DE19731005A1 - Tastkopf für Koordinatenmeßgerät - Google Patents
Tastkopf für KoordinatenmeßgerätInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Tastkopf für ein Koordi
natenmeßgerät.
Tastköpfe für den Einsatz an Koordinatenmeßgeräten
sind grundsätzlich bekannt. Man unterscheidet schaltende
Tastköpfe, die bei Werkstückberührung ein Antastsignal ab
geben und messende Tastköpfe, bei denen bei Berührung des
Werkstückes eine Kennlinie aufgenommen wird, aus der der
Antastpunkt berechnet wird. Unter den messenden Tastköpfen
werden passive Tastköpfe, bei denen die Antastkraft durch
Federn erzeugt wird und aktive Tastköpfe, bei denen die An
tastkraft elektromagnetisch über elektronisch geregelte
Meßkraftgeneratoren erzeugt wird, unterschieden.
Einzelne Meßpunkte auf der Werkstückoberfläche können
sowohl mit einem schaltenden als auch mit einem messenden
Tastkopf aufgenommen werden. Messende Tastköpfe können dar
über hinaus auch zum Scannen, das heißt zur kontinuierli
chen Aufnahme von Meßpunkten beim Abfahren der Werkstück
oberfläche eingesetzt werden. Hierbei tritt in erheblich
größerem Maße als bei der Einzelpunktantastung das Problem
von Schwingungen auf, da beim Abfahren der Werkstückober
fläche von der Oberfläche selbst und von den Achsen des
Koordinatenmeßgerätes Schwingungen eingekoppelt werden, die
ein breites Frequenzspektrum umfassen.
Zur Lösung dieses Problems sind Dämpfungseinrichtungen
am Tastkopf bekannt. So wird in der DE 44 24 225 A1 be
schrieben, daß die bei einem aktiven Tastkopf ohnehin not
wendige elektronische Meßkraftregelung als dämpfende Rege
lung ausgelegt werden kann. Bei einer solchen Dämpfung
tritt jedoch oft das Problem einer frequenzabhängigen Pha
senbeziehung zwischen Geschwindigkeit und Dämpfungskraft
auf. Zusätzlich wird in der DE 44 24 225 A1 beschrieben,
daß im Spulenkörper des Meßkraftgenerators, der auch der
Abführung der im Meßkraftgenerator entstehenden Verlust
wärme zu einem Kühlsystem dient, gleichzeitig Wirbelströme
erzeugt werden, die ebenfalls dämpfende Wirkung haben.
Dieses Gesamtsystem ist sehr kompliziert und aufgrund der
elektronischen Komponenten nur schwer langzeitstabil zu
halten.
An einen Tastkopf mit Dämpfungseinrichtung, der wirt
schaftlich herzustellen sein soll, ist in der Praxis noch
eine weitere Aufgabe gestellt:
Ein und derselbe Tastkopftyp muß zumindest an ver schiedenen Baugrößen desselben Typs eines Koordinatenmeßge rätes, oft sogar an grundverschiedenen Typen von Koordina tenmeßgeräten einsetzbar sein. Da jedoch die Schwingungs eigenschaften verschiedener Baugrößen und Typen von Koordi natenmeßgeräten teilweise sogar individuell sehr unter schiedlich sein können, sind eine optimale Funktion und eine wirtschaftliche Fertigung nur gewährleistet, wenn die Dämpfungscharakteristik des Tastkopfes bei der Montage oder Inbetriebnahme des Koordinatenmeßgerätes auf dessen Schwin gungsverhalten eingestellt werden kann. Dasselbe gilt bei Koordinatenmeßgeräten mit Tastkopfwechsel für die Anpassung an unterschiedliche Tastkopfkombinationen.
