DE19811722C1 - Vorrichtung zum Vakuumfrischen von Metall-, insbesondere Stahlschmelzen - Google Patents
Vorrichtung zum Vakuumfrischen von Metall-, insbesondere StahlschmelzenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vakuumfrischen von Metall-,
insbesondere Stahlschmelzen durch Aufblasen von Sauerstoff auf die Ober
fläche einer in einem Vakuumgefäß befindlichen Schmelze bzw. Teil
schmelze.
Unter den sekundärmetallurgischen Verfahren zum Behandeln von Stahl hat
die Vakuumbehandlung im Verlaufe der letzten Jahrzehnte eine heraus
ragende Stellung eingenommen; sie dient dazu, die Restgehalte an uner
wünschten Begleitelementen weitestgehend zu verringern, einen möglichst
hohen Reinheitsgrad zu erreichen sowie die Zusammensetzung des Stahls
möglichst genau einzustellen und die Homogenität des erstarrten Stahls zu
verbessern.
Für eine derartige Vakuumbehandlung stehen verschiedene Verfahren und
Vorrichtungen zur Verfügung, insbesondere die in Coupette "Die Vakuumbe
handlung des flüssigen Stahls", 1967, Seiten 13 bis 39 beschriebene
Standentgasung, bei der eine die zu entgasende Schmelze enthaltende
Pfanne mit einem vakuumdichten Deckel versehen ist oder sich in einem mit
einem Deckel versehenen Vakuumbehälter befindet. Des weiteren ist die
sogenannte Umlauf-Entgasung (häufig als RH-Verfahren bezeichnet)
bekannt (a.a.O., Seiten 47 bis 56), bei der ein Vakuumgefäß mit seinen bei
den am Boden angeordneten Rüsseln in die zu entgasende Schmelze
eintaucht und die Schmelze beispielsweise mit Hilfe eines Liftgases in einem
der Rüssel aufwärts gefördert wird, um das Gefäß nach der Entgasung über
den anderen Rüssel wieder zu verlassen. Die beiden Rüssel brauchen nicht
nebeneinander, sondern können auch konzentrisch zueinander angeordnet
sein. Schließlich gehört zu den Standard-Verfahren der Vakuumentgasung
auch das sogenannte Vakuumheber-Verfahren (DH-Verfahren), bei dem ein
heb- und senkbares Vakuumgefäß mit einem am Boden angeordneten
Rüssel in die zu entgasende Schmelze eintaucht und diese beim peri
odischen Absenken und Heben portionsweise aufnimmt (a.a.O. Seiten 40 bis
47).
Die bekannten Standard-Verfahren haben eine Reihe von Abwandlungen
erfahren, deren wichtigste das Einblasen eines Spülgases von unten, das
Einblasen von Feststoffen sowie insbesondere das Frischen der Schmelze
unter Vakuum sowie das Zuführen von Wärme beispielsweise mit Hilfe eines
Brenners sind.
Beim Vakuumfrischen wird üblicherweise gasförmiger Sauerstoff mit Hilfe
einer wassergekühlten Lanze auf die im Vakuumgefäß befindliche Schmelze
bzw. Teilschmelze beim RH- und DH-Verfahren geblasen. Dies erfordert
angesichts der hohen Temperatur im Vakuumgefäß einerseits eine wasser
gekühlte Lanze und im Hinblick auf das Sauerstoffeinbringen in die
Schmelze einen verhältnismäßig geringen Lanzenabstand von der
Schmelze. Der geringe Lanzenabstand ist mit der Gefahr verbunden, daß
der aus Kupfer bestehende Lanzenkopf durch Stahl- und Schlackenspritzer
gefährdet wird, die an der Lanzenspitze anfrieren und zu einer Beschädi
gung des Lanzenkopfes bzw. der Sauerstoffdüsen führen können.
Bekannt sind aus der deutschen Patentschrift 36 19 092 auch Lanzen, mit
deren Hilfe sich nicht nur Sauerstoff, sondern auch ein Heizgas auf die
Schmelze blasen läßt, um die mit der Vakuumbehandlung notwendi
gerweise verbundenen Temperaturverluste auszugleichen
oder das Vakuumgefäß bzw. das die Schmelze aufnehmende
Gefäß zwischen zwei Vakuum-Behandlungen zu beheizen.
Die Praxis hat bislang keine optimale Lösung für die
beiden widerstreitenden Forderungen gefunden, den Lan
zenabstand aus metallurgischen und reaktionskinetischen
Gründen möglichst gering, aus Sicherheitsgründen jedoch
nicht zu gering zu wählen.
Der verhältnismäßig geringe Lanzenabstand von etwa min
destens 2,5 m, beispielsweise 3 bis 4 m bei modernen
Umlauf-Entgasungsgefäßen bedingt eine entsprechend große
Eintauchtiefe der Lanze im Vakuumgefäß bzw. eine große
Lanzenlänge. Damit ist nicht nur ein erheblicher Aufwand
für die Herstellung, Wartung und den Betrieb der Lanze
verbunden, sondern über dem Vakuumgefäß ist auch ein
entsprechender Freiraum erforderlich, um die Lanze
achsparallel aus dem Vakuumgefäß herausfahren und zur
Seite schaffen zu können. Hinzu kommt der nicht unerheb
liche Wärmeverlust infolge der im wesentlichen von der
Lanzenlänge bestimmten gekühlten Oberfläche der Lanze.
Diesen Nachteil zu beseitigen, ist Aufgabe der Erfindung, die
durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst wird. Sie erreicht dieses Ziel dadurch, daß
die mit mindestens einer Düse ausgestattete Lanzenspitze
im größstmöglichen Abstand von der Badoberfläche ange
ordnet ist. Aufgrund der günstigen Strömungsverhältnisse
bzw. Geschwindigkeiten im Vakuum ist es möglich, den
Lanzenabstand im Vergleich zum herkömmlichen Vakuumfri
schen deutlich zu erhöhen. Demgemäß ragt die Lanze nur
so weit in das Vakuumgefäß hinein, wie das erforderlich
ist, um ein Mitreißen von Sauerstoff durch das das Vaku
umgefäß verlassende Reaktionsgas zu vermeiden. Vor
zugsweise ist die Lanzenspitze etwa 0 bis 2,5 m vor der
Lanzendurchführung im Innern des Vakuumgefäßes angeord
net. Beim Umlaufverfahren kann der Lanzenabstand von der
Badoberfläche beispielsweise 6 bis 8,5 m betragen; er
liegt vorzugsweise bei 7 bis 8 m.
Im Falle einer Standentgasungsanlage kann die Lanzen
spitze auch oberhalb der die zu entgasende Schmelze ent
haltenden Pfanne oder des Vakuumgefäßes angeordnet sein,
beispielsweise unmittelbar unterhalb des Deckels.
Der große Lanzenabstand bzw. die geringe Eintauchtiefe
im Vakuumgefäß führen zu einer wesentlichen Verringerung
der Herstellungs-, Betriebs- und Wartungskosten bei
geringem Platzbedarf oberhalb des Vakuumgefäßes und ent
sprechend geringeren Investitionskosten. Zum anderen
befindet sich die Lanzenspitze in sicherem Abstand von
der Badoberfläche und damit außerhalb des Einflußbe
reiches von einer Schaumschlacke oder von Schlacken- und
Metallspritzern. Schließlich führt die dem Lanzenabstand
entsprechende große Laufstrecke des Sauerstoffstrahls im
Vakuumgefäß zu einer intensiven Nachverbrennung des die
Schmelze verlassenden Kohlenmonoxids zu Kohlendioxid
sowie zu einer entsprechend verbesserten Wärmeübertra
gung an die Schmelze. Des weiteren ist es möglich, die
Schmelze beispielsweise im Wege einer Aluminiumoxidation
chemisch aufzuheizen oder Bären und Ansätze am feuerfe
sten Futter des Behandlungsgefäßes abzuschmelzen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeich
nung dargestellten Ausführungsbeispielen des näheren
erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Vorrichtung zum Umlaufentgasen mit einem
Austauschbrenner,
Fig. 2 eine ähnliche Vorrichtung, bei der jedoch ein
stationärer Brenner in der Seitenwand des Ent
gasungsgefäßes angeordnet ist, und
Fig. 3 eine Vorrichtung zum Pfannen-Standentgasen.
Die zu behandelnde Schmelze 1 befindet sich in einer
offenen Pfanne 2, oberhalb derer ein Vakuumgefäß 3 zum
Umlaufentgasen angeordnet ist. Das Vakuumgefäß 3 ist mit
zwei Rüsseln bzw. Tauchrohren 4 ausgestattet, mit denen
es in die Schmelze 1 eintaucht. Im oberen Teil geht das
Vakuumgefäß 3 über in eine zu einer Vakuumpumpe führende
Haube 5. Diese Haube ist mit einer vakuumdichten Durch
führung 6 für eine kurze Sauerstofflanze 7 versehen,
deren Gasstrahl 8 auf die im Vakuumgefäß befindliche
Teilmenge der Pfannenschmelze 1 gerichtet ist. Neben der
Sauerstofflanze 7 ist außerhalb des Vakuumgefäßes 3 ein
Gasbrenner 9 angeordnet, der sich durch einfaches Ver
schwenken um eine Achse 10 mit der Lanze 7 kuppeln läßt.
Die Sauerstofflanze kann auch als Kombilanze zusätzlich
mit einer Brennerfunktion ausgestattet sein.
Unter dem Einfluß des in dem Vakuumgefäß 3 herrschenden
Unterdrucks gelangt eine Teilmenge der Schmelze 1 aus
der Pfanne in den unteren Teil des Vakuumgefäßes. Dort
wird dadurch eine Umlaufbewegung erzeugt, daß in den
einen Rüssel über einen Anschluß 11 ein inertes Liftgas
eingeblasen wird.
Die in Fig. 2 dargestellte Vorrichtung unterscheidet
sich nur dadurch von der Vorrichtung gemäß Fig. 1, daß
der Brenner 9 nicht im Kopf des Vakuumgefäßes 3, sondern
stationär in einem Seitenwandstutzen 12 angeordnet ist.
Bei der Standentgasungsanlage gemäß Fig. 3 befindet sich
die Schmelze 1 in einer Pfanne 2, deren Boden mit einem
Düsenstein 13 zum Einblasen eines Rühr- bzw. Spülgases
ausgestattet ist. Des weiteren ist die Pfanne 2 durch
einen Deckel 14 mit einer zentralen Öffnung teilweise
verschlossen; sie kann mit einem ringförmigen Aufsatz
zur Freiborderhöhung versehen sein. Die Pfanne 2 befin
det sich in einem mit einer Haube 15 vakuumdicht ver
schlossenen Vakuumgefäß 16, von dem ein Stutzen 17 zum
Anschließen einer zu einer Vakuumpumpe führenden Leitung
abgeht. Die Haube 15 besitzt ebenfalls einen Stutzen 18,
durch den vakuumdicht eine kurze Sauerstofflanze 19
geführt ist. Vor dem Stutzen befindet sich im Innern des
Vakuumgefäßes 15, 16 ein Schutzschild 20, während die
Stutzenöffnung in der Haube 15 von einem Schutzschild 21
umgeben ist. Ohne die Haube 15 läßt sich die Schmelze
auch bei Atmosphärendruck frischen.
Allen drei Ausführungsbeispielen ist das eine gemeinsam,
daß die Sauerstofflanzen sehr kurz sind und nur um ein
Mindestmaß in das jeweilige Vakuumgefäß hineinragen; sie
befindet sich in einem verhältnismäßig großen und daher
sicheren Abstand von der Badoberfläche und ergibt einen
Sauerstoffstrahl, dessen großen Länge zu einer intensi
ven Nachverbrennung des Kohlenmonoxids in dem oberhalb
der Schmelze befindlichen Reaktionsraum führt.
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Vakuumfrischen von Metall-, insbe
sondere Stahlschmelzen durch Aufblasen von Sauer
stoff auf die Badoberfläche mit einer Lanze, bei der
- 1. die Lanze von oben in ein Vakuumgefäß (3; 16) ragt und
- 2. der Abstand zwischen der Lanzenspitze und der Badoberfläche mindestens 6 m beträgt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
ein Standentgasungsgefäß (15, 16), eine die zu entga
sende Schmelze (1) aufnehmende Pfanne (2) und eine
mit ihrer Spitze oberhalb der Pfanne angeordnete
Lanze (19).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Lanzenspitze unmittelbar vor der
Lanzendurchführung (18) des Vakuumgefäßes (15, 16)
angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß sich die Lanzenspitze
etwa in der Höhe der Haube (5) eines Umlauf-Entga
sungsgefäßes (3) befindet.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Lanzenabstand von
dem Boden eines Umlauf-Entgasungsgefäßes (3) etwa 6
bis 8 m beträgt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch eine mit einer Brennerfunktion
ausgestattete Sauerstofflanze.
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |