DE19740797A1 - Verfahren zur Herstellung individuell an die Körperform angepaßter Sitz- und Rückenpolster und Vorrichtung zur Realisierung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Herstellung individuell an die Körperform angepaßter Sitz- und Rückenpolster und Vorrichtung zur Realisierung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform
angepaßten Sitz- und Rückenpolstern, wie sie Verwendung bei Rollstühlen für
Körperbehinderte finden, sowie eine Vorrichtung zur Realisierung des Verfahrens.
Derartige Verfahren und Vorrichtungen sind auf dem Markt verfügbar. Unter dem Namen
"Signature 2000" bietet die Fiema Akron Cleveland Home Medical Services Co., Inc. in St.
Akron, Ohio, U.S.A. ein Verfahren zur Herstellung von Polstern an, bei dem ein abgeformtes
Sitzkissen mit einer Sensor-Anordnung abgetastet wird und die Daten in einer
Computersteuerung zur Steuerung einer 3-achsigen Fräsmaschine herangezogen werden. Auf
der Fräsmaschine wird das fertige Sitzkissen aus einem Block aus Schaumstoff durch
mechanische Bearbeitung geformt.
Allen bekannten Verfahren ist gemeinsam, daß die seitlichen Flanken des Körpers des
Patienten während des Abformvorganges zur Herstellung der Positivform nur bis zu einer
Höhe von etwa 20 cm abgeformt werden können und daß zur sicheren und reproduzierbaren
Justierung der fertigen Polster auf einem Stuhl oder Rollstuhl aufwendige Justiervorrichtungen
notwendig sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung von individuell geformten Sitz- und
Rückenpolstern zu schaffen, das eine individuelle Korrektur der Sitzposition des Patienten
während des Abformvorganges zuläßt und auf einfache Weise eine reproduzierbare
Positionierung des Sitz- und Rückenpolsters in einem herkömmlichen Stuhl oder Rollstuhl
erlaubt.
Die Aufgabe der Erfindung wird durch ein Verfahren gelöst, das durch folgende
Verfahrensschritte, die schematisch in Fig. 2 dargestellt sind, gekennzeichnet ist:
- 1. mechanische Einstellung der Kissentragschalen
- 2. Anpassung der Kissen an die Körperform
- 3. Fixierung der Kissen durch Evakuierung
- 4. Einschalung der Gießform und Festlegung der Referenzlinien
- 5. Ausformen der Gießform
- 6. mechanische Nachbearbeitung der Positivform
- 7. Tiefziehen der Polster-Negativform
- 8. Polstern der Negativform
- 9. Montage der Polster auf der Montageschale
Die Sitzkissentragschale (21) mit dem Sitzkissen (31) und die Rückenkissentragschale (22) mit
dem Rückenkissen (32) werden an einem für das Verfahren vorgesehenen Vakuumstuhl
mechanisch eingestellt. Verstellbar sind die Sitzneigung, die Sitztiefe und die Neigung der
Rückenlehne.
Der Patient (30) wird auf das Sitzkissen (31) gesetzt, wobei er sich an das Rückenkissen (32)
anlehnt. Kann der Patient nicht frei sitzen oder sollen Polster hergestellt werden, die eine
Korrektur der Sitzhaltung des Patienten bewirken, so wird der Patient von der Person, die die
Anpassung vornimmt, während der Anpassung in der gewünschten Position gehalten. An den
Durchgriffsöffnungen (26, 27), die an der Rückseite der Kissentragschalen (20) vorgesehen
sind, wird das Kissen an der jeweiligen Stelle manuell an die Körperform des Patienten
angepaßt. Dabei ist es möglich, die elastische Kissenhülle zusammen mit einem Teil der
Kissenfüllung bis zu 60 cm von der Unterseite des Kissens manuell hochzuziehen. Während
dieses Vorganges wird das jeweilige Kissen, das aus einer luftdichten, elastischen Hülle (29)
mit einer Füllung (28) aus leicht gegeneinander beweglichen und im wesentlichen nicht
komprimierbaren Füllkörpern besteht, teilweise evakuiert, wodurch es eine plastische
Konsistenz erhält und leicht formbar ist.
Nach erfolgter Anpassung der Kissen an die Körperform des Patienten erfolgt die vollständige
Evakuierung des Sitzkissens und des Rückenkissens, wodurch die Kissen ihre Elastizität
verlieren und der Patient oder/und die anpassende Person die Paßform der festen Kissenhülle
kontrollieren können. Gegebenenfalls wird durch teilweises Belüften der Kissen eine
Formkorrektur durch die an passende Person vorgenommen und die Kissen anschließend
wieder vollständig evakuiert. Der Patient wird danach aus dem Vakuumstuhl entfernt, wobei
die Kissen die der Körperform des Patienten entsprechende Form behalten.
Um das Sitzkissen und das Rückenkissen herum wird eine Schalung (33) für eine offene
Gießform angebracht, wobei die Unterseite der Gießform durch die geformten Kissen gebildet
wird. An dem Vakuumstuhl sind zwei Halterungen vorgesehen, in denen Referenzstäbe
gehaltert sind. Ein horizontaler Referenzstab (51) wird oberhalb des Sitzkissens durch zwei
dafür vorgesehene Bohrungen (54, 54') in dem Tragrahmen (10) gesteckt. Ein Sagittalebenen-
Referenzstab (52), der in die Sagittalebene des Patienten gelegt wird, wird an einer
verstellbaren Halterung (53), die im Bereich oberhalb der Rückenlehne an der
Rückenkissentragschale angebracht ist, gehalten. An der Halterung ist ein Lot (56) und ein
Winkelmesser (55) angebracht, wobei der Winkel zwischen dem Lot und dem Sagittalebenen-
Referenzstab bei der mechanischen Nachbearbeitung der Positivform zur Orientierung der
Positivform im Raum verwendet wird. Anstelle des Winkelmessers an der Halterung (53) ist es
auch vorgesehen, an den Sagittalebenen-Referenzstab einen Neigungsmesser anzulegen und
die Neigung im Raum abzulesen.
Die Gießform wird mittels einer gießbaren und aushärtbaren Masse (34) ausgefüllt. In der
Praxis wird hierfür vorzugsweise ein aushärtbarer Kunststoff-Schaum verwendet; es ist aber
auch denkbar, zum Ausgießen Gips zu verwenden oder die Form mit Gipsbinden auszulegen.
In der Praxis werden die Oberflächen des Sitzkissens mit einem geeigneten Trennmittel
behandelt, um ein späteres Herauslösen der Positivform aus den Kissen zu erleichtern. Die
beiden Referenzstäbe (51, 52) werden bei diesem Verfahrensschritt in die Positivform
eingebettet. Das erfindungsgemäße verfahren sieht vor, die Stäbe, vorzugsweise Rundstäbe
aus Metall, insbesondere aus Edelstahl, die mit einem Trennmittel oder einem dünnwandigen
Schlauch vor dem Einschäumen überzogen wurden, nach Aushärten der Positivform aus
dieser wieder herauszuziehen. Mit Hilfe des gemessenen Winkels zwischen dem
Sagittalebenen-Referenzstab und dem Lot ist die Positivform im Verfahrensschritt 6
reproduzierbar im Raum orientierbar. Das Herausziehen der Referenzstäbe aus der
Positivform ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Positivform zur Herstellung des
Polsters verpackt und versandt werden muß.
Nach dem Aushärten der Positivform (36) wird diese zusammen mit der Schalung (33) aus
dem Vakuumstuhl entnommen und mechanisch nachbearbeitet. Dazu werden zunächst mit
einer Feile die Grate entfernt und die Orangenhautstruktur der geschäumten Form
abgeschliffen. Anschließend wird die Positivform auf einem Meßtisch (60) an den
Referenzstäben (51, 52) gehaltert, wobei der Winkel des Referenzstabes (52) gegenüber dem
Lot dem entspricht, der bei der Abformung im Vakuumstuhl gemessen wurde. Auf dem
Meßtisch wird die Montageschale (42) positioniert und die Oberkante (61) des fertigen
Sitzpolsters und die Oberkante (62) des fertigen Rückenpolsters auf der Positivform
angezeichnet. In der Regel werden Sitz- und Rückenpolster als zwei getrennte Polster
ausgeführt; in diesem Fall wird auch die Trennungslinie zwischen Sitz- und Rückenpolster auf
der Positivform angezeichnet, wobei in der Regel zwischen Sitz- und Rückenpolster ein kleiner
Spalt vorgesehen wird. Die Positivform wird anschließend aus der Halterung entnommen und
mit einer Bandsäge zugesägt. Die beiden Teile der Positivform werden in eine
Tiefziehvorrichtung eingelegt, deren Innenabmessungen den späteren Außenabmessungen
der Polster entspricht. An den Seiten der Positivform werden - falls erforderlich - Klötze (65)
aus Schaumstoff oder Holz eingepaßt, um im Polster Führungen für Haltegurte auszusparen.
An den seitlichen Oberkanten der Tiefziehvorrichtung werden Profilschienen (63, 63')
angebracht, die im fertigen Polster seitliche Nuten erzeugen, in die die Schenkel (66, 66') der
Montageschale eingreifen. Auf die Positivform wird in der Regel vor dem Tiefziehen eine
Zwischenlage (64) aus Kunststoff oder Gips aufgetragen, die den Rücksprung des
tiefziehbaren Polsterbezugsstoffes ausgleicht und die Kleidung des Patienten simuliert.
Die überarbeitete Positivform wird in einer Vakuumtiefziehvorrichtung (37) als Tiefziehform
montiert und in bekannter Weise mit einem tiefziehbarem Material überzogen. Vorzugsweise
wird der Polsterbezugsstoff tiefgezogen; hierfür ist beispielsweise Kunstleder geeignet. Die
später als Oberseite des Polsters dienende Seite des Polsterbezugsstoffes kommt dabei auf
der Positivform (36) zu liegen. Durch eine Pumpe (38) wird der Polsterbezugsstoff (40)
paßgenau über die Positivform gezogen. Soll nur ein nacktes Polster hergestellt werden, das
beispielsweise mit einem genähten Polsterbezugsstoff überzogen werden soll oder mit
Flocken beflockt werden soll, so wird als tiefziehbares Material beispielsweise eine tiefziehbare
Polyethylen-Folie verwendet.
Der tiefgezogene Polsterbezugsstoff (40) bzw. die tiefgezogene Folie wird mit einem
Polstermaterial (41) aufgepolstert. In der Praxis hat sich als Polstermaterial ein schäumbarer
und aushärtbarer Kunststoff oder Naturstoff (Latex) bewährt.
Die Polster werden an den Außenkanten beschnitten und die Nuten in die Schenkel (66, 66')
der Montageschale (42) eingeführt und gegenüber Verschiebung gesichert.
Entscheidend für das Verfahren ist die genaue Paßform der fertigen Polster und die geeignete
Wahl der Materialien Polsterbezugsstoff und Polstermaterial. Ein Sitz- oder Rückenpolster wird
von einem Patienten dann als bequem und paßgenau empfunden, wenn die Druckverteilung
im Sitz und an der Lehne stetig verläuft und keine ausgeprägten Maxima und Minima aufweist.
Dies wird dadurch erreicht, daß die Kissen in Verfahrensschritt 2 in einem teilweise
evakuiertem Zustand, in dem sie plastisch verformbar sind, möglichst genau an den Körper
des Patienten angepaßt werden und daß bei vollständig evakuierten Kissen der Patient die
Paßform der harten Kissen subjektiv beurteilt, sofern er dazu in der Lage ist. Werden die
Kissen vom Patienten nicht als paßgenau empfunden, so kann durch teilweises Belüften eines
einzelnen Kissens eine Formkorrektur vorgenommen werden. Die Erfindung sieht eine
Kissenhülle aus Latexmaterial mit einer Dicke von 0,5 bis 2,0 mm und eine Kissenfüllung aus
kugelförmigen oder nahezu kugelförmigen Füllkörpern mit Durchmessern zwischen 0,5 und
8 mm vor. Wird als Polsterbezugsstoff Kunstleder verwendet und als Polstermaterial Zwei-
Komponenten-Polyurethan (PUR)-Schaum, so kann die Elastizität des Polsters über die Wahl
der Porengröße des PUR-Schaumes und diese wiederum durch das Mischungsverhältnis oder
die Gesamtmasse der zwei Komponenten festgelegt werden, die in dem vorgegebenen
Polstervolumen expandieren können. Es ist vorgesehen, für die Sitzfläche und für die
Rückenlehne unterschiedliche Polstermaterialien zu verwenden und auch innerhalb der
Sitzfläche und der Rückenlehne Bereiche vorzusehen, bei denen das Polstermaterial eine
geringere Shorehärte als das umgebende Polstermaterial aufweist. Dies ist dann vorteilhaft,
wenn aus therapeutischer Sicht einzelne Körperpartien, z. B. Operationsnarben oder andere
besonders druckempfindliche Stellen weich gepolstert werden sollen.
Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt, Sitz- und Rückenpolster anzupassen, die weit um
den Körper des Patienten herumgezogen sind und diesen seitlich stützen. In diesem Fall
müssen die Polster so gestaltet sein, daß in der gewünschten Sitzposition des Patienten im
Sitzpolster das Polster eine Kraft ausübt, die gleich der Kraft ist, die aufgewendet werden
muß, um den Patienten stabil in der gewünschten Position zu lagern. Dabei wird im
Verfahrensschritt 4 (Anpassung der Kissen an die Körperform) der Patient (30) zunächst auf
das Kissen (31) gesetzt und gegebenenfalls manuell in der gewünschten Lage gehalten.
Durch den Druck auf der Sitzhülle (29) wird die Sitzfüllung derart deformiert, daß die
Körperkontur an der Auflagefläche abgeformt wird. Die Verformung der Sitzfüllung erfolgt
durch die gegenseitige Verschiebung der Füllkörper untereinander. Nach der Abformung der
Sitzfläche werden die Randbereiche des Sitzkissens durch Hochziehen der Kissenhülle mit
einem Teil der Kissenfüllung an den Körper des Patienten manuell herangeführt. Soll das
herzustellende Sitzpolster (43) eine seitliche Stützkraft ausüben, so wird das Sitzkissen mit der
erforderlichen Kraft seitlich an den Körper des Patienten angedrückt. Nach Abschluß der
Anpassung des Sitzkissens an die Körperform des Patienten wird das Kissen evakuiert und
damit die Form des Kissens "eingefroren". Der Patient kann nach Abschluß des
Abformvorganges aus dem Vakuumstuhl entfernt werden, ohne daß die Form des Sitzkissens
verändert wird.
Für die Herstellung der Positivform nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein
Vakuumstuhl verwendet, der in Fig. 1 dargestellt ist. Ein Fahrgestell (11), das mittels Rollen (17, 18)
am Fußboden (13) verfahrbar ist, trägt einen Tragrahmen (10), an dem die
Rückenkissenschale (22) mit einer Halterung (23) verstellbar und angebracht ist. Die
Rückenkissenschale (22) wird von einer längenverstellbaren Stütze (19) abgestützt. Die
Längenverstellung kann manuell oder elektromotorisch angetrieben vorgenommen werden.
Am oberen Ende der Rückenkissenschale ist eine Halterung (53) für den Sagittalebenen-
Referenzstab (52) und ein Winkelmesser (55) vorgesehen, auf dem der Winkel zwischen
dem Referenzstab (52) und dem Lot (56) abgelesen werden kann, vorgesehen. Die
Sitzkissentragschale (21) ist an den Seitenteilen durch Halterungen (24, 25) mehrfach
verstellbar an dem Tragrahmen gelagert. Dabei ist die Sitzkissentragschale längs der
Führungsschiene verschiebbar und in wenigstens einer der beiden Halterungen (24, 25)
höhenverstellbar angeordnet. Dadurch lassen sich die Sitztiefe und die Sitzneigung einstellen.
Es ist vorgesehen, daß für alle Verstellmöglichkeiten am Vakuumstuhl elektromotorische
Antriebe zur Anwendung kommen. In den beiden Seitenteilen (10) sind Bohrungen (54, 54')
vorgesehen, durch die ein Referenzstab (51) derart eingeschoben werden kann, daß er
horizontal im Raum orientiert ist.
An dem Fahrgestell oder/und an dem Tragrahmen ist eine mehrfach verstellbare
Fußstützenhalterung (15) mit einer mehrfach verstellbaren Fußstütze (14) angeordnet. Durch
die geeignete Positionierung der Fußstütze relativ zur Sitzkissentragschale (21) und zur
Rückenkissentragschale (22) wird der Körper des Patienten in die gleiche Position gebracht, in
der er später auf dem angepaßten Polster in einem Rollstuhl sitzen soll.
Das Fahrgestell trägt ferner alle Aggregate zur Erzeugung eines Vakuums in den Kissen,
insbesondere die Vakuumpumpe (12) mit Steuerventilen und Filterkörpern, die das Eindringen
der Formkörper der Kissenfüllung in die Vakuumpumpe verhindern. Die Kissen können einzeln
und unabhängig voneinander evakuiert werden; die Erfindung sieht jedoch auch vor, daß die
beiden Kissen gleichzeitig evakuierbar sind oder daß das Sitzkissen und das Rückenkissen
miteinander verbunden sind oder als ein Kissen ausgeführt ist.
Fig. 1 Vakuumstuhl
- a) Ansicht
- b) Schnitt durch ein Sitzkissen
Fig. 2 Schematische Darstellung der Verfahrensschritte
10
Tragrahmen
11
Fahrgestell
12
Vakuumpumpe
13
Fußboden
14
Fußstütze
15
Fußstützenhalterung
16
Führungsschiene
17
Rolle
18
Rolle
19
längenverstellbare Stütze
20
Kissentragschale
21
Sitzkissentragschale
22
Rückenkissentragschale
23
Halterung für Rückenkissentragschale
24
Halterung für Sitzkissentragschale
25
Halterung für Sitzkissentragschale
26
Durchgriffsöffnung
27
Durchgriffsöffnung
28
Kissenfüllung
29
Kissenhülle
30
Patient
31
Sitzkissen
32
Rückenkissen
33
Schalung der Gießform
34
aushärtbare Gießmasse
36
Positivform des Patientenkörperteils
37
Vakuumtiefziehvorrichtung
38
Pumpe
40
Polsterbezugsstoff
41
Polstermaterial
42
Montageschale
43
Sitzpolster
44
Rückenpolster
51
horizontaler Referenzstab
52
Referenzstab für Sagittalebene
53
Halterung für Referenzstab
52
54
,
54
' Bohrung für horizontalen Referenzstab
55
Winkelmesser
56
Lot
60
Meßtisch
61
Oberkante des fertigen Sitzpolsters
62
Oberkante des fertigen Rückenpolsters
63
Profilschiene
64
Zwischenlage
65
Klotz für Gurtaussparung
66
,
66
' Schenkel der Montageschale
Claims (18)
1. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern,
dadurch gekennzeichnet, daß folgende Verfahrensschritte nacheinander zur Anwendung
kommen:
- 1. mechanische Einstellung der Kissentragschalen
- 2. Anpassung der Kissen an die Körperform
- 3. Fixierung der Kissen durch Evakuierung
- 4. Einschalung der Gießform und Festlegung der Referenzlinien
- 5. Ausformen der Gießform
- 6. mechanische Nachbearbeitung der Positivform
- 7. Tiefziehen der Polster-Negativform
- 8. Polstern der Negativform
- 9. Montage der Polster auf der Montageschale,
2. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 2 das Sitzkissen (31) und das
Rückenkissen (32) durch die Durchgriffsöffnungen (26, 27) an der Rückseite der
Kissentragschalen (20) an den Körper des Patienten (30) manuell angedrückt werden und daß
die Kissenhülle (29) mit der Füllung (28) bis zu 60 cm über die Auflagefläche des Kissens
hochziehbar ist.
3. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-2,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 6 die Positivform auf einem Meßtisch
(60) an den Referenzstäben (51, 52) gehaltert, wobei die Neigung des Referenzstabes (52)
dem entspricht, der bei der Abformung im Vakuumstuhl gemessen wurde und daß auf dem
Meßtisch eine Montageschale (42) positioniert wird und die Oberkante (61) des fertigen
Sitzpolsters und die Oberkante (62) des fertigen Rückenpolsters auf der Positivform
angezeichnet werden.
4. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-3,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 6 an den Seiten der Positivform Klötze
(65) angesetzt werden um im Polster Führungen für Haltegurte auszusparen.
5. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-4,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 6 an den Seiten der Tiefziehform
Profilschienen (63, 63') angeordnet werden.
6. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-5,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 6 eine Zwischenlage (64) in einer
gleichmäßigen Dicke von 3-10 mm aufgebracht wird.
7. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-6,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 7 als Polsterbezugsstoff tiefziehbares
Kunstleder verwendet wird.
8. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-7,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 7 als tiefziehbares Material
Polyethylenfolie verwendet wird und daß die Polyethylenfolie nach dem Polstervorgang
abgezogen wird.
9. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-8,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 8 als Polstermaterial ein gießbarer
Kunststoffschaum verwendet wird.
10. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-9,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Verfahrensschritt 8 zum Polstern ein Gemisch aus
Latexmilch und einem Treibmittel verwendet wird.
11. Verfahren zur Herstellung von individuell an die Körperform angepaßten Sitz- und
Rückenpolstern nach einem der Ansprüche 1-10,
dadurch gekennzeichnet, daß das in Verfahrensschritt 8 hergestellte Polster mit einem
Klebstoff beschichtet und mit Flocken aus Kunstfaser beschichtet wird.
12 Vorrichtung zur Realisierung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1-11,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Abformen der Körperkontur des Patienten ein
Vakuumstuhl mit einem Sitzkissen (31) und einem Rückenkissen (32) verwendet wird und daß
die Kissen auf mehrfach verstellbaren Kissentragschalen angeordnet sind und eine elastische
und luftdichte Kissenhülle und eine aus nicht-komprimierbaren, kugelförmigen Formkörpern mit
Durchmessern zwischen 2 und 8 mm bestehende Kissenfüllung enthalten.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kissenhülle aus Latex mit einer Dicke von 0,5-2 mm
besteht und die Füllkörper aus Polyethylen bestehen.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12-13,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kissentragschalen elektromotorisch verstellbar sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12-14,
dadurch gekennzeichnet, daß am Vakuumstuhl eine verstellbare Halterung (53) für einen
Sagittalebenen-Referenzstab (52) angeordnet ist und der Tragrahmen (10) des
Vakuumstuhles Bohrungen (54, 54') enthält, die einen Referenzstab (51) horizontal halten.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12-15,
dadurch gekennzeichnet, daß der Vakuumstuhl einen Winkelmesser enthält, auf dem der
Winkel zwischen dem Referenzstab (52) und einem Lot (56) ablesbar ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12-16,
dadurch gekennzeichnet, daß der Vakuumstuhl auf Rollen gelagert ist und mehrfach
verstellbare Fußstützen enthält.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12-17,
dadurch gekennzeichnet, daß der Vakuumstuhl alle Aggregate zur Erzeugung des Vakuums
in den Kissen und zum Steuern der Positionen der Kissentragschalen enthält.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19740797A DE19740797A1 (de) | 1997-09-17 | 1997-09-17 | Verfahren zur Herstellung individuell an die Körperform angepaßter Sitz- und Rückenpolster und Vorrichtung zur Realisierung des Verfahrens |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19740797A DE19740797A1 (de) | 1997-09-17 | 1997-09-17 | Verfahren zur Herstellung individuell an die Körperform angepaßter Sitz- und Rückenpolster und Vorrichtung zur Realisierung des Verfahrens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19740797A1 true DE19740797A1 (de) | 1999-04-01 |
Family
ID=7842579
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19740797A Withdrawn DE19740797A1 (de) | 1997-09-17 | 1997-09-17 | Verfahren zur Herstellung individuell an die Körperform angepaßter Sitz- und Rückenpolster und Vorrichtung zur Realisierung des Verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19740797A1 (de) |
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- 1997-09-17 DE DE19740797A patent/DE19740797A1/de not_active Withdrawn
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