Ein und derselbe Tastkopftyp muß zumindest an ver schiedenen Baugrößen desselben Typs eines Koordinatenmeßge rätes, oft sogar an grundverschiedenen Typen von Koordina tenmeßgeräten einsetzbar sein. Da jedoch die Schwingungs eigenschaften verschiedener Baugrößen und Typen von Koordi natenmeßgeräten teilweise sogar individuell sehr unter schiedlich sein können, sind eine optimale Funktion und eine wirtschaftliche Fertigung nur gewährleistet, wenn die Dämpfungscharakteristik des Tastkopfes bei der Montage oder Inbetriebnahme des Koordinatenmeßgerätes auf dessen Schwin gungsverhalten eingestellt werden kann. Dasselbe gilt bei Koordinatenmeßgeräten mit Tastkopfwechsel für die Anpassung an unterschiedliche Tastkopfkombinationen.
Bekannte Dämpfungseinrichtungen in Tastköpfen sind
nicht auf die Eigenschaften des Koordinatenmeßgerätes oder
der Taststiftkombination einstellbar. Bei der in der
DE 44 24 225 A1 beschriebenen Dämpfungseinrichtung ist zwar
die elektronische Meßkraftregelung, nicht jedoch die para
sitäre Wirbelstrombremse einstellbar. Bei der konstruktiven
Auslegung des Spulenkörpers, in dem der Wirbelstromeffekt
auftritt, müssen ganz andere Bedingungen erfüllt werden,
insbesondere mechanische (als Spulenkörper), thermische
(zur Ableitung der Verlustwärme der Spule) und elektrische
Bedingungen (Unterdrückung von Wirbelströmen, die vom
Spulenstrom verursacht werden)
Das der Erfindung zugrunde liegende technische Problem
liegt darin, einen Tastkopf anzugeben mit einer einfachen,
an verschiedene Koordinatenmeßgeräte oder Taststiftkombina
tionen anpaßbaren Dämpfungseinrichtung.
Dieses technische Problem wird durch die Merkmale des
Anspruches 1 gelöst.
Der erfindungsgemäße Tastkopf, der mit einer Wirbel
strombremse ausgebildet ist, deren Dämpfungskonstante ein
stellbar ist, hat den Vorteil einer bis zu sehr hohen Fre
quenzen streng konstanten Phasenbeziehung zwischen Ge
schwindigkeit und Dämpfungskraft. Die Wirbelstrombremse hat
gegenüber anderen bekannten Dämpfungsprinzipien, wie Fest
körper- oder Flüssigkeitsreibung, die weiteren Vorteile,
daß keine Restauslenkung bei verschwindender Geschwindig
keit verbleibt, und daß keine Gefahr durch Verharzung oder
Undichtigkeit des Flüssigkeitsbehälters beziehungsweise
Reibung in den Dichtungen des Flüssigkeitsbehälters be
steht. Beide Eigenschaften sind wichtig für eine langzeit
stabile hohe Genauigkeit.
Die wenigstens eine Wirbelstrombremse, die in dem er
findungsgemäßen Tastkopf vorgesehen ist, dämpft die Bewe
gungen des beweglichen Teils des Tastkopfes in jeder ein
zelnen Richtung.
Erfindungsgemäß ist für jede Raumrichtung eine eigene
Wirbelstrombremse vorgesehen, die gegebenenfalls für jede
Raumrichtung unterschiedlich dimensioniert beziehungsweise
eingestellt ist.
Es ist aber auch möglich, für mehrere Raumrichtungen
nur eine Wirbelstrombremse vorzusehen. Darüber hinaus be
steht auch die Möglichkeit, nur eine einzige Wirbelstrom
bremse für sämtliche Raumrichtungen vorzusehen.
Zur Wirbelstrombremse gehören jeweils mindestens ein
Magnet, gegebenenfalls mit zusätzlichen Flußführungsele
menten, und mindestens ein metallisch leitendes Teil, vor
zugsweise ein Kupferblech. Der Magnet kann am festen Teil
einer Tastkopfschaukel angebracht sein und das Kupferblech
am beweglichen Teil. Es ist auch der umgekehrte Aufbau mög
lich. Da die drei Tastkopfschaukeln in der Regel
aufeinander aufbauen, kann die Masse des beweglichen Teils
in jeder Raumrichtung unterschiedlich sein. Aus diesem
Grund kann eine jeweils unterschiedliche Dimensionierung
oder Einstellung erforderlich sein.
