DE19740904A1 - Verfahren zum Beseitigen von Sauerstoff-Restverunreinigungen aus tiegelgezogenen Siliziumwafern - Google Patents
Verfahren zum Beseitigen von Sauerstoff-Restverunreinigungen aus tiegelgezogenen SiliziumwafernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beseitigen von Sau
erstoff-Restverunreinigungen aus tiegelgezogenen Siliziumwa
fern.
Die Verwendung von zonengezogenen Silizium zur Herstellung
von aktiven Bauelementen ist allgemein bekannt. Für aktive
Leistungs-Halbleiterbauelemente in Vertikalbauweise hat sich
aber gezeigt, daß die Verwendung von zonengezogenen Silizium
in der Massenfertigung Grenzen hat, da lediglich Wafer mit
einem Durchmesser ≦ 150 mm gestellt werden.
Ferner ist es bekannt, sogenannte Siliziumepitaxiewafer zu
verwenden. Solche Siliziumepitaxiewafer sind hochdotierte Si
liziumwafer, auf denen eine niedrig dotierte epitaktische Si
liziumschicht aufgebracht ist. Je höher aber die Sperrspan
nung ist, für die die zu prozessierenden Leistungs-Halblei
terbauelemente ausgelegt sein sollen, desto dicker muß diese
Epitaxieschicht sein. Dies führt wiederum zu hohen Herstell
kosten.
Ferner sind sogenannte tiegelgezogene, d. h. nach dem
Czochralsky-Verfahren gezogene, Siliziumwafer bekannt. Der
Einsatz dieser tiegelgezogenen Wafer wäre ökonomisch sinn
voll, da mit diesem Verfahren Wafer mit sehr großen Durchmes
sern herstellbar sind. Solche Wafer konnten aber bisher in
vielen Anwendungen, insbesondere bei vertikalen Leistungs-
Halbleiterbauelementen, nicht eingesetzt werden, da tiegelge
zogene Siliziumwafer Dotierungsfluktuationen ("striations")
und Störungen durch eingebaute Kohlenstoff- und Sauerstoff
verunreinigungen aufweisen, die die Bauelementeeigenschaften
beeinträchtigen.
Das Kristall-Ziehen aus der Schmelze nach Czochralsky ist ein
allgemein eingesetztes Verfahren zur Herstellung von Einkri
stallen. Mittels eines passend orientierten Impfkristalls,
der mit der schmelzenden Oberfläche kurz in Berührung ge
bracht und dann langsam, d. h. teilweise langsamer als 1 mm/min,
nach oben wieder herausgezogen wird, lassen sich re
lativ große Einkristalle herstellen. Eine Drehbewegung des
Impfkristalls, z. B. 20 Umdrehungen pro Minute, sorgt dabei
für gleichmäßige Kristallisation und ebenso für gleichmäßigen
Einbau von der Schmelze beigegebenen Dotierstoffen.
Wichtig ist das Temperaturprofil an der Grenze zwischen der
Schmelze und dem festen Kristall sowohl für das mechanisch
spannungsfreie Wachstum als auch die Homogenität einer Dotie
rung senkrecht zur Richtung. Bei nichtplaner Fläche konstan
ter Temperatur treten Ringstrukturen ("striations") mit mi
kroskopischen Dotierungsschwankungen auf, welche insbesondere
für die Anwendung bei vertikalen Leistungs-Halbleiterbauele
menten sehr störend sind.
Kritisch ist im Fall von Silizium die Wahl des Tiegelmateri
als. Zur Auswahl stehen Quarz oder Graphit, mit einer Hart
graphit-Oberflächenschicht (Glanzkohle) versehener Graphit
sowie Bornitrid.
Die hohe Schmelztemperatur von 1415°C bedingt, daß Verunrei
nigungen aus dem Tiegelmaterial in die Schmelze eintreten.
Die beiden hauptsächlichen Restverunreinigungen von tiegelge
zogenen Silizium-Einkristallen sind geringe Mengen von Sauer
stoff und Kohlenstoff (etwa 0,02 ppm). Die auftretenden Koh
lenstoffverunreinigungen, die aus dem Tiegelmaterial stammen,
sind in der Regel unkritisch da der Kohlenstoff in Silizium
keine dotierende Wirkung aufweist. Bedenklich sind aber die
Sauerstoff-Verunreinigungen.
Die Sauerstoffverunreinigungen im tiegelgezogenen Silizium
werden seit langen zum "intrinsischen" Gettern ausgenutzt.
Dabei werden die Siliziumwafer einem Temperzyklus unterzogen,
um eine defektfreie oberflächennahe Zone zur erzeugen. Dieser
Temperzyklus besteht aus einem ersten Hochtemperaturschritt
bei etwa 1100°C, gefolgt von einem Niedertemperaturschritt
bei etwa 650°C und einem zweiten Hochtemperaturschritt bei
etwa 1000°C.
Dieser Temperzyklus, der auch "denuding-process" genannt
wird, ist dabei sehr stark von der anfänglichen Sauerstoff- und
Kohlenstoffkonzentration im Silizium abhängig.
Der erste Hochtemperaturschritt löst die vorhandenen Sauer
stoffausscheidungen auf und ermöglicht so die Ausdiffusion
des Sauerstoffs aus den Oberflächen des Siliziumwafers. Bei
dem anschließenden zweiten Niedertemperaturschritt werden im
Volumen des Siliziumwafers, d. h. also unterhalb der "denuded
zone", Keime erzeugt. An diesem Keimen wachsen beim sich an
schließenden Hochtemperaturschritt Ausscheidungen, die als
Getterzentren für Sauerstoff, Schwermetalle und andere De
fekte während des Herstellprozesses dienen.
Die bei diesem Verfahren nutzbare aktive Zone, die sogenannte
"denuded zone", ist nur einige Mikrometer tief, so daß dies
die Verwendung so behandelter Siliziumwaferherstellung von
aktiven vertikalen Leistungs-Halbleiterbauelementen, deren
Raumladungszonen ca. 100 Mikrometer oder noch tiefer in das
Volumen des Siliziumwafers hineinreichen, nicht geeignet ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein neues,
wesentlich effektiveres Verfahren zum Beseitigen von Sauer
stoff-Restverunreinigungen aus tiegelgezogenen Siliziumwafern
anzugeben, das diese insbesondere für die Verwendung zur Her
stellung von hochsperrenden vertikalen Leistungs-Halbleiter
bauelementen zugänglich macht.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren der ein
gangs genannten Art gelöst, das folgende Schritte umfaßt:
- a) Bereitstellen eines Siliziumwafers mit einer Vorderseite und einer Rückseite;
- b) Ätzen einer Vielzahl von Gräben in die Rückseite des Si liziumwafers;
- c) Aufheizen des Siliziumwafers auf eine Temperatur von ca. 1100°C unter Vakuum oder einer Schutzgasatmosphäre und an schließendes
- d) Auffüllen der Gräben mit hochdotiertem Polysilizium;
- e) Aufbringen einer Metallisierung auf die Rückseite.
Durch dieses Verfahren werden die Sauerstoffausscheidungen im
Inneren des Siliziumwafers aufgelöst und können durch die
durch die Vielzahl der Gräben sehr stark vergrößerte Oberflä
che des Siliziumwafers effektiv aufdiffundieren.
Typischerweise werden die Gräben in einer Tiefe in die Vor
derseite des Siliziumwafers geätzt, die in etwa der Raumla
dungszonentiefe der später zu prozessierenden aktiven verti
kalen Leistungs-Halbleiterbauelemente entspricht.
Typischerweise wird nach Aufheizen des Siliziumwafers auf die
Temperatur von ca. 1100°C die geätzte Grabenstruktur in der
Siliziumwafervorderseite nocheinmal überätzt, um die genauen
Grabenkonturen wieder herzustellen, die durch den Temper
schritt eventuell beeinträchtigt worden ist.
In einer Weiterentwicklung wird nicht nur nach dem Aufheizen
des Siliziumwafers auf eine Temperatur von ca. 1100°C die
Grabenstruktur überätzt, sondern wird vielmehr nach dem Über
ätzen nocheinmal der Siliziumwafer auf eine Temperatur von
ca. 1100°C aufgeheizt, um die Ausdiffusion der Sauerstoffaus
scheidungen zu effektivieren. Danach kann nochmals die Gra
benstruktur überätzt werden. Insgesamt kann das Überätzen und
Tempern des Siliziumwafers mehrfach dotiert werden.
Vorzugsweise werden die Gräben mit Polysilizium über mehrere
aufeinanderfolgende Schritte aufgefüllt, um eine lunkerfreie
Auffüllung zu gewährleisten. Dabei können sämtliche aus der
DRAM-Technologie bekannte Verfahren angewendet werden.
Für spezielle Anwendungen kann man die Gräben auch nur teil
weise füllen und mit z. B. Oxid verschließen.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weisen
der Siliziumwafer und das abgeschiedene Polysilizium den
gleichen Leitfähigkeitstyp auf.
Typischerweise werden Siliziumwafer verwendet, die auf ihrer
Vorderseite mit aktiven Bereichen schon versehen sind. Wäh
rend die Vorderseite solcher schon vorderseitig prozessierten
Siliziumwafer durch eine Schutzschicht, beispielsweise eine
Oxidschicht, abgedeckt ist, wird dann die hochdotierte Poly
siliziumschicht durch eine gewöhnliche Phosphorbelegung mit
anschließender Diffusion in die Gräben eingebracht.
Sind die Gräben nicht vollgefüllt, so reicht diese Dotierung,
die aus der Gasphase erfolgt, sicher bis an die aktive Zone
der Bauelemente, die damit niederohmig an die Rückseite ange
schlossen sind. Nach erfolgter Polysiliziumauffüllung der
Gräben wird in bekannter Art und Weise dann die Rückseite mit
einer Metallisierung versehen. Metallisierung heißt hier die
üblichen Mehrschichtmetallisierungssysteme, z. B. Alumini
um/Titan/Nickel/Silber. Solche Metallisierungssysteme sind
beispielsweise in der DE-A-196 06 101 beschrieben.
Vor dem Ätzen der Gräben wird typischerweise der Siliziumwa
fer auf die gewünschte Dicke der herzustellenden vertikalen
Leistungs-Halbleiterbauelemente zurückgedünnt.
Das Ätzen und Tempern des Siliziumwafers erfolgt bei der Ver
wendung einer Vorderseitenmetallisierung aus Aluminium
selbstverständlich vor Aufbringen dieser Vorderseitenmetalli
sierung, da bei den erfindungsgemäßen Tempertemperaturen die
Vorderseitenmetallisierung zerstört werden würde.
Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschau
licht und im folgenden anhand der Zeichnung beschrieben. Es
zeigen:
Fig. 1 einen Teilschnitt durch einen tiegelgezogenen Silizi
umwafer mit eingeätzten Gräben und
Fig. 2 einen Schnitt durch den Siliziumwafer aus Fig. 1
nach erfolgter Auffüllung der Gräben.
Wie aus der Fig. 1 zu ersehen ist, wird bei dem Verfahren
nach der vorliegenden Erfindung ein Siliziumwafer 1 bereitge
stellt, der eine Vorderseite 2 und eine Rückseite 3 aufweist.
Der gezeigte Siliziumwafer 1 wurde mit der Schmelze aus dem
nach Czochralsky benannten Verfahren gezogen. Im einzelnen
wurde ein im vorliegenden Fall (111)-orientierter Impfkri
stall verwendet, der mit der Schmelzenoberfläche kurz in Be
rührung gebracht und dann langsam nach oben herausgezogen
wurde. Der Schmelze und dem Impfkristall wurden Dotierstoffe
vom n-Typ beigegeben, im vorliegenden Fall Arsen.
Aus dem so gezogenen Siliziumstab wurde dann der gezeigte Si
liziumwafer 1 herausgesägt.
In die Rückseite 3 des Siliziumwafers 1 wurden nach der Pro
zessierung der Vorderseite mit aktiven Bereichen (nicht ge
zeigt) und Versehen der Vorderseite mit einer Schutzschicht
naßchemisch eine Vielzahl von Gräben 4 geätzt. Durch die Wahl
der (111)-Orientierung wird das naßchemische Ätzen sehr stark
unterstützt, da dadurch das Ätzen von tiefen Gräben und ins
besondere auch die Ätzgeschwindigkeit gegenüber einer (100)-Orien
tierung stark begünstigt ist.
Nach dem Ätzen dieser Gräben wurde der Siliziumwafer 1 auf
eine Temperatur von ca. 1100°C in einem Ofen unter einer
Schutzgasatmosphäre aufgeheizt. Durch die Vielzahl von Gräben
4 ist die Oberfläche des Siliziumwafers 1 auf der Rückseite 3
sehr groß, so daß sich bei diesem Hochtemperaturschritt die
im Inneren des Siliziumwafers 1 befindlichen Sauerstoffaus
scheidungen auflösen und ausdiffundieren können.
Nach der erfolgten Ausdiffusion der Sauerstoffverunreinigun
gen erfolgte eine Überätzung der in die Rückseite 3 des Sili
ziumwafers 1 eingebrachten Gräben 4, um die Grabenkonturen
präzise wieder herzustellen und etwaige Verunreinigungen auf
der Oberfläche zu beseitigen.
Anschließend erfolgt eine Abscheidung einer Polysilizium
schicht 5, was in der Fig. 2 zu sehen ist. Im gezeigten Aus
führungsbeispiel weist diese aufgebrachte Epitaxieschicht
eine Dotierung auf.
Der Abstand der Gräben kann zwischen einem Mikrometer und
etwa zehn Mikrometer gewählt werden. Der Durchmesser der Grä
ben beträgt typischerweise zwischen einem Mikrometer und fünf
Mikrometer.
Claims (9)
1. Verfahren zum Beseitigen von Sauerstoff-Restverunreinigun
gen aus tiegelgezogenen Siliziumwafern mit folgenden Schrit
ten:
- a) Bereitstellen eines Siliziumwafers (1) mit einer Vorder seite (2) und einer Rückseite (3),
- b) Ätzen einer Vielzahl von Gräben (4) in die Rückseite (3) des Siliziumwafers (1),
- c) Aufheizen des Siliziumwafers (1) auf eine Temperatur von ca. 1100°C unter Vakuum oder einer Schutzgasatmosphäre und anschließendem
- d) Auffüllen der Gräben (4) mit hochdotiertem Polysilizium (5)
- e) Aufbringen einer Metallisierung auf die Rückseite (3).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß nach Ver
fahrensschritt c) die Vielzahl von Gräben (4) überätzt wer
den.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß nach Über
ätzen der Vielzahl von Gräben (4) der Siliziumwafer (1)
nochmals auf eine Temperatur von ca. 1100°C unter Vakuum oder
einer Schutzgasatmosphäre aufgeheizt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Auf
füllen der Gräben (4) mit hochdotiertem Polysilizium über
mehrere aufeinanderfolgende Epitaxieschritte erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Sili
ziumwafer (1), der auf der Vorderseite (2) mit aktiven Berei
chen versehen ist, bereitgestellt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Grä
ben (4) in eine Tiefe in die Vorderseite (2) des Siliziumwa
fers (1) geätzt werden, die in etwa der Raumladungszone der
zu prozessierenden aktiven vertikalen Leistungs-Halbleiter
bauelemente entspricht.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sili
ziumwafer (1) und das epitaktisch abgeschiedene Silizium (5)
vom gleichen Leitfähigkeitstyp sind.
8. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sili
ziumwafer (1) und das abgeschiedene hochdotierte Polysilizium
(5) vom entgegengesetzten Leitfähigkeitstyp sind.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß ein
hochohmiger Siliziumwafer (1) vor dem Verfahrensschritt b)
zurückgedünnt wird.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE1997140904 DE19740904B4 (de) | 1997-09-17 | 1997-09-17 | Verfahren zum Beseitigen von Sauerstoff-Restverunreinigungen aus tiegelgezogenen Siliziumwafern |
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| DE1997140904 DE19740904B4 (de) | 1997-09-17 | 1997-09-17 | Verfahren zum Beseitigen von Sauerstoff-Restverunreinigungen aus tiegelgezogenen Siliziumwafern |
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| Publication Number | Publication Date |
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