DE19740184A1 - Ofen - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Ofen, der einen den Ofenraum
umgebenden Ofenmantel und darin eine Feuerstelle aufweist
wobei ein zum Kamin führender Abzug vorgesehen ist.
Die derzeit üblichen Öfen, seien es industriell oder
gewerblich hergestellte Öfen, für die Raumbeheizung sind
zweischalig aufgebaut. Die innere Schale ist der Feuerraum
mit direkt angeschlossenem Rauchzug und die äußere Schale
stellt den Ofenkörper dar, dessen Oberfläche die Wärme
abstrahlt. Als Beispiel dafür sei der bekannte Kachelofen
genannt.
Der Aufbau dieser Öfen ist relativ teuer. Die komplizierte
Rauchgasführung (Heizzug) vom Feuerraum bis zum Kamin
ist arbeits- und materialaufwendig. Weiters verursacht eine
komplizierte Rauchgasführung hohe Strömungswiderstände,
wodurch weniger Luft pro Zeiteinheit der Verbrennung
zugeführt werden kann. Dadurch wird die Einhaltung der
vorgeschriebenen Emissionswerte erschwert.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, einen Ofen vorzu
sehen, der bevorzugt nur einschalig ist und einfachsten
Aufbau aufweist. Die Verbrennung soll gegenüber her
kömmlichen Öfen gleich oder verbessert sein, wobei der
Brand durch einfache Maßnahmen gesteuert werden kann.
Weiters soll der Ofen in seiner äußeren Formgebung leicht
den geschmacklichen Anforderungen angepaßt werden können.
Die vorliegende Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß
die Feuerstelle im Ofenraum unter Vermeidung eines Heiz
zuges frei angeordnet ist, und für den Abzug der Rauchgase
aus dem Ofenraum ein Rauchgasabzug vorgesehen ist, der ein
oder mehrere Abzugöffnungen aufweist.
Ein Merkmal der Erfindung liegt mit anderen Worten ausge
drückt darin, daß kein Heizzug vorgesehen ist. Der Ofen
mantel ist genügend dicht ausgeführt und umgibt den Ofen
raum. In diesem Ofenraum steht frei der Feuerraum, der zur
Aufnahme und zum Verbrennen des Brennmaterials dient. Die
beim Abbrand des Brennmaterials entstehenden Rauch- und
Brenngase gelangen in den Ofenraum, wo sie gegebenenfalls
fertig verbrennen. Die Hitze wird auf den Ofenmantel über
tragen und für die Ableitung des Rauchgases führt der
Rauchgasabzug aus dem Ofenraum zum Kamin, ohne direkte
Verbindung zum Feuerraum, also ohne Heizzug.
Weitere Merkmale sind den Ansprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen zu entnehmen.
Im folgenden wird die
Erfindung anhand der Zeichnungen in einigen Ausführungs
beispielen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt der Höhe nach durch ein
erstes Ausführungsbeispiel eines Ofens. Fig. 2 zeigt einen
analogen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel mit
einer weiteren Alternative. Die Fig. 3 und 4 zeigen in
zwei Schnitten ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer
weiteren Variante. Fig. 5 ist die Schrägdarstellung eines
fertigen Ofens gemäß Erfindung.
Fig. 1 ist die Darstellung einer besonders einfachen
Variante des erfindungsgemäßen Ofens. Der Ofen besteht aus
einem Ofenmantel 1, der den Ofen allseitig umschließt, die
Feuerstelle 2 und einem Rauchgasabzug in Form eines Tauch
rohres 3. Der Brennstoff wird durch die von einer Tür ver
schließbaren Füllöffnung 4 am Boden 5 der Feuerstelle 2
abgelegt. Durch die Wände 6 ist die Feuerstelle 2 seitlich
abgeschlossen, nach oben hin jedoch geöffnet, so daß ein
Feuerraum 7 gebildet ist. Die Wände 6 können auch ent
fallen.
Der Ofenmantel 1 schließt den Ofenraum 8 ein, in den die
Rauchgase und gegebenenfalls nicht verbrannte Brenngase aus
dem Feuerraum strömen, im Ofenraum gegebenenfalls fertig
verbrennen, ihre Wärme an den Ofenmantel 1 abgeben und
durch das Tauchrohr über dessen Abzugöffnung 9 aus dem
Ofenraum 8 abgezogen werden. Das Tauchrohr 3 führt zu dem
hier nicht dargestellten Kamin.
Die Füllöffnung 4 ist in üblicher Weise mit einer Kamintür
verschließbar, wobei eine Luftzufuhröffnung vorgesehen
werden kann. Die Kamintür kann z. B. auch aus Glas bestehen,
um die optische Wirkung eines offenen Kamins herbei zu
führen.
Die Höhenlage der Abzugöffnung 9 beeinflußt die Zugwirkung.
Beispielhaft sind zwei weitere Lagen der Abzugöffnung mit
9′ und 9′′ eingezeichnet.
Diesem schematisch dargestellten Ausführungsbeispiel nach
Fig. 1 ist zu ersehen, wie einfach der erfindungsgemäße
Ofen aufgebaut sein kann. Alle Bestandteile sind preiswert
industriell herzustellen und zu montieren.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist der Feuerraum 7
oben durch einen Deckel 10 abgeschlossen und die Feuergase
treten durch einen Rauchgasauslaß 11 in den Ofenraum 8.
Als Rauchgasabzug dient das Abzugrohr 12, welches mit den
Wänden des Ofenmantels 1 verbunden oder durch diese teil
weise gebildet ist. Unten ist die Hauptabzugöffnung 13 vor
gesehen und im oberen Bereich befindet sich ein Gasschlitz
14, der ebenfalls eine Rauchgasabzugöffnung ist. Die runde
Öffnung 15 ist die Einschuböffnung für ein Abzugsrohr zum
Kamin.
Beim Anbrand, wenn die Ofentemperatur niedrig ist und sich
im Ofenraum 8 nur geringere Mengen Rauchgas befinden, wird
dieses Rauchgas über den Gasschlitz 14 abgezogen, so daß
sich der für den Brennvorgang notwendige Zug entwickeln
kann. Mit fortschreitender Verbrennung wird dann der Haupt
teil des Rauchgases durch die Hauptabzugöffnung 13 aus dem
Ofenraum 8 abgezogen.
Strichliert ist in Fig. 2 eine weitere Anordnung des Rauch
gasabzuges eingezeichnet, nämlich ein Abzugsrohr 16 außer
halb des Ofenmantels 1. Dieses Abzugsrohr kann entweder
ebenfalls am Ofenmantel ausgebildet sein (aber eben an der
Außenseite), oder auch durch den Hauskamin gebildet sein.
Die Hauptabzugöffnung 13 und der Gasschlitz 14 müssen durch
entsprechende Öffnungen oder Potterien mit diesem Rauchgas
abzug verbunden sein.
Die Fig. 3 und 4 zeigen ein bevorzugtes Ausführungsbei
spiel für den erfindungsgemäßen Ofen. Der Ofenmantel 1 ist
aus Feuerbetonplatten zusammengesetzt und rauchgasdicht
ausgeführt. Im Ofenraum 8 ist der Feuerraum 7 angeordnet.
Erfindungsgemäß ist kein Heizzug vorgesehen. Die Abgase
strömen somit aus dem Feuerraum in den Ofenraum 8. In den
Ofenraum ragt als Rauchgasabzug ein Tauchrohr 3, durch
welches die Abgase aus dem Ofenraum 8 in den nicht dar
gestellten Kamin strömen.
Das Tauchrohr 3 ist unterhalb der Deckplatte 17 des Ofen
mantels mit Löchern ausgestattet, die als Gasschlitze 18
dienen. Das untere offene Ende des Tauchrohrs 3 ist die
Hauptabzugöffnung 13. Die Gasschlitze 18 verbessern insbe
sondere die Zugbedingungen bei kaltem Ofen unmittelbar nach
dem Anzünden. Das Tauchrohr kann je nach Kaminquerschnitt
und Kaminhöhe verschieden tief in den Hohlraum hineinragen.
Dadurch kann wesentlich einfacher als bisher eine Anpassung
an den Kamin des Standortes erfolgen. Bisher mußten jeweils
die Heizzuglänge oder der Heizzugquerschnitt des Ofens ver
ändert werden. Ein Heizzug ist jedoch bei der vorliegenden
Erfindung nicht erforderlich.
Der Feuerraum 7 ist an der Vorderseite 19 mit dem Ofen
mantel verbunden, wobei zwei Türen vorgesehen sind. Die
obere Tür ist die Brennstoffülltür 20 und unten befindet
sich die Luftzuführungstür 21. Im Feuerraum ist zwischen
den beiden Türbereichen der Rost 22 angeordnet, auf dem der
feste Brennstoff und die Glut aufliegen. Die Verbrennungs
luft strömt während des Abbrandes vom Aufstellungsraum aus
schließlich durch die Luftzuführungstür 21 in den Brenn
raum. Für die herabfallende Asche ist ein Aschekasten 23
vorgesehen.
Die Feuerraumdecke 24 ist giebelförmig aufgebaut und bildet
eine Haube mit einem verengten Rauchgasauslaß 25. Seitlich
dieses Rauchgasauslasses 25 befinden sich Luftschlitze oder
Löcher 26, durch die aus dem Ofenraum 8 Luft und Rauchgas
angesaugt wird. Es kommt somit zu einer Rauchgasrück
führung. Die sauerstoffhaltigen Abgase des Ofenraums 8 sind
vorgeheizt und ermöglichen schon zu einem frühen Zeitpunkt
des Abbrandes eine Sekundärverbrennung. Weiters wird die
Stickoxidemission herabgesetzt.
Durch die Verwendung des Rostes 22 kommt es zu einer
stärkeren Verbrennung, die dadurch rascher abläuft. Der
Wirkungsgrad wird dadurch erhöht.
Der Feuerraum ist im unteren Füllbereich bevorzugt aus
wärmedämmendem Feuerbeton, Schamotte oder dergleichen
aufgebaut. Der darüberliegende Teil des Feuerraums, die
Feuerraumdecke 24 in Form der Haube, kann aus gut wärme
dämmender Keramikfaser oder anderem feuerfesten Material
hergestellt sein.
Die Fig. 5 zeigt die Außenansicht eines erfindungsgemäßen
Ofens nach Art eines Kachelofens. Diese Figur soll zeigen,
daß die äußere Formgestaltung in weiten Grenzen beliebig
wählbar ist. Die Fülltür 20 zeigt an, wo sich im Ofen der
Feuerraum befindet. Der Ofenmantel 1 hat die Form eines
hochgestellten Quaders. Der mit Kacheln verkleidete Ansatz
27 kann entweder seitlich an den Ofenmantel 1 einfach
angesetzt sein und bezieht die Wärme durch Wärmeüber
tragung, oder es kann sich auch der Ofenraum in diesen
Ansatz 27 hinein erstrecken. Die Temperaturen auf den ver
schiedenen Oberflächen können somit gesteuert werden.
Als Brennstoff sind vor allem feste Brennstoffe vorteil
haft, wie Holz, Kohle, Holzbriketts und Kohlebriketts.
Der Feuerraum kann auch an der außen liegenden Seite offen
oder mit einer Glaswand oder Glastür versehen sein, um die
Feuerwirkung eines offenen Kamins zu bieten. Beim Betrieb
als offener Kamin kann ein wesentlich höherer Wirkungsgrad
erzielt werden, als bei herkömmlichen offenen Kaminen.
Die Ausbildung des Ofenmantels 1 muß derart sein, daß er
rauchgasdicht ist, was durch bekannte Maßnahmen des Klebens
und der Verbindungstechnik erzielbar ist. Als Material für
den Ofenmantel kann außer Feuerbeton auch jedes andere
rauchgasdichte und temperaturbeständige Material wie etwa
Schamotte oder Speckstein verwendet werden.
Die Verbrennungsluft kann auch von außen direkt in den
Ofenraum oder in den Feuerraum eingeleitet werden, um die
zur Verbrennung nötige Luftmenge nicht der Raumluft entneh
men zu müssen. Sowohl die Luftzufuhr als auch der Rauchgas
abzug kann durch bekannte Vorrichtungen wie Klappen, Schie
ber oder Ventile geregelt oder gesteuert werden. So können
auch die Hauptabzugöffnungen 9, 13 und die Gasschlitze 14, 18
unabhängig voneinander im Querschnitt veränderbar sein.
Claims (18)
1. Ofen, der einen den Ofenraum umgebenden Ofenmantel und
darin eine Feuerstelle aufweist, und bei dem ein zum Kamin
führender Rauchgasabzug vorgesehen ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Feuerstelle (2) im Ofenraum (8) unter
Vermeidung eines Heizzuges frei angeordnet ist, und für
den Abzug der Rauchgase aus dem Ofenraum ein Rauchgasabzug
(3, 12, 16) vorgesehen ist, der ein oder mehrere Abzug
öffnungen (9, 13, 14) aufweist.
2. Ofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Feuerstelle durch einen Feuerraum (7) gebildet ist, der
wenigstens eine in den Ofenraum führende Öffnung zur Abgabe
der Rauchgase und Brenngase in den Ofenraum (8) aufweist.
3. Ofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Feuerraum (7) nach oben offen und seitlich mit dem Ofen
mantel (1) verbunden ist.
4. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Boden des Feuerraums (7) als Rost (22)
ausgebildet ist.
5. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Boden des Feuerraums (7) als fester Boden
(5) ausgebildet ist.
6. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Rauchgasabzug durch ein in den Ofenraum
(8) ragendes Tauchrohr (3, 13) gebildet ist.
7. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Rauchgasabzug durch ein am Ofenmantel (1)
ausgebildetes Abzugrohr (12) ausgebildet ist.
8. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Rauchgasabzug durch ein außerhalb des
Ofenmantels (1) angeordnetes Abzugrohr (16) gebildet ist,
wobei Abzugöffnungen (13, 14) in den Ofenraum (8) münden.
9. Ofen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Kamin als Abzugrohr (16) ausgebildet ist, wobei ein oder
mehrere Abzugöffnungen (13, 14) mit dem Ofenraum (8) ver
bunden sind.
10. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß Lage und Querschnitt der Abzugöffnungen den
Zugbedingungen und Brandbedingungen in Ofen und Kamin an
gepaßt sind.
11. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Feuerraum (7) nach oben teilweise
abgeschlossen ist und einen im Querschnitt verringerten
Rauchgasauslaß (11, 25) aufweist.
12. Ofen nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der
Feuerraum (7), nach oben durch eine gegebenenfalls giebel
förmige Feuerraumdecke (24) mit einem verengten Rauchgas
auslaß (25) abgeschlossen ist.
13. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekenn
zeichnet, daß im Bereich des Rauchgasauslasses (25) mit
verringertem Querschnitt Luftzufuhröffnungen (26) vorge
sehen sind, die die Wand des Feuerraums (7) bzw. der Feuer
raumdecke (24) durchragen und durch die Luft oder Rauchgas
aus dem Ofenraum (8) angesaugt wird, wodurch eine Rauchgas
rückführung gebildet ist.
14. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Feuerraum (7) mit einer Brennstoff
füllöffnung (4) des Ofenmantels (1) verbunden ist, die
gegebenenfalls durch eine Tür (20) verschließbar ist.
15. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß in der Tür (20) eine Luftzufuhröffnung
vorgesehen ist, oder daß im Ofenmantel eine weitere Tür
vorgesehen ist, die als Luftzufuhröffnungstür (21) aus
gebildet ist.
16. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Verbrennungsluft von außen in den Ofen
raum oder in den Feuerraum zugeführt ist.
17. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Luftzufuhr und/oder der Rauchgasabzug
durch Steuervorrichtungen wie Klappen, Schieber oder
Ventile gesteuert oder geregelt sind.
18. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Feuerraum an einer Seite nach außen offen
ist, so daß der Ofen als offener Kamin betreibbar ist.
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| DE102004011017A1 (de) * | 2004-03-04 | 2005-09-22 | Schmidt, Roland | Grundofen |
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