DE19805295A1 - Verfahren zur Regeneration eines Denitrierungskatalysators - Google Patents
Verfahren zur Regeneration eines DenitrierungskatalysatorsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regeneration eines
Denitrierungskatalysators sowie einen durch das erfindungsgemä
ße Verfahren erhaltenen Denitrierungskatalysator.
Zur Entfernung von in Dampfkesseln (Boilern) und verschiedenen
Verbrennungsöfen entstehenden Stickoxiden (nachfolgend als NOx
bezeichnet), um die Luftverschmutzung zu verringern, wird weit
verbreitet ein katalytisches Ammoniakreduktionsverfahren ver
wendet, wobei Ammoniak als Reduktionsmittel eingesetzt wird und
Stickoxide zu Stickstoff und Wasser durch Kontakt mit einem
Katalysator abgebaut werden. Die meisten der zur Zeit einge
setzten Katalysatoren zur Entfernung von NOx sind aus prakti
schen Zwecken wabenkörperförmige Katalysatoren, die
Durchgangslöcher mit einem recheckigen Querschnitt in 1 bis
10facher Anordnung aufweisen, um ein Verstopfen durch in den
Abgasen vorhandenen Staub zu verhindern und um die Kontaktflä
che für das Gas zu vergrößern. Was die Katalysatorbestandteile
anbetrifft, ist Titanoxid als Grundbestandteil am geeignetsten
und Vanadium, Wolfram und ähnliche Stoffe werden üblicherweise
als aktive Bestandteile eingesetzt. Demnach sind binäre TiO2-
WO3-Katalysatoren und ternäre TiO2-V2O5-WO3-Katalysatoren weit
verbreitet. Die katalytische Leistung eines derartigen
Denitrierungskatalysators nimmt mit zunehmender Betriebsdauer
schrittweise ab, wobei die Ursache für die Verringerung der
katalytischen Leistungsfähigkeit beispielsweise von der Abgas
quelle (beispielsweise aus dem Boiler) abhängt.
Beispielsweise wird bei Abgasen aus einem mit Öl beheizten Boi
ler im Staub der Abgase vorhandenes Natrium auf dem Katalysator
abgelagert und bewirkt eine Verringerung der katalytischen Lei
stungsfähigkeit. Bei Abgasen aus einem mit Kohle beheizten Boi
ler wird hauptsächlich das im Staub der Abgase enthaltene Cal
cium auf den Katalysatoroberflächen abgelagert, und es reagiert
mit im Abgas vorhandenen Schwefelsäureanhydrid unter Bildung
von Calciumsulfat. Dieses Calciumsulfat bedeckt die Katalysa
toroberflächen und verhindert, daß NO- und NH3-Gase in das In
nere des Katalysators eindringen, wodurch die katalytische Lei
stungsfähigkeit verringert wird. Aus dem Stand der Technik ist
bekannt, daß Katalysatoren, die aufgrund dieser Ursachen eine
verringerte katalytische Leistungsfähigkeit aufweisen, durch
ihre Reinigung mit Wasser oder einer wässerigen Salzsäurelösung
regenerierbar sind.
Die aus dem Stand der Technik bekannten Reinigungsverfahren,
die Wasser oder eine wässerige Salzsäurelösung einsetzen, wei
sen jedoch den Nachteil auf, daß bei einigen Katalysatoren nur
eine geringe regenerative Wirkung erreichbar ist. Für derartige
Katalysatoren ist zur Zeit kein wirksames Verfahren für ihre
Regenerierung bekannt.
Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein
Verfahren zur Regenerierung von Denitrierungskatalysatoren zu
schaffen, das die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile
vermeidet. Das erfindungsgemäße Verfahren ist durch die im An
spruch 1 näher beschriebenen Merkmale gekennzeichnet. Bevorzug
te Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie den Ausführungsbeispielen.
Bei den Versuchen zur Regenerierung von Katalysatoren, die zur
Reinigung von Abgasen aus mit Kohle beheizten Boilern einge
setzt wurden, fanden die vorliegenden Erfinder, daß einige Kata
lysatoren durch übliche Reinigungsverfahren unter Verwendung
von Wasser oder einer wässerigen Lösung von Salzsäure kaum und
nur schwer regenerierbar waren. Weitere Untersuchungen zeigten,
daß auf den Oberflächen dieser Katalysatoren eine hohe Konzen
tration an Siliciumdioxid (SiO2) vorliegt, so daß diese durch
das Reinigen mit Wasser oder einer wässerigen Salzsäurelösung
nicht regenerierbar sind.
Denitrierungskatalysatoren, die zur Reinigung von Abgasen aus
der Verbrennung von Gas benutzt werden, zeigen im allgemeinen
zwischenzeitlich nur geringe Verschlechterungen. Jedoch wurde
vor einiger Zeit bei einigen Katalysatoren, die zur Reinigung
von Abgasen aus Gasturbinen eingesetzt werden, festgestellt,
daß eine bemerkenswerte Verschlechterung der katalytischen Lei
stungsfähigkeit stattfindet. Forschungen bei diesen Katalysato
ren zeigten weiterhin, daß eine hohe Konzentration an Silicium
dioxid auf den Oberflächen der Katalysatoren vorhanden ist, und
daß sie durch herkömmliche Reinigungsmethoden unter Verwendung
von Wasser oder einer wässerigen Salzsäurelösung kaum regene
rierbar sind.
Um den Grund für die Ablagerung von Siliciumdioxid auf den
Oberflächen eines Katalysators, der zur Reinigung von bei der
Gasverbrennung entstehenden Abgasen eingesetzt wird, zu verste
hen, wurde der in der Abgasquelle eingesetzte Brennstoff unter
sucht. Es wurde gefunden, daß das in dieser Gasturbine einge
setzte Brennstoffgas nicht nur LNG aufwies, sondern auch Faul
gase, die durch den Abbau von Schlamm aus Abwasser erhalten
wurden. Deshalb wurde das Faulgas auf Siliciumverbindungen hin
untersucht, und es zeigte sich, daß organische Siliciumverbin
dungen (Silicone) vorlagen. Man nimmt deshalb an, daß ein Teil
des Siloxans (Si-O-Si), das das Basisskelett von Siliconen
bildet, zurückbleibt und auf den Katalysatoroberflächen adsor
biert und in Form seines Abbauprodukts Siliciumdioxid abgela
gert wird, oder daß feine Siliciumdioxidteilchen von Submikron
größe durch die Verbrennung organischer Siliconverbindungen
entstehen und auf dem Katalysator abgelagert werden.
Die vorliegenden Erfindung baut auf diesen Untersuchungen und
Erkenntnissen auf.
Aufgrund der oben stehenden Untersuchungen wird erfindungsgemäß
bereit gestellt (1) ein Verfahren zur Regenerierung eines Deni
trierungskatalysators, wobei zur Regenerierung eines Denitrie
rungskatalysators mit verringerter Denitrierungsleistung der
Katalysator mit einer Reinigungsflüssigkeit mit einer Fluorwas
serstoffsäurekonzentration von 0,3 bis 3 Gew.-% gereinigt und
diese bei einer Temperatur von 20 bis 80°C gehalten wird, und
(2) ein Verfahren zur Regenerierung eines Denitrierungskataly
sators, wobei ein Denitrierungskatalysator mit einer verringer
ten Denitrierungsleistung unter den in (1) beschriebenen Bedin
gungen gereinigt, der gereinigte Katalysator getrocknet und der
Katalysator mit einer katalytisch aktiven Komponente
imprägniert wird, so daß diese auf dem Katalysator abgelagert
bzw. aufgetragen wird.
Erfindungsgemäß werden die auf einem Katalysator abgelagerten
Siliciumdioxidverbindungen (hauptsächlich Siliciumdioxid) mit
einer wässerigen Fluorwasserstoffsäurelösung gereinigt und ge
mäß dem nachfolgenden Reaktionschema umgesetzt:
SiO2 + 4HF → SiF4 + 2H2O
Das erhaltene, wasserlösliche Siliciumtetrafluorid (SiF4) wird
in der Reinigungsflüssigkeit gelöst. Auf diese Weise können die
auf den Katalysatorflächen abgelagerten Siliciumdioxidverbin
dungen entfernt werden.
Wenn schwer lösliche Siliciumdioxidverbindungen auf den Kataly
satorflächen abgelagert werden, ist es schwierig, diese aufzu
lösen, wenn die Fluorwasserstoffsäure enthaltende Reinigungs
flüssigkeit eine Umgebungstemperatur von ca. 20°C aufweist.
Demnach ist es notwendig, zur Verbesserung der Reinigungswir
kung die Temperatur der Reinigungsflüssigkeit zu erhöhen. Auf
diese Weise wird die Reinigungswirkung erhöht, wobei jedoch ein
erhöhter Anteil des Vanadiums, der eine katalytisch aktive Kom
ponente darstellt, herausgelöst wird, was zu einer Verringerung
der im Katalysator verbleibenden Vanadiumkonzentration führt.
Obwohl die für die verringerte Denitrierungsleistung verant
wortlichen Siliciumdioxidverbindungen entfernt wurden, ist es
deshalb offensichtlich ummöglich, die Denitrierungsleistungs
fähigkeit wieder herzustellen. Demnach ist es in solchen Fäl
len, bei denen ein erhöhter Vanadiumanteil aus dem Katalysator
unter bestimmten Reinigungsbedingungen herausgelöst wird, not
wendig, die katalytische Leistungsfähigkeit durch Imprägnierung
des Katalysators mit Vanadium wieder herzustellen, so daß es auf
dem Katalysator abgelagert wird.
Gemäß dem Stand der Technik konnten Katalysatoren, die aufgrund
einer Ablagerung von Siliciumdioxidverbindungen eine verringer
te Leistungsfähigkeit aufwiesen, nicht regeneriert werden und
mußten deshalb entsorgt werden. Aufgrund der vorliegenden Er
findung ist es jedoch möglich, derartige Katalysatoren zu rege
nerieren und hierdurch ihren Anteil an industriellem Abfall zu
verringern. Die vorliegende Erfindung ermöglicht deshalb signi
fikante Verbesserungen im industriellen Bereich.
Die Erfindung wird nachfolgend auch anhand der beiliegenden
Figur näher erläutert. Fig. 1 zeigt eine Perspektivdarstellung
eines wabenförmigem Denitrierungskatalysators, der in den er
findungsgemäßen und nachfolgen beschriebenen Beispielen verwen
det wurde.
Die vorliegende Erfindung betrifft die Regenerierung eines De
nitrierungskatalysators, der zur Entfernung von Stickoxiden aus
Verbrennungsabgasen eingesetzt wird. Wenn also die katalytische
Leistungsfähigkeit eines derartigen Katalysators aufgrund der
auf den Katalysatoroberflächen abgelagerten Siliciumdioxidver
bindungen verringert ist, kann der Katalysator durch Reinigen
mit einer wässerigen Fluorwasserstoffsäure (HF) regeneriert
werden, so daß das auf den Katalysatoroberflächen abgelagerte
Siliciumdioxid in Form von Siliciumtetrafluorid gelöst wird.
Falls die Fluorwasserstoffsäurekonzentration unzureichend nie
drig ist, wird kein ausreichender regenerativer Effekt erzielt.
Andererseits wird bei einer zu hohen Konzentration an
Fluorwasserstoffsäure zwar eine ausreichende regenerative Wir
kung erzielt, aber ein Teil des im Ton-Mineral (beispielsweise
saurer Ton oder Diatomeenerde) und in den Glasfasern (die
hauptsächlich aus Siliciumdioxid bestehen), die zum Katalysator
in einer Menge von mehreren Prozent bis zu mehreren Zehnprozent
zur Aufrechterhaltung der Festigkeit des Katalysators zugegeben
werden, enthaltenen Siliciumdioxids wird ebenfalls
herausgelöst. Aufgrund dessen kann die Katalysatorfestigkeit
auf ein Niveau verringert werden, das geringer ist als dasjeni
ge, das in den Industrieanlagen tatsächlich erforderlich ist.
Demnach ist es zum Erhalten einer regenerativen Wirkung bei
gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Katalysatorfestigkeit not
wendig, den Katalysator mit einer wässerigen Lösung mit einer
Fluorwasserstoffsäurekonzentration von 0,3 bis 3 Gew.-% zu rei
nigen.
In den Fällen, in denen das auf den Katalysatorflächen abgela
gerte Siliciumdioxid in einer schwer löslichen Form vorliegt,
kann ein ausreichender regenerativer Effekt unter Verwendung
einer wässerigen Fluorwasserstoffsäure bei Umgebungstemperatur
nicht erzielt werden. In derartigen Fällen kann das auf den
Katalysatorflächen abgelagerte schwer lösliche Siliciumdioxid
dadurch entfernt werden, daß die Temperatur der Fluorwasser
stoffsäure enthaltenden Reinigungsflüssigkeit auf 20 bis 80°C
erhöht wird. Wenn die Temperatur der Fluorwasserstoffsäure ent
haltenden Reinigungsflüssigkeit jedoch höher wird, wird das
eine katalytisch aktive Komponente bildende Vanadium aus dem
Katalysator herausgelöst, wodurch eine Verringerung der Deni
trierungsleistungsfähigkeit aufgrund einer verringerten Vanadi
umkonzentration im Katalysator bewirkt wird. Demnach wird er
findungsgemäß dann, wenn der Katalysator von den
Siliciumdioxidverbindungen befreit wurde und er mit Wasser ge
waschen und getrocknet wurde, mit Vanadium imprägniert, so daß
das Vanadium auf dem Katalysator abgelagert und die Vanadium
konzentration im Katalysator hierdurch auf den Vanadiumgehalt
vor dem Reinigungsschritt wieder eingestellt wird. Um den Kata
lysator mit Vanadium zu imprägnieren, wird der Katalysator in
eine wässerige Lösung getaucht, die durch Auflösen einer Vana
diumverbindung (beispielsweise Vanadiumpentoxid, Ammoniummeta
vanadat oder Vanadylsulfat) in Wasser, einer Lösung einer orga
nischen Säure oder einer Lösung eines Amins, hergestellt wurde.
Um die Effekte der vorliegenden Erfindung zu zeigen, werden
nachfolgend Beispiele und Vergleichsbeispiele aufgeführt.
Sechs Denitrierungskatalysatoren (zusammengesetzt aus 89,2
Gew.-% TiO2, 10,2 Gew.-% WO3 und 0,6 Gew.-% V2O5) mit einer waben
förmigen Gestaltung und Zwischenräumen von 7,4 mm (vgl. Fig. 1)
wurden bereitgestellt. Diese Katalysatoren wurden in Abgasen
aus der mit Kohle beheizten Boileranlage A etwa 23 000 Stunden
lang benutzt, und sie wiesen demnach eine verringerte Denitrie
rungsleistung auf. Um diese Katalysatoren zu regenerieren, wur
de jeder der Katalysatoren in 4,0 Volumina einer Reinigungs
flüssigkeit mit einer wässerigen Lösung mit einer HF-Konzentra
tion von 0,03, 0,1, 0,3, 1, 3 oder 5 Gew.-% getaucht, bei 20°C
4 Stunden lang darin stehen gelassen, mit Wasser gewaschen und
dann getrocknet. Die so behandelten Katalysatoren werden als
"Katalysatoren 1-6" bezeichnet.
Zwei Denitrierungskatalysatoren, die in gleicher Weise wie im
Beispiel 1 beschrieben behandelt wurden, wurden bereit ge
stellt. Um diese Katalysatoren zu regenerieren, wurde jeder von
ihnen in 4,0 Volumina einer Reinigungsflüssigkeit aus Wasser
oder einer wässerigen Lösung mit einer HCl-Konzentration von
1 Gew.-% getaucht und bei 20°C 4 Stunden lang stehen gelassen,
mit Wasser gewaschen und anschließend getrocknet. Die so behan
delten Katalysatoren werden als "Katalysatoren 51 und 61" be
zeichnet.
Es wurden 12 Denitrierungskatalysatoren (zusammengesetzt aus
89,2 Gew.-% TiO2, 10,2 Gew.-% WO3 und 0,6 Gew.-% V2O5) mit einer
wabenförmigen Gestaltung und einem Abstand von 7,4 mm bereit
gestellt. Diese Katalysatoren wurden in einer kohlebetriebenen
Warmwasseranlage B etwa 45 000 Stunden lang benutzt, und sie
wiesen demnach eine verringerte Denitrierungsleistungsfähigkeit
auf. Zur Regenerierung dieser Katalysatoren wurde jeder der
Katalysatoren in 4,0 Volumina einer Reinigungsflüssigkeit aus
einer wässerigen Lösung mit einer HF-Konzentration von 0,3, 1,0
oder 3,0 Gew.-% eingetaucht, 4 Stunden lang stehen gelassen, und
die Temperatur der Reinigungsflüssigkeit wurde bei 20, 40, 60
oder 80°C aufrecht erhalten, die Katalysatoren wurden mit Was
ser gewaschen und anschließend getrocknet. Die so behandelten
Katalysatoren werden als "Katalysatoren 7-18" bezeichnet. Wei
terhin wurden diese Katalysatoren in eine Lösung getaucht, die
durch Auflösen von Vanadiumpentoxid in einer wässerigen Oxal
säurelösung hergestellt wurde, so daß die Vanadiumkonzentration
in den Katalysatoren auf ihren Gehalt an Vanadium vor dem Rei
nigungsschritt wieder eingestellt wurde. Die so erhaltenen Ka
talysatoren werden als "Katalysatoren 19-30" bezeichnet.
Es wurden 2 Denitrierungskatalysatoren, die in gleicher Weise
wie in Beispiel 2 beschrieben behandelt wurden, bereit ge
stellt. Um diese Katalysatoren zu regenerieren, wurde jeder von
ihnen in gleicher Weise wie im Beispiel 2 behandelt, mit der
Ausnahme, daß Wasser oder eine wässerige Lösung mit einer HCl-Konzentration
von 1 Gew.-% als Reinigungsflüssigkeit eingesetzt
wurde, und die Temperatur der Reinigungsflüssigkeit wurde bei
40°C gehalten. Die so behandelten Katalysatoren werden als "Ka
talysatoren 52 und 62" bezeichnet. Weiterhin wurde der Kataly
sator 62 in gleicher Weise wie im Beispiel 2 beschrieben behan
delt, so daß die Vanadiumkonzentration im Katalysator auf den
Vandiumgehalt vor der Reinigung eingestellt wurde. Der so er
haltene Katalysator wir als "Katalysator 63" bezeichnet.
Es wurde ein Denitrierungskatalysator (zusammengesetzt aus
86,5 Gew.-% TiO2, 9,8 Gew.-% WO3 und 3,7 Gew.-% V2O5) mit einer
wabenförmigen Konfiguration und einem Abstand von 3,3 mm bereit
gestellt. Dieser Katalysator wurde in einer Gasturbinenanlage
C, mit Kohle beheizter Warmwasseranlage B unter Verwendung von
Faulgas aus dem Abbau von Abwässern als Teil des Brennstoffs
etwa 5 000 Stunden lang eingesetzt, und der Katalysator wies
demnach eine verringerte Denitrierungsleistung auf. Um diesen
Katalysator zu regenerieren wurde er in 4,0 Volumina einer Rei
nigungsflüssigkeit aus einer wässerigen Lösung mit einer HF-Konzentration
von 1 Gew.-% getaucht, 3 Stunden lang bei 60°C
darin stehen gelassen, mit Wasser gewaschen und dann getrock
net. Der so behandelte Katalysator wird als "Katalysator 31"
bezeichnet. Weiterhin wurde dieser Katalysator in eine Lösung
getaucht, der durch Auflösen von Vanadiumpentoxid in einer wäs
serigen Oxalsäurelösung hergestellt wurde, so daß die Vanadium
konzentration in den Katalysatoren auf ihren Vanadiumgehalt vor
dem Reinigungsschritt eingestellt wurde. Der so erhaltene Kata
lysator wird als "Katalysator 32" bezeichnet.
Es wurden 2 in gleicher Weise wie in Beispiel 3 beschriebene
Denitrierungskatalysatoren bereit gestellt. Um diese Katalysa
toren zu regenerieren wurde jeder der Katalysatoren in gleicher
Weise wie in Beispiel 3 beschrieben behandelt, mit der Ausnah
me, daß Wasser oder eine wässerige Lösung mit einer HCl-Konzen
tration von 1 Gew.-% als Reinigungsflüssigkeit eingesetzt wurde.
Die so behandelten Katalysatoren werden als "Katalysatoren 54
und 64" bezeichnet. Weiterhin wurde der Katalysator 64 in glei
cher Weise wie in Beispiel 3 beschrieben aufbereitet, so daß die
Vanadiumkonzentration im Katalysator auf den gleichen Gehalt an
Vanadium wie vor der Reinigung eingestellt wurde. Der so erhal
tene Katalysator wird als "Katalysator 65" bezeichnet.
Die ungebrauchten Katalysatoren und die in den mit Kohle be
heizten Warmwasseranlagen A und B und der Gasturbinenanlage c
eingesetzten Katalysatoren und die in den oben genannten Bei
spielen und Vergleichsbeispielen erhaltenen Katalysatoren wur
den in Bezug auf ihre Denitrierungsleistung unter den in der
Tabelle 1 gezeigten Bedingungen vergleichsweise getestet. In
den Beispielen 1 und 2 wurden weiterhin die Druckfestigkeiten
der Katalysatoren bestimmt. Die so erhaltenen Ergebnisse sind
in den Tabellen 2, 3 und 4 angegeben.
Testbedingungen
Testbedingungen
Testergebnisse
Testergebnisse
Tabelle 3
Testergebnisse
Tabelle 4
Aus diesen Ergebnissen kann entnommen werden, daß bei Regenera
tion eines Katalysators mit einer verringerten Denitrierungs
leistung aufgrund der Ablagerung von Siliciumdioxidverbindungen
auf den Katalysatorflächen mit Hilfe einer Reinigungsflüssig
keit die Wirkung unzureichend ist, wenn die Fluorwasserstoff
säurekonzentration der Reinigungsflüssigkeit unter 0,3 Gew.-%
liegt. Andererseits wird die Denitrierungsleistung bei einer
Fluorwasserstoffsäurekonzentration über 3 Gew.-% wieder herge
stellt, wobei jedoch ein Teil des im Ton enthaltenen Silicium
dioxids und ein Teil des Siliciumdioxids in den Glasfasern, die
zum Katalysator während der Herstellung zur Aufrechterhaltung
der Festigkeit des Katalysators zugegeben wurden, herausgelöst
werden, wodurch eine Festigkeitsverminderung stattfindet. Dem
nach sollte die Fluorwasserstoffsäurekonzentration der Reini
gungsflüssigkeit bevorzugt im Bereich von 0,3 bis 3 Gew.-% lie
gen.
Weiterhin kann aus den Ergebnissen des Beispiels 2 entnommen
werden, daß dann, wenn die auf den Katalysatorflächen abgela
gerten Siliciumdioxidverbindungen schwer löslich sind, die Si
liciumdioxidverbindungen nur schwer gelöst werden können, wenn
die Reinigungsflüssigkeit eine Temperatur von etwa 20°C auf
weist, wodurch kein ausreichender und zufriedenstellender rege
nerativer Effekt erzielbar ist. In derartigen Fällen ist es
notwendig, die Reinigungsflüssigkeit auf eine Temperatur von
über 20°C, bevorzugt von 40°C oder darüber, zu erhitzen. Falls
jedoch die Temperatur der Reinigungsflüssigkeit 80°C erreicht,
wird die Katalysatorfestigkeit verringert. Demnach sollte die
Temperatur der Reinigungsflüssigkeit bevorzugt im Bereich von
40 bis 60°C liegen.
Wenn die Reinigungsflüssigkeit eine Temperatur von 40°C oder
darüber aufweist, wird Vanadium, das eine katalytisch aktive
Komponente darstellt, während des Reinigungsprozesses herausge
löst, wodurch eine Verringerung der katalytischen Leistung
stattfindet. Demnach kann der Katalysator nach Entfernen der
Siliciumdioxidverbindungen durch ihre Auflösung dadurch regene
riert werden, daß der Katalysator mit dem verlorenen Vanadium
imprägniert wird.
Claims (5)
1. Verfahren zur Regeneration eines Denitrierungskatalysa
tors, dadurch gekennzeichnet, daß zur Regeneration eines
Denitrierungskatalysators mit verringerter Denitrierungs
leistung der Katalysator mit einer Reinigungsflüssigkeit
mit einer Fluorwasserstoffsäurekonzentration von 0,3 bis 3
Gew.-% gereinigt, wobei die Reinigungsflüssigkeit bei einer
Temperatur von 20 bis 80°C gehalten wird.
2. Verfahren zur Regeneration eines Denitrierungskataly
sators, dadurch gekennzeichnet, daß die Schritte zur Rei
nigung eines Denitrierungskatalysators mit verringerter
Denitrierungsleistung unter den in Anspruch 1 beschriebe
nen Bedingungen durchgeführt werden, der gereinigte Kata
lysator getrocknet wird und der Katalysator mit einem ka
talytisch aktiven Bestandteil imprägniert wird, um diesen
Bestandteil auf den Katalysator aufzubringen.
3. Verfahren zur Regenerierung eines Denitrierungskatalysator
nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als kataly
tisch aktiver Bestandteil Vanadium eingesetzt wird.
4. Verfahren zur Regenerierung eines Denitrierungskatalysa
tors nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ka
talysator mit der Reinigungsflüssigkeit gereinigt wird und
diese bei einer Temperatur von 40 bis 60°C gehalten wird.
5. Denitrierungskatalysator, dadurch gekennzeichnet, daß er
durch ein Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 4 regeneriert wurde.
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