Das elektrisch leitfähige Metallteil ist erfindungsge
mäß als Blech oder als eine Platte aus einem Material mit
einem geringen elektrischen Widerstand, zum Beispiel Kup
fer, Silber oder mit Silber beschichtetes Kupfer ausgebil
det.
Die Dämpfungskonstante ist einstellbar durch Verände
rung des magnetischen Flußkreises oder durch Veränderung
der Geometrie der Anordnung von Magnet und Blech, insbeson
dere durch Veränderung der Luftspalte oder der Eintauch
tiefe. Es kann aber auch durch die Auswahl von Magnet und
Blech, insbesondere nach Material und Dicke des Bleches,
eine Einstellung beziehungsweise Voreinstellung der
erforderlichen Dämpfung vorgenommen werden.
Bei der Einstellung der Dämpfung sind folgende Grenzen
zu beachten:
Eine zu schwache Dämpfung verhindert nicht das Auf treten von Resonanzen, wenn von der Werkstückoberfläche oder aus den Antrieben des Koordinatenmeßgerätes die Eigen frequenz der Schwingung des beweglichen Teils des Tast kopfes eingekoppelt wird. Wird im geregelten Modus ge scannt, bei dem die Tastkopf-Auslenkung auf einen Sollwert geregelt wird, so kann auch der Scanregler selbst noch zu diesen Resonanzen beitragen.
Eine zu schwache Dämpfung verhindert nicht das Auf treten von Resonanzen, wenn von der Werkstückoberfläche oder aus den Antrieben des Koordinatenmeßgerätes die Eigen frequenz der Schwingung des beweglichen Teils des Tast kopfes eingekoppelt wird. Wird im geregelten Modus ge scannt, bei dem die Tastkopf-Auslenkung auf einen Sollwert geregelt wird, so kann auch der Scanregler selbst noch zu diesen Resonanzen beitragen.
Andererseits verursacht eine zu hohe Dämpfung hohe
Kräfte auf den Taststift, da das bewegliche Teil des
Tastkopfes einer von der Werkstückoberfläche erzwungenen
Auslenkungsänderung nur gegen die Dämpfungskraft folgen
kann. Diese Kräfte führen jedoch zu einer Biegung des Tast
stiftes, die auch bei gängigen Taststiftkombinationen von
ähnlicher Größe wie die Tastkopf-Auslenkung sein kann.
Diese Biegung kann nach bekannten Verfahren korrigiert wer
den, wenn die biegungserzeugende Kraft zur Tastkopf-Auslen
kung proportional ist. Dies ist bei der Dämpfungskraft je
doch nicht der Fall; daher erfolgt auch keine entsprechende
Korrektur. Dies äußert sich darin, daß bei einem zu stark
gedämpften Tastkopf mit einem weichen Taststift beim
Scannen an Oberflächenstrukturen, die die Taststift-Auslen
kung rasch verändern, auch etwa an scharfen Kanten, große
Meßfehler entstehen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist es
vorgesehen, auch solche Biegungsfehler rechnerisch zu kor
rigieren.
Die Dämpfungskonstante sollte daher nicht größer sein,
als für ein bestimmtes Koordinatenmeßgerät beziehungsweise
eine bestimmte Taststiftkombination erforderlich ist. In
der Regel ist eine Einstellung nahe oder unterhalb der kri
tischen Dämpfung optimal. Der optimale Wert der Dämpfungs
konstanten kann auch von der beim Scannen oder beim Anta
sten verlangten Leistung, das heißt Genauigkeit und Ge
schwindigkeit, abhängen.
