-
GEBIET DER ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf Holzöfen und
insbesondere auf einen Scheitholzofen.
-
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
-
Es
sind allgemein Holzöfen
bekannt, die bspw. auch als Kaminofen in Wohnräumen aufgestellt werden. In
solchen Kaminöfen
kommt als Brennstoff auch sogenanntes Scheitholz zur Verwendung.
-
Bekannte
Scheitholzöfen
weisen in der Regel einen Brennraum auf, der so dimensioniert ist, dass
mehrere Holzscheite in ihm verbrennen. Zur Regelung der Verbrennung
sind bspw. Luftschieber vorgesehen, die die Primärluft und teilweise auch die Sekundärluftzufuhr
steuern. Trotz dieser Steuerung der Scheitholzverbrennung über die
Luftzufuhr ist die Wärmeabgabe
solcher Holzöfen
schlecht steuerbar, da diese im Allgemeinen ihre Wärme erst
nach einiger Zeit abgeben.
-
Modere
KfW40 oder KfW60 Wohnhäuser und
insbesondere Passivhäuser
verfügen über eine sehr
gute Wärmedämmung. Gerade
bei Passivhäusern
ist die Wärmedämmung so
gut, dass eine zusätzliche
Heizung in der Regel überflüssig ist.
Die Erwärmung
des Passivhauses geschieht über
Wärmeeinstrahlung
von Außen
und durch Wärmeabgabe von
Geräten,
Person und anderen Wärmequellen
im Inneren des Hauses. Passivhäuser
verfügen über ein ausgeklügeltes Lüftungssystem,
das unter anderem für
eine entsprechende Luftverteilung und Frischluftzufuhr sorgt, wobei
der Luftumsatz relativ gering ist. Herkömmliche Scheitholzöfen verfügen normalerweise über eine
Leistung von ungefähr
8 kWh, was für ein
Passivhaus unter Umständen
zuviel sein kann und folglich zur Überhitzung führen kann.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, einen verbesserten Scheitholzofen
zur Verfügung
zu stellen.
-
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
-
Nach
einem ersten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung einen Scheitholzofen
bereit, umfassend: einen Brennmittelraum zum Aufnehmen wenigstens
eines Holzschei tes, einen Feuerraum in dem im Wesentlichen die bei
der Verbrennung des Holzscheites entstehenden Gase geleitet werden, sodass
sich die Verbrennungsflamme im Wesentlichen in den Feuerraum erstreckt,
wobei der Brennmittelraum so dimensioniert ist, dass das Holzscheit in
dem Brennmittelraum stehend aufgenommen ist.
-
Weiter
Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen
Ansprüchen,
der beigefügten
Zeichnung und der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele.
-
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
-
Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden nun beispielhaft und unter Bezugnahme auf die
beigefügte
Zeichnung beschreiben, in der:
-
1 ein
Ausführungsbeispiel
eines Scheitholzofens in Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung in einer schematischen Vorderansicht
veranschaulicht;
-
2 den
Scheitholzofen nach 1 in einer vertikalen Schnittansicht
entlang der in 1 gezeigten Linie B-B veranschaulicht;
-
3 den
Scheitholzofen nach 1 in Querschnitts-Draufsicht
entlang der in 1 gezeigten Linie A-A zeigt;
-
4 den
Scheitholzofen nach 1 in einer weiteren Schnittansicht
zeigt; und
-
5 den
Scheitholzofen nach 1 in einer dreidimensionalen
Darstellung veranschaulicht.
-
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN
AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
-
In 1 ist
ein Ausführungsbeispiel
eines Scheitholzofens 1 in Übereinstimmung mit der vorliegenden
Erfindung veranschaulicht. Vor einer detaillierten Beschreibung
folgen zunächst
allgemeine Erläuterungen
zu den Ausführungsbeispielen
und deren Vorteile.
-
Wie
bereits weiter oben erwähnt,
ist es insbesondere bei Passivhäusern,
bzw. bei Häusern
mit guter Wärmedämmung, sinnvoll,
die Wärmeabgabe zusätzlicher
Wärmequellen
in dem Haus, wie bspw. von einem Scheitholzofen, zu steuern bzw.
die Wärmeabgabe
zu begrenzen. Die Leistung von bekannten Scheitholzöfen ist
meis tens zu hoch, d. h. im Bereich um die 8–10 kWh, und die Wärmeabgabe
ist zusätzlich
schlecht steuerbar. Will der Anwender die Wärmeabgabe durch Verwenden von
wenig Holz in den Brennraum steuern, so besteht die Gefahr, dass das
Holz nur unvollständig
verbrennt bzw. das Feuer ausgeht, da die notwendige Betriebstemperatur
in dem Scheitholzofen nicht erreicht wird. Gleiches gilt, wenn der
Anwender die Luftzufuhr entsprechend verringert, um eine geringere
Wärmeleistungsabgabe
zu erzielen. Damit die Verbrennung in dem Brennraum optimal abläuft, ist
es erforderlich, dass die Materialien des Brennraums auf eine entsprechende
Betriebstemperatur gebracht werden. Eine gute Verbrennung ist daher
bei manchen Ausführungsbeispielen
nur gewährleistet,
wenn auch ausreichend Brennholz in den Brennraum zur Verbrennung
zur Verfügung
steht und die Luftversorgung ausreichend ist. Dabei entsteht dann
allerdings wieder eine Wärmeabgabe
die unter Umständen
zu hoch ist.
-
Dimensioniert
man den Brennraum des Scheitholzofens entsprechend kleiner, so kann
es schwierig sein, Brennholz und insbesondere Scheitholz in dem
Brennraum so anzuordnen, dass eine optimale Verbrennung gewährleistet
ist.
-
Bei
manchen Ausführungsbeispielen
umfasst der Scheitholzofen daher einen Brennmittelraum zum Aufnehmen
eines einzelnen Holzscheites, wobei der Brennmittelraum so dimensioniert
ist, dass das Holzscheit in dem Brennmittelraum steht, d. h. im wesentlichen
vertikal angeordnet ist. Das heißt, bei manchen Ausführungsbeispielen
ist der Brennmittelraum so ausgestaltet bzw. dimensioniert, dass
er nur ein einziges Holzscheit aufnehmen kann. Bei manchen Ausführungsbeispielen
existiert zwar bspw. eine Einrichtung, die in der Lage ist, Holzscheite
in den Brennmittelraum (nach-)zu befördern – aber bei manchen Ausführungsbeispielen
befindet sich während
des Verbrennungsvorganges lediglich ein einzelnes Holzscheit in
dem Brennmittelraum. Es existieren allerdings auch Ausführungsbeispiele,
bei denen der Brennmittelraum so ausgestaltet ist, dass mehrere
Holzscheite stehend in ihm angeordnet sein können.
-
Scheitholz
entsteht durch Spalten von (Baum-)Stammteilen in mehrere Teilstücke. Das Spalten
geschieht normalerweise entlang der Längsrichtung, das heißt der Wachstums-
und damit auch der Holzfaserrichtung des (Baum-)Stammes. Dementsprechend
weist Scheitholz eine typische Form auf, die sich durch eine längliche
Form mit einem ”kuchenstückartigen” Querschnitt
auszeichnet, das heißt
mit einem Querschnitt der einer Dreiecksform mit einer runden Kante
gleicht. Der Brennmittel raum ist dementsprechend so ausgestaltet,
dass das Holzscheit bspw. auf seiner Unterseite in dem Brennmittelraum
stehen kann. Dazu hat der Brennmittelraum ebenfalls eine Form, die
höher als
breit ist und bspw. rohrförmig
oder zylindrisch sein kann, aber auch einen rechteckigen, sechseckigen
oder dreieckigen Querschnitt aufweisen kann. Der Brennmittelraum hat
bspw. eine Höhe
im Bereich von ungefähr
20 cm bis 55 cm und einen Durchmesser von ungefähr 15 cm bis 25 cm, so dass
einzelne durchschnittlich dimensioniert Holzscheite mit einem Durchmesser
zwischen 10 und 20 cm und einer Länge von 20 cm bis 50 cm in
dem Brennmittelraum vollständig
(stehend) aufgenommen werden können.
Für den
Fachmann ist es offensichtlich, dass der Brennmittelraum grundsätzlich in
jeder beliebigen Größe dimensioniert
sein kann. Der Brennmittelraum umschließt bspw. quasi das in ihm befindliche
Holzscheit, so dass das (durchschnittlich große) Holzscheit nicht umfallen kann
und gegebenenfalls der Brennmittelraum nach Einführen des Holzscheites noch
abgedichtet werden kann.
-
Das
Holzscheit in dem Brennmittelraum wird dort nicht nur gehalten,
sondern es verbrennt von unten her, das heißt von unten nach oben. Das
Holzscheit steht bspw. auf einem am unteren Ende des Brennraums
angeordnetem Gitter, das Öffnungen aufweist
und so das Holzscheit von unten her mit Primärluft, das heißt mit Luft
für die
Verbrennung des Holzes, versorgt. Zusätzlich können sich auch im unteren Bereich
des Brennmittelraumes weitere Öffnungen
befinden, sodass Primärluft
auch von der Seite her zu dem Verbrennungsbereich des Holzscheites gelangt.
Durch diese Versorgung des Verbrennungsbereiches des Holzscheites
von unten und/oder von der Seite im unteren Bereich des Brennmittelraumes, entsteht
dort bspw. eine Verbrennungs- oder Glutzone.
-
Bei
manchen Ausführungsbeispielen
umfasst der Scheitholzofen weiter einen Feuerraum der von dem Brennmittelraum
wenigstens teilweise abgetrennt ist und in dem im Wesentlichen die
bei der Verbrennung des Holzscheites entstehenden Gase geleitet
werden, sodass sich die Verbrennungsflamme im Wesentlichen in den
Feuerraum erstreckt. Bei manchen Ausführungsbeispielen ist der Brennmittelraum
nur durch eine Durchbrandöffnung
kommunizierend mit dem Feuerraum verbunden, d. h. die Gase können nur
durch die Durchbrandöffnung
von dem Brennmittelraum in den Feuerraum strömen.
-
Bei
manchen Ausführungsbeispielen
ist die Luftzufuhr in einem unteren Bereich des Brennmittelraumes
so ausgestaltet ist, dass bei der Verbrennung des Holzscheites eine
kontrollierbare Verbrennungszone in dem unteren Bereich des Holzscheites
entsteht. Die Verbrennungszone bzw. der Verbrennungs- oder Glutbereich
liegt im unteren Bereich des Holzscheites und schließt sich
direkt an den unten liegenden Gitterrost an. Primärluft strömt durch
den Gitterrost und bspw. durch seitlich in dem Verbrennungsbereich
angeordnete Primärluftöffnungen
und versorgt das verbrennende Holzscheit in dem Verbrennungsbereich.
Bei manchen Ausführungsbeispielen
ist der Luftstrom derart, dass die unterste Holzschicht verbrennt,
während
darüber
liegenden Holzschichten nur teilweise verbrennen und teilweise bspw.
zu Holzgas verschwelen. Das Holzgas strömt dann zum Beispiel durch
die Durchbrandöffnung
im Brennmittelraum in den Feuerraum, die eine Verbindung zwischen
dem Brennmittelraum und dem Feuerraum bildet. In dem Feuerraum verbrennt
dann das Rauch- und/oder
Holzgas unter Zufuhr der Sekundärluft.
Generell befindet sich die bei der Verbrennung entstehende Flamme
im Wesentlichen in dem Feuerraum, da die Luft-/Rauch-/Holzgasströmung sie aus dem Brennmittelraum
durch die Durchbrandöffnung
in den Feuerraum hineinzieht. Zur Unterstützung der Strömung der
Rauch- und/oder Holzgase von dem Brennmittelraum in den Feuerraum,
ist der Brennmittelraum bspw. nach oben hin durch einen Deckel abgedichtet.
Das heißt,
der Brennmittelraum hat keine Öffnung,
die als Abzug für
das Rauch- und/oder Holzgas dienen kann.
-
Durch
dieses Prinzip und die stehende Anordnung eines einzelnen Scheitholzes
ist es bei manchen Ausführungsbeispielen
möglich,
einen gleichmäßigen Abbrand
des einzelnen Scheitholzes bei geringer Leistung, die bspw. unterhalb
von 3 kWh liegen kann, zu erzielen. Durch das ”Hineinziehen” der Flamme
in den Feuerraum, so dass sie bspw. durch die mit Glas versehene
Ofentür
sichtbar ist, entsteht nahezu der visuelle Eindruck eines Feuers
eines herkömmlichen
Scheitholzofens in dem mehrere Holzscheite verbrennen.
-
Unverbrannte
Teile des Holzscheites werden bei manchen Ausführungsbeispielen aufgrund der Schwerkraft
in die Verbrennungszone in dem unteren Bereich des Brennmittelraumes
nachgeführt,
wobei der Brennmittelraum als Führung,
bspw. aufgrund seiner rohrartigen Form, für das stehende Holzscheit dient.
Die verbrannten Teile des Holzscheites in dem unteren Bereich fallen
dabei als Verbrennungsreste durch den Gitterrost und das Holzscheit
rutsch dann aufgrund seiner Gewichtskraft nach unten. Durch die gleichmäßige Luftzufuhr
in dem Verbrennungsbereich und das gleichmäßige Nachrutschen des Holzscheites
ist der Verbrennungsbereich in seiner Ausdehnung kontrollierbar
und das Holzscheit verbrennt gleichmäßig.
-
Eine
gute Verbrennung des einzelnen Holzscheites in dem Brennmittelraum
erfordert bei manchen Ausführungsbeispielen,
dass der Brennmittelraum möglichst
gut wärmeisolierend
ist. Dazu ist der Brennraum bei manchen Ausführungsbeispielen so ausgestaltet,
dass er Wärmestrahlung,
die von dem brennenden Holzscheit abgestrahlt wird, wenigstens teilweise
reflektiert. Dadurch benötigt
der Scheitholzofen wenig Wärmeenergie
zum Erwärmen
der den Brennmittelraum umgebenden Teile, wodurch eine optimale
Abbrandtemperatur in dem Brennmittelraum schnell erzielt werden
kann. Bei manchen Ausführungsbeispielen
ist der Innenraum des Brennmittelraumes von einem Material zur Wärmestrahlungsreflektion
begrenzt, wie bspw. Edelstahl oder (weißer) Feuerfestbeton oder durch
ein anderes Material, das den hohen Temperaturen widersteht und
Wärmestrahlung
reflektieren kann.
-
Zur
zusätzlichen
Erwärmung
des Brennmittelraumes umströmt
beispielsweise Rauchgas den Brennmittelraum. Dazu steht bspw. der
Brennmittelraum in direktem Kontakt mit dem Feuerraum, d. h. ein
Teil der Begrenzung des Feuerraumes wird bspw. durch einen Teil
des Brennmittelraumes gebildet.
-
Zusätzlich kann
der Brennmittelraum auch noch eine Wärmeisolation aufweisen, um
die Wärmeleitung
aus dem Brennmittelraum heraus noch stärker zu unterbinden. Bei manchen
Ausführungsbeispielen
weist der Brennmittelraum eine Ummantelung auf, die bspw. zweischichtig
ausgebildet sein kann. Die erste Schicht weist das Wärmereflektierende
Material auf, wie bspw. Edelstahl oder (weißen) Feuerfestbeton, und die
zweite Schicht weist ein zusätzliches
Wärmeisolationsmaterial
auf. Der Mantel kann bspw. einen inneren Abschnitt in Form eines
zylindrischen Edelstahlrohres aufweisen und einen äußeren Abschnitt
in der Form eines zylindrischen Feuerfestbetons. Das Edelstahlrohr
ist dann in eine entsprechend dimensionierte innere zylindrische
Höhlung
in dem Feuerfestbeton eingesetzt.
-
Insgesamt
sorgt die Wärmeisolierung
des Brennmittelraumes auch für
eine Erwärmung
des in ihm angeordneten Holzscheites, sodass der Prozess der Holzvergasung
bewirkt bzw. unterstütz
wird.
-
Bei
manchen Ausführungsbeispielen
weist der Scheitholzofen eine Ofentür mit einer Glasscheibe auf,
sodass die Flamme in dem Feuerraum gut sichtbar ist. Ferner kann der
Scheitholzofen beispielsweise so eingerichtet sein, dass die Sekundärluft in
dem Feuerraum als Spülluft
an der Glasscheibe entlangströmt
oder eine andere Öffnung
sorgt für Zufuhr
von Spülluft,
die an der Glasscheibe entlangströmt. Die an der Glasscheibe
entlangströmende Spülluft kann
bspw. einer Verschmutzung bzw. Verrußung der Glasscheibe entgegenwirken.
-
Die
Ofentür
des Scheitholzofens dient bei manchen Ausführungsbeispielen lediglich
als Reinigungsöffnung
für den
Feuerraum. Die Zuführung
des Holzscheites erfolgt bspw. von oben in den Brennmittelraum durch
eine Ladeöffnung.
Dazu weist der Brennmittelraum selbst eine Einrichtung (bspw. einen Deckel)
an seiner Oberseite auf, der abnehmbar ist und im angebrachten Zustand,
d. h. wenn er die Ladeöffnung
verschließt,
den Brennmittelraum nahezu luftdicht abdichtet. Weiter kann der
Scheitholzofen in seiner Gehäuseoberseite
eine Öffnung
aufweisen, durch welche ein Zugang zu dem Deckel und dem Brennmittelraum
gegeben ist.
-
Zurückkommend
zu 1 veranschaulicht diese ein erstes Ausführungsbeispiel
eines Scheitholzofens 1 in einer Vorderansicht. Der Scheitholzofen 1 weist
ein Gehäuse 2 auf,
das auf einem Fuß 3 steht.
Ferner weist der Scheitholzofen 1 eine Ofentür 4 mit
einer Glasscheibe 5 auf.
-
2 zeigt
in einer Schnittansicht entlang der in 1 gezeigten
Linie B-B weitere Details des Scheitholzofens 1. Dieser
weist einen Brennmittelraum 16 und einen Feuerraum 10 auf.
In dem Brennmittelraum 16 befindet sich ein Holzscheit 17,
das transparent dargestellt ist und in den anderen Figuren der Übersichtlichkeit
wegen nicht gezeigt ist. Das einzelne Holzscheit 17 steht
senkrecht in dem Brennmittelraum 16 auf einem Gitter 15 und
verbrennt von unten her, d. h. von unten nach oben. Das Gitter 15 weist Öffnungen 22 auf,
die zusammen mit Öffnungen 18 in
dem Brennmittelraum 16 Primärluft in einen Verbrennungsbereich
bzw. Glutbereich 23 des Holzscheites 17 zuführt.
-
Durch
die Primärluftzufuhr
durch die Öffnungen 18 und 22 in
dem unteren Bereich des Brennmittelraumes 16 entsteht der
Verbrennungsbereich 23 in dem unteren Bereich des Holzscheites 17.
Die Größe des Verbrennungsbereiches 23 bleibt
bei konstanter Luftzufuhr nahezu gleich groß und Verbrennungsreste, wie
bspw. Asche, fallen nach unten durch die Öffnungen 22 des Gitters 15 in
einen Aschekasten (nicht dargestellt). Im Laufe der Verbrennungszeit
rutscht so das brennende Holzscheit 17 nach unten nach und
verbrennt auf diese Art und Weise vollständig und gleichmäßig.
-
Der
Brennmittelraum 16 weist oben eine Ladeöffnung 11 auf und
ist von oben mit einem Deckel 12, der einen Griff 13 aufweist,
nahezu luftdicht verschlossen. Das heißt, das Rauchgas, das bei der Verbrennung
des Holzscheites 17 in dem Glutbereich 23 entsteht,
kann nicht nach oben hin aus dem Brennmittelraum 16 entweichen,
sondern es strömt durch
eine Durchbrandöffnung 21,
die in einem unteren Bereich des Brennmittelraumes 16 angeordnet ist.
Durch die Durchbrandöffnung 21 strömt das bei der
Verbrennung entstehende Rauchgas und Holzgas in den Feuerraum 10.
Dadurch erstreckt sich die bei der Verbrennung des Holzscheites 17 entstehende
Flamme 19 ebenfalls in den Feuerraum 10, sodass
sie dort durch die Glasscheibe 5 der Ofentüre 4 sichtbar
ist.
-
In
dem Feuerraum 10 befinden sich Sekundärluftlöcher 20 in einer Trennwand 8,
die die Rauchgase und andere Gase, wie bspw. Holzgas, das in dem
Brennmittelraum 10 entsteht, mit Sekundärluft versorgen. Die Sekundärluft sorgt
dafür,
dass die Rauchgase und weiteren Gase weiter verbrennen und erhöht damit
die Verbrennungsqualität.
Die Sekundärluft
strömt
ferner als Spülluft
an der Innenseite der Glasscheibe 5 entlang und wirkt dadurch
eine Verschmutzung bzw. Verrußung
der Glasscheibe 5 entgegen. Die Verbrennungsgase, die in
dem Feuerraum 10 entstehen, strömen in dem Feuerraum 10 nach
oben und gelangen schließlich
durch den Kaminanschluss 14 nach Außen.
-
Der
Brennmittelraum 16 arbeitet zumindest teilweise als Holzvergaser.
Dazu weist er einen Füllraummantel 6 aus
Edelstahl und eine Wärmeisolation 7 aus
weißem
Feuerfestbeton auf. Der zylindrische Füllraummantel 6 aus
Edelstahl reflektiert Wärmestrahlung,
die bei der Verbrennung des Holzscheites 17 entsteht, zurück in den
zylindrischen Innenraum des Brennmittelraumes 16. Die Wärmeisolation 7 wirkt
als zweite Isolationsschicht und wirkt der Wärmeabstrahlung aus dem Inneren
des Brennmittelraumes 16 heraus entgegen, sodass die in
dem Inneren des Brennmittelraumes 16 entstehende Wärme im Wesentlichen
dort gespeichert wird. Die Wärmeisolation 7 ist
in dem Bereich des Feuerraumes 10 unterbrochen, sodass
die Flammen 19 und heiße
Rauchgase direkten Kontakt mit dem Füllraummantel 6 haben
und dadurch den Brennmittelraum 16 ebenfalls aufheizen
können.
Nur der untere Glutbereich 23 des brennenden Holzscheites 17 wird
mit Primärluft
aus den Öffnungen 18 in
dem Füllraummantel 6 und
der Wärmeisolation 7 und
durch Öffnungen 22 in
dem unter dem Holzscheit 17 liegendem Gitter 15 versorgt. Die
Flammen 19 kommen praktisch nicht in weiteren Kontakt mit
dem Holzscheit 17, sondern erstrecken sich durch die Durchbrandöffnung 21 in
den Feuerraum 10. Dadurch erhitzt sich das gesamte Holzscheit 17 und
verbrennt nicht im oberen Bereich, sondern brennt bzw. glüht im Wesentlichen
nur im Glutbereich 23, was einen Holzvergasungsprozess
ermöglicht.
-
3 veranschaulicht
die zylindrische Form des dünnwandigen
Füllraummantels 6 und
der im Vergleich dickwandigeren Wärmisolation 7, die
als Teilzylinder den Füllraummantel 6 teilweise
umgibt. In dem Bereich 24 des Füllraummantels 6, der
sich in den Feuerraum 10 erstreckt, ist die Wärmeisolation 7 ausgespart,
sodass die Flammen 19 und heiße Rauchgase Wärme an den
Brennraum 16 über
den Teilbereich 24 des Füllraummantels 6 abgeben
können.
Weiterhin ist das Gitter 15 mit den Öffnungen 22 sichtbar,
durch welche der Glutbereich 23 des unteren Teiles des
Holzscheites mit Primärluft
versorgt wird (das Holzscheit ist der Übersichtlichkeit halber nur
in 2 dargestellt und in den anderen Figuren weggelassen).
Ein Raum 9, in dem sich der Brennraum 16 im Wesentlichen
befindet, ist durch eine Trennwand 8 von dem Feuerraum 10 abgetrennt.
Die Trennwand 8 erstreckt sich links 8'' und rechts 8' von dem Füllmantel 6 jeweils
nach außen
zur Innenwand des Gehäuses 2 und
verläuft
senkrecht durch den Feuerraum 10 bis sie an eine Umlenkplatte 27 stößt.
-
Der
rechte und linke Abschnitt 8', 8'' der Trennwand 8 sind
auch in der vertikalen Schnittansicht der 4 sichtbar.
Sowohl der rechte als auch der linke Abschnitt 8', 8'' der Trennwand 8 weisen sieben
Sekundärluftöffnungen 20 auf,
durch welche Sekundärluft
in den Feuerraum 10 strömen
kann. Ferner ist der Teilabschnitt 24 des Füllraummantels 6 sichtbar,
der sich in dem Feuerraum 10 erstreckt. Im unteren Bereich
des Teilbereichs 24 des Füllraummantels 6 ist
die Durchbrandöffnung 21 angeordnet, durch
welche ein Teil der Primärluftöffnungen 18 sichtbar
sind, die sich in der – aus
der Sicht der 4 – hinteren Innenwand 6' des Füllraummantels 6 befinden.
Ferner weist der Scheitholzofen 1 im oberen Bereich des
Feuerraums 10 eine Umlenkplatte 27 auf, die an
ihrer rechten und linken Seite jeweils eine Aussparung 28', 28'' aufweist, durch die das in dem Feuerraum 10 befindliche
Rauchgas in einen oberen Rauchgasraum 26 strömen kann.
Der Rauchgasraum 26 hat eine Verbindung mit dem Kaminanschluss 14,
sodass das Rauchgas aus dem Rauchgasraum 26 durch den Kaminanschluss 14 nach
Außen
strömen
kann. Der Rauchgas- und/oder Holzgasstrom geht demnach von Brennmittelraum 16 durch
den Feuerraum 10 durch die Aussparungen 28', 28'' der Umlenkplatte 27 und
dann durch den Rauchgasraum 26 hindurch. Durch den Brennmittelraum 16 selbst
findet keine Durchströmung
statt, da dieser durch den Deckel 12 nach oben hin abgedichtet
ist.
-
5 zeigt
den Scheitholzofen 1 in einer perspektivischen Ansicht,
in der ein rohrförmiger
Bereich 25 auf der Oberseite des Scheitholzofens 1 sichtbar
ist (s. auch 2 und 4). Durch
den Bereich 25 ragt der Griff 13 des Deckels 12 und
er hat einen Durchmesser der mindestens dem Durchmesser des Deckels 12 entspricht.
Der Anwender, der den Scheitholzofen 1 mit einem Holzscheit
bestücken
will, kann den Deckel 12 entfernen und ein einzelnes Holzscheit
von oben in den Brennmittelraum 16 einführen bis es auf dem Gitter 15 steht.
Die Flammen des brennenden Holzscheites sind von vorne durch die
Glasscheibe 5 der Ofentür 4 sichtbar. Ebenfalls
sind die Sekundärluftöffnungen 20 sichtbar, durch
welche die Sekundärluft
zur Verbrennung von Rauch- und/oder Holzgas und zur Spülen der
Glasscheibe 5 in den Feuerraum 10 einströmt.