DE19754420C1 - Veredeltes Furnier und Verfahren zur optischen Aufwertung von Furnieren - Google Patents
Veredeltes Furnier und Verfahren zur optischen Aufwertung von FurnierenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein veredeltes Furnier
insbesondere für Innenverkleidungsteile des Fahrgastraumes von
Fahrzeugen sowie ein Verfahren zur optischen Aufwertung
und/oder Gestaltung von farblich blassen und gleichmäßigen Fur
nieren.
Bei der Innenausstattung von Kraftfahrzeugen wird wieder ver
mehrt auf Holzfurniere als Dekor für Verkleidungsteile zurück
gegriffen. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nimmt jedoch die
Verfügbarkeit relativ preiswerter und attraktiver Furniere bei
der Ausstattung von Großserien-Fahrzeugen ab. Aus diesem Grunde
werden heute schon Furniere verwendet, die aus natürlichem Holz
bestehen, strukturell aber künstlich gestaltet sind, so daß
schlichtes Holz aufgewertet und als Edelholz-Imitat dienen
kann.
Aus der DE-AS 22 60 123 ist ein Verfahren zur Herstellung von
einseitig geprägten Verzierungselementen aus feuchten Furnieren
bekannt, wobei Furniere mit 8 bis 10% Feuchtigkeit mit einer
Matrize zwischen Heizplatten einer Presse bei Drücken von 40
bis 80 kg/cm2 bei einer Preßzeit von 20 bis 120 Sekunden 0,6
bis 0,7 mm tief eingeprägt werden. Auf einer Furnierseite sind
ein Kleber und Träger in Form eines Papierblattes, einer Kunst
stoffolie, einer Textilie oder einer Metallfolie angebracht, um
dem tiefgeprägten Furnier eine zusätzliche Festigkeit zu ver
leihen, ohne die Biegsamkeit zu vermindern.
Aus der DE-AS 24 46 307 ist ein Verfahren zur Herstellung von
Dekorationsplatten mit einem permanent eingeprägten Muster be
kannt, die als Dekorationsmaterial für Luxusmöbel, Türen, Ge
häuse und dergleichen verwendet werden. Bei dem bekannten Ver
fahren wird ein faserartiges Aufziehmaterial hergestellt, des
sen eine Oberfläche eine rauhe, faserförmige Textur aufweist,
die mit einer wärmehärtbaren Verbindung mit hohem Molekularge
wicht imprägniert wird. Daraufhin wird eine vorläufige Laminie
rung durchgeführt, indem man eine dünne Dekorationsschicht mit
der Dekorationsseite oben auf die mit wärmehärtbarer Verbindung
imprägnierte Oberfläche mit einem Klebstoff dazwischen auflegt
und das vorläufige Laminat in der Wärme mit der Dekorationssei
te in Kontakt mit einer Formoberfläche preßt. Die Formoberflä
che enthält ein permanent eingeprägtes Muster, und das Pressen
erfolgt, bevor die imprägnierte, wärmehärtbare Verbindung und
der Klebstoff härten. Als Aufziehmaterial werden dabei insbe
sondere Partikelbretter, laminiertes Sperrholz oder zusammenge
setztes Holz verwendet. Als Dekorationsfurnier wird ein Schnitt
aus gekochtem Holz mit Maserungsmuster verwendet.
Aus der JP-07246603 A ist ein dekoratives Furnier bekannt, auf
dessen Oberfläche eine Schutzschicht aus Kunstharz aufgebracht
ist. Zum Nachempfinden der Maserung einer natürlichen Holzober
fläche erfolgt auf der Schutzschicht eine Prägung, wobei die
geprägten Vertiefungen mit einem Farbstoff gefüllt werden.
