DE19756132C1 - Leichtbausystem für begrünte Dächer und Verfahren zu dessen Aufbau - Google Patents
Leichtbausystem für begrünte Dächer und Verfahren zu dessen AufbauInfo
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Abstract
Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich um ein Leichtbausystem zur Herstellung von begrünten Dächern, bei welchem keine besonderen Ansprüche an die Statik gestellt werden. Charakteristisch hierbei ist, daß das komplette System aus Dachhaut, Drain-, Speicher- und Vegetationsmatten durch die Dachhaut hindurch fest mit der Dachkonstruktion verschraubt ist und hierbei keine Dachundichtigkeiten entstehen. Des weiteren ist es durch den speziellen Aufbau möglich Begrünungen von Dächern durchzuführen, bei welchen dies aufgrund ihrer Steilheit oder baulichen Höhe bzw. geografischen Lage nicht möglich gewesen ist. Des weiteren sind dem Einsatz dieses Leichtbau-Gründachsystems, durch den einfachen Aufbau bzw. durch das leicht und schnell zu handhabende Befestigungssystem, kaum Grenzen gesetzt, insbesondere bei der Sanierung bzw. Umgestaltung bestehender Dachkonstruktionen.
Description
Die Bedachung mit Gründachsystemen ist aktiver Umwelt- und Naturschutz und
leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaverbesserung. Die Anlage von Gründächern
ist die ökölogische Ausgleichsmassnahme für bebaute Flächen. Gründächer sorgen
durch ihre Regenwasserspeicherfähigkeit für eine Reduktion der Allgemeinkosten
sowie eine Entlastung der kommunalen Abwassersysteme, Kläranlagen und
Hochwasserschutzmassnahmen. Gründachsysteme sind natürliche Staubfilter, sie
erhöhen die Luftfeuchtigkeit und leisten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur
Wärme- und Schalldämmung von Gebäuden.
Desweiteren schützen sie Flachdachbauten hervorragend gegen
Witterungseinflüsse wie UV-Licht, Ozon, starke Temperaturschwankungen etc. und
gegen mechanische Beschädigungen.
Aus diesem Grund stehen Gründächer immer mehr im Interesses sowohl privater
Hausbesitzer als auch von Kommunen und Firmen, die neben der optischen
Verschönerung und alternativen Dachgestaltung insbesondere den ökologischen
Nutzen immer mehr zu schätzen wissen.
Gestaltet sich der Dachaufbau bei Flachdächern in Bezug auf die Sicherung noch
verhältnismäßig einfach, so ist es bei Schrägdächern umso schwieriger, je größer
die Neigung des Daches ist. Ab 10° bis 15° Neigung sind meist sehr aufwendige
Konstruktionen notwendig, um den durch den Dachaufbau entstehenden Schub
abzufangen, d. h. es gilt zu verhindern, daß der Dachaufbau aus verschiedenen
Substraten, Drainage- und Wasserspeichersystemen auf der Dachschräge
abrutscht. Desweiteren gibt es die Problematik des Windsoges, welcher mit
zunehmender Höhe und je nach allgemeinen Windverhältnissen nicht vernachlässigt
werden darf. Unterschieden werden muss zudem zwischen intensiver und extensiver
Begrünung. Bei intensiver Begrünung, der deutlich aufwendigeren Variante, sowohl
in Bezug auf Pflege als auch auf Aufbaukosten, sind bei Neubauten hohe
Anforderungen an die Statik zu berücksichtigen. Bestehende Flachdächer, welche
man durch ein Gründach optisch und ökologisch aufwerten möchte, sind in der
Regel aus statischer Sicht nicht für eine intensive Begrünung eingerichtet.
Bei extensiver Begrünung gibt es aus statischer Sicht meist weniger Probleme als
bei intensiver, jedoch auch hier sind den bekannten Systemen bei zunehmender
Dachschräge Grenzen gesetzt. Besonders die Windsogverhältnisse, je nach
geografischer Lage und Höhe des Gebäudes, gestalten die Anlage von
Gründächern schwierig bis unmöglich, da gerade bei der leichteren
Extensivbegrünung bei höheren Windgeschwindigkeiten eine hohe
Verwehungswahrscheinlichkeit besteht.
Die vorliegende Erfindung löst nun all diese Probleme, da es sich hierbei nicht um
ein übliches aufgelegtes Dachsystem handelt, sondern um ein auf der
Dachkonstruktion und durch die dichtende Dachhaut befestigtes System. Das
komplette System, welches in erster Linie auf die leichtere extensive
Dachbegrünung abgestimmt ist, wird hierbei auf der Dachkonstruktion befestigt, d. h.
sowohl die dichtende Dachhaut als der komplette Drainage- und Vegetationsaufbau
werden mit der Dachkonstruktion verschraubt. Der Aufbau ist relativ einfach und
daher aus statischer Sicht ohne Mehrkosten einsetzbar, nicht nur bei direkter
Berücksichtigung im Rahmen von Neubauten, sondern auch bei der Renovierung/
Sanierung von Altbauten - sowohl bei Schräg- als auch bei Flachdächern. Auch
Tonnendächer können mit diesem System problemlos begrünt werden.
In Fig. 1 ist nun ein Schnitt durch den prinzipiellen Dachaufbau an einem
Befestigungspunkt dargestellt, unabhängig davon ob es sich hierbei nun um ein
Flach-, Schräg- oder Tonnendach handelt. Auf den Dachsparren 1 wird die
Schalung 2 aufgeschraubt. Hierüber wird eine auf das komplette Dach abgestimmte,
fertig vorkonfektionierte, elastomere Dachhaut 4, welche aus Gründen der
Festigkeit, zusätzlicher Wärmedämmung und Verstärkung gegen mechanische
Beschädigungen mit einer Vlieskaschierung versehen sein sollte und vorzugsweise
aus EPDM gefertigt ist, aufgelegt. Die Dachhaut 4 besitzt in einem dem
Sparrenabstand und der Dachfläche angepassten Raster elastomere, nachgiebige
Befestigungsplateaus 10, welche wenigstens 5 mm hoch und sinnvollerweise
kreisrund, 50 mm, ausgebildet sind. Diese Plateaus 10 sind vorteilhafterweise
ebenfalls aus EPDM und können auf die Dachhaut 4 aufgeschweisst, aufvulkanisiert
oder aufgeklebt werden. Idealerweise sind Sie während des Fertigungsprozesses
der Dachhaut 4 über entsprechende Prägewalzen mit angeformt. Durch diese
Befestigungsplateaus 10 hindurch wird die Dachhaut 4 mittels speziellen
Befestigungsschrauben 7, die einen angeformten Dichtteller mit z. B. halbem
Plateaudurchmesser sowie einen Sechskant zum Festschrauben haben und aus
korrosionsfestem Material gefertigt sind, auf die Dachkonstruktion fest
aufgeschraubt. Hierdurch wird die Dachhaut auf der Dachkonstruktion gegen Ver-
bzw. Abrutschen sowie Abheben durch Windsogkräfte gesichert. Die hohen,
nachgiebigen Plateaus 10, welche fest mit der Dachhaut 4 verbunden sind,
entlasten den Randbereich des Schraubpunktes, in welchem die Dachhaut 4
durchdrungen wird wesentlich und verteilen die auftretenden Zug- und
Dehnspannungen in der Dachhaut optimal an den Rändern des
Befestigungsplateaus. Desweiteren wirken diese durch das Zusammendrücken beim
Anschrauben selbstdichtend, sodaß kein Eindringen von Feuchtigkeit durch die
Dachhaut 4 im Bereich des Schraubpunktes zu befürchten ist.
Nach vollständiger Befestigung der Dachhaut 4 werden die Drain- und
Speichermatten 5 aufgebracht. Um diese mit den Befestigungsschrauben
beschädigungsfrei und einfach zu vernadeln, müssen auf die
Befestigungsschrauben 7 Montagespitzen 11 aufgesteckt werden, damit die Matte
mit Hilfe eines Montagerohres 12, welches oberhalb der Montagespitze 11 angesetzt
wird, beim Andrücken gegen die Befestigungsschraube 7 durchdrungen werden
kann. Diese Anordnung ist in Fig. 2 schematisch dargestellt.
Sind alle Drain- und Speichermatten 5 aufgebracht werden die
Vegetationsmatten 6, die ebenfalls aus verrottungsfesten, verwebten oder
vernadelten Material (z. B. bereits vorkultivierten Kokosfasermatten) bestehen, nach
dem gleichen Verfahren aufgebracht und mit den Befestigungsschrauben 7
vernadelt. Hiernach werden die Montagespitzen 11 entfernt (wiederverwendbare
Montagehilfe) und die Hutmuttern mit Tellerscheibe 9 aufgeschraubt. Die
Tellerscheibe sollte grosszügig dimensioniert sein, da diese die Matten sichert und
ein Abziehen von den Befestigungsschrauben 7 verhindern soll. Für besonders
extreme Lagen oder Aufbauten kann der Vegetationsaufbau zusätzlich mit einem
von Befestigungspunkt zu Befestigungspunkt gespannten, zugfesten verrottungs-
bzw. korrossionsfesten dünnen Seil oder Draht, welcher von der Vegetation sehr
schnell überwachsen und abgedeckt wird, gesichert werden.
Claims (6)
1. Leichtbausystem für begrünte Dächer, bei dem die Dachhaut (4) aus stabilem
Folienmaterial gefertigt ist und in einem festgelegten Raster elastomere und
damit nachgiebige Befestigungsplateaus (10) besitzt, die wenigstens 5 mm dick
ausgeführt und auf die Dachhaut (4) aufgeschweisst, aufvulkanisiert, aufgeklebt
oder während des Fertigungsprozesses durch entsprechende Prägewalzen
angeformt sind, wobei die Dachhaut (4) selbstdichtend durch die
Befestigungsplateaus (10) hindurch mit Befestigungsschrauben (7) fest auf die
Dachkonstruktion aufgeschraubt ist und die Drain- und Speichermatten (5) sowie
die aus verrottungs- und zugfestem, verwebtem oder vernadeltem Fasermaterial
bestehenden Vegetationsmatten (6) über die über die Dachhaut (4)
hervorstehenden Befestigungsschrauben (7) aufgenadelt und mittels einer
Hutmutter mit großer Tellerscheibe gesichert sind.
2. Leichtbausystem für begrünte Dächer gemäß Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dachhaut (4) vorzugsweise aus EPDM mit oder ohne
Vlieskaschierung gefertigt ist.
3. Leichtbausystem für begrünte Dächer gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Befestigungsplateaus (10) kreisrund und mit einem
Durchmesser von wenigstens 40 mm ausgeführt sind.
4. Leichtbausystem für begrünte Dächer gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Vegetationsaufbau zusätzlich mit einem von
Befestigungsschraube (7) bis Befestigungsschraube (7) gespannten, zugfesten
verrottungs- bzw. korrossionsfesten dünnen Seil oder Draht gesichert ist.
5. Verfahren zum Aufbau eines Leichtbausystems für begrünte Dächer nach einem
der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf die
Befestigungsschrauben (7) vor der Aufbringung der Drain-, Speicher- und
Vegetationsmatten wiederverwendbare Montagespitzen aufgesteckt werden.
6. Verfahren zum Aufbau eines Leichtbausystems für begrünte Dächer nach einem
der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf der jeweils zu
befestigenden Drain-, Speicher- oder Vegetationsmatte über einer
Montagespitze ein rohrförmiges Montagewerkzeug (12) angesetzt und
angedrückt wird, so daß die Montagespitze die betreffende Matte durchdringt
und die Matte auf die Befestigungsschraube (7) aufgeschoben wird.
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|---|---|---|---|
| DE19756132A DE19756132C1 (de) | 1997-12-17 | 1997-12-17 | Leichtbausystem für begrünte Dächer und Verfahren zu dessen Aufbau |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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| DE19756132C1 true DE19756132C1 (de) | 1999-10-28 |
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ID=7852270
Family Applications (1)
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| DE19756132A Expired - Fee Related DE19756132C1 (de) | 1997-12-17 | 1997-12-17 | Leichtbausystem für begrünte Dächer und Verfahren zu dessen Aufbau |
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|---|---|
| DE (1) | DE19756132C1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| NL2004562C2 (nl) * | 2010-04-16 | 2011-10-18 | Comforthome B V | Samenstel voor het voorzien in een waterretentiesysteem. |
| CN111927006A (zh) * | 2020-08-04 | 2020-11-13 | 中冶建筑研究总院有限公司 | 一种茅草屋檐安装方法 |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE8506794U1 (de) * | 1985-03-08 | 1985-06-20 | Technoflor Deutschland GmbH, 4603 Wülfrath | Vorrichtung zur Befestigung von Dachbegrünung an geneigten Dachflächen |
| DE3641723A1 (de) * | 1986-12-06 | 1988-06-16 | Hermann Trautmann Garten Und L | Begruenung fuer gewoelbte daecher |
| DE29713152U1 (de) * | 1997-07-24 | 1997-09-18 | Lehnen, Hans Günter, Dipl.-Ing., 66687 Wadern | Schubsicherung für begrünte Schrägdächer |
-
1997
- 1997-12-17 DE DE19756132A patent/DE19756132C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (3)
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