In der Praxis kann die Einstellung der optimalen Dämp
fung beispielsweise durch Scannen mit vorgegebener Ge
schwindigkeit an einem Wellennormal oder an einem Werkstück
mit einer scharfen Kante erfolgen, wobei die Fähigkeit des
Tastkopfes, plötzlichen Auslenkungsänderungen zu folgen und
die maximale Schwingungsamplitude an einer glatten Kontur
bewertet werden. Je nach Ergebnis des Tests wird eine
niedrigere oder höhere Dämpfung gewählt. Diese Einstellung
erfolgt bei der Typprüfung eines Koordinatenmeßgerätes, bei
der Inbetriebnahme eines Koordinatenmeßgerätes oder, bei
Koordinatenmeßgeräten mit Tastkopfwechsel, beim ersten Ein
satz einer Taststiftkombination an einem Tastkopf.
Die einzelnen Wirbelstrombremsen sind untereinander
und/oder gegen andere Subsysteme des Tastkopfes abge
schirmt. Vorteilhaft sind wesentliche Elemente des Tast
kopfes aus unmagnetischem Material ausgebildet, insbeson
dere die Hauptteile der Schaukeln, die Anbringungsteile für
die Wegaufnehmersysteme und die Taststiftaufnahme.
Vorteilhaft ist eine Kapselung der Wirbelstrombremse
oder des gesamten Tastkopfes vorgesehen, um das Festsetzen
von ferromagnetischen Staubteilchen oder Spänen am Magneten
zu verhindern. Am "Ausgang" der Kapselung, das heißt an der
Taststiftaufnahme, kann zusätzlich ein Fangmagnet ange
bracht sein.
Wird eine erfindungsgemäße Dämpfungseinrichtung an ei
nem passiven Tastkopf, wie er beispielsweise in der deut
schen Patentanmeldung 196 47 514.7-52 beschrieben wird,
eingesetzt, so erhält man ein überaus einfaches System mit
einstellbaren und langzeitstabilen Dämpfungseigenschaften.
Ein solcher Tastkopf hat darüber hinaus noch die weiteren
Vorteile eines passiven Tastkopfes, nämlich, daß die An
tastkraft automatisch senkrecht auf der Werkstückoberfläche
steht, und daß keine wesentliche Verlustwärme im Tastkopf
frei wird. Damit sind keine aufwendigen Zusatzeinrichtungen
zur Kompensation dieser Effekte notwendig. Die geringe Zahl
von notwendigen Versorgungsleitungen kann problemlos auch
über eine automatisch trennbare und verbindbare Schnitt
stelle geführt werden, so daß ein automatischer Tastkopf
wechsel ermöglicht wird, was für bestimmte Anwendungen vor
teilhaft ist. In diesem Fall trägt jeder Tastkopf eine fe
ste Taststiftkombination.
Die beschriebenen Maßnahmen zur Einstellung der Dämp
fung des Tastkopfes sind unumgänglich beim Scannen, sind
aber auch bei der Einzelpunktantastung mit einem messenden
oder auch schaltenden Tastkopf vorteilhaft.
Vorteilhaft wird eine rechnerische Korrektur der
Tastkopfkennlinie oder eine Filterung von Meßdaten zur
Eliminierung von Schwingungen vorgenommen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung können den Unteran
sprüchen entnommen werden.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Er
findung dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 zwei erfindungsgemäße Dämpfungsvorrichtungen
für zwei Raumrichtungen;
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Dämpfungsvorrichtung
für zwei Raumrichtungen;
Fig. 3 einen Tastkopf;
Fig. 4 ein Diagramm zur Wirkungsweise der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung.
Fig. 1 zeigt einen Teil eines Tastkopfes (1) mit Par
allelogramm-Federblechen (2, 3; 4, 5) . Ein Teil (6) ist
über die Parallelogramm-Federbleche (2, 3) gegenüber einem
Teil (7) in X-Richtung auslenkbar. Das Teil (7) ist über
die Parallelogramm-Federbleche (4, 5) gegenüber einem Teil
(8) auslenkbar gelagert.
An dem Teil (6) ist ein Blech (9) fest angeordnet,
welches durch ein zeitlich konstantes Magnetfeld eines Ma
gneten (10) geführt ist. Der Magnet (10) ist als Hufeisen
magnet ausgebildet.
