Die Erfindung betrifft ein Getriebe mit stufenlos einstellbarer Übersetzung zur Wandlung von
Drehzahlen und Drehmomenten zwischen zwei Wellen. Derartige Wandler finden in der
gesamten Antriebstechnik, insbesondere bei Werkzeugmaschinen und bei Fahrzeugantrieben
Verwendung.
Antriebsmaschinen sind in ihrer mechanischen Leistung drehzahlabhängig. Sie arbeiten
üblicherweise in ihrem wirtschaftlichsten Drehzahlbereich mit günstigem Energieverbrauch
oder im Bereich maximaler abgegebener Leistung. Dagegen sollen die angetriebenen
Maschinen entsprechend ihrer Verwendung bzw. ihrem jeweiligen Betriebszustand unter
schiedliche Drehzahlen aufweisen. Durch Wechsel getriebe mit entsprechenden Übersetzungs
verhältnissen werden deshalb die Drehzahlen von Antriebseinheit und angetriebener
Maschine einander angepaßt. So kann bei optimaler Einstellung des Übersetzungsverhält
nisses der Verlust an Motorleistung gering gehalten werden. Mit Getrieben mit stufenlos
einstellbarer Übersetzung ist bei entsprechendem Wirkungsgrad der Anordnung eine optimale
Übertragung der Drehbewegung bei geringem Leistungsverlust möglich.
Bei derartigen stufenlosen Drehzahlwandlern unterscheidet man entsprechend ihren
Arbeitsprinzipien mechanische, elektrische und hydraulische Wandler.
Mechanische Systeme zur Drehzahlwandlung sind als Reibräder- und Zugmittelgetriebe
bekannt geworden. Bei den Reibrädergetrieben wird die Bewegung (Drehmoment, Drehzahl)
durch Reibungsschluß an rotationssymmetrischen Körpern übertragen. Durch Reibräderpaare
mit stufenlos veränderbarem Wirkdurchmesser bzw. umfang werden die Drehzahlen/Dreh
momente so umgewandelt, daß sich infolge der theoretisch unendlich vielen möglichen
Einstellungen des Übersetzungsverhältnisses unterschiedlichste Drehzahleinstellungen für die
Antriebseinheit ergeben. Die erforderliche Reibung zwischen den Reibrädern kann nur durch
große Anpreßkräfte erreicht werden. Diese bedingen aber eine hohe Materialbeanspruchung
an den beiden Berührungspunkten bzw. -linien und stellen eine erhebliche Belastung für
deren Lager und die Getriebewellen dar. Reibrädergetriebe sind zudem mit einem erheblichen
Schlupf behaftet, der wiederum einen verringerten Wirkungsgrad der Anordnung zur Folge
hat.
Zugmittelgetriebe arbeiten als Kettengetriebe oder Riemengetriebe mit Antriebs- und
Abtriebsgliedern aus je einem Paar Kegelscheiben, die eine Kette bzw. ein Riemen endlos
umhüllt. Sie arbeiten nach dem Prinzip der stufenlosen Verstellung des Wirkdurchmessers
der Kegelscheiben, wobei mindestens eine der Kegelscheiben axial verstellbar ist. Dadurch
können die Drehzahlen veränderlich eingestellt werden. Mit Hilfe von Zugmittelgetrieben
lassen sich aber auch größere Wellenabstände von An- und Abtriebseinheit überbrücken.
Riemengetriebe werden allerdings nur für kleinere Leistungen genutzt, Kettengetriebe
vorzugsweise bei stationären Maschinen verwendet.
Unter den hydraulischen Getrieben mit stufenlos veränderbarer Drehzahl bestehen die
hydrostatischen Drehzahlwandler aus der Kombination von einer Zellenpumpe und einem
Zellenmotor, wobei die Pumpe eine Flüssigkeit in den Motor befördert und die Drehzahl
des Zellenmotors (Abtriebsteil) von der Fördermenge der Pumpe bzw. der Schluckmenge
des Motors abhängig ist. Bei hydrodynamischen Drehzahlwandlern mit einer Pumpe und
einem Turbinenrad wird zur Kraftübertragung die Flüssigkeitsströmung genutzt.
Die hydraulischen Getriebe sind in großem Maße schlupfbehaftet und erfordern einen hohen
Aufwand.
