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DE19741190C1 - Verfahren zur geminalen Dichlorierung von Alkylmethylketonen - Google Patents

Verfahren zur geminalen Dichlorierung von Alkylmethylketonen

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DE19741190C1
DE19741190C1 DE1997141190 DE19741190A DE19741190C1 DE 19741190 C1 DE19741190 C1 DE 19741190C1 DE 1997141190 DE1997141190 DE 1997141190 DE 19741190 A DE19741190 A DE 19741190A DE 19741190 C1 DE19741190 C1 DE 19741190C1
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DE
Germany
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ketone
compound
phosphorus
methyl
methyl ketone
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DE1997141190
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English (en)
Inventor
Bernd Dr Lehmann
Ignacio Sanchez
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LEHMANN, BERND, DR., 78465 KONSTANZ, DE
Original Assignee
Great Lakes Chemical Konstanz GmbH
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons
    • C07C17/093Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens
    • C07C17/18Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens of oxygen atoms of carbonyl groups

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur geminalen Dichlorierung von Alkylmethylketonen, insbesondere Cyclopropylmethylketon. Geminale Dichloride sind wichtige Zwischenprodukte zur Herstellung von Acetylenderivaten, welche wiederum wichtige Ausgangssubstanzen bei der Herstellung pharmazeutisch wirksamer Verbindungen sind.
Es ist allgemein bekannt, daß man chlorhaltige Phosphorver­ bindungen, wie Pentachlorphosphor, zur Chlorierung von Ketonen verwenden kann. Die Verwendung von Phosphorpentachlorid ist teuer, da von den fünf Chlor-Atomen nur zwei für die Chlorie­ rungsaktion genutzt werden und da die Isolierung des geminalen Dichlorids aus dem Gemisch mit Lösemittel, Phosphoroxichlorid und Nebenprodukten sehr aufwendig ist.
Aus der US-A-3 715 407 ist ein Verfahren zur Chlorierung von Ketonen bekannt, bei dem zunächst über eine Umsetzung von Phosphinoxid und Phosgen die eigentliche chlorierende Verbin­ dung Dichlortriphenylphosphoran hergestellt wird. Erst im Anschluß daran wird in einer zweiten Stufe das Dichlortri­ phenylphosphoran mit dem Keton bei erhöhter Temperatur umge­ setzt.
Die in dieser Entgegenhaltung beschriebene Reaktion unterliegt aber einer Reihe von Beschränkungen. Beispielsweise wird fest­ gehalten (siehe Sp. 7, Z. 62-65), daß das Dichlorphosphoran mindestens in äquimolaren Proportionen zu den umzusetzenden ketonischen Acetylgruppen vorhanden sein muß. Deswegen wird auch ein Überschuß des Dichlorphosphorans vorgeschlagen. Wie insbesondere das Beispiel 5 für die Umsetzung von Methylethyl­ keton mit Dichlortriphenylphosphoran zeigt, führt ein Überschuß des Chlorierungsmittels aber zur Ausbildung großer Mengen an Nebenprodukten. So werden nach 96-stündiger Reaktion bei Raum­ temperatur aus Methylethylketon nur 24% 2,2-Dichlorbutan erhalten, während die Nebenprodukte 2-Chlor-1-buten und 2- Chlor-2-buten zusammen 57% ausmachen.
Weiterhin wird festgehalten, daß eine direkte Umsetzung des Phosgens mit dem Keton vermieden werden soll, da diese Substanzen in einer Aldolkondensation miteinander reagieren können. Deshalb wird vorgeschlagen, daß ein Phosgenüberschuß vor Einleitung des Ketons in die Reaktionsmischung wieder entfernt wird. Auf jeden Fall muß sichergestellt sein, daß das Phosgen aus der Reaktionsmischung entweichen kann (siehe Sp. 6, Z. 47-54).
Diese Entgegenhaltung erwähnt eine Vielzahl von Alkylmethyl­ ketonen, die nach dem angegebenen Verfahren umgesetzt werden können. Insbesondere wird auch Methylcyclopropylketon erwähnt (Sp. 10, Z. 13).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur geminalen Dichlorierung von Alkylmethylketonen, insbesondere Cyclopropylmethylketon, anzugeben.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gelöst, bei dem bei einer Temperatur von 30 bis 60°C gegebenenfalls in Anwesenheit eines Lösemittels unter Zuführung von Phosgen das eingesetzte Alkylmethylketon in Gegenwart
  • a) einer Phosphor(V)verbindung mit drei inerten Substituenten oder
  • b) einer Phosphor(III)verbindung mit drei inerten Substituenten und zumindest zeitweilig eines Oxidationsmittels umgesetzt wird, wobei das Molverhältnis Alkylmethylketon zu Phosphorverbindung mindestens 5 : 1 ist. Dieses Verfahren liefert die Zielverbindung (die geminale Dichlorverbindung) in relativ großer Ausbeute, wobei sich das Zielprodukt in einfacher Weise destillativ aus dem Reaktionsansatz abtrennen läßt.
Der Ausdruck "Phosgen" bedeutet bei der vorliegenden Erfindung, daß Phosgen oder ein Phosgenanalogon, wie Chlorameisensäure­ trichlormethylester ("Diphosgen"), Bis-(trichlormethyl)carbonat ("Triphosgen") oder Oxalylchlorid, eingesetzt wird, wobei jedoch schon allein wegen seines günstigen Preises Phosgen selbst bevorzugt verwendet wird.
Der Begriff Phosphor(V)verbindung bezieht sich in der Regel auf eine fünfwertige Phosphorverbindung, beispielsweise eine Phosphorverbindung der Oxidationsstufe V. Entsprechend bezieht sich der Ausdruck Phosphor(III)verbindung auf eine dreiwertige Phosphorverbindung, wie beispielsweise eine Phosphorverbindung der Oxidationsstufe III. Die erfindungsgemäß einzusetzenden Phosporverbindungen weisen drei inerte Substituenten auf, d. h. Substituenten, die unter den angegebenen Reaktionsbedingungen (Temperatur, Reaktanten und ggf. Lösemittel) nicht in den Reaktionsablauf eingreifen, also insbesondere nicht substituiert werden. Im Falle der fünfwertigen Phosphor­ verbindung sollten die verbliebenen zwei Valenzen derart sein, daß bei einer Umsetzung mit dem Phosgen ein Austausch durch Chlor möglich ist. Diese Bedingungen lassen sich mittels einfacher Versuche ermitteln. Im Falle der Phosphor(III)­ verbindungen gelten für die Substituenten die gleichen Bedingungen wie zuvor formuliert.
Die Erfindung geht auf die Erkenntnis zurück, daß man mit bis zu katalytisch wirkenden kleinsten Mengen einer chlorierten und dreifach substituierten Phosphor(V)verbindung wirkungsvoll Alkylmethylketone zu den geminal chlorierten Produkten umsetzen kann. Eine dreifach substituierte Phosphor(V)verbindung wird so ausgewählt, daß unter den angegebenen Reaktionsbedingungen zumindest eine intermediäre Chlorierung am Phosphor erfolgen kann. Im einfachsten Fall verwendet man folglich Trialkyl/aryl­ phosphinoxide oder auch Trialkyl/arylphosphinhalogenide. Nach der Verfahrensvariante (b) kann man von dreifach substituierten Phosphor(III)verbindungen ausgehen. In diesem Fall muß aber gewährleistet werden, daß eine Oxidation zu fünfwertigem Phosphor erfolgt. Dieses kann man bereits dadurch erreichen, daß dem Reaktionsansatz kleinste Mengen eines Oxidationsmittels zugegeben werden. Dieses Oxidationsmittel kann unter anderem Cl2 sein (wie es auch im technischen Phosgen häufig vorhanden ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in Abwesenheit von zusätz­ lichen Lösemitteln, vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 35 und 45°C durchgeführt werden. Die Reaktion kann kontinuierlich oder diskontinuierlich geführt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren unterscheidet sich von dem Verfahren aus der US-A-3 715 407 in mehrfacher Weise:
  • 1. Statt eines Zweistufenverfahrens wird ein Einstufenver­ fahren durchgeführt (es ist weder eine separate Abkühlung während der Zuleitung des Phosgens noch eine Aufwärmung des Reaktionsansatzes zur Umsetzung der Reaktanten erforderlich).
  • 2. Das Verfahren wird bei niederer Temperatur durchgeführt.
  • 3. Das Molverhältnis Alkylmethylketon zu Phosphinoxid beträgt mindestens 5 : 1, während die Entgegenhaltung eher einen Über­ schuß des Phosphinoxids fordert.
  • 4. Im Gegensatz zum Stand der Technik wird Phosgen zugeführt; entgegen den ausdrücklichen Anweisungen der US-A-3 715 407 ist eine Entfernung des Phosgens aus dem Reaktionsansatz weder erforderlich noch erwünscht. Deshalb muß auch nicht sicher­ gestellt sein, daß das Phosgen aus der Reaktionsmischung ent­ weichen kann.
  • 5. Bei der Reaktion entsteht überwiegend das geminale Dichlorprodukt.
Alkylmethylketone, die erfindungsgemäß umgesetzt werden können, sind insbesondere Methylethylketon, Methylpropylketon (n-Propyl und Isopropyl), Methylbutylketon (n-Butyl, Isobutyl, s-Butyl und t -Butyl), Methyl-n-amylketon, Methyl-Isoamylketon, 4- Methyl-2-hexanon, 3-Methyl-2-hexanon, 3-Ethyl-2-pentanon, Methylneopentylketon, Methyl-t-amylketon, 3,4-Dimethyl-2- pentanon, Methyl-n-hexylketon, Methyl-Isohexylketon, 3-Methyl- 2-heptanon, 3,4-Dimethyl-2-hexanon, 4-Ethyl-2-hexanon, 3- Methyl-3-ethyl-2-pentanon, Methyl-n-heptylketon, 4-Methyl-2- oxtanon, 3-Methyl-3-ethyl-2-hexanon, Methyl-n-octylketon, Methyl-n-decylketon, Methyl-n-undecylketon, Methyl-n- heptadecylketon, 2-Heneicanon, Methylcyclopropylketon, Methyl­ cyclobutylketon, Methylcyclopentylketon, 2-Methyl-5-ethylcyclo­ pentanon, Methylcyclohexylketon, Cyclohexylaceton, α-Methyl-α- cyclopentylaceton, sowie Derivate dieser Verbindungen mit Substituenten, die nicht unter den angegebenen Reaktionsbedin­ gungen reaktiv sind, u. a. Acetophenon, Acetylphenanthren.
Als Phosphorverbindungen können dreifach substituierte Verbindungen der Oxidationsstufen V oder III eingesetzt werden. Als Substituenten bieten sich C1-C20-Alkylgruppen, Phenylgruppen, mit Niederalkylgruppen substituierte Phenylgruppen (Niederalkyl bedeutet hier C1-C4), Halophenylgruppen, Phenoxyphenylgruppen und Napthylgruppen an. Typische Beispiele für C1-C20-Alkylgruppen sind Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, die verschiedenen Butylisomere und Amylisomere sowie Hexylisomere, einschließlich Cyclohexyl. Die durch Niederalkylgruppen substitierten Phenylgruppen sind Phenylgruppen, die mit ein bis zwei Niederalkylsubstituenten substituiert sind (beispielsweise Methyl- oder Ethylgruppen). Halophenylgruppen umfassen eine Phenylgruppe, die ein bis zwei Halogensubstituenten aufweisen, z. B. Chlor oder Brom. Vorzugsweise wird eine Phosphinoxid- verbindung und ganz besonders bevorzugt Triphenylphosphinoxid eingesetzt.
Statt eines Phosphinoxids kann selbstverständlich auch das entsprechende Phosphin und ein Oxidationsmittel wie z. B. Chlor verwendet werden.
In Versuchen wurde ermittelt, daß das Molverhältnis Alkyl­ methylketon zu Phosphorverbindung mindestens 5 : 1 betragen sollte. Es wird ein Molverhältnis von mindestens 5 : 1 vorgeschlagen, um die Bildung von Nebenprodukten weiter zurückzudrängen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Molverhältnis in einem Bereich von 10 : 1 bis 30 : 1 ist. Praktikabel und deshalb bevorzugt ist insbesondere ein Molverhältnis von etwa 15 : 1.
Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß es bei relativ niedrigen Temperaturen durchgeführt werden kann, vorzugsweise bei Temperaturen von 30 bis 60°C und besonders bevorzugt bei Temperaturen von 35 bis 45°C. Selbstverständlich können aber auch höhere Temperaturen eingesetzt werden, wobei aber wegen einer möglichen Aldolkondensation des Phosgens mit dem Keton Temperaturen oberhalb von 80°C vermieden werden sollten.
Es hat sich als praktikabel erwiesen, das Alkylmethylketon zusammen mit Phosphinoxid vorzulegen und Phosgen diskon­ tinuierlich oder kontinuierlich in das Reaktionsgemisch ein­ zubringen. Es sind aber auch kontinuierliche Verfahrensweisen denkbar, wobei das Alkylmethylketon separat in bestimmten Zeitabständen oder kontinuierlich in die Reaktionsmischung eingebracht wird. Die Menge des zugeführten Phosgens sollte am Ende der Reaktion, d. h. etwa nach 12 bis 42 Stunden, mindestens der Menge (Mol/Mol) des eingesetzten und vorgelegten oder allmählich zugeführten Alkylmethylketons entsprechen. Während der Reaktion ist es bei den angegebenen Temperaturen vorteilhaft, einen Rückflußkühler vorzusehen, der überdestillierendes Phosgen in den Reaktionsansatz zurückführt.
Die Reaktion kann in einer Vielzahl von Lösemitteln durchge­ führt werden. Dieses Lösemittel sollte insbesondere das einge­ setzte Phosphinoxid lösen. Darüberhinaus muß das Lösemittel inert sein. Typische Lösemittel sind Nitrile (z. B. Methyl­ glutaronitril), halogenierte Kohlenwasserstoffe. Vorzugsweise wird das Verfahren aber in Abwesenheit von Lösemitteln durchgeführt.
Es hat sich weiterhin als vorteilhaft erwiesen, dem Reaktions­ ansatz Radikalfänger, beispielsweise Hydrochinon und Hydrochinonether zuzugeben. Die Anwesenheit von Radikalfängern ermöglicht höhere Reaktionstemperaturen, d. h. bis zu 75°C.
Nach vollständig abgeschlossener Reaktion, d. h. nach etwa 12 bis 48 Stunden, kann das Produkt in akzeptabler Ausbeute durch einfache destillative Aufarbeitung gewonnen werden. Dabei wird der Reaktionsansatz zunächst von gegebenenfalls noch vorhan­ denem Phosgen (COCl2) befreit (beispielsweise durch Anlegen eines Vakuums). Das dabei, beispielsweise in einer Kühlfalle, anfallende COCl2 kann in den Prozeß wieder zurückgeführt werden. Im Anschluß daran kann dann aus dem Rohprodukt die geminale Dichlorverbindung destillativ leicht gewonnen werden.
Der Rückstand kann als Katalysator für weitere Umsetzungen verwendet oder zurückgeführt werden.
In den folgenden Beispielen wird die Erfindung näher erläutert.
Beispiele Herstellung von 1,1-Dichlor-1-cyclopropylethan in industriellem Maßstab.
In einem Phosgenierungsreaktor mit einem Fassungsvermögen von 6,3 m3 (mit Innenglasauskleidung) wurden 3364 kg (40.000 Mol) Cyclopropylmethylketon und 730 kg (2.623 Mol) Triphenylphosphin­ oxid vorgelegt. Der Phosgenierungsreaktor war mit einem Rück­ flußkühler versehen, der mit einer Temperatur von etwa -40°C betrieben wurde. In den Reaktor wurde über einen Zeitraum von 16 h bei einer Innentemperatur in dem Reaktor von 42-44°C kontinuierlich insgesamt 4747 kg (48.000 Mol) COCl2 (Phosgen) zugeführt. Im Anschluß daran wurde die Reaktionsmischung in ein Destillationskessel mit einem Fassungsvermögen von etwa 9,1 m3 (mit Innenglasauskleidung) überführt. Dann wurde zunächst durch Anlegen von Vakuum überschüssiges Phosgen entfernt. Das Phosgen wurde an einer Kühlfalle aufgefangen (Temperatur der Kühlfalle etwa -30°C). Dann wurde bei einer Kesseltemperatur von 30-­ 80°C 4370 kg einer ersten Fraktion aufgefangen, die zu 25% aus Cyclopropylmethylketon, 47% 1,1-Dichlor-1-cyclopropylethan und 28% unbekannten Nebenprodukten bestand. Nach Abdestillieren einer zweiten Fraktion (etwa 500 kg) bei einer Kesseltemperatur oberhalb von 80°C wurde ein flüssiger Rückstand (etwa 1400 kg) erhalten, der in den Phosgenierungsreaktor zurückgepumpt werden kann. Die erste Fraktion wird einer weiteren fraktionierten Destillation zugeführt. Der Vorlauf enthält 1093 kg (12.990 Mol) Cyclopropylmethylketon und wird in den nächsten Ansatz recycliert. Das Endprodukt wird in einer Menge von 2028 kg (14.590 Mol) erhalten. Das entspricht einer Ausbeute bezogen auf umgesetztes Cyclopropylmethylketon von etwa 54%.
Weitere Versuche
Es wurde eine Reihe weiterer Versuche durchgeführt, wobei anstelle des Triphenylphosphins andere Katalysatoren sowie verschiedene Lösungsmittel eingesetzt wurden. In jedem Fall wurde Phosgen in einer Menge zugeführt, die etwa der Menge des eingesetzten Cyclopropylmethylketons entsprach. Diese Versuche wurden im Labormaßstab in einem 200 ml-Rundkolben durchgeführt, der mit einem Rückflußkühler ausgestattet war. Der Rückfluß­ kühler wurde bei einer Temperatur betrieben, so daß überdestil­ lierendes Lösemittel, Keton und Phosgen in die Reaktionslösung zurücktropfte. Es wurden unter anderem die folgenden Beobach­ tungen gemacht:
Versuch 1
Als Lösemittel erwies sich Cyclopropylmethylketon als überlegen. Umsetzungen mit Methylglutaronitril lieferten nur wenig 1,1-Dichlor-1-cyclopropylethan. Der Cyclopropyl­ methylketon-Vorlauf läßt sich ebenfalls einsetzen.
Versuch 2
Es wurden unter anderem Dimethylaminopyridin und Lithiumchlorid als Katalysator untersucht. Diese Katalysatoren waren unwirksam.
Versuch 3
Es wurden verschiedene Ansätze mit Phenylphosphingemischen und anderen Phosphinoxidderivaten gefahren. Ein Versuch mit 33,3% Triphenylphosphin und 66,6% Triphenylphosphinoxid zeigte ähnliche Ergebnisse wie Versuch 1. Diphenylcyanophenylphosphin­ oxid und Tris-(4-chlorphenyl)-phosphinoxid zeigten zwar eine gewisse Wirksamkeit, insgesamt wurde aber weniger 1,1-Dichlor­ ethylcyclopropan gebildet bzw. die Reaktion verlief langsamer.
Versuch 4
Es wurden Radikalfänger zugesetzt. Bei Zusatz von Hydrochinon zum Reaktionsansatz konnte die Reaktionstemperatur auf bis zu 80°C gesteigert werden. Die Ausbeute an 1,1-Dichlorethylcyclo­ propan fiel bei anderen Ansätzen ohne Hydrochinon mit steigen­ den Temperaturen ab.
Versuch 5
Es wurde ein Versuch ohne Katalysator unternomen. Hierbei wurde festgestellt, daß sich ohne Katalysator lediglich 2% 1,1- Dichlor-1-cyclopropylethan bildet.

Claims (7)

1. Verfahren zur geminalen Dichlorierung von Alkylmethyl­ ketonen, dadurch gekennzeichnet, daß
bei einer Temperatur von 30 bis 60°C unter Zuführung von Phosgen das Alkylmethylketon in Gegenwart
  • a) einer Phosphor(V)verbindung mit drei inerten Substituenten oder
  • b) einer Phosphor(III)verbindung mit drei inerten Substituenten und zumindest zeitweilig eines Oxidationsmittels
und gegebenenfalls eines Lösemittels umgesetzt wird, wobei das Molverhältnis Alkylmethylketon zu Phosphorverbindung mindestens 5 : 1 ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkylmethylketon in Gegenwart eines dreifach substituierten Phosphinoxids als Phosphor(V)verbindung umgesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Triphenylphosphinoxid als Phosphor(V)verbindung eingesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion bei 35 bis 45°C durch­ geführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Phosgen kontinuierlich zuge­ führt wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Radikalfänger der Reaktions­ mischung zugesetzt wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkylmethylketon Cyclopropyl­ methylketon ist.
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Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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