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DE19818422A1 - Bestimmung der absoluten Mutagenizität; Differentielle Sequenzierung - Google Patents

Bestimmung der absoluten Mutagenizität; Differentielle Sequenzierung

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DE19818422A1
DE19818422A1 DE19818422A DE19818422A DE19818422A1 DE 19818422 A1 DE19818422 A1 DE 19818422A1 DE 19818422 A DE19818422 A DE 19818422A DE 19818422 A DE19818422 A DE 19818422A DE 19818422 A1 DE19818422 A1 DE 19818422A1
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DE
Germany
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mutagenicity
error rate
absolute
cycles
amplification
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Withdrawn
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DE19818422A
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English (en)
Inventor
Stefan Harjes
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Individual
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    • G16INFORMATION AND COMMUNICATION TECHNOLOGY [ICT] SPECIALLY ADAPTED FOR SPECIFIC APPLICATION FIELDS
    • G16BBIOINFORMATICS, i.e. INFORMATION AND COMMUNICATION TECHNOLOGY [ICT] SPECIALLY ADAPTED FOR GENETIC OR PROTEIN-RELATED DATA PROCESSING IN COMPUTATIONAL MOLECULAR BIOLOGY
    • G16B30/00ICT specially adapted for sequence analysis involving nucleotides or amino acids

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Biophysics (AREA)
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  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Bioinformatics & Cheminformatics (AREA)
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  • Medical Informatics (AREA)
  • Spectroscopy & Molecular Physics (AREA)
  • Theoretical Computer Science (AREA)
  • Measuring Or Testing Involving Enzymes Or Micro-Organisms (AREA)

Abstract

Aufgabe der Erfindung ist die Bestimmung der absoluten Mutagenizität, also die Messung der von Substanzen oder Umgebungen verursachten Mutationsraten, oder die Bestimmung von Fehlerraten von Polymerasen. DOLLAR A Zur Bestimmung der Mutagenizität amplifiziert man eine Nukleinsäurevorlage mit Polymerasen. Es werden unter möglichst identischen Bedingungen Sequenziervorlagen vom Amplifikationsprodukt und Amplifikationsvorlage generiert. Meßgrößen sind die Fehlerraten der beiden Sequenzmengen sowie die gemessene Amplifikation. Mit diesen Werten berechnet man mit einer einfachen Formel die absolute Mutagenizität.

Description

Einleitung
Die Erfindung betrifft eine molekularbiologische Methode der Gentechnik.
Mit Mutagenizitäten und Polymerasegenauigkeiten beschäftigen sich u. a. (Kunkel 1984), (Kunkel 1985)), (Kunkel & Alexander 1986), (Boosalis et al. 1987), (Tindall & Kunkel 1988), (Krawczak et al. 1989), (Keohavong & Thilly 1989), (Reiss et al. 1990), (Eckert & Kunkel 1990), (Lundberg et al. 1991), (Kohler et al. 1991), (US. Patent Nr. 5.347.075), (Barnes 1992), (Kok et al. 1997).
Die Problematik stellt sich aus der seit langem bekannten Diskrepanz zwischen der Genauigkeit von in vitro Polymerisationsreaktionen und der Genauigkeit von in vivo Polymerisationsreaktionen.
Um Polymerisationsreaktionen im Hinblick auf die Genauigkeit optimieren zu können, ist es notwendig einen einfachen, gradlinigen, auf alle Arten von Mutatio­ nen anwendbaren und standardisierbaren Assay zu etablieren. Die Fehlerrate oder die absolute Mutagenizität wird einheitlich mit f in
angegeben.
Allein mit Sequenzierungen kann man feststellen welche Differenzen in einer Se­ quenzmenge vorkommen. Wenn man also die Fehlerrate in mehreren Sequenzmengen vor und nach Polymerisation, sowie den Grad der Polymerisation, also die Amplifika­ tion bestimmt, kann man mit Formel (3) die Fehlerrate der Reaktion berechnen. Für diese Erfindung wird Schutz begehrt.
Man kann mit dieser Erfindung Fehlerraten von Polymerasen bestimmen, aber auch die absolute Mutagenizität von Reaktionszusätzen wie z. B. von Nahrungsmitteln oder Medikamenten messen und absolute durch Strahlung erzeugte Krebsraten z. B. von Fernsehern oder Computermonitoren feststellen.
Es können alle Arten von Mutationen betrachtet werden (Substitutionen, Inser­ tionen und Deletionen) und zusammen oder einzeln eingeordnet werden. Einflüsse von Reparaturmechanismen oder in vivo existierenden Selektionsmechanismen gibt es nicht. Es handelt sich hier um reine in vitro (S1) Experimente, Tierexperimente sind nicht notwendig.
Beschreibung der Abbildungen
Abb. 1: Produktzusammensetzung nach n Zyklen
Abb. 2: Fehlerverteilung nach n Zyklen
Abb. 3: Filtrationsprofil von säulengereinigter EN geprimter NF1- cDNA; Aufgefangen in zwei Tropfenfraktionen und untersucht mit C/E-PCR (30 Zyklen)
Abb. 4: Amplifikation von NF1 von Ratten Gehirn cDNA; Temperatur­ profil: 94°C, 30 sec; 68°C, 9 min. (als letzter Schritt 68°C 10 min); 22 anschließend 20 Zyklen amplifiziert; Spur 1: λ-HindIII Standard; 2: -; 3: -; 4: FAN/AD ohne SK; 5: FAN/AD Amplifikation mit SK; 6: Standard;
Abb. 5: Bestimmung der Fehlerraten von NF1 Stücken
Abb. 6: Produktzusammensetzung nach 22 Zyklen
Abb. 7: Produktzusammensetzung nach 42 Zyklen
Abb. 8: Wertetabelle von Abb. 6 und Abb. 7; Koeffizienten entwickelt nach Abb. 2; % bezogen auf 222 bzw. 242; y in cm: 20% ≈ 8 cm
Abb. 9: Skizze von NF1 mit Position der Primer
Herleitung
Während einer Polymerisationsreaktion macht eine Polymerase beim Einbau von L Nukleotiden in den entstehenden Doppelstrang F Fehler. Die Reaktion hat also eine Fehlerrate von
Bei der Kopie eines einzelsträngigen Moleküls der Länge l macht eine Polymerase in 1. Näherung l.f Fehler. Wahrscheinlichkeiten sind additiv. Bei der Synthese der Kopie der Kopie des Moleküls der Länge l macht das Enzym in erster Näherung wieder l.f Fehler. Nach zwei Synthese Zyklen beinhaltet ein Molekül also l.2.f Fehler mehr. Nach n Zyklen findet man in einem Molekül der Länge l also l.n.f Fehler mehr als vor der Synthese. Das Original hat den Fehler or. Ohne Kopie gibt es also l.or Fehler im Ausgangsmaterial. Ein Molekül enthält nach n Kopierungen also F(n, f) Fehler:
F(n, f) = l.(or+n.f) (1)
Wichtig ist aber jetzt, wieviele Moleküle mit wievielen Fehlern im Endprodukt vorlie­ gen. Im Endprodukt findet man sowohl das Original, als auch seine Kopien. In Abb. 1 ist die Produktzusammensetzung nach n Zyklen beschrieben, wobei jedes Molekül nur dadurch gekennzeichnet ist, wie oft es kopiert wurde.
Diese Verteilung entspricht der von B. Pascal (1665) publizierten Dreiecksver­ teilung (Chevalier 1954). Abb. 2 ist die mathematischere Schreibweise von Abb. 1. Man findet also z. B. nach 6 Reaktionszyklen 20 Moleküle die 3 mal kopiert wurden, aber nur ein Molekül, welches 6 mal kopiert wurde. Wie man deutlich ablesen kann (Abb. 2, Abb. 6, Abb. 7), hat der größte Teil der Moleküle nach einer Amplifikation
Fehler.
Da die Häufigkeit der Moleküle die n mal kopiert wurden in Bezug auf n symme­ trisch verteilt ist (Abb. 6, Abb. 7), und die Fehlerrate proportional zur Anzahl dieser Synthesezyklen ist, ist auch die Fehlerrate symmetrisch verteilt. Die mittlere Fehlerrate ist damit:
Wenn man Fehlerraten vor und nach Amplifikation bestimmt, indem man die Anzahl der Fehler F in einer Menge von L sequenzierten Nukleotiden bestimmt:
kann man aus der Differenz die Fehlerrate der Reaktion ermitteln:
Also
Das Verteilungsmodell kann man testen, indem man kontrolliert, ob bei einer gege­ benen Anzahl von Zyklen das Produkt die vorhergesagte Fehlerverteilung aufweist (Abb. 6, Abb. 7).
Da DNA doppelsträngig ist und der eine Strang immer die Kopie des anderen Stranges ist, ist die Anzahl der Fehler des kopierten Stranges immer l.f größer. Die Sequenziervorlagen sind hier doppelsträngige DNA-Fragmente. Mit einer Wahrschein­ lichkeit von l.f findet man in einer Sequenzierung beider Stränge zwei Nukleotide für eine Position. Dieser Fehler ist von der Polymerase im letzten Zyklus generiert wor­ den. Auch ein solcher Fehler wird auf die Menge L = 2.l der insgesamt sequenzierten Nukleotide bezogen.
Generierung einer Amplifikationsvorlage
Adultes Ratten Gehirn wird in filtrierter Lösung homogenisiert (ca. 2 ml pro 100 mg Gewebe):
  • - 5 M Guadiniumthiocyanat,
  • - 100 mM Tris-HCl (pH 7.6),
  • - 10 mM EDTA,
  • - 0.5% Laurylsarcosin und
  • - 0.1 M 2-Mercaptoethanol
Zur klaren Lösung werden
  • - 2/10 Volumen Chloroform
  • - 1 Volumen saures Phenol
  • - 1/10 Volumen Natriumacetat (pH 4)
gegeben. Anschließend wird extrahiert und zentrifugiert, die wäßrige Phase wird abgenommen und mit 1 Volumen Isopropanol gefällt (-20°C, 1 Stunde) (Chomczynski & Sacchi 1987). Die so gewonnene RTA wird in
  • - 100 mM Tris-HCl (pH 7.6)
  • - 10 mM EDTA
  • - 0.5% Laurvlsarcosin
gelöst und mit 1 g/ml CsCl versetzt. In einem Cellulosenitrat-Zentrifugenröhrchen wird ein CsCl-Polster mit RNA-Lösung im Verhältnis 1/3 überschichtet. Durch Zentrifugation (30 000-50 000 Upm, 16°C, 16 Stunden) (Meselson et al. 1967) präzi­ pitierte RNA wird in:
  • - 100 mM Tris-HCl (pH 7.6)
  • - 10 mM EDTA
  • - 0.5% Laurylsarcosin
gelöst. CsCl wird durch zweimaliges Umfällen abgetrennt (100 mM NaCl, 2.5 Volumen Ethanol, -20°C, 1 Stunde) (Glisin et al. 1974). Die erhaltene RNA wird gelöst (65°C, 5 min):
  • - 74 mM Tris-HCl (pH 7.6)
  • - 10 mM EDTA
  • - 0.1% SDS
und auf 500 mM NaCl gebracht. Festphasen gekoppeltes Oligo dT wird zugegeben und hybridisiert (37°C, 10 min) (Gilham 1964). Gewaschen wird dreimal in:
  • - 74 mM Tris-HCl (pH 7.6)
  • - 10 mM EDTA
  • - 0.1% SDS
  • - 0.5 M NaCl
und dreimal mit:
  • - 74 mM Tris-HCl (pH 7.6)
  • - 10 mM EDTA
  • - 0.1% SDS
  • - 0.1 M NaCl
Eluiert wird bei 60°C, 5 min mit:
  • - 74 mM Tris-HCl (pH 7.6)
  • - 10 mM EDTA
  • - 0.1% SDS
Für NF1 cDNA-Synthese werden 20 µg mRNA in Wasser mit Primer EN (AGC TTC ACA CGA TCT TCT TAA TGC) und 1 U RNAsin gelöst und denaturiert (94°C, 1 min). Bei Synthesetemperatur (42°C) werden Reverse-Transcriptase-Bedingungen eingestellt:
  • - 50 mM Tris-HCl (pH 8.3),
  • - 50 mM KCl,
  • - 10-3 mM MgCl2,
  • - 1-5 mM DTT,
  • - 1 mM dNTP's und
  • - 5 U RNAsin.
  • - 200-20 nM Primer
200 U MMLV werden zugegeben und es folgt eine Inkubation (42°C, 1/2 Stunde). 1-5 U AMV und 100 U MMLV werden addiert und es wird weiter inkubiert (60°C, 1/2 Stunde). Anschließend versetzt man die Probe mit 1 µl RNAse A (Stammlösung: 1 mg/ml in 5 mM Tris-HCl (pH 8); gekocht: 10 min. 100°C) denaturiert 1 min bei 94°C und lagert die Probe bei 4°C.
Der ganze Ansatz wird mit einer Sepharose 4-bcl Säule gelfiltriert. Laufmittel ist:
  • - 10 mM Tris-HCl (pH 8)
  • - 1 mM EDTA
  • - 100 mM NaCl
Das Eluat wird in zwei Tropfen Fraktionen gesammelt und untersucht. 2 µl der Frak­ tionen werden mit PCR amplifiziert (Primer C: CAG AAT TCC CCC CTC AAC TTC GAA GT und Primer E: AAG TGT TGC CAT CTT ATC AAA AGG TC):
  • - 20 mM Tris-HCL (pH 8.8)
  • - 10 mM KCl
  • - 2 mM MgSO4
  • - 0.1% Triton X-100
  • - 100 µg/ml BSA
  • - 400 µM dNTPs
  • - 0.25 U hitzestabile DNA Polymerase
  • - 400 nM Primer
  • - Temperaturprofil:
    • - 94°C, 1 min,
    • - 60°C, 1 min,
    • - 73°C, 1 min
Die Proben werden mit 5 × Probenpuffer:
  • - 0.025% Bromphenolblau,
  • - 0.025% Xylencyanol,
  • - 20% Ficoll und
  • - 100 mM EDTA
versetzt und in einem Ethidiumbromid gefärbten 2%igem Agarosegel:
  • - 89 mM Tris-Borat (pH 8),
  • - 89 mM Borsäure,
  • - 2 mM EDTA,
  • - 0.4 µg/ml Ethidiumbromid und
  • - 2% Agarose
untersucht (
Abb.
3).
NF1 haltige Fraktionen werden gepoolt und gefällt. Die cDNA wird in
  • - 10 mM Tris-HCl (pH 8)
  • - 1 mM EDTA
gelöst.
Amplifikation
8 µl des cDNA Ansatzes werden mit 12 µl 25 mM Mg(OAc)2 und 8 µl Wasser verdünnt. Diese Mischung wird bei 94°C 1 min denaturiert. 7 µl werden zu vorgeheiztem Reaktionsmix:
  • - 15.15 µl 3.3 × Polymerasepuffer
  • - 2 µl 5 µM Primer CAT TGT ACC TAG TTA ATT AAT CTC CAC CAT GGT CGC ACA CAG GCC GGT GGA (FAN)
  • - 1 µl SK-Primer (Harjes 1998)
  • - 2 µl 5 µM Primer AAT GGA TTG GTT GCG GCC GCC TAT CAC ACG ATC TTC TTA ATG CTA TTA CGT TTG AAA CTG CCA GCA CTC CTT TGC (AD)
  • - 1 U TthXL Polymerase (Myers & Gelfand n. d.)
  • - 1 µl 10 mM dNTPs
  • - 20.85 µl Wasser
gegeben (94°C). Amplifiziert wird 22 Zyklen mit folgendem Temperaturprofil:
  • - 68°C, 9 min
  • - 94°C, 30 sec
  • - letzter Schritt: 68°C, 10 min
Mit 12 µl 25 mM Mg(OAc)2 und 12 µl Wasser verdünnt man 4 µl dieser Amplifika­ tion, heizt auf 94°C, gibt Reaktionsmix zu und amplifiziert erneut (20 Zyklen). Die Produkte der 42 Zyklenamplifikation sind in Abb. 4 dargestellt.
Klonierung
Um die Differenzen von Formel (3) bilden zu können, muß man unter möglichst iden­ tischen Bedingungen Sequenziervorlagen von Produkt und Vorlage generieren. Hierzu wird ein Teil der Amplifikation von Abb. 4. Spur 5 nach 22 und 42 Zyklen mit teilhomo­ logen Primern reamplifiziert. (Primer ES-5: CCG GAATTC EcoRI GCC GCC ATG GGG AGG CCT TTT AAT GAT TTT GTG; und Primer ES-3: GCT CTA GA XbaIC TAC TTG TGC TCC GGA GGA CCC mit XbaI):
  • - 20 mM Tris-HCL (pH 8.8)
  • - 10 mM KCl
  • - 2 mM MgSO4
  • - 0.1% Triton X-100
  • - 100 µg/ml BSA
  • - 400 µM dNTPs
