DE19732514C1 - Flugzeugtür - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Flugzeugtür, insbesondere für ein Passa
gierflugzeug, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bekannte Flugzeugtüren dieser Art, etwa solche, wie sie in der Airbus-
Familie Verwendung finden, enthalten einen abgewinkelten Tragarm aus
Aluminium, der das Türblatt schwenkbeweglich am Türrahmen abstützt und
daher hohen Mischbelastungen, nämlich insbesondere Torsions-, Schub- und
Querbelastungen, standhalten und zugleich den im Flugzeugbau im allge
meinen strikten Gewichtsanforderungen entsprechen muß. Bei den bekann
ten Flugzeugtüren wird der Tragarm entweder in Gußbauweise als Hohl
kammergußkörper oder in Fräsbauweise als stark verripptes Bauteil gefer
tigt. Beide Bauweisen sind herstellungsmäßig sehr aufwendig und dement
sprechend kostspielig.
Aufgabe der Erfindung ist es, bei einer Flugzeugtür der eingangs genannten
Art den abgewinkelten Tragarm so auszubilden, daß er eine herstellungs
mäßig einfache, gewichtssparende und bezüglich der angreifenden Türblatt
lasten hochfeste Bauweise besitzt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1
gekennzeichnete Flugzeugtür gelöst.
Erfindungsgemäß wird unter Ausnutzung der Gestaltungsmöglichkeiten von
Strangpreßprofilen durch eine Kombination unterschiedlicher, lastspezifi
scher Profilformen mit einer verstärkten, von Verbindungsstellen freien
Ausbildung des kritischen Tragarm-Knickbereichs und einer großflächigen
Anbindung der endseitigen Lasteinleitungselemente eine Tragarm-Bauweise
erhalten, die die fertigungsmäßigen Vorteile der Strangpreßtechnik mit einer
unter Berücksichtigung der einwirkenden Türblattlasten hohen konstruktiven
Festigkeit und gleichförmigen Materialauslastung vereinigt. Das Ergebnis ist
ein kostengünstiger, gewichtsmäßig leichter Tragarm, der trotz geringer
Bauhöhe eine sichere, schwenkbewegliche Abstützung des Türblatts an der
Flugzeugstruktur garantiert.
Um die Profilquerschnitte der Tragarmprofile noch besser an die örtlichen
Belastungen anzupassen und dadurch eine weitere Gewichtsersparnis zu er
zielen, sind einzelne Wandbereiche des Mehrkammerprofils gemäß An
spruch 2 vorzugsweise mit Erleichterungsbohrungen und/oder an den stärker
belasteten Profilabschnitten gemäß Anspruch 3 zweckmäßigerweise mit an
den Deckwand-Innenseiten angeformten Verstärkungsrippen versehen. Aus
dem gleichen Grund besitzen die Außenwände des Eckprofils, wie nach
nach Anspruch 4 bevorzugt, eine größere Wanddicke als die Innenwände.
Im Hinblick auf eine kostengünstige Fertigung der Lasteinleitungselemente
sind diese gemäß Anspruch 5 vorzugsweise ebenfalls aus einem Strangpreß
profil hergestellt, welches in Längsrichtung in einzelne, den Lasteinlei
tungselementen entsprechende Profilstücke durchtrennt ist.
Ferner sind die Lasteinleitungselemente nach Anspruch 6 vorzugsweise
durchlaufend über sämtliche Kammern an das Mehrkammerprofil ange
schlossen, um die im wesentlichen punktförmig auf die Lasteinleitungsele
mente einwirkenden Drehlagerkräfte noch gleichmäßiger in das Mehrkam
merprofil einzuleiten.
Die Strangpreßprofile können auf unterschiedliche Weise miteinander ver
bunden, z. B. verschraubt, vernietet oder aber, wie nach Anspruch 7 auf
Festigkeitsgründen bevorzugt, verschweißt werden.
Gemäß Anspruch 8 schließlich ist zwischen den Lasteinleitungselementen
für die Drehlagerung am Ende des einen Mehrkammerprofils zweckmäßi
gerweise ein weiteres Lasteinleitungselement befestigt, welches für den
Anschluß eines bei Türsystemen der beanspruchten Art im allgemeinen vor
handenen Tür-Notantriebs vorgesehen ist.
Die Erfindung wird nunmehr anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbin
dung mit den Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen in stark schematisierter
Darstellung:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Flugzeugtür mit abgewin
keltem Tragarm;
Fig. 2 eine teilweise gebrochene Ansicht des Tragarms nach Fig. 1
im Bereich des einen Tragarmschenkels;
Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie III-III der Fig. 2; und
Fig. 4 die Draufsicht des Tragarms nach Fig. 1 im Schnitt.
Fig. 1 zeigt eine Teilansicht einer Flugzeugtür mit einem Türblatt 2, welches
über einen Tragarm 4 um zwei zueinander parallele, bezüglich der Flugzeug
struktur vertikale Drehachsen D1 und D2 aufschwenkbar am Türrahmen 6
aufgehängt ist. Damit der Tragarm 4 den Türöffnungsquerschnitt beim Öff
nen der Tür möglichst wenig beeinträchtigt, ist er von abgewinkelter Form
und niedriger Bauhöhe und daher unter der Wirkung der Türblattlasten star
ken Torsions-, Schub- und Querkräften ausgesetzt. Wie aus den Fig. 2, 3
und 4 am deutlichsten ersichtlich ist, besteht der Tragarm 4 aus miteinander
verschweißten, in den einzelnen Tragabschnitten unter Berücksichtigung der
einwirkenden Belastungen unterschiedlich gestalteten und angeordneten
Strangpreßprofilstücken 8, 10 z. B. aus Aluminium, nämlich den beiden
jeweils einen Tragarmschenkel bildenden Mehrkammer-Hohlprofilstücken
8A und 8B, deren Kammerwände 12 zu den Drehachsen D1 und D2 quer
verlaufend angeordnet sind, sowie einem den lastkritischen Knickbereich
des Tragarms 4 überbrückenden, zwischen die Profilstücke 8A und 8B ein
gefügten Hohlkammer-Eckprofilstück 10, welches parallel zu den Dreh
achsen D1 und D2 ausgerichtet und in der Symmetrieebene des Profilquer
schnitts mit einem mittleren Verstärkungssteg 14 versehen ist (s. Fig. 4).
An den freien Enden der Profilstücke 8A und 8B sind jeweils obere und
untere Achsaugen 16, 18 befestigt, die die Lasteinleitungselemente für die
seitens der Drehlager D1 bzw. D2 einwirkenden Punktlasten bilden. Zwi
schen den Achsaugen 16, 18 des türblattseitigen Profilstücks 8A ist ein
weiteres Lasteinleitungselement 20 angeschweißt, welches zum Anschluß
eines Tür-Notantriebs (nicht gezeigt) dient. Die Verbindung jedes Lastein
leitungselements 16, 18 und 20 mit dem Mehrkammerprofil 8A bzw. 8B
erstreckt sich über den Gesamtumfang mindestens einer Einzelkammer. Die
Lasteinleitungselemente 16, 18 und 20 sind ebenfalls als Teilstücke eines
massiven, nachträglich maschinell bearbeiteten Strangpreßprofils gefertigt,
wobei die zwischen den Lasteinleitungselementen 16, 18 (und 20) liegenden
Hohlkammern der Profilstücke 8A und 8B durch stirnseitig angeschweißte
Deckplatten 22 verschlossen sind. Wahlweise können die Lasteinleitungs
elemente 16, 18 (und ggf. 20) gemeinsam mit den Deckplatten 22 auch ein
teilig aus einem entsprechend nachgefrästen Strangpreßprofilstück herge
stellt sein.
Aus Gewichtsgründen sind die Hohlkammerprofile in den schwächer bela
steten Bereichen der Kammerwände 12 mit Erleichterungsbohrungen 24 ver
sehen und in den stärker belasteten Zonen örtlich verstärkt, z. B. durch auf
der Innenseite der Deckwände 26 der Mehrkammerprofile 8 angeformte,
parallel zu den Kammerwänden 12 verlaufende Versteifungsrippen 28 oder
dadurch, daß einzelne Profilwände eine erhöhte Wandstärke besitzen, wie
dies aus Fig. 4 für die Deckwände 30 des Eckprofils 10 ersichtlich ist.
Die beschriebene Bauweise ermöglicht eine kostengünstige und gewichts
sparende Herstellung des Tragarms 4 aus Strangpreßprofilen mit einer unter
Berücksichtigung der einwirkenden Türlasten hohen Festigkeit und Steifig
keit.
Claims (8)
1. Flugzeugtür, insbesondere für ein Passagierflugzeug, mit einem abge
winkelten, das Türblatt an der Tragstruktur einerseits über eine tür
blattseitige, bezüglich der Tragstruktur im wesentlichen vertikale
Drehachse und andererseits über eine hierzu parallele, tragstruktursei
tige Drehachse schwenkbeweglich abstützenden Tragarm,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Tragarm (4) aus zwei jeweils einen Tragarmschenkel bildenden
Mehrkammer-Strangpreßhohlprofilen (8A, 8B) mit im wesentlichen
senkrecht zu den Tragarm-Drehachsen (D1, D2) verlaufenden Kam
merwänden (12) und endseitig an diesen jeweils über mindestens
einen Hohlkammerquerschnitt befestigten Lasteinleitungselementen
(16, 18) zur Aufnahme der Drehlagerkräfte sowie im Knickbereich
aus einem im wesentlichen parallel zu den Drehachsen verlaufenden,
die Mehrkammerprofile miteinander verbindenden, einteiligen,
stranggepreßten Hohlkammer-Eckprofil (10) mit einem in der Sym
metrieebene des Eckprofilquerschnitts angeordneten Mittelsteg (14)
besteht.
2. Flugzeugtür nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
an einzelnen Kammer- und/oder Deckwandbereichen des Mehrkam
merprofils (8A, 8B) Erleichterungsbohrungen (24) vorgesehen sind.
3. Flugzeugtür nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Mehrkammerprofil (8A, 8B) mit örtlichen Verstärkungen (28)
versehen ist.
4. Flugzeugtür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Außenwände (30) des Eckprofils (10) eine erhöhte Wanddicke
besitzen.
5. Flugzeugtür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Lasteinleitungselemente (16, 18) aus einem massiven, in Längs
richtung stückweise durchtrennten Strangpreßprofil hergestellt sind.
6. Flugzeugtür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Lasteinleitungselemente (16, 18) durchlaufend über sämtliche
Kammern mit dem Mehrkammerprofil (8A, 8B) verbunden sind.
7. Flugzeugtür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Strangpreßprofile (8, 10) miteinander verschweißt sind.
8. Flugzeugtür nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
am freien Ende des einen Mehrkammerprofils (8A) zwischen den
Lasteinleitungselementen (16, 18) für die Drehlagerung ein weiteres
Lasteinleitungselement (20) zum Anschluß eines Tür-Notantriebs
befestigt ist.
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