DE19816242A1 - Zahn- und Wurzelheber - Google Patents
Zahn- und WurzelheberInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Zahn- und Wurzelheber zur Ex
traktion von Zähnen und/oder Zahnwurzeln, - mit Handgriff,
Schaft und an den Schaft angeschlossenem Heberabschnitt mit
Heberende. - Es ist bekannt, daß menschliche Zähne als
Folge von beispielsweise Karies und/oder Parodontose manch
mal extrahiert werden müssen. Dies ist insbesondere dann
erforderlich, wenn eine erfolgversprechende Zahnwurzelbe
handlung nicht möglich ist, beispielsweise aufgrund der
schwer zugänglichen und gekrümmten Wurzelkanäle von Backen
zähnen oder Mahlzähnen. Wenn andererseits eine Zahnwurzel
behandlung gelingt, verbleiben nervtote bzw. wurzeltote
Zähne, die nicht mehr mit Mineralien und Nährstoffen ver
sorgt werden. Diese Zähne können im Laufe der Zeit spröde
werden und aufgrund hoher Kaubelastung eventuell abbrechen.
Wenn derartige Zähne unterhalb des Zahnfleischsaumes ab
brechen, ist in der Regel eine prothetische Versorgung mit
Stiften oder Kronen nicht mehr möglich. Dann müssen die
Zahnreste entfernt werden. - Zur Entfernung von nicht er
haltungswürdigen Zähnen wurde eine Vielzahl von unter
schiedlich ausgebildeten Zangen entwickelt. Bei Verwendung
solcher Zahnzangen besteht jedoch die Gefahr, daß die Zahn
krone frakturiert und die unter dem Zahnfleischsaum gele
gene Wurzel für die Zahnzange unzugänglich im Kieferknochen
verbleibt. Dieses Problem tritt insbesondere bei gekrümmten
Zahnwurzeln auf, die sich vor allem im Seitenzahnbereich
befinden.
Mit den eingangs genannten Zahn- und Wurzelhebern werden
heutzutage Zähne bzw. Zahnreste und Wurzeln entfernt. Mit
einem solchen Zahn- und Wurzelheber werden die Zähne
und/oder Zahnwurzeln im Zahnfach bewegt und gelockert. Der
Behandler versucht, mit dem Heberabschnitt des Zahn- und
Wurzelhebers zwischen Zahn/Zahnwurzel und Zahnfach bzw.
Zahnknochen einzudringen. Mit hebelnden Bewegungen wird da
bei die Zahnwurzel gelockert, um sie aus dem Knochenverband
lösen zu können. Dabei reißen die sogenannten Sharpey'schen
Fasern, die die Zahnwurzel mit dem Zahnfach verbinden und
der Zahn kann vom Knochenverband gelöst werden.
Bei dem bekannten und üblichen Zahn- und Wurzelheber der
eingangs genannten Art, von dem die Erfindung ausgeht,
weist der Heberabschnitt lediglich an einer Seite eine in
Längsrichtung des Heberabschnittes verlaufende Ausformung
auf. Der Heberabschnitt ist somit nach Art eines Hohl
meißels ausgebildet. Der Heberabschnitt wird so zwischen
den Zähnen des Patienten eingeführt, daß die Ausformung zu
dem zu lockernden bzw. zu lösenden Zahn hin orientiert ist.
Die der Ausformung gegenüberliegende Seite des Heberab
schnittes ist konvex abgerundet ausgeführt. Diese Ausge
staltung von Zahn- und Wurzelhebern mit nur einer Längsaus
formung und konvex abgerundet er Rückseite des Heberab
schnittes wurde Jahrzehnte lang für zweckmäßig und geeignet
gehalten. Dabei ist man davon ausgegangen, daß bei den oben
erläuterten hebelnden Bewegungen zur Lockerung eines Zahns
bzw. einer Zahnwurzel die konvexe Rückseite des Heberab
schnittes eine ausreichende Abstützung am Zahnknochen bzw.
im Zahnfach erfährt. Außerdem wurde angenommen, daß die
konvexe Rückseite des Heberabschnittes sich dabei mehr oder
weniger formschlüssig in das Zahnfach einfügt. Die bekann
ten Zahn- und Wurzelheber weisen nichtsdestoweniger
erhebliche Nachteile auf. Durch die konvexe Ausgestaltung
der Rückseite weist der Heberabschnitt des bekannten Hebers
einen relativ großen Durchmesser auf, so daß ein Eindringen
zwischen Zahn bzw. Zahnwurzel und Zahnknochen bzw. Zahnfach
schwierig und nicht in allen Fällen möglich ist. Die Anmel
derin hat außerdem festgestellt, daß bei Hebelbewegungen
des bekannten Zahn- und Wurzelhebers die konvexe Rückseite
des Heberabschnittes sich im wesentlichen lediglich punkt
förmig oder linienförmig an einer bestimmten Stelle der
Knochenwand abstützt. In der Regel erfährt der Heberab
schnitt im Bereich des Maximums der konvexen Krümmung
diesen Kontakt mit der Knochenwand. Hierdurch wird aber nur
ein bestimmter Bereich der Knochenwand verhältnismäßig
stark belastet. Wenn der Behandler für die Hebelbewegungen
einen höheren Kraftaufwand einsetzt, findet leicht in sehr
nachteilhafter Weise ein Brechen der Knochenwand statt.
Dies gilt insbesondere für dünnere Knochenwandbereiche und
vor allem für die dünne Knochenwand zwischen benachbarten
Zähnen bzw. Zahnwurzeln, die bei Hebelbewegungen mit dem
bekannten Heber besonders stark beansprucht wird. In der
Vergangenheit ist es bei Hebelbewegungen mit dem bekannten
Zahn- und Wurzelheber außerdem nicht selten zu einem Abrut
schen des Hebers gekommen, wobei das Heberende bzw. die He
berspitze beispielsweise in das angrenzende Zahnfleisch des
Patienten eindrang. Hierdurch kann es zu sehr schmerzhaften
Verletzungen kommen. Die Anmelderin hat festgestellt, daß
auch dieses Abrutschen des bekannten Hebers auf die konvexe
Ausgestaltung der Rückseite des Heberabschnittes zurückzu
führen ist, die bei der Behandlung lediglich gleichsam
einen Punktkontakt zu der Knochenwand hat. - Zur Behandlung
von Oberkiefern sind die bekannten Zahn- und Wurzelheber
mit einem in bezug auf den Schaft geraden Heberabschnitt
ausgerüstet. Der Heberabschnitt bildet hier eine gerade
Verlängerung des Schaftes und ist mit anderen Worten paral
lel zum Schaft angeordnet. Für die Behandlung von Zähnen
des Unterkiefers weisen die bekannten Zahn- und Wurzelheber
einen gegenüber dem Schaft abgewinkelten Heberabschnitt
auf. Für diese Behandlung des Unterkiefers sind jedoch
stets zwei dieser bekannten Heber erforderlich und zwar bei
jeweils oberseitiger Anordnung der Längsausformung ein
Heber mit gegenüber dem Schaft nach links abgewinkeltem
Heberabschnitt sowie ein Heber mit gegenüber dem Schaft
nach rechts abgewinkeltem Heberabschnitt. Mit dem Heber,
der einen nach links gerichteten Heberabschnitt bei ober
seitiger Anordnung der Ausformung aufweist, können Zähne
bzw. Zahnwurzeln in der linken Unterkieferhälfte eines
Patienten nach vorne (in mesialer Richtung) bewegt bzw. ge
hebelt werden. Mit dem Heber, der einen nach rechts gerich
teten Heberabschnitt bei oberseitiger Anordnung der Ausfor
mung aufweist, können dagegen Zähne bzw. Zahnwurzeln in
dieser linken Unterkieferhälfte des Patienten nach hinten
(dorsal bzw. distal) bewegt bzw. gehebelt werden. Bezüglich
der rechten Unterkieferhälfte des Patienten können die
beiden Heber entsprechend mit jeweils umgekehrter Hebel
richtung eingesetzt werden. Wie oben bereits erwähnt, muß
dabei die Ausformung stets dem zu lockernden Zahn zugewandt
sein. Insoweit muß der Behandler für die Lockerung eines
Zahnes bzw. einer Zahnwurzel im Unterkiefer ständig
zwischen den beiden Hebern wechseln, da alternierende He
belbewegungen nach vorne (mesial) und nach hinten (distal,
dorsal) durchgeführt werden. Das ist zweifellos sehr auf
wendig und im übrigen wird durch den ständigen Wechsel der
Heber die Behandlungszeit in nachteilhafter Weise verlän
gert.
Um das oben erläuterte Abrutschen des Zahn- und Wurzelhe
bers bei der Behandlung zu vermeiden, sind im übrigen Heber
entwickelt worden (DE 43 07 248 A1), die im Bereich des He
berabschnittes zusätzlich einen Abstützungsfortsatz aufwei
sen. Dieser Abstützungsfortsatz soll bei den Hebelbewe
gungen am Kieferkamm oder am Gaumen abgestützt werden.
Diese Behandlungsweise ist für den Patienten unangenehm und
im übrigen wird auch durch den Abstützfortsatz eine funk
tionssichere Abstützung nicht gewährleistet. Vielmehr wird
bei unsachgemäßer bzw. ungenauer Abstützung die Gefahr des
Abrutschens und somit die Verletzungsgefahr noch erhöht.
Außerdem sind diese bekannten Zahn- und Wurzelheber mit Ab
stützungsfortsatz nur in aufwendiger Weise herstellbar.
Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zu
grunde, einen Zahn- und Wurzelheber der eingangs genannten
Art anzugeben, mit dem eine einfache, wenig aufwendige und
nichtsdestoweniger funktionssichere Behandlung möglich ist,
wobei Verletzungsgefahren für den Patienten nahezu ausge
schlossen werden.
Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung
einen Zahn- und Wurzelheber zur Extraktion von Zähnen
und/oder Zahnwurzeln, - mit
Handgriff, Schaft und an den Schaft angeschlossenem Heberabschnitt mit Heberende,
wobei an zwei gegenüberliegenden Seiten des Heberabschnit tes jeweils eine in Längsrichtung des Heberabschnittes ver laufende und im Querschnitt konkave Ausformung vorgesehen ist.
Handgriff, Schaft und an den Schaft angeschlossenem Heberabschnitt mit Heberende,
wobei an zwei gegenüberliegenden Seiten des Heberabschnit tes jeweils eine in Längsrichtung des Heberabschnittes ver laufende und im Querschnitt konkave Ausformung vorgesehen ist.
Nach bevorzugter Ausführungsform, der im Rahmen der Erfin
dung besondere Bedeutung zukommt, ist der Heberabschnitt
gegenüber dem Schaft abgewinkelt angeordnet. Dieser abge
winkelte erfindungsgemäße Zahn- und Wurzelheber zeichnet
sich zunächst durch den beachtlichen Vorteil aus, daß bei
der Behandlung eines Zahnes bzw. einer Zahnwurzel des
Unterkiefers derselbe Heber sowohl für eine Hebelbewegung
nach vorn (in mesialer Richtung) als auch für eine Hebelbe
wegung nach hinten (in distaler/dorsaler Richtung) einsetz
bar ist. In beiden Fällen ist zwangsläufig eine konkave
Ausformung des Hebers dem zu lockernden Zahn zugewandt. Ge
genüber dem Stand der Technik entfällt somit das aufwendige
stetige Wechseln zwischen zwei verschiedenen Heberarten.
Insoweit wird eine schnellere und effektivere Behandlung
ermöglicht. Der Extraktionsvorgang wird in vorteilhafter
Weise zeitlich verkürzt. Im Ergebnis wird gegenüber dem
Stand der Technik für die gleiche Behandlung weniger In
strumentarium benötigt und entsprechend weniger Instrumente
müssen vom zahnmedizinischen Personal gereinigt und steri
lisiert werden.
Es liegt aber auch im Rahmen der Erfindung, daß der Heber
abschnitt parallel zum Schaft angeordnet ist. Dabei bildet
der Heberabschnitt zweckmäßigerweise eine gerade Verlänge
rung des Schaftes. Diese Ausführungsform ist für die Ex
traktion von Zähnen/Zahnwurzeln des Oberkiefers geeignet.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß durch die beidseitige
Anordnung der Ausformungen am Heberabschnitt zwei benach
barte Zähne/Zahnwurzeln des Oberkiefers zwischen denen der
Heberabschnitt eingeführt ist, durch entsprechende Hebelbe
wegungen gelockert werden können. Dies ist vor allem bei
Serienextraktionen von Vorteil.
Im einzelnen bestehen verschiedene Möglichkeiten der weite
ren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Zahn- und Wurzelhe
bers. Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist die
Oberfläche der Ausformungen im wesentlichen glatt ausge
führt. Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform weist
die Oberfläche der Ausformungen Rillen auf. Durch die Aus
bildung von Rillen wird die Haftung des Hebers beim Hebel
vorgang verbessert. Die Rillen können senkrecht zur Längs
richtung des Heberabschnittes und/oder parallel zur Längs
richtung des Heberabschnittes ausgebildet sein. Es liegt
auch im Rahmen der Erfindung, sich kreuzende Rillen in der
Ausformung des Heberabschnittes vorzusehen. - Die Länge der
Ausformung in Längsrichtung des Heberabschnittes beträgt
vorzugsweise 10 bis 25 mm. Die Länge des Heberabschnittes
beträgt bevorzugt 15 bis 30 mm. Das Heberende des Heberab
schnittes ist zweckmäßigerweise spitzwinklig ausgeführt. Es
liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, das Heberende
des Heberabschnittes abgerundet auszubilden. Zumindest der
Heberabschnitt des erfindungsgemäßen Zahn- und Wurzelhebers
besteht vorzugsweise aus einem gehärteten nichtrostenden
Material, bevorzugt aus nichtrostendem Stahl. Es versteht
sich, daß das Material desinfizierbar bzw. dampf- oder
heißluftsterilisierbar sein muß. Es liegt im Rahmen der Er
findung, daß auch der Schaft und der Handgriff aus dem
gleichen Material wie der Heberabschnitt bestehen, bevor
zugt aus nichtrostendem Stahl. Der Heberabschnitt des er
findungsgemäßen Zahn- und Wurzelhebers muß gegenüber dem
Heberabschnitt der bekannten Zahn- und Wurzelheber in
seinem Durchmesser keinesfalls vergrößert werden. Vielmehr
ist anstelle der konvexen Rückseite des bekannten Zahn- und
Wurzelhebers vorzugsweise bei ansonsten im wesentlichen
gleicher Dimensionierung des Heberabschnittes bei dem er
findungsgemäßen Heber eine weitere konkave Längsausformung
vorgesehen. Nach bevorzugter Ausführungsform sind die auf
den beiden Seiten des Heberabschnittes angeordneten Ausfor
mungen in bezug auf Länge und Tiefe gleich ausgeführt.
Zweckmäßigerweise weist der Heberabschnitt des erfindungs
gemäßen Zahn- und Wurzelhebers gegenüber dem bekannten He
ber aufgrund des Ersatzes der konvexen Rückseite durch die
weitere Ausformung einen reduzierten Durchmesser bzw. eine
geringere Breite auf.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß ein Zahn- und
Wurzelheber überraschende Vorteile aufweist, wenn im
Gegensatz zum Stand der Technik an zwei gegenüberliegenden
Seiten des Heberabschnittes konkave Ausformungen vorgesehen
werden. Zunächst weist der Heberabschnitt des erfindungsge
mäßen Hebers durch die beidseitigen Ausformungen eine ver
hältnismäßig geringe Breite auf, so daß ein Eindringen des
Heberabschnittes zwischen Zahn bzw. Zahnwurzel und Knochen
auch bei relativ schmalen Zwischenräumen beachtlich er
leichtert wird. Fernerhin wird bei Hebelbewegungen mit dem
erfindungsgemäßen Heber aufgrund der konkaven Ausbildung
der Rückseite des Heberabschnittes eine überraschend funk
tionssichere und effektive Abstützung gewährleistet. Ein
Abrutschen des Hebers, beispielsweise in das angrenzende
Zahnfleisch, kann so gut wie ausgeschlossen werden. Durch
die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Heberabschnittes
wird die bei den bekannten Hebern auftretende punktförmige
Abstützung an der Knochenwand vermieden. Vielmehr stützt
sich der erfindungsgemäße Heber an mehreren Stellen ab und
somit wird die beim Hebelvorgang aufzuwendende Kraft auf
verschiedene Bereiche verteilt. Damit wird die Gefahr von
Knochenfrakturen erheblich reduziert. Wie weiter unten noch
näher erläutert wird, wirken bei dem erfindungsgemäßen He
ber beim Hebelvorgang die Hauptkräfte auf die stärkeren Be
reiche der Knochenaußenwand ein und die zwischen zwei
Zähnen vorhandene Knochenlamelle wird nur verhältnismäßig
gering mit Druckkräften belastet. Durch die erfindungsge
mäße Ausgestaltung des Heberabschnittes aufgrund der beid
seitigen Ausformungen ist im übrigen ein überraschend ge
zieltes und flexibles Hebeln möglich, ohne daß in unbeab
sichtigter Weise benachbarte Zähne ebenfalls gelockert
werden oder das angrenzende Zahnfleisch verletzt wird. Von
besonderer Bedeutung ist fernerhin, daß im Gegensatz zum
Stand der Technik für eine Unterkieferbehandlung lediglich
ein und derselbe Zahn- und Wurzelheber mit abgewinkeltem
Heberabschnitt funktionssicher eingesetzt werden kann.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläu
tert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
Fig. 1 eine Draufsicht auf zwei Zahn- und Wurzelheber nach
dem Stand der Technik,
Fig. 2 Schnitte durch die Gegenstände nach Fig. 1,
Fig. 3 den erfindungsgemäßen Zahn- und Wurzelheber in
Stirnansicht,
Fig. 4 den Gegenstand nach Fig. 3 aus Richtung des Pfeiles
A,
Fig. 5 den Gegenstand nach Fig. 3 aus Richtung des Pfeiles
B,
Fig. 6 einen Schnitt durch den erfindungsgemäßen Zahn- und
Wurzelheber,
Fig. 7 eine Draufsicht auf zwei Zahnwurzeln und einen zu
geordneten Unterkieferknochen mit angedeutetem
Zahn- und Wurzelheber nach dem Stand der Technik
und
Fig. 8 eine Draufsicht auf den Gegenstand nach Fig. 1 mit
angedeutetem erfindungsgemäßen Zahn- und Wurzelhe
ber.
Die Fig. 1 und 2 zeigen zwei Zahn- und Wurzelheber 1 nach
dem Stand der Technik zur Extraktion von Zähnen und/oder
Zahnwurzeln 2. Die Zahn- und Wurzelheber 1 weisen jeweils
einen Handgriff 3, einen Schaft 4 sowie einen an den Schaft
angeschlossenen Heberabschnitt 5 mit Heberende 6 auf. Bei
diesen Zahn- und Wurzelhebern 1 nach dem Stand der Technik
ist lediglich an einer Seite des Heberabschnittes 5 eine in
Längsrichtung des Heberabschnittes 5 verlaufende und im
Querschnitt konkave Ausformung 7 vorgesehen. Bei den beiden
in Fig. 1 dargestellten Zahn- und Wurzelhebern 1 mit ober
seitiger Ausformung 7 handelt es sich zum einen um einen
Heber 1a mit einem gegenüber dem Schaft 4 nach rechts abge
winkelten Heberabschnitt und zum anderen um einen Heber 1b
mit einem gegenüber dem Schaft 4 nach links abgewinkelten
Heberabschnitt 5. Wie oben bereits dargelegt, sind zum
Lockern bzw. Lösen von Zähnen und Zahnwurzeln im Unter
kiefer stets beide Zahn- und Wurzelheber 1a, 1b erforder
lich, um wechselweise nach vorne (in mesialer Richtung)
bzw. nach hinten (in distaler/dorsaler Richtung) hebeln zu
können. In der Fig. 2 ist erkennbar, daß beide Zahn- und
Wurzelheber 1a, 1b eine konvex ausgebildete Rückseite 9
aufweisen. Es wurde bislang angenommen, daß die konvexe
Rückseite 9 für eine günstige Einpassung des Heberab
schnittes 5 in das Zahnfach erforderlich ist. Nichtsdesto
weniger mußten mit den bekannten Zahn- und Wurzelhebern 1,
wie oben erläutert, Knochenbrüche und Weichteilverletzungen
in Kauf genommen werden. Aufgrund der konvexen Rückseite 9
(Fig. 2) ist der Heberabschnitt 5 der bekannten Zahn- und
Wurzelheber 1 relativ sperrig ausgeführt und somit ist ein
Eindringen des Heberabschnittes 5 zwischen Zahnwurzel 2 und
Zahnfach erschwert.
In den Fig. 3 bis 6 ist ein erfindungsgemäßer Zahn- und
Wurzelheber 1 dargestellt. Der Heberabschnitt 5 weist an
zwei gegenüberliegenden Seiten jeweils eine in Längsrich
tung des Heberabschnittes 5 verlaufende und im Querschnitt
konkave Ausformung 7, 8 auf. Die beidseitige konkave Aus
formung des Heberabschnittes 5 führt dazu, daß der Heberab
schnitt 5 in einer Raumrichtung relativ schmal ausgebildet
ist (Fig. 3 und 6) und somit ein Eindringen zwischen Zahn
bzw. Zahnwurzel 2 und Zahnfach im Vergleich zu dem aus dem
Stand der Technik bekannten Zahn- und Wurzelheber 1 erheb
lich erleichtert wird. In den Fig. 3 bis 6 ist eine bevor
zugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt, bei der
der Heberabschnitt 5 gegenüber dem Schaft 4 abgewinkelt an
geordnet ist. Dieser erfindungsgemäße Zahn- und Wurzelheber
1 mit abgewinkeltem Heberabschnitt 5 bietet den beacht
lichen Vorteil, daß für eine Unterkieferbehandlung ledig
lich ein Zahn- und Wurzelheber 1 sowohl für Hebelbewegungen
nach vorne (mesial) als auch für Hebelbewegungen nach hin
ten (distal/dorsal) erforderlich ist. Dies bedeutet gegen
über dem Stand der Technik eine erhebliche Vereinfachung.
Vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 bis
6 ist das Heberende 6 des Heberabschnittes 5 spitzwinklig
ausgeführt. Auch diese Ausführungsform erleichtert ein Ein
dringen des Heberabschnittes 5 zwischen Zahn bzw. Zahn
wurzel 2 und Zahnfach. Zweckmäßigerweise weist der Hand
griff 3 zumindest eine Aussparung 10, vorzugsweise und im
Ausführungsbeispiel (Fig. 3) zwei einander gegenüber
liegende Aussparungen 10 auf, welche Aussparungen 10 als
Griffhilfe für den Daumen bzw. die Finger des Behandlers
dienen. Dadurch wird die Sicherheit der Handhabung des er
findungsgemäßen Zahn- und Wurzelhebers 1 noch erhöht.
Von der Fachwelt wurde über einen Zeitraum von einer Viel
zahl von Jahren angenommen, daß eine konvexe Rückseite des
Heberabschnittes 5 erforderlich ist, um eine gute Einpas
sung des Heberabschnittes 5 in das Zahnfach zu erreichen.
Eine solche Einpassung ist aber allenfalls bei den Prämola
ren (erster bis fünfter Zahn von der Mitte des Kiefers aus
gesehen) bis zu einem gewissen Grade gewährleistet.
Zur Lockerung eines Zahnes bzw. einer Zahnwurzel 2a wird
der Heberabschnitt 5 zwischen Zahn/Zahnwurzel 2a und Zahn
fach eingeführt und die eine konkave Ausformung 7 des
bekannten Zahn- und Wurzelhebers 1 ist dem zu lockernden
Zahn bzw. der zu lockernden Zahnwurzel 2a zugewandt (Fig.
7). Die konvexe Rückseite 9 stützt sich an der der Zahn
wurzel 2a benachbarten Knochenwand 11 ab. Diese Abstützung
findet vorwiegend gleichsam punktkontaktförmig insbesondere
über das Maximum der konvexen Rückseite statt. In Fig. 7
sind die Kraftverhältnisse für einen aus dem Stand der
Technik bekannten Zahn- und Wurzelhebel 1 mit Hilfe von
Kraftvektorpfeilen 12 dargestellt worden. Berücksichtigt
wurden nur die einwirkenden Hauptkräfte, die gleichsam
einen Dreipunkt-Kontakt für den bekannten Heber ergeben.
Die Fig. 8 zeigt demgegenüber die Kraftverhältnisse bei
einem erfindungsgemäßen Zahn- und Wurzelheber 1. Aufgrund
der beidseitig konkaven Ausführung des Heberabschnittes 5
werden die auf die Knochenwand 11 einwirkenden Kräfte gün
stiger verteilt. Insbesondere wirken die Hauptkräfte bei
der Abstützung der Rückseite 13 des Heberabschnittes 5
außen an den stärkeren und dickeren Knochenwandbereichen
ein. Dies wurde in Fig. 8 durch die Kraftvektorpfeile 12a
verdeutlicht. Auch in Fig. 8 wurden nur die einwirkenden
Hauptkräfte berücksichtigt, so daß sich hier gleichsam ein
Vierpunkt-Kontakt ergibt. Aufgrund der beidseitig konkaven
Ausführung kann sich der Heberabschnitt 5 des erfindungsge
mäßen Zahn- und Wurzelhebers 1 überraschend effektiv und
funktionssicher abstützen, so daß ein Abrutschen des Hebers
und die damit verbundenen Verletzungsgefahren vermieden
werden. Auf zusätzliche Abstützeinrichtungen, die bei
spielsweise bei einem eingangs erläuterten Zahn- und Wur
zelheber 1 (DE 43 07 248 Al) vorgesehen sind, kann erfin
dungsgemäß verzichtet werden. Mit dem erfindungsgemäßen
Zahn- und Wurzelheber 1 ist im Gegensatz zu dem bekannten
Heber auch die Extraktion von Zähnen im Molarenbereich
(Zähne sechs bis acht, Mahlzähne), die zwei Zahnwurzeln be
sitzen einfach und problemlos möglich. Durch die beidseitig
konkave Ausführung des Heberabschnittes 5 ist der Heberab
schnitt 5 so schmal ausgeführt, daß ein Eindringen zwischen
einer vorderen und einer hinteren Wurzel eines der genann
ten Zähne ohne Schwierigkeiten möglich ist.
Claims (8)
1. Zahn- und Wurzelheber (1) zur Extraktion von Zähnen
und/oder Zahnwurzeln (2), - mit
Handgriff (3), Schaft (4) und an den Schaft (4) ange schlossenem Heberabschnitt (5) mit Heberende (6),
wobei an zwei gegenüberliegenden Seiten des Heberab schnittes (5) jeweils eine in Längsrichtung des Heberab schnittes (5) verlaufende und im Querschnitt konkave Aus formung (7, 8) vorgesehen ist.
Handgriff (3), Schaft (4) und an den Schaft (4) ange schlossenem Heberabschnitt (5) mit Heberende (6),
wobei an zwei gegenüberliegenden Seiten des Heberab schnittes (5) jeweils eine in Längsrichtung des Heberab schnittes (5) verlaufende und im Querschnitt konkave Aus formung (7, 8) vorgesehen ist.
2. Zahn- und Wurzelheber nach Anspruch 1, wobei der Heber
abschnitt (5) gegenüber dem Schaft (4) abgewinkelt angeord
net ist.
3. Zahn- und Wurzelheber nach Anspruch 1, wobei der Heber
abschnitt (5) parallel zum Schaft (4) angeordnet ist.
4. Zahn- und Wurzelheber nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei die Oberfläche der Ausformung (7, 8) im wesentlichen
glatt ausgebildet ist.
5. Zahn- und Wurzelheber nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei die Oberfläche der Ausformung (7, 8) Rillen aufweist.
6. Zahn- und Wurzelheber nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die Länge des Heberabschnittes (5) 15 bis 30 mm be
trägt.
7. Zahn- und Wurzelheber nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei die Länge der Ausformung (7, 8) in Längsrichtung des
Heberabschnittes (5) 10 bis 25 mm beträgt.
8. Zahn- und Wurzelheber nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei das Heberende (6) spitzwinklig ausgeführt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19816242A DE19816242A1 (de) | 1997-07-24 | 1998-04-11 | Zahn- und Wurzelheber |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19731850 | 1997-07-24 | ||
| DE19816242A DE19816242A1 (de) | 1997-07-24 | 1998-04-11 | Zahn- und Wurzelheber |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19816242A1 true DE19816242A1 (de) | 1999-01-28 |
Family
ID=7836762
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29806620U Expired - Lifetime DE29806620U1 (de) | 1997-07-24 | 1998-04-11 | Zahn- und Wurzelheber |
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Family Applications Before (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29806620U Expired - Lifetime DE29806620U1 (de) | 1997-07-24 | 1998-04-11 | Zahn- und Wurzelheber |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE29806620U1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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Families Citing this family (4)
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|---|---|---|---|---|
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| GB2410902B (en) * | 2004-02-14 | 2006-01-25 | Russell Khan-Sullman | Offset tip elevator/luxator |
| US8435035B1 (en) * | 2011-11-16 | 2013-05-07 | King Saud University | Dental instrument |
-
1998
- 1998-04-11 DE DE29806620U patent/DE29806620U1/de not_active Expired - Lifetime
- 1998-04-11 DE DE19816242A patent/DE19816242A1/de not_active Withdrawn
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB2440720A (en) * | 2006-08-07 | 2008-02-13 | Russell Sullman | Dental elevator |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE29806620U1 (de) | 1998-07-16 |
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|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |