DE19757201A1 - Antriebseinheit für Walzen, mit teilbeweglicher Drehmomentstütze - Google Patents
Antriebseinheit für Walzen, mit teilbeweglicher DrehmomentstützeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
Parallel zueinander angeordnete Walzen sind beispielsweise
aus Druckerei betrieben oder aus der Papierindustrie bekannt. In
der Papierindustrie wird beispielsweise die zunächst entwässer
te Papierbahn um eine Vielzahl von Walzen mäanderartig ge
führt, wobei diese Walzen zur Trocknung der Papierbahn be
heizt sind.
Ab einer bestimmten Produktionsgeschwindigkeit und dement
sprechenden Walzendrehzahl ist es nachteilig, die Walzen
durch unmittelbar miteinander kämmende Zahnräder miteinan
der zu verbinden und anzutreiben, deren Durchmesser größer
ist als der der Walzen. Statt dessen ist es bekannt, jeder Walze
eine eigene Getriebeeinheit zuzuordnen, die beispielsweise auf
den Wellenstumpf der Walze anstelle des ansonsten vorgese
henen großen Zahnrades aufgesetzt werden kann. Dabei kön
nen Verbindungsgestänge vorgesehen sein, die sich von dem
einen zum benachbarten Getriebegehäuse erstrecken und die
als Drehmomentstützen eine gegenseitige Abstützung der Ge
triebegehäuse bewirken.
Bei derartigen Antriebseinheiten ist es nachteilig, daß aufgrund
von Fundamentabsenkungen oder anderen Einflüssen sich im
Laufe der Betriebsdauer eine der beiden Walzen ggf. um mehre
re 1/10 mm gegenüber der anderen Walze bewegen, beispiels
weise absenken, kann. Die Drehmomentstütze als starre Ver
bindung zwischen den beiden Getriebegehäusen überträgt dann
derartig hohe Kräfte zwischen den beiden Getriebegehäusen,
daß die Belastung einzelner Zahnräder an zumindest einem der
beiden Getriebe erheblich ansteigt und ein vorzeitiger Ver
schleiß zumindest eines der beiden Getriebe die Folge sein
kann.
Das Gleiche gilt für Relativbewegungen, die die beiden Walzen
in Richtung ihrer Längsachsen zueinander ausführen: Auch dies
führt durch die starre Kopplung der beiden Getriebeeinheiten
mittels der Drehmomentstütze möglicherweise zu einem vor
schnellen Verschleiß einer oder beider Getriebeeinheiten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Antriebseinheit dahingehend zu verbessern, daß diese bei zu
verlässiger Drehmomentenabstützung eine möglichst hohe
Lebensdauer der Getriebe ermöglicht.
Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch eine
Antriebseinheit mit den Merkmalen des Anspruches 1 oder des
Anspruches 2 gelöst.
Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, eine Relativbe
wegung zwischen den beiden Getriebeeinheiten in Längsrich
tung der Drehmomentstütze zuzulassen. Hierzu kann entweder
die Drehmomentstütze an einem oder an beiden Getriebege
häusen derart befestigt sein, daß eine Relativbewegung zwi
schen Stütze und Gehäuse möglich ist oder es kann vorgesehen
sein, die Drehmomentstütze selbst teleskopierend auszuge
stalten.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteran
sprüchen entnehmbar.
Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Antriebsein
heit wird anhand der Zeichnungen im folgenden näher erläutert.
Dabei zeigt
Fig. 1 schematisch die Seitenansicht auf einen Abschnitt
einer Produktionseinrichtung mit einer Vielzahl von
Walzen,
Fig. 2 eine Ansicht in Längsrichtung der Einrichtung von
Fig. 1, wobei die Walzen lediglich teilweise darge
stellt sind,
Fig. 3 zeigt eine an ein Getriebegehäuse anschließende
Drehmomentstütze, und die
Fig. 4 und 5 Schnitte durch die Drehmomentstütze von Fig. 3
entlang den Linien 4-4 und 5-5.
entlang den Linien 4-4 und 5-5.
In Fig. 1 ist mit 1 eine Vorrichtung zur Papierherstellung ledig
lich ausschnittsweise und andeutungsweise dargestellt. Die
Vorrichtung 1 weist eine Vielzahl von Walzen 2 auf, die in ihrem
Inneren dampfbeheizt sind und um die mäanderförmig die zu
trocknende Papierbahn geführt wird. Rein schematisch ist eine
Antriebswelle 3 angedeutet, die auf ein vor der Stirnseite einer
Walze 2 angeordnetes Zahnrad 4 einwirkt. Dieses Zahnrad 4
kämmt mit benachbarten Zahnrädern 4 benachbarter Walzen 2,
wobei die Zahnräder 4 jeweils so versetzt angeordnet sind, daß
keine sich aus den unterschiedlichen Drehrichtungen der Wal
zen 2 ergebenden Behinderungen auftreten.
Am linken Rand der Fig. 1 sind demgegenüber zwei Walzen 2
angedeutet, die grundsätzlich den übrigen Walzen 2 identisch
ausgebildet sind, die jedoch nicht über derartige Zahnräder 4
wie die anderen Walzen 2 angetrieben werden, sondern durch
jeweils eine eigene Getriebeeinheit 5. Die beiden Getriebeein
heiten 5 sind durch eine Drehmomentstütze 6 miteinander ver
bunden.
Aus Fig. 2 ist die Anordnung der Getriebeeinheiten 5 deutlich
ersichtlich: Die Getriebeeinheiten 5 werden anstelle der anson
sten verwendeten großen Zahnräder 4 auf die Achsen der Wal
zen 2 gesetzt und ermöglichen den Antrieb der Walzen 2 mit
Drehzahlen, die möglicherweise zu Beschädigungen bei den
großen Zahnrädern 4 führen würden und die eine dement
sprechend höhere Produktionsleistung der gesamten Vorrich
tung 1 ermöglichen.
In Fig. 2 ist weiterhin die Drehmomentstütze 6 ersichtlich, die an
der Rückseite der Getriebeeinheiten 5 vorgesehen und als
flache, brettartige Verbindung ausgestaltet ist.
Fig. 3 zeigt einen Blick auf die Rückseite einer Getriebeeinheit
5: Die Getriebeeinheit 5 weist ein Getriebegehäuse 7 auf, an
dessen Rückseite die Drehmomentstütze 6 mit vier Verbin
dungsschrauben 8 verschraubt ist. Die Verbindungsschrauben 8
sind dabei durch Langlöcher 9 geführt, welche sich in Längsrich
tung der Drehmomentstütze 6 erstrecken.
Da die Verbindungsschrauben 8 nicht bis zu einer vollständig
festen Verbindung der Drehmomentstütze 6 mit dem Getriebe
gehäuse 7 angezogen sind, ist bei entsprechend großen auftre
tenden Kräften eine Längsbeweglichkeit der Drehmomentstütze
6 gegenüber dem Getriebegehäuse 7 möglich:
Fig. 5 zeigt einen Querschnitt durch eine derartige Verschrau
bung. Die Verbindungsschraube 8 erstreckt sich durch eine Hül
se 10, die einen zum Schraubenkopf gerichteten umlaufenden
Kragen 11 aufweist und mit ihrem gegenüberliegenden Ende
dem Getriebegehäuse 7 anliegt. Die Länge der Hülse 10 ist
größer als die Dicke der Drehmomentstütze 6, so daß sich zwi
schen der Oberfläche der Drehmomentstütze 6 und dem Kragen
11 ein Zwischenraum ergibt. In diesem Zwischenraum sind meh
rere Tellerfedern 12 angeordnet, die sich einerseits am Kragen
11 abstützen und andererseits einer Unterlegscheibe 14 an
liegen.
Die Tellerfedern 12 bilden insgesamt eine Druckfeder aus, ge
gen deren Wirkung die Drehmomentstütze 6 von dem Getriebe
gehäuse 7 abgehoben werden kann, so daß eine entsprechende
Kippbewegung der Drehmomentstütze 6 gegenüber dem Getrie
begehäuse 7 möglich ist. Diese Kippbewegung ist in der Ebene
möglich, in der die beiden Achsen der Walzen 2 verlaufen, so
daß axiale Verschiebungen der beiden Walzen relativ zueinan
der ohne auftretende Verspannungen durch die entsprechende
Kippbeweglichkeit der Drehmomentstütze 6 aufgefangen werden
können.
Aus Fig. 3 ist weiterhin ersichtlich, daß die Drehmomentstütze 6
an ihren beiden Enden gegabelt ist. In jedem der beiden da
durch entstehenden Arme weist die Drehmomentstütze 6 eine
Nut-Feder-Verbindung 15 mit dem Getriebegehäuse 7 auf, wie
insbesondere aus Fig. 4 deutlich wird: In Fig. 4 ist das Getriebe
gehäuse 7 mit einer Ausnehmung 16 erkennbar, wobei sich um
die Ausnehmung 16 herum die Drehmomentstütze 6 gabelt. So
wohl in den beiden Armen der Drehmomentstütze 6 als auch in
dem Getriebegehäuse 7 sind jeweils Nuten 17 bzw. 18 vorge
sehen, wobei die Nuten 17 in der Drehmomentstütze 6 unmittel
bar zur Aufnahme einer Feder 19 dienen, die an mehreren
Stellen durch Halteschrauben 20 gehalten ist.
Die Nut 18 im Getriebegehäuse 7 hingegen dient lediglich mit
telbar zur Aufnahme der Feder 19: In die Nut 18 ist ein Profil 21
eingesetzt, welches seinerseits über versenkte Befestigungs
schrauben 22 am Getriebegehäuse 7 festgelegt ist und eine Nut
23 ausbildet, die unmittelbar zur Aufnahme der Feder 19 dient.
Die Tiefe der Nut 23 ist dabei größer als es die Abmessungen
der Feder 19 erfordern, so daß ein Freiraum 24 am Grund der
Nut 23 geschaffen wird. Dieser Freiraum 24 unterstützt die Be
wegungsmöglichkeiten der Drehmomentstütze 6 gegenüber dem
Getriebegehäuse 7 und vereinfacht die Herstellung der Dreh
momentstütze bzw. der Nut-Feder-Verbindung 15, da deren
Tiefe keine exakte Maßhaltigkeit erfordert.
Die Nut-Feder-Verbindung 15 läßt einerseits die Bewegung der
Drehmomentstütze 6 in ihrer Längsrichtung gegenüber dem Ge
triebegehäuse 7 zu und sichert andererseits auch bei gegen
über dem Getriebegehäuse 7 gekippter Drehmomentstütze 6
eine Kraftübertragung vom Getriebegehäuse 7 zur Drehmo
mentstütze 6.
Abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel können
andere Arten vorgesehen sein, die Drehmomentstütze 6 an die
Getriebegehäuse 7 anschließen zu lassen. Vorteilhaft ist jedoch
in jedem Fall vorgesehen, nicht nur eine Längsbeweglichkeit
entlang der Drehmomentstütze zu ermöglichen, sei es durch de
ren Anschluß an die Getriebegehäuse oder durch deren
Teleskopierbarkeit, sondern auch eine Kippbeweglichkeit der
Drehmomentstütze gegenüber den Getriebegehäusen zu er
möglichen. Das dargestellte Ausführungsbeispiel ermöglicht die
Beweglichkeit bei minimalen baulichen Abmessungen, so daß
gegenüber dem Platzbedarf für die eigentliche Drehmoment
stütze 6 keine zusätzlichen Bauräume im Bereich der Getriebe
einheiten 5 werden benötigt.
Claims (9)
1. Antriebseinheit für zwei parallel zueinander angeordnete
drehbare Walzen, mit je einer Getriebeeinheit an jeder
Walze, wobei die Getriebeeinheiten an den beiden einan
der benachbarten Stirnenden der Walzen angeordnet und
durch eine Drehmomentstütze miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drehmomentstütze (6) in
ihrer Längsrichtung beweglich an zumindest einer der Ge
triebeeinheiten (5) anschließt.
2. Antriebseinheit für zwei parallel zueinander angeordnete
drehbare Walzen, mit je einer Getriebeeinheit an jeder
Walze, wobei die Getriebeeinheiten an den beiden einan
der benachbarten Stirnenden der Walzen angeordnet und
durch eine Drehmomentstütze miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drehmomentstütze (6) in
ihrer Längsrichtung teleskopierbar ausgestaltet ist.
3. Antriebseinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Drehmomentstütze (6) in der Ebene, die
durch die beiden Längsachsen der beiden Walzen (2)
verläuft, oder in einer zu dieser Ebene parallelen Ebene
kippbeweglich an zumindest einem ihrer beiden Enden an
eine Getriebeeinheit (5) anschließt.
4. Antriebseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Getriebegehäuse (7) und der Drehmo
mentstütze (6) eine Nut-Feder-Verbindung (15) vorgese
hen ist, die sich in Längsrichtung der Drehmomentstütze
(6) erstreckt.
5. Antriebseinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß im Getriebegehäuse (7) und in der Drehmomentstütze
(6) jeweils eine Nut (17, 18) vorgesehen ist, wobei sich
eine Feder (19) in beide Nuten (17, 18) erstreckt.
6. Antriebseinheit nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Tiefe der die Feder (19) aufnehmenden
Nut (23) größer ist als die der Feder (19).
7. Antriebseinheit nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß in der Nut (18) ein Profil (21) auswechselbar
angeordnet ist, welches seinerseits eine die Feder (19)
unmittelbar aufnehmende Nut (23) aufweist.
8. Antriebseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehmomentstütze (6) mit dem Getriebegehäuse
(7) verschraubt ist, wobei die Schrauben (8) durch Lang
löcher (9) geführt sind, die sich in Längsrichtung der
Drehmomentstütze (6) erstrecken.
9. Antriebseinheit nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehmomentstütze (6) mit dem Getriebegehäuse
(7) verschraubt ist, wobei um einen Abschnitt der Schraube
(8) herum ein federelastisches Distanzelement (12) vorge
sehen ist, welches durch die Verschraubung über lediglich
einen Teil seines gesamtmöglichen Federweges vorge
spannt ist.
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