DE19736422A1 - Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge eines Wäschetrockners - Google Patents
Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge eines WäschetrocknersInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge
eines Wäschetrockners nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Beim Trocknungsvorgang spielt neben der Feuchte und der Art der Wäsche, die übli
cherweise in einer Trommel getrocknet wird, unter anderem auch die Beladungsmenge
des Wäschetrockners eine große Rolle. Daher ist es aus verschiedenen Gründen, etwa
zur genauen Restzeitvorhersage, zur optimalen Steuerung des Trocknungsprozesses
oder zur bedarfsangepaßten Heizleistungsabgabe, von Vorteil, die Beladungsmenge
des Wäschetrockners zu bestimmen.
Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge von
Wäschetrocknern bekannt, die auf der Auswertung von Temperatur- bzw. Temperatur
gradientenmessungen, auf der Stromaufnahme des Motors zum Bewegen der Wäsche
trommel oder auf einer Messung der elektrischen Kapazität der Trommel beruhen.
Ferner ist aus der DE 29 45 696 A1 ein Verfahren zur Bestimmung der Beladungs
menge von Wäschetrocknern bekannt, bei dem der elektrische Leitwert der Wäsche her
angezogen wird. Gemäß dieser Druckschrift sind in der Trommel zwei Elektroden ange
bracht, die bei einer Drehung der Trommel die Wäsche zeitweise berühren und mittels
derer der elektrische Wäscheleitwert bestimmt wird. Dieses Leitwertsignal, das mit der
Bewegung der Wäsche in der Trommel variiert und Impulse aufweist, ist an eine Schwel
lenwertschaltung angeschlossen, die das Anliegen eines Wäschestückes, selbst in
trockenem Zustand, an den Elektroden anzeigt, indem es ein Treffersignal konstanter
Höhe abgibt, das anschließend integriert wird. Je häufiger und je länger ein Wäsche
stück an den Elektroden anliegt, desto häufiger und länger sind die Treffersignale und
desto höher ist der Wert der Integration dieser Treffersignale. Somit stellt die Integration
dieser Treffersignale ein Maß für die Beladungsmenge des Wäschetrockners dar, das
zur Steuerung des Trocknungsprozesses verwendet werden kann.
Bei Anwendung dieses Verfahrens zur Bestimmung der Beladungsmenge von Wäsche
trocknern ergeben sich im wesentlichen folgende Nachteile.
Die Integration eines an sich digitalen Treffersignales hat den Rückfall zu einem analo
gen Signal zur Folge, das mit digitalen Komponenten nicht weiterverarbeitet werden
kann. In modernen Wäschetrocknern werden aber vorzugsweise digitale Bausteine, ins
besondere Mikrocontroller, zur Steuerung eingesetzt, so daß ein zu verarbeitendes Ana
logsignal nachteiligerweise einen erhöhten Aufwand erfordert. So fällt bei Verarbeitung
eines Analogsignales durch einen digitalen Baustein ein zusätzlicher Schaltungsauf
wand zur Analog/Digital-Wandlung an.
Ferner kann es bei sehr trockener und sehr wenig leitfähiger Wäsche durch den Einsatz
einer einfachen Schwellenwertschaltung dazu kommen, daß durch den geringen Leit
wertunterschied zwischen Anliegen und Nichtanliegen dieses Wäschestückes an den
Elektroden ein Erfassen der Wäscheberührung nicht möglich ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Be
stimmung der Beladungsmenge von Wäschetrocknern der eingangs genannten Art der
art zu verbessern, daß das Maß für die Wäschebeladung mit Digitalbausteinen einfach
weiterzuverarbeiten ist, und eine sicherere Bestimmung der Beladungsmenge auch bei
sehr wenig leitfähigen Wäschestücken ermöglicht wird.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Erfindungsgemäß wird zu diesem Zweck die Frequenz der Impulse des Meßsignals des
elektrischen Leitwertes der Wäsche bestimmt und als Maß für die Beladungsmenge ver
wendet. Je höher die Frequenz, desto häufiger berührt ein Wäschestück die Elektroden
und desto größer ist die Wäschebeladung des Trockners. Dadurch wird erreicht, daß
das Maß für die Beladungsmenge in digitaler Form vorliegt, was eine Weiterverarbeitung
durch digitale Bausteine, insbesondere Mikrocontroller, und die Berücksichtigung bei der
Steuerung des Trocknungsprozesses wesentlich vereinfacht.
Vorteilhafterweise werden die Flanken des Leitwertmeßsignals erfaßt, insbesondere
durch Bildung einer zeitlichen Ableitung (Differenzierung), und durch Bestimmung deren
Frequenz die Frequenz der Impulse des Leitwertmeßsignals bestimmt. Durch die Erfas
sung der Flanken des Leitwertmeßsignals wird eine Unabhängigkeit von dessen absolu
ter Höhe und damit von der Leitfähigkeit der Wäsche erreicht. Somit ist auch bei sehr
wenig leitfähiger Wäsche eine zuverlässige Bestimmung der Beladungsmenge möglich.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführung werden die Impulse des Leitwertmeßsi
gnals mit einem Schwellenwert verglichen und durch Zählung der Impulse ab einer ge
wissen Schwelle pro Zeiteinheit wird die Frequenz der Impulse bestimmt, die den
Schwellenwert über- oder unterschreiten. Da sich der Vergleich mit einem Schwellen
wert durch Einsatz eines Komparators oder eines Schmidt-Triggers besonders einfach
schaltungstechnisch verwirklichen läßt, kann auf diese Weise die Erfindung besonders
einfach und kostengünstig eingesetzt werden.
Vorteilhafterweise lösen entweder die erfaßten Flanken des Leitwertmeßsignals oder ge
gebenenfalls das Über- oder Unterschreiten eines Schwellenwertes durch das Leitwert
meßsignal jeweils einen Impuls konstanter Dauer aus wobei dann die Frequenz dieser
Impulse bestimmt und als Maß für die Beladungsmenge verwendet wird. Durch die
Auslösung von Impulsen konstanter Dauer wird das Auftreten extrem kurzer oder extrem
langer Impulse vermieden, die bei einem begrenzten zeitlichen Reaktionsvermögen der
nachfolgenden Komponenten die zuverlässige Bestimmung der Beladungsmenge er
schweren.
Auf besonders vorteilhafter Weise wird die Bestimmung der Frequenz der Impulse des
Leitwertmeßsignals mittels eines Mikrocontrollers durchgeführt, der die Frequenzbestim
mung mit einem geringen Bauteileaufwand ermöglicht und als in der Regel zentrale
Steuereinrichtung des Wäschetrockners direkt über die notwendige Information zur Bela
dungsmenge verfügen kann.
Ferner kann vorteilhafterweise jeder der vorgenannten Schritte im Verlauf der Verarbei
tung des Leitwertmeßsignals zur Bestimmung der Frequenz deren Impulse auch in ei
nem digitalen Elektronikrechenwerk bzw. einem Mikrocontroller implementiert werden.
Dadurch, daß eine Funktion in einem ohnehin vorhandenen Mikrocontroller ausgeführt
wird, ergibt sich auf jeden Fall immer eine Einsparung der sonst zur Durchführung dieser
Funktion nötigen Vorrichtung und somit ein geringerer Bauteile- und Schaltungsauf
wand, was auch zu einer geringeren Ausfallwahrscheinlichkeit des Wäschetrockners
führt.
So kann wie bereits erwähnt die Bestimmung der Frequenz der Impulse des Leitwert
meßsignals, aber auch die Bestimmung aller anderen als Maß für die Beladungsmenge
dienenden Frequenzen besonders vorteilhaft mit einem Mikrocontroller durchgeführt
werden. Die Frequenzmessung, welcher Impulse oder Ereignisse auch immer, läßt sich
mit einem Mikrocontroller mit sehr geringem Schaltungsaufwand und sehr hoher Genau
igkeit durchführen, da dieser im Gegensatz zu Analogschaltungen gerade digitale Signa
le besonders vorteilhaft verarbeiten kann.
