DE19739856C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Wärmeenergiegewinnung aus einem gasförmigen Medium mittels eines Wärmeaustauschers - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Wärmeenergiegewinnung aus einem gasförmigen Medium mittels eines WärmeaustauschersInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Wärmeenergiegewinnung aus
einem gasförmigen Medium mittels eines Wärmeaustauschers.
Es ist bekannt, zur Wärmeübertragung zwischen strömenden Fluiden Wärmeaustauscher
vorzusehen (Wark, Kenneth: Advanced Thermodynamics for Engineers, McGraw-Hill, Inc.
1995, S. 121). In dieser Druckschrift wird auch beschrieben, daß es bei Gasen unter
gewissen Bedingungen durch gedrosselte Entspannung zu einer Temperaturerhöhung
kommen kann. In "Dietzel, Technische Wärmelehre, Vogel Buchverlag, 6. A., S. 64" ist
ferner dargelegt, daß bei adiabater (isentroper) Verdichtung eines Gases dessen
Temperatur steigt.
Es ist auch bekannt, durch thermische Energieerzeuger gasförmige Stoffe zu erhitzen, deren
Wärmeinhalt dann über Wärmeaustauscher abgeführt wird. Der Nachteil derartiger
Energieerzeugungsanlagen besteht darin, daß an sich unerwünschte Emissionen erzeugt
werden.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen
Durchführung aufzuzeigen, mittels derer eine Wärmeenergiegewinnung aus einem
gasförmigen Medium mittels eines Wärmeaustauschers möglich ist, ohne daß am Ort der
Wärmeenergieerzeugung Emissionen frei werden.
Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe bezüglich des Verfahrens durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 und bezüglich der Vorrichtung durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 4. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
werden in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
Nach der Erfindung wird unter Einwirkung von Druck und Reibung die kinetische und
potentielle Energie der einzelnen Teilchen des gasförmigen Stoffs in Wärmeenergie
umgewandelt. Die Wärmeenergiegewinnung erfolgt hierbei aus einem verdichteten
gasförmigen Stoff mittels Verschiebungsarbeit in einem Druckkraftwerk.
Die Erfindung wird nachstehend am Beispiel des in den Zeichnungen schematisch
dargestellten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung näher erläutert. Es
zeigt:
Fig. 1 die Vorrichtung in einer schematischen Seitenansicht,
Fig. 2 den Gasdruckreaktor der Vorrichtung nach Fig. 1 in einer
vergrößerten Seitenansicht,
Fig. 3 den Gasdruckreaktor nach Fig. 2 in einer Draufsicht im Schnitt
A-B.
Die Vorrichtung 43 besteht aus einem Druckbehälter 1 mit einer Wärmeschutzummantelung
2, in dem ein Gasdruckreaktor 15 mit Einrichtungen zur Gasteilchenreibung und zwei
Druckübersetzer 5 und ein Wärmeaustauscher 8 angeordnet sind (Fig. 1). Der
Druckbehälter 1 ist in eine obere, eine mittlere und eine untere Sektion unterteilt, die mittels
Flanschen 11 miteinander verbunden sind. Der in Fig. 1 lediglich angedeutete Gasdruck
reaktor 15 ist in Fig. 2 und 3. vergrößert dargestellt. Der Gasdruckreaktor 15 ist zwischen
den Druckstempeln 10 der Druckübersetzer 5 angeordnet und in der Laufbuchse 7 zwischen
einer oberen und unteren Stellung vertikal verschieblich gelagert. Die Druckstempel 10 der
Druckübersetzer 5 sind in jeweils einer Stempelführung 26 an dem Düsenkörper 9 des Gas
druckreaktors 15 gelagert. Die Verschiebungsarbeit übernimmt die von einem Elektromotor
21 getriebene Hydraulik-Verstellpumpe 20, so daß über das Fluid in der Arbeitsleitung 17
und das Fluid in den Fluidspeichern 4, die durch die Anschlüsse 3 und 25 miteinander ver
bunden sind, die Druckstempel 10 der Druckübersetzer 5 synchron in zueinander entgegen
gesetzter Richtung bewegt werden.
Die sternförmig angeordneten und gelagerten Träger 34 (Fig. 3) der Gegendruckbuchse 33
tragen das Reaktorgestell 45, das endabschnittseitig jeweils einen Flansch 29 aufweist, der
mit dem Druckkolben 41 in einer Passung mittels Verschraubungen 42 verbunden ist. In
jedem Druckkolben 41 ist jeweils mindestens ein Rückschlagventil 30 angeordnet und ein
Düsenkörper 9 in einer Passung gelagert und mittels Verschraubungen 28 befestigt. In
jedem Düsenkörper 9 befinden sich Düsenbohrungen 27, die in ein Düsenrohr 31 münden,
das ausgangsseitig durch eine Bohrung in dem Druckkolben 41 geführt ist und in eine Kugel
wirbelkammer 39 des jeweiligen Gegendruckkolbens 35 hineinragt. An jedem Druckkolben
41 liegt ein Gegendruckkolben 35 unter dem Druck einer Druckfeder 32 an. Statt der Druck
feder 32 kann auch z. B. ein Gaspuffer eingesetzt werden. Die Druckfeder 32 oder der Gas
puffer ist in der Gegendruckbuchse 33 gegen die Kolbendruckflächen 36 zwischen den zwei
Gegendruckkolben 35 angeordnet. Die Gegendruckbuchse 33, in der die Gegendruckkolben
35 verschieblich gelagert sind, kann eine Kugelkäfig- oder Gleitbuchse sein.
In dem Druckbehälter 1 ist zwischen der Wandung des Druckbehälters 1 und der Lauf
buchse 7 ein Wärmeaustauscher 8 vorgesehen, der mit der Wärmeübertragungsfläche der
Laufbuchse 7 abschließt, die mit der Wärme des strömenden gasförmigen Stoffs 44 im Ring
kanal 38 beaufschlagbar ist, so daß der Wärmestrom das in dem Wärmeaustauscher 8 z. B.
hindurchströmende Wasser in hochgespannten Dampf umwandelt. Der Wärmeaustauscher
8 kann statt von Wasser auch von einem Gas durchströmt werden, das erwärmt werden soll.
Die Befüllung des Gasraums 16 sowie des Gasdruckreaktors 15 mit dem gasförmigen Stoff
44 erfolgt über ein Gasfüllventil 6. Durch dieses Gasfüllventil 6 tritt der gasförmige Stoff 44 in
den Gasraum 16 ein und strömt durch den Gasdruckreaktor 15. Der Druckbehälter 1 weist
außerdem ein Sicherheitsventil 6a auf, durch das bei einem eventuellen Überdruck Gas 44
entweichen kann. Dem Gegendruck der Druckfeder 32 oder des Gaspuffers entsprechend
wird der Gasraum 16 und der Gasdruckreaktor 15 mit dem
gasförmigen Stoff 44 befüllt. Als gasförmiger Stoff 44 wird vorzugsweise Kohlendioxyd (CO2)
verwendet. Zum Füllen und Entlüften der Arbeitsleitung 17 und der Fluidspeicher 4 dient ein
Füll- und Entlüftungsventil 3a, außerdem ist an dem Anschluß 25 der Arbeitsleitung 17 ein
Ablaßventil 25a und in der Wandung des Druckbehälters 1 ein Ablaßventil 24 vorgesehen.
In dem Druckbehälter 1 ist der verdichtete gasförmige Stoff 44 in einem volumenkonstanten
Gasraum 16 eingeschlossen. Die in dem volumenkonstanten Gasraum 16 des Druckbe
hälters 1 eingeschlossenen Gasteilchen durchströmen, mittels Hubkraft der Druckübersetzer
5, in Wirkverbindung mit der Hydraulik-Verstellpumpe 20 und dem Elektromotor 21 gegen
die Kraft der Druckfeder 32 oder eines Gaspuffers den Gasdruckreaktor 15. Bei Hubumkehr
wiederholt sich der gleiche Vorgang. Die Hubkraft, die benötigt wird, um die Reibung gegen
die Kraft der Druckfeder 32 oder des Gaspuffers zu überwinden, kommt durch den
Impulsübertrag auf die einzelnen Gasteilchen zustande, was sich in einer Erhöhung der
Temperatur auswirkt.
Eine keramische Schutzschicht sorgt dafür, daß das Heißgas dem Gasdruckreaktor 15 nicht
zusetzt. Diese Schutzschicht haftet auf der Legierung und schützt das Metall so vor den
Extremtemperaturen.
Beim Durchströmen der Düsenbohrung 27, des Düsenrohrs 31, der Kugelwirbelkammer 39
und der Gegendruckflächen 40 wirkt auf die Teilchen des gasförmigen Stoffs 44 der
größtmögliche Reibungswiderstand ein. Die Reibung bewirkt eine Strömungsverzögerung,
so daß die wandnahe Gasschicht beinahe haftet, an der sich die benachbarten, strömenden
einzelnen Gasteilchen den Widerstand ihrer relativen Bewegung untereinander entgegen
setzen. Unter Einwirkung von Druck und Reibung ist Wärme die kinetische und potentielle
Energie der einzelnen Teilchen des gasförmigen Stoffs 44, dessen Wärmemenge zur
Nutzung einem Wärmeaustauscher 8 zugeführt wird, wobei der durch den Wärmeaus
tauscher 8 strömende Arbeitsstoff wie z. B. Wasser die Wärmemenge abführt. Als
Arbeitsstoffe kommen aber auch Gase wie z. B. Luft, Helium oder Stickstoff in Frage.
Bei diesem Verfahren zur Wärmeenergiegewinnung ergibt sich ein Wirkungsgrad, für den
sein theoretisch größtmöglicher Wert von der beim Prozeß auftretenden Temperatur des
Gases 44 im Druckbehälter 1 und der Temperatur der Umgebung abhängt. Um den hohen
Wirkungsgrad der Vorrichtung 43 für die Nutzung zu erhalten, ist für den Druckbehälter 1
eine Wärmeschutzummantelung 2 vorgesehen.
Die im Gasdruckreaktor 15 mittels Reibung erzeugte Wärme gelangt über den
Wärmeaustauscher 8 als hochgespannter Dampf durch den Austritt 13 zum Sekundärkreis.
Dort wird der Wärmeinhalt des Dampfes in geeigneter Form genutzt. Nach der
Energienutzung kondensiert der Dampf wieder zu Wasser, das dann zur erneuten
Aufheizung über den Eintritt 22 durch den Fluidkühler 19 über die Strömungsleitung 18 in
den Wärmeaustauscher 8 gepumpt wird. Die Vorrichtung 43 kann auf einer Bauplattform 23
erstellt werden. Der Druckbehälter 1 des Druckkraftwerks 43 wird auf der Bauplattform 23
von mindestens einem Stützblech 14 gestützt, das mittels Halterungen 12 mit dem
Druckbehälter 1 verbunden ist (Fig. 1).
Vorrichtungen 43, mit denen Wärmeenergie ohne Emissionen gewonnen wird, können
dezentralisiert betrieben werden und somit auf ein großes Energieverteilernetz verzichten,
so daß Energieverluste und Energietransportkosten weitestgehend entfallen. Von Vorteil ist
auch, daß die Vorrichtung 43 kein Gebäude benötigt und für den Wärmebedarf die
günstigste Kapazität gewählt werden kann. Die Vorrichtung 43 wird in Sektionen zum
Bestimmungsort transportiert und kann dort einfach montiert schnell in Betrieb gehen.
Claims (11)
1. Verfahren zur Wärmegewinnung aus einem gasförmigen Medium
mittels eines Wärmeaustauschers, dadurch gekennzeichnet, daß das
gasförmige Medium in einem volumenkonstanten Raum eingeschlossen ist
und mittels Verschiebungsarbeit, die durch den Impulsübertrag auf die
einzelnen Teilchen des gasförmigen Mediums zustande kommt, einen
Gasdruckreaktor durchströmt und hierbei verdichtet wird und sich durch
Reibung der Gasmoleküle aneinander erwärmt, wobei durch Reibung eine
Strömungsverzögerung bewirkt wird, so daß die wandnahe Gasschicht
beinahe haftet, an der sich die benachbarten strömenden einzelnden Gas
teilchen dem Widerstand ihrer relativen Bewegung untereinander entgegen
setzen und dann das gasförmige Medium gegen die Kraft einer Druckfeder
oder eines Gaspuffers beim Ausströmen aus dem Gasdruckreaktor weiter
erwärmt und dann einem Wärmeaustauscher zugeführt wird, über den die
kinetische und potentielle Energie des gasförmigen Mediums in Form von
Wärme auf ein weiteres Medium übertragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Wärmeaus
tauscher die Wärmeübertragung auf einen Wasser- oder Gaskreislauf erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasraum des
Druckbehälters und der Gasdruckreaktor der Gegenkraft der Druckfeder oder
des Gaspuffers entsprechend mit Gas, vorzugsweise mit Kohlendioxyd (CO2)
gefüllt ist und zur Überwindung des Reibungswiderstandes, die Kraft einer
Hydraulik-Verstellpumpe in Wirkverbindung mit einem Elektromotor gegen die
Kraft der Druckfeder oder des Gaspuffers wirkt.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3,
gekennzeichnet durch einen Druckbehälter (1), in dem ein Gasdruckreaktor
(15) angeordnet ist, der mittels beidseitig angeordneter Druckstempel (10) in
dem Druckbehälter (1) verschieblich gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder freie
Endabschnitt der Druckstempel (10) in einer Stempelführung (26) gelagert ist,
die mit jeweils einem Düsenkörper (9) verbunden ist, die an dem
Gasdruckreaktor (15) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Gasdruckreaktor (15) in einer Laufbuchse (7) der Vorrichtung (43) axial
verschieblich angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Gasdruckreaktor (15) aus einem oberen und unteren Druckkolben (41)
besteht, zwischen dem jeweils ein Gegendruckkolben (35) angeordnet ist,
zwischen denen eine Druckfeder (32) bzw. ein Gaspuffer angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem
Düsenkörper (9) Düsenbohrungen (27) angeordnet sind, die mit einem
Düsenrohr (31) verbunden sind, das in eine Kugelwirbelkammer (39) ragt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß jede
Kugelwirbelkammer (39) in einem Gegendruckkolben (35) angeordnet ist, die
mittels einer Druckfeder (32) oder eines Gaspuffers voneinander distanzierbar
sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Gegendruckkolben (35) unter Druckbeaufschlagung von der Kolbenseite auf
der jeweiligen Aufgabefläche des Druckkolbens (41) distanzierbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Druck
kolben (41) jeweils mindestens ein Rückschlagventil (30) angeordnet ist.
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Non-Patent Citations (2)
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| DIETZEL, Fritz: Technische Wärmelehre, 6. Aufl., Würzburg, Vogel Buchverlag, 1992, S. 62-65, ISBN 3-8023-1447-6 * |
| WARK, Kenneth: Advanced Thermodynamics for Engineers, New York, McGraw-Hill, Inc., 1995, S. 120-122 und 228-234, ISBN 0-07-113550-2 * |
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