DE19806924A1 - Flüssigkeitsfilter - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Flüssigkeitsfilter, insbesondere
Wasserfilter für Schwimmbäder, Schwimmbecken oder dergleichen,
in dem mindestens ein mit einer losen Schüttung aus Sand, Kies
und/oder Aktivkohle gefüllter Behälter angeordnet ist und der
einen Wassereinlaß, in den mittels einer Pumpe das zu filternde
Wasser zugeführt wird, und einen Wasserauslaß besitzt, von dem
aus das gefilterte Wasser zurückgeführt wird.
Nach dem Stand der Technik sind sogenannte Aufstellbecken mit
einem aus Stahl- oder Aluminiummantel gefertigten Rahmengestell
mit einer eingehängten Folie bekannt. Solche Schwimmbecken kön
nen mit einer entsprechenden äußeren Abstützung versehen und
auf einer ebenen Fläche abgestellt werden, wo sie während der
Sommermonate als Schwimmbecken genutzt werden. Vor Beginn der
kühleren Jahreszeit werden solche Becken wieder abgebaut. Im
Handel sind solche Becken in runder oder ovaler Form erhält
lich, wobei deren Durchmesser zwischen 2 m und 8 m bzw. deren
langen Halbachsen bis zu 12 m breit sein können. Das beträcht
liche Fassungsvermögen solcher aufstellbarer Schwimmbecken
erlaubt es bereits aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr, daß
Beckenwasser, wie etwa bei einem kleinen Planschbecken, nach
Tagesbenutzung abzulassen. Aus hygienischen Gründen ist daher
eine Wasserfilterung erforderlich, die im Handel in der Form
angeboten wird, daß das über eine Pumpe abgesaugte Wasser einen
Kartuschenfilter durchläuft, von wo aus es in das Becken
zurückgeführt wird. Die ausgefilterten Schmutzpartikel sammeln
sich in diesem Kartuschenfilter, der dann von Zeit zu Zeit
ausgetauscht werden muß. Alternativ hierzu können Sandfilter
verwendet werden, wobei sich bei kleineren Becken Schüttungen
ab einer Schütthöhe von 35 cm als brauchbar erwiesen haben.
Soll die Einsatzdauer eines solchen Sandfilters verlängert wer
den, sind Rückspülungen notwendig, die ein entsprechendes Mehr
wegeventil erforderlich machen. Insgesamt ist diese Filterung
relativ teuer, da Sand schnell kontaminiert und dementsprechend
häufig rückgespült werden muß. Insgesamt ist diese Filterung
arbeitsintensiv und teuer.
Bei Schwimmbädern oder größeren Schwimmbecken reichen einfache
Sand- oder Kartuschenfilter nicht aus, weil größere Schichthö
hen von Sand, Kies oder Aktivkohle als Filtermaterial gefordert
werden. Um diese Schichthöhen zu erreichen, wird ein Filterkes
sel verwendet, der im Regelfall aus zwei Halbschalen besteht,
die durch einen Spannring gehalten werden. Über einen Flüssig
keitseinlaß und einen Flüssigkeitsauslaß wird Wasser über ein
Rohrsystem eines solches Kessels gepumpt, der zur Filtration
mit Sand, Kies oder ähnlichen Filtermitteln gefüllt ist. Um ein
Ausschwemmendes Filtermaterials aus dem Filterkessel zu hin
dern, müssen entsprechende Düsen, geschlitzte Rohre oder (wie
in der WO 95/17940 beschrieben) Gewebefilter vorgesehen sein,
die in der Nähe des Wassereinlasses bzw. Wasserauslasses ange
ordnet sind. Es ist auch bekannt, in einem solchen Kessel bzw.
dessen Innenraum Kartuschenfilter anzuordnen, in die radial aus
einem perforierten Innenrohr Wasser einströmen und in Richtung
des Flüssigkeitsauslasses abfließen kann. Ein Flüssigkeitsfil
ter einer solchen Art ist beispielsweise in der WO 95/17940
beschrieben. Filterkessel dieser Art können bis zu 3 m Durch
messer und Schütthöhen von 2,5 m und mehr aufweisen. Filter
dieser Größenordnung müssen von Zeit zu Zeit rückgespült wer
den. Bei losen Schüttungen aus Kies, Sand und Aktivkohlepulver
besteht die Gefahr, daß Sand in die Aktivkohleschicht bzw.
umgekehrt Aktivkohlepulver in die Sandschicht eindringt. Nach
einer von der Wasserverschmutzung abhängigen Zeit muß die
gesamte Schüttung ausgetauscht werden. Derart "verunreinigte"
Aktivkohle ist nicht mehr recycelbar.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, für jede Filtergröße
eine einfach handhabbare, wirtschaftlich einsetzbare und - bei
Aktivkohle - ggf. recycelbare Lösung zu finden.
Erfindungsgemäß wird nach Anspruch 1 vorgeschlagen, die jewei
lige Schüttung aus Sand, Kies, Aktivkohle oder sonstigen Mate
rialien in einen Sack oder Beutel aus einem feinporigen Gewebe
einzufüllen. Die Maschenweite dieses Gewebes ist kleiner als
die kleinste Partikelgröße der Schüttung, so daß kein Filterma
terial (Sand, Kies, Aktivkohle) entweichen kann. Der Sack oder
Beutel besitzt eine Größe, die dem jeweils vorgesehenen Durch
messer für den Wasserdurchlauf angepaßt ist. Dies kann im ein
fachsten Fall ein Rohr bzw. ein Rohrzylinderstück sein, in das
ein oder mehrere Säcke eingeschoben sind. Bei größeren Filter
kesseln können ggf. mehrere Säcke oder Beutel nebeneinander
derart angeordnet sein, daß sich diese Säcke an die Innenwand
des jeweiligen Innenmantels anlegen und den durchströmten Quer
schnitt abdecken, der ggf. auch ringförmig sein kann, wobei der
Flüssigkeitsfilter jeweils im oberen bzw. unteren Bereich Was
ser-Umlenkzonen aufweist. Vorzugsweise bestehen die Säcke oder
Beutel aus einem Textil- oder einem Kunststoffgewebe, das in
entsprechender Weise flexibel, aber dennoch reißfest ist.
Der besondere Vorteil der Erfindung liegt gegenüber aufeinan
derliegenden Schüttungen darin, daß eine Vermischung unter
schiedlicher Filtermaterialien an den Grenzzonen verhindert
werden kann, da ohne großen Aufwand jedes Filtermaterial für
sich in einen separaten Sack oder Beutel gefüllt wird. Auch
sind keine Gewebefilter am Wasserein- oder -auslauf erforder
lich, die das Wegspülen des Filtermaterials verhindern sollen.
Halterungen für Kartuschen sowie diesbezügliche Maßanfertigun
gen der Kartuschen hinsichtlich der Aufnahmeöffnungen usw. kön
nen vollständig entfallen, da sich der flexible Sack oder Beu
tel in entsprechender Weise an die Innenwand des rohrförmigen
Durchlaufes bzw. der Filterkesselinnenwandung anlegen wird. Ein
besonderer Vorteil ist noch dadurch gegeben, daß im Wasser
befindliche Schwebstoffe nicht in das Filtermaterial eindringen
können. Insbesondere im Bereich kleinvolumiger Flüssigkeitsfil
ter kann auf Rückspülungen verzichtet werden; statt dessen wird
der Filtersack oder -beutel aus dem betreffenden durchflossenen
Rohr herausgenommen und mit einem Wasserschlauch abgespritzt.
In einem konkreten Ausführungsbeispiel wird das über einen
Skimmer oder einen sonstigen Überlauf aus einem Schwimmbecken
abgeführte Wasser nach Durchlauf des erfindungsgemäßen Flüssig
keitsfilters mittels einer Pumpe über Einströmdüsen in das
Schwimmbecken rückgeführt. Der Flüssigkeitsfilter besteht im
einfachen Fall aus einem zylinderförmigen Rohrstück, in dem ein
oder mehrere Beutel bzw. Säcke, in denen das Filtermaterial
enthalten ist, eingeschoben sind. Die Säcke oder Beutel sind so
dimensioniert, daß der Rohrquerschnitt voll ausgefüllt ist. Bei
Verwendung mehrerer Säcke können auch unterschiedliche Schütt
materialien hintereinander angeordnet sein.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dar
gestellt. Es zeigen
Fig. 1 bis 3 jeweils Querschnitte durch unterschiedliche
Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Flüs
sigkeitsfilter.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform mündet eine von
einem Schwimmbad kommende Leitung 10 in das Innere eines Fil
terbehälters 11, der aus einem topfartigen Gehäuse 12 und einem
Deckel 13 besteht. Seitlich oberhalb des Bodens des topfartigen
Gehäuses 12 ist eine Abflußleitung 14 vorgesehen, welche die
über die Leitung 10 zugeführte Flüssigkeit nach Filterung wie
der zum Schwimmbad zurückführen kann. Im ringförmigen Innen
raum 15 des dargestellten Filterbehälters 11 sind ringsum meh
rere Beutel 16 mit einer Sandfüllung 17 angeordnet, die sich an
die jeweiligen Innenwände 18 bzw. 19 dicht anlegen. Die Beu
tel 16 sind aus einem feinporigen Gewebe, also ebenso wie die
Sandfüllung 17 wasserdurchlässig. Das in Richtung des Pfei
les 20 zugeförderte Wasser wird entsprechend der Pfeile 21 nach
außen umgelenkt und durchläuft die als Filter wirkenden Sand-
Beutel, bevor das Wasser über den Auslaß 14 in Richtung des
Pfeiles 22 wieder abfließt.
In der alternativ verwendbaren Ausführungsform nach Fig. 2, die
hinsichtlich der Behälterform und -ausbildung dem Behälter 11
nach Figur entspricht, sind Säcke 23 und 26 mit unterschiedli
cher Füllung, nämlich Sand 24 und Aktivkohle 25 gefüllt.
Jeweils sind unten ein Aktivkohlefiltersack 26 und darüber ein
Sandsack 23 vorgesehen, so daß das zu filternde Wasser zunächst
den Sand und anschließend die Aktivkohleschicht durchläuft.
Die beiden in Fig. 1 und 2 dargestellten Filter haben den
besonderen Vorteil, daß sie nach Abheben des Deckels 13 jeweils
ohne großen Aufwand die Beutel bzw. Säcke 16, 23 und 26 entneh
men lassen, die dann mit einem Schlauch oder sonstwie unter
fließendem Wasser außen abgespült werden können, um außen abge
setzte Schwebstoffe im zu filternden Wasser zu entfernen. Das
Sack- oder Beutelgewebe verhindert damit weitgehend eine
schnelle Verschmutzung des eigentlichen Filtermaterials Sand
bzw. Aktivkohle. Nach der äußerlichen Reinigung werden die Beu
tel oder Säcke 16, 23 und 26 wieder in den Innenraum 15 in der
dargestellten Weise eingesetzt.
Fig. 3 zeigt im Unterschied zu Fig. 1 und 2 einen größeren Fil
ter, der als Behälter 27 nur schematisch angedeutet ist und der
einen beliebigen Innenraum 28 besitzen kann. Im vorliegenden
Fall besitzt dieser Filterbehälter 27 einen Zufluß 29, der im
Filterinnenraum von oben über Wasserverteiler 30 das zu fil
ternde Wasser einführen läßt. In dem Filterinnenraum sind über
einander Aktivkohle enthaltende Säcke 31 sowie sandgefüllte
Säcke 32 in einer Anordnung übereinandergeschichtet, daß der
gesamte Behälterinnenquerschnitt durch Sandsäcke und Aktivkoh
lesäcke abgedeckt ist. Die Sand- oder Aktivkohlesackgröße rich
tet sich im wesentlichen nach der Handhabbarkeit, d. h., der
Benutzer des Filters muß in der rage sein, die jeweiligen Sand
säcke selbst ohne Hilfsmittel entnehmen und reinigen zu können.
Aus dieser Forderung ergibt sich ein Höchstgewicht, daß 25 kg
möglichst nicht überschreiten soll.
Nachdem das über die Einströmdüsen 30 zugeführte Wasser die
durch die Sandsäcke 32 gegebene Sand-Schichtung durchlaufen
hat, wird das Wasser anschließend durch die Aktivkohle in den
Säcken 31 gefiltert, bevor es über Auslauföffnungen 34 im
Düsenboden und schließlich über die Abflußleitung 35 ausströmt.
Die Form der Flüssigkeitsfilter kann dieselbe sein, wie die bei
den bisherigen Filtern, es können jedoch auch abgewandelte For
men verwendet werden. Einheitlich ist jeweils, daß die vom zu
filternden Wasser durchströmte Fläche komplett mit einer Schüt
tung aus Sand und/oder Aktivkohle abgedeckt ist, die sich im
Unterschied zum bisherigen Stand der Technik "abgepackt" in
Beuteln oder Säcken befindet. Die hierbei erzielte Schütthöhe
richtet sich nach den Vorschriften bzw. den sich vor Ort stel
lenden Einsatzgegebenheiten.
Der besondere Vorteil von einer in Beuteln abgefüllten Aktiv
kohle liegt darin, daß sich die Aktivkohle später noch recyceln
läßt, da im Unterschied zu nach dem Stand der Technik bekannten
Lösungen keine Fremdstoffe, wie Sand, in die Aktivkohleschüt
tung eindringen kann. "Verbrauchte" Aktivkohle wird ausgeschüt
tet und in einer Brennanlage aufgearbeitet, danach wieder in
die Beutel eingefüllt, die in den Filter eingesetzt werden.
Claims (3)
1. Flüssigkeitsfilter, insbesondere Wasserfilter für Schwimm
bäder, Schwimmbecken oder dergleichen, in dem mindestens
ein mit einer losen Schüttung aus Sand, Kies und/oder
Aktivkohle gefüllter Behälter angeordnet ist und der einen
Wassereinlaß, in den mittels einer Pumpe das zu führende
Wasser geführt wird, und einen Wasserauslaß besitzt, von
dem aus das gefilterte Wasser zurückgeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Behälter einen Sack oder Beutel aus einem feinpo
rigen Gewebe ist, dessen Maschenweite kleiner ist als die
kleinste Partikelgröße der Schüttung, und daß mindestens
ein Sack oder Beutel in ein Rohr oder einen Filterkessel
eingeschoben ist, in dem der Sack oder Beutel bzw. die
Säcke oder Beutel an die Innenwandung anliegt bzw. anlie
gen.
2. Flüssigkeitsfilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der Sack oder Beutel aus einem Textil- oder einem
Kunststoffgewebe besteht.
3. Flüssigkeitsfilter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß mehrere Säcke oder Beutel mit unterschiedli
chen Schüttungen hintereinander angeordnet sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19806924A DE19806924A1 (de) | 1998-02-19 | 1998-02-19 | Flüssigkeitsfilter |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19806924A DE19806924A1 (de) | 1998-02-19 | 1998-02-19 | Flüssigkeitsfilter |
Publications (1)
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| DE19806924A1 true DE19806924A1 (de) | 1999-08-26 |
Family
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| DE19806924A Ceased DE19806924A1 (de) | 1998-02-19 | 1998-02-19 | Flüssigkeitsfilter |
Country Status (1)
| Country | Link |
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