DE19817812A1 - Thermoplastische Polyketon-Formmassen mit verbesserten Eigenschaften - Google Patents
Thermoplastische Polyketon-Formmassen mit verbesserten EigenschaftenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft thermoplastische Formmassen auf Basis thermoplastischer linearer Polyketone (Olefin-Kohlenmonoxid-Copolymere) und spezieller ABS-Pfropfkautschuke, deren Verwendung zur Herstellung von Formkörpern sowie die daraus hergestellten Formkörper.
Description
Die Erfindung betrifft thermoplastische Formmassen auf Basis thermoplastischer
linearer Polyketone (Olefin-Kohlenmonoxid-Copolymere) und spezieller ABS-Pfropf
kautschuke, deren Verwendung zur Herstellung von Formkörpern sowie die daraus
hergestellten Formkörper.
Thermoplastische Polyketone finden zunehmend Anwendung als hochwertige
Materialien z. B. bei der Herstellung von Formteilen im Automobilbereich oder bei der
Erzeugung von Behältern (z. B. für Lebensmittel).
Die Verbesserung von thermoplastischen Polyketonen im Hinblick auf spezielle
Eigenschaften durch Abmischung mit anderen Polymerkomponenten ist bekannt.
So beschreibt z. B. die US-A 5.166.252 Mischungen thermoplastischer Polyketone mit
Verstärkungsstoffen und thermoplastischen Polyurethanen zur Erzielung verbesserter
Steifigkeit und Hitzebeständigkeit. Gepfropfte Olefin-Kohlenmonoxid-Copolymere
sind ebenfalls bekannt (US-A 5.189.091, US-A 5.079.316). Gepfropfte Polyketone
werden als Verträglichkeitsvermittler bei der Herstellung von Mischungen aus Poly
carbonat und Styrol-Acrylnitril-Copolymeren und ABS-Pfropfpolymerisaten be
schrieben (US-A 5.079.316). Mischungen aus Polycarbonat, aromatischen Polyestern
und gepfropften Olefin-Copolymeren zeigen verbesserte Eigenschaften hinsichtlich
Zähigkeit, Schlagzähigkeit, Fließnahtfestigkeit (US-A 5.189.091).
Die Abmischung von Polyketonen mit kautschukhaltigen Polymeren ist ebenfalls
bekannt. So beschreibt z. B. die US-A 4.900.789 Mischungen aus Polyketonen und
ABS zur Erzielung höherer Modulwerte; zur Herstellung von Polyketonen mit ver
besserter Zähigkeit nach dem Gardner-Test werden Mischungen mit speziellen aus
Acrylmonomeren aufgebauten Kern/Schalen-Modifikatoren (US-A 5. 132.360) oder
hochkautschukhaltigen Copolymeren (EP-A 345 854, EP-A 451 918) empfohlen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist nun die Bereitstellung von Werkstoffen
auf Basis von Polyketonen mit gutem Gesamteigenschaftsprofil, insbesondere mit
hoher Kerbschlagzähigkeit bei tiefer Temperatur und guter Oberflächenqualität der
daraus hergestellten Formteile.
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind thermoplastische Formmassen
enthaltend
- A) wenigstens ein linear alternierendes Polymer aus Kohlenmonoxid und wenigstens einem ethylenisch ungesättigten Kohlenwasserstoff und
- B) wenigstens ein Pfropfkautschuk hergestellt durch radikalische Emulsions polymerisation von mindestens einem Monomeren oder beliebigen Monomer kombinationen ausgewählt aus Styrol, α-Methylstyrol, Methylmethacrylat, Acrylnitril, Methacrylnitril in Gegenwart von mindestens einem in Latexform vorliegenden Kautschuk mit einer Glasübergangstemperatur < 0°C, vorzugs weise < -20°C, einem mittleren Teilchendurchmesser (d50-Wert) von 80 bis 600 nm, vorzugsweise 100 bis 500 nm, besonders bevorzugt 150 bis 450 nm und ganz besonders bevorzugt 250 bis 430 nm und einem Gelgehalt von 30 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise 40 bis 90 Gew.-% und besonders bevorzugt 45 bis 85 Gew.-%.
