DE19812686C1 - Drehmomentwandler - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Drehmomentwandler gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Drehmomentwandler werden im Fahrzeugbau häufig in Verbindung
mit Automatikgetrieben eingesetzt. Es besteht dabei das Problem, daß im
Fahrzeugstillstand und bei laufendem Motor eine Verlustleistung erzeugt
wird, da ein über das Wandlergehäuse angetriebenes Pumpenrad ein im
Wandlerinneren vorgesehenes Arbeitsfluid in Richtung zum Turbinenrad und
einem Leitrad fördert. Um die Erzeugung dieser Verlustleistung zu ver
meiden, ist es bekannt, zwischen Antriebsaggregat und Drehmomentwand
ler eine Kupplung vorzusehen, die im Fahrzeugstillstand den Wandler und
das diesem nachgeschaltete Getriebe vollständig vom Antriebsaggregat
abtrennt. Diese Lösung weist den Nachteil auf, daß im allgemeinen das
Wandlergehäuse und die mit diesem fest verbundenen Komponenten eine
Schwungmasse für den Motor bilden und somit für einen ruhigen und
runden Motorlauf sorgt. Die Abkopplung des Wandlergehäuses, und somit
des gesamten Wandlers, vom Antriebsaggregat kann dazu führen, daß
insbesondere im Bereich niedriger Drehzahlen der Motor unruhig beziehungs
weise unrund läuft.
Eine weitere bekannte Lösung ist das Vorsehen einer Kupplung, welche den
Drehmomentwandler von dem diesem nachgeschalteten Getriebe trennen
kann. Zwar bleibt dabei auch im Bereich niedriger Drehzahlen, d. h. im
Fahrzeugstillstand, der Drehmomentwandler mit dem Antriebsaggregat
gekoppelt, so daß hier das Auftreten eines unrunden Laufs des Aggregats
vermieden werden kann, doch muß hier das Turbinenrad die gesamte Masse
derjenigen Komponenten, durch welche der Drehmomentwandler an die
Kupplung angebunden ist, mitschleppen. Da im allgemeinen eine derartige
Kupplung im Getriebe an der Eingangsseite desselben angeordnet ist, muß
somit die Getriebeeingangswelle mitgeschleppt werden. Auch hierbei wird
wieder eine Verlustleistung erzeugt.
Bei hydrodynamischen Drehmomentwandlern ist durch die vorgegebene
Schaufelgeometrie der Turbinenradschaufeln einerseits und der Pumpenrad
schaufeln andererseits eine unveränderbare Kennung des Wandlers, d. h.
eine unveränderbare Wandlercharakteristik vorgegeben. Diese ist im
allgemeinen an den warmgelaufenen Zustand des Motors bzw. des
Getriebeöls angepaßt. Beim Starten im kalten Zustand kann durch eine zu
harte Auslegung der Pumpe der Motor so stark belastet werden, daß dieser
nicht richtig hochlaufen kann bzw. unrund läuft. Es besteht sogar die
Gefahr, daß der Motor abgewürgt wird. Eine Lösung für dieses Problem
könnte darin bestehen, bei der Auslegung der Schaufelgeometrie einen
Kompromiß hinsichtlich des Kaltlaufverhaltens einerseits und des Warmlauf
verhaltens andererseits zu schließen. Dies hat jedoch den nachteilhaften
Effekt, daß bei warmgelaufenem Aggregat eine an sich mögliche Über
tragungskapazität des Wandlers nicht genutzt wird und dadurch ein erhöhter
Kraftstoffverbrauch hervorgerufen wird.
Ein Drehmomentwandler gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus
der FR-A-2 398 231 bekannt. Bei diesem Drehmomentwandler sind bereits
zwei Kupplungen vorgesehen, nämlich zum einen eine Überbrückungskupp
lung, durch welche eine drehfeste Verbindung zwischen dem Gehäuse und
dem Pumpenrad geschaffen werden kann, und zum anderen eine Kupplung,
welche eine drehfeste Verbindung zwischen einer Turbinenradschale und
der Antriebswelle vorsieht. Bei diesem bekannten Drehmomentwandler ist
ein kolbenartiges Anpreßelement, welches eine Drehkopplung zwischen der
Turbinenradschale und einer Abtriebswelle bereitstellt, in einem zylinder
artigen Aufnahmeraum der Turbinenradschale verlagerbar.
Aus der US-4,018,106 ist ein Drehmomentwandler mit einer Kupplungs
anordnung vorgesehen, die in zwei Bereiche aufgegliedert ist. Es ist zum
einen eine Einwegekupplung vorgesehen, die bei Drehmomentübertragung
von der Turbinenradschale auf die Abtriebswelle sperrt, bei Drehmoment
übertragung in entgegengesetzter Richtung jedoch nicht sperrt. Weiterhin
ist eine einrückbare Kupplung vorgesehen, welche nur dann eingerückt wird,
wenn eine Drehmomentübertragung von der Abtriebswelle her vorliegt, um
das Motorbremsmoment ausnutzen zu können.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Drehmomentwandler
vorzusehen, bei welchem bei einfachem Aufbau insbesondere im Fahrzeug
stillstand die Erzeugung einer Verlustleistung im wesentlichen vollständig
vermieden werden kann und bei welchem trotz sehr guter Übertragungs
charakteristiken im warmgelaufenen Zustand ein nachteilhafter Einfluß auf
ein Antriebsaggregat während des Warmlaufens vermieden werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen im Anspruch 1 definierten
Drehmomentwandler gelöst.
Durch das wahlweise Einrücken beziehungsweise Ausrücken der ersten
Kupplungsanordnung kann der Kraftfluß durch den Drehmomentwandler
hindurch unmittelbar folgend auf die Turbinenradschale unterbrochen
werden. Das heißt, beispielsweise im Fahrzeugstillstand wird die erste
Kupplungsanordnung ausgerückt, so daß eine Drehverbindung zwischen
Turbinenradschale und Turbinenradnabe im wesentlichen nicht besteht. Es
wird dann durch das Pumpenrad das Fluid zwar weiterhin in die Turbinen
radschale gefördert, da die Turbinenradschale jedoch keine weiteren
Komponenten bewegen muß, wird sie sich im wesentlichen mit der gleichen
Drehzahl wie das Pumpenrad drehen, so daß hier keine Verlustleistungen
erzeugt werden. Da ferner unmittelbar nach dem Start des Motors, d. h.
wenn dieser und das Getriebeöl noch kalt sind, die Turbinenradschale vom
Antriebsstrang, d. h. der Turbinenradnabe und der nachfolgenden Getrie
beeingangswelle abgekoppelt werden kann, wird durch das vermittels der
Pumpenradschaufeln in das Turbinenrad geförderte Fluid lediglich die
Turbinenradnabe mit den daran getragenen Schaufeln in Drehung versetzt,
es wird jedoch kein Drehmoment auf weitere Komponenten übertragen. D. h.
im Kaltlaufzustand, in dem das Ausgangsdrehmoment des Motors relativ
gering ist, wird dieser nicht dadurch zusätzlich belastet, daß er auf
irgendwelche im Antriebsstrang stromabwärts des Drehmomentwandlers
angeordnete Komponenten ein Drehmoment übertragen muß. Der Motor
kann somit unbelastet hochdrehen und sich schnell erwärmen. Ist eine
Erwärmung auf eine minimale Betriebstemperatur erfolgt, so kann in
kontrollierter Weise die Kupplung zugeschaltet werden, d. h. der Schlupf in
der Kupplung zunehmend verringert werden, so daß die sich zunächst frei
mitdrehende Turbine abgebremst wird und beispielsweise an die Getrie
beeingangswelle zur Drehmomentübertragung angekoppelt wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Drehmomentwandler umfaßt die erste
Kupplungsanordnung an einer Komponente von Turbinenradschale und
Turbinenradnabe wenigstens ein Reibelement und an der anderen Kom
ponente von Turbinenradschale und Turbinenradnabe wenigstens ein
Gegenreibelement
sowie an der Turbinenradschale oder/und der Turbinenradnabe
wenigstens ein Anpreßelement, durch welches das wenigstens eine
Reibelement und das wenigstens eine Gegenreibelement zur Herstellung der
Drehverbindung zwischen Turbinenradnabe und Turbinenradschale
gegeneinander preßbar sind.
Weiter ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß das wenigstens eine Anpreß
element an der Turbinenradnabe vorgesehen ist,
wobei dann an der Turbinenradnabe ein zylinderartiger Aufnahmeraum für
das wenigstens eine Anpreßelement vorgesehen ist, in welchem das
wenigstens eine Anpreßelement vorzugsweise näherungsweise in Achs
richtung zur Herstellung beziehungsweise zum Aufheben der Drehver
bindung bewegbar ist. Dabei ist dann das wenigstens eine Anpreßelement
bezüglich der Turbinenradnabe in Umfangsrichtung um die Drehachse im
wesentlichen nicht bewegbar.
Zum wahlweisen Einrücken beziehungsweise Ausrücken der ersten
Kupplungsanordnung wird vorgeschlagen, daß das wenigstens eine
Anpreßelement den Aufnahmeraum im wesentlichen fluiddicht abschließt,
wobei in dem Aufnahmeraum eine Fluidkammer gebildet ist, welche zur
Bewegung des wenigstens einen Anpreßelements mit einer Fluiddruckquelle
in Fluidverbindung bringbar ist.
Da die erste Kupplungsanordnung im Bereich der Verbindung zwischen
Turbinenradschale und Turbinenradnabe angeordnet ist, d. h. einem radial
weit innen liegenden Bereich angeordnet ist, wird zur Herstellung eines
ausreichenden Drehmomentübertragungseingriffs der ersten Kupplungs
anordnung vorgeschlagen, daß an der einen Komponente zwei in Achs
richtung bezüglich einander verlagerbare Reibelemente vorgesehen sind,
welche mit der einen Komponente im wesentlichen drehfest verbunden sind,
und daß an der anderen Komponente ein zwischen die beiden Reibelemente
ragendes und mit der anderen Komponente im wesentlichen drehfest
verbundenes Gegenreibelement vorgesehen ist.
Vorzugsweise ist die eine Komponente die Turbinenradschale und die andere
Komponente die Turbinenradnabe.
Der erzielbare Kopplungseingriff kann dadurch noch verstärkt werden, daß
das Reibelement und das Gegenreibelement unter Zwischenlagerung von
Reibbelägen gegeneinander preßbar sind.
In einem normalen Fahrzustand, d. h. einem Fahrzustand mit relativ hoher
und kostanter Geschwindigkeit, wird die Funktion des Drehmomentwandlers
als solcher zumeist nicht benötigt. Da jedoch durch die Drehmomentüber
tragung durch ein Arbeitsfluid im allgemeinen immer zumindest geringfügige
Verlustleistungen erzeugt werden, ist es vorteilhaft, wenn der Drehmoment
wandler ferner eine zweite Kupplungsanordnung umfaßt, durch welche das
Turbinenrad wahlweise zur Drehung mit dem Wandlergehäuse verbindbar
ist. Das heißt, wird diese zweite Kupplungsanordnung in einen eingerückten
Zustand gebracht, so ist eine direkte Drehverbindung vom Wandlergehäuse
beispielsweise zur Turbinenradnabe hin geschaffen, wobei der Drehmoment
übertragungsweg über das Arbeitsfluid im wesentlichen umgangen ist.
Um dabei in einem Antriebssystem auftretende Drehschwingungen dämpfen
zu können, wird vorgeschlagen, daß durch die zweite Kupplungsanordnung
die Turbinenradschale gegebenenfalls über einen Torsionsschwingungs
dämpfer mit dem Wandlergehäuse zur Drehung verbindbar ist.
Alternativ ist es möglich, daß durch die zweite Kupplungsanordnung die
Turbinenradnabe gegebenenfalls über einen Torsionsschwingungsdämpfer
mit dem Wandlergehäuse zur Drehung verbindbar ist.
Bei dem erfindungsgemäßen Drehmomentwandler sind die Eingriffskraft der
ersten Kupplungsanordnung und die Eingriffskraft der zweiten Kupplungs
anordnung voneinander unabhängig einstellbar.
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden
Figuren beschrieben; es zeigt:
Fig. 1 einen Teil-Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen
Drehmomentwandler; und
Fig. 2 eine schematische, der Fig. 1 entsprechende Ansicht einer
alternativen Ausgestaltungsform des Drehmomentwandlers.
In der Fig. 1 ist der dargestellte Drehmomentwandler allgemein mit 10
bezeichnet. Der Drehmomentwandler 10 umfaßt ein Wandlergehäuse 12,
das im wesentlichen einen Deckel 14 sowie eine Pumpenschale 16 eines
Pumpenrads 18 umfaßt. Der Deckel 14 trägt im radial äußeren Bereich eine
Mehrzahl von Koppelelementen 20, mit welchen dieser über eine Flexplatte
oder dergleichen an eine Antriebswelle eines Antriebsaggregats, beispiels
weise einer Brennkraftmaschine, ankoppelbar ist. Radial innen ist der Deckel
14 mit einer Deckelnabe 22 fest verbunden, welche beispielsweise in der
Antriebswelle des Aggregats drehbar gelagert werden kann.
Die Pumpenschale 16 ist radial innen mit einer Pumpennabe 24 verbunden,
welche in an sich bekannter Weise zur Antriebsverbindung mit einer
Arbeitsfluidpumpe, d. h. Ölpumpe oder dergleichen, ausgebildet ist. In der
Pumpenschale 16 sind in Umfangsrichtung aufeinander folgend mehrere
Pumpenschaufeln 26 angeordnet.
Im Innenraum 28 des Drehmomentwandler 10 ist ferner ein Turbinenrad 30
angeordnet. Das Turbinenrad 30 weist eine Turbinenradschale 32 auf, die
in der dargestellten Ausgestaltungsform zweiteilig aufgebaut ist, d. h. ein
radial äußeres Teil 34 derselben trägt wiederum eine Mehrzahl von in
Umfangsrichtung aufeinanderfolgenden Turbinenschaufeln 36, und ein mit
dem radial äußeren Teil 34 beispielsweise durch Verschweißen im
wesentlichen fest verbundenes radial inneres Teil 38 bildet in nachfolgend
beschriebener Art und Weise eine Komponente einer Kupplungsanordnung
40.
Über die Kupplungsanordnung 40 ist die Turbinenschale 32 wahlweise zur
gemeinsamen Drehung mit einer Turbinenradnabe 42 verbindbar. Die
Turbinenradnabe 42 weist eine Axialverzahnung 44 auf, welche in
Drehmomentübertragungseingriff mit einer komplementären Axialverzahnung
46 einer Wandlerabtriebswelle 48 gebracht werden kann, so daß über die
Turbinenradnabe 42 das Drehmoment auf die Wandlerabtriebswelle 48 und
von dieser in den weiteren Antriebsstrang geleitet werden kann.
Am radial äußeren Bereich der Turbinenradnabe 42 ist ein Kolben 50 einer
zweiten Kupplungsanordnung 52, d. h. einer Überbrückungskupplung 52,
an der Turbinenradnabe 42 gelagert. Die Lagerung ist derart, daß der Kolben
50 bezüglich der Turbinenradnabe 42 im wesentlichen frei drehbar ist und
daß zwischen dem Wandlerinnenraum 28 und einem an der anderen axialen
Seite des Kolbens 50 gebildeten Druckraum 54 im Bereich dieser Lagerung
eine fluiddichte Verbindung zwischen dem Kolben 50 und der Turbinenrad
nabe 42 geschaffen ist. Beispielsweise kann die Lagerung durch eine
Gleitlagerung, eine Wälzkörperlagerung mit zusätzlicher Abdichtung oder
dergleichen vorgesehen sein. Wird der Druck im Wandlerinnenraum 28
erhöht, so wird der Kolben 50 in an sich bekannter Weise mit einer
Reibfläche 56 desselben gegen eine Gegenreibfläche 58 am Deckel 14
gepreßt, so daß eine drehfeste Verbindung zwischen dem Kolben 50 und
dem Deckel 14, d. h. dem Wandlergehäuse 12, geschaffen werden kann.
Hier kann im Bereich des Deckels 14 oder/und des Kolbens 50 jeweils ein
Reibelement vorgesehen sein, um die reibschlüssige Verbindung zu
verstärken. Das dann vom Gehäuse 12 auf den Kolben eingeleitete
Drehmoment wird über einen allgemein mit 60 bezeichneten Torsions
schwingungsdämpfer, d. h. die Nabenscheibe 62 desselben, auf die
Turbinenschale 32 übertragen. Dazu greift die Nabenscheibe 62 mit einer
Verzahnung in eine komplementäre Verzahnung eines mit der Turbinenrad
schale 32 fest verbundenen Mitnehmerteils 64 ein. Der Torsionsschwin
gungsdämpfer 60 ist von an sich bekanntem Aufbau, d. h. weist eine
Nabenscheibe 62 und beidseits der Nabenscheibe 62 jeweils Deckscheiben
elemente 66, 68 auf. Zwischen der Nabenscheibe 62 und den Deck
scheibenelementen 66, 68 wirkt eine Dämpfungsfederanordnung 70. Man
erkennt, daß bei der dargestellten Ausgestaltungsform die Deckscheiben
elemente 66, 68 mit dem Kolben 50 der Überbrückungskupplung 52
drehfest verbunden sind. Durch den Torsionsschwingungsdämpfer 60 kann
im Überbrückungszustand das Drehmoment direkt von dem Wandlergehäuse
12 auf die Turbinenschale 32 unter Dämpfung der im Antriebsstrang
auftretenen Drehschwingungen übertragen werden.
Man erkennt ferner, daß axial zwischen dem Turbinenrad 30 und dem
Pumpenrad 18 ein Leitrad 72 vorgesehen ist, welches wiederum eine
Mehrzahl von Leitradschaufeln 74 trägt und radial innen über einen Freilauf
76 auf einer Stützwelle 78 drehbar getragen ist.
Die in der Fig. 1 dargestellte Kupplungsanordnung 40 umfaßt als
turbinenradseitige Komponente das radial innere Teil 38 der Turbinenrad
schale 32 sowie ein mit einer Verzahnung oder Vorsprüngen 78 in
entsprechende Ausnehmungen 80 der Turbinenradschale 32 eingreifendes
Reibelement 82. Das Reibelement 82 ist somit an der Turbinenradschale 32
drehfest gehalten, ist jedoch durch die Ausbildung der miteinander
eingreifenden Vorsprünge 78 und Ausnehmungen 80 bezüglich des Teils 38
der Turbinenradschale 30 in Richtung einer Drehachse A verlagerbar. Am
Reibelement 78 einerseits und an dem Teil 38 der Turbinenradschale 30
andererseits können jeweils Reibbeläge 84, 86, 88 vorgesehen sein. Dazu
ist das Teil 38 der Turbinenradschale 32 in seinem radial inneren Abschnitt
im wesentlichen eben ausgebildet.
Mit der Turbinenradnabe 42 ist ein allgemein mit 90 bezeichnetes Gegen
reibelement drehfest verbunden. Das Gegenreibelement 90 greift mit einer
Verzahnung 92 in eine an der Turbinenradnabe 42 vorgesehene Axialver
zahnung 94 ein, so daß das Gegenreibelement 90 in Richtung der Dreh
achse A bezüglich der Turbinenradnabe 42 verlagerbar ist und sich
zwischen die Reibelemente 86, 88 am Reibelement 82 beziehungsweise am
Teil 38 der Turbinenradschale 30 hinein erstreckt.
In der Turbinenradnabe 42 ist eine zylinderartige und sich ringartig um die
Drehachse A herum erstreckende Ausnehmung 98 vorgesehen, in welcher
ein Anpreßelement 96 der Kupplungsanordnung 40 aufgenommen ist. Radial
innen greift das Anpreßelement 96 in die Axialverzahnung 94 ein und ist
somit bezüglich der Turbinenradnabe 42 drehfest gehalten. An einer radial
äußeren und einer radial inneren Wandung der Ausnehmung 98 stützt sich
das Anpreßelement 96 über Dichtungsringe 100 oder dergleichen ab, so daß
die Ausnehmung 98 durch das Anpreßelement 96 im wesentlichen nach
innen hin dicht abgeschlossen ist und eine Fluiddruckkammer 99 gebildet
ist. Diese Fluiddruckkammer 99 steht in Verbindung mit einer durch die
Wandlerabtriebswelle 48 und die Turbinenradnabe 42 hindurch verlaufenden
Fluidleitung 102. Dazu ist im Übergang zwischen der Wandlerabtriebswelle
48 und der Turbinenradnabe 42 wiederum durch Dichtungsringe 104 oder
dergleichen ein fluiddichter Verbindungsübergang geschaffen. Durch Zufuhr
von unter Druck stehendem Fluid zur Fluiddruckkammer 99 kann das
Anpreßelement 96 in der Darstellung der Figur nach rechts gedrückt
werden, so daß es gegen den Reibbelag 84 am Reibelement 82 drückt. Es
wird dann über diese Druckwirkung das Gegenreibelement 90 zwischen den
Reibbelägen 86, 88 geklemmt. Eine axiale Abstützung ist hier einerseits
durch ein Axiallager 106 vorgesehen, über welches die Turbinenradnabe 42
sich axial am radial inneren Bereich des Deckels 14 abstützt, und ist
andererseits durch ein Axiallager 108 vorgesehen, über welches die
Turbinenradschale 32, d. h. das radial innere Teil 38 derselben, in Achs
richtung am Leitrad 72 abgestützt ist. Das Leitrad 72 stützt sich wiederum
über ein Axiallager 110 am Pumpenrad 18 ab. Man erkennt, daß am radial
inneren Abschnitt des Teils 38 der Turbinenradschale 30 ein axialer
Vorsprung oder mehrere axiale Vorsprünge vorgesehen sind, welche eine
radiale Zentrierung für das Lager 108 bilden.
Im folgenden wird die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Drehmoment
wandlers beschrieben.
In einem Zustand, in dem ein mit dem erfindungsgemäßen Drehmoment
wandler 10 ausgestattetes Fahrzeug steht, d. h. kein Drehmoment vom
Antriebsaggregat auf Antriebsräder übertragen werden soll, ist die
Kupplungsanordnung 40 in einem ausgerückten Zustand. Das heißt, es wird
kein unter Druck stehendes Arbeitsfluid über die Leitung 102 in die
Fluiddruckkammer 99 eingeleitet, so daß das Anpreßelement 96 das
Reibelement 82 nicht gegen das Gegenreibelement 90 preßt. In diesem
Zustand ist im wesentlichen keine Drehkopplung zwischen Turbinenrad
schale 30 und Turbinenradnabe 42 gebildet. Da das Wandlergehäuse 12 mit
dem Antriebsaggregat drehfest verbunden ist und sich auch im Standzu
stand des Fahrzeugs mit der Welle des Antriebsaggregats dreht, wird durch
die mit der Pumpenradnabe 24 verbundene Ölpumpe Öl in den Innenraum
28 des Wandlers 10 eingeleitet. Durch den sich dabei aufbauenden Öldruck
wird das Arbeitsfluid durch die Pumpenschaufeln 26 und über die Schaufeln
74 des Leitrads zu den Turbinenschaufeln 36 gefördert. Dies hat zur Folge,
daß auch das Turbinenrad 30 sich drehen wird. Da jedoch das Turbinenrad
30 keine weiteren Massen mitschleppen muß, wird sich in diesem Zustand
ein Drehzahlverhältnis zwischen Pumpenrad 18 und Turbinenrad 30 im
Bereich von 1 einstellen. Auch das Leitrad 72 wird sich in diesem Zustand
in der gleichen Richtung wie das Pumpenrad 18 und das Turbinenrad 30
drehen. Da alle drei Komponenten Pumpenrad 18, Leitrad 72 und Turbinen
rad 30 sich in der gleichen Drehrichtung drehen, wird es keine sogenannten
Pansch-Verluste zwischen Pumpenrad 18 und Leitrad 72 beziehungsweise
zwischen Leitrad 72 und Turbinenrad 30 geben. Soll nun das Fahren
begonnen werden, was beispielsweise durch Betätigung eines Gaspedals
erfaßt werden kann, so steuert eine in der Figur mit 112 bezeichnete
Steuer/Regel-Vorrichtung, wie durch einen Pfeil 114 gezeigt, eine Fluid
druckquelle an, oder schaltet ein Fluidventil frei, so daß über die Leitung
102 unter Druck stehendes Fluid in die Fluiddruckkammer 99 eingeleitet
wird. Dabei muß der in der Kammer 99 aufgebaute Druck größer sein als der
im Wandlerinneren 28 herrschende Druck, um das Anpreßelement 96 in der
Darstellung der Figur nach rechts zu pressen und somit die Kupplungsanord
nung 40 in einen eingerückten Zustand zu bringen. Da diese Druckdifferenz
erforderlich ist, ist auch eine separate Leitung 102 zur Fluidversorgung der
Fluidkammer 99 und gegebenenfalls eine separate Fluiddruckquelle
erforderlich.
Ist die Kupplungsanordnung 40 in ihrem eingerückten Zustand, so ist nun
die Drehmomentübertragung über den Drehmomentwandler 10 hinweg in
an sich bekannter Art und Weise, d. h. über das Turbinenrad 30 zur
Wandlerabtriebswelle 48 möglich. Durch die sich schließende Kupplungs
anordnung 40 und die dabei über die Pumpenschale 16 und den Deckel 14
sowie die Axiallager 106, 108 und 110 erzeugte Kraftrückkopplung wird
jegliches im Wandler vorhandenes Axialspiel beseitigt. Ferner wird durch das
Schließen der Kupplungsanordnung 40 dafür gesorgt, daß unabhängig vom
Betriebszustand, d. h. Zugbetrieb oder Schubbetrieb, zwischen dem
Pumpenrad 18 und dem Turbinenrad 30 immer der gleiche Axialabstand
vorhanden ist.
Wird erfaßt, daß das Fahrzeug wieder angehalten worden ist, so kann über
die Steuer/Regel-Vorrichtung die Fluidzufuhr zur Fluiddruckkammer 99
unterbrochen werden beziehungsweise die Leitung 102 zu einem Ablaß
geöffnet werden, so daß die das Anpreßelement 96 gegen das Reibelement
82 pressende Kraft beseitigt wird und die Kupplungsanordnung 40 in ihren
ausgerückten Zustand gebracht wird. Hier kann beispielsweise dafür Sorge
getragen werden, daß durch Gegen-Vorspannelemente das Anpreßelement
96 in der Figur zwangsweise nach links in die Ausnehmung 98 hinein
zurückgeführt wird.
Mit dem erfindungsgemäßen Drehmomentwandler läßt sich somit die
Erzeugung von Verlustleistungen im Stillstandzustand eines Fahrzeugs
vermeiden, da lediglich die Turbinenradschale 32 zur Drehung angetrieben
wird, weitere Massen jedoch nicht angetrieben werden müssen. Darüber
hinaus weist der erfindungsgemäße Drehmomentwandler 10 einen Vorteil
bei der Einstellung des Überbrückungszustands auf. Ein Überbrückungs
zustand ist ein Zustand, welcher beispielsweise beim Fahren mit konstanter,
relativ hoher Geschwindigkeit vorliegt, in welchem Zustand dann eine
direkte Drehmomentübertragungskopplung zwischen dem Wandlergehäuse
12 und der Turbinenradnabe 42 unter Umgehung des Arbeitsfluids als
Antriebsmittel geschaffen werden soll. Im allgemeinen wird dies durch
Einrücken der Überbrückungskupplung 52 vorgenommen, so daß dann eine
drehfeste Verbindung zwischen dem Drehmomentwandlergehäuse 12 und
dem Turbinenrad 30 geschaffen ist. In einigen Fahrzuständen kann es dabei
wünschenswert sein, auch im Überbrückungszustand einen bestimmten
Schlupf im Drehmomentwandler 10 zuzulassen, d. h. einen bestimmten
Unterschied der Drehzahl an der Eingangsseite, beispielsweise der Drehzahl
des Wandlergehäuses 12, und der Drehzahl an der Ausgangsseite,
beispielsweise der Drehzahl der Wandlerabtriebswelle 48, zuzulassen. Bei
herkömmlichen Drehmomentwandlern wird dies dadurch vorgenommen, daß
die Eingriffskraft der Überbrückungskupplung so gesteuert wird, daß der
erfaßte Ist-Schlupf dem zulässigen oder gewünschten Soll-Schlupf
entspricht. Da es dabei jedoch auch eine Drehzahldifferenz zwischen dem
Pumpenrad 18 und dem Turbinenrad 30 gibt, kann es wiederum zu
sogenannten Pansch-Verlusten im hydraulischen Kreislauf kommen.
Der erfindungsgemäße Drehmomentwandler kann jedoch so betrieben
werden, daß auch im Überbrückungszustand und bei gewünschtem Schlupf
zwischen Wandlereingangsseite und Wandlerausgangsseite das Auftreten
derartiger Pansch-Verluste vermieden werden kann. Die Vorgehensweise ist
dabei wie folgt: Es sei zunächst angenommen, daß gemäß Vorgabe
bestimmter Parameter, wie z. B. der Fahrzeuggeschwindigkeit oder
dergleichen, durch die Steuer/Regel-Vorrichtung 112 erfaßt wird, daß ein
Überbrückungszustand vorliegt, d. h. eine direkte Drehmomentübertragungs
verbindung zwischen Wandlergehäuse 12 und Wandlerabtriebswelle 48
unter Umgehung des Arbeitsfluids als Antriebsmittel geschaffen werden
soll. Es wird dann die Drehzahl an der Wandlereingangsseite ermittelt,
beziehungsweise erfaßt, wie durch einen Pfeil 116 angedeutet. In ent
sprechender Weise wird eine Drehzahl an der Wandlerabtriebsseite erfaßt
oder ermittelt, wie durch einen Pfeil 118 angedeutet. In der Steuer/Regel-
Vorrichtung 112 werden die beiden Drehzahlen miteinander verglichen und
somit ein Ist-Schlupfwert bestimmt. Der Ist-Schlupfwert kann beispielsweise
durch Bilden des Verhältnisses von Ausgangsdrehzahl zu Eingangsdrehzahl
oder durch Bilden der Differenz zwischen Eingangsdrehzahl und Ausgangs
drehzahl ermittelt werden. Wesentlich dabei ist jedoch, daß eine Größe
erhalten wird, die im direkten Zusammenhang zu dem Drehzahlunterschied
zwischen Eingangsseite und Ausgangsseite steht. Ferner wird beruhend auf
dem ebenfalls durch die Steuer/Regel-Vorrichtung bestimmten Über
brückungszustand ein Soll-Schlupfwert festgelegt. Die Steuer/Regel-
Vorrichtung 112 vergleicht dann den Soll-Schlupfwert mit dem Ist-
Schlupfwert. Entsprechend dem Vergleichsergebnis werden die beiden
Kupplungsanordnungen 40 und 52 derart angesteuert, daß der Ist-Schlupf
wert an den Soll-Schlupfwert angenähert wird, beziehungsweise in einem
bestimmten zulässigen Abweichungsbereich um den Soll-Schupfwert herum
gehalten wird. Dazu bringt die Steuer/Regel-Vorrichtung 112 die Über
brückungskupplung 52 in ihren vollständig eingerückten Zustand, d. h.
einen Zustand, in dem zwischen dem Deckel 14 des Wandlergehäuses 12
und dem Kolben 50 der Überbrückungskupplung 52 keine Drehzahldifferenz
vorhanden ist. Die Kupplungsanordnung 40 wird dahingegen durch die
Steuer/Regel-Vorrichtung 112 durch entsprechende Ansteuerung einer mit
der Leitung 102 in Verbindung stehenden Fluiddruckquelle oder eines in
dieser Leitung angeordneten Ventils derart mit Druckfluid versorgt, daß die
gewünschte Annäherung des Ist-Schlupfwerts an den Soll-Schlupfwert
erhalten wird. Das heißt, es wird die Eingriffskraft der Kupplungsanordnung
40 derart geregelt, daß der in der Kupplungsanordnung 40 auftretende
Schlupf, d. h. der Drehzahlunterschied zwischen der Turbinenradschale 32
und der Turbinenradnabe 42 gleich dem dem Soll-Schlupfwert entsprechen
den Schlupfwert ist. Das heißt, der gesamte dann im Drehmomentwandler
10 auftretende und gewünschte Schlupf wird im Bereich der Kupplungs
anordnung 40 erzeugt. Dies wiederum hat zur Folge, daß die Turbinenrad
schale 32 mit den daran getragenen Turbinenschaufeln 36 sich mit der
gleichen Drehzahl drehen kann, wie das Pumpenrad 18. Infolge dessen kann
das Auftreten von Pansch-Verlusten vermieden werden.
Wird erfaßt, daß der Überbrückungszustand aufgehoben werden soll, so
wird der Eingriffszustand der Überbrückungskupplung 52 vollständig
aufgehoben, d. h. diese Kupplung wird ausgerückt, und die Kupplungs
anordnung 40 wird durch die Steuer/Regel-Vorrichtung 112 in ihren
vollständig eingerückten Zustand gebracht, um den Drehmomentwandler 10
in herkömmlicher Weise betreiben zu können.
Es wird darauf hingewiesen, daß auch im ausgerückten Zustand der
Überbrückungskupplung 52 im Bereich der Kupplungsanordnung 40 ein
bestimmter Schlupf eingestellt werden kann.
Bei dieser Ausgestaltungsform beziehungsweise bei diesem Verfahren zum
Betreiben eines Drehmomentwandlers wird also die Überbrückungskupplung
52 lediglich als Trennkupplung betrieben, d. h. als eine Kupplung, die nur
zwischen ihrem eingerückten und ihrem ausgerückten Zustand hin- und
hergeschaltet wird. Der gewüschte Schlupf wird dann durch entsprechendes
Betreiben der die Turbinenradschale 32 mit der Turbinenradnabe 42
verbindenden Kupplungsanordnung 40 eingestellt.
Da die Kupplungsanordnung 40 sowohl im normalen Betrieb als auch im
Überbrückungszustand nicht gleichzeitig die Funktion einer Dichtung erfüllen
muß, wie dies im Bereich der Überbrückungskupplung 52 der Fall ist,
können die Reibbeläge beziehungsweise Reibflächen der Kupplungsanord
nung 40 beispielsweise durch Vorsehen von Nuten im Reibbelag oder
dergleichen an die auftretenen Drehmomentübertagungsanforderungen in
optimaler Weise angepaßt werden. Die bei der Überbrückungskupplung 52
oder/und der Kupplungsanordnung 40 eingesetzten Reibbeläge können
beispielsweise aus Papiermaterial, kohlenstoffhaltigem Material, Sintermate
rial oder dergleichen gebildet sein. Wie bereits angesprochen, können in
diesen Belägen Strukturierungen in Form von Nuten, Bohrungen oder
dergleichen in beliebiger Form vorgesehen werden.
Die dargestellte Ausgestaltungsart der Kupplungsanordnung 40 ist nur
beispielhaft. So ist es auch möglich, mit der Turbinenradnabe 42 mehrere
Gegenreibelemente 90 drehfest zu koppeln und in dementsprechender
Weise mehrere mit der Turbinenradschale 32 gekoppelte Reibelemente
vorzusehen, so daß ein sandwichartiger Aufbau entsteht. In gleicher Weise
ist es möglich, beispielsweise die Reibbeläge 86 und 88 nicht am Reib
element 82 beziehungsweise am Teil 38 der Turbinenradschale 32
vorzusehen, sondern zumindest einen dieser Reibbeläge am Gegenreib
element 90 vorzusehen. Auch kann der Reibbelag 84 des Reibelements 82
am Anpreßelement 96 vorgesehen werden. Das Anpreßelement 96 kann als
Ringkolbenelement ausgebildet sein, wobei dann auch die Ausnehmung 98
als Ringausnehmung auszubilden ist. Auch ist jedoch das Vorsehen
einzelner Anpreßelementabschnitte möglich, d. h. einzelner in Umfangs
richtung aufeinanderfolgender Kolbenelemente, die in separaten Aus
nehmungen aufgenommen sind und die jeweils separat durch Fluidleitungen
angesteuert werden.
Die Fig. 2 zeigt eine alternative Ausgestaltung. Bauteile, welche den vor
angehend mit Bezug auf die Fig. 1 beschriebenen Bauteilen entsprechen,
sind mit dem gleichen Bezugszeichen unter Hinzufügung des Anhangs "a"
beschrieben. Im Nachfolgenden wird lediglich auf die konstruktiven
Unterschiede zur Ausgestaltung gemäß Fig. 1 eingegangen.
Der Drehmomentwandler 10a, welcher in Fig. 2 gezeigt ist, weist
wiederum zwischen der Turbinenradschale 32a und der Turbinenradnabe
42a eine Kupplungsanordnung 40a auf, durch welche wahlweise eine mehr
oder weniger drehfeste Verbindung zwischen Turbinenradschale 32a und
Turbinenradnabe 42a geschaffen werden kann. Dies hat die vorangehend
angesprochenen Vorteile des Vermeidens von Verlustleistungen im Leerlauf
bei Stillstand eines Fahrzeugs und der Möglichkeit, daß eine den Drehmom
entwandlerantreibende Maschine, beispielsweise Brennkraftmaschine, nach
dem Kaltstart zunächst auf Betriebstemperatur gebracht werden kann und
erst dann, wenn eine minimale Betriebstemperatur erreicht ist, die Kupp
lungsanordnung 40a zur Drehmomentübertragung eingerückt werden kann.
Bei der Ausgestaltungsform gemäß Fig. 2 ist wiederum eine zweite
Kupplungsanordnung, d. h. eine Überbrückungskupplung, 52a vorgesehen,
durch welche der Drehmomentwandler im Überbrückungszustand über
brückt werden kann. D. h. bei eingerückter Überbrückungskupplung 52a ist
eine drehfeste Verbindung zwischen dem Gehäuse 12a und der Turbinenrad
nabe 42a geschaffen. Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausgestaltungsform
sind jedoch die beiden Kupplungsanordnung 40a und 52a hinsichtlich der
Turbinenradnabe 42a parallel geschaltet. Es wird somit das Drehmoment
entweder - bei Drehmomentwandlung - über die Kupplungsanordnung 40a
übertragen, oder wird im überbrückten Zustand durch die Kupplung 52a
übertragen. Um im Überbrückungszustand einen bestimmten Schlupf
zuzulassen, muß dann die Kupplungsanordnung 52a entsprechend
angesteuert werden.
Obgleich in Fig. 2 nicht dargestellt, ist es möglich, sowohl im Kraftfluß
zwischen Turbinenradschale 32a und Turbinenradnabe 42a als auch im
Kraftfluß zwischen Überbrückungskupplung 52a und Turbinenradnabe 42a
jeweils einen Torsionsschwingungsdämpfer anzuordnen, so daß sowohl im
Drehmomentwandlungszustand als auch im Überbrückungszustand im
Antriebsstrang auftretende Torsionsschwingungen gedämpft werden
können.
Claims (9)
1. Drehmomentwandler, umfassend:
- 1. ein an ein Antriebsaggregat ankoppelbares oder angekoppeltes Wandlergehäuse (12; 12a),
- 2. ein im Wandlergehäuse (12; 12a) angeordnetes und bezüglich diesem um eine Drehachse (A) drehbares Turbinenrad (30; 30a) mit einer Turbinenradschale (32; 32a) und einer Turbinen radnabe (42; 42a), welche mit einer Wandlerabtriebswelle (48) koppelbar oder gekoppelt ist,
- 3. eine wahlweise die Turbinenradnabe (42; 42a) mit der Turbinenradschale (32; 32a) zur Drehung verbindende erste Kupplungsanordnung (40; 40a), wobei
- 1. an einer Komponente von Turbinenradschale (32) und Turbi nenradnabe (42) wenigstens ein Reibelement (82, 38),
- 2. an der anderen Komponente von Turbinenradschale (32) und Turbinenradnabe (42) wenigstens ein Gegenreibelement (90),
- 3. wenigstens ein Anpreßelement (96), durch welches das wenigstens eine Reibelement (82, 38) und das wenigstens eine Gegenreibelement (90) zur Herstellung der Drehver bindung zwischen Turbinenradnabe (42) und Turbinenrad schale (32) gegeneinander preßbar sind,
2. Drehmomentwandler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das wenigstens eine Anpreßelement den Aufnahmeraum (98) im
wesentlichen fluiddicht abschließt, wobei in dem Aufnahmeraum (98)
eine Fluidkammer (99) gebildet ist, welche zur Bewegung des
wenigstens einen Anpreßelements mit einer Fluiddruckquelle in
Fluidverbindung bringbar ist.
3. Drehmomentwandler nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß an der einen Komponente (32) zwei in Achsrichtung
bezüglich einander verlagerbare Reibelemente (82, 38) vorgesehen
sind, welche mit der einen Komponente (32) im wesentlichen
drehfest verbunden sind, und daß an der anderen Komponente (42)
ein zwischen die beiden Reibelemente (82, 38) ragendes und mit der
anderen Komponente (42) im wesentlichen drehfest verbundenes
Gegenreibelement (90) vorgesehen ist.
4. Drehmomentwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die eine Komponente (32) die Turbinenradschale
(32) ist und daß die andere Komponente (42) die Turbinenradnabe
(42) ist.
5. Drehmomentwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Reibelemente (82, 38) und Gegenreib
elemente (90) unter Zwischenlagerung von Reibbelägen (86, 88)
gegeneinander preßbar sind.
6. Drehmomentwandler nach einem der Ansprüche 1 bis 5, ferner
umfassend eine zweite Kupplungsanordnung (52; 52a), durch welche
das Turbinenrad (30; 30a) wahlweise zur Drehung mit dem Wand
lergehäuse (12; 12a) verbindbar ist.
7. Drehmomentwandler nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
durch die zweite Kupplungsanordnung (52) die Turbinenradschale
(32) gegebenenfalls über einen Torsionsschwingungsdämpfer (60)
mit dem Wandlergehäuse (12) zur Drehung verbindbar ist.
8. Drehmomentwandler nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
durch die zweite Kupplungsanordnung (52a) die Turbinenradnabe
(42a) gegebenenfalls über einen Torsionsschwingungsdämpfer mit
dem Wandlergehäuse (12a) zur Drehung verbindbar ist.
9. Drehmomentwandler nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Eingriffskraft der ersten
Kupplungsanordnung (40) und die Eingriffskraft der zweiten Kupp
lungsanordnung (52) voneinander unabhängig einstellbar sind.
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