Aus der DE 195 13 735 A1 ist ein Verfahren zur Veredelung einer
Echtholzoberfläche bekannt, bei dem mittels gravierter Struk
turwalzen eine Beizfarbe derart aufgetragen wird, daß die Holz
maserstruktur einer anderen Holzsorte auf die Echtholzoberflä
che übertragen wird.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Furnier als Innenverkleidungsteil für den
Fahrgastraum von Fahrzeugen vorzuschlagen, das insbesondere im
Hinblick auf eine Serien- und Massenfertigung einfach herstell
bar ist, über eine hinreichende Beständigkeit und Unempfind
lichkeit verfügt und einen optisch edlen Eindruck beim Betrach
ter vermittelt. Insbesondere soll das Furnier auf der Grundlage
eines schlichten Holzfurniers hergestellt sein. Des weiteren
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur op
tischen Aufwertung und/oder Gestaltung von farblich blassen und
gleichmäßigen Furnieren ohne eigene Oberflächenstruktur vorzu
schlagen.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß ein veredeltes
Furnier mit den Merkmalen des Anspruches 1 vorgeschlagen. Dem
nach besteht das erfindungsgemäße Bauteil aus einem von Natur
aus farblich blassen und gleichmäßigen, strukturarmen, jedoch
künstlich optisch aufgewerteten Furnier, das mit einer flächen
füllenden Oberflächenstruktur bleibend geprägt ist. Die gepräg
te Oberflächenstruktur ist einflankig mit einer die Strukturie
rung optisch verstärkenden Farbtönung versehen und das Furnier
ist mit einem Klarlack versiegelt. Durch das an sich bekannte
Prägen des Holzfurniers wird dieses aufgewertet, ohne daß der
Holzcharakter verloren geht. Aufgrund der erst nach dem Präge
vorgang erfolgenden Versiegelung mittels eines Klarlacks wird
aufgrund der durch die Prägung entstandenen unterschiedlichen
Dicken neben der mechanischen Markierung des Holzes dem Be
trachter zusätzlich eine Brillanz und Tiefenwirkung des erfin
dungsgemäßen Furniers vermittelt. Dies wird
durch die zusätzliche Farbtönung, die zwischen Prägung und Ver
siegelung erfolgt und die Strukturierung der Oberfläche optisch
betont, noch verstärkt. Durch die erfindungsgemäße Kombination
der in Anspruch 1 aufgeführten Maßnahmen wird somit erreicht,
daß ein von Natur aus farblich blasses und strukturarmes Holz
furnier optisch derart aufgewertet wird, daß es zu einer Ver
wendung in Kraftfahrzeugen mit einer gehobenen Innenausstattung
verwendbar ist, jedoch auf einfache, Großserien-taugliche Art
und Weise herstellbar ist.
In Ausgestaltung der Erfindung ist in das Furnier als künstli
che Strukturierung eine Holzmaserung eingeprägt.
In anderer Ausgestaltung der Erfindung ist in das Furnier als
künstliche Strukturierung eine holzfremde Oberflächenstruktur
(beispielsweise Tropfen, unregelmäßige Noppen, textile Oberflä
chenstruktur, Moos- oder Flechtenstruktur, Borkenstruktur, Le
dernarbung, Schuppen oder dergleichen) eingeprägt.
Vorteilhafterweise wird die Farbtönung der eingeprägten Ober
flächenstruktur in Einbaulage so angeordnet, daß die getönten
Flanken der Strukturierung auf der dem Lichteinfall abgewandten
Seite liegen. Dadurch wird die Tiefenwirkung der Tönung und an
schließenden Versiegelung zusätzlich verstärkt.
Zur weiteren Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe
wird ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 4 vorge
schlagen. Dieses Verfahren ist insbesondere zur Herstellung ei
nes erfindungsgemäßen Furniers gemäß Anspruch 1 geeignet und
ist dadurch gekennzeichnet, daß das Furnier mit einer flächen
füllenden Oberflächenstruktur bleibend geprägt wird, daß die
geprägte Oberflächenstruktur einer die Strukturierung optisch
verstärkenden Nachbehandlung unterzogen wird und daß das Fur
nier mit einem Klarlack versiegelt wird. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist dazu geeignet, ein farblich blasses und gleichmä
ßiges Furnier ohne eigene Oberflächenstruktur optisch derart
aufzuwerten und/oder zu gestalten, daß der Eindruck eines Edel
holzes vermittelt wird. Das erfindungsgemäße Verfahren ist ein
fach durchführbar und eignet sich aus diesem Grunde zur Serien- bzw.
Massenanfertigung optisch aufgewerteter Holzfurniere.
Zur weiteren Lösung der Erfindung erfolgt die die Oberflächen
struktur optisch verstärkende Nachbehandlung aufgrund einer
thermisch einflankigen Bräunung durch einen Wärmestrahler mit
eng gebündelter Intensitätsverteilung, wobei die Wärmeeinstrah
lung einseitig und unter einem flachen Winkel zur Furnierober
fläche erfolgt. Eine derartige Behandlung durch Wärmeeinstrah
lung ist dazu geeignet, die optische Tiefe und die Brillanz und
somit den edlen Eindruck der Oberfläche weiter zu verstärken.
Vorteilhafterweise wird zur Bräunung ein defokussierter
CO2-Laserstrahl eingesetzt.
In anderer Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Bräunung
durch Heißluftzufuhr. Diese alternative Maßnahme zur Verwendung
eines Wärmestrahlers erzielt auf ebenso einfache Art und Weise
den gewünschten Effekt einer verstärkten Tiefen- und Brillanz
wirkung und ist gleichermaßen in der Großserie einsetzbar. Vor
teilhafterweise erfolgt die Heißluftzufuhr einflankig und unter
einem flachen Winkel.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die die Ober
flächenstruktur optisch verstärkende Nachbehandlung durch einen
einseitigen Farbauftrag mittels eines Sprühorganes mit einem
eng gebündelten Sprühstrahl, wobei der Farbauftrag einflankig
und unter einem flachen Winkel zur Furnieroberfläche erfolgt.
Alternativ zu der erläuterten optisch verstärkenden Nachbehand
lung durch thermische Bräunung wird somit die optische Verstär
kung der Oberflächenstruktur mittels Farbtönung erzielt. Da
durch kann dem Holzfurnier eine dezente, gegebenenfalls an die
weitere Innenausstattung des Kraftfahrzeuges angepaßte Farbtö
nung verliehen werden. Dies erfolgt beispielsweise, indem gemäß
Anspruch 10 als Sprühfarbe eine gefärbte Holzbeize in einem zur
natürlichen Farbe des Furniers kontrastierenden Farbton verwen
det wird.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Klarlack
versiegelung des Furniers mittels einer die Strukturierung völ
lig überdeckenden, oberflächlich strukturfreien und hochglän
zenden Lackbeschichtung, wodurch eine den edlen Eindruck des
Holzfurniers unterstreichende Brillanz erzielt wird.
Um den Eindruck eines hochwertigen Produktes weiter zu stei
gern, wird in weiterer Ausgestaltung der Erfindung die Klar
lack-Beschichtung blasenfrei an der Furnieroberfläche aufge
bracht.
Bei der Herstellung eines erfindungsgemäßen Furniers kann das
Prägen der Holzoberfläche schon beim Pressen der Holzlaminat
preßteile erfolgen, indem das Preßwerkzeug entsprechend genarbt
ist. Außerdem ist auch ein Prägen der Teile nach der Preßteil
herstellung in einem separaten Arbeitsgang möglich. Dies hat
den Vorteil, daß das Furnier gezielt und gegebenenfalls nur
partiell geprägt wird und somit ein Prägen von Zierbändern,
Symbolen und dergleichen ermöglicht wird. Des weiteren besteht
die Möglichkeit, die Furniere bereits vor dem Verpressen zu
prägen.
Durch Bürsten oder leichtes Überschleifen der Oberfläche der
bereits gebeizten Teile kann die geprägte Struktur zusätzlich
optisch verstärkt werden.
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Furniers
wird nun anhand der Zeichnung im einzelnen beschrieben. In die
ser zeigt die einzige Figur eine seitliche Schnittansicht einer bevorzug
ten Ausführungsform eines mit einem Furnier ausgebildeten Sub
strates.
Hierbei ist auf ein Substrat 1 eine Furnierschicht 2 aufge
bracht. Bei dem Substrat kann es sich beispielsweise um Holz,
insbesondere lamellisiertes Holz, oder ein anderes geeignetes
Material handeln. In die Furnierschicht 2 ist, im wesentlichen
über die gesamte Oberfläche, eine Oberflächenstruktur einge
prägt. In der Figur erkennt man Vertiefungen 3 dieser Oberflä
chenstruktur. Die geprägte Oberflächenstruktur ist seitlich mit
einer die Strukturierung optisch verstärkenden Bräunung bzw.
Farbtönung 4 ausgebildet. Diese Tönung 4 ist jeweils an den ei
nem Lichteinfall in Richtung des Pfeiles L entgegengesetzten
Flanken der Vertiefungen 3 ausgebildet. Hierbei entspricht die
Richtung des Pfeiles L im wesentlichen der Lichteinfallrichtung
in Einbaulage. Durch diese einflankige Tönung der Vertiefungen
3 ist es in einfacher Weise möglich, die Strukturierung des
Furniers optisch zu verstärken. Die derart strukturierte Fur
nierschicht 2 ist mit einer Klarlackschicht 5 versiegelt. Die
Klarlackschicht 5 weist hierbei eine strukturfreie Oberfläche 6
auf. Durch diese strukturfreie und vorzugsweise hochglänzende
Lackbeschichtung wird eine den edlen Eindruck des Holzfurniers
unterstreichende Brillanz erzielt.
Claims (11)
1. Veredeltes Furnier, insbesondere für Innenverkleidungsteile
des Fahrgastraumes von Fahrzeugen,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein von Natur aus farblich blasses und gleichmäßiges, struk
turarmes Furnier (2) mit einer flächenfüllenden Oberflächen
struktur (3) bleibend geprägt, die geprägte Oberflächenstruktur
einflankig mit einer die Strukturierung optisch verstärkenden
Farbtönung (4) versehen und das Furnier mit einem Klarlack (5)
versiegelt ist.
2. Veredeltes Furnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß in das Furnier (2) als künstliche Strukturierung eine Holz
maserung eingeprägt ist.
3. Veredeltes Furnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß in das Furnier als künstliche Strukturierung eine holzfrem
de Oberflächenstruktur eingeprägt ist.
4. Verfahren zur optischen Aufwertung und/oder Gestaltung von
farblich blassen und gleichmäßigen Furnieren ohne eigene Ober
flächenstruktur,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß das Furnier (2) mit einer flächenfüllenden Oberflächen struktur (3) bleibend geprägt wird,
- - daß die geprägte Oberflächenstruktur (3) einer die Struktu rierung optisch verstärkenden Nachbehandlung unterzogen wird und
- - daß das Furnier mit einem Klarlack (5) versiegelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
die Oberflächenstruktur (3) optisch verstärkende Nachbehandlung
aufgrund einer thermisch einflankigen Bräunung durch einen Wär
mestrahler mit eng gebündelter Intensitätsverteilung erfolgt,
wobei die Wärmeeinstrahlung unter einem flachen Winkel zur Fur
nieroberfläche erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Bräunung ein defokussierter CO2-Laserstrahl eingesetzt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bräunung durch Heißluftzufuhr erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
die Oberflächenstruktur (3) optisch verstärkende Nachbehandlung
durch einen einseitigen Farbauftrag mittels eines Sprühorganes
mit einem eng gebündelten Sprühstrahl erfolgt, wobei der Farb
auftrag einflankig und unter einem flachen Winkel zur Furnier
oberfläche erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als
Sprühfarbe eine gefärbte Holzbeize in einem zur natürlichen
Farbe des Furniers (2) konstrastierenden Farbton verwendet
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Klarlackversiegelung des Furniers mittels einer die Strukturie
rung völlig überdeckenden, oberflächlich strukturfreien und
hochglänzenden Lackbeschichtung (5) erfolgt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Klarlackbeschichtung (5) blasenfrei an der Furnieroberfläche
aufgebracht wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997154420 DE19754420C1 (de) | 1997-12-08 | 1997-12-08 | Veredeltes Furnier und Verfahren zur optischen Aufwertung von Furnieren |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997154420 DE19754420C1 (de) | 1997-12-08 | 1997-12-08 | Veredeltes Furnier und Verfahren zur optischen Aufwertung von Furnieren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19754420C1 true DE19754420C1 (de) | 1999-03-04 |
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ID=7851136
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997154420 Expired - Fee Related DE19754420C1 (de) | 1997-12-08 | 1997-12-08 | Veredeltes Furnier und Verfahren zur optischen Aufwertung von Furnieren |
Country Status (1)
| Country | Link |
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