DE19733285A1 - Gleitlager mit Vertiefung in der Gleitfläche und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Gleitlager mit Vertiefung in der Gleitfläche und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Gleitlager, insbesondere eine Lagerschale oder eine
Buchse, sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Je nach Motorentyp werden unterschiedliche Lagerschalen eingebaut, wobei die
Lagerschalen durch Nummern oder dergleichen, die auf dem Lagerrücken
angebracht sind, unterschieden werden können. Derartige Markierungen stören
die Funktion der Lagerschale nicht, haben aber den Nachteil, daß im
eingebauten Zustand nicht mehr der Lagerschalentyp identifizierbar ist,
insbesondere dann, wenn die Legierungszusammensetzung der Gleitfläche nicht
gleichzeitig mit einer charakteristischen Farbgebung einhergeht.
Von einigen Kfz-Herstellern wird unter Sicherheitsaspekten daher eine
zusätzliche Markierung gefordert, die im eingebauten Zustand erkennen läßt,
ob das richtige Lager mit der richtigen Gleitlagerbeschichtung am richtigen Ort
eingebaut worden ist.
Bisher wurden Markierungen mittels Filzstift aufgebracht, die jedoch den
Nachteil haben, daß dadurch die Oberfläche der Gleitschicht - wenn auch nur
geringfügig - so jedenfalls doch störend erhöht wurde, was unter Umständen
die Funktion der Gleitschicht beeinträchtigt. Filzstiftmarkierungen können
zudem verwischen, so daß die Markierung nicht mehr sichtbar ist. Ein weiterer
Nachteil besteht darin, daß die Filzstifte in den Markierungsstationen häufig
ausgetauscht werden müssen, weil sie relativ schnell austrocknen.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Gleitlager mit einer Markierung auf
der Gleitfläche zu schaffen, die die Funktion der Gleitfläche nicht
beeinträchtigt. Es ist auch Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur
Herstellung eines solchen Gleitlagers bereitzustellen.
Die Aufgabe wird mit einem Gleitlager gemäß den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst. Das Verfahren ist Gegenstand des Patentanspruchs 7.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen
beschrieben.
Anstelle der Aufbringung einer Markierung auf die Gleitlagerfläche, geht die
Erfindung einen anderen Weg, indem eine mechanische Vertiefung in die
Gleitfläche eingebracht wird. Es hat sich überraschend herausgestellt, daß die
Vertiefung dann nicht die Funktion des Gleitlagers stört, wenn die Tiefe der
eingebrachten Vertiefung ≦ der maximal zulässigen Rauhtiefe Rt ist.
Vorzugsweise weist die Vertiefungsfläche ein optisch anderes Aussehen auf als
die Gleitfläche, so daß die Markierung auch auf Entfernung erkennbar ist und
insbesondere auch von einem Bilderkennungssystem wahrgenommen und
identifiziert werden kann.
Vorzugsweise ist die Vertiefungsfläche reflektierend bzw. glänzend
ausgebildet, so daß beispielsweise mit einem optischen Abtastsystem die
Markierung erkannt werden kann.
Vorteilhafterweise ist die Vertiefung linienförmig ausgeführt.
Die Vertiefung kann sich in Axialrichtung der Lagerschale oder der Buchse
erstrecken, was insbesondere im Hinblick auf die Herstellung der Vertiefung
von Vorteil ist.
Da eine Lagerschale in der Regel im Scheitelbereich am stärksten belastet ist,
ist es von Vorteil, wenn sich die Vertiefung im Abstand von 40° bis 50°,
vorzugsweise 45°, von der Teilfläche entfernt in der Gleitfläche befindet.
Die Erfindung ist nicht auf eine einzige Vertiefung beschränkt. Um eine
Unterscheidung mehrerer Gleitlagertypen vornehmen zu können, können,
mehrere Vertiefungen mit unterschiedlicher Formgebung vorgesehen sein.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß in die Gleitfläche eine
Vertiefung mittels eines Markierungselementes eingebracht wird, dessen
Federkraft nicht größer als die Federkraft eines Meßtasters zur
Wanddickenmessung ist. Dadurch wird sichergestellt, daß die Tiefe der
Vertiefung nicht größer ist als die maximal zulässige Rauhigkeit.
Die Einbringung der Vertiefung kann gleichzeitig mit der Messung der
Wanddicke durchgeführt werden, es ist jedoch auch möglich, daß die
Vertiefung vor der Wanddickenmessung eingebracht wird. Die Einbringung der
Vertiefung in die Gleitfläche kann in den Fertigungsablauf integriert werden,
indem man vorzugsweise die Lagerschale in axialer Richtung über ein
Markierungselement rutschen läßt, wobei die Druckkraft des
Markierungselementes kleiner dem Gewicht der Lagerschale ist.
Beispielhafte Ausführungsformen werden nachfolgend anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1a eine Lagerschale in perspektivischer Darstellung,
Fig. 1b den in Fig. 1a eingezeichneten Ausschnitt X in vergrößerter
Darstellung,
Fig. 2 eine Lagerschale mit einer Markierungsvorrichtung.
In der Fig. 1a ist eine Lagerschale 1 perspektivisch dargestellt. Die
Lagerschale 1 weist einen Lagerrücken 2 und eine Gleitlagerbeschichtung 3
auf. In der Gleitfläche 8 der Gleitlagerbeschichtung 3 ist eine Vertiefung 4
eingebracht, die sich als Linie in axialer Richtung über die gesamte Breite der
Lagerschale 1 erstreckt. Die Vertiefung 4 ist in einem Abstand von der
Teilfläche 7 eingebracht, der durch den Winkel α gekennzeichnet ist. Der
Winkel α beträgt in der hier gezeigten Darstellung 45°.
In der Fig. 1b ist die in der Fig. 1a eingezeichnete Einzelheit X vergrößert
dargestellt. Die Oberflächenrauhigkeit wird durch die Größe Rauhtiefe Rt
charakterisiert. Die Vertiefung 4 weist eine Tiefe T auf, die geringer ist als die
Größe Rt. Dadurch, daß die Fläche der Vertiefung 4 glatter ist als die
benachbarte Oberfläche der Gleitlagerbeschichtung 3 unterscheidet sich auch
das optische Aussehen der Vertiefung 4 von der übrigen Gleitfläche 8.
In der Fig. 2 ist eine Lagerschale 1 dargestellt, die mittels einer
Markierungsvorrichtung 6 mit zwei Vertiefungen 4a und 4b versehen wird. Die
Gleitlagerschale 1 wird in Pfeilrichtung bewegt, wobei die feststehenden
Markierungsstifte 5a und 5b über die Oberfläche der Gleitlagerbeschichtung 3
gleiten und hierbei die Vertiefung 4a bzw. 4b einbringen. Die
Markierungsstifte 5a, 5b sind so gelagert, daß die auf die Gleitfläche 8 der
Gleitlagerschale 1 ausgeübte Kraft kleiner oder gleich ist als die Federkraft
eines Meßtasters zur Wanddickenmessung der Gleitlagerschale.
1
Gleitlagerschale
2
Lagerrücken
3
Gleitlagerbeschichtung
4
a, b Vertiefung
5
a, b Markierungsstift
6
Markierungsvorrichtung
7
Teilfläche
8
Gleitfläche
Claims (10)
1. Gleitlager, insbesondere Lagerschale oder Buchse, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Gleitfläche (8) mindestens eine Vertiefung
(4, 4a, 4b) angebracht ist, deren Tiefe T ≦ der maximal zulässigen
Rauhtiefe Rt ist.
2. Lager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche der
Vertiefung (4, 4a, 4b) optisch anders aussieht als die Gleitfläche (8).
3. Lager nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche der
Vertiefung (4, 4a, 4b) reflektierend ausgebildet ist.
4. Lager nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vertiefung (4, 4a, 4b) eine linienförmige Gestalt aufweist.
5. Lager nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, da
sich die Vertiefung (4, 4a, 4b) in axialer Richtung der Lagerschale (1)
oder der Buchse erstreckt.
6. Lagerschale nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß sich die Vertiefung (4, 4a, 4b) im Abstand von 40°
bis 50° von der Teilfläche (7) befindet.
7. Verfahren zur Herstellung eines Gleitlagers, insbesondere einer
Lagerschale oder Buchse, gemäß Patentanspruch 1, dadurch
gekennzeichnet daß in die Gleitfläche eine Vertiefung mittels eines
Markierungselementes eingebracht wird, dessen Federkraft nicht größer
als die Federkraft eines Meßtasters zur Wanddickenmessung ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vertiefung gleichzeitig mit der Messung der Wanddicke durchgeführt
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vertiefung vor der Wanddickenmessung eingebracht wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lagerschale in axialer Richtung über einen Markierungsstift rutscht,
wobei die Druckkraft des Markierungsstiftes ≦ dem Gewicht der
Lagerschale ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997133285 DE19733285A1 (de) | 1997-08-01 | 1997-08-01 | Gleitlager mit Vertiefung in der Gleitfläche und Verfahren zu seiner Herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1997133285 DE19733285A1 (de) | 1997-08-01 | 1997-08-01 | Gleitlager mit Vertiefung in der Gleitfläche und Verfahren zu seiner Herstellung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19733285A1 true DE19733285A1 (de) | 1999-02-11 |
Family
ID=7837681
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997133285 Withdrawn DE19733285A1 (de) | 1997-08-01 | 1997-08-01 | Gleitlager mit Vertiefung in der Gleitfläche und Verfahren zu seiner Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19733285A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19953576A1 (de) * | 1999-11-08 | 2001-06-21 | Bosch Gmbh Robert | Lagerbuchse |
| DE10258829B3 (de) * | 2002-12-17 | 2004-04-08 | Federal-Mogul Wiesbaden Gmbh & Co. Kg | Verfahren zur Herstellung von Lagerschalen, insbesondere Gleitlagerschalen, und danach hergestellte Lagerschale |
-
1997
- 1997-08-01 DE DE1997133285 patent/DE19733285A1/de not_active Withdrawn
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| DE-Buch: E. Schmid, R. Weber "Gleitlager" Springer-Verlag Berlin u.a. 1953, S. 331-344 * |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19953576A1 (de) * | 1999-11-08 | 2001-06-21 | Bosch Gmbh Robert | Lagerbuchse |
| DE19953576C2 (de) * | 1999-11-08 | 2003-06-26 | Bosch Gmbh Robert | Lagerbuchse |
| DE10258829B3 (de) * | 2002-12-17 | 2004-04-08 | Federal-Mogul Wiesbaden Gmbh & Co. Kg | Verfahren zur Herstellung von Lagerschalen, insbesondere Gleitlagerschalen, und danach hergestellte Lagerschale |
| WO2004054752A1 (de) * | 2002-12-17 | 2004-07-01 | Federal-Mogul Wiesbaden Gmbh & Co. Kg | Lagerschale und verfahren zu ihrer herstellung |
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: FEDERAL-MOGUL WIESBADEN GMBH, 65201 WIESBADEN, DE |
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