Besonders vorteilhaft läßt sich der Vergleich des Leitwertmeßsignals mit einer vorbe
stimmten Schwelle mit einem Mikrocontroller durchführen. Dazu kann ein dem Mikrocon
troller zugeordneter oder in ihm implementierter Analog/Digital-Wandler verwendet wer
den oder auch ein besonderer Eingang des Mikrocontrollers, wie ein Eingang mit
Schmidt-Trigger oder Komparator, der diese Vergleichsfunktion ausführen kann.
Bei manchen Ausführungsformen muß beim Einsatz eines Mikrocontrollers dieser ana
loge Signale verarbeiten, was nur mit einem zwischengeschalteten Analog/Digital-Wand
ler möglich ist. Letzterer kann extern dem Mikrocontroller zugeordnet oder aber auch in
diesen integriert sein. Bei Verwendung eines Mikrocontrollers mit zugeordnetem
Analog/Digital-Wandler können durch die Verarbeitungsmöglichkeit von sowohl analo
gen als auch digitalen Signalen alle bisher genannten Verfahren ausgeführt werden, so
daß in einem Wäschetrockner auch mehrere der vorgenannten Verfahren zur Anwen
dung kommen können.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung einer Ausführungsform unter Bezugnahme auf
die Zeichnung. Darin zeigt die einzige Figur einen schematischen Schaltungsaufbau
Durchführen einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, weist die Trommel 1 eine Elektrode 12 auf, wobei als
zweite Elektrode die Trommel 1 selbst dient. Zur Gewinnung des Wäscheleitwertes ist
die Trommel 1 mit der Masse 5 des Wäschetrockners verbunden und die Elektrode 12
über einen Vorwiderstand 13 an eine Konstantspannung 6 angeschlossen. Die Wäsche
in der Trommel 1 weist einen Wäschewiderstand 14 auf, der einerseits über die Trommel
1 mit der Masse 5 des Wäschetrockners und andererseits über die Elektrode 12 mit dem
Widerstand 13 verbunden ist und somit mit diesem einen Spannungsteiler bildet. An
dem Verbindungspunkt zwischen dem Wäschewiderstand 14 und dem Widerstand 13
wird ein Meßsignal 15 gewonnen, das als Maß für den Wäscheleitwert dient. Dieses
Leitwertmeßsignal ist mit dem Eingang eines Differenziergliedes 2 verbunden, das ein
Ausgangssignal 21 erzeugt. Dieses Ausgangssignal 21 des Differenziergliedes 2 ist
wiederum mit dem Eingang eines monostabilen Multivibrators 3 verbunden, dessen
Ausgangssignal 31 schließlich mit einem Eingang eines Mikrocontrollers 4 verbunden
ist.
Die Bestimmung der Beladungsmenge des Wäschetrockners geschieht bei Bewegung
der Wäsche in der Trommel 1 durch deren Drehung. Dabei gerät die Wäsche zumindest
zeitweise in Berührung mit der Elektrode 12, was ein zeitlich veränderliches Leitwert
meßsignal 15 zur Folge hat. Bei jeder Berührung der Elektrode 12 durch ein Wäsche
stück oder bei jeder Veränderung des zwischen der Elektrode 12 und der Trommel 1 ge
messenen Wäschewiderstandes 14 wird das Leitwertmeßsignal 15 einen Sprung bzw.
einen Impuls aufweisen. Somit ist die Anzahl dieser Impulse pro Zeiteinheit ein Maß für
die Beladungsmenge des Wäschetrockners. Da das Leitwertmeßsignal sehr unregelmä
ßig und die Bestimmung der Frequenz der Impulse schwierig ist, muß dieses Signal ge
eignet aufbereitet werden. Dazu wird mit einem Differenzierglied 2 die Steigung der Im
pulse des Leitwertmeßsignals 15 bestimmt und somit von deren Flanken erfaßt. Jede
der erfaßten Flanken, die im Ausgangssignal 21 des Differenziergliedes 2 enthalten
sind, löst mittels eines monostabilen Multivibrators 3 einen Impuls konstanter Dauer aus.
Das Ausgangssignal 31 des monostabilen Multivibrators 3, das die Impulse konstanter
Dauer aufweist, ist an einen Digitaleingang eines Mikrocontrollers 4 angeschlossen. Der
Mikrocontroller 4 zählt die pro Zeiteinheit empfangenen Impulse des Signals 31 und be
stimmt so deren Frequenz, die ein direktes Maß für die Beladungsmenge ist.
Somit wird durch die erfindungsgemäße Lösung ein Verfahren zur Bestimmung der Be
ladungsmenge eines Wäschetrockners geschaffen, mit dem das Maß für die Beladungs
menge in digitaler Form vorliegt. Dadurch ist eine einfachere Verarbeitung durch digitale
Bausteine, insbesondere durch einen Mikrocontroller, und eine genauere Bestimmung
der Beladungsmenge möglich. Bei Verwendung eines Mikrocontrollers zur Steuerung
des Trocknungsvorganges ist es auf diese Weise möglich, daß im Mikrocontroller direkt
die notwendige Information zur Beladungsmenge zur Verfügung steht.
Claims (11)
1. Verfahren zur Bestimmung der Beladungsmenge eines Wäschetrockners, bei
die Wäsche in einer Trommel bewegt wird, der elektrische Leitwert der Wä
sche mittels Elektroden bestimmt wird, die die Wäsche zumindest zeitweise be
rühren, und das Meßsignal des elektrischen Leitwertes Impulse aufweist, da
durch gekennzeichnet, daß die Frequenz der Impulse des Meßsignals (15) des
elektrischen Leitwertes bestimmt wird und als Maß für die Beladungsmenge dient.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Erfassung der
Flanken des Leitwertmeßsignals, insbesondere durch Bildung einer zeitlichen Ab
leitung (Differenzierung), durchgeführt wird und deren Frequenz als Maß für die
Beladungsmenge dient.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Impulse des Leit
wertmeßsignal mit einem Schwellenwert verglichen werden, und die Frequenz der
Impulse bestimmt wird, die den Schwellenwert über- oder unterschreiten.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erfaßten Flanken
jeweils einen Impuls konstanter Dauer auslösen, und die Frequenz dieser Impulse
als Maß für die Beladungsmenge dient.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Über- oder Unter
schreiten der vorbestimmten Schwelle jeweils ein Impuls konstanter Dauer ausge
löst wird, und die Frequenz dieser Impulse als Maß für die Beladungsmenge
dient.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bestimmung der
Frequenz mittels eines Mikrocontrollers (4) durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Erfassung der
Flanken des Leitwertmeßsignals und/oder die Bestimmung der Frequenz der
erfaßten Flanken mittels eines Mikrocontrollers (4) durchgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergleich der Im
pulse des Leitwertmeßsignals mit einem Schwellenwert und/oder die Bestimmung
der Frequenz der Impulse, die den Schwellenwert über- oder unterschreiten, mit
tels eines Mikrocontrollers (4) durchgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Erfassung der
Flanken des Leitwertmeßsignals und/oder das Auslösen von jeweils einem Impuls
konstanter Dauer und/oder die Bestimmung der Frequenz der Impulse konstanter
Dauer mittels eines Mikrocontrollers (4) durchgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Vergleich des Leit
wertmeßsignals mit einem Schwellenwert und/oder das Auslösen eines Impulses
konstanter Dauer bei Über- oder Unterschreitung und/oder die Bestimmung der
Frequenz der Impulse konstanter Dauer mittels eines Mikrocontrollers (4) durch
geführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
Mikrocontroller (4) ein Analog/Digital-Wandler zugeordnet ist, der in dem Ver
fahren auftretende analoge Signale verarbeitet.
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