig zu entdecken, liefern aber auch beim Auftreten von normalen
Bränden geeignete, auswertbare Signale. Die Signale der
Detektoranordnungen 2 werden in einer Steuerung 3 ausgewertet, die
dementsprechend im Brandfall Auslösesignale zur Betätigung von
Löschmittelbehältern 4 erzeugt. Diese enthalten als Löschmittel gasförmigen,
halogenierten, insbesondere fluorierten Kohlenwasserstoff, insbesondere
1,1,1,3,3,3-Hexafluorpropan, und entweder ein Stickstoffpolster oder sind mit
einem Druckgasgenerator gekoppelt. Die Auslösesignale bewirken ein
Zerstören einer am Austrittsende des Löschmittelbehälters 4 befindlichen
Berstscheibe und damit den Austritt des Löschmittels durch eine
Verteilerdüseneinrichtung 5 am Austrittsende des jeweiligen
Löschmittelbehälters 4.
Außerdem ist mindestens ein weiterer Behälter 6 vorgesehen, der
Wasser insbesondere zusammen mit einem den beim Löschen von schnell
ablaufenden Bränden entstehenden Halogenwasserstoff neutralisierenden, in
dem Wasser gelösten Salz wie Kaliumcarbonat und ein Stickstoffpolster
enthält.
Der Behälter 6 ist mit einer Verteilerdüseneinrichtung 7 versehen, die
entsprechend dem zu überwachenden Raum gestaltet ist, so daß das im
Behälter 6 enthaltene Wasser im Brandfall möglichst gleichmäßig über das
Raumvolumen 1 verteilt wird.
Der Behälter 6 wird praktisch zeitgleich mit den Löschmittelbehältern 4
durch ein entsprechendes Auslösesignal von der Steuerung 3 betätigt, um das
darin enthaltene Wasser in dem Raumvolumen 1 in Form von feinen
Tröpfchen zu verteilen.
Claims (6)
1. Brandunterdrückungsanlage für schnell ablaufende Brände in einem
zu überwachenden Raumvolumen (1), insbesondere im Mannschaftsraum
eines gepanzerten Fahrzeugs, umfassend einen oder mehrere Löschmittel
behälter (4), die Löschmittel in Form von gasförmigem, halogeniertem Kohlen
wasserstoff enthalten und über eine Überwachungs- und Steuereinrichtung (2,
3) zum Verteilen des Löschmittels in dem zu überwachenden Raumvolumen
(1) betätigbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Wasser
enthaltender Behälter (6) mit einer Verteilerdüseneinrichtung (7) vorgesehen
ist, der im wesentlichen zeitgleich mit den Löschmittelbehältern (4) zum feinen
Verteilen des darin enthaltenen Wassers in dem zu überwachenden Raumvo
lumen (1) über die Überwachungs- und Steuereinrichtung (2, 3) betätigbar ist.
2. Brandunterdrückungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß dem Wasser ein Halogenwasserstoff neutralisierendes, wasserlös
liches Salz zugesetzt ist.
3. Brandunterdrückungsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß das Wasser etwa 10 bis 15 Gew.-% des Salzes enthält.
4. Brandunterdrückungsanlage nach Anspruch 2 oder 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Salz Kaliumcarbonat ist.
5. Brandunterdrückungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Wasser enthaltende Behälter (6) ein Stick
stoffpolster enthält.
6. Brandunterdrückungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß der Wasser enthaltende Behälter (6) mit einem
elektrisch auslösbaren Druckgasgenerator gekoppelt ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1998124300 DE19824300C1 (de) | 1998-05-30 | 1998-05-30 | Brandunterdrückungsanlage |
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Publications (1)
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| DE19824300C1 true DE19824300C1 (de) | 1999-10-28 |
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ID=7869449
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|---|---|---|---|
| DE1998124300 Expired - Fee Related DE19824300C1 (de) | 1998-05-30 | 1998-05-30 | Brandunterdrückungsanlage |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19824300C1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10121730A1 (de) * | 2001-05-04 | 2002-11-28 | Man B & W Diesel As Kopenhagen | Verfahren zur Erhöhung der Explosionssicherheit einer Maschine sowie mit einer hierfür geeigneten Vorrichtung versehene Maschine |
| DE10152964C1 (de) * | 2001-10-26 | 2003-08-21 | Airbus Gmbh | Löschsystem zur Löschung eines innerhalb der Kabine oder eines Frachtraumes eines Passagierflugzeuges ausgebrochenen Feuers |
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| DE4224184C2 (de) * | 1992-07-22 | 1994-05-05 | Deugra Ges Fuer Brandschutzsys | Löschmittelbehälter |
-
1998
- 1998-05-30 DE DE1998124300 patent/DE19824300C1/de not_active Expired - Fee Related
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Non-Patent Citations (1)
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|---|
| DE-Prospekt: "Micro Drop-Fahrzeug-Löschanlagen" Total Walther Feuerschutz GmbH, Waltherstr. 51, 51069 Köln, 1.95 * |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE10121730A1 (de) * | 2001-05-04 | 2002-11-28 | Man B & W Diesel As Kopenhagen | Verfahren zur Erhöhung der Explosionssicherheit einer Maschine sowie mit einer hierfür geeigneten Vorrichtung versehene Maschine |
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| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
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| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |