DE19815112A1 - Anordnung zur variablen Ventilzeitsteuerung und Ventilbetätigung - Google Patents
Anordnung zur variablen Ventilzeitsteuerung und VentilbetätigungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Betätigung des Zy
linderventils einer Verbrennungskraftmaschine, insbesondere
auf ein variables Zeit- und Öffnungssteuersystem, mit dem so
wohl der Zeitablauf als auch das Anheben des Ventils variiert
werden kann.
Eine variable Zeit- und Öffnungssteuerung für ein Ventil ist
aus der JP-A 55-137305 bekannt. Diese Anordnung enthält eine
Nockenwelle, eine Steuerstange mit axial beanstandeten exzen
trischen Nocken und ein Drehgelenk. Das Drehgelenk trägt Ven
tilbetätigungsnocken für eine Drehbewegung über den Ven
tilstößeln von Zylinderventilen. Die Ventilbetätigungsnocken
sind jeweils mit Federn versehen. Jede Feder belastet einen
zugehörigen Hebelnocken in Richtung der Ruhestellung, in der
das entsprechende Zylinderventil schließt. Die Ventilbetäti
gungsnocken werden jeweils von Hebelarmen betätigt. Diese ex
zentrischen Arme, die sich zusammen mit der Steuerstange dre
hen, tragen jeweils die Hebelarme. Die Achse jeder exzentri
schen Nocke dient als Drehpunkt für den Antrieb des zugehöri
gen Hebelarmes. Die Nocken an der Nockenwelle betätigen je
weils die Hebelarme. Ferner ist ein elektronisches Steuermo
dul vorgesehen, und am Motor vorgesehene Sensoren senden In
formationen über die Drehzahl und die Leistung des Motors,
die Fahrzeuggeschwindigkeit und die Kühlmitteltemperatur an
das elektronische Steuermodul. Bei einem bestimmten Schalt
punkt sendet das elektronische Steuermodul ein Signal an ein
Stellglied für die Steuerstange. Wenn das Stellglied die
Steuerstange dreht, ändert sich die Exzentrizität jeder ex
zentrischen Nocke gegenüber der Achse der Steuerwelle. Dies
verändert die Stellung des Drehpunktes der Hebelarme gegen
über der Stellung des Drehmittelpunktes der Ventilbetäti
gungsnocken. Damit wird der Zeitablauf und das Öffnen jedes
Zylinderventils variiert.
Bei dieser bekannten Anordnung ist die Nockenwelle nicht über
den Zylinderventilen angebracht. Mit einer solchen Anordnung
tritt die Schwierigkeit auf, daß für den Einbau der Nocken
welle eine wesentliche Abänderung des üblichen Motors mit
obenliegender Nockenwelle erforderlich ist. Weiterhin benöti
gen die Verdrehanordnung und die Nockenwelle einen beträcht
lichen Einbauraum.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine raumsparende
Anordnung für eine variable Ventilzeitsteuerung und Ventilbe
tätigung zu schaffen, die in einen Motor mit obenliegender
Nockenwelle ohne wesentliche Änderungen mit Ausnahme des Zy
linderkopfes eingebaut werden kann.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des An
spruchs 1; die weiteren Ansprüche haben vorteilhafte Ausge
staltungen zum Gegenstand.
Erfindungsgemäß weist die Anordnung zur Ventilsteuerung und
Ventilbetätigung für einen Motor mit mehreren Zylinderventi
len folgende Elemente auf:
- - eine Nockenwelle mit einer Nockenwellenachse und einer dar an festgelegten Drehnocke zur gemeinsamen Drehung um die Nockenwellenachse,
- - einen Ventilbetätigungsnocken für ein Zylinderventil des Motors,
- - einen Hebelarm, und
- - eine Steuerstange mit einem integralen Teil, welches den Hebelarm drehbar um eine hierzu feststehende Achse hält,
- - wobei der Hebelarm einen ersten, mit der Drehnocke zusam menwirkenden Arm und einen zweiten, mit dem Ventilbetäti gungsnocken zusammenwirkenden Arm aufweist,
- - und die Nockenwelle den Ventilbetätigungsnocken drehbar um die Nockenwellenachse hält.
Im folgenden wird die Erfindung anhand zweier Ausführungsbei
spiele in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Dabei
zeigt:
Fig. 1 eine teilweise weggebrochene Teildarstellung einer er
sten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anordnung
zur variablen Ventilzeitsteuerung und Ventilbetäti
gung,
Fig. 2 eine Ansicht der Anordnung gemäß. Fig. 1 von oben,
Fig. 3 einen Schnitt in der Linie 3-3 von Fig. 1,
Fig. 4 und 5 der Fig. 3 entsprechende Ansichten mit einer Ru
hestellung, in der ein Zylinderventil schließt, und
einer angehobenen Stellung, in der das Ventil bei
niedriger Motordrehzahl öffnet,
Fig. 6 und 7 den Fig. 4 bzw. 5 entsprechende Ansichten der
Stellungen bei hoher Motordrehzahl,
Fig. 8 eine Kurve der Ventilbetätigung des Zylinderventils
bei hoher Motordrehzahl und bei niedriger Motordreh
zahl,
Fig. 9 und 10 den Fig. 1 bzw. 2 entsprechende Ansichten einer
zweiten Ausführungsform.
In der Zeichnung werden zur Vereinfachung der Beschreibung
durchgehend gleiche Bezugszeichen für gleiche oder einander
entsprechende Teile verwendet.
In den Fig. 1 bis 3 bezeichnet die Ziffer 11 den Zylinderkopf
einer Verbrennungskraftmaschine mit obenliegender Nockenwel
le. Der Motor hat für jeden Zylinder vier Zylinderventile,
nämlich zwei Einlaßventile 12 und zwei (nicht dargestellte)
Auslaßventile. Die Einlaßventile 12 werden von nicht darge
stellten Ventilführungen des Zylinderkopfes 11 getragen.
Die erfindungsgemäße Anordnung zur Ventilzeitsteuerung und
Ventilbetätigung weist zumindest ein Zylinderventil auf, das
sich öffnet, wenn der Zylinder den Einlaßhub oder den Auslaß
hub ausführt. Bei der nachfolgend näher beschriebenen Anord
nung werden die Einlaßventile 12 als Beispiel für die Zylin
derventile erläutert.
Am Zylinderkopf 11 angeordnete Nockenlager, von denen nur ei
nes bei 14 dargestellt ist, halten eine Nockenwelle 13, die
hohl ist (s. Fig. 3), und eine Steuerstange 16. Wie aus Fig.
3 ersichtlich, ist die Nockenwelle 13 oberhalb und dicht bei
Ventilstößeln 19 für die Einlaßventile 12 angeordnet. Das
Nockenlager 14 weist einen Hauptarm 14a auf, der die Nocken
welle 13 an dem Zylinderkopf 11 hält. Ein Unterarm 14b hält
die Steuerstange 16 an dem Hauptarm 14a in Abstand von der
Nockenwelle 13. Ein Paar von Befestigungsteilen in Form von
Schraubbolzen 14c (Fig. 3) sichert die Arme 14a und 14b an
dem Zylinderkopf 11. Eine (nicht dargestellte) Kurbelwelle
überträgt in üblicher Weise die Antriebskraft von dem Motor
über Riemen und eine Steuerkette auf die Nockenwelle 13. Die
Nockenwelle 13 erstreckt sich vom vorderen Ende des Zylinder
kopfes bis zu dessen hinterem Ende.
Die Nockenwelle 13 weist axial beabstandete Drehnocken 15
auf, die an der Nockenwelle 13 festgelegt sind. Wie am besten
aus Fig. 1 ersichtlich, sind für jeden Zylinder zwei Drehnoc
ken 15 für die zugehörigen beiden Einlaßventile 12 vorgese
hen. Sie sind in gegenseitigem Abstand und außerhalb des Be
wegungsbereiches der Ventilstößel 19 für die Einlaßventile 12
angeordnet. Jede Drehnocke 15 hat eine Außenumfangsfläche
15a, bestehend aus einem ersten Teil, der einen Basisteil
kreis definiert, und einem zweiten Teil, der einen Nocken 15b
definiert. In der hier beschriebenen Ausführungsform sind die
beiden Drehnocken 15 für jeden Zylinder identisch ausgebildet
und besitzen dasselbe Profil. Sie können jedoch auch unter
schiedliche Nockenprofile aufweisen, sofern dies wünschens
wert ist.
Wie in Fig. 1 und 2 gezeigt, liegen die Drehnocken 15 in
axialem Abstand von dem Nockenlager 14 entfernt, um es vor
stehenden Ventilbetätigungsnocken 20 zu ermöglichen, mit den
Ventilstößeln 19 in Kontakt zu kommen. Fig. 1 läßt erkennen,
daß die Ventilbetätigungsnocken 20 an der rechten und der
linken Seite des Nockenlagers 14 nicht identisch, sondern
spiegelbildlich in Bezug auf eine gedachte senkrechte Ebene
durch das Nockenlager 14 ausgebildet sind. Im einzelnen haben
die spiegelbildlichen Ventilbetätigungsnocken 20 Naben 22,
die gegeneinander gerichtet sind und an den gegenüberliegen
den Seitenflächen des Nockenlagers 14 anliegen. Dabei liegen
die Ventilbetätigungsnocken 20 an den von dem Nockenlager 14
abseits befindlichen Seiten der Naben 22 jeweils angrenzenden
Federrückhaltern 25 gegenüber. Hierbei haben die spiegelbild
lich ausgebildeten Ventilbetätigungsnocken 20 übereinstimmend
das in Fig. 3 gezeigte Profil, obwohl sie, falls gewünscht,
auch unterschiedliche Profile besitzen können.
Die Nockenwelle 13 verläuft durch die Windungen der Feder
rückhalter 25 und die Naben 22 der Ventilbetätigungsnocken
20. Die Federrückhalter 25 werden durch geeignete Mittel ge
genüber dem Zylinderkopf 11 festgehalten. Eine Drehung der
Nockenwelle 13 um die Nockenwellenachse bringt kein oder
höchstens ein sehr geringes Drehmoment auf die Federrückhal
ter 25 und die Ventilbetätigungsnocken 20. Die Ventilbetäti
gungsnocken 20 können sich um die Nockenwellenachse drehen.
Wie am besten aus Fig. 3 ersichtlich, hat der Ventilbetäti
gungsnocken 20 eine Umfangs-Nockenfläche, die in Betätigungs
kontakt mit dem Ventilstößel 19 ist. Die Umfangs-Nockenfläche
besteht aus einem ersten Teil 24b, der einen Basisteilkreis
um die Nockenwellenachse bildet, und aus einem zweiten Teil
24a, der die Kontur einer Nockenerhebung 24 definiert. Der
erste Teil 24b geht allmählich in den zweiten Teil 24a über.
Der Ventilbetätigungsnocken 20 hat einen vorstehenden radia
len Hebel 23 mit einer der Steuerstange 16 gegenüberliegenden
Abschrägung 23a.
Die Steuerstange 16 hat eine Steuerstangenachse P2 und inte
grale Teile in Form von kreisförmigen oder exzentrischen Noc
ken 17. Die exzentrischen Nocken 17 tragen drehbewegliche Re
belarme 18 und sind mit axialen Abständen an der Steuerstange
16 befestigt, um sich mit dieser gemeinsam um die Steuerstan
genachse P2 zu drehen. Jede exzentrische Nocke 17 hat eine
exzentrische Nockenachse P1, die um einen Abstand α gegenüber
der Steuerstangenachse P2 versetzt ist (s. Fig. 3). In den
Hebelarmen 18 sind Buchsen 18a zur Aufnahme der exzentrischen
Nocken 17. Die Buchsen 18a können sich gegenüber den zugehö
rigen exzentrischen Nocken 17 um die Nockenachse P1 drehen.
Gemäß Fig. 1 und 2 sind die Hebelarme 18 rechts und links von
dem Nockenlager 14 nicht identisch, sondern spiegelbildlich
in Bezug auf die gedachte senkrechte Mittelebene des Nocken
lagers 14 ausgebildet. Im einzelnen haben die spiegelbildlich
ausgebildeten beiden Hebelarme 18 jeweils einen ersten Arm
18b und einen zweiten Arm 18c. Die ersten Arme 18b bilden das
von dem Nockenlager 14 entfernte Ende der Buchsen 18a des
linken und des rechten Hebelarms 18 und ragen von dort vor.
