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DE19755535A1 - Bindemittel auf Basis fettchemischer Reaktionsprodukte - Google Patents

Bindemittel auf Basis fettchemischer Reaktionsprodukte

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Publication number
DE19755535A1
DE19755535A1 DE1997155535 DE19755535A DE19755535A1 DE 19755535 A1 DE19755535 A1 DE 19755535A1 DE 1997155535 DE1997155535 DE 1997155535 DE 19755535 A DE19755535 A DE 19755535A DE 19755535 A1 DE19755535 A1 DE 19755535A1
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DE
Germany
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component
fatty
groups
acid
alcohols
Prior art date
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Withdrawn
Application number
DE1997155535
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English (en)
Inventor
Bernd Willi Peters
Kai Dr Boege
Joerg Kuhn
Horst Donothek
Wolf-Ruediger Mueller
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Henkel AG and Co KGaA
Original Assignee
Henkel AG and Co KGaA
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Publication date
Application filed by Henkel AG and Co KGaA filed Critical Henkel AG and Co KGaA
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G63/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a carboxylic ester link in the main chain of the macromolecule
    • C08G63/02Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds
    • C08G63/12Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds derived from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds
    • C08G63/46Polyesters chemically modified by esterification
    • C08G63/48Polyesters chemically modified by esterification by unsaturated higher fatty oils or their acids; by resin acids
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
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    • C08G63/12Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds derived from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds
    • C08G63/46Polyesters chemically modified by esterification
    • C08G63/50Polyesters chemically modified by esterification by monohydric alcohols
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09JADHESIVES; NON-MECHANICAL ASPECTS OF ADHESIVE PROCESSES IN GENERAL; ADHESIVE PROCESSES NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE; USE OF MATERIALS AS ADHESIVES
    • C09J167/00Adhesives based on polyesters obtained by reactions forming a carboxylic ester link in the main chain; Adhesives based on derivatives of such polymers
    • C09J167/08Polyesters modified with higher fatty oils or their acids, or with natural resins or resin acids

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  • Health & Medical Sciences (AREA)
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Description

Die Erfindung betrifft Bindemittel auf Basis von fettchemischen Reaktionsprodukten und deren Verwendung zum Kleben und Dichten.
Unter "Bindemittel" sollen solche Produkte verstanden werden, die gleich- oder verschiedenartige Substrate verbinden oder selbst darauf fest haften können. Sie basieren in der Regel auf Stoffen oder Stoffgemischen, die chemisch und/oder physikalisch abbinden. Neben anorganischen Stoffen spielen vor allem organische Stoffe eine bedeutende Rolle und hier wiederum synthetische hochmolekulare Verbindungen, wobei das hohe Molekulargewicht auch stufenweise erreicht werden kann. Diese Stoffe werden in der Regel durch Zusätze so modifiziert, daß sie zum Kleben und Dichten besser geeignet sind. Derartige Zusätze sind z. B. Harze, Weichmacher, Lösungsmittel, Füllstoffe, Pigmente, Beschleuniger, Stabilisatoren und Dispergiermittel. Auf derartig modifiziertem Bindemittel basieren also die Klebstoffe und Dichtmassen.
Bindemittel auf der Basis fettchemischer Reaktionsprodukte werden in der WO 95/11284 beschrieben. Dabei handelt es sich u. a. um Reaktionsprodukte von
  • A) mindestens einem Fettstoff mit durchschnittlich 1 bis 6 mindestens einer der -COOH- oder Säureanhydrid-Gruppen in dem Fettrest (Komponente A) mit
  • B) mindestens einer durchschnittlich mehrfunktionellen Verbindung, die zur Reaktion mit den funktionellen Gruppen der Fettstoffe fähig ist, (Komponente B) im Unterschuß und
  • C) Umsetzung der restlichen -COOH- sowie Säureanhydrid-Gruppen dieses Zwischenproduktes mit Natronlauge.
Aufgabe der Erfindung war es, Bindemittel auf Basis von derartigen Fettstoffen bereitzustellen, die sich thermoplastisch gut verarbeiten lassen, insbesondere eine relativ niedrige Viskosität haben und auch mehrfach aufschmelzbar sind.
Die erfindungsgemäße Lösung ist den Patentansprüchen zu entnehmen. Sie besteht in erster Linie darin, als Basis für die Bindemittel Reaktionsprodukte von
  • A) mindestens einem Fettstoff mit durchschnittlich 1 bis 6 mindestens einer der -COOH- oder Säureanhydrid-Gruppen in dem Fettrest (Komponente A) mit
  • B) mindestens einer durchschnittlich mehrfunktionellen Verbindung, die zur Reaktion mit den funktionellen Gruppen der Fettstoffe fähig ist (Komponente B), im Unterschuß und
  • C) Umsetzung der restlichen -COOH- sowie Säureanhydrid-Gruppen dieses Zwischenproduktes mit monofunktionellen Verbindungen (Komponente C) zu verwenden, wobei die monofunktionellen Verbindungen Alkohole oder Amine sind.
Die Reaktionsprodukte haben ein durchschnittliches Molekulargewicht Mn (osmotisch bestimmtes Zahlenmittel) von mindestens 1 500, insbesondere von mindestens 5 000 und vorzugsweise für bestimmte Anwendungen mindestens 8 000 g pro Mol. Das Bindemittel ist bei der Applikation noch gießfähig oder zumindest formbar. Die Applikation erfolgt zwischen 0 und 250°C, insbesondere zwischen 20 und 150°C.
Die erfindungsgemäßen Reaktionsprodukte können mehrfach (zumindest drei, vorzugsweise 5 Mal) aufgeschmolzen und nach einer Stunde wieder abgekühlt werden, ohne daß sie zu einem unaufschmelzbaren Duromeren vernetzen. Sie bleiben vielmehr thermoplastisch, d. h. wieder aufschmelzbar.
Unter "Fettstoffen" (Komponente A) sind vor allem Addukte von dienophilen Substanzen an Fettsäuren, Fettalkohole und deren Derivate mit mindestens einer C-C-Doppelbindung und mindestens 8 C-Atomen zu verstehen, wenn sie mindestens eine -OOH- oder Säureanhydrid-Gruppe in dem Fettrest enthalten. Als Komponente A) wird mindestens eine Substanz aus der folgenden Gruppe der Fettstoffe eingesetzt: gesättigte oder ungesättigte, unverzweigte oder verzweigte Fettsäuren, Fettalkohole mit mindestens 8 C-Atomen und deren Ester mit einer C-C-Doppelbindung nach Addition einer dienophilen Substanz, wobei die Fettstoffe ein Molekulargewicht von < 200, insbesondere von < 300 und vorzugsweise von < 800 g pro Mol haben. Bei dem Fettstoff handelt es sich in der Regel nicht um einen einheitlichen Stoff, sondern vielmehr um eine Mischung. Das gilt insbesondere für die Funktionalität. Mindestens 1% der Fettstoff- Moleküle haben in der Regel mindestens 3 funktionelle Gruppen gleicher oder verschiedener Art, vorzugsweise mindestens 3%. Es ist dem Fachmann bekannt, wie weit er die Umsetzung führen darf, um dennoch nur eine Verzweigung der Moleküle bzw. allenfalls eine so leichte Vernetzung zu bekommen, daß die Reaktionsprodukte noch verformbar sind. Vorzugsweise werden Fettstoffe mit einer Molmasse (Zahlenmittel) < 300 bzw. oligomerisierte Fettstoffe mit einer Molmasse < 800 g pro Mol eingesetzt. Im allgemeinen ist das Molekulargewicht < 200.
Unter "Fettsäuren" werden Säuren verstanden, die eine oder mehrere Carboxyl- Gruppen (-COOH) enthalten. Die Carboxyl-Gruppen können mit gesättigten, ungesättigten, unverzweigten oder verzweigten Alkyl-Resten mit mehr als 8, insbesondere mehr als 12 C-Atomen verbunden sein. Sie können neben den oben beschriebenen -C-C-Gruppen weitere Gruppen wie Ether-, Ester-, Halogen-, Amid-, Amino-, Urethan- und Harnstoffgruppen enthalten. Bevorzugt werden jedoch Carbonsäuren wie native Fettsäuren oder Fettsäuregemische.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden Ester oder Partialester der obengenannten Fettsäuren mit ein- oder mehrwertigen Alkoholen verwendet. Unter "Alkoholen" sind Hydroxyl-Derivate von aliphatischen und alicyclischen gesättigten, ungesättigten, unverzweigten oder verzweigten Kohlenwasserstoffen zu verstehen. Hierzu gehören neben einwertigen Alkoholen auch die aus der Polyurethan-Chemie an sich bekannten niedermolekularen Kettenverlängerungsmittel bzw. Vernetzer mit Hydroxylgruppen. Konkrete Beispiele aus dem niedermolekularen Bereich sind Methanol, Ethanol, Propanol, Butanol, Pentanol, Decanol, Octadecanol, 2-Ethylhexanol, 2-Octanol, Ethylenglykol, Propylenglykol, Trimethylenglykol, Tetramethylenglykol, Butylenglykol-2,3, Hexamethylendiol, Octamethylendiol, Neopentylglykol, 1,4-Bishydroxymethylcyclohexan, Guerbetalkohol, 2-Methyl-1,3-Propandiol, Hexantriol-(1,2,6), Glycerin, Trimethylolpropan, Trimethylolethan, Pentaerythrit, Sorbit, Formit, Methylglycosid, Butylenglykol, die zu Alkoholen reduzierten Dimer- und Trimer-Fettsäuren. Monophenylglykol oder von Kollophoniumharzen abgeleitete Alkohole wie Abietylalkohol können ebenfalls für die Veresterung verwendet werden.
Anstelle der Alkohole können auch OH-haltige tertiäre Aminie, Polyglycerin oder teilweise hydrolysierte Polyvinylester verwendet werden.
Zweckmäßigerweise werden jedoch Fette und Öle (Triglyceride) nach Addition von Maleinsäureanhydrid bzw. Acrylsäure oder Methacrylsäure eingesetzt.
Als Fettsäure-Derivate können auch Amide der obengenannten Fettsäuren verwendet werden. Diese können durch Umsetzung mit primären und sekundären Aminen oder Polyaminen erhalten werden, z. B. mit Monoethanolamin, Diethanolamin, Ethylendiamin, Hexamethylendiamin, Ammoniak etc.
Unter "Fettalkoholen" werden Verbindungen verstanden, die eine oder mehrere Hydroxylgruppen enthalten. Die Hydroxylgruppen können mit gesättigten, ungesättigten, unverzweigten oder verzweigten Alkylresten mit mehr als 8, insbesondere mehr als 12 C-Atomen verbunden sein. Sie können neben den -C-C-Gruppen weitere Gruppen enthalten, z. B. Ether-, Ester-, Halogen-, Amid-, Amino-, Harnstoff- und Urethan-Gruppen.
Als Derivate der Fettalkohole können symmetrische und unsymmetrische Ether und Ester mit Mono- und Polycarbonsäuren eingesetzt werden. Unter Monocarbonsäuren versteht man Ameisen-, Essig-, Propion-, Butter-, Valerian-, Capron-, Önanth-, Capryl-, Pelargon-, Caprin-, Undecan-, Laurin-, Tridecan-, Myristin-, Pentadecan-, Palmitin-, Margarin-, Stearin-, Nonadecan-, Arachin-, Behen-, Lignocerin-, Cerotin- und Melissinsäure. Polycarbonsäuren sind z. B. Oxalsäure, Adipinsäure, Maleinsäure, Weinsäure und Zitronensäure. Gleichzeitig können als Carbonsäure auch die oben beschriebenen Fettsäuren eingesetzt werden und ergeben dann Ester wie z. B. Ölsäureoleylester.
Die Fettalkohole können auch verethert sein, insbesondere mit gleichen oder anderen Fettalkoholen, aber auch mit anderen mehrwertigen Alkoholen, z. B. Alkylpolyglykoside, Dioleylether, Dimerdiolether, Diepoxydistearylether, Oleyl- Butyl-Ether.
Natürlich können auch Gemische obiger Fettstoffe zugesetzt werden.
Bei den dienophilen Substanzen, die mit den C-C-Doppelbindungen der Fettreste reagieren, handelt es sich im wesentlichen um Maleinsäureanhydrid, Itaconsäureanhydrid, Acrylsäure und Methacrylsäure oder allgemeiner um "Alken- bzw. Alkin-Komponenten mit Elektronenakzeptor-Substituenten". Darunter sind Verbindungen zu verstehen, die in der Nachbarschaft zu der C-C-Doppelbindung oder -Dreifachbindung mindestens einen Substituenten mit elektronenziehender Eigenschaft haben, der seinerseits mit Alkoholen reagieren kann, wie z. B. eine Carboxyl-, einen Anhydrid- oder eine Aldehydgruppe. Solche Verbindungen sind z. B. neben den obengenannten: Maleinsäure, Fumarsäure, Citraconsäure, Itaconsäure, Arconitsäure, Acetylendicarbonsäure und 3,4,5,6-Tetra­ hydrophthalsäure, Acetylendicarbonsäure und 3,4,5,6-Tetra­ hydrophthalsäureanhydrid, Crotonsäure, Zimtsäure und 2,4-Pentadiensäure bzw. die aus diesen Verbindungen abgeleiteten Aldehyde.
Ungesättigte Fette und Öle lassen sich mit Säureanhydriden, insbesondere Maleinsäureanhydrid bei erhöhter Temperatur pfropfen. Derartige Umsetzungen sind in der DE 43 05 397 z. B. an Rüböl oder Sojaöl beschrieben.
Es ist aber bevorzugt, an Fettreste mit C-C-Doppelbindungen Dienophile Verbindungen wie z. B. Maleinsäureanhydrid, Methacrylsäure oder Acrylsäure im Sinne einer En-Addition oder einer Diels-Alder-Reaktion anzulagern. Solche Reaktionen sind zum Beispiel beschrieben in:
D. Stoye, W. Freitag (Hrsg.), Lackharze, Carl Hanser Verlag, 1997, S. 380-381 (maleinierte und acrylierte Öle).
Unter "durchschnittlich mehrfunktionellen Verbindungen, die zur Reaktion mit den funktionellen Gruppen der Fettstoffe fähig sind" (Komponente B), sind vor allem mindestens eine der folgenden Verbindungen zu verstehen: mehrwertige Alkohole, Amine, Aminoalkohole, Mercaptane, Aminomercaptane und Alkoholmercaptane. Vorzugsweise hat die Komponente B nur Amino- oder alkoholische OH-Gruppen. Im allgemeinen beträgt das Molekulargewicht der Komponente B) weniger als 2 000 g pro Mol (Zahlenmittel). Die Funktionalität liegt im Bereich von 1,5 bis 4, vorzugsweise zwischen 2 und 3. Die mit den Säure- oder Säureanhydrid-Gruppen versehenen Fettstoffe lassen sich mit diesen Stoffen, insbesondere mit difunktionellen Verbindungen zu polymeren Molekülen umsetzen, z. B. mit Diaminen, Dialkoholen (Diolen), Aminoalkoholen und deren Mercaptanvarianten. Auch hier bestimmt die Stöchiometrie, abhängig von der Funktionalität der Fettstoffe und der Komponente B) die Auffindung und Unterschreitung des Gelpunktes.
Entscheidend ist also das Äquivalenz-Verhältnis der funktionellen Gruppen der Komponente A) und der Komponente B). Es sollte 0,1 bis 0,7 betragen. Ein stöchiometrisches Verhältnis führt nämlich früher oder später zu duroplastischen Produkten.
Bei der Reaktion entstehen mehr oder weniger verzweigte Makromoleküle bzw. Polymere, worunter auch Oligomere zu verstehen sind. Es handelt sich dabei um bekannte Reaktionen zum Aufbau von Polymeren.
Es ist wesentlich, daß die Polyreaktion zu Reaktionsprodukten mit einem durchschnittlichen Molekulargewicht MG von mindestens 1 500 führt, insbesondere mindestens 5 000 g pro Mol (ermittelt nach GPC).
Die Reaktion kann durch Zusatz von Katalysatoren so stark beschleunigt werden, daß sie auch bei Raumtemperatur noch innerhalb von akzeptablen Zeiten abläuft. So ist es z. B. möglich, die Reaktion von Carbonsäureanhydridgruppen mit Alkoholgruppen durch heteroaromatische Amine, die weitere Heteroatome im Ring enthalten, stark zu beschleunigen.
Bei den monofunktionellen Verbindungen (Komponente C) handelt es sich um Kohlenwasserstoff-Verbindungen mit 2 bis 18 C-Atomen und einen der folgenden Gruppen: alkoholische OH-Gruppe, Amino-Gruppe und Mercaptan-Gruppe. Auch die Verwendung aromatischer Alkohole und Amine ist möglich. Sie werden in einer solchen Menge eingesetzt, daß keine Anhydrid- oder Carbonsäuregruppen mehr vorliegen.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel eignen sich schon als solche zum Kleben und Dichten, insbesondere zum Kleben. Je nach konkretem Verwendungszweck werden dem Bindemittel jedoch zur Herstellung von Klebstoffen oder Dichtungsmassen zweckmäßigerweise Zusatzstoffe hinzugefügt, z. B. Wachse, Füllstoffe, Pigmente, Dispergatoren, Stabilisatoren, Viskositätsregler, Konservierungsmittel, Lösungsmittel und Harze. Sie sind bekannt, ebenso ihre Zumischung.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel werden vor allem in Form eines Klebestiftes oder eines Schmelzklebstoffes zum Kleben verwendet.
Die erfindungsgemäßen Bindemittel eignen sich aber auch zur Herstellung von Dispersions-Klebstoffen und Lösungsmittelklebstoffen.
Insbesondere eignen sich die erfindungsgemäßen Bindemittel zum Kleben und Dichten von Substraten mit unterschiedlichem elastischen Verhalten oder unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten, was in der Regel bei unterschiedlichen Substraten der Fall ist. Als Substrate kommen in Frage: Holz, Pappe, Papier, Wandbeläge wie Tapeten, Kork, Leder, Gummi, Filz, Textilien, Kunststoffe - insbesondere PVC, sei es in Form von Folien oder textilen Flächengebilden -, mineralische Substrate, wie Glas, Quarz, Schlacken, Gestein und Keramik sowie Metalle.
Die Erfindung wird durch folgende Beispiele erläutert:
Die Beispiele wurden entsprechend folgender allgemeiner Arbeitsanweisung durchgeführt. Die konkreten Daten sind der Tabelle zu entnehmen.
A) Herstellung des Bindemittels
Die Addukte (Komponente A) werden erhalten, indem man die angegebene Menge des Öls mit der angegebenen Menge des Maleinsäureanhydrids (MSA) bei 200 bis 240°C unter Stickstoff reagieren läßt.
Dem Addukt wurde dann die angegebene Menge der mehrfach ungesättigten Verbindung bei 80°C zugesetzt. Das Gemisch wurde 1 Std. unter Rühren bei 150°C gehalten.
Dann wurden die angegebenen Mengen der monofunktionellen Verbindung zugegeben und ca. 1,5 Std. bei 150°C weiter gerührt. Das erhaltene MSA-Addukt wurde durch die Verseifungszahl charakterisiert. Alle Proben konnten dreimal bei 150°C aufgeschmolzen und auf Raumtemperatur abgekühlt werden, ohne daß sich die Viskosität wesentlich änderte.
B) Herstellung von Klebestiften
Die so erhaltenen MSA-Addukte dienten als Bindemittel zur Herstellung von Klebestiften. Deren Rezeptur geht aus folgender Zusammenstellung hervor (jeweils in Gewichts-Teilen):
Beispiel I
Bindemittel I 73,4
Calciumstearat 8,9
Cutina LM 8,9
Loxiol G60 8,8
Beispiel II
Bindemittel II 78,3
Calciumstearat 8,5
Cutina LM 8,5
Loxiol G60 0,6
Beispiel III
Bindemittel III 94,5
Rilanit SP Micro 5,5
  • - Erläuterung zu den Stoffen:
    Cutina LM ist ein Handelsname für ein Gemisch aus Fettalkoholen, Wachsen und Ölen.
    Loxiol-G-50 ist ein Handelsname für Di-Cetyl-Stearylphthalat
    Rilanit SP micro ist ein Handelsname für Glycenn-tris-(12-hydroxystearat)
    Emerest 400 ist ein Handelsname für Polyethylenglykol-400-monostearat.
Die Rezeptur-Stoffe wurden bei ca. 150°C in der Schmelze gemischt und dann in eine Form gegossen.
C) Klebetechnische Eigenschaften
3 Tage nach dem Entformen der Klebestifte wurden ihre klebetechnischen Eigenschaften geprüft.
Der Abrieb wurde subjektiv durch manuellen Auftrag auf Kopierpapier bewertet.
Die Haftung wurde folgendermaßen ermittelt:
Manueller Auftrag auf einen Streifen Kopierpapier mit der Breite 40 mm und der Länge 100 mm. Verklebung eines zweiten Streifens gleicher Abmessungen durch An rollen mit einer 1 kg Walze. Trennen der so miteinander verklebten Streifen mittels einer Zugmaschine der Fa. Erichsen bei kontantem Vorschub von 100 mm/min. Visuelle Beurteilung des Papierrisses.

Claims (8)

1. Bindemittel mit einem Molekulargewicht von mindestens 1500 g/Mol auf der Basis eines Reaktionsproduktes von
  • A) mindestens einem Fettstoff mit durchschnittlich 1 bis 6 mindestens einer der -COOH- oder Säureanhydrid-Gruppen in dem Fettrest (Komponente A) mit
  • B) mindestens einer durchschnittlich mehrfunktionellen Verbindung, die zur Reaktion mit den funktionellen Gruppen der Fettstoffe fähig ist (Komponente B), im Unterschuß und
  • C) Umsetzung der restlichen -COOH sowie Säureanhydrid-Gruppen dieses Zwischenproduktes mit monofunktionellen Verbindungen (Komponente C), dadurch gekennzeichnet, daß die monofunktionellen Verbindungen Alkohole oder Amine sind.
2. Bindemittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Komponente A) mindestens eine Substanz aus der folgenden Gruppe der Fettstoffe eingesetzt wird: gesättigte oder ungesättigte, unverzweigte oder verzweigte Fettsäuren, Fettalkohole mit mindestens 8 C-Atomen und deren Ester mit einer C-C-Doppelbindung nach Addition einer dienophilen Substanz, wobei die Fettstoffe ein Molekulargewicht von < 200, insbesondere von < 300 und vorzugsweise von < 800 g pro Mol haben.
3. Bindemittel nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch Fettstoffe, bei denen die C-C-Doppelbindungen mit einer dienophilen Substanz wie z. B. Maleinsäure­ anhydrid, Itaconsäureanhydrid, Methacrylsäure und Acrylsäure umgesetzt wurden.
4. Bindemittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch das Molekulargewicht der Komponente B) von weniger als 2000 g pro Mol sowie dadurch, daß die Komponente B) nur Aminogruppen und alkoholische OH-Gruppen enthält.
5. Bindemittel nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch ein Umsetzungsverhältnis der Komponenten A) und B) von 0,1 bis 0,7, bezogen auf die stöchiometrischen Mengen.
6. Bindemittel nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente C) 2 bis 18 C-Atome enthält.
7. Verwendung der Bindemittel nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6 zum Kleben und Dichten, insbesondere zum Kleben in Form eines Klebestiftes oder Schmelzklebstoffes.
8. Verwendung nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch das Kleben und Dichten von Holz, Pappe, Papier, Wandbelägen wie Tapeten, Kork, Leder, Gummi, Filz, Textilien, Kunststoffe - insbesondere PVC, sei es in Form von Folien oder textilen Flächengebilden, - mineralischen Substraten wie Glas, Quarz, Schlacken, Gestein und Keramik sowie Metalle.
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