DE19807420A1 - Vorrichtung zum Aufwickeln von Papier, Vlies oder sonstigen flexiblen Bahnen - Google Patents
Vorrichtung zum Aufwickeln von Papier, Vlies oder sonstigen flexiblen BahnenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Papier- oder Vliesbahnen werden als sogenannte Endlosbahnen hergestellt, die nach
dem Herstellungsprozeß aufgewickelt werden. Das Aufwickeln erfolgt dabei in eini
gen Fällen in zwei Stufen. In einer ersten Stufe wird eine Bahn zu einer großen Mut
terrolle gewickelt, während sie in einer zweiten Stufe von der großen Mutterrolle zu
mehreren kleinen Fertigrollen umgewickelt wird.
Da der Herstellungsprozeß von Papier- und Vliesbahnen in den letzten Jahren immer
mehr beschleunigt werden konnte, stiegen auch die Anforderungen an die Aufwick
ler. Die Aufwickelgeschwindigkeiten erreichen dabei etwa 600 m/min bei Vlies und
bis zu 2000 m/min bei Papier, wobei die aufgewickelten Rollen einen Rollendurch
messer von etwa 3,50 m bei einer Bahnbreite von 5 m haben können. Das Gewicht
derartiger aufgewickelter Bahnen beträgt mehrere Tonnen.
Ein besonderes Problem beim Aufwickeln von Endlosbahnen stellt der Austausch
von bewickelten Rollen durch unbewickelte Wickeldorne dar. Sollen die Wickelvor
gänge durch den Austausch nicht unterbrochen werden, ist es angesichts der hohen
Wickelgeschwindigkeit nicht einfach, einen schnellen Austausch durchzuführen.
Während es bei sehr langsamen Wickelgeschwindigkeiten durchaus möglich ist, die
Endlosbahn zu durchtrennen, wenn eine Mutterrolle vollständig mit Wickelgut be
stückt ist, und das neu entstandene Ende per Hand auf einen neuen Wickeldorn zu ge
ben, ist dies bei hohen Geschwindigkeiten nicht mehr möglich.
Um einen schnellen Austausch eines mit Wickelgut bewickelten Wickelkerns gegen
einen unbewickelten Wickelkern ohne Unterbrechung des Wickelsvorgangs vorsehen
zu können, ist es bereits bekannt, schleifenförmige Transportvorrichtungen vorzuse
hen, an deren einem Ende die Wickelkerne eingelegt und an deren anderem Ende sie
entnommen werden (EP 0 093 301 B1). Während des Aufwickelvorgangs ruht der
mit Wickelgut versehene Wickelkern auf zwei Tragwalzen, welche die Materialrolle
antreiben. Auf der Oberseite der Materialrolle ruht eine Belastungswalze, die geho
ben und gesenkt werden kann. Die Zugspannung des Wickelguts wird dabei mittels
einer regelbaren Tänzerung eingestellt. Bei extrem hohen Wickelgeschwindigkeiten
stößt diese bekannte Vorrichtung jedoch an ihre Leistungsgrenze.
Damit beim Aufwickeln eines neu gebildeten Endabschnitts einer Endlosbahn, der
durch Trennen dieser Bahn entstanden ist, dieser auch bei hohen Geschwindigkeiten
auf einen leeren Wickeldorn gebracht werden kann, während die Endlosbahn weiter
hin fortbewegt wird, wurde bereits eine Wickelvorrichtung vorgeschlagen, die eine
untere Rolle aufweist, über welche die Endlosbahn läuft, und die ferner zwei Wickel
rollen sowie eine Vorrichtung zum Abstützen dieser Wickelrollen in Verbindung mit
der unteren Rolle aufweist. Die Endlosbahn wird dabei zwischen den Wickelrollen
durchtrennt, während beide Rollen mit der unteren Rolle zusammenwirken (US-PS 1 248 542
).
Bei dieser als Pope-Wickler bekannten Vorrichtung nimmt die Wickelrolle drei ver
schiedene Positionen ein: eine Warte-Position, eine Start-Position und eine Lauf-
Position. In der Lauf-Position verbleibt die Wickelrolle, bis sie ganz mit Wickelgut
aufgefüllt ist. Während sich die Wickelrolle in der Lauf-Position befindet, kann eine
leere Wickelrolle in die Warteposition gebracht werden. Im wesentlichen weist somit
der Pope-Wickler eine angetriebene Abstützwalze und zwei Schwenkeinrichtungen
mit Aufnahmeteil für die Lagen eines Wickelkerns auf. Mit Hilfe der ersten
Schwenkeinrichtung werden nur einige Lagen im Anwickelvorgang gewickelt. An
schließend wird der Wickelkern in eine zweite Schwenkeinrichtung überführt und
dort fertiggewickelt. Dabei wird die sich bildende Rolle nicht auf zwei Tragwalzen
Wie bei einem Doppeltragwalzenroller getragen, sondern an die Stützwalze angelehnt
während des Aufwickelvorgangs geführt, wobei nur ein Teil der Gewichtskraft der
Rolle sich auf die Abstützwalze abstützt.
Nachteilig ist bei dem Pope-Wickler, daß sich die Spannungsverhältnisse der Bahnen
des Wickelguts nur schwer unter Kontrolle bringen lassen.
Ein verbesserter Pope-Wickler ist aus der US-PS 5 192 034 bekannt. Dieser Pope-
Wickler weist eine Stützrolle sowie eine Wickelrolle auf, wobei die Wickelrolle an
ihren beiden Enden einen Lagerzapfen besitzt. Jeder der Lagerzapfen liegt in einer
Gabel eines Primärhebels. Somit sind zwei Primärhebel vorgesehen, und zwar einer
an der Antriebseite des Pope-Wicklers und der andere an der Bedienungsseite. Jeder
Primärhebel kann mittels eines pneumatischen Antriebs um eine Drehachse ge
schwenkt werden.
Der Vorteil dieses Pope-Wicklers besteht darin, daß die Regelung der Kraft, die zwi
schen der Aufwickelrolle und der Stützrolle herrscht, sehr genau durchgeführt wer
den kann. Die Kraft kann sogar auf Null reduziert werden, so daß überhaupt kein
Kontakt zwischen der Aufwickelrolle und der Oberfläche der Stützrolle auftritt. Die
Zugspannung des Wickelguts kann dabei jedoch nicht geregelt werden.
Um diese Zugspannung und damit die Wickelhärte zu regeln, sind im wesentlichen
zwei Maßnahmen bekannt. Die eine Maßnahme besteht darin, daß die Bahn einer
mehr oder weniger großen Zugkraft ausgesetzt wird, während die andere Maßnahme
darin besteht, die Wickelrolle mehr oder weniger stark gegen die Stützrolle zu
drücken, beispielsweise dadurch, daß ein Druck auf die Achse der Wickelwalze aus
geübt wird oder mittels eines Kontakts mit einer Reiterwalze, die parallel zu der zu
schaffenden Walze verläuft und an diese gedrückt wird, wodurch ein Liniendruck,
d. h. ein Druck entlang einer Gerade, zwischen der Bahnrolle und der Stützrolle ent
steht.
Ein Liniendruck wird oft durch das Gewicht der Wickelkerne erzeugt, und zwar zwi
schen der zu schaffenden Bahnrolle und der Stützrolle. Der Wickelkern ist sehr
schwer und erreicht ein Ruhegewicht von mehreren Tonnen, so daß ein großer Li
niendruck entsteht. Dieser Liniendruck ist verantwortlich für die extrem hohe
Wickelhärte im Kernbereich der Bahnrolle.
Die Verwendung eines eigenen Antriebs für eine Wickelrolle, d. h. eines sogenannten
Zentralantriebs, ergibt gewisse Vorteile, die darin bestehen, daß man die Wickelhärte
steuern kann. Hierbei werden ein oder zwei Gleitstücke mit Führungen an einem Dre
harm befestigt, so daß das Gleitstück das gleiche Drehmoment erzeugt wie die Pri
märarme. Weil die Bahnrolle wächst, wenn sie den Primärabschnitt durchläuft, muß
auch der radiale Abstand zwischen dem Antrieb und der Achse der Stützrolle im glei
chen Verhältnis vergrößert werden. Um dies zu erreichen, wird die radiale Lage oder
Spurführung des Gleitstücks festgelegt. Die Spurführung wird meistens mittels hy
draulischer Regelung durchgeführt, wobei der Abstand zwischen dem Antriebsschlit
ten und der Wickelrolle ständig gemessen wird.
Mit einem weiteren Pope-Wickler, der einen Direktantrieb aufweist, soll diese radiale
Spurfuhrung vereinfacht werden (US-PS 5 261 620). Bei diesem Pope-Wickler wird
eine im Betrieb befindliche Aufwickelwalze mittels eines ersten Gabel-Schwenkarms
um eine Stützwalze herumgeführt und dann von einem zweiten Gabel-Schwenkarm
übernommen, der die weiterhin aufwickelnde Rolle an einen anderen Ort verbringt,
wo die Rolle fertiggewickelt wird.
Dieser Ort, an dem die Rolle fertiggewickelt wird, befindet sich auf einer horizonta
len Schiene, entlang der die fertiggewickelte Rolle anschließend weitergeschoben
und entfernt werden kann, um einer neuen Wickelrolle Platz zu machen. Da die
Wickelrolle einen eigenen Antrieb besitzt, muß dieser die Bewegungen der Wickel
rolle mitmachen können. Um dies zu ermöglichen, sind besondere Gleitelemente vor
gesehen. Hierdurch entfallen die bei den herkömmlichen hydraulischen Antrieben er
forderlichen Antriebszylinder.
Mit den beiden vorerwähnten Pope-Wicklern (US-PS'en 5 192 034, 5 261 620) soll
erreicht werden, die beim Pope-Wickelprinzip entstehende sehr hohe Spannung im
Kern der Materialrolle durch das hohe Gewicht des Wickelkerns zu verringern und
den sich im Rollenzuwachs ergebenden plötzlichen Spannungsabfall zu verhindern.
Dies geschieht in einem Fall mittels beidseitigen Hebeln zur Entlastung des Wickel
kerngewichts und im anderen Fall mittels eines zusätzlichen Zentrumsantriebs auf
dem Wickelkern.
Nachteilig ist bei den bekannten Vorrichtungen, daß sich die Spannung des Wickel
guts nicht exakt regeln läßt.
Es sind indessen auch Wickelvorrichtungen bekannt, bei denen ein vollautomatischer
Wechsel von Wickelspulen erfolgt und eine Steuerung der Wickelgutspannung mög
lich sein soll (Wickelvorrichtung der italienischen Firma A. Celli, Typen AC3 oder
"Windy"). Die Wickelspannung soll hierbei während des ganzen Wickelvorgangs
konstant gehalten werden.
Die vorstehend erwähnten Wickler verbleiben jedoch beim grundsätzlichen Pope-
Prinzip, bei dem die auf einer Ebene verschiebbare Materialrolle mehr oder weniger
an eine feststehende Stützwalze angepreßt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Vorrichtung zum Aufwickeln
von Papieren, Vlies oder sonstigen flexiblen Bahnen die Spannungen einer Wickel
gutrolle zu regeln.
Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht insbesondere darin, daß der Antrieb der
Wickelgutrolle und der Druck auf die Wickelgutrolle getrennt steuerbar sind. Außer
dem kann die Wickelspannung nicht nur während des gesamten Wickelvorgangs
konstant gehalten werden kann, sondern es ist möglich, die Wickelspannung zu je
dem beliebigen Zeitpunkt während des Wickelvorgangs beliebig zu wählen. Hier
durch können individuelle Besonderheiten des Wickelguts berücksichtigt werden.
Bei der Erfindung wird - vereinfacht ausgedrückt - das Pope-Prinzip eigentlich umge
kehrt. Das Gewicht und die Massenträgheit der in den Wickelarmen fest eingespann
ten Materialrolle haben keinen Einfluß mehr auf die Wicklung. Vielmehr ist bei der
Erfindung eine Kontaktwalze beweglich aufgehängt und das Gewicht dieser Kontakt
walze minimiert, so daß kleine Pneumatikzylinder zur Betätigung der Kontaktwalze
ausreichend sind, welche wiederum feinfühligst auch bei sensiblen Materialien durch
die geringe und konstante Massenträgheit jeder noch so kleinen Unrundheit der Ma
terialrolle folgen kann.
Dadurch ist ein gleichförmiger, ununterbrochener Anpreßdruck an die Materialrolle
gewährleistet, der zudem unabhängig vom Materialrollengewicht auf beliebige Weise
beeinflußt werden kann. Durch den Einsatz einer zweiten voreilenden Kontaktwalze
ist darüber hinaus eine Verteilung der Spannungskontrolle nicht mehr nur in einem
Punkt, sondern über mehr als 25% des Umfangs verteilt möglich, wodurch ebenfalls
eine höhere Genauigkeit gewährleistet ist und das Niveau des Anpreßdrucks insge
samt abgesenkt werden kann, da nicht mehr vorwiegend dieser für die Spannungser
zeugung verantwortlich ist. Hierdurch werden auch druckempfindliche Materialien
nicht mehr "kaputtgewalkt".
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung;
Fig. 2 die in der Fig. 1 gezeigte Vorrichtung in einer Seitenansicht;
Fig. 3 einen Wickelarm mit integrierter Kontaktwalze und einem
Wickelkern mit jeweiliger Lagerung;
Fig. 4 eine Schnittdarstellung der Fig. 3 zur Veranschaulichung des Walzen
schlittens mit Führung;
Fig. 5 eine schwenkbare Kontaktwalze;
Fig. 6a eine erste Arbeitsphase der erfindungsgemäßen Vorrichtung:
Wickelposition mit kleiner Rolle;
Fig. 6b eine zweite Arbeitsphase der erfindungsgemäßen Vorrichtung:
Wickelposition mit großer, fast voller Rolle;
Fig. 6c eine dritte Arbeitsphase der erfindungsgemäßen Vorrichtung:
Wechselposition, wobei die Wickelkernführung ausgeschwenkt und
ein neuer Wickelkern in eine Anlegeposition gebracht wird;
Fig. 6d eine vierte Arbeitsphase der erfindungsgemäßen Vorrichtung:
Anlegeposition, bei welcher eine Anlegeeinheit ausgefahren ist und
ein neuer Wickelkern umschlungen wird;
Fig. 6e eine fünfte Arbeitsphase der erfindungsgemäßen Vorrichtung:
Ausladeposition, bei welcher ein neuer Wickelvorgang gestartet und
die Fertigrolle abgebremst sowie zum Ausladen gebracht wird;
Fig. 6f eine sechste Arbeitsphase der erfindungsgemäßen Vorrichtung:
Wickelposition ohne Rolle, wobei die Wickelkernführung zurück
geführt ist und ein neuer Wickelkern übernommen wird.
In der Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Wicklers 1
dargestellt. Dieser Wickler 1 befindet sich innerhalb eines Tragrahmens mit den Pfei
lern 2, 3, 4, 5, der beispielsweise für die Aufnahme eines Flaschenzugs zum Trans
port eines mehrere Tonnen schwer bewickelten Wickelkerns dient. Ein solcher be
wickelter Wickelkern ist als volle Materialrolle 6 gezeigt. An ihren Enden wird diese
Materialrolle 6 durch zwei Wickelarme 7, 7' gehalten. Diese Wickelarme 7, 7' sind
mit den Kolben von hydraulischen Antriebszylindern verbunden, von denen man in
der Fig. 1 nur den einen Kolben 9 und den einen Antriebszylinder 10 erkennt. Mit 11
ist eine hydraulische Pinole zur Aufnahme der Materialrolle 6 bezeichnet. Zwei wei
tere kleinere Antriebszylinder 12, 13 sind seitlich und unterhalb des Antriebszylin
ders 10 angeordnet. Ihre Kolben 14, 15 verlaufen zu beiden Seiten eines Gestänges
18, das zur Betätigung einer Anlege- und Querscheideeinrichtung dient. Als Träger
der Antriebszylinder 10, 12, 13 mit ihren Kolben 9, 14, 15 sowie der Wickelarme 7,
7' dient eine seitliche Stützplatte 17, die etwa vom Boden bis zur Pinole 11 reicht.
Mit 25 ist eine Kontaktwalze bezeichnet, mit 20 ein Hydraulikaggregat und mit 51 ei
ne Synchronrolle für die Kontaktwalze 25.
In der Fig. 2 ist der Wickler 1 noch einmal in einer geschnittenen Seitenansicht ge
zeigt. Man erkennt hierbei die volle Materialrolle 6, einen Wickelarm 7', einen Kol
ben 9' und einen Zylinder 10'. Der Zylinder 10' ist mit seinem einen Ende über ein
Gelenk 21 mit einer Lasche 22 verbunden, die ihrerseits mit einer Stützplatte 17' in
Verbindung steht. Das Ende des Kolbens 9', der aus dem Zylinder 10' herausragt, ist
über ein Gelenk 23 mit dem Wickelarm 7' verbunden. Der Umfang der Materialrolle
6 kontaktiert zwei Kontaktwalzen 24, 25. Die erste Kontaktwalze 24 liegt seitlich an
dem Umfang der Materialrolle 6 an und ist um eine Achse 26 schwenkbar. Dagegen
befindet sich die zweite Kontaktwalze 25 unterhalb der Drehachse 27 der Material
rolle 6. Mit 28 ist ein neuer Wickelkern bezeichnet, der an die Stelle des alten
Wickelkerns tritt, wenn dieser voll bewickelt ist. Ein Wickelkernbeschleuniger 29
liegt auf dem neuen Wickelkern 28, um dessen Umfangsgeschwindigkeit auf die Ge
schwindigkeit der zu wickelnden Bahn zu bringen. Der Antrieb für diesen Wickel
kernbeschleuniger 29 ist mit 30 bezeichnet. Eine Einlege- und Querscheideeinrich
tung 16 liegt, wie die Elemente 24 bis 39, zwischen den beiden Stützplatten 17 (Fig.
1) und 17' (Fig. 2). Der Antriebszylinder 12 und der Kolben 14 sind allerdings vor
der Stützplatte 17 angeordnet und in der Fig. 2 nur zu Orientierungszwecken einge
zeichnet. Die Einlege- und Querschneideeinrichtung weist eine Leitwalze, eine weite
re Preßwalze und ein Querschneidezackenmesser auf. Diese Bauelemente sind durch
gestrichelte Linien angedeutet. Die Preßwalze kommt nur dann zum Einsatz, wenn
auf einen papphülsenbestückten Wickelkern gewickelt wird.
Die zu wickelnde Bahn 31 läuft von links nach rechts von einer Rolle 32 über eine
Breitstreckwalze 34 an deren Antrieb 33 vorbei. Anschließend läuft die Bahn 31 über
eine Leitwalze 35 und umschlingt eine Meßwalze 36. Die Meßwalze 36 weist Deh
nungsmeßstreifen als Kraftaufnehmer auf, die je nach Auslegung ihres Maximalwerts
ein Spannungs- und Stromsignal liefern, welches direkt von Antriebsreglern und ei
ner elektronischen Steuerung verwertet werden kann. Über die erste Kontaktwalze 24
wird die Bahn 31 von der sich drehenden Materialrolle 6 auf deren Umfang gezogen.
Für die Zuführung eines neuen Wickelkerns 28 ist eine Wickelkernzuführung 37 vor
gesehen, die von einem Zylinder 38 betätigt wird. Die Arme der Wickelkernzufüh
rung 37, 37', die erste Kontaktwalze 24 sowie die Wickelarme 7, 7' sind in geeigneter
Weise parallel nebeneinander zwischen den Wickelarmen 7, 7' angeordnet, wobei die
Wickelzuführung 37, 37' in der Bahnmitte vorgesehen ist. Dann kommen nach außen
die Wickelarme 7, 7' und ganz außen befinden sich die Arme der Kontaktwalze 24.
Hierdurch wird der neue Wickelkern 28 zwischen den Schwenkarmen 40, 90, der
Kontaktwalze 24 und der Achse 26 sowie den Schwenkarmen 40, 90 hindurch in die
Wickelposition geschwenkt und dort gehalten, bis die Wickelarme 7, 7' mit geöffne
ten, d. h. zurückgezogenen Pinolen 11, 53 zurückschwenken und den neuen Wickel
kern 28 übernehmen. In der Praxis wird hierbei der Öldruck von den Pinolen 11, 53
weggenommen, so daß Federdrücke die Zylinderrohre über die Zapfen des Wickel
kerns 52 schieben. Mit Hilfe eines pneumatischen Zylinders 39 kann ein Schwenk
arm 40, an dessen einem Ende die Kontaktwalze 24 vorgesehen ist, um die Achse 26
geschwenkt werden. Hierdurch läßt sich der Anpreßdruck der Kontaktwalze 24 auf
den Umfang der Materialrolle 6 vergrößern oder verkleinern.
In der Fig. 3 sind Teile der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Vorrichtung noch einmal im
Detail und in perspektivischer Ansicht dargestellt. Außer dem Wickelarm 7 erkennt
man das Gegenstück dieses Wickelarms, den hinteren Wickelarm 7'. Beide Wickelar
me 7, 7' sind über eine Verbindungsachse 50 miteinander verbunden. Bei der Verbin
dungsachse handelt es sich um eine starkwandige Rohrtraverse zur Aufnahme der
Torsionsmomente aus eventuell auftretenden unterschiedlichen Belastungen der
Wickelarme 7, 7'. In den Wickelarmen 7, 7' ist eine Synchronwelle 51 gelagert, die
sich unterhalb der zweiten Kontaktwalze 25 befindet. Über dieser Kontaktwalze 25
befindet sich ein Wickelkern 52, der in den oberen Enden der Wickelarme 7, 7' in
hydraulischen Pinolen 11, 53 gelagert ist. Bei den Pinolen 11 und 53 handelt es sich,
ähnlich wie bei einer Reitstock-Pinole an einer Drehbank, um axial verschiebbare
Kreiszylinder. Die Pinolen 11, 53 sind also umgekehrte Hydraulikzylinder, bei denen
der Kolben über eine Kolbenstange fest mit den Wickelarmen 7, 7' verbunden ist, so
daß ein Zylinderrohr innerhalb eines Tragrohrs relativ zu diesem gleiten kann. Das
Schließen, d. h. das Greifen des Wickelkerns erfolgt aus Sicherheitsgründen federbe
lastet über ein Tellerfederpaket. Geöffnet werden die Pinolen 11, 53 dagegen hydrau
lisch. Parallel zu den Wickelarmen 7, 7' und senkrecht zur Kontaktwalze 25 verlaufen
pneumatische Zylinder 56, 57, die zum Heben und Senken der Kontaktwalze 25 die
nen. Im unteren Bereich des pneumatischen Zylinders 57 erkennt man einen Antrieb
58, bei dem es sich um einen geregelten Elektromotor handelt, der die Kontaktwalze
25 dreht. Die pneumatischen Zylinder 56 und 57 verfahren somit die Kontaktwalze
25 und bringen während des Wickelvorgangs den geregelten Anpreßdruck der Kon
taktwalze 25 an die Materialrolle 6 auf.
Die Fig. 4 zeigt einen Schnitt A-A durch die Vorrichtung gemäß Fig. 3. Man erkennt
hierbei einen Antriebsriemen 70, der über zwei Rollen 71, 72 zur Kontaktwalze 25
geführt ist und diese in eine Drehbewegung versetzen kann. Mit 61 ist ein Riemen
spanner bezeichnet, der sich zwischen zwei Umlenkrollen 60, 62 befindet. Parallel zu
den Antriebsriemen 70 verläuft noch ein Synchronriemen 73, der mit einem Walzen
schlitten 74 verbunden ist. Dieser Walzenschlitten 74, der die Kontaktwalze 25 trägt,
kann sich entlang einer Schiene 75 bewegen. Mittels einer Synchronwelle 51 und des
Synchronriemens 73 kann die in dem Walzenschlitten 74 gelagerte Kontaktwalze 25
parallel zum Wickelkern 52 verfahren und mit den pneumatischen Zylindern 56, 57
mehr oder minder an die Materialrolle 6 angepreßt werden. Der Synchronriemen 73
ist paarig ausgelegt, d. h. auf beiden Seiten der Vorrichtung befindet sich innerhalb
der Wickelarme 7 und 7' je ein Synchronriemen 73, welcher jeweils über Umlenk
rollen 71, 72, 76, 78 sowie die Synchronwelle 51 umschlingend geführt ist, wobei die
Enden der Synchronriemen oben und unten an den Walzenschlitten 74 und 74' festge
klemmt sind. Somit ist ein synchrones Verfahren beider Walzenschlitten 74, 74' und
somit die Parallelität der Kontaktwalze 25 zum Wickelkern 52 gewährleistet. Der An
trieb 58 treibt, wie bereits erwähnt, über den Riemen 70 die Kontaktwalze 25 an. Der
Kraftfluß erfolgt hierbei vom Motor 58 zu einem Zwischengelege 72 und von diesem
mittels Riemen 70 über dessen Spannvorrichtung 60, 61, 62 zur Riemenscheibe 63,
die auf einem Zapfen der Kontaktwalze 25 sitzt.
In der Fig. 5 ist der Bereich der ersten Kontaktwalze 24 noch einmal im vergrößerten
Maßstab und in einer anderen Perspektive dargestellt. Man erkennt hierbei den zwei
ten Schwenkarm 90, der gegenüber dem ersten Schwenkarm 40 angeordnet ist und
mit einem pneumatischen Zylinder 91 in Verbindung steht. Dieser zweite Schwenk
arm 90 besitzt einen Vorsprung 92 zur Aufnahme eines Riemenspanners für den An
trieb 95. Die Schwenkachse 26 ist mit ihrem einen Ende in einem Lager 93 gelagert.
Das Getriebe 94 ist vorzugsweise ein Kegelradgetriebe, und der Motor 95 ein zu 58
baugleicher Elektromotor. Mit dem Motor 95 wird über das Getriebe 94 und einen
mittels einer Spannrolle 92 gespannten Zahnriemen (nicht dargestellt) die Kontakt
walze 24 angetrieben. Da der Antriebsmotor für die Drehbewegungen der Kontakt
walze 24 nicht an einem Ende dieser Kontaktwalze 24 angeflanscht ist, ist das mittels
der pneumatischen Zylinder 39, 91 zu verschwenkende Gewicht gering.
Die Funktionsweise der in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Vorrichtungen wird nachfol
gend beschrieben.
Das Wickelgut oder die Bahn 31 wird auf einen Wickelkern 52 aufgewickelt, der
beidseitig in selbsttätig schließenden, hydraulisch öffnenden Pinolen 11, 53 in den
Wickelarmen 7, 7' gelagert ist. Beide Wickelarme 7, 7' sind über eine rohrförmige
Verbindungsachse 50 torsionssteif miteinander verbunden, so daß eine Einheit ent
steht, die - hydraulisch betätigt - das gesamte Gewicht aus aufgewickeltem Gut 6 und
Wickelkern 52 lageunabhängig trägt.
Der Antrieb zum Aufwickeln der Bahn 31 erfolgt zum einen vom Umfang her über
eine erste gewichtsminimierte und auf ihrer Oberfläche gummierte Kontaktwalze 24,
die senkrecht über dem Schwerpunkt der Einheit, wie sie in der Fig. 5 gezeigt ist,
pendelnd an einer Achse 26 hängend gelagert ist. Der Anpressdruck der Kontaktwal
ze 24 an die Materialrolle 6 erfolgt mittels feinfühliger Pneumatikzylinder 39, 91.
Die mögliche Auslenkung der aus den Schwenkarmen 40, 90 und der Kontaktwalze
24 bestehenden Pendeleinheit ist dabei so gewählt, daß ein Pufferbereich für das
Wickelgut 31 auf dem Wickelkern 52 entsteht. Anhand der Fig. 6a bis 6f wird dies
weiter unten noch näher beschrieben.
Die zweite Kontaktwalze 25 ist ähnlich aufgebaut wie die erste Kontaktwalze 24, im
Gegensatz zu dieser jedoch linear auf Walzenschlitten 74, 74' verfahrbar, die inner
halb der Wickelarme 7, 7' gelagert sind. Die Kontaktwalze 25 kann hierdurch die Ma
terialrolle 6 berühren und unterstützen sowie mit zunehmendem Wickelgutrollen
durchmesser dem Rollenzuwachs folgen. Der Drehpunkt der Verbindungsachse 50
der Wickelarme 7, 7' ist so gewählt, daß sich die Kontaktwalze 25 stets unter dem
Schwerpunkt der Materialrolle 6 befindet, und zwar unabhängig vom jeweiligen
Durchmesser der Wickelgutrolle. Die Kontaktwalze 25 wird, wie oben bereits be
schrieben, durch einen Motor 58 separat in eine Drehbewegung um ihre Achse ver
setzt, wobei von diesem Motor 58 ein Zahnriemen zu einem Zahnrad 63 führt.
Die Kontaktwalzen 24 und 25 üben im wesentlichen gleichrangige Funktionen aus.
Nur während der Wechselphase treibt die Walze 25 alleine die volle Materialrolle 6
an, während die Kontaktwalze 24 nur den leeren, neuen Wickelkern antreibt. Wäh
rend des Wickelvorgangs kann jede der beiden Walzen 24, 25 mehr oder minder stark
antreiben, so daß der von einem Vlies-Materialhersteller gewünschte Effekt in der
Rolle entsteht. Möchte zum Beispiel der Materialhersteller eine bestimmte Festigkeit
der Rolle 6 erzielen, um möglichst viele Laufmeter auf die Rolle zu bringen, bei
spielsweise um Versandkosten einzusparen oder weniger Wechsel bei der Weiterver
arbeitung zu haben, und lassen die Materialeigenschaften, wie zum Beispiel eine ge
ringe Querfestigkeit, nur einen ungenügenden Bahnzug vor der Wickelstelle - gemes
sen über die Meßwalze 36 - zu, ohne die Bahn einzuschnüren, käme es bei bisherigen
Wickelverfahren zum seitlichen Ausschieben der inneren Lagen durch den hohen
Druck der Außenlagen. Durch die zweite Kontaktwalze 25 gemäß der Erfindung be
steht jedoch die Möglichkeit, am Einlauf über die Meßwalze 36 mit nur kleinen
Bahnzügen zu fahren, und am Rollenanfang am Wickelkern der zweiten Kontaktwal
ze 25 gegenüber der ersten Kontaktwalze 24 eine starke Voreilung zu geben, d. h. die
Kontaktwalze 25 wird einige Prozent schneller angetrieben als die Kontaktwalze 24.
Dadurch wird ohne die sonst auftretenden negativen Einflüsse der Bahnzug zwischen
den beiden Kontaktwalzen 24 und 25 erst auf der Rolle 6 erzeugt, ohne daß eine Ein
schnürung möglich ist, da die Reibung auf der Rolle 6 zum Wickelkern einen stabili
sierenden Effekt bringt. Jetzt ist die Lastverteilung ungefähr 50 : 50, da die Kontakt
walze 24 dem Zug der Kontaktwalze 25 entgegenbremsen muß und lediglich den ge
ringen Bahnzug am Einlauf zur Unterstützung hat. Reduziert man nun mit zunehmen
dem Materialrollendurchmesser die Voreilung, nimmt auch der Leistungsbedarf an
der Kontaktwalze 25 ab und derjenige der Kontaktwalze 24 zu, bis bei 0% Voreilung
schließlich die Kontaktwalze 24 allein den Bahnzug und die Reib- und Walkarbeit
aufbringen müßte. Man kann also sagen, daß beide Walzen an der Wicklung ungefähr
gleichen Anteil haben.
Die Meßwalze 36 ist mit Bahnzugsensoren versehen, die ein Signal über den Bahn
zug abgeben. Dieses Bahnzugsignal wird zur Regelung der Drehzahl der Kontakt
walze 24 und damit der Materialrolle 6 herangezogen. Durch die gewichtsneutrale
Pendellagerung 26 der Kontaktwalze 24 sowie der hiervon unabhängigen Lagerung
des Wickelkerns 52 in den Wickelarmen 7, 7' kann der Anpressdruck der Kontakt
walze 24 an die Wickelgutrolle 6 mittels der Pneumatikzylinder 39, 91 unabhängig
vom zunehmenden Wickelgutrollengewicht feinfühlig über den Rollendurchmesser
für jede von einem Wickelguthersteller gewünschte Wickelcharakteristik gesteuert
werden.
Die Größe der Auslenkung der Kontaktwalze 24 über ihren theoretischen Nullpunkt
hinaus regelt die Verfahrgeschwindigkeit der Wickelarme 7, 7' mit dem darin gela
gerten Wickelkern 52 bei zunehmendem Durchmesser der Wickelgutrolle 6. Unter
dem theoretischen Nullpunkt wird hierbei diejenige Stellung verstanden, in der gera
de kein Signal zum Verfahren der Wickelarme 7, 7' erfolgt. Dies ist der Fall, wenn
die Arme 40, 90 senkrecht stehen. Eine Auslenkung nach links bewirkt die hydrauli
sche Absteuerung der Wickelarme 7, 7', wobei z. B. nur 20 mm für die Steuerung be
nutzt werden. Mehr oder weniger Auslenkung innerhalb dieser 20 mm bewirkt mehr
oder weniger schnelle Absteuerung. Die Kontaktwalze 24 kann jedoch während dem
Wechselvorgang noch ca. 120 mm weiter ausgelenkt werden (vgl. weiter unten Fig.
6f).
Die Kontaktwalze 25 folgt dem zunehmendem Durchmesser der Wickelgutrolle 6
nach unten, wobei über die separate Andruckregelung dieser Kontaktwalze 25 und
den getrennten Antrieb 58 auf die Wickelgutrolle ganz besonders die Möglichkeiten
einer Spannungs- und Dichtebeeinflussung in der Wickelgutrolle gegeben sind.
Die Spannung und Dichte des Wickelguts kann somit einerseits durch die Wickelgut
spannung und den Anpreßdruck der Kontaktwalze 24 und andererseits durch den
Auflagedruck der Kontaktwalze 25 und deren Geschwindigkeit im Verhältnis zur
ersten Kontaktwalze 24 geregelt werden. Die Spannungskontrolle mittels Anpreß
druck basiert auf dem Umstand, daß durch das Anpressen der Materialrolle an die
Stützwalze ein Walkeffekt auftritt, ähnlich einem sich auf der Fahrbahn abrollenden
Gummireifen, bei dem die auflaufende Bahn eine geringe Zugerhöhung im Berühr
punkt erfährt. Dies ist jedoch nur in geringem Maße beeinflußbar, insbesondere bei
zähen Materialien, da durch den erwähnten Walkeffekt das Material ermüdet und der
Rollenaufbau negativ beeinflußt werden. Schließlich wird jede bereits aufgewickelte
Lage an jedem Punkt des Umfangs während jeder weiteren Umdrehung je einmal
komprimiert und dekomprimiert. Durch die zweite Kontaktwalze 25 muß im Extrem
fall lediglich soviel Anpreßdruck erbracht werden, um eine schlupffreie Übertragung
des erforderlichen Drehmoments der entsprechenden Kontaktwalze zu gewährleisten.
Die Spannungskontrolle auf der Materialrolle beschränkt sich nunmehr nicht nur auf
einen Punkt des Umfangs in Abhängigkeit von der Dehnsteifigkeit des Materials,
sondern kann gezielt über die Reibung zwischen Material und Kontaktwalze zwi
schen den beiden Kontaktwalzen verteilt über ca. 25% des Umfangs erfolgen. Die
Anpreßdruckvariation der jeweiligen Kontaktwalze ist je nach Materialbeschaffenheit
nurmehr zusätzlich als Einflußgröße nutzbar.
Ist der volle Rollendurchmesser des Wickelguts 6 erreicht, bewegen die Wickelarme
7, 7' die Wickelgutrolle 6 gerade so weit von der Kontaktwalze 24 weg, daß ein be
rührungsfreies Durchschwenken der Anlege- und Querschneideeinrichtung 16 er
möglicht wird. Die Kontaktwalze 25 übernimmt während dieses Vorgangs allein die
Antriebsfunktion für den Wickelkern 52.
Die Wickelkernzuführung 37 schwenkt einen neuen Wickelkern 28 ein, nachdem die
ser vom Wickelkernbeschleuniger 29 mit der Geschwindigkeit der Bahn 31 synchro
nisiert wurde. Sodann wird der neue Wickelkern 28 von der Wickelkernzuführung 37
in einer Anlegeposition fixiert. Hierbei übernimmt die Kontaktwalze 24 den Antrieb
des neuen Wickelkerns 28 (vgl. Fig. 6c).
Die Anlege- und Querschneideeinrichtung 16 umschlingt den neuen Wickelkern 28
um nahezu 360 Grad, so daß kein Klebeband oder eine sonstige Präparierung des
Wickelkerns 28 erforderlich ist. Danach erfolgt das Querschneiden (vgl. Fig. 6d).
Die Wickelarme 7, 7' schwenken die fertige Wickelgutrolle 6 aus dem Wickelbereich
heraus und bremsen diese über die Kontaktwalze 25 bis zum Stillstand ab. Während
dieses Vorgangs übernimmt die Kontaktwalze 25 allein den Antrieb der Rolle 6.
Nach erfolgtem Anlegen und Querschneiden bremst die Kontaktwalze 25 die Materi
alrolle 6 ab. Hierauf geben die Wickelarme 7, 7' die fertige Wickelgutrolle 6 in eine
geeignete Vorrichtung, beispielsweise in einen Kaulenwagen oder in einen Fertigrol
lenspeicher. Die Pinolen 11, 53 werden hydraulisch geöffnet und entlassen die
Wickelgutrolle (vgl. Fig. 6e).
Die Wickelarme 7, 7' schwenken sodann mit geöffneten Pinolen 11, 53 zurück und
übernehmen durch Schließen den neuen angewickelten Wickelkern 28 aus der
Wickelkernzuführung 37. Während der Wechselphase war die Regelung der Wickel
arm-Hydraulik ausgeschaltet, und die Kontaktwalze 24 ermöglichte über den Regel
bereich hinaus in einer Pufferzone das Anwickeln und den Durchmesserzuwachs
unter Beibehaltung des geregelten Anpressdrucks und der Bahngeschwindigkeit (vgl.
Fig. 6f). Nach der Übernahme des neuen Wickelkerns wird die Regelung reaktiviert,
und die Kontaktwalze 24 bewegt sich durch die wegschwenkenden Wickelarme 7, 7'
wieder in ihre Neutrallage.
In den Fig. 6a bis 6f sind zur Verdeutlichung der vorbeschriebenen Funktionsweise
der Erfindung einzelne Arbeitsphasen dargestellt. Hierzu dienen im wesentlichen ver
einfachte Darstellungen entsprechend der Fig. 2.
Die Fig. 6a zeigt die Vorrichtung gemäß Fig. 2 in einer Wickelposition, in welcher
der Umfang der Materialrolle 6 zunimmt. Es handelt sich hierbei um die Arbeitspha
se kurz nach dem Anwickeln, d. h. das Anwickeln ist beendet und das normale
Wickeln hat gerade begonnen.
Die in der Fig. 6b gezeigte Arbeitsphase entspricht im wesentlichen derjenigen, die
bisher in der Fig. 2 gezeigt wurde. Die Materialrolle 6 ist hierbei fast voll, und ein
neuer Wickelkern 28 wird vorgelegt.
In der Fig. 6c ist der Wickelkern 7' weiter im Uhrzeigersinn verschwenkt, um das
Abnehmen der Materialrolle 6 einzuleiten. Ein neuer Wickelkern 28 ist hierbei in die
Höhe der Kontaktwalze 24 gelangt, d. h. eine Wickelkernzuführung ist ausge
schwenkt und ein neuer Wickelkern in Anlegeposition gebracht.
Die Fig. 6d zeigt den Wickelarm 7' weit nach rechts um den Drehpunkt 50 ge
schwenkt. Die Einlege- und Querschneideeinrichtung 16 ist hierbei im Gegenuhr
zeigersinn nach oben geschwenkt. Mit ihrer Spitze stößt sie bei dessen Schwenk
bewegung gegen die Bahn 31 und führt diese um den neuen und sich drehenden
Wickelkern 28 herum, worauf die Bahn 31 den neuen Wickelkern 28 umschlingt.
Nähere Einzelheiten über das Anlegen der Bahn an einen neuen Wickelkern sowie
über das Durchtrennen der Bahn ergeben sich aus der Beschreibung zur Fig. 4 der EP 0 093 301.
In der Fig. 6e ist der Vorgang des Umwickelns des neuen Wickelkerns 28 abge
schlossen, so daß die Einlege- und Querschneideeinrichtung 16 wieder in ihre alte
Position verbracht ist. In dieser Ausladeposition wird ein neuer Wickelvorgang ge
startet, die fertige Rolle 6' abgebremst und ausgeladen. Das Ausladen der fertigen
Rolle 6' erfolgt z. B. dadurch, daß die Pinolen an den Enden der Achse der Rolle 6'
geöffnet werden, so daß die Enden der Achse frei liegen. Diese Enden können nun
von Haken einer Laufkatze umschlungen werden, welche die Rolle 6' hochhebt und
an einen bestimmten Ort bringt.
In der Fig. 6f ist die Übernahmeposition für die neu zu bewickelnde Rolle dargestellt.
Man erkennt hierbei, daß die Kontaktwalze 24 etwas nach links gegenüber der Verti
kalen ausgelenkt ist. Diese Auslenkung ergibt sich dadurch, daß die Wickelarme 7, 7'
eine gewisse Zeit benötigen, bis die Materialrolle 6' abgebremst und abgelegt ist und
bis die Wickelarme 7, 7' aus der Position der Fig. 6e in die Position der Fig. 6f zu
rückgeschwenkt sind. Bis die Wickelarme 7, 7' den angewickelten Wickelkern über
nommen haben, ist bereits ein wenig Material aufgelaufen. Da der Wickelkern jedoch
in seiner Aufwickelposition in den Armen 37 der Wickelkernzuführung fixiert blei
ben muß, um eine versatzfreie Übernahme durch die Wickelarme zu gewährleisten,
ist der Pendelbereich der Kontaktwalze 24 größer als für die Steuerung der Wickel
arme 7, 7' erforderlich ausgebildet, so daß diese den Durchmesserzuwachs während
der Anwickelphase überbrücken kann.
Bei den elektronischen Regeleinheiten, welche die Regelung von Drehgeschwindig
keit und Anpreßdruck der Kontaktwalzen 24, 25 übernehmen, handelt es sich um her
kömmliche Einheiten, so daß sich deren Darstellung und Beschreibung erübrigt. Es
versteht sich, daß die Regelung mittels softwaregesteuerter Computer bzw. Mikro
prozessoren durchgeführt werden kann.
Claims (18)
1. Vorrichtung zum Aufwickeln von Wickelgut, beispielsweise von Papierbahnen,
Vliesbahnen und sonstigen flexiblen Bahnen, die einen Wickelkern, zwei schwenkba
re Arme sowie Lagerstellen in den schwenkbaren Armen für die Aufnahme der En
den des Wickelkerns aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß eine um eine Achse
(26) schwenkbare Kontaktwalze (24) vorgesehen ist, die auf den Umfang einer um
den Wickelkern (52) gewickelten Materialrolle (6) drückbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktwalze
(24) mittels eines Antriebs (94, 95) drehbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Druckvorrich
tung (39, 91) vorgesehen ist, welche die Kontaktwalze (24) regelbar gegen die Mate
rialrolle (6) drückt oder von dieser entfernt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kontaktwalze
(25) vorgesehen ist, die entlang den schwenkbaren Armen (7, 7') auf den Wickelkern
(52) zu und von diesem weg bewegbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktwalze
(25) mittels eines Antriebs (58, 63, 70, 72) drehbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktwalze
(25) eine eigene Druckregelung (57) besitzt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktwalze
(25) unterhalb des Schwerpunkts der Materialrolle (6) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktwalze
(25) in Walzenschlitten (74, 74') gelagert ist, die entlang einer Schiene (75, 75') be
wegbar sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck der Kon
taktwalze (25) gegen die Materialrolle (6) mittels pneumatischer Zylinder (56, 57) er
folgt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die schwenkbaren
Arme (7, 7') mit einem Antrieb (10, 10') gekoppelt sind, der seinerseits mit einer orts
festen Stützplatte (17, 17') in Verbindung steht.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die schwenkbaren
Arme (7, 7') mittels einer Verstrebung (50) miteinander verbunden sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden des
Wickelkerns (52) in selbsttätig schließenden und hydraulisch öffnenden Lagerungen
(11, 53) gehalten sind.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kontaktwalzen (24, 25) auf ihrem Umfang einen großen Reibungskoeffizienten auf
weisen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Walzenschlit
ten (74, 74') mittels Riementrieben (73, 73') synchronisiert sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb ein
Riementrieb ist, der von einem Elektromotor (95) über ein Getriebe (94) gesteuert
wird.
16. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Meßwalze
(36) vorgesehen ist, um welche die aufzuwickelnde Bahn (31) geschlagen ist, wobei
diese Meßwalze (36) Sensoren zum Messen der Zugspannung der Bahn (31) auf
weist.
17. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Abstand der Kontaktwalzen (24, 25) voneinander auf dem Umfang der Materialrolle
(6) beliebig ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand ca.
45° beträgt.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: KUEHN, MARIA DE LURDES, 63820 ELSENFELD, DE |
|
| 8181 | Inventor (new situation) |
Inventor name: KUEHN, JOERG D., 63820 ELSENFELD, DE |
|
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| R082 | Change of representative |
Representative=s name: PATENTANWAELTE OLBRICHT, BUCHHOLD, KEULERTZ PA, DE |
|
| R071 | Expiry of right |