DE19803385A1 - Selbsttragende Rohbaustruktur für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Selbsttragende Rohbaustruktur für ein KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine selbsttragende Rohbaustruktur für
ein Kraftfahrzeug mit einem Vorbaubereich, der ein lösbar an
Stirnabschnitten von Vorbaulängsträgern angeordnetes Frontend
aufweist, das wenigstens einen Stoßfangerquerträger sowie eine
Kühlerbrücke aufweist.
Eine solche selbsttragende Rohbaustruktur ist für Mercedes Benz-
Personenkraftwagen allgemein bekannt. Der Vorbaubereich einer
solchen Rohbaustruktur weist ein stabiles und kraftübertragendes
Frontend auf, das mit einem Stoßfängerquerträger, einer Kühler
brücke sowie Rahmenabschnitten für die Aufnahme von Leuchtein
heiten versehen ist. Das Frontend wird mit Hilfe von energieab
sorbierenden Deformationselementen an obere und untere Vorbau
längsträger des Vorbaubereiches angebunden, wobei eine lösbare
Anbindung durch eine Verschraubung erzielt wird. Toleranzabwei
chungen konnten bei der Anbindung des Frontends während der Mon
tage zu Schwierigkeiten führen. Demzufolge konnten nach erfolg
ter Montage Spannungen im Vorbaubereich entstanden sein.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Rohbaustruktur der eingangs
genannten Art zu schaffen, die einen weitgehend spannungsfreien
Anschluß eines Frontends ermöglicht.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß wenigstens zwei in einer
gemeinsamen Horizontalebene zueinander beabstandete Stirnab
schnitte der Vorbaulängsträger durch wenigstens eine biegesteife
Querstrebe miteinander verbunden sind. Diese Querstrebe gewähr
leistet eine maßgenaue Zuordnung der Stirnabschnitte der Vorbau
längsträger, so daß keine unzulässigen Toleranzabweichungen für
die Anbindung des Frontends auftreten. Das Frontend ist somit
zumindest weitgehend spannungsfrei an den Stirnabschnitten der
Vorbaulängsträger festlegbar. Es ergibt sich zudem eine Erhöhung
der Torsionssteifigkeit des gesamten Vorbaubereiches während der
Montage und auch der gesamten, fertiggestellten Karosserie, wo
durch ein erhöhter Komfort im Fahrbetrieb erzielbar ist. Erfin
dungsgemäß kann eine Querstrebe sowohl im Bereich von oberen
Vorbaulängsträgern als auch im Bereich von unteren Vorbaulängs
trägern vorgesehen sein. Es ist auch möglich, mehrere Querstre
ben an den entsprechenden Stirnabschnitten von oberen und unte
ren Vorbaulängsträgern vorzusehen. Die Festlegung der Querstrebe
muß nicht notwendigerweise direkt an den frontseitigen Stirn
enden der Stirnabschnitte der Vorbaulängsträger erfolgen. Eine
Festlegung kann auch an in Fahrzeuglängsrichtung weiter hinten
liegenden Bereichen der Stirnabschnitte vorgesehen sein. Die we
nigstens eine Querstrebe bietet zudem Vorteile, falls an den
Vorbaubereich von unten her ein Integralträger zur Halterung we
nigstens eines Antriebsaggregates ansetzbar ist. Da ein solcher
Integralträger an den unteren Vorbaulängsträgern festgelegt
wird, ermöglicht die höhere Maßhaltigkeit des Abstandes zwischen
den unteren Vorbaulängsträgern auch eine exakte Montage des In
tegralträgers, wodurch auch der Integralträger spannungsfrei
montiert werden kann. Die Betriebsfestigkeit der Anbindungspunk
te des Integralträgers wird erhöht. Die erfindungsgemäße Lösung
ist insbesondere für offene Kraftfahrzeuge wie Cabriolets geeig
net.
In Ausgestaltung der Erfindung ist die wenigstens eine Querstre
be lösbar mit den Stirnabschnitten verbunden. Dies ist eine be
sonders einfache Variante, bei der die Querstrebe problemlos
austauschbar ist.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den
Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung von bevor
zugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, die anhand der
Zeichnungen dargestellt sind.
Fig. 1 zeigt einen Vorbaubereich einer Ausführungsform einer er
findungsgemäßen Rohbaustruktur in einer perspektivischen
Explosionsdarstellung,
Fig. 2 einen Schnitt in einer vertikalen Fahrzeuglängsebene
durch einen Stirnabschnitt eines Vorbaulängsträgers auf
Höhe der Anbindung eines Frontends nach Fig. 1,
Fig. 3 schematisch eine Draufsicht auf einen Vorbaubereich nach
Fig. 1, der mit alternativ vorzusehenden Querstreben ver
sehen ist, und
Fig. 4 schematisch eine Frontansicht des mit der wenigstens ei
nen Querstrebe versehenen Vorbaubereiches nach Fig. 3 oh
ne Darstellung des Frontends.
Eine Rohbaustruktur für einen offenen Personenkraftwagen in Form
eines Cabriolets weist gemäß Fig. 1 einen Vorbaubereich 1 auf.
Die Rohbaustruktur ist in selbsttragender Bauweise gestaltet.
Der Vorbaubereich 1 weist zwei untere Vorbaulängsträger 2 auf,
die in Fahrzeuglängsrichtung erstreckt und zueinander parallel
beabstandet sind. Außerdem weist der Vorbaubereich 1 zwei obere
Vorbaulängsträger 3 auf, die über nicht näher bezeichnete Rad
einbauten sowie Dämpferaufnahmen mit den unteren Vorbaulängsträ
gern 2 verbunden sind. Sowohl die unteren Vorbaulängsträger 2
als auch die oberen Vorbaulängsträger 3 enden in Abstand hinter
der eigentlichen Karosseriefront - in Fahrzeuglängsrichtung ge
sehen -, da an vordere Stirnabschnitte 4, 5 der unteren und obe
ren Vorbaulängsträger 2, 3 ein als stabiles und selbsttragendes
Frontmodul gestaltetes Frontend 6 lösbar angefügt wird. Durch
die getrennte Herstellung des Frontends 6 und die während der
Montage der Rohbaustruktur erfolgende nachträgliche Festlegung
des Frontends 6 ist es möglich, im Vorbaubereich in einfacher
Weise Funktionseinheiten wie Antriebsaggregat, Vorderachse, Len
kung und andere Einheiten in den offenen Vorbaubereich von vorne
her einzusetzen.
Das Frontend 6 weist beim dargestellten Ausführungsbeispiel ei
nen Stoßfängerquerträger 8, einen einen Teil einer Kühlerbrücke
bildenden oberen Querträger 9 sowie obere Anschlußträger 10 zur
lösbaren Anbindung an die Stirnabschnitte 5 der oberen Längsträ
ger 3 und untere Anschlußteile 11 zur lösbaren Festlegung an den
unteren Stirnabschnitten 4 der unteren Vorbaulängsträger 2 auf.
Die unteren Anschlußteile 11 des Frontends 6 sind in an sich be
kannter Weise mit energieabsorbierenden Deformationsboxen ver
sehen. Die lösbare Festlegung des Frontends 6 an den Stirnab
schnitten 4 und 5 erfolgt durch Verschraubungen.
Zur Versteifung des Vorbaubereiches 1 ist beim Ausführungsbei
spiel nach Fig. 1 eine sich horizontal in Fahrzeugquerrichtung
erstreckende Querstrebe 12 in Form eines biegesteifen Metallroh
res, insbesondere eines Stahlrohres, vorgesehen, die im Bereich
der Stirnabschnitte 4 der unteren Vorbaulängsträger 2 mit ihren
gegenüberliegenden Stirnenden lösbar festgelegt wird. Die lös
bare Festlegung erfolgt in vorteilhafter Weise durch eine Ver
schraubung. Bei einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist die Querstrebe 12 unlösbar durch Verschweißen
mit den Stirnabschnitten 4 der unteren Vorbaulängsträger 2 ver
bunden. Es sind auch andere lösbare oder unlösbare Befestigungs
möglichkeiten vorgesehen. Die Anbindung der Querstrebe 12 er
folgt vor der Montage des Frontends 6, so daß die Querstrebe 12
den noch offenen Vorbaubereich versteift. Durch die Querstrebe
12 wird ein maßhaltiger Abstand zwischen den unteren Vorbau
längsträgern 2 erzielt, durch den eine spannungsfreie Anbindung
des Frontends 6 wie auch eines Integralträgers 7 ermöglicht
wird. Der Integralträger 7 dient zur Aufnahme eines Antriebsag
gregates sowie zur Aufnahme der Vorderachse und wird von unten
her über mehrere Befestigungspunkte an jeweils einer Trägerkon
sole 13 der beiden unteren Vorbaulängsträger 2 angeschraubt.
Wie anhand der Fig. 2 gut erkennbar ist, ist es möglich, die
Querstrebe 12 in unterschiedlichen Positionen 12a bis 12f im Be
reich der Stirnabschnitte 4 der unteren Vorbaulängsträger 2
festzulegen. Die jeweilige Position 12a bis 12f der Querstrebe
12 ergibt sich durch die jeweils gewünschten Festigkeitsanforde
rungen im Bereich des Integralträgers oder im Bereich der Front
endanbindung. Wie anhand der Fig. 2 weiter erkennbar ist, sind
die Positionen 12a bis 12f so gewählt, daß eine schematisiert
dargestellte Riemenscheibe 14 des im fertig montierten Zustand
eingebauten Antriebsaggregates durch die Querstrebe 12 nicht be
hindert wird.
Anstelle von lediglich einer einzelnen Querstrebe 12 ist es auch
möglich, mehrere Querstreben an geeigneten Positionen zwischen
den Stirnabschnitten 5 oder 4 der oberen oder unteren Vorbau
längsträger 3, 2 vorzusehen. Auch bei der Darstellung nach Fig.
2 kann die jeweilige Position 12a bis 12f nicht nur durch je
weils eine einzelne Querstrebe, sondern auch durch mehrere Quer
streben eingenommen werden.
In den Fig. 3 und 4 weist der Vorbaubereich 1 nach Fig. 1 insge
samt drei Querstreben 12g, 12h, 12j auf, die jedoch auch einzeln
eingesetzt werden können. Eine untere Querstrebe 12g ist analog
der Querstrebe 12, 12b nach den Fig. 1 und 2 an den Stirnab
schnitten 4 der unteren Vorbaulängsträger 2 etwa auf halber Höhe
der unteren Vorbaulängsträger 2 festgelegt. Die Querstrebe 12g
ist rohrförmig gestaltet und weist flache Endflansche auf, die
in einfacher Weise mit den vorderen Stirnenden der Stirnab
schnitte 4 gegebenenfalls gemeinsam mit der Anschraubung des
Frontends 6 verbunden werden können. Zwischen den Stirnabschnit
ten 5 der oberen Vorbaulängsträger 3 erstrecken sich zwei in Ab
stand hintereinander angeordnete Querstreben 12h, 12j, die je
weils rohrförmig gestaltet sind und geringfügig unterschiedliche
Längen aufweisen. Die Querstrebe 12h ist in einem vorderen End
bereich der Stirnabschnitte 5 der oberen Vorbaulängsträger 3 an
geordnet. Die Querstrebe 12j hingegen ist in einem hinteren End
bereich der Stirnabschnitte 5 der Vorbaulängsträger 3 angeord
net. Bei beiden Querstreben 12h und 12j erfolgt eine kraftüber
tragende Anbindung an die Vorbaulängsträger 3 durch entsprechen
de Verschraubungen.
Neben den bereits beschriebenen Vorteilen wird durch die in den
Ausführungsbeispielen nach Fig. 1 bis 4 dargestellten Querstre
ben 12 bis 12j bei einem seitlich versetzten, frontalen Fahr
zeugaufprall, der als Offset-Crash bezeichnet wird, auch die
stoßabgewandte Seite aktiviert.
Claims (3)
1. Selbsttragende Rohbaustruktur für ein Kraftfahrzeug mit ei
nem Vorbaubereich, der ein lösbar an Stirnabschnitten von Vor
baulängsträgern angeordnetes Frontend aufweist, das wenigstens
einen Stoßfängerquerträger sowie eine Kühlerbrücke aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens zwei in einer gemeinsamen Horizontalebene zuein
ander beabstandete Stirnabschnitte (4, 5) der Vorbaulängsträger
(2, 3) durch wenigstens eine biegesteife Querstrebe (12, 12a bis
12j) miteinander verbunden sind.
2. Rohbaustruktur nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine Querstrebe (12, 12a bis 12j) lösbar mit
den Stirnabschnitten (4, 5) verbunden ist.
3. Verfahren zur Herstellung einer selbsttragenden Rohbau
struktur nach Anspruch 1, wobei ein mit wenigstens einem Stoß
fängerquerträger (8) sowie einer Kühlerbrücke (9) versehenes
Frontend (6) an Stirnabschnitten (4, 5) von Vorbaulängsträgern
(2, 3) festgelegt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die horizontal gegenüberliegenden Stirnabschnitte (4, 5) vor
der Festlegung des Frontends (6) durch wenigstens eine biege
steife Querstrebe (12, 12a bis 12j) miteinander verbunden wer
den.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
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