Durch den Magneten (10) und das Blech (2) erfolgt eine
Dämpfung in X-Richtung. Eine Verstellmöglichkeit zur Ein
stellung der Dämpfung durch Veränderung der Eintauchtiefe
ist durch ein Langloch (33) gegeben. Es ist aber auch mög
lich, beispielsweise eine Verstellschraube vorzusehen.
Das Teil (7) ist über die Parallelogramm-Federbleche
(4, 5) gegenüber dem Teil (8) in Y-Richtung auslenkbar ge
lagert. An dem Teil (7) ist ein Magnet (11) fest angeord
net, in dessen Magnetfeld ein Blech (12) angeordnet ist,
welches wiederum fest beziehungsweise einstellbar fest mit
dem Teil (8) verbunden ist.
Der Magnet (11) und das Blech (12) stellen eine Dämp
fungsvorrichtung für die Y-Richtung dar.
Der dargestellte Teil des Tastkopfes (1) weist für die
X- und die Y-Richtung jeweils eine Dämpfungsvorrichtung (9,
10; 11, 12) auf. Für die Z-Richtung ist die Dämpfungsvor
richtung nicht dargestellt. Sie funktioniert aber analog.
Fig. 2 zeigt einen Tastkopf (13) mit einer Taststift
aufnahme (14). Der Tastkopf (13) weist eine Dämpfungsvor
richtung (15) auf, die gleichzeitig in X- und Z-Richtung
dämpft. Die Dämpfungsvorrichtung besteht aus einem Magneten
(16) und einem Blech (17).
Gemäß Fig. 3 weist der Tastkopf (13) drei Tastkopf
schaukeln auf. Die erste Schaukel besteht unter anderem aus
den Parallelogramm-Federblechen (23, 24), die in Z-Richtung
auslenkbar sind. Zu der ersten Schaukel gehören Teile (18,
19).
Zu der zweiten Schaukel gehören Parallelogramm-Feder
bleche (25, 26) sowie Teile (20, 21, 22).
Zu der dritten Schaukel gehören Parallelogramm-Feder
bleche (27, 28) sowie Teile (29, 30) und die Taststiftauf
nahme (14).
Darüber hinaus weist der Tastkopf (13) Meßwertgeber
(31, 32) für die X- und Z-Richtung auf. Der Meßwertgeber
für die Y-Richtung ist nicht dargestellt.
Die Dämpfungsvorrichtung (15) der Fig. 2 ist in Fig. 3
nicht dargestellt. Das Blech (17) der Dämpfungsvorrichtung
(15) der Fig. 2 ist an der ersten Schaukel an dem Teil (18)
und der Magnet (16) ist an der dritten Schaukel an dem Teil
(30) befestigt. Hierdurch wird eine Dämpfung in zwei Rich
tungen, nämlich in der X- und der Z-Richtung, erreicht. Die
Dämpfung in der Y-Richtung ist nicht dargestellt.
Fig. 4 zeigt, daß mit der Dämpfung eines beweglichen
Teiles (34) des Tastkopfes nur die Dämpfung eines schwin
gungsfähigen Teilsystems vorgenommen wird. Schwingungsfähig
ist auch ein maschinenfester Teil (35) des Tastkopfes, der
über die Maschinenstruktur (Pinole, Schlitten, Portal) mit
dem Werkstücktisch verbunden ist. Mit (36) ist das Werk
stück beziehungsweise der Werkstücktisch bezeichnet.
D1 stellt die Federkonstante der Maschinenstruktur
dar, D2 die Federkonstante der Tastkopffedern und D3 die
Federkonstante des Taststiftes.
Die Federkonstanten weisen beispielsweise folgende
Größenordnungen auf:
D1 ≈ 1 N/µm,
D2 ≈ 0,01 N/µm ≈ D3.
D2 ≈ 0,01 N/µm ≈ D3.
Die Dämpfung gemäß der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wirkt parallel zu D2. Gemäß der erfindungsgemäßen Vorrich
tung wird nur eine Dämpfung eines schwingungsfähigen Teil
systems, nämlich des beweglichen Teils (34) des Tastkