DE19809229A1 - Verfahren zum Befestigen eines Anbauteiles - Google Patents
Verfahren zum Befestigen eines AnbauteilesInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befestigen eines An
bauteiles, vorzugsweise eines Airbaggehäuses, an einer Fahrzeugstruktur.
Bei derartigen Verfahren wird ein Anbauteil, beispielsweise ein Airbagge
häuse, an einer Fahrzeugstruktur, beispielsweise einem Karosserieteil,
während der Montage des Fahrzeuges befestigt. Hierbei werden überwie
gend zusätzliche Anbauteile verwendet, die eine einfache und schnelle
Montage erschweren. Darüber hinaus fallen bei den bekannten Montage
verfahren Späne an oder es müssen Schmiermittel eingesetzt werden, was
in beiden Fällen zu einer ungewünschten Verschmutzung führt.
Es ist das der Erfindung zugrundeliegende Problem (Aufgabe), ein Verfah
ren zu schaffen, mit dem aus produktionstechnischer Hinsicht eine ko
stengünstige Anbindung eines Anbauteiles an einer Fahrzeugstruktur er
reicht werden kann.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruchs 1
und insbesondere dadurch, daß in einem Körper der Fahrzeugstruktur
zunächst mit Hilfe des Fließbohrverfahrens zumindest eine Bohrung ein
gebracht wird, die einen die Bohrung umgebenden Kragen aufweist. An
schließend oder gleichzeitig wird eine weitere Bohrung in die Fahr
zeugstruktur eingebracht, so daß bei der Montage des Anbauteiles ein
Zapfen desselben in die erste Bohrung eingehängt werden kann, worauf
hin das Anbauteil in der weiteren Bohrung verschraubt werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren weist eine Vielzahl von Vorteilen auf. So
werden für die Durchführung des Verfahrens keine zusätzlichen Bauteile
oder Zwischenträger benötigt, da das Anbauteil unmittelbar an der Fahr
zeugstruktur befestigt wird. Bei der Montage ist durch das Einstecken des
Zapfens des Anbauteiles und das anschließende Verschrauben eine Ein
handbedienung bei der Montage möglich und es werden lediglich zwei Be
festigungsoperationen, namlich das Einstecken sowie das Festschrauben
erforderlich. Durch das Wegfallen von Zwischenträgern oder dergleichen
werden geringe Kosten, ein geringes Gewicht sowie geringere Prozeßkosten
erzielt. Durch die Verwendung des an sich bekannten Fließbohrverfahrens
können mit den erforderlichen Werkzeugen hohe Standzeiten erzielt wer
den, es fallen keine Späne an und es werden keine oder nur geringe Men
gen an Schmiermitteln eingesetzt. Sowohl für den Service wie auch für das
Recycling kann das Anbauteil auch auf einfache Weise wieder von der
Fahrzeugstruktur demontiert werden. Beim Fertigungsprozeß muß kein
Kühlmittel beim Erstellen der Bohrungen eingebracht werden, die Geo
metrien der Bohrung sind je nach Anwendungsfall anpaßbar und eine ho
he Maßgenauigkeit der Anschraubpunkte ist sichergestellt, da kein
Schweißverzug auftreten kann, kein zusätzliches Bauteil benötigt wird
und nicht in einer getrennten Vorrichtung gelocht werden muß.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in der Beschreibung,
den Zeichnungen sowie den Unteransprüchen beschrieben.
Nach einer ersten vorteilhaften Ausführungsform wird die Bohrung in ei
nen Hohlkörper der Fahrzeugstruktur eingebracht, wobei sich der Kragen
in das Innere des Hohlkörpers erstreckt. Diese Verfahrensvariante be
rücksichtigt, daß sich das erfindungsgemäße Verfahren besonders beim
Einbringen von Bohrungen in Hohlkörpern eignet, da dieses ohne den
Einsatz von Gegenhaltern auskommt.
Zum Verschrauben des Anbauteiles in der weiteren Bohrung können vor
zugsweise selbstfurchende Schrauben verwendet werden. Alternativ kann
in der Bohrung ein Gewinde geschnitten werden. In jedem Fall ist es vor
teilhaft, auch die zweite Bohrung mit Hilfe des Fließbohrverfahrens aus
zubilden.
Bevorzugt wird zumindest eine Bohrung in der Fahrzeugstruktur im we
sentlich vertikal nach unten eingebracht. Hierdurch ist das Anbauteil
nach Einsetzen des Zapfens in diese Bohrung durch sein Gewicht gehal
ten, so daß das Anbauteil zum Festschrauben nicht gesondert fixiert wer
den muß. Eine konische Ausbildung der Bohrung und/oder des Zapfens
erhöht zusätzlich die Befestigungsstabilität dieser Verbindung.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann bei dem Anbau
teil ein als Spreizniet ausgebildeter Zapfen verwendet werden. Bei dieser
Ausführungsform ist zusätzlich eine Sicherung gegen eine Verschiebung
vorhanden und eine eventuelle Geräuschbildung durch ein Spiel in der
Befestigung wird wirksam verhindert. In den Spreizniet kann ein Spreiz
stift mit einem verbreiterten Ende eingesetzt werden, wodurch dieser zum
Entfernen des Anbauteiles auf leichte Weise wieder gelöst werden kann,
da dessen Eintauchtiefe begrenzt ist. Insbesondere bei konischer Ausbil
dung des Spreizniets und der Bohrung wird bei einer Aufspreizung des
Zapfens im Einbauzustand eine Verschiebung entlang der Zapfenachse
unterbunden und in Kombination mit dem konischen Sitz ist ein fester
Sitz des Anbauteils an der Fahrzeugstruktur gewährleistet. Bei diesen
Ausführungsformen kann eine einfache, schnelle und sichere Befestigung
des Anbauteiles an der Fahrzeugstruktur erfolgen, wobei gleichzeitig
schlagende Geräusche in der Zapfenführung während des Betriebes ver
hindert sind. Durch Abziehen des Spreizstiftes ohne Bauteilbruch läßt
sich das Anbauteil auf einfache Weise wieder von der Fahrzeugstruktur
demontieren.
Ein Anbauteil zur Verwendung in dem erfindungsgemäßen Verfahren
weist zumindest einen Zapfen und eine Befestigungsbohrung auf. Hier
durch ergibt sich der Vorteil, daß das Anbauteil lediglich mit dem Zapfen
in die erste Bohrung eingesetzt werden muß und anschließend durch die
an dem Befestigungsteil vorgesehene Befestigungsbohrung in der zweiten,
an der Fahrzeugstruktur angebrachten Bohrung verschraubt werden
kann. Zusätzliche Zwischenteile oder Adapter sind hierbei nicht erforder
lich.
Bevorzugt sind der Zapfen und die Befestigungsbohrung an dem Anbauteil
im wesentlichen rechtwinklig oder stumpfwinklig zueinander orientiert, da
hierdurch die Montage erleichtert ist und gleichzeitig eine stabile Befesti
gung gewährleistet kann.
Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung rein beispielhaft anhand vor
teilhafter Ausführungsformen und unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht auf ein an einer
Fahrzeugstruktur befestigtes Anbauteil; und
Fig. 2 eine Fig. 1 entsprechende Ansicht mit einer alternativen Aus
führungsform eines Anbauteiles.
In Zusammenhang mit den dargestellten Ausführungsbeispielen wird das
erfindungsgemäße Verfahren anhand eines Airbaggehäuses beschrieben,
das an einer Fahrzeugstruktur befestigt ist. Es versteht sich jedoch, daß
das erfindungsgemäße Verfahren auch auf die Befestigung anderer An
bauteile an einer Fahrzeugstruktur anwendbar ist.
Fig. 1 zeigt die Befestigung eines Airbaggehäuses 10 an einer Fahrzeug
struktur 12 in Form eines hohlen Holmes 14 mit rundem Querschnitt. An
der rechten Unterseite des Holmes 14 ist eine im Querschnitt grundsätz
lich L-förmige Trägerstruktur 16 befestigt, die eine etwa vertikal verlau
fende Befestigungsfläche 18 aufweist.
In die Oberseite des Holmes 14 sind zwei vertikal verlaufende Bohrungen
20 (in Fig. 1 ist nur eine Bohrung erkennbar) eingebracht, die mit Hilfe
des Fließbohrverfahrens erstellt sind. Die Bohrungen 20 weisen einen die
jeweilige Bohrung umgebenden Kragen 22 auf, der sich in das Innere des
Holmes 14 erstreckt. Wie zu erkennen ist, verläuft die Innenwand der
Bohrung 20 und somit auch der Kragen 22 konisch zur Mittelachse der
Bohrung. Die Wand des Kragens 22 weist einen sich zum Ende der Boh
rung 20 hin verjüngenden Querschnitt auf.
In die Befestigungsfläche 18 der Trägerstruktur 16 sind ebenfalls mit Hilfe
des Fließbohrverfahrens zwei Bohrungen 24 eingebracht, die einen sich in
das Innere der Trägerstruktur 16 erstreckenden Kragen 26 aufweisen. Die
Bohrungen 24 (auch hier ist in Fig. 1 nur eine Bohrung erkennbar) sind
zylindrisch ausgebildet, wobei die Achse der Bohrung 24 unter einem
Winkel von etwa 100° zur Achse der Bohrung 20 verläuft.
An das Airbaggehäuse 10 ist ferner ein Halteträger 28 angeformt, an des
sen Ende zwei konische Zapfen 30 angeformt sind (nur ein Zapfen ist in
Fig. 1 dargestellt), deren Form an die der Bohrungen 20 angepaßt ist.
An seiner Unterseite weist das Airbaggehäuse 10 ferner einen angeformten
Träger 32 auf, dessen Anlagefläche parallel zur Befestigungsfläche 18 der
Trägerstruktur 16 ausgebildet ist. In dem Träger 32 sind ferner zwei Befe
stigungsbohrungen 34 vorgesehen (nur eine ist dargestellt), durch die eine
Schraube 36 gesteckt und in der Bohrung 24 verschraubt ist.
Zum Befestigen des in Fig. 1 dargestellten Airbaggehäuses 10 an der
Fahrzeugstruktur 12 werden zunächst die Bohrungen 20 und 24 in den
Holm 14 bzw. die Trägerstruktur 16 mit Hilfe des Fließbohrverfahrens ein
gebracht, wobei sich der zugehörige Kragen 22 bzw. 26 ausbildet, der die
jeweilige Bohrung umgibt. Anschließend werden die beiden Zapfen 30 in
die zugehörigen Bohrungen 20 eingesteckt, wodurch das Airbaggehäuse
10 bereits fixiert ist, so daß nur noch die beiden Schrauben 36 durch die
Befestigungsbohrungen 34 des Trägers 32 gesteckt und in den Bohrungen
24 verschraubt werden müssen. Da die Mittelachsen der beiden Bohrun
gen 20 und 24 einen stumpfen Winkel einschließen und aufgrund der ko
nischen Ausbildung der Bohrungen 20 sowie des Zapfens 30 ist ein fester
Sitz des Airbaggehäuses 10 gewährleistet.
Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsform der Befestigung eines Airbagge
häuses an einer Fahrzeugstruktur, wobei für gleiche Teile gleiche Bezugs
zeichen verwendet sind. Insbesondere unterscheidet sich bei dem in Fig. 2
dargestellten Ausführungsbeispiel die Fahrzeugstruktur 12 nicht von dem
in Fig. 1 dargestellten. In Fig. 2 weist das Airbaggehäuse 10' ebenfalls ei
nen angeformten Halteträger 28' auf, an dessen Unterseite sich ein als
Spreizniet 30' ausgebildeter Zapfen befindet. In einem Längskanal 38' des
Spreizniets 30' ist ein Spreizstift 40' mit einer Verbreiterung 42' an seinem
oberen Ende eingesetzt, welche die Eintauchtiefe des Spreizstiftes 40' be
grenzt. Durch Einsetzen des Spreizstiftes 40' wird das untere Ende des
Spreizniets 30' verbreitert, das sich außerhalb der Bohrung 20 erstreckt,
so daß das Airbaggehäuse 10' sicher befestigt ist.
Auch bei dieser Ausführungsform sind zwei Spreizniete 30' sowie zwei
Befestigungsbohrungen 34' an dem Träger 32' vorgesehen. Im übrigen
entspricht die Konstruktion derjenigen von Fig. 1.
10
,
10
' Airbaggehäuse
12
Fahrzeugstruktur
14
Holm
16
Trägerstruktur
18
Befestigungsfläche
20
,
24
Bohrung
22
,
26
Kragen
28
,
28
' Halteträger
30
Zapfen
30
' Spreizniet
32
,
32
' Träger
34
,
34
' Befestigungsbohrung
36
Schraube
38
' Kanal
40
' Spreizstift
42
' Verbreiterung
Claims (14)
1. Verfahren zum Befestigen eines Anbauteiles, vorzugsweise eines
Airbaggehäuses (10, 10'), an einer Fahrzeugstruktur (12), umfas
send die folgenden Schritte:
- - Einbringen von zumindest einer Bohrung (20) in einen Körper (14) der Fahrzeugstruktur (12) mit Hilfe des Fließbohrverfah rens, wobei die Bohrung (20) einen Kragen (22) aufweist, der diese umgibt;
- - Einbringen einer weiteren Bohrung (24) in die Fahr zeugstruktur;
- - Einstecken eines Zapfens (30, 30') des Anbauteiles (10, 10') in die erste Bohrung (20);
- - Verschrauben des Anbauteiles (10, 10') in der weiteren Boh rung (24).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bohrung (20) in einen Hohlkörper (14) der Fahrzeugstruktur (12)
eingebracht wird, wobei sich der Kragen (22) in das Innere des
Hohlkörpers erstreckt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
zum Verschrauben selbstfurchende Schrauben (36) verwendet wer
den.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine der Bohrungen (20) im wesentlichen vertikal nach unten einge
bracht wird.
5. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
zumindest eine der Bohrungen (20) konisch ausgebildet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Konizität der Bohrung (20) an die Konizität des Zapfens (30, 30')
angepaßt wird.
7. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die weitere Bohrung (24) ebenfalls in einen Körper (16) der Fahr
zeugstruktur (12) mit Hilfe des Fließbohrverfahrens eingebracht
wird, und daß in dieser Bohrung anschließend ein Gewinde ge
schnitten wird.
8. Verfahren nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein als Spreizniet (30') ausgebildeter Zapfen verwendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
in dem Spreizniet (30') ein Spreizstift (38') mit einem verbreiterten
Ende (42') verwendet wird.
10. Anbauteil zur Verwendung in einem Verfahren nach zumindest ei
nem der vorstehenden Ansprüche, das zumindest einen Zapfen
(30; 30') und zumindest eine Befestigungsbohrung (34, 34') aufweist.
11. Anbauteil nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Zapfen (30, 30') und die Befestigungsbohrung (34, 34') im we
sentlichen rechtwinklig, vorzugsweise in einem stumpfen Winkel zu
einander orientiert sind.
12. Anbauteil nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Zapfen als Spreizniet (30') ausgebildet ist.
13. Anbauteil nach Anspruch 10, 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Zapfen (30, 30') konisch ausgebildet ist.
14. Verwendung eines Anbauteiles nach zumindest einem der vorste
henden Ansprüche 10 bis 13 in einem Verfahren nach zumindest
einem der Ansprüche 1 bis 9.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998109229 DE19809229A1 (de) | 1998-03-04 | 1998-03-04 | Verfahren zum Befestigen eines Anbauteiles |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1998109229 DE19809229A1 (de) | 1998-03-04 | 1998-03-04 | Verfahren zum Befestigen eines Anbauteiles |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19809229A1 true DE19809229A1 (de) | 1999-09-09 |
Family
ID=7859680
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998109229 Withdrawn DE19809229A1 (de) | 1998-03-04 | 1998-03-04 | Verfahren zum Befestigen eines Anbauteiles |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Legal Events
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