DE19745307C2 - Reihenschlußmotor mit Kommutator - Google Patents
Reihenschlußmotor mit KommutatorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Reihenschlußmotor mit Kommutator,
insbesondere für ein gebremstes Elektrowerkzeug mit Universal
motor, mit zumindest einer Ankerwicklung und zumindest einer
Feldwicklung, und mit einer Schalteinrichtung zur Umschaltung
des Motors zwischen Motorbetrieb und Bremsbetrieb, wobei die
Ankerwicklung mit einem Kommutator verbunden ist, an dem zumin
dest eine erste und eine zweite Bürste vorgesehen sind, wobei
im Motorbetrieb die zumindest eine Feldwicklung mit der Anker
wicklung über die erste und die zweite Bürste und den Kommuta
tor mit einer Spannungsquelle in Reihe geschaltet ist, und
wobei im Bremsbetrieb die zumindest eine Feldwicklung von der
Spannungsquelle getrennt ist und über die Ankerwicklung zu
einem geschlossenen Stromkreis verbunden ist.
Ein derartiger Reihenschlußmotor ist aus der DE 36 36 555 A1
bekannt.
Bei dem bekannten Motor handelt es sich um einen Reihenschluß
motor, der einen Anker und wenigstens eine Feldwicklung auf
weist, wobei ein Schalter vorgesehen ist, über den der Anker
und die zumindest eine Feldwicklung in einer ersten Polung zu
einander an eine äußere Stromversorgung anschaltbar sind und
durch den der Anker und die Feldwicklung in einer anderen Po
lung zueinander in den Bremsbetrieb umschaltbar sind, indem zu
mindest ein Teil der Feldwicklung zu dem Anker parallel liegt.
Zur Beeinflussung der Felderregung im Bremsbetrieb ist eine
Elektronik vorgesehen, die lediglich im Bremsbetrieb vom Anker
parallel geschaltet ist. Hierzu enthält die Elektronik einen
Kondensator zur Einleitung der Selbsterregung im Bremsbetrieb,
der im Motorbetrieb von der äußeren Stromversorgung aufgeladen
wird und nach der Umschaltung in den Bremsbetrieb einen Feld
strom erzeugt, der von einer Zenerdiode begrenzt wird und eine
Charakteristik aufweist, durch die die Felderregung zumindest
in einem die Anfangsnenndrehzahl im Bremsbetrieb enthaltenden
Drehzahlbereich des Ankers zumindest quasi-konstant gehalten
ist. Die Elektronik wird hierbei also dazu verwendet, einer
seits die Selbsterregung im Bremsbetrieb einzuleiten, und um
andererseits eine bestimmte Bremscharakteristik zu erzeugen.
Dabei soll gleichzeitig durch die Elektronik ein übermäßiges
Bürstenfeuer vermieden werden.
Bei dem bekannten Reihenschlußmotor wie auch bei anderen Rei
henschlußmotoren, die mit Unterstützung von Elektronikbauteilen
gebremst werden können, besteht grundsätzlich immer die Gefahr,
daß die Elektronik ausfällt. Im Falle eines Versagens der Elek
tronik ist somit keine zuverlässige Bremsung mehr gewähr
leistet, so daß insbesondere bei starker thermischer Belastung
eines von einem solchen Reihenschlußmotor angetriebenen Elek
trowerkzeuges immer ein gewisses Risiko für das Versagen der
Bremseinrichtung besteht. Gerade bei hoch belasteten Elektro
werkzeugen, wie etwa bei Winkelschleifern, wird jedoch eine äu
ßerst hohe Zuverlässigkeit auch der betreffenden Brems
einrichtung gefordert, um die Unfallsicherheit zu verbessern.
Verzichtet man jedoch auf die Elektronik und schließt einfach
den Anker über die zumindest eine Feldwicklung und gegebenen
falls einen Bremswiderstand kurz, so läßt sich zwar bei geeig
neter Auslegung der Bremse eine zuverlässige und schnelle Brem
sung erreichen, jedoch tritt hierbei ein starkes Bürstenfeuer
auf, was einerseits zu einer schnellen Abnutzung der Bürsten
führt und andererseits zu erheblichen Problemen bei der Ent
störung.
Gemäß der DE 195 40 740 C1 ist eine Bremsschaltung für Reihen
schlußmotoren bekannt, die eine verstellbare Bürstenhalterung
in Verbindung mit Schaltmitteln zur Umschaltung zwischen Motor-
und Bremsbetrieb aufweist, wobei die Bremsung nach dem elektro
dynamischen Prinzip der Selbsterregung während des Umschaltens
vom Motor- in den Bremsbetrieb erfolgt. Dabei soll durch die
verstellbare Bürstenhalterung das Problem des Bürstenfeuers re
duziert werden.
Jedoch hat sich gezeigt, daß auch bei diesem Motor trotz der
verstellbaren Bürstenhalterung nach wie vor Kommutierungs
probleme und damit ein verstärktes Bürstenfeuer auftreten.
Gemäß der DE 43 07 357 A1 wird versucht, das Problem des Bür
stenfeuers dadurch zu umgehen, daß die Wendepolwicklungen rela
tiv zu der neutralen Zone des Ankers in Drehrichtung des Ankers
verschoben angeordnet werden.
Gleichwohl tritt auch hierbei im Verlauf von zahlreichen Brem
sungen ein Bürstenfeuer auf, das sich nachteilig auf die Le
bensdauer der Bürsten auswirkt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Reihen
schlußmotor gemäß der eingangs genannten Art derart zu verbes
sern, daß das Problem des Bürstenfeuers möglichst gering gehal
ten wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Reihenschlußmotor gemäß der ein
gangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine
dritte und eine vierte Bürste vorgesehen sind, die im Brems
betrieb am Kommutator schleifen und im Motorbetrieb vom Kommu
tator abgehoben sind, wobei die erste und die zweite Bürste im
Bremsbetrieb vom Kommutator abgehoben sind.
Die Aufgabe der Erfindung wird auf diese Weise vollkommen ge
löst.
Erfindungsgemäß wird das Kommutatorfeuer bei der Parallel
schaltung der Feldwicklung zur Ankerwicklung im Bremsbetrieb
durch spezielle Bürsten vermieden, die lediglich im Brems
betrieb am Kommutator schleifen und im Motorbetrieb vom Kommu
tator abgehoben sind. Gleichzeitig werden die erste und die
zweite Bürste im Bremsbetrieb vom Kommutator abgehoben.
Diese dritte und vierte Bürste können speziell für den Brems
betrieb ausgelegt sein, so daß sich mit einfachen Mitteln eine
übermäßige Abnützung der Bürsten verhindern läßt, wobei gleich
zeitig Entstörprobleme vermieden werden.
Dadurch wird gewährleistet, daß die Bürsten für den Motor
betrieb und die Bürsten für den Bremsbetrieb immer nur in ihrer
Vorzugsrichtung am Kommutator anliegen. Dadurch wird schon nach
kurzer Einlaufzeit sichergestellt, daß die Bürsten immer in op
timaler Weise am Kommutator anliegen, wodurch der Bürstenver
schleiß reduziert wird.
Insgesamt läßt sich so eine übermäßige Abnutzung der Bürsten
verhindern, und Entstörprobleme lassen sich deutlich redu
zieren.
Darüber hinaus wird auf diese Weise eine von der Funktion einer
Bremselektronik unabhängige eigenerregte Bremsung ermöglicht,
so daß das Ausfallrisiko einer Elektronik vermieden wird.
Es ist zwar grundsätzlich bekannt, zur Umschaltung zwischen
Rechts- und Linkslauf eines Elektrowerkzeuges eine dritte Bür
ste vorzusehen (vgl. DE 39 04 765 A1), jedoch ist die Erfindung
hierdurch nicht nahegelegt, da die bekannte Anordnung einem
gänzlich anderen Zweck dient, nämlich, auf möglichst einfache,
kostengünstige Weise einen Antrieb für eine Zweigang-Hand
werkzeugmaschine mit zwei unterschiedlichen Drehzahlen zu er
möglichen.
Auch durch die DE 195 13 863 A1 ist die Erfindung nicht nahege
legt, da die hierin offenbarte dritte Bürste wiederum einem
gänzlich anderen Zweck dient, nämlich, auf möglichst einfache,
kostengünstige Weise einen Elektromotor für den Betrieb von
Scheibenwischanlagen zu schaffen, womit ein Betrieb des Motors
in zwei Geschwindigkeitsstufen ermöglicht ist und die Geschwin
digkeit der zweiten Geschwindigkeitsstufe veränderbar ist.
In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung sind die erste und
die zweite Bürste, sowie die dritte und die vierte Bürste je
weils um einen Winkel von etwa 180° zueinander versetzt ange
ordnet.
Dabei können zusätzlich die erste gegenüber der dritten Bürste
und die zweite gegenüber der vierten Bürste um einen Winkel
zwischen etwa 20° und 90° versetzt angeordnet sein.
Durch diese Maßnahmen kann die Anordnung der Bürsten optimiert
werden, um das Bürstenfeuer zu minimieren und um eine günstige
mechanische Umschaltmöglichkeit zu erlauben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausfüh
rungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläu
tert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Schaltbild eines erfindungsgemäßen Reihenschluß
motors;
Fig. 2 eine vergrößerte Prinzipdarstellung des Kommutators
mit den vier Bürsten gemäß Fig. 1 von vorn und
Fig. 3 eine Aufsicht auf den Kommutator mit Bürsten von
oben in vereinfachter Darstellung.
Ein erfindungsgemäßer Reihenschlußmotor ist in Fig. 1 darge
stellt und insgesamt mit der Ziffer 10 bezeichnet.
Der Motor 10 umfaßt einen nur schematisch mit der Ziffer 12 an
gedeuteten Anker, der eine Ankerwicklung aufweist und mit einem
Kommutator 18 gemäß der Fig. 2 und 3 elektrisch verbunden
ist. Am Kommutator 18 sind insgesamt vier Bürsten 20, 22, 24,
26 angeordnet, von denen, wie nachfolgend noch genauer
erläutert wird, jeweils zwei einander gegenüberliegende Bürsten
20, 22 bzw. 24, 26 von der Oberfläche 28 des Kommutators 18
abgehoben sind.
Der Motor 10 umfaßt ferner zwei Feldwicklungen 14, 16, die mit
der Ankerwicklung in Reihe schaltbar sind.
Zur Umschaltung des Motors 10 zwischen Motorbetrieb und Brems
betrieb dient ein Schalter S mit den Schaltelementen S1, S2 und
S3.
Im in Fig. 1 dargestellten Motorbetrieb liegen die erste Feld
wicklung 14, die Ankerwicklung, die über die erste Bürste 20
und die gegenüberliegende zweite Bürste 22 versorgt wird, mit
der zweiten Feldwicklung 16 in Reihe und sind an die
Spannungsquelle 34 angekoppelt.
Dagegen ist die erste Feldwicklung 14 im Bremsbetrieb von der
Spannungsquelle 34 abgekoppelt und liegt mit der Ankerwicklung,
die über die dritte Bürste 24 und die gegenüberliegende vierte
Bürste 26 angekoppelt ist, mit der zweiten Feldwicklung 16 in
Reihe, wobei sich über die Verbindung zwischen den Polen 2 und
3 des ersten Schaltelementes S1 ein geschlossener Bremsstrom
kreis ergibt.
Der Schalter S umfaßt drei Schaltelemente S1, S2, S3, die als
Umschalter ausgebildet sind und miteinander gekoppelt sind, wie
durch eine gestrichelte Linie 37 angedeutet ist. Über das erste
Schaltelement S1 wird das Abtrennen von der Spannungsquelle 34
und Schließen des Bremsstromkreises durch Umschalten des
Schaltelementes S1 zwischen den Schaltkontakten 1 und 2
erreicht. Die erste Feldwicklung 14, die mit dem Schaltelement
S1 am Anschluß 3 verbunden ist, ist am anderen Ende mit dem
Anschluß 4 des Schaltelementes S2 angeschlossen, das zwischen
den Schaltkontakten 5 und 6 umschaltbar ist. Die erste Bürste
20 ist mit dem Anschluß 5 gekoppelt, während die dritte Bürste
24 mit dem Anschluß 6 gekoppelt ist.
Die zweite Feldwicklung 16 ist an einen Anschluß 9 des dritten
Schaltelementes S3 angeschlossen und am anderen Ende mit dem
Anschluß 2 des Schaltelementes S1 verbunden, der mit dem ande
ren Pol der Spannungsquelle 34 gekoppelt ist. Das Schaltelement
S3 ist zwischen den Schaltkontakten 7 und 8 umschaltbar, wobei
im in Fig. 1 dargestellten Motorbetrieb die Kontakte 8 und 9
des Schaltelementes S3 verbunden sind, während im Bremsbetrieb
die Kontakte 7 und 9 verbunden sind. Die zweite Bürste 22 ist
mit dem Anschluß 8 des Schaltelementes S3 verbunden, während
die vierte Bürste 26 mit dem Anschluß 7 des Schaltelementes S3
verbunden ist.
Wie aus Fig. 2 näher zu ersehen ist, stehen im Motorbetrieb 30
die erste Bürste 20 und die zweite Bürste 22 in Schleifkontakt
mit der Oberfläche 28 des Kommutators 18. Im Motorbetrieb 30
sind die dritte Bürste 24 und die vierte Bürste 26 von der
Oberfläche 28 des Kommutators 18 abgehoben.
Erfolgt nun die Umschaltung in den Bremsbetrieb 32 gemäß
Fig. 3, so werden durch eine mit dem Schalter S in geeigneter
Weise gekoppelte Mechanik die erste Bürste 20 und die zweite
Bürste 22 von der Oberfläche 28 des Kommutators 18 abgehoben
und die dritte und die vierte Bürste 24, 26 an die Oberfläche
28 des Kommutators angelegt, so daß sich diese in Schleif
kontakt befinden.
Auf diese Weise läßt sich ein übermäßiges Kommutatorfeuer
sowohl im Motorbetrieb 30 als auch im Bremsbetrieb 32 vermei
den, da die Bürsten 20, 22 für den Motorbetrieb 30 und die Bür
sten 24, 26 für den Bremsbetrieb 32 in optimaler Weise ausge
legt werden können.
Dabei kann zusätzlich noch der Winkel α zwischen der ersten und
der dritten Bürste 20, 24 und zwischen der zweiten und der
vierten Bürste 22, 26 variiert werden, um optimale Ergebnisse
zu erzielen. Im in Fig. 2 dargestellten Fall liegt der Winkel α
in der Größenordnung von etwa 60°.
Claims (3)
1. Reihenschlußmotor mit Kommutator, insbesondere für ein ge
bremstes Elektrowerkzeug mit Universalmotor, mit zumindest
einer Ankerwicklung (12) und zumindest einer Feldwicklung
(14, 16), und mit einer Schalteinrichtung (S) zur Umschal
tung des Motors (10) zwischen Motorbetrieb (30) und Brems
betrieb (32), wobei die Ankerwicklung (12) mit einem Kom
mutator (18) verbunden ist, an dem zumindest eine erste
(20) und eine zweite (22) Bürste vorgesehen sind, wobei im
Motorbetrieb (30) die zumindest eine Feldwicklung (14, 16)
mit der Ankerwicklung (12) über die erste (20) und zweite
(22) Bürste und den Kommutator (18) mit einer Spannungs
quelle (34) in Reihe geschaltet ist, und wobei im Bremsbe
trieb (32) die zumindest eine Feldwicklung (14, 16) von
der Spannungsquelle (34) getrennt ist und über die Anker
wicklung (12) zu einem geschlossenen Bremsstromkreis ver
bunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine dritte (24)
und eine vierte (26) Bürste vorgesehen sind, die im Brems
betrieb (32) am Kommutator (18) schleifen und im Motor
betrieb (30) vom Kommutator (18) abgehoben sind, wobei die
erste (20) und die zweite (27) Bürste im Bremsbetrieb (32)
vom Kommutator (18) abgehoben sind.
2. Reihenschlußmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die erste (20) und die zweite (22) Bürste, sowie die
dritte (24) und die vierte (26) Bürste jeweils um einen
Winkel von etwa 180° zueinander versetzt sind.
3. Reihenschlußmotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die erste (20) gegenüber der dritten (24)
Bürste und die zweite (22) gegenüber der vierten (26) Bür
ste um einen Winkel (α) zwischen etwa 20° und 90° ver
setzt sind.
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Families Citing this family (2)
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1997
- 1997-10-14 DE DE1997145307 patent/DE19745307C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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| DE19745307A1 (de) | 1999-04-15 |
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