Ebenso sind elektrische stufenlose Getriebe wegen der nicht unbeträchtlichen Anlagekosten
nur für spezielle Anwendungszwecke geeignet und sollen deshalb hier nicht weiter
berücksichtigt werden.
Zu den mechanischen, stufenlosen Drehzahlwandlern gehören aber auch die Freilaufgetriebe,
oft als Schaltwerks-Drehmoment-Wandler bezeichnet, die eine gleichförmige Drehbewegung
einer Antriebswelle in periodische Schwingungen oder ungleichmäßige Drehbewegungen
umformen. Diese werden im Bereich der Geschwindigkeitsspitze mittels Freilauf in eine
gleichgerichtete Drehbewegung der Abtriebswelle umgewandelt. Um die Ungleichmäßigkeit
der Drehbewegungen zu verringern und annähernd konstante Übersetzungsverhältnisse zu
erzielen, verwendet man auf der Antriebswelle Koppel- oder auch Kurvengetriebe in Mehr
fachausführung, die zueinander phasenverschoben arbeiten. Durch die Überlagerung der
einzelnen Bewegungskurven erhält man eine mehr oder weniger dicht um einen Mittelwert
schwankende Größe für die Winkelgeschwindigkeit der Abtriebswelle, wobei diese
Schwankungen um so geringer ausfallen, je größer die Zahl der nebeneinander angeordneten
und mit Phasenverschiebung arbeitenden Einzelgetriebe ist.
Die noch vorhandenen ungleichmäßigen Drehbewegungen können erhebliche Belastungs
stöße hervorrufen und verursachen dadurch einen hohen Verschleiß und eine geringe
Lebensdauer des Getriebes. Sie sind daher auch nur für geringe mechanische Leistungen
ausgelegt.
Es sind aber auch schon Getriebe mit absatzweise treibenden Gliedern vorgeschlagen worden,
die eine prinzipielle Gleichförmigkeit der Übersetzung anstreben. Im Ergebnis sind diese
Lösungen aber entweder nicht zufriedenstellend, nicht genügend verschleißfest oder sie
erfordern einen hohen baulichen Aufwand.
Als eine praktikabel erscheinende Lösung schlägt die DE-OS 33 09 044 ein stufenlos regel
bares, mechanisches Schaltwerkgetriebe vor, bei dem die gleichförmige Drehbewegung der
Antriebswelle in zwei gleich aufgebauten, jedoch phasenverschoben zueinander arbeitenden
Pendelsystemen in Pendelbewegungen und anschließend in je zwei Drehschwingungen umge
formt wird, die einem Winkelgeschwindigkeits-Zeit-Gesetz mit charakteristischen Eigen
schaften gehorchen. In jedem Pendelsystem übertragen Freilaufschalter von jeder der zwei
Drehschwingungen die Bewegungsanteile einer Drehrichtung auf eine Zwischenwelle, die
dadurch eine Drehbewegung mit nur einer Drehrichtung, aber schwankender Winkel
geschwindigkeit ausführt. Die Drehbewegungen der Zwischenwellen der beiden Pendel
systeme sollen dann durch ein Differentialgetriebe zu einer gleichförmigen Drehbewegung
gemittelt werden, die auf die Abtriebswelle übertragen werden kann. Zur stufenlosen Über
setzungseinstellung wird eine als Hubverstellung bezeichnete Vorrichtung verwendet, die - in
Analogie zu der in der hier vorgeschlagenen erfindungsgemäßen Lösung benutzten Über
setzungseinrichtung - die translatorische Pendelbewegung in eine andere ebenfalls transla
torische Pendelbewegung mit konstantem, aber stufenlos einstellbarem (Übersetzungs-)
Verhältnis der Momentangeschwindigkeiten beider Bewegungen umformt, wobei die dort
übertragene Pendelbewegung aber keine gleichförmigen Bewegungsabschnitte aufweist. Der
bauliche Aufwand ist bei derartigen Getriebeanordnungen allerdings beträchtlich.
In der DE-OS 34 11 130 wird ein stufenloser Drehzahlwandler mit einem Kurvenkoppel
getriebe offenbart, bei dem eine mit der Antriebswelle drehfest verbundene Kurbel eine
Koppel (Pleuelstange) zieht, die mit ihrem freien Ende in einer ebenen Kurvenbahn geführt
ist. Die ebene, aber nicht geradlinige Bewegung des freien Endes der Pleuelstange auf der
Kurvenscheibe wird in eine translatorische Bewegung einer Zahnstange, deren geradlinige
Bewegungsbahn mit einem stufenlos einstellbaren Neigungswinkel gegen die Kurvenscheibe
geneigt ist, übertragen. Das Übertragungsgestänge läßt dabei die Zahnstange eine Bewegung
ausführen, die der Bewegung der senkrechten Projektion des freien Endes der Koppel auf die
Bewegungsbahn der Zahnstange entspricht. Das bedeutet, daß die Bewegungskomponente der
ebenen Bewegung des freien Endes der Pleuelstange in einer Koordinatenrichtung
proportional zu der Bewegung der Zahnstange ist, wobei der die Übersetzung charakteri
sierende Proportionalitätsfaktor vom Neigungswinkel zwischen Zahnstangenbewegungsbahn
und Kurvenscheibenebene abhängt. Die hierbei - eine konstante Drehgeschwindigkeit der
Antriebswelle vorausgesetzt - angestrebte absatzweise gleichförmige Drehbewegung am
Ausgang des Zahnstangen-Zahnrad-Getriebes (mit stufenlos einstellbarer Drehgeschwin
digkeit) erfordert eine gleichförmige translatorische Bewegung der Zahnstange (mit stufenlos
einstellbarer Geschwindigkeit), die von diesem Getriebe nur durch eine solche
Bewegung des freien Endes der Koppel erreicht werden kann, die absatzweise eine gleich
förmige Bewegungskomponente in einer Koordinatenrichtung besitzt. Jedoch gibt es bei der
Lösung gemäß DE-OS 34 11 130 nur eine gleichförmige Bewegungskomponente, es existiert
keine von der jeweils eingestellten Übersetzung unabhängige, geradlinig gleichförmige
Bewegung.
Ein Nachteil dieser Lösung ist u. a. die geringe Verschleißfestigkeit des Getriebes infolge
schräg beanspruchter Drehgelenke.
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein mechanisches Getriebe mit absatzweise treiben
den Gliedern für eine stufenlose Drehzahl- bzw. Drehmomentwandlung zu schaffen, das über
einen großen Bereich zu übertragender mechanischer Leistung bei jeder konstant gehaltenen
Übersetzungseinstellung und bei gleichförmiger Drehbewegung der Antriebswelle auch eine
gleichförmige Rotation der Abtriebswelle gewährleistet. Das Getriebe soll schlupffrei sein
und mit hohem Wirkungsgrad zuverlässig arbeiten. Bei großer Verschleißfestigkeit soll sich
der bauliche Aufwand in Grenzen halten.
Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe durch die im Hauptanspruch definierte
Getriebeanordnung mit stufenlos einstellbarer Übersetzung.
Das erfindungsgemäße Getriebe besitzt wenigstens zwei Getriebeeinheiten, die die
gleichförmige Drehbewegung einer Antriebswelle in solche Drehschwingungen umwandeln,
die jeweils einen Abschnitt gleichförmiger Drehbewegung mit einer stufenlos vorwählbaren
Winkelgeschwindigkeit enthalten. Die Getriebeeinheiten sind so aufeinander abgestimmt, daß
sich zu jedem Zeitpunkt wenigstens eine Getriebeeinheit in dem Abschnitt konstanter
Drehgeschwindigkeit befindet und somit wenigstens eine Getriebeeinheit die Abtriebswelle
über eine schaltbare oder eine selbstschaltende Kupplung (z. B. Freilauf) gleichförmig treiben
kann. Zur Erzeugung einer derartigen Drehschwingung formt jede Getriebeeinheit die
gleichförmige Drehbewegung der Antriebswelle mit einem ersten Kraftübertragungsmittel in
eine in etwa periodische Bewegung um, die für einen gewissen Zeitabschnitt geradlinig
gleichförmig ist. Durch eine mit dem Übersetzungssteller stufenlos einstellbare Übersetzungs
einrichtung wird diese Bewegung dann in eine andere in etwa periodische Bewegung
umgewandelt, die für wenigstens einen Teil des genannten Zeitabschnittes eine Translations
bewegung mit einer von der Übersetzungseinstellung abhängigen anderen konstanten
Geschwindigkeit darstellt. Diese Bewegung wird nun mit dem zweiten Kraftübertragungs
mittel in die schon beschriebene Drehschwingung umgeformt.
Die Erfindung soll anhand von mehreren Ausführungsbeispielen und dazugehörigen
Abbildungen näher erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1A eine Getriebeeinheit eines Getriebes gemäß der Erfindung in Seiten
ansicht,
Fig. 1B das Getriebe nach Fig. 1A in Draufsicht,
Fig. 2A schematisch und in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Getriebe bei ent
fernten Kurvenscheiben 20b, 21b und 22b, bei dem ein Kurvenglied antriebsseitig
(erstes Kraftübertragungsmittel) zwei Getriebeeinheiten antreibt,
Fig. 2B die Fig. 2A in Draufsicht,
Fig. 3 schematisch eine Getriebeeinheit eines Ausführungsbeispiels nach Fig. 1A, B
mit Mitteln zum Massenausgleich und zum Lagerkräfteausgleich in Seitenansicht
(es sind nur die inneren Flanken der Nutkurven von An- und Abtriebsscheibe dar
gestellt),
Fig. 4 schematisch einen Teil einer Übersetzungseinrichtung des Getriebes nach
Fig. 1 mit einer Einrichtung zur Verschleißminderung und
Fig. 5 eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Getriebes (nur eine
Getriebeeinheit ist dargestellt).
In Fig. 1A und 1B ist schematisch ein Getriebe gemäß der Erfindung dargestellt, dessen
zwei Getriebeeinheiten axial nebeneinander angeordnet sind. Aus Gründen der Übersicht
lichkeit zeigt die Fig. 1A allerdings nur eine der beiden, gleich aufgebauten Getriebe
einheiten. Als ein erstes Kraftübertragungsmittel 1 wird ein ebenes Kurvengetriebe mit einer
Kurvenscheibe als Kurvenglied 2 verwendet, die beidseitig mit einer Nutkurve 3 versehen ist.
Das Kurvenglied ist verdrehfest mit einer Antriebswelle 4 verbunden. Im Lastbereich - in der
Figur der Bereich zwischen Position A und Position B bei rechtsdrehender Scheibe - hat die
Kurvenflanke der Nutkurve die Gestalt einer Kreisevolvente. Als Eingriffsglied 5 dient ein
Hubschlitten mit Kurvenrollen 6. Das Eingriffsglied wird mittels Rollen 7 entlang von
Führungsschienen 8 in einer Führungsbahn C-C geradlinig geführt. Mit Hilfe von Hebel
schienenrollen 9, die im Ausführungsbeispiel auf derselben Achse wie die Kurvenrollen 6
gelagert sind, wird die Bewegung des Hubschlittens auf ein Hebelsystem mit Hebelschienen
10 übertragen. Das drehbar gelagerte Hebelsystem bewegt einen Hubschlitten, der als Ein
griffsglied 11 für ein zweites Kraftübertragungsmittel 14 dient. Er ist von gleichem Aufbau
wie das Eingriffsglied 5 und wird durch Führungsschienen 12 in einer Führungsbahn D-D
geführt, die parallel zu der Führungsbahn C-C und den Führungsschienen 8 verläuft. Er
treibt mit seiner Kurvenrolle das Kurvenglied 13 des Kraftübertragungsmittels 14, das analog
dem Kurvenglied 2 ausgebildet ist und Drehschwingungen ausführt. Von diesen Dreh
schwingungen werden jeweils in der Kraftübertragungsphase die Abschnitte gleichförmiger
Drehbewegung über eine - hier nicht dargestellte - selbstschaltende oder schaltbare Kupplung
auf die Abtriebswelle 53 übertragen. Die drehbare Lagerung des Hebelsystems erfolgt in
Lagerhaltern 16 mittels durch Kröpfung versetzt angeordneten Achsstummeln 15. Die
Lagerhalter sind an einem Rahmen 17 betestigt, der unter Verwendung von Gewindespindeln
18 relativ zum Gehäuse verschoben und in der vorgewählten Position fixiert werden kann.
Die Verdrehung der Gewindespindeln erfolgt immer gleichsinnig und um jeweils gleiche
Beträge, z. B. unter Anwendung eines Kettengetriebes 19.
Unter der Voraussetzung einer gleichförmigen Drehbewegung der Antriebswelle 4 führt das
Eingriffsglied 5 eine schwingende geradlinige Bewegung aus, die in der Kraftübertragungs
phase eine von der Übersetzungseinstellung unabhängige gleichförmige Bewegung darstellt.
Hingegen führt das Eingriffsglied 11 eine schwingende geradlinige Bewegung aus, die in der
Kraftübertragungsphase gleichförmig ist und deren (konstante) Geschwindigkeit von der
jeweiligen Übersetzungseinstellung abhängt.
Das Übersetzungsverhältnis bestimmt sich aus dem Verhältnis der wirksamen Hebellängen
des Hebelsystems. Dieses ist wiederum durch das Verhältnis der Abstände zwischen dem
Drehpunkt E des Hebelsystems und den Führungsbahnen C-C , D-D der Eingriffsglieder
definiert. Diese Abstände werden durch die Positionierung des Rahmens 17 mit Hilfe der
Gewindespindeln 18 festgelegt da der Rahmen 17 die Lagerhalter 16 für die drehbare
Lagerung des Hebelsystems trägt. Durch die Verdrehung der Gewindespindeln kann somit das
Übersetzungsverhältnis stufenlos verstellt werden und innerhalb gewisser Grenzen jeden
beliebigen, vorgegebenen Wert annehmen.
Die versetzte Anordnung der Achsstummel 15 ermöglicht es, den Drehpunkt E des Hebel
systems bis zur Führungsbahn D-D und auch darüber hinaus zu verschieben. Dadurch kann
die Abtriebsdrehzahl bis auf den Wert Null abgesenkt und bei einer Ausstattung mit geeigne
ten Kupplungen auch eine Umkehr der Drehrichtung der Abtriebswelle 53 (bei unveränderter
Antriebsrichtung) vorgenommen werden.
Das Eingriffsglied des ersten oder zweiten Kraftübertragungsmittels muß nicht - wie oben
beschrieben - zugleich auch das Hubelement sein, das in die Hebelschienen 10 des Hebel
systems eingreift. Eingriffsglied und Hubelement können auch unterschiedliche Bauteile sein,
zwischen denen eine Kraftübertragung erfolgt.
Bei der Verwendung einer schaltbaren Kupplung zwischen dem Kurvenglied 13 des Kraft
übertragungsmittels 14 und der Abtriebswelle 53 kann die Kupplung entsprechend der Ver
drehstellung der Antriebswelle geschaltet werden. Ebenso können bei Verwendung von
selbstschaltenden Kupplungen (z. B. von Freiläufen) Vorrichtungen vorgesehen werden, die in
Abhängigkeit von der Verdrehstellung der Antriebswelle derart in die Kupplung eingreifen,
daß in der Leerlaufphase die Reibung in der Kupplung reduziert und in der Schaltphase das
Kupplungsspiel verringert wird.
An Stelle von Kurvengetrieben können auch Kettengetriebe oder Zahnrad-Zahn
stangen-Getriebe als erstes oder zweites Kraftübertragungsmittel zur Anwendung gelangen.
Bei Verwendung eines Zahnrad-Zahnstangen-Getriebes als erstes Kraftübertragungsmittel
muß allerdings ein Teil der Verzahnung des Zahnrades ausgespart und eine Vorrichtung zur
Rückbewegung der Zahnstange vorgesehen werden. Zweckmäßig ist die Verwendung des
Zahnrad-Zahnstangen-Getriebes als zweites Kraftübertragungsmittel.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2A und 2B wird ein Getriebe mit zwei Getriebeein
heiten I und II verwendet, die jedoch nicht axial nebeneinander angeordnet sind. Diese
Anordnung ist dadurch möglich, weil nunmehr das Kurvenglied 20 des ersten Kraftüber
tragungsmittels beide Getriebeeinheiten antreibt. Das Kurvenglied 20 besteht aus zwei
synchron sich drehenden, einseitig mit einer Nutkurve versehenen Kurvenscheiben 20a und
20b, die verdrehfest mit der Antriebswelle verbunden sind. Das Kurvenglied 21 des zweiten
Kraftübertragungsmittels der Getriebeeinheit I und das Kurvenglied 22 des zweiten Kraftüber
tragungsmittels der Getriebeeinheit II bestehen ebenfalls aus jeweils zwei synchron sich
drehenden und wie die Kurvenscheiben 20a und 20b aufgebauten Kurvenscheiben 21a und
21b bzw. 22a und 22b.
infolge des geteilten Aufbaus der Kurvenglieder müssen die Eingriffsglieder 23, 24, 25 und
26, die zugleich als Hubelemente für die Übersetzungseinrichtung dienen, nicht mehr - wie
im Beispiel nach Fig. 1 - als Hubschlitten oder Schieber ausgeführt werden, sondern können
auch als einfache Achsen mit mehreren, auf ihnen drehbar gelagerten Rollen ausgebildet sein.
Dadurch wird die geradlinig gleichförmige Bewegung entsprechend dem erfindungsgemäßen
Grundgedanken nur von den Mittelachsen der Eingriffsglieder ausgeführt.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 werden zwei axial nebeneinander angeordnete Getriebe
einheiten verwendet, von denen hier jedoch nur eine dargestellt ist. Zur Verhinderung von
störenden Einflüssen durch Massenträgheitskräfte auf das Gestell weist das antriebsseitige
Kurvenglied 27 zwei Nutkurven 28 und 29 auf deren Kurvenflanken so gestaltet sind, daß
die Eingriffsglieder 30 und 31 zu jedem Zeitpunkt eine Translationsbewegung mit gleichem
Geschwindigkeitsbetrag, aber in entgegengesetzter Richtung ausführen.
Im Lastbereich besitzen die Kurvenflanken die Form einer zum gleichen erzeugenden Kreis
gehörigen Kreisevolvente. Jedes der beiden Eingriffsglieder 30 bzw. 31 treibt ein Hebel
system 32 bzw. 33, welches abtriebsseitig auf ein Eingriffsglied 34 bzw. 35 einwirkt. Die
Eingriffsglieder 34, 35 liegen zentralsymmetrisch zur Drehachse eines Kurvengliedes 36,
dessen zwei Nutzflanken die Form von zwei ebenfalls zentralsymmetrisch angeordneten
Kreisevolventen haben. Die Eingriffsglieder 34 und 35 übertragen beide die Kraft auf das
Kurvenglied 36, das wiederum absatzweise mit der Abtriebswelle gekoppelt ist.
Die Eingriffsglieder 30 und 31 sowie 34 und 35 befinden sich - wie auch die beiden Hebel
systeme 32 und 33 - ständig im gleichen, jedoch entgegengesetzt gerichteten Bewegungs
zustand. Ihre Massenträgheitskräfte kompensieren sich daher weitgehend und können dadurch
auch kaum über das Gehäuse nach außen hin negativ wirksam werden.
Durch die paarige Anordnung werden außerdem die Kräfte, die die Eingriffsglieder auf die
Kurvenglieder übertragen, im wesentlichen in auf die An- und die Abtriebswelle einwirkende
Drehmomente umgewandelt und damit deren Lager entlastet.
In Fig. 4 ist ein Teil einer Übersetzungseinrichtung eines Getriebes gemäß Fig. 1 schema
tisch dargestellt, der mit einer zusätzlichen Einrichtung versehen wurde, die den Verschleiß
des Getriebes wesentlich verringern hilft. Der Lagerhalter 16 ist hierbei - im Unterschied zur
Ausführung nach Fig. 1 - am Rahmen parallel zu den Führungsbahnen der Eingriffsglieder
verschiebbar angeordnet. Infolge der parallelen Ausrichtung hat die Verschiebung des Lager
halters keinen Einfluß auf die Abstände zwischen dem Drehpunkt E des Hebelsystems und
den Führungsbahnen der Eingriffsglieder und somit auch keinen Einfluß auf die Größe des
Übersetzungsverhältnisses.
Eine im Gehäuse drehbar gelagerte Kurbel 37 wird von der Antriebswelle über ein hier nicht
dargestelltes Getriebe mit so großem Übersetzungsverhältnis bewegt, daß ihre Dreh
geschwindigkeit im Vergleich zur Drehgeschwindigkeit der Antriebswelle vernachlässigbar
klein ist. Die Kurbel besitzt einen Mitnahmestift 38, der in eine drehbar im Gestell gelagerte
Schleife 39 eingreift und diese zu langsamen Drehschwingungen anregt. Die Schleife 39
greift in einen Mitnahmestift 40, befestigt am Lagerhalter 16, ein. Durch die Bewegung der
Schleife wird der Lagerhalter längs seiner Führung am Rahmen langsam verschoben. Dadurch
verändert der Drehpunkt E des Hebelsystems seine Lage. Infolgedessen verschiebt sich auch
mit einer die Abtriebsbewegung nur unwesentlich beeinflussenden Geschwindigkeit der vom
Hubschlitten 11 benutzte Bereich innerhalb der nutzbaren Hubstrecke. Man erreicht damit
eine gleichmäßigere Abnutzung der Kurvenflanken sowie der Führungsschienen des zweiten
Kraftübertragungsmittels.
In einem weiteren Beispiel treibt entsprechend Fig. 5 in jeder der beiden axial neben
einander angeordneten Getriebeeinheiten, von denen wiederum nur eine dargestellt ist, eine
im Gestell drehbar gelagerte und verdrehfest mit der Antriebswelle 4 verbundene Kurven
scheibe 41, deren Kurvenflanke im Lastbereich die Gestalt einer Kreisevolvente besitzt,
einen Hubschlitten 42 durch Druck auf eine Kontaktfläche 43. Entlang einer Führungs
fläche 44 auf einem Führungselement 45, das am Gestell angebracht ist und dessen
Neigungswinkel mit Hilfe eines Übersetzungsstellers 52 stufenlos eingestellt werden kann,
rollt der Hubschlitten mittels einer an ihm befestigten Rolle 46. Hierbei wird er durch eine
Parallelführung, gebildet durch ein Doppelparallelogramm 47, ständig in der gleichen
Ausrichtung gehalten. Der Zwangslauf der Kurvenscheiben-Hubschlitten-Paarung wird durch
die Rückstellkraft einer Feder 48, die an einem Ende am Führungselement und am anderen
Ende am Hubschlitten befestigt ist, erreicht. Rechtwinklig zur Kontaktfläche 43 besitzt der
Hubschlitten noch eine weitere Kontaktfläche 49. Diese treibt eine im Gestell drehbar
gelagerte zweite Kurvenscheibe 50, die ebenfalls eine Kreisevolvente als Kurvenflanke
besitzt. Die Kurvenscheibe bewegt sich drehschwingend, wobei der Zwangslauf und die
Rückwärtsdrehung durch eine am Gehäuse und an der Kurvenscheibe befestigte Rückstell
feder 51 abgesichert wird. Über eine - hier nicht dargestellte - schaltbare oder selbstschal
tende Kupplung wird dann in der Kraftübertragungsphase der Abschnitt gleichförmiger
Drehbewegung der Drehschwingung der Kurvenscheibe auf die Abtriebswelle übertragen.
Für jeden Punkt einer Kreisevolvente steht eine der beiden von diesem Punkt an ihren erzeu
genden Kreis konstruierten Tangenten senkrecht auf der durch diesen Punkt verlaufenden
Tangente an die Kreisevolvente. Deshalb ist die Tangente an den erzeugenden Kreis in der
(gleichbleibenden) Normalenrichtung zur Kontaktfläche des Hubschlittens gerade die
Bewegungsbahn des Berührungspunktes zwischen der Kurvenflanke und der Kontaktfläche.
Diese geradlinige Bahn wird vom Berührungspunkt bei konstanter Drehzahl der Antriebs
welle gleichförmig durchlaufen. Die Bewegung des Berührungspunktes der Paarung von
Kurvenscheibe 41 und Kontaktfläche 43 ist unabhängig vom eingestellten Neigungswinkel
der Führungsfläche 44 und der dadurch bestimmten Bewegungsbahn und -geschwindigkeit
des Hubschlittens 42 in der Kraftübertragungsphase. Demgegenüber läßt sich die (konstante)
Bewegungsgeschwindigkeit des Berührungspunktes der Paarung von Kurvenscheibe 50 und
Kontaktfläche 49 in der Kraftübertragungsphase durch die entsprechende Einstellung des
Neigungswinkels der Führungsfläche stufenlos einstellen.
Dieses Ausführungsbeispiel verdeutlicht, daß die im Getriebe erzeugte geradlinig gleich
förmige Bewegung nicht in jedem Falle von einem (materiellen) Punkt eines Getriebeteils
ausgeführt werden muß. In diesem Beispiel wird sie von den (nicht materiellen) Berührungs
punkten jeweils zwischen der Kurvenscheibe und der (mit dem gesamten Hubschlitten)
parallel verschiebbaren Kontaktfläche realisiert.