DE19805514A1 - Pulverbeschichtungsanlage - Google Patents
PulverbeschichtungsanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Pulverbeschichtungsanlage mit
einer Beschichtungskabine gemäß dem Oberbegriff des An
spruchs 1.
Pulverbeschichtungsanlagen dieser Art sind bekannt und seit
langem im Einsatz. In der Beschichtungskabine werden Werk
stücke mit Beschichtungsgeräten, wie Sprühpistolen, elek
trostatisch beschichtet. Die Werkstücke können dabei durch
einen Fördermechanismus durch die Kabine gefördert werden,
wobei der Fördermechanismus durch einen Förderspalt im Dach
der Kabine greift. Nicht auf dem Werkstück deponiertes Pul
ver wird aus dem Kabineninnenraum über einen Absaugkanal
abgesaugt und in der Pulverrückgewinnungseinheit zurückge
wonnen. Der Sog wird dabei durch eine Ventilatoreinheit er
zeugt, die mit dem Kabineninnenraum über den Absaugkanal,
die Pulverrückgewinnungseinheit und einen Reinluftkanal in
Strömungsverbindung steht. In den Reinluftkanal ist gewöhn
lich ein Nachfilter eingeschaltet, so daß die in den Venti
lator gelangende Reinluft weitestgehend von Pulver befreit
ist, so daß die Reinluft anschließend ohne Gesundheitsge
fahren über den Auslaß der Ventilatoreinheit in die Halle
ausgeblasen werden kann, in welcher sich die Pulverbe
schichtungsanlage befindet.
Üblicherweise verwendete Ventilatoreinheiten erzeugen Luft
mengenströme in der Größenordnung von 3000 bis 30000 m3/h.
Dabei wird die in der Zeiteinheit strömende Luftmenge so
eingestellt, daß an jeder Kabinenöffnung, z. B. seitlichen
Öffnungen in der Kabine zum Einführen von Sprühgeräten oder
dem Förderspalt im Dach der Kabine, Lufteinströmgeschwin
digkeiten von etwa 0,5 m/s herrschen. Hierdurch wird er
reicht, daß aufgrund des in der Kabine erzeugten Unter
druckes im Kabineninnenraum kein Pulver-/Luftgemisch durch
die Öffnungen aus der Kabine in die Umgebung austreten
kann. Die von der Ventilatoreinheit angesaugte, gereinigte
Luft wird wie gesagt in die Halle ausgeblasen. Zum Erzeugen
der erwähnten starken Luftströmung ist ein hoher Energie
einsatz zum Antrieb des Ventilators erforderlich. Außerdem
sind beim Ausblasen der Reinluft in die Halle strömungs
technische Maßnahmen, wie der Einsatz von Diffusoren und
Zugluft verhindernden Umlenkmitteln erforderlich, damit die
Luft ausschließlich in Bereiche geleitet wird, in denen sie
nicht stört.
Hinter der Beschichtungskabine einer oben beschriebenen
Pulverbeschichtungsanlage ist häufig ein Einbrennofen zum
Einbrennen des Pulvers in die Werkstückoberfläche angeord
net. So wird oft heiße, aus diesem Einbrennofen stammende
Luft in die Kabine eingesaugt. Dies kann zu vorzeitiger
Pulvergelierung und außerdem zu unnötigen Energieverlusten
im Ofen führen. Um dies zu vermeiden, hat man bisher als
einzige Abhilfe aufwendige Schleusensysteme zwischen der
Beschichtungskabine und dem Einbrennofen vorgesehen.
Mit den großen, über die Kabinenöffnung eingesaugten Luft
mengen werden stets auch Staubpartikel aus der Halle in die
Kabine gesaugt, welche die Qualität der Lackschicht auf dem
Werkstück beeinträchtigen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Pulverbe
schichtungsanlage der eingangs angegebenen Art zu schaffen,
die frei von den oben beschriebenen Problemen ist und ins
besondere mit erheblich verringertem Energieaufwand zur
Erzeugung des erforderlichen Luftdurchsatzes durch eine
Beschichtungskabine betrieben werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einer Pulverbeschich
tungsanlage mit den Merkmalen des Oberbegriffs des An
spruchs 1 vorgesehen, daß die gereinigte Abluft zumindest
teilweise wieder in die Beschichtungskabine zurückgeführt
wird.
Aufgrund der erfindungsgemäßen Rückführung der gereinigten
Abluft kann mit kleineren Ventilatorleistungen gefahren
werden als bisher. Es muß nämlich nicht mehr auch an der
ungünstigsten Stelle eine Einströmgeschwindigkeit von min
destens 0,5 m/s garantiert werden, was zu unnötig hohen
Strömungsgeschwindigkeiten an anderen Stellen führte. Da
die Luft bei der Erfindung exakt dorthin geleitet werden
kann, wo sie gebraucht wird, können die bisher unnötig
stark durchströmten Öffnungen der Beschichtungskabine nun
ebenfalls nur noch mit der erforderlichen minimalen Ge
schwindigkeit durchströmt werden. Dies führt zu drastischen
Einsparungen an Ventilator-Antriebsleistung.
Maßnahmen zur Zugluftvermeidung, wie sie bei Ausblasen der
Reinluft in die Halle unvermeidlich waren, erübrigen sich
bei einer Pulverbeschichtungsanlage nach der Erfindung. Die
über den Rückführkanal eingeführte Luft ist praktisch
staubfrei, so daß durch Staub bedingte Qualitätsprobleme
bei der Beschichtung vermieden sind. Auch kann es wegen
Einspeisens der rückgeführten, gereinigten Luft in den Ka
bineninnenraum nicht zum Einsaugen heißer Ofenluft kommen,
so daß das Pulver nicht vorzeitig auf den Werkstücken ge
lieren kann.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Un
teransprüchen angegeben.
Eine vorteilhafte Verwendung der erfindungsgemäßen Rückfüh
rung der gereinigten Abluft zur Reinigung der Beschich
tungskabine ist in Anspruch 9 unter Schutz gestellt.
Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeich
nungen an zwei Ausführungsbeispielen mit weiteren Einzel
heiten näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische, perspektivische Darstel
lung einer Pulverbeschichtungsanlage nach
der Erfindung;
Fig. 2 eine Einzelheit einer abgewandelten Pulver
beschichtungsanlage nach der Erfindung.
Fig. 1 zeigt eine Pulverbeschichtungsanlage gemäß der Er
findung mit einer Beschichtungskabine 1, einer Rückgewin
nungseinheit 2, die beispielsweise als Zyklon ausgebildet
sein kann, eine Nachfiltereinheit 3 und eine Ventilatorein
heit 4.
Die Beschichtungskabine 1 ist über einen Absaugkanal 5 mit
der Rückgewinnungseinheit 2 verbunden, in welcher der größ
te Teil des im Pulver-Luftgemisch enthaltenen, nicht ge
nutzten Pulvers abgeschieden und in einem Behälter 7 aufge
fangen wird. Von diesem Behälter 7 aus ist das Pulver er
neut Pulver-Applikationsgeräten (nicht gezeigt) zuführbar.
Die weitgehend von Pulver befreite, gereinigte Luft wird
dann durch einen Reingaskanal 8 in eine Nachfiltereinheit 3
gesaugt. In dieser Nachfiltereinheit 3 angeordnete Patro
nen- oder Plattenfilter reinigen die Luft vollständig. Die
Ventilatoreinheit 4 erzeugt den Sog, der zum Absaugen des
Pulver-Luftgemisches aus dem Innenraum 19 der Beschich
tungskabine 1 über den Absaugkanal 5 und über den Reinluft
kanal 8 erforderlich ist. Ein bei 20 angedeuteter Auslaß
der Ventilatoreinheit 4 steht über einen Rückführkanal 9
mit der Beschichtungskabine 1 in Strömungsverbindung, und
zwar wie folgt: die in Fig. 1 gezeigte Beschichtungskabine
hat als Hohlkörper 10 ausgebildete Wände. Der Absaugkanal 9
ist mit den Hohlräumen in den Hohlkörpern 10 auf nichtge
zeigte Weise strömungsverbunden, so daß die über den Rück
führkanal 9 gespeiste Reinluft in die Hohlräume der Hohl
körper 10 eingespeist wird. In Randflächen der Hohlkörper
10, welche einen Förderspalt 13 und eine seitliche Öffnung
12 begrenzen, befinden sich in den Innenraum 19 der Be
schichtungskabine 1 hineinweisende Ausströmöffnungen 11.
Über diese Ausströmöffnungen 11 wird die in die Hohlkörper
10 eingeleitete Reinluft gezielt in den Innenraum 19 der
Beschichtungskabine 1 mit definierter Einströmgeschwindig
keit in der Größenordnung von mindestens 0,5 m/s eingelei
tet. Der dadurch erzeugte Unterdruck verhindert, daß das
Pulverluftgemisch während des Beschichtungsvorganges aus
der Beschichtungskabine 1 austritt.
Fig. 2 zeigt eine alternative Ausführung, bei welcher
statt einer doppelwandigen Konstruktion mit den Hohlkörpern
10 eine einwandige Kabinenkonstruktion 16 gewählt ist. In
diesem Fall ist ein Rückführkanal 14 vorgesehen, der mit
seinem kabinenseitigen Abschnitt eine geschlossene
Schleife 18 bildet. Diese Schleife 18 umgibt eine Öffnung
15 in der Kabinenwand 16. Im gezeigten Fall sind die
Schleife 18 und die Öffnung 15 rechteckig ausgebildet. Die
Öffnung 15 ist durch senkrecht auf der Kabinenwand 16 ste
hende Wandabschnitte 22, 23 des Rückführkanals 14 begrenzt.
In diesen insgesamt vier Wandabschnitten, von denen nur
zwei in Fig. 2 sichtbar sind, befinden sich Aus
strömöffnungen 17, welche in die Öffnung 15 hinein in den
Innenraum 19 (Fig. 2 nicht gezeigt) der Beschichtungskabine
1 gerichtet sind. Über diese Ausströmöffnungen des Rück
führkanals 17 kann also die Reinluft gezielt und mit vor
bestimmter Strömungsgeschwindigkeit durch die Öffnung 15 in
die Beschichtungskabine 1 einströmen. Der Pfeil F bezeich
net die Reinluftströmungsrichtung der aus einer Ventilato
reinheit 4 wie bei Fig. 1 gelieferten Reinluft, die im
übrigen auf gleiche Weise und über gleiche Baugruppen 2, 3,
5, 8 gefördert wird wie bei der Ausführung nach Fig. 1.
Diese Baugruppen sind deshalb hier nicht nochmals gezeich
net.
Mit einer Pulverbeschichtungsanlage nach den Fig. 1 oder
2 wird ein Abblasen in die Halle der für die Pulverbe
schichtung verbrauchten Saugluft vermieden. Vielmehr wird
die abgesaugte Luft nach der Befreiung von nicht verwende
tem Pulver und Nachreinigung in der Nachfiltereinheit 3
ganz oder teilweise wieder in die Pulverbeschichtungskabine
1 gezielt mit vorbestimmten Strömungsgeschwindigkeiten ein
geblasen. Dadurch wird der Leistungsbedarf der Ventilato
reinheit 4 wesentlich reduziert. Ferner wird vermieden, daß
staubbeladene
und/oder unerwünscht heiße Luft aus der Umgebung in die
Pulverbeschichtungskabine 1 eingesaugt wird.
Die in der vorstehenden Beschreibung sowie in den Ansprü
chen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl ein
zeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirkli
chung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsfor
men wesentlich sein.
Claims (10)
1. Pulverbeschichtungsanlage mit einer Beschichtungs
kabine (1), in der Werkstücke durch Besprühen mit
einem Pulver-/Luftgemisch beschichtet werden und die
Abluft aus der Beschichtungskabine abgesaugt und ge
reinigt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die gereinigte Abluft zumindest teilweise wieder
in die Beschichtungskabine (1) zurückgeführt wird.
2. Pulverbeschichtungsanlage nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Beschichtungs
kabine (1) über einen Absaugkanal (5) mit einer Pul
verrückgewinnungseinheit (2) verbunden ist, die ih
rerseits über einen Reinluftkanal (8) mit einer Ven
tilatoreinheit (4) verbunden ist, und daß der Auslaß
(20) der Ventilatoreinheit (4) über einen Rückführ
kanal (9) mit dem Kabineninnenraum (19) in Strö
mungsverbindung steht.
3. Pulverbeschichtungsanlage nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß im Bereich von
Öffnungen (12, 13; 15) der Beschichtungskabine (1) in
den Kabineninnenraum (19) hinein gerichtete Aus
strömöffnungen (11; 17) vorgesehen sind, welche von
dem Rückführkanal (9) mit rückgeführter, gereinigter
Luft gespeist sind.
4. Pulverbeschichtungsanlage nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Öffnungen einen
Förderspalt (13) im Dach der Beschichtungskabine (1)
umfassen, an dem zumindest einseitig eine Reihe von
Ausströmöffnungen (11) vorgesehen ist.
5. Pulverbeschichtungsanlage nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnun
gen seitliche und/oder stirnseitige Öffnungen
(12; 15) in den Kabinenwänden (10; 16) umfassen.
6. Pulverbeschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 2
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kabinenwände (10) als Hohlkörper ausgebildet sind,
und daß der Rückführkanal (9) mit den Hohlräumen in
diesen Hohlkörpern kommuniziert, die ihrerseits über
die in Umrandungen der Öffnungen (12, 13) vorgesehe
nen Ausströmöffnungen (11) mit dem Kabineninnenraum
(19) in Strömungsverbindung stehen.
7. Pulverbeschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 2
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf
die Kabinenaußenwand (16) ein an die entsprechende
Öffnung (15) angrenzender Luftkanal (14) aufgesetzt
ist, der von dem Rückführkanal (9) mit rückgeführter
Luft gespeist ist und in an die Öffnung (15) angren
zenden Abschnitten (18) die in den Kabineninnenraum
hinein gerichteten Ausströmöffnungen (17) aufweist.
8. Pulverbeschichtungsanlage nach einem der Ansprüche 2
bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in
den Reinluftkanal (8) ein Nachfilter (3) eingeschal
tet ist.
9. Verwendung einer Pulverbeschichtungsanlage nach ei
nem der Ansprüche 1 bis 8 zum Innenreinigen der Be
schichtungskabine (1), dadurch gekenn
,zeichnet, daß bei geschlossener Beschich
tungskabine (1) die dem Kabineninnenraum (19) über
einen Rückführkanal (9) zugeführte Reinluft zur Rei
nigung der Innenwände der Beschichtungskabine einge
setzt wird.
10. Verwendung nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die rückgeführte Reinluft in
ein zur Reinigung durch die Beschichtungskabine zu
förderndes Rohrreinigungssystem mit auf die Innen
wände gerichteten Ausströmdüsen für die Reinluft
eingespeist wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19805514A DE19805514A1 (de) | 1998-02-11 | 1998-02-11 | Pulverbeschichtungsanlage |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19805514A DE19805514A1 (de) | 1998-02-11 | 1998-02-11 | Pulverbeschichtungsanlage |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19805514A1 true DE19805514A1 (de) | 1999-08-19 |
Family
ID=7857352
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19805514A Withdrawn DE19805514A1 (de) | 1998-02-11 | 1998-02-11 | Pulverbeschichtungsanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19805514A1 (de) |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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