  • - 0.25 U hitzestabile DNA Polymerase
  • - 400 nM Primer
    • - Temperaturprofil:
    • - 94°C, 1 min
    • - 50°C, 1 min
    • - 73°C, 1 min
Um das Hybridisieren der Primer an die zu klonierende Sequenz zu ermöglichen, wird der erste Annealing Schritt bei ca. 40°C gefahren (21/19 3'-Basen der Primer hybri­ disieren an die NF1 Sequenz). Der Ansatz mit 22 Zyklen wird 20 Zyklen reamplifiziert, der Ansatz nach 42 Zyklen wird 15 Zyklen reamplifiziert. Die PCR Produkte werden Ethanol gefällt und EcoRI/XbaI geschnitten:
  • - 50 mM Tris-HCl (pH 7.5)
  • - 10 mM MgCl2
  • - 100 mM NaCl
  • - 1 mM DTE
  • - 30 U EcoRI
  • - 150 U XbaI
  • - in 100 µl Wasser
Die Restriktionsendonukleasen werden hitzeinaktiviert (70°C, 10 min) und die DNA wird präzipitiert (2.5 Volumina CH3CH2OH, -20°C, 1 Stunde). Die Fragmente werden in H2O gelöst und in vorgeschnittenen (EcoRI/XbaI) dephosphorylierten Klonierungs­ vektor legiert (15°C, 2 Stunden).
  • - 100 ng Klonierungsvektor
  • - 100 ng EcoRI/XbaI Fragment ≈ 3 × molarer Überschuß an Fragment)
  • - 1 × Ligationspuffer
  • - 1 U Ligase
  • - 1 mM ATP
Die Ligationsansätze werden in kompetente Bakterien transfiziert. Diese werden auf Agar-Platten ausgestrichen und 12 Stunden vermehrt. Von einzelnen Kolonien werden 5 ml Kulturen angeimpft und vermehrt. Plasmid wird aufgereinigt und untersucht. Fragment enthaltender Plasmid wird nach der Methoden von (Sanger et al. 1977) sequenziert. Von der Amplifikation nach 42 Zyklen wurden Klon 421 und 422 sequen­ ziert, von der Amplifikation nach 22 Zyklen wurden Klon 221 bis Klon 226 sequenziert (Abb. 5).
Auswertung
Es wurde gemessen (Abb. 5):
Es ergibt sich für f:
Wenn man bei den Sequenzierungen eine Sequenziergenauigkeit von 1 Nukleotid in 1398 sequenzierten Nukleotiden annimt, ergibt sich eine Schwankung von Δf ≈
Für exakte Messungen ist es notwendig die Amplifikation quantitativ zu bestim­ men. Hier wird Δn ≈ 10-3...30 großzügig geschätzt.
Mit diesen Fehlerschranken ergibt ein Bereich von:
also
Zusammenfassung
Es wurde erstmals die Genauigkeit f der hitzestabilen DNA-Polymerase TthXL in 1 × TthXL-Puffer mit NF1-cDNA als Vorlage differentiell gemessen:
Mit dieser Methode kann man absolute Mutagenizitäten berechnen und Polymerase­ fehler standardisieren.
Mit differentiellen in vitro Messungen kann man Mutagenizitäten von in vivo Si­ tuationen absolut charakterisieren.
Literatur
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Claims (6)

1. Methode zur Bestimmung der absoluten Mutagenizität, dadurch ge­ kennzeichnet, daß diese differentiell bestimmt wird.
2. Methode zur Bestimmung der absoluten Mutagenizität, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die Fehlerrate
mit Sequenzierung bestimmt wird.
3. Methode zur Bestimmung der absoluten Mutagenizität, dadurch ge­ kennzeichnet, daß man die Amplifikation quantitativ bestimmt.
4. Methode zur Bestimmung der absoluten Mutagenizität, dadurch ge­ kennzeichnet, daß diese nach Formel 3 berechnet wird.
5. Methode zur Bestimmung der absoluten Mutagenizität, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die mittlere Fehlerrate der zu bestimmenden DNA proportional zur Hälfte der Amplifikation ist.
6. Methode zur Bestimmung der absoluten Mutagenizität, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die Fehlerrate symetrisch verteilt ist.
DE19818422A 1998-04-24 1998-04-24 Bestimmung der absoluten Mutagenizität; Differentielle Sequenzierung Withdrawn DE19818422A1 (de)

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