Die erfindungsgemäßen thermoplastischen Formmassen enthalten die Komponente A)
in Mengen von 99 bis 40 Gew.-Teilen, vorzugsweise 95 bis 50 Gew.-Teilen und
besonders bevorzugt 92,5 bis 60 Gew.-Teilen und die Komponente B) in Mengen von
1 bis 60 Gew.-Teilen, vorzugsweise 5 bis 50 Gew.-Teilen und besonders bevorzugt
7,5 bis 40 Gew.-Teilen. Die Summe aller Gewichtsteile von A) und B) ist 100.
Weiterhin können die Formmassen Zusatzstoffe wie z. B. Füll- und Verstärkungs
stoffe, Flammschutzmittel, Verarbeitungshilfsmittel, Stabilisatoren, Fließhilfsmittel,
Antistatika u. a. enthalten.
Die Polyketonpolymere, welche als Komponente A eingesetzt werden, haben eine
lineare alternierende Struktur und enthalten im wesentlichen 1 Molekül Kohlen
monoxid pro Molekül ungesättigtem Kohlenwasserstoff Geeignete ethylenisch unge
sättigte Kohlenwasserstoffe als Monomere zum Aufbau des Polyketonpolymeren
haben bis zu 20 Kohlenstoffatome, vorzugsweise bis zu 10 Kohlenstoffatome und sind
aliphatisch wie beispielsweise Ethylen und andere α-Olefine, z. B. Propylen, 1-Buten,
1-Isobutylen, 1-Hexen, 1-Octen und 1-Dodecen, oder sind arylaliphatisch und ent
halten einen Arylsubstituenten an einem Kohlenstoffatom der linearen Kette. Beispiel
haft genannt werden für arylaliphatische Monomere Styrol, α-Methylstyrol, p-Ethyl
styrol und m-Isopropylstyrol.
Bevorzugte Polyketonpolymere sind Copolymere aus Kohlenmonoxid und Ethylen
oder Terpolymere aus Kohlenmonoxid, Ethylen und einem zweiten ethylenisch unge
sättigten Kohlenwasserstoff mit wenigstens 3 Kohlenstoffatomen, insbesondere ein
α-Olefin wie z. B. Propylen.
Besonders bevorzugt sind Terpolymere von wenigstens 2 Monomereinheiten, wovon
eine Ethylen und die andere ein zweiter Kohlenwasserstoff ist. Vorzugsweise werden
von dem zweiten Kohlenwasserstoff ungefähr 10 bis 100 Monomereinheiten einge
setzt.
Die Polymerkette des bevorzugten Polyketonpolymers wird durch die folgende
Formel dargestellt
[CO(CH2CH2)]x[CO(G)]y (I)
wobei
G eine Monomereinheit auf Basis eines ethylenisch ungesättigten Kohlenwasser stoffs mit wenigstens 3 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise 3 bis 10 C-Atomen, welche aufgrund der ethylenischen Doppelbindung polymerisiert ist und das Verhältnis y : x nicht mehr als ungefähr 0,5 ist.
G eine Monomereinheit auf Basis eines ethylenisch ungesättigten Kohlenwasser stoffs mit wenigstens 3 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise 3 bis 10 C-Atomen, welche aufgrund der ethylenischen Doppelbindung polymerisiert ist und das Verhältnis y : x nicht mehr als ungefähr 0,5 ist.
y = 0 für Copolymere aus Kohlenmonoxid und Ethylen.
Falls y von 0 verschieden ist, werden Terpolymere eingesetzt und die Einheit
-CO-(CH2CH2)- und -CO-(G)-Einheit sind statistisch über die Polymerkette verteilt.
Das bevorzugte Verhältnis von y : x ist 0,01 bis 0, 1.
Polyketonpolymere mit einem mittleren Molekulargewicht (Zahlenmittel) von unge
fähr 1000 bis 200 000, insbesondere 20 000 bis 90 000, bestimmt durch Gelper
meationschromatographie, sind bevorzugt.
Zur weiteren Charakterisierung und zur Herstellung der Polyketon-Polymere wird auf
US-A 5.166.252 verwiesen.
Die als Komponente B einsetzbaren Pfropfkautschuk-Polymerisate werden erhalten
durch radikalische Emulsionspolymerisation von mindestens einem Monomeren, aus
gewählt aus der Gruppe von Styrol, α-Methylstyrol, Methylmethacrylat, Acrylnitril,
Methacrylnitril (oder Mischungen daraus) in Gegenwart von in Latexform vorliegen
dem Kautschuk.
Dabei beträgt das Massenverhältnis von eingesetzten Monomeren zu eingesetztem
Kautschuk 10 : 90 bis 70 : 30, vorzugsweise 20 : 80 bis 60 : 40.
Bevorzugte Pfropfkautschuke B sind solche, deren Pfropfhülle durch Polymerisation
von Styrol und Acrylnitril, vorzugsweise im Gew.-Verhältnis 90 : 10 bis 50 : 50 und
besonders bevorzugt im Gew.-Verhältnis 65 : 35 bis 75 : 25, aufgebaut wurde.
Als Kautschuk zur Herstellung der Komponente B eignen sich im Prinzip alle in
Emulsionsform vorliegenden kautschukartigen Polymerisate mit einer Glasübergangs
temperatur unter 0°C.
Verwendet werden können z. B.
- - Dienkautschuke, d. h. Homopolymerisate von konjugierten Dienen mit 4 bis 8 C-Atomen wie Butadien, Isopren, Chloropren oder deren Copolymerisate mit bis zu 60 Gew.-%, bevorzugt bis zu 30 Gew.-% eines Vinylmonomeren, z. B. Acrylnitril, Methacrynitril, Styrol, α-Methylstyrol, Halogenstyrole, C1-C4-Alkylstyrole, C1-C8-Al kylacrylate, C1-C8-Alkylmethacrylate, Alkylenglykoldiacrylate, Alkylenglykol dimethacrylate, Divinylbenzol;
- - Acrylatkautschuke, d. h. Homo- und Copolymerisate von C1-C10-Alkylacrylaten, z. B. Homopolymerisate von Ethylacrylat, Butylacrylat, Ethylhexylacrylat oder Copolymerisate mit bis zu 40 Gew.-%, bevorzugt nicht mehr als 10 Gew.-% Monovinylmonomeren, z. B. Styrol, Acrylnitril, Vinylbutylether, Acrylsäure(ester), Methacrylsäure(ester), Vinylsulfonsäure. Bevorzugt werden solche Acrylat kautschukhomo- bzw. -copolymerisate eingesetzt, die 0,01 bis 8 Gew.-% Divi nyl- oder Polyvinylverbindungen und/oder N-Methylolacrylamid bzw. N-Methylol methacrylamid oder sonstige Verbindungen enthalten, die als Vernetzer wirken, z. B. Divinylbenzol, Triallylcyanurat.
Bevorzugt sind Polybutadienkautschuke, Styrol/Butadien-Copolymer-Kautschuke
mit bis zu 30 Gew.-% einpolymerisiertem Styrol und Acrylatkautschuke, besonders
solche, die eine Kern-Schalen-Struktur aufweisen, z. B. wie in DE-OS 30 06 804
beschrieben.
Zur Herstellung der erfindungsgemäß einzusetzenden Pfropfkautschuke kommen
Kautschuklatices mit mittleren Teilchendurchmessern d50 von 80 bis 600 nm, vorzugs
weise 100 bis 500 nm, besonders bevorzugt 150 bis 450 nm und ganz besonders
bevorzugt 250 bis 430 nm in Betracht. Die mittleren Teilchendurchmesser werden
mittels Ultrazentrifuge (vgl. W. Scholtan, H. Lange: Kolloid-Z. u. Z. Polymere 250,
S. 782-796 (1972)) bestimmt. Gemische mehrerer Latices können ebenfalls verwendet
werden (vergl. DE-OS 18 13 719).
Die Kautschuklatices können durch Emulsionspolymerisation hergestellt werden, die
erforderlichen Reaktionsbedingungen, Hilfsstoffe und Arbeitstechniken sind grund
sätzlich bekannt.
Es ist auch möglich, nach bekannten Methoden zunächst ein feinteiliges Kautschuk
polymerisat herzustellen und es anschließend in bekannter Weise zur Einstellung der
erforderlichen Teilchengröße zu agglomerieren. Einschlägige Techniken sind Stand
der Technik (vgl. EP-PS 29 613; EP-PS 7 810; DD-PS 1 44 415; DE-AS 12 33 131;
DE-AS 12 58 076; DE-OS 21 01 650; US-PS 1 379 391).
Ebenfalls kann nach der sogenannten Saatpolymerisationstechnik gearbeitet werden,
bei der zunächst ein feinteiliges Polymerisat, z. B. ein Butadienpolymerisat, hergestellt
und dann durch Weiterumsatz mit Monomeren, z. B. Butadien enthaltenden Mono
merengemischen, zu größeren Teilchen weiterpolymerisiert wird.
Prinzipiell kann man Kautschukpolymerisatlatices auch herstellen durch Emulgieren
von fertigen Kautschukpolymerisaten in wäßrigen Medien (vgl. japanische Patent
anmeldung 55 125 102).
Neben Pfropfkautschuken auf Basis von Kautschuklatices mit den oben angegebenen
mittleren Teilchendurchmessern sind besonders bevorzugt solche Pfropfkautschuke,
bei deren Herstellung ein Kautschuklatexgemisch aus
- a) einem Kautschuklatex mit einem d50-Wert ≦ 320 nm, vorzugsweise 260 bis 310 nm, und
- b) einem Kautschuklatex mit einem d50-Wert ≧ 370 nm, vorzugsweise 380 bis 450 nm eingesetzt wurde.
Dabei beträgt das Gewichtsverhältnis (a) : (b) (bezogen auf den jeweiligen Feststoff
anteil der Latices) vorzugsweise 90 : 10 bis 10 : 90, besonders bevorzugt 60 : 40 bis
30 : 70.
Die Gelgehalte der zur Herstellung des Pfropfkautschuks B verwendeten Kautschuke
betragen 30 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise 40 bis 90 Gew.-%, und besonders bevor
zugt 45 bis 85 Gew.-%.
Bei Verwendung der obengenannten Kautschuklatexmischungen besitzt der Kau
tschuk a) einen Gelgehalt ≦ 70 Gew.-%, vorzugsweise 40 bis 65 Gew.-%, und der
Kautschuk b) einen Gelgehalt ≧ 70 Gew.-%, vorzugsweise 75 bis 90 Gew.-%.
Die angegebenen Werte für den Gelgehalt beziehen sich jeweils auf die Bestimmung
nach der Drahtkäfigmethode in Toluol (vgl. Houben-Weyl, Methoden der Orga
nischen Chemie, Makromolekulare Stoffe, Teil 1, S. 307 (1961), Thieme Verlag
Stuttgart).
Als Initiatoren bei der Herstellung der Pfropfkautschuke kommen anorganische und
organische Peroxide, z. B. H2O2, Di-tert.-butylperoxid, Cumolhydroperoxid, Dicyclo
hexylpercarbonat, tert.-Butylhydroperoxid, p-Menthanhydroperoxid, Azoinitiatoren,
wie z. B. Azobisisobutyronitril, anorganische Persalze wie Ammonium-, Natrium- oder
Kaliumpersulfat, Kaliumperphosphat, Natriumperborat sowie Redox-Systeme in
Betracht.
Als Komponente B sind besonders bevorzugt Pfropfkautschuk-Polymerisate, die
durch Redox-initiierte Emulsionspolymerisation unter Verwendung eines organischen
Hydroperoxids, vorzugsweise Cumolhydroperoxid oder tert.-Butylhydroperoxid, und
eines organischen Reduktionsmittels, vorzugsweise Ascorbinsäure und/oder Ascor
binsäuresalz oder ein Zuckerderivat (z. B. Glucose, Dextrose) erhalten werden.
Ebenfalls als Komponente B) geeignet sind Pfropfkautschuk-Polymerisate, die durch
radikalische Polymerisation von z. B. Styrol, α-Methylstyrol, Methylmethacrylat,
Acrylnitril, Methacrylnitril oder Mischungen daraus in Gegenwart von Ethy
len-Propylen-Kautschuken oder Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuken (mit z. B. Dicyclo
pentadien oder Ethylidennorbornen als nichtkonjugiertes Dien) erhalten werden (vgl.
z. B. EP 96 527, EP 264 721, EP 286 071), wobei vorzugsweise die Kautschukphase
im Pfropfkautschuk-Polymerisat die obengenannte Teilchengröße aufweist.
Als Füllstoffe und Verstärkungsstoffe für die erfindungsgemäßen Formmassen können
Glasfasern, Glaskugeln, Glimmer, Silikate, Quarz, Talkum, Titandioxid, Wollastonit,
u. a. zugesetzt werden, die auch oberflächenbehandelt sein können. Bevorzugte Ver
stärkungsstoffe sind handelsübliche Glasfasern. Die Glasfasern, die im allgemeinen
einen Faserdurchmesser zwischen 8 und 14 µm haben, können als Endlosfasern oder
als geschnittene oder gemahlene Glasfasern eingesetzt werden, wobei die Fasern mit
einem geeigneten Schlichtesystem und einem Haftvermittler bzw. Haftvermittler
system auf Silanbasis ausgerüstet sein können. Vorzugsweise werden der Mischung
10 bis 40, insbesondere 20 bis 35 Gew.-Teile Füll- und Verstärkungsstoffe zugesetzt.
Als Flammschutzmittel können halogenierte Aromaten, halogenhaltige Formmassen,
Phosphorverbindungen, mineralische Flammschutzadditive und Tetrafluoroethylen
polymerisate eingesetzt werden.
Die erfindungsgemäßen Formmassen können übliche Additive, wie Gleit- und Ent
formungsmittel, Nukleierungsmittel, Antistatika, Stabilisatoren sowie Farbstoffe und
Pigmente enthalten.
Die erfindungsgemäßen Formmassen enthaltend gegebenenfalls weitere bekannte
Zusätze wie Stabilisatoren, Farbstoffe, Pigmente, Gleit- und Entformungsmittel, Ver
stärkungsstoffe, Nukleierungsmittel sowie Antistatika, werden hergestellt, indem man
die jeweiligen Bestandteile in bekannter Weise vermischt und bei Temperaturen von
230°C bis 330°C in üblichen Aggregaten wie Innenknetern, Extrudern, Doppelwellen
schnecken schmelzcompoundiert oder schmelzextrudiert.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist weiterhin ein Verfahren zur Herstellung
von thermoplastischen Formmassen, aus den Komponenten A und B und gegebe
nenfalls weiteren bekannten Zusätzen wie Flammschutzmitteln, Stabilisatoren, Pig
menten, Gleit- und Entformungsmitteln, Verstärkungsstoffen, Nukleierungsmitteln
sowie Antistatika, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die Komponenten sowie
gegebenenfalls die Zusätze nach erfolgter Vermischung bei Temperaturen von 230°C
bis 330°C in gebräuchlichen Aggregaten schmelzcompoundiert oder schmelz
extrudiert.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung der obengenannten
Formmassen zur Herstellung von Formkörpern, sowie die entsprechenden Form
körper.
Die Formmassen können zur Herstellung von Formkörpern jeder Art verwendet
werden. Insbesondere können Formkörper durch Spritzguß hergestellt werden. Bei
spiele für herstellbare Formkörper sind: Gehäuse jeder Art, z. B. für Haushaltsgeräte,
Steckerleisten und Leuchtensockel sowie Teile aus dem Kraftfahrzeugsektor.
- A) Linear alternierendes Terpolymer aus Kohlenmonoxid, Ethylen und Propylen (Carilon®DP P 1000, Shell International Chemicals Ltd., London, UK) B1) Durch Redox-initiierte Emulsionspolymerisation (Kombination aus tert.-Bu tylhydroperoxid und Natriumascorbat als Redox-Initiatorsystem) unter Ver wendung eines Kautschuks (in Latexform) mit einem mittleren Teilchen durchmesser d50 von 280 nm und einem Gelgehalt von 53 Gew.-% her gestellter Pfropfkautschuk mit einem Kautschukgehalt von 60 Gew.-% und 40 Gew.-% einer Pfropfhülle aufgebaut durch Pfropfpolymerisation eines Gemisches aus 27 Gew.-Teilen Acrylnitril und 73 Gew.-Teilen Styrol.
- B2) Durch Kaliumpersulfat-initiierte Emulsionspolymerisation unter Verwendung eines Kautschukgemisches (50 Gew.-% eines in Latexform vorliegenden Kau tschuks mit einem mittleren Teilchendurchmesser d50 von 280 nm und einem Gelgehalt von 53 Gew.-% und 50 Gew.-% eines in Latexform vorliegenden Kautschuks mit einem mittleren Teilchendurchmesser d50 von 420 nm und einem Gelgehalt von 85 Gew.-%) hergestellter Pfropfkautschuk mit einem Kautschukgehalt von 50 Gew.-% und 50 Gew.-% einer Pfropfhülle aufgebaut durch Pfropfpolymerisation eines Gemisches aus 27 Gew.-Teilen Acrylnitril und 73 Gew.-Teilen Styrol.
- B3) Durch Kaliumpersulfat-initiierte Emulsionspolymerisation unter Verwendung eines Kautschuks (in Latexform) mit einem mittleren Teilchendurchmesser d50 von 130 nm und einem Gelgehalt von 91 Gew.-% hergestellter Pfropfkau tschuk mit einem Kautschukgehalt von 50 Gew.-% und 50 Gew.-% einer Pfropfhülle aufgebaut durch Pfropfpolymerisation eines Gemisches aus 27 Gew.-Teilen Acrylnitril und 73 Gew.-Teilen Styrol.
- B4) Durch Kaliumpersulfat-initiierte Emulsionspolymerisation unter Verwendung eines Kautschuks (in Latexform) mit einem mittleren Teilchendurchmesser d50 von 130 nm und einem Gelgehalt von 91 Gew.-% hergestellter Pfropfkau tschuk mit einem Kautschukgehalt von 75 Gew.-% und 25 Gew.-% einer Pfropfhülle aufgebaut durch Pfropfpolymerisation eines Gemisches aus 27 Gew.-Teilen Acrylnitril und 73 Gew.-Teilen Styrol.
- B5) Durch Kaliumpersulfat-initiierte Emulsionspolymerisation unter Verwendung eines Kautschukgemisches (50 Gew.-% eines in Latexform vorliegenden Kau tschuks mit einem mittleren Teilchendurchmesser d50 von 280 nm und einem Gelgehalt, von 53 Gew.-% und 50 Gew.-% eines in Latexform vorliegenden Kautschuks mit einem mittleren Teilchendurchmesser d50 von 420 nm und einem Gelgehalt von 85 Gew.-%) hergestellter Pfropfkautschuk mit einem Kautschukgehalt von 75 Gew.-% und 25 Gew.-% einer Pfropfhülle aufgebaut durch Pfropfpolymerisation eines Gemisches aus 27 Gew.-Teilen Acrylnitril und 73 Gew.-Teilen Styrol.
Die Komponenten werden in den in Tabelle 1 angegebenen Mengenanteilen auf einem
Extruder des Typs ZSK 32/1 bei Temperaturen zwischen 240°C und 260°C vermischt
und auf einer Spritzgußmaschine des Typs Arburg 320-210-500 zu Formkörpern ver
arbeitet. An den erhaltenen Prüfkörpern werden die Schlagzähigkeit nach ISO 180/1U
und die Kerbschlagzähigkeit nach ISO 180/1A bei verschiedenen Prüftemperaturen
gemessen (Einheit: kJ/m2).
Außerdem wird die Oberfläche der Formteile visuell beurteilt (+ = glatte Oberfläche, - = ungleichmäßige Oberfläche).
Außerdem wird die Oberfläche der Formteile visuell beurteilt (+ = glatte Oberfläche, - = ungleichmäßige Oberfläche).
Wie aus Tabelle 2 ersichtlich ist führen die erfindungsgemäßen Formmassen zu Form
teilen mit sehr guten Zähigkeitswerten, insbesondere bei tiefer Temperatur.
Claims (19)
1. Thermoplastische Formmassen enthaltend
- A) wenigstens ein alternierendes Polymer aus Kohlenmonoxid und wenigstens einem ethylenisch ungesättigten Kohlenwasserstoff und
- B) wenigstens ein Pfropfkautschuk hergestellt durch radikalische Emul sionspolymerisation von mindestens einem Monomeren oder beliebigen Monomerkombinationen ausgewählt aus Styrol, α-Methylstyrol, Methylmethacrylat, Acrylnitril, Methacrylnitril in Gegenwart von mindestens einem in Latexform vorliegenden Kautschuk mit einer Glas übergangstemperatur < 0°C, einem mittleren Teilchendurchmesser (d50- Wert) von 80 bis 600 nm und einem Gelgehalt von 30 bis 95 Gew.-%.
2. Thermoplastische Formmassen gemäß Anspruch 1, wobei der in Latexform
vorliegende Kautschuk einen mittleren Teilchendurchmesser von 100 bis
500 nm hat.
3. Thermoplastische Formmassen gemäß Anspruch 1 und 2, wobei der Gelgehalt
40 bis 90 Gew.-% beträgt.
4. Thermoplastische Formmassen gemäß der Ansprüche 1 bis 3, wobei der in
Latexform vorliegende Kautschuk einen mittleren Teilchendurchmesser von
150 bis 450 nm hat.
5. Thermoplastische Formmassen gemäß der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Gel
gehalt 45 bis 85 Gew.-% beträgt.
6. Thermoplastische Formmassen gemäß Anspruch 1, enthaltend als Kompo
nente B, wenigstens ein Pfropfkautschuk hergestellt durch radikalische Emul
sionspolymerisation von mindestens einem Monomeren oder beliebigen
Monomerkombinationen ausgewählt aus Styrol, α-Methylstyrol, Methyl
methacrylat, Acrylnitril, Methacrylnitril in Gegenwart eines Gemisches zweier
in Latexform vorliegender Kautschuke a) und b), wobei a) einen d50-Wert
< 320 nm und einen Gelgehalt < 70 Gew.-% und b) einen d50-Wert < 370 nm
und einen Gelgehalt < 70 Gew.-% aufweist.
7. Thermoplastische Formmassen gemäß Anspruch 6, wobei Komponente B
wenigstens ein Pfropfkautschuk hergestellt durch radikalische Emulsionspoly
merisation von mindestens einem Monomeren oder beliebigen Mono
merkombinationen ausgewählt aus Styrol, α-Methylstyrol, Methylmethacrylat,
Acrylnitril, Methacrylnitril in Gegenwart eines Gemisches zweier in Latex
form vorliegender Kautschuke a) und b), wobei a) einen d50-Wert von 260 bis
310 nm und einen Gelgehalt von 40 bis 65 Gew.-% und b) einen d50-Wert von
380 bis 450 nm und einen Gelgehalt von 75 bis 90 Gew.-% aufweist.
8. Thermoplastische Formmassen gemäß Ansprüchen 1 bis 7, wobei die Her
stellung der Komponente B) durch Redox-initiierte Emulsionspolymerisation
erfolgt.
9. Thermoplastische Formmassen gemäß Ansprüchen 1 bis 8 enthaltend 99 bis 40
Gew.-Teile Komponente A) und 1 bis 60 Gew.-Teile Komponente B).
10. Thermoplastische Formmassen gemäß Anspruch 9 enthaltend 95 bis 50 Gew.-Tei
le Komponente A) und 5 bis 50 Gew.-Teile Komponente B).
11. Thermoplastische Formmassen gemäß Anspruch 10 enthaltend 92,5 bis 60
Gew.-Teile Komponente A) und 7,5 bis 40 Gew.-Teile Komponente B).
12. Thermoplastische Formmassen gemäß Ansprüchen 1 bis 11, wobei Kompo
nente A) ein linear alternierendes Polymer aus Kohlenmonoxid und wenigstens
einem ethylenisch ungesättigten Kohlenwasserstoff mit bis zu 20 Kohlenstoff
atomen ist.
13. Thermoplastische Formmassen gemäß Ansprüchen 1 bis 12, enthaltend als
Komponente B) mindestens einen Pfropfkautschuk mit Polybutadien als
Kautschuk.
14. Thermoplastische Formmassen gemäß Ansprüchen 1 bis 13, enthaltend als
Komponente B) mindestens einen Pfropfkautschuk mit einem Styrol/Butadien-Co
polymer als Kautschuk.
15. Thermoplastische Formmassen gemäß Ansprüchen 1 bis 11, enthaltend als
Komponente B) mindestens einen Pfropfkautschuk auf Basis eines Acrylat
kautschuks.
16. Thermoplastische Formmassen gemäß den Ansprüchen 1 bis 11, enthaltend als
Komponente B) mindestens einen Pfropfkautschuk mit einem Ethylen-Pro
pylen-Copolymeren oder Ethylen-Propylen-Dien-Terpolymeren als Kautschuk.
17. Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Formmassen gemäß An
spruch 1, wobei die Komponenten A) und B) bei 230°C bis 330°C vermischt
werden.
18. Verwendung der Formmassen gemäß Ansprüche 1 bis 16 zur Herstellung von
Formkörpern.
19. Formkörper hergestellt aus Formmassen gemäß Ansprüchen 1 bis 17.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE1998117812 DE19817812A1 (de) | 1998-04-21 | 1998-04-21 | Thermoplastische Polyketon-Formmassen mit verbesserten Eigenschaften |
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| DE1998117812 DE19817812A1 (de) | 1998-04-21 | 1998-04-21 | Thermoplastische Polyketon-Formmassen mit verbesserten Eigenschaften |
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