Die zweiten Arme 18c ragen von dem dem Nockenlager 14 benach
barten Ende der Buchsen 18a an dem linken und dem rechten He
belarm 18 vor. Die spiegelbildlich ausgebildeten Hebelarme 18
haben in diesem Fall das in Fig. 3 gezeigte übereinstimmende
Profil, können im Bedarfsfall aber auch unterschiedliche Pro
file aufweisen. Auf der Steuerstange 16 sind Anschlagringe 21
mittels Befestigungsschrauben 21a festgelegt, um eine Bewe
gung der Hebelarme 18 axial von dem Nockenlager 14 weg zu
verhindern.
Die ersten Arme 18b verlaufen zu den Drehnocken 15 zum Zusam
menwirken mit den Außenumfangsflächen 15a hin. Die zweiten
Arme 18c verlaufen zu den Hebeln 23 der Ventilbetätigungsnoc
ken 20 zum Zusammenwirken mit den Abschrägungen 23a hin. Fe
dern 26 dienen dazu, den Kontakt der Abschrägungen 23a der
Ventilbetätigungsnocken 20 mit den zweiten Armen 18c der He
belarme 18 aufrechtzuerhalten, indem sie die Hebelarme 18 in
Kontakt der ersten Arme 18b mit den Drehnocken 15 halten. Ei
ne Drehung der Drehnocken 15 veranlaßt eine Drehung der He
belarme 18 um die Achse P1 der exzentrischen Nocken. Bei ei
ner Drehung der Hebelarme 18 gleiten die zweiten Arme 18c auf
den Abschrägungen 23a und veranlassen die Ventilbetätigungs
nocken 20 zu einer Drehung um die Nockenwellenachse. Diese
Drehbewegungen der Ventilbetätigungsnocken 20 verursachen ei
ne hin- und hergehende Bewegung der Ventilstößel 19.
Gemäß Fig. 1 ist jede Feder 26 als Schraubenfeder ausgebil
det. Die Federn umgeben die Buchsen der Federrückhalter 25.
Mit ihrem einen Ende ist jede Feder in dem zugehörigen Feder
rückhalter 25 festgelegt, welcher fest an dem Zylinderkopf 11
gehalten ist. Mit dem gegenüberliegenden Ende ist sie an dem
zugehörigen Ventilbetätigungsnocken 20 festgelegt, um den He
bel 23 gegen den zweiten Arm 18c des zugehörigen Hebelarms 18
vorzuspannen.
In Fig. 8 stellt die ausgezogene Linie eine Ventilbetäti
gungskurve dar, die bei einer in Fig. 3 gezeigten Winkelstel
lung der Steuerstange 16 gegeben ist. Die voll ausgezogenen
Linien in Fig. 6 zeigen dieselbe Stellung der Teile wie in
Fig. 3. Die gestrichelte Linie in Fig. 8 ist eine Ventilbetä
tigungskurve für den Fall, daß die Steuerstange 16 in einer
anderen Winkelstellung als der in Fig. 4 gezeigten gehalten
wird.
Ein Stellglied in Form eines nicht dargestellten elektroma
gnetischen Antriebs ist mit der Steuerstange 16 gekuppelt.
Ferner ist ein nicht dargestelltes elektronisches Steuermodul
oder eine Steuerung vorgesehen. Dem Motor zugeordnete Senso
ren übermitteln Informationen über die Motordrehzahl, die Mo
torleistung, die Fahrzeuggeschwindigkeit und die Kühlmittel
temperatur an das elektronische Steuermodul. Bei einem vorge
gebenen Schaltpunkt sendet das elektronische Steuermodul ein
Signal an das Stellglied der Steuerstange 16.
Bei der beschriebenen Ausführungsform dreht das Stellglied
die Steuerstange 16 um 180° zwischen der in Fig. 6 gezeigten
Stellung und der in Fig. 4 gezeigten Stellung. Beim Umschal
ten aus der Stellung von Fig. 6 in die Stellung von Fig. 4
bewegt sich ein verdickter Teil 17a der exzentrischen Nocke
17 um die Steuerstangenachse P2, während die Steuerstange 16
sich um 180° dreht. Aufgrund dieser Verlagerung ändert sich
die Exzentrizitätsrichtung der exzentrischen Nockenachse P1
gegenüber der Steuerstangenachse P2 um 180° und die Verlage
rung der exzentrischen Nockenachse P1 erhöht sich auf 2α.
Diese Verlagerung der exzentrischen Nockenachse P1 führt zu
einer Verlagerung der Drehachse von jedem Hebelarm 18 um das
selbe Maß. Hierdurch wird der Hebelarm 18 in Gegenuhrzeiger
richtung (Fig. 4) um die verlagerte Rotationsachse P1 ge
dreht, um die in Fig. 6 strichpunktiert dargestellte Lage
einzunehmen. Der Ventilbetätigungsnocken 20 folgt der Verla
gerung des Hebelarms 18 und verlagert sich in Gegenuhrzeiger
richtung in die neue, in Fig. 6 strichpunktiert dargestellte
Lage.
Bezugnehmend auf die Fig. 4 bis 7 und Fig. 8 zeigt Fig. 6 die
Stellung der Teile, wenn die Nockenwelle 13 sich in eine er
ste vorgegebene Winkelstellung bewegt, kurz bevor der Ven
tilstößel 19 das Einlaßventil 12 zu öffnen beginnt. Fig. 7
zeigt die Stellung der Teile, wenn die Nockenwelle 13 sich in
eine zweite vorgegebene Winkelstellung bewegt, in der der
Ventilstößel 19 um das Höchstmaß L2 angehoben worden ist.
Fig. 4 zeigt die Stellung der Teile, wenn sich die Nockenwel
le 13 in die erste vorgegebene Winkelstellung weiterbewegt.
Fig. 5 zeigt die Stellung der Teile, wenn die Nockenwelle 13
sich in die zweite vorgegebene Winkelstellung weiterbewegt,
in der der Ventilstößel 19 um ein Höchstmaß L1 angehoben ist,
das kleiner ist als L2.
Es sei angenommen, daß die exzentrische Nockenachse P1 die in
Fig. 6 und 7 gezeigte Lage einnimmt. Der Ventilbetätigungs
nocken 20 dreht sich dann im Uhrzeigersinn aus der Stellung
der Fig. 6 in die Stellung der Fig. 7 aufgrund der Wirkung
des Hebelarms 18, wenn die Nockenwelle 13 sich im Uhrzeiger
sinn aus der Stellung der Fig. 6 in die Stellung der Fig. 7
dreht. Eine weitere Bewegung der Nockenwelle 13 über die
Stellung der Fig. 7 hinaus ermöglicht es dem Ventilbetäti
gungsnocken 20, sich im Uhrzeigersinn aus der Stellung der
Fig. 7 in die Stellung der Fig. 6 zu drehen. Damit wird das
Einlaßventil 12 geöffnet, wie durch die voll ausgezogene Ven
tilbetätigungskurve in Fig. 8 dargestellt ist.
Es sei angenommen, daß die exzentrische Nockenachse P1 die in
Fig. 4 und 5 gezeigte Lage einnimmt. Der Ventilbetätigungs
nocken 20 dreht sich dann im Uhrzeigersinn aus der Stellung
der Fig. 4 in die Stellung der Fig. 5 aufgrund der Wirkung
des Hebelarms 18, wenn die Nockenwelle 13 sich im Uhrzeiger
sinn aus der Stellung der Fig. 4 in die Stellung der Fig. 5
dreht. Eine weitere Bewegung der Nockenwelle 13 über die
Stellung der Fig. 5 hinaus ermöglicht es dem
Ventilbetätigungsnocken 20, sich im Gegenuhrzeigersinn aus der Stellung
der Fig. 5 in die Stellung der Fig. 4 zu drehen. Eine Drehbe
wegung des Ventilbetätigungsnockens 20 im Uhrzeigersinn aus
der Stellung der Fig. 4 in die Stellung der Fig. 6 verursacht
keine Bewegung des Ventilstößels 19. Dies führt zu einer ver
zögerten Öffnungszeit des Einlaßventils 12. Eine Drehbewegung
des Ventilbetätigungsnockens 20 im Gegenuhrzeigersinn aus der
Stellung der Fig. 6 in die Stellung der Fig. 4 verursacht
keine Bewegung des Ventilstößels 19. Dies führt zu einer be
schleunigten Schließzeit des Einlaßventils 12. Der Ventilhub
ist von L2 auf L1 reduziert worden, da der Ventilbetätigungs
nocken 20 sich nicht in die Stellung der Fig. 7 dreht und die
Kontur 24a der Nockenerhebung 24 nicht vollständig zum Verla
gern des Ventilstößels 19 ausgenutzt wird. Damit wird die in
Fig. 8 gestrichelt dargestellte Ventilbetätigungskurve mit
verminderter Ventilöffnungszeit und vermindertem Ventilhub
erhalten.
Die voll ausgezogene Ventilbetätigungskurve gemäß Fig. 8 eig
net sich für einen Betriebszustand des Motors bei hoher Ge
schwindigkeit mit hoher Leistung, während die gestrichelte
Ventilbetätigungskurve sich für einen Betriebszustand des Mo
tors bei niedriger Geschwindigkeit mit geringer Leistung eig
net. Die strichpunktierte Linie in Fig. 8 ist eine Ventilbe
tätigungskurve der Auslaßventile. Aus Fig. 8 ist ersichtlich,
daß sowohl die Ventilüberlappung als auch der Ventilhub beim
Betrieb des Motors bei niedriger Geschwindigkeit mit geringer
Leistung verringert sind, um einen stabilen Motorlauf bei
sparsamem Kraftstoffverbrauch zu erlangen. Bei hoher Ge
schwindigkeit mit großer Leistung wird ein ausreichend hoher
volumetrischer Wirkungsgrad erzielt.
Aus der vorstehenden Beschreibung der ersten Ausführungsform
ist ersichtlich, daß die Ventilbetätigungsnocken 20 und die
Drehnocken 15 koaxial auf der Nockenwelle 13 angebracht sind.
Durch diese Anordnung wird jeglicher zusätzliche, die Nocken
welle umgebende Raum vermieden oder zumindest minimiert.
Im übrigen sind die Hebelarme 18 passend in einem Raum dicht
bei der Nockenwelle 13 untergebracht. Die Ventilbetätigungs
nocken 20 und die Hebelarme 18 sind damit in einem kleinen
Raum um die Nockenwelle 13 herum angeordnet. Dies führt zu
einem einfachen Einbau des Systems in der Maschine. Die Noc
kenwelle 13 kann dabei an der üblichen Stelle und auf die üb
liche Weise in den Motor eingebaut werden. Damit wird die
Montage wesentlich erleichtert.
Die koaxiale Anordnung der Ventilbetätigungsnocken 20 mit der
Achse der Nockenwelle 13 verhindert eine unzureichende Aus
richtung der Achse jedes Ventilbetätigungsnockens 20 mit der
Nockenwellenachse. Damit wird eine hohe Genauigkeit der Ven
tilzeitsteuerung sichergestellt. Im Vergleich mit dem ein
gangs erläuterten Stand der Technik ist die hier vorgeschla
gene Anbringung der Ventilbetätigungsnocken auf der Nocken
welle von Vorteil, da der beim Stand der Technik erforderli
che Drehpunkt nicht mehr benötigt wird.
Die Drehnocken 15 auf der Nockenwelle 13 sind an Stellen an
geordnet, die außerhalb des Wirkungsbereiches der Ventilstö
ßel 19 liegen. Diese Konstruktion ermöglicht den Einsatz ei
nes Drehnockens mit einer Nockenerhöhung, die einen ausrei
chend großen Hub ermöglicht und eine Breite besitzt, durch
die der Kontaktdruck auf ein genügend niedriges Niveau ver
ringert werden kann.
Die Schraubenfedern 26 halten die Ventilbetätigungsnocken 20,
die Hebelarme 18 und die Drehnocken 15 in gegenseitigem Kon
takt miteinander, so daß kein Klappern und kein Betriebsge
räusch auftreten kann.
Die Schraubenfedern 26 sind eng um die Nockenwelle 13 herum
angeordnet, wodurch kein zusätzlicher Platz für die die Ven
tilbetätigungsnocken vorspannenden Federn erforderlich ist.
Die Fig. 9 und 10 zeigen eine zweite Ausführungsform, die mit
der ersten Ausführungsform weitgehend übereinstimmt. Ein Un
terschied besteht darin, daß an jedem Zylinder die Ventilbe
tätigungsnocken 20 für die Zylinderventile in Form von Ein
laßventilen 12 zusammengefaßt sind, um sich als Einheit um
die Achse der Nockenwelle 13 zu drehen. Damit sind für jeden
Zylinder nur eine Drehnocke 15, ein Hebelarm 18 und eine
Schraubenfeder 26 erforderlich, um die beiden Ventilbetäti
gungsnocken 20 zu betätigen.
Die beiden Ventilbetätigungsnocken 20 haben eine gemeinsame
Nabe 22. Der in Fig. 9 und 10 auf der rechten Seite des Noc
kenlagers 14 befindliche Ventilbetätigungsnocken 20 weist
keinen Hebel 23 zum Zusammenwirken mit dem Hebelarm 18 auf.
Bei dieser Ausführungsform sind die Nockenerhebungen 24 der
Ventilbetätigungsnocken 20 identisch. Im Bedarfsfall können
jedoch auch zwei verschiedene Nockenerhebungen verwendet wer
den. Bei der Verwendung von zwei unterschiedlichen Nockener
hebungen mit unterschiedlichen Hubgrößen kann in dem Zylinder
eine erwünschte Verwirbelung erzeugt werden.
Wenngleich bei der Beschreibung des ersten und des zweiten
Ausführungsbeispiels die beiden Einlaßventile erläutert wur
den, kann die Erfindung sich auch auf die beiden Auslaßventi
le erstrecken. Die Erfindung kann auch sowohl an den Einlaß-
als auch an den Auslaßventilen jedes Zylinders verwirklicht
werden. Desgleichen ist die Erfindung für ein einzelnes Zy
linderventil, das als Einlaß- oder Auslaßventil ausgebildet
ist, für jeden Zylinder einsetzbar.
Zusammengefaßt besitzt eine Anordnung zur Ventilzeitsteuerung
und Ventilbetätigung eine Nockenwelle 13 mit einer Drehnocke
15 und einem Ventilbetätigungsnocken 20 sowie eine Steuer
stange 16 mit einem integralen Teil. Das integrale Teil hat
die Form einer exzentrischen Nocke 17 und trägt einen Hebel
arm 18. Die Drehnocke 15 ist an der Nockenwelle 13 festge
legt. Der Ventilbetätigungsnocken 20 ist in Kontakt mit dem
Ventilstößel 19 für ein Zylinderventil 12 eines Motors. Eine
Schraubenfeder 26 umgibt die Nockenwelle 13 zum Aufbringen
einer Vorspannkraft auf den Ventilbetätigungsnocken 20. Der
Hebelarm 18 hat einen mit der Drehnocke 15 zusammenwirkenden
ersten Arm 18b und einen mit einem vorragenden Hebel 23 des
Ventilbetätigungsnockens 20 zusammenwirkenden zweiten Arm
18c. Durch die Schraubenfeder 26 wird der Hebel 23 des Ven
tilbetätigungsnockens 20 in Eingriff mit dem zweiten Arm 18c
des Hebelarms 18 und der erste Arm 18b des Hebelarms 18 in
Eingriff mit der Drehnocke 15 gehalten.
Zahlreiche weitere Abwandlungen sind im Rahmen der Erfindung
möglich.
Claims (18)
1. Anordnung zur Ventilsteuerung und Ventilbetätigung für
einen Motor mit mehreren Zylinderventilen (12), gekennzeich
net durch:
- - eine Nockenwelle (13) mit einer Nockenwellenachse und einer daran festgelegten Drehnocke (15) zur gemeinsamen Drehung um die Nockenwellenachse,
- - einen Ventilbetätigungsnocken (20) für ein Zylinderventil (12) des Motors,
- - einen Hebelarm (18), und
- - eine Steuerstange (16) mit einem integralen Teil (17), wel ches den Hebelarm (18) drehbar um eine hierzu feststehende Achse hält,
- - wobei der Hebelarm (18) einen ersten, mit der Drehnocke (15) zusammenwirkenden Arm (18b) und einen zweiten, mit dem Ventilbetätigungsnocken (20) zusammenwirkenden Arm (18c) aufweist,
- - und wobei die Nockenwelle (13) den Ventilbetätigungsnocken (20) drehbar um die Nockenwellenachse hält.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drehnocke (15) in axialem Abstand von dem Ventilbetäti
gungsnocken (20) auf der Nockenwellenachse angeordnet ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Ventilbetätigungsnocken (20) und dem Zylin
derventil (12) ein Ventilstößel (19) angeordnet ist.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehnocke (15) außerhalb des Wirkungsbereiches des Ventilstö
ßels (19) liegt.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Drehnocke (15) zwischen zwei nebenein
anderliegenden Zylindern des Motors angeordnet ist.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß um die Nockenwellenachse eine Feder (26)
gelegt ist, die den Ventilbetätigungsnocken (20) in Kontakt
mit dem zweiten Arm (18c) des Hebelarms (18) vorspannt.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein zweiter Ventilbetätigungsnocken (20)
für ein zweites Zylinderventil (12) des Motors vorgesehen ist
und das erste und zweite Zylinderventil (12) gemeinsam einem
Zylinder des Motors zugeordnet sind.
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der erste und der zweite Ventilbetätigungsnocken (20) im Pro
fil unterschiedliche Nockenerhöhungen aufweisen.
9. Anordnung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß an der Nockenwelle (13) eine zweite, gemeinsam damit
drehbare Drehnocke (15) befestigt ist und daß die Nockenwelle
(13) einen zweiten Hebelarm (18) aufweist, von dem ein erster
Arm (18b) mit der zweiten Drehnocke (15) und eine zweiter Arm
(18c) mit dem zweiten Ventilbetätigungsnocken (20) zusammen
wirkt.
10. Anordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die erste und die zweite Drehnocke (15) unterschiedliche Noc
kenprofile aufweisen.
11. Anordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch ge
kennzeichnet, daß der zweite und der erste Ventilbetätigungs
nocken (20) zu gemeinsamer Drehung vereinigt sind.
12. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Hebelarm (18) eine Buchse (18a) auf
weist, die das integrale Teil (17a) der Steuerstange (16)
aufnimmt, und daß die ersten und die zweiten Arme (18b, 18c)
von der Buchse zu der jeweiligen Drehnocke (15) und dem Ven
tilbetätigungsnocken (20) verlaufen.
13. Anordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß
das integrale Teil als exzentrische Nocke (17) mit exzentri
scher Nockenachse ausgebildet ist, und daß der Hebelarm (18)
um die exzentrische Nockenachse drehbar ist.
14. Anordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuerstange (16) eine Achse (P2) aufweist und daß die
exzentrische Nockenachse exzentrisch zu der Steuerstangenach
se liegt.
15. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Ventilbetätigungsnocken (20) einen vor
stehenden Hebel (13) mit einer Abschrägung (23a) zum Eingriff
mit dem zweiten Arm (18c) des Hebelarms (18) aufweist.
16. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein feststehender Federrückhalter (25) mit
einer Buchse zur Aufnahme der Nockenwelle (13) vorgesehen
ist, und daß um die Buchse eine Schraubenfeder (26) gelegt
ist, deren eines Ende an dem Federrückhalter (25) und das an
dere Ende an dem Ventilbetätigungsnocken (20) festgelegt ist,
um den vorstehenden Hebel (13) gegen den zweiten Arm (18c)
des Hebelarms (18) vorzuspannen.
17. Anordnung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drehnocke (15) eine Erhöhung besitzt und unter der Wir
kung der Schraubenfeder (26) in Eingriff mit dem ersten Arm
(18b) des Hebelarms (18) gehalten wird.
18. Anordnung nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch ge
kennzeichnet, daß eine Drehung der Steuerstange (16) um ihre
Achse eine Änderung in der Exzentrizitätsrichtung der Achse
der exzentrischen Nocke (17) gegenüber der Achse der Steuer
stange (16) bewirkt, und daß diese Änderung einen Wechsel in
der Winkelstellung des Ventilbetätigungsnockens (20) gegen
über dem Hebelarm (18) verursacht.
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