DE19735118C1 - Papillomviren, Mittel zu deren Nachweis sowie zur Therapie von durch sie verursachten Erkrankungen - Google Patents
Papillomviren, Mittel zu deren Nachweis sowie zur Therapie von durch sie verursachten ErkrankungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine DNA, die für ein Peptid eines Papillomvirus-Hauptcap
sid-Proteins bzw. ein Papillomvirus-Genom codiert. Desweiteren betrifft die
Erfindung durch das Papillomvirus-Genom codierte Proteine und gegen sie
gerichtete Antikörper sowie deren Verwendung in Diagnose, Therapie und
Vakzinierung.
Es ist bekannt, daß Papillomviren das Epithelgewebe von Mensch und Tier
infizieren. Human-Papillomviren (nachstehend mit HP-Viren bezeichnet) finden
sich in benignen, z. B. Warzen, Kondylome im Genitalbereich, und malignen, z. B.
Karzinome der Haut und der Gebärmutter, epithelialen Neoplasmen (vgl. zur
Hausen, H., Biochimica et Biophysica Acta (BBA) 1288, (1996), Seiten 55-78).
Auch werden HP-Viren für die Entwicklung maligner Tumoren im Oropharyn
gealbereich in Betracht gezogen (vgl. zur Hausen, H., Curr. Top. Microbiol.
Immunol. 78, (1977), Seiten 1-30).
Papillomviren weisen ein ikosaedrisches Capsid ohne Hülle auf, in dem ein
zirkuläres, doppelsträngiges DNA-Molekül von etwa 7900 bp vorliegt. Das
Capsid umfaßt ein Hauptcapsid-Protein (L1) und ein Nebencapsid-Protein (L2).
Beide Proteine, coexprimiert oder L1 alleine exprimiert, führen in vitro zur Aus
bildung von Virus-ähnlichen Partikeln (vgl. Kirnbauer, R. et al., Journal of Virolo
gy, (1993), Seiten 6929-6936).
Papillomviren lassen sich nicht in Monolayer-Zellkultur vermehren. Ihre Charak
terisierung ist daher äußerst schwierig, wobei bereits der Nachweis von Papil
lomviren erhebliche Probleme schafft. Dies trifft insbesondere für Papillomviren
in Karzinomen der Haut zu.
Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Mittel bereitzu
stellen, mit dem Papillomviren, insbesondere in Karzinomen der Haut, nach
gewiesen werden können. Ferner sollte ein Mittel bereitgestellt werden, um
gegen diese Papillomviren therapeutisch vorgehen zu können.
Erfindungsgemäß wird dies durch die Bereitstellung der Gegenstände in den
Patentansprüchen erreicht.
Gegenstand der Erfindung ist somit eine für ein Peptid eines Papillomvirus-
Hauptcapsid-Proteins (L1) codierende DNA, wobei das Peptid die Aminosäu
resequenz von Fig. 1, Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6 oder Fig. 7 oder eine
davon durch ein oder mehrere Aminosäuren unterschiedliche Aminosäuresequenz
umfaßt.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine für ein Peptid eines Papillomvirus-
Hauptcapsid-Proteins codierende DNA, wobei die DNA die Basensequenz von
Fig. 1, Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6 oder Fig. 7 oder eine davon durch ein
oder mehrere Basenpaare unterschiedliche Basensequenz umfaßt.
Fig. 1 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz
einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA
wurde als Plasmid DL314 bei der DSMZ (Deutsche Sammlung von Mikroorga
nismen und Zellkulturen) unter DSM 11604 am 12. Juni 1997 hinterlegt.
Fig. 2 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz
einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA
wurde als Plasmid DL347 bei der DSMZ unter DSM 11605 am 12. Juni 1997
hinterlegt.
Fig. 3 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz
einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA
wurde als Plasmid DL369 bei der DSMZ unter DSM 11606 am 12. Juni 1997
hinterlegt.
Fig. 4 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz
einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA
wurde als Plasmid GA1-3 bei der DSMZ unter DSM 11607 am 12. Juni 1997
hinterlegt.
Fig. 5 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz
einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA
wurde als Plasmid GA3-1 bei der DSMZ unter DSM 11608 am 12. Juni 1997
hinterlegt.
Fig. 6 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz
einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA
wurde als Plasmid GA6-2 bei der DSMZ unter DSM 11609 am 12. Juni 1997
hinterlegt.
Fig. 7 zeigt die Basensequenz und die davon abgeleitete Aminosäuresequenz
einer für ein Peptid von L1 eines Papillomvirus codierenden DNA. Diese DNA
wurde als Plasmid GA9-4 bei der DSMZ unter DSM 11610 am 12. Juni 1997
hinterlegt.
Vorstehende DNA wurde mit der DNA bekannter Papillomviren verglichen. Es
wurden Sequenzhomologie-Studien durchgeführt. Eine Homologie, die weniger
als 90% beträgt, weist eine erfindungsgemäße DNA als neues HP-Virus aus.
Die erfindungsgemäßen DNAs weisen zu bekannten Papillomviren folgende
Sequenzhomologien auf:
DNA von Fig. 1: 78% zu HP-Virus 15
DNA von Fig. 2: 80% zu HP-Virus 5b DNA von Fig. 3: 76% zu HP-Virus 15
DNA von Fig. 4: 80% zu HP-Virus 24
DNA von Fig. 5: 79% zu HP-Virus 8
DNA von Fig. 6: 81% zu HP-Virus 12
DNA von Fig. 7: 84% zu HP-Virus 15
DNA von Fig. 2: 80% zu HP-Virus 5b DNA von Fig. 3: 76% zu HP-Virus 15
DNA von Fig. 4: 80% zu HP-Virus 24
DNA von Fig. 5: 79% zu HP-Virus 8
DNA von Fig. 6: 81% zu HP-Virus 12
DNA von Fig. 7: 84% zu HP-Virus 15
Erfindungsgemäß kann vorstehende DNA in einem Vektor bzw. Expressions
vektor vorliegen. Beispiele solcher sind dem Fachmann bekannt. Im Falle eines
Expressionsvektors für E. coli sind dies z. B. pGEMEX, pUC-Derivate, pGEM-T
und pGEX-2T. Für die Expression in Hefe sind z. B. pY100 und Ycpad 1 zu nen
nen, während für die Expression in tierischen Zellen z. B. pKCR, pEF-BOS, cDM8
und pCEV4, anzugeben sind.
Der Fachmann kennt geeignete Zellen, um vorstehende, in einem Expressions
vektor vorliegende DNA zu exprimieren. Beispiele solcher Zellen umfassen die
E. coli-Stämme HB101, DH1, x1776, JM101, JM 109 und XL1-Blue, den Hefe-
Stamm Saccharomyces cerevisiae und die tierischen Zellen L, NH-3T3, FM3A,
CHO, COS, Vero, und Hela.
Der Fachmann weiß, in welcher Weise vorstehende DNA in einen Expressions
vektor inseriert werden muß. Ihm ist auch bekannt, daß vorstehende DNA in
Verbindung mit einer für ein anderes Protein bzw. Peptid codierenden DNA
inseriert werden kann, so daß vorstehende DNA in Form eines Fusionsproteins
exprimiert werden kann.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Papillomvirus-Genom, das vor
stehende DNA umfaßt. Der Ausdruck "Papillomvirus-Genom" umfaßt auch ein
unvollständiges Genom, d. h. Fragmente eines Papillomvirus-Genoms, die vor
stehende DNA umfassen. Dies kann z. B. eine für L1 codierende DNA oder ein
Teil davon sein.
Zur Bereitstellung vorstehenden Papillomvirus-Genoms kann ein übliches Ver
fahren verwendet werden. Günstig ist ein Verfahren, das folgende Verfahrens
schritte umfaßt:
- (a) Isolierung der Gesamt-DNA aus einer Biopsie epithelialen Neoplasmas,
- (b) Hybridisierung der Gesamt-DNA von (a) mit vorstehender DNA, wodurch ein in der Gesamt-DNA von (a) enthaltenes Papillomvirus-Genom nach gewiesen wird, und
- (c) Klonierung der das Papillomvirus-Genom enthaltenden Gesamt-DNA von (a) in einem Vektor, und gegebenenfalls Subklonierung des erhaltenen Klons, wobei sämtliche Verfahrensschritte üblicher DNA-Rekombination stechnik entstammen.
Hinsichtlich der Isolierung, Hybridisierung und Klonierung von Zell-DNA wird
ergänzend auf Sambrook et al., Molecular Cloning, A Laboratory Manual, zweite
Ausgabe, Cold Spring Harbor Laboratory (1989) verwiesen.
Der Ausdruck "epitheliales Neoplasma" umfaßt jegliche Neoplasmen des Epithel
gewebes bei Mensch und Tier. Beispiele solcher Neoplasmen sind Warzen,
Kondylome im Genitalbereich und Karzinome der Haut. Letztere werden vor
liegend bevorzugt verwendet, um vorstehendes Papillomvirus-Genom zu isolie
ren.
Der Ausdruck "Vektor" umfaßt jegliche zur Klonierung von chromosomaler bzw.
extrachromosomaler DNA geeignete Vektoren. Beispiele solcher Vektoren sind
Cosmide, wie pWE15 und Super Cos1, und Phagen, wie λ-Phagen, z. B. λZAP
Expressvector, λZAPII Vector und λgt10 Vektor. Vorliegend werden λ-Phagen
bevorzugt verwendet. Vorstehende Vektoren sind bekannt und bei der Firma
Stratagene erhältlich.
Erfindungsgemäße Papillomvirus-Genome können integriert in chromosomaler
DNA oder extrachromosomal vorliegen. Dem Fachmann sind Verfahren bekannt,
dies abzuklären. Auch weiß er um Verfahren, die zur Klonierung der Papillomvi
rus-Genome optimalen Restriktionsenzyme herauszufinden. Er wird sich an
Genomen bekannter Papillomviren orientieren. Insbesondere wird der Fachmann
die vorstehend genannten HP-Viren entsprechend beachten.
Beispielhaft wird die Bereitstellung eines mit DL314-G bezeichneten Papillomvi
rus-Genoms beschrieben. Hierzu wird die Gesamt-DNA aus einer Biopsie eines
Basalzellkarzinoms isoliert, mit BamHI gespalten und in einem Agarosegel elek
trophoretisch aufgetrennt. Das Agarosegel wird danach einem Blotting-Verfahren
unterzogen, wodurch die DNA auf eine Nitrozellulosemembran übertragen wird.
Diese wird in ein Hybridisierungsverfahren eingesetzt, in dem die DNA von Fig.
1, ggfs. in Kombination mit einer DNA von HP-Virus 15 als markierte Probe
verwendet wird. Es wird eine Hybridisierung mit der in der Gesamt-DNA vor
liegenden Papillomvirus-DNA erhalten.
Im weiteren wird vorstehende mit BamHI gespaltene Gesamt-DNA in einem λ-
Phagen kloniert. Die entsprechenden Klone, d. h. die die Papillomvirus-DNA
enthaltenden Klone, werden durch Hybridisierung mit der DNA von Fig. 1, ggfs.
in Kombination mit einer DNA des HP-Virus 15 identifiziert. Das Insert dieser
Klone wird dann einer weiteren Klonierung in einem Plasmid-Vektor unterzogen,
wodurch ein Klon erhalten wird, der das Papillomvirus-Genom DL314-G enthält.
Das Genom wird durch Sequenzierung bestätigt.
In analoger Weise werden weitere Papillomvirus-Genome bereitgestellt. Sie
werden entsprechend der zu ihrer Bereitstellung verwendeten DNAs bezeichnet,
mit: DL347-G, DL369-G, GA1-3-G, GA3-1-G, GA6-2-G bzw. GA9-4-G.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Protein, das durch vorstehendes
Papillomvirus-Genom codiert wird. Ein solches Protein ist z. B. ein Hauptcapsid-
Protein (L1) oder ein Nebencapsidprotein (L2). Die Herstellung eines vorstehen
den Proteins erfolgt in üblicher Weise. Beispielhaft wird die Herstellung von L1
bzw. L2 des Papillomvirus-Genoms DL314-G beschrieben. Hierzu wird das zu
der DNA von Fig. 1 verwandte HP-Virus 15 herangezogen. Von diesem ist die
vollständige Sequenz und die Lage einzelner für Proteine codierender DNA-
Bereiche bekannt. Durch parallele Restriktionsspaltungen beider Genome und
anschließender Hybridisierung mit verschiedenen, die L1 bzw. L2 codierende
DNA betreffenden Fragmenten werden diese DNAs auf dem Papillomvirus-
Genom DL314-G identifiziert. Sie werden durch Sequenzierung bestätigt. Die für
L1 codierende DNA wird mit DL314-G-L1-DNA und die für L2 codierende DNA
mit DL314-G-L2-DNA bezeichnet.
Im weiteren wird die für L1 bzw. L2 codierende DNA in einen Expressionsvektor
inseriert. Beispiele eines solchen für E. coli, Hefe und tierische Zellen sind
vorstehend genannt. Insbesondere wird für die Expression in E. coli auf den
Vektor pGEX-2T verwiesen (vgl. Kirnbauer, R. et al., supra). Nach Insertion der
DL314-GL-1- bzw. DL314-GL-2-DNA wird pGEX-2T-DL314-G-L1 bzw. pGEX-2T-
DL314-G-L2 erhalten. Diese Expressionsvektoren exprimieren nach Transforma
tion von E. coli ein Glutathion S-Transferase-L1- bzw. Glutathion S-Transferase-
L2-Fusionsprotein. Die Reinigung dieser Proteine erfolgt in üblicher Weise.
Für eine weitere Expression vorstehender L1 bzw. L2 codierender DNA wird das
Bacculovirus- bzw. Vacciniavirus-System genannt. Hierfür verwendbare Ex
pressionsvektoren sind z. B. pEV mod. und pSynwtVI- für das Bacculovirus-
System (vgl. Kirnbauer, R. et al., supra). Für das Vacciniavirus-System sind
insbesondere Vektoren mit dem Vacciniavirus "early" (p7. 5k)- bzw.
"late"(Psynth, p11K)-Promotor zu nennen (vgl. Hagensee, M., E. et al., Journal
of Virology (1993), Seiten 315-322). Vorliegend wird das Bacculovirus-System
bevorzugt. Nach Insertion vorstehender L1 bzw. L2 codierender DNA in pEV
mod. wird pEVmod.-DL314-G-L1 bzw. pEVmod.-DL314-G-L2 erhalten.
Der erstere Expressionsvektor alleine bzw. beide Expressionsvektoren zusammen
führen nach Infektion von SF-9 Insektenzellen zur Ausbildung von Virus-ähn
lichen Partikeln. Im ersteren Fall umfaßt ein solches Partikel ein L1-Protein,
während es im letzteren Fall neben einem L1- auch ein L2-Protein enthält.
Ein Virus-ähnliches Partikel letzteren Falls wird auch erhalten, indem die vor
stehenden DL314-G-L1- und DL314-G-L2-DNAs gemeinsam in den Expressions
vektor pSynwtVI inseriert werden und das erhaltene psynwtVI-DL314-G-L1/L2
zur Infektion von SF-9 Insektenzellen verwendet wird. Die Reinigung vorstehen
der Virus-ähnlicher Partikel erfolgt in üblicher Weise. Sie stellen auch einen
Gegenstand der Erfindung dar.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein gegen ein vorstehendes Protein
bzw. Virus-ähnliches Partikel gerichteter Antikörper. Die Herstellung eines
solchen erfolgt in üblicher Weise. Beispielhaft wird es für die Herstellung eines
Antikörpers beschrieben, der gegen ein L1 von DL314-G umfassendes Virus
ähnliches Partikel gerichtet ist. Hierzu wird das Virus-ähnliche Partikel BALB/c-
Mäusen subcutan injiziert. Diese Injektion wird im Abstand von jeweils 3 Wo
chen wiederholt. Etwa 2 Wochen nach der letzten Injektion wird das den Anti
körper enthaltende Serum isoliert und in üblicher Weise getestet.
In bevorzugter Ausführungsform ist der Antikörper ein monoklonaler Antikörper.
Zu seiner Herstellung werden nach vorstehender vierten Injektion den Mäusen
Milzzellen entnommen und diese in üblicher Weise mit Myelomzellen fusioniert.
Die weitere Klonierung erfolgt ebenso nach bekannten Verfahren.
Mit der vorliegenden Erfindung wird es ermöglicht, Papillomviren, insbesondere
in Karzinomen der Haut, nachzuweisen. Hierzu kann die erfindungsgemäße DNA
als solche oder von einer weiteren DNA umfaßt eingesetzt werden. Letztere
kann auch ein Papillomvirus-Gom oder ein Teil davon sein.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht ferner die Bereitstellung von bisher nicht
gekannten Papillomviren. Diese finden sich insbesondere in Karzinomen der
Haut. Desweiteren liefert die Erfindung Proteine und Virus-ähnliche Partikel, die
auf diese Papillomviren zurückgehen. Darüberhinaus werden Antikörper bereitge
stellt, die gegen diese Proteine bzw. Partikel gerichtet sind.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht es also, diagnostische und therapeutische
Maßnahmen bei Papillomvirus-Erkrankungen zu ergreifen. Darüberhinaus liefert
sie die Möglichkeit, eine Vakzine gegen Papillomvirus-Infektionen aufzubauen.
Die vorliegende Erfindung stellt somit einen Durchbruch auf dem Gebiet der
Papillomvirus-Forschung dar.
Die Erfindung wird durch die Beispiele erläutert.
Aus einer Biopsie eines Basalzellkarzinoms wird die Gesamt-DNA
isoliert. 10 µg dieser DNA werden mit dem Restriktionsenzym Bam
HI gespalten und in einem 0,5% Agarosegel elektrophoretisch
aufgetrennt. Gleichzeitig werden auch 10 µg vorstehender DNA
aufgetrennt, die nicht gespalten worden ist. Das Agarosegel wird
einem Blotting-Verfahren unterzogen, wodurch die DNA aus dem
Agarosegel auf eine Nitrozellulosemembran übertragen wird. Diese
wird in ein Hybridisierungsverfahren eingesetzt, in dem die vor
stehende DNA von Fig. 1 in Kombination mit HP-Virus-15 DNA als
p32-markierte Probe verwendet wird. Es wird eine Hybridisierung
mit der geblotteten DNA erhalten.
Vorstehende Verfahren sind dem Fachmann auf dem Gebiet der
DNA-Rekombinationstechnik bekannt. Ergänzend wird auf Sam
brook et al., supra verwiesen.
Die aus Beispiel 1 erhaltene Biopsie-DNA wird mit dem Restrik
tionsenzym BamHI gespalten. Die erhaltenen Fragmente werden in
eine Ligasereaktion eingesetzt, in der ebenfalls der mit BamHI
gespaltene und dephosphorylierte Vektor λZAP Express vorliegt.
Die hierbei erhaltenen rekombinanten DNA-Moleküle werden in
Bakteriophagen verpackt und diese zur Infektion von Bakterien
verwendet. Für diese Verfahrensschritte wird der von der Firma
Stratagene angebotene ZAP Express Vektor Kit verwendet. Die
erhaltenen Phagenplaques werden dann einem Hybridisierungsver
fahren unterzogen, in dem die in Beispiel 1 verwendete p32-markier
te DNA von Fig. 1 in Kombination Mit p32-markierter HP-Virus-15-
DNA verwendet wird. Es wird eine Hybridisierung mit entsprechen
den Phagenplaques erhalten. Aus diesen werden die BamHI-Frag
mente von DL314-G isoliert und zusammen mit einem BamHI-ge
spaltenen, dephosphorylierten Plasmid-Vektor, pBluescript, in eine
weitere Ligasereaktion eingesetzt. Die erhaltenen rekombinanten
DNA-Moleküle werden zur Transformation von Bakterien, E. coli
XL1-Blue, verwendet. Durch Restriktionsspaltungen bzw. Hybri
disierung mit vorstehenden DNA-Proben wird ein das Papillomvirus-
Genom DL314-G enthaltender Bakterienklon identifiziert. Das Plas
mid dieses Bakterienklons wird mit pBlue-DL314-G bezeichnet.
Claims (12)
1. DNA, codierend für ein Peptid eines Papillomvirus-Hauptcapsid-Proteins,
wobei das Peptid die Aminosäuresequenz von Fig. 1, Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4,
Fig. 5, Fig. 6 oder Fig. 7, wobei die Fig. 1-7 Bestandteil dieses An
spruchs sind, oder eine davon durch ein oder mehrere Aminosäuren unter
schiedliche Aminosäuresequenz umfaßt, und wobei die DNA durch folgende
Verfahrensschritte erhältlich ist:
- a) Isolierung der Gesamt-DNA aus einer Biopsie epithelialen Neoplasmas,
- b) Hybridisierung der Gesamt-DNA von (a) mit einer DNA von Fig. 1, Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6 oder Fig. 7, wodurch ein in der Gesamt-DNA von (a) enthaltenes Papillomvirus-Genom nachgewiesen wird, und
- c) Klonierung der das Papillomvirus-Genom enthaltenden Gesamt-DNA von (a) in einem Vektor sowie Sequenzierung des Klons, und
2. DNA nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die für das Peptid des
Papillomvirus-Hauptcapsid-Proteins codierende DNA die Basensequenz von
Fig. 1, Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6 oder Fig. 7, wobei die Fig. 1-7
Bestandteil dieses Anspruchs sind, oder eine davon durch ein oder meh
rere Basenpaare unterschiedliche Basensequenz umfaßt, und wobei die DNA
durch folgende Verfahrensschritte erhältlich ist:
- a) Isolierung der Gesamt-DNA aus einer Biopsie epithelialen Neoplasmas,
- b) Hybridisierung der Gesamt-DNA von (a) mit einer DNA von Fig. 1, Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6 oder Fig. 7, wodurch ein in der Gesamt-DNA von (a) enthaltendes Papillomvirus-Genom nachgewie sen wird, und
- c) Klonierung der das Papillomvirus-Genom enthaltenden Gesamt-DNA von (a) in einem Vektor sowie Sequenzierung des Klons,
3. DNA nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die DNA ein
Papillomvirus-Genom umfaßt.
4. Protein, codiert durch das Papillomvirus-Genom nach Anspruch 3.
5. Protein nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Papillomvirus-
Hauptcapsid-Protein als Virus-ähnliches Partikel vorliegt.
6. Protein nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Virus-ähnliche
Partikel auch ein Papillomvirus-Nebencapsid-Protein enthält.
7. Expressionsvektor, umfassend eine für das Protein nach Anspruch 4 codie
rende DNA.
8. Transformante, enthaltend den Expressionsvektor nach Anspruch 7.
9. Verfahren zur Herstellung des Proteins nach Anspruch 4, umfassend die
Kultivierung der Transformante nach Anspruch 8 unter geeigneten Bedin
gungen.
10. Antikörper, gerichtet gegen das Protein nach einem der Ansprüche 4-6.
11. Verwendung der DNA nach einem der Ansprüche 1-3 als Reagens zur
Diagnose von Papillomvirus-Infektionen bzw. -Erkrankungen.
12. Verwendung des Proteins nach einem der Ansprüche 4-6 als Reagens zur
Diagnose, Therapie und/oder Vakzinierung von bzw. bei Papillomvirus-
Infektionen bzw. -Erkrankungen.
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