DE19806681A1 - Mikrotiterplatte - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Mikrotiterplatte für Screening-Verfahren nach der Methode der
reflektometrischen Interferenzspektroskopie (RlfS) zur Aufnahme einer Vielzahl von Proben
welche gleichzeitig oder nach einander zum Nachweis physikalischer, chemischer, biologischer
oder biochemischer Reaktionen und Wechselwirkungen untersucht werden.
Ein Verfahren und eine Einrichtung zur Durchführung von Tests physikalischer, chemischer,
biologischer oder biochemischer Reaktionen und Wechselwirkungen nach der Methode der
reflektometrischen Interferenzspektroskopie (RlfS) sind in der DE 196 15 366 A1 beschrieben.
Dabei wird eine Vielzahl von Proben, die auf einer Substratplatte flächenhaft oder matrixartig
angeordnet sind, mit Licht unterschiedlicher Wellenlänge einer durchstimmbaren Lichtquelle
oder eines scannenden Monochromators, welcher einer polychromatischen Lichtquelle
nachgeordnet ist, bestrahlt. Danach erfolgt die Abbildung des an einer Grenzfläche einer jeden
Probe reflektierten Strahlenanteils durch nachgeordnete, abbildende Elemente auf ein
ortsauflösendes Detektorarray oder eine Videokamera. Dieses ermöglicht eine
wellen längenselektive Detektion der durch die Proben beeinflußten, reflektierten
Strahlenintensitäten bzw. der Intensitäten der abgebildeten Interferenzen und auch die
Ermittlung eines einer jeden Probe zugeordneten, wellenlängenabhängigen
Interferenzspektrums sowie die Ableitung von Parametern, die die zu untersuchenden
Reaktionen und Wechselwirkungen kennzeichnen.
Zur parallelen Untersuchung einer Anzahl von Proben bezüglich ihrer physikalischen,
chemischen oder biologischen Eigenschaften werden sogenannte Mikrotiterplatten verwendet.
Die zu untersuchenden Proben sind dabei in kleinen Kavitäten oder Wells matrixartig
angeordnet.
Derartige Mikrotiterplatten sind u. a. aus US 5 457 527, WO 97/22754 und WO 95/03538
bekannt. Sie bestehen aus einer Proben- oder Kavitätenplatte und einer Bodenplatte, wobei die
Bodenplatte aus Kunststoff oder Glas gefertigt ist. Boden- und Kavitätenplatte sind so
zusammengefügt, daß die Bodenplatte die Wells der Kavitätenplatte nach unten hin abschließt.
Die Bodenplatte kann transparent ausgebildet sein. Für spezielle optische Nachweismethoden
kann die Bodenplatte speziell ausgebildet sein. So beschreiben die Schriften WO 95/22754 und
WO 95/03538 Mikrotiterplatten, die am Ort eines jeden Wells eine Prismen- oder Linsenstruktur
oder eine Gitteranordnung besitzen. Auf der Bodenplatte sind in beiden Fällen Beschichtungen
aufgebracht, die so gestaltet sind, daß sie für Oberflächen-Plasmonenresonanz (SPR) geeignet
sind, oder einen Wellenleiterkanal für das Licht bilden. Diese Mikrotiterplatten sind damit für
spezielle Anwendung der optischen Detektion, wie Plasmonresonanz- oder Resonant-Mirror-
Methode, gestaltet. Zur Verwendung nach der Rlfs-Methode sind solche aufwendigen
Mikrotiterplatten mit Strukturen auf der Bodenplatte nicht erforderlich.
Aus US 5 313 436 und US 5457 527 ist es bekannt, die Bodenplatte und die Kavitätenplatte
miteinander durch Wärmeeinwirkung zu verbinden, wobei beide Platten aus einem Kunststoff
bestehen und die Bodenplatte transparent und die Kavitätenplatte opaque ist.
Wie aus DE 196 15 366 A1 bekannt, erfordert das RlfS-Verfahren die Gestaltung einer
bestimmten Transducer-Oberfläche, die ein entsprechendes RlfS-Schichtsystem trägt. Soll dieses
Meßverfahren parallelisiert werden, so eignet sich hierfür eine matrixartige Anordnung der in
den Wells angeordneten Proben. Für eine gute und automatische Handhabung der flüssigen
oder in einer Flüssigkeit gelösten Proben empfiehlt sich dabei eine Matrixanordnung
entsprechend den Standardrastern von Mikrotiterplatten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Mikrotiterplatte für Analysen nach der
RlfS-Methode zu schaffen, welche einfach aufgebaut ist und hoch genaue Messungen und
Analysen an Proben ermöglicht.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den Mitteln des kennzeichnenden Teils des ersten
Anspruchs gelöst. In den weiteren Ansprüchen sind Einzelheiten und weitere Ausgestaltungen
der Erfindung beschrieben.
Die Mikrotiterplatte für das RlfS-Screening-Verfahren besitzt eine von ebenen Oberflächen
begrenzte Bodenplatte ohne irgendwelche Strukturen. Auf die obere Oberfläche der
Bodenplatte ist als Transducer-Oberfläche ein RlfS-Schichtsystem aufgebracht. Dieses
Schichtsystem kann die ganze obere Oberfläche der Bodenplatte bedecken, es kann aber auch
nur in den Bereichen der Wells aufgebracht sein. Diese Schichtsystem bildet keinen
Wellenleiterkanal. Die Bodenplatte ist so ausgebildet, daß das von unten eingestrahlte Licht
einer geeigneten Lichtquelle, wie in DE 196 15 366 A1 beschrieben wird, ungehindert
eindringen kann und an dem auf der oberen Oberfläche der Bodenplatte aufgebrachten
Schichtsystem, dessen spektrales Reflexionsverhalten durch die aufgebrachten Proben
beeinflußt wird, in interferenzmäßiger Überlagerung reflektiert wird. Die der Lichtquelle
zugewandte, untere Oberfläche der Bodenplatte ist mit einer reflexmindernden Beschichtung
versehen, welche im betrachteten Wellenlängenbereich beim verwendeten Einfallswinkel und
bei der verwendeten Polarisation der verwendeten RlfS-Meßeinrichtung eine Reflektivität von
weniger als 10% bewirkt, um eine wirksame Unterdrückung von störenden Reflexen an der
Unterseite der Mikrotiterplatte zu erreichen. Um optimale Verhältnisse für das RlfS-Verfahren zu
erreichen, empfiehlt es sich, einen Wellenlängenbereich etwa 400 nm bis 800 nm, einem
Einfallswinkel von etwa 50° und eine s-Polarisation (senkrecht zur Einfallsebene des
eingestrahlten Lichtes) vorzusehen.
Wie in DE 196 15 366 beschrieben, ist für das RlfS-Verfahren eine spezielle RlfS-Beschichtung
auf dem Glassubstrat erforderlich. Diese Schichtsystem, bestehend aus einer hochbrechenden
und einer relativ dazu niedrigbrechenden Schicht, bildet mit dem Substrat und einer über dem
Schichtsystem liegenden, sensitiven Schicht ein interferenzfähiges System, dessen
wellenlängenabhängiges Reflexions- und Interferenzverhalten detektiert wird und
Informationen über Schichtdicke und Brechungsindex der sensitiven Schicht liefert.
Für die Anwendung des RlfS-Verfahrens ist es günstig, wenn das Schichtsystem aus einer 5 nm
bis 1000 nm dicken hochbrechenden Schicht und aus einer darauf angeordneten 5 nm bis
1000 nm dicken niedrigbrechenden Schicht besteht, wobei dieses Schichtsystem auf der den
Wells zugewandten Oberfläche der Bodenplatte angeordnet ist.
Das Schichtsystem kann auch so ausgebildet sein, daß es aus einer 5 nm bis 1000 nm dicken
niedrigbrechenden Schicht und aus einer darauf angeordneten 5 nm bis 1000 nm dicken
hochbrechenden Schicht besteht, wobei das Schichtsystem auf der den Wells zugewandten
Oberfläche der Bodenplatte angeordnet ist.
Wesentlich ist, daß ein Grenzübergang mit einem hohen Brechungsindexsprung zwischen
diesen Schichten einen hohen Reflexionsfaktor liefert, der zusammen mit der Reflexion an der
von der Probe herrührenden Anlagerungsgrenzschicht ein charakteristisches Interferenzsignal
liefert.
Für eine optimale Funktionsweise der Mikrotiterplatte für das RlfS-Verfahren im sichtbaren
Wellenlängenbereich ist es vorteilhaft, wenn die hochbrechende untere Schicht 5 nm bis 50 nm
dick ist und aus TiO2 oder Ta2O5 und die niedrigbrechende, darüberliegende und den Wells
zugewandte Schicht 200 nm bis 600 nm dick ist und aus SiO2 besteht.
Die Mikrotiterplatte ist fertigungstechnisch leicht herstellbar, wenn Bodenplatte und
Kavitätenplatte miteinander stoffschlüssig verbunden sind. Das kann z. B. dadurch geschehen,
daß die Kavitäten- und die Bodenplatte miteinander durch einen Kleber oder Kitt verbunden
sind und daß die Klebe- oder Kittschicht eine solche Dicke aufweist, daß Unebenheiten an den
miteinander verklebten oder verkitteten Flächen ausgeglichen sind.
Um die zu testenden Materialien zu binden, ist auf der äußeren Schicht der ersten Oberfläche
der Bodenplatte ein an sich bekanntes Hydrogel durch eine chemische, kovalente Bindung oder
durch Adsorption aufgebracht und das Hydrogel in an sich bekannter Weise durch biologische
und/oder synthetische Moleküle funktionalisiert. In an sich bekannter Weise ist dieses Hydrogel
z. B. ein Polyzucker, wie Dextran, Agarose oder Stärke, oder ein synthetisches Polymer, wie z. B.
Polyethylenglycol, Polyvinylalkohol, Polyacrylamid oder auch ein Derivat dieser Polymere.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung liegt vor allem darin, daß eine fertigungtechnisch
leicht herstellbare Mikrotiterplatte geschaffen wird, die für die Parallelisierung des
RlfS-Verfahrens notwendig ist. Dabei ist von besonderem Vorteil, daß diese Mikrotiterplatte eine mit
ebenen unstrukturierten Oberflächen versehene Bodenplatte aus Glas umfaßt, in welcher weder
Gitterstrukturen noch irgendwelche andere Profilierungen oder Wellenleiterkanäle angeordnet
sind. Diese Bodenplatte trägt auf der einen Seite ein für die Durchführung des RlfS-Verfahrens
geeignetes Schichtsystem und auf der anderen Seite eine Antireflexionsschicht. Die gesamte
Mikrotiterplatte ist so ausgestaltet und dimensioniert, daß sie von ihren Abmessungen her im
Wesentlichen den Standardabmessungen von Mikrotiterplatten genügt, um eine automatische
Proben- und Flüssigkeitshandhabung zu ermöglichen. Solche Standardabmessungen sind
beispielsweise in "Jourrial of biomolecular Screening", Vol. 1, Number 4, 1996, Seiten 163 bis
168, angegeben.
Um eine gute Stapelbarkeit der Mikrotiterplatten zu erreichen und gleichzeitig die Beschichtung
an der unteren Oberfläche der Bodenplatte vor Verschmutzung und Beschädigung zu schützen,
ist die Bodenplatte entsprechend den Vorgaben, wie sie im "Journal of biomolecular
Screening" angegeben sind, in der Kavitätenplatte versenkt angeordnet, so daß beim Abstellen
der Mikrotiterplatte auf ebenen Ablagefläche oder beim Stapeln von Mikrotiterplatten die
Kavitätenplatten oder Teile davon als Standfläche oder Stapelfläche (Auflagefläche) genutzt
werden. Unter der Bodenplatte verbleibt dabei ein ausreichender Abstand oder ein
ausreichendes Spiel zur ebenen Ablagefläche oder zur Stapelfläche oder Auflagefläche der
nächsten Mikrotiterplatte.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In der
Zeichnung zeigen
Fig. 1a vereinfacht einen Schnitt durch eine Mikrotiterplatte
Fig. 1b eine Draufsicht auf die Kavitätenplatte einer Mikrotiterplatte,
Fig. 1c vereinfacht einen Schnitt durch die schmale Fläche einer Mikrotiterplatte,
Fig. 2 einen Schnitt durch die Bodenplatte mit aufgebrachten Schichten,
Fig. 3 vergrößert einen Schnitt durch einen Teil einer aus Boden- und Kavitätenplatte
bestehenden Mikrotiterplatte und
Fig. 4 zwei übereinander gestapelte Mikrotiterplatten.
Die in den Fig. 1a, 1b und 1c in verschiedenen Schnitten und in Draufsicht dargestellte
Mikrotiterplatte besteht aus einer ebenen, strukturlosen Bodenplatte 1 und einer
Kavitätenplatte 2, welche matrixartig angeordnete, durchgehende Kavitäten oder Wells 3
umfaßt. Bodenplatte 1 und Kavitätenplatte 2 sind stoffschlüssig, beispielsweise durch Kitten
oder Kleben oder durch Adhäsion mit Dichtung flüssigkeitsdicht miteinander verbunden, so daß
die Wells 3 kleine Behältnisse bilden, in denen die zu untersuchenden Proben eingebracht sind.
Die Bodenplatte 1 ist, wie es aus Fig. 2 hervorgeht, auf den Wells 3 zugewandten Seite mit
einem aus mindestens zwei Schichten bestehenden Schichtsystem 4 versehen. Dieses
Schichtsystem 4 umfaßt auf der an der Kavitätenplatte 2 anliegenden Oberfläche 6 der
Bodenplatte 1 mehrere Schichten 4.1 und 4.2 mit unterschiedlichem Brechungsindex. So kann
die unmittelbar auf der Oberfläche 6 angeordnete Schicht 4.1 einen höheren Brechungsindex
besitzen als die darüberliegende Schicht 4.2. Auch der umgekehrte Fall ist denkbar, so daß die
auf der Oberfläche 6 liegende Schicht 4.1 einen geringeren Brechungsindex besitzt als die auf
ihr liegende Schicht 4.2. Die Bodenplatte 1 selbst besitzt eine Dicke von etwa 0,01 mm bis etwa
5 mm, und ist aus einem für Licht transparenten Werkstoff, z. B. einem Kunststoff oder Glas,
hergestellt.
Die Dicken der Schichten 4.1 und 4.2 auf der Oberfläche 6 betragen etwa 5 nm bis 1000 nm.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform insbesondere für die Anwendung des RlfS-
Verfahrens im sichtbaren Wellenlängenbereich ist die Schicht 4.1 eine hochbrechende Schicht
mit einer Dicke zwischen 5 nm und 50 nm. Diese Schicht besteht dabei idealerweise aus TiO2
oder Ta2O5. In dieser bevorzugten Ausführungsform ist die darüberliegende Schicht 4.2 die
niedrigbrechende Schicht. Sie besteht aus SiO2 und ist zwischen 200 nm und 600 nm dick.
Um Lichtverluste und störende Reflexe für das an der der Oberfläche 6 gegenüberliegenden
Oberfläche 7 eingestrahlte Licht und Überlagerungen auf die vom oberen Schichtsystem 4
herrührenden reflektierten Strahlanteile so gering wie möglich zu halten, ist auf dieser
Oberfläche 7 eine reflexmindernde Schicht 5 aufgebracht, welche die durch Reflexion
verursachten Lichtverluste im betrachteten Wellenlängenbereich, bei betrachteten Einfallswinkel
und bei der betrachteten s-Polarisation unter 10% reduziert. Entsprechend einer vorteilhaften
Ausgestaltung reduziert die reflexmindernde Schicht die-durch Reflexion verursachten
Lichtverluste im Wellenlängenbereich von ca. 400 nm bis ca. 800 nm, bei einem
Lichteinfallswinkel von ca. 50° und bei s-Polarisation auf unter 10%.
Im Falle der Verwendung einer Klebe- oder Kittschicht ist es fertigungstechnisch vorteilhaft,
wenn die zum Verbinden der Boden- 1 und der Kavitätenplatte 2 verwendete Kitt- oder
Kleberschicht (in den Figuren nicht dargestellt) so dick ist, daß Unebenheiten in den zu
verbindenden Flächen der Boden- 1 und der Kavitätenplatte 2 weitestgehend ausgeglichen
werden.
Die Schichten 4.1 und 4.2 können die gesamte Oberfläche 6 bedecken, sie können aber auch
nur dort vorgesehen werden, wo die Wells 3 liegen und auf diese Weise die Bodenfläche der
Wells 3 darstellen. Auf der Schicht 4.2 ist als sensitive Schicht ein bekanntes Hydrogel 8
aufgebracht.
Die Wells 3 sind in der Kavitätenplatte 2 in einer Matrixform in bestimmten Rastern angeordnet,
so z. B. in einem Raster von 8 × 12, 16 × 24, 24 × 36, 32 × 48, 48 × 72, 64 × 96 usw. Die
Größe der Mikrotiterplatte ist den gebräuchlichen Automatisierungseinrichtungen zum
Handhaben der Proben und den entsprechenden Pipettiereinrichtungen, den Analyse- und
Meßgeräten angepaßt.
In Fig. 3 ist ein vergrößerter Ausschnitt durch die Mikrotiterplatte nach Fig. 1a dargestellt, wobei
gezeigt wird, daß die Bodenplatte 1 nicht über den unteren Rand 9 der Kavitätenplatte 2
hinausragt. Es ist im unteren Bereich der Kavitätenplatte 2 ein Absatz mit einer Auflagefläche
10 vorgesehen, wobei zwischen der unteren Fläche 7 mit der Schicht 5 der Bodenplatte 1 und
dieser Auflagefläche 10 ein Abstand e vorhanden ist.
Fig. 4 zeigt vereinfacht die Verhältnisse bei zwei übereinander gestapelten Mikrotiterplatten.
Durch die in Fig. 3 vergrößert gezeigte Gestaltung der Mikrotiterplatte wird erreicht, daß bei
einem Stapeln mehrerer Mikrotiterplatten, bei welchen die Auflagefläche 10 der oberen Platte
auf der oberen Oberfläche 11 der unteren Platte aufliegt, eine Verletzung der Unterseite der
Bodenplatte 1 mit ihrer reflexmindernden Schicht 5 mit Sicherheit vermieden wird. Aus dieser
Darstellung ist klar ersichtlich, daß zwischen der Bodenplatte 1 der oberen Mikrotiterplatte und
der oberen Oberfläche 11 der unteren Mikrotiterplatte ein genügend großer Abstand e
vorhanden ist, um eine Berührung und evtl. Beschädigung der Bodenplatte 1 mit ihrer
reflexmindernden Schicht 7 mit Sicherheit zu vermeiden.
Claims (9)
1. Mikrotiterplatte für Anlagerungs-Screening-Verfahren, umfassend eine Bodenplatte aus
einem für Licht transparenten Werkstoff und eine an zwei gegenüberliegenden Oberflächen
offene Kavitätenplatte mit einer matrixartigen Anordnung der Kavitäten oder Wells, wobei
Bodenplatte und Kavitätenplatte unlösbar und flüssigkeitsdicht miteinander verbunden sind,
und wobei die Bodenplatte an ihrer den Wells zugewandten Oberfläche mit mindestens einer
optisch wirksamen Schicht versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bodenplatte 0,01 mm bis ca. 5 mm dick ist und ebene, strukturlose Oberflächen besitzt,
daß sie an ihrer, den Wells zugewandten ersten Oberfläche ein aus mindestens zwei Schichten mit unterschiedlichem Brechungsindex bestehendes Schichtsystem trägt,
und daß die Bodenplatte an ihrer den Wells abgewandten zweiten Oberfläche mit einer die Reflektivität dieser Oberfläche stark herabsetzenden Beschichtung versehen ist.
daß die Bodenplatte 0,01 mm bis ca. 5 mm dick ist und ebene, strukturlose Oberflächen besitzt,
daß sie an ihrer, den Wells zugewandten ersten Oberfläche ein aus mindestens zwei Schichten mit unterschiedlichem Brechungsindex bestehendes Schichtsystem trägt,
und daß die Bodenplatte an ihrer den Wells abgewandten zweiten Oberfläche mit einer die Reflektivität dieser Oberfläche stark herabsetzenden Beschichtung versehen ist.
2. Mikrotiterplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schichtsystem aus einer 5 nm bis 1000 nm dicken hochbrechenden Schicht und aus
einer darauf angeordneten 5 nm bis 1000 nm dicken niedrigbrechenden Schicht besteht, wobei
die hochbrechende Schicht auf der den Wells zu gewandten ersten Oberfläche der Bodenplatte
angeordnet ist.
3. Mikrotiterplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schichtsystem aus einer 5 nm bis 1000 nm dicken niedrigbrechenden Schicht und aus
einer darauf angeordneten 5 nm bis 1000 nm dicken hochbrechenden Schicht besteht, wobei
die niedrigbrechende Schicht auf der den Wells zugewandten ersten Oberfläche der
Bodenplatte angeordnet ist.
4. Mikrotiterplatte nach mindestens einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet,
daß die hochbrechende Schicht 5 nm bis 50 nm dick ist und aus TiO2 oder Ta2O5 und die
niedrigbrechende Schicht 200 nm bis 600 nm dick ist und aus SiO2 besteht.
5. Mikrotiterplatte nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die den Wells abgewandte zweite Oberfläche mit einer Antireflexionsschicht belegt ist,
welche in einem Wellenlängenbereich von 400 nm bis 800 nm bei einem Einfallswinkel des
Lichtes von ca. 50° und bei s-Polarisation des einfallenden Lichtes eine Reflektivität kleiner als 10%
besitzt.
6. Mikrotiterplatte nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kavitäten- und die Bodenplatte stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
7. Mikrotiterplatte nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kavitäten- und die Bodenplatte miteinander durch einen Kleber oder Kitt verbunden
sind
und daß die Klebe- oder Kittschicht eine solche Dicke aufweist, daß Unebenheiten an den
miteinander verklebten oder verkitteten Flächen ausgeglichen sind.
8. Mikrotiterplatte nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der äußeren Schicht der ersten Oberfläche der Bodenplatte ein an sich bekanntes
Hydrogel durch eine chemische, kovalente Bindung oder durch Adsorption aufgebracht ist
und daß das Hydrogel in an sich bekannter Weise durch biologische und/oder synthetische
Moleküle
funktionalisiert ist.
9. Mikrotiterplatte nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß das Hydrogel ein Polyzucker, wie Dextran, Agarose oder Stärke, oder ein synthetisches
Polymer, wie Polyethylenglycol, Polyvinylalkohol, Polyacrylamid oder ein Derivat der genannten
Polymere ist.
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| DE19806681B4 DE19806681B4 (de) | 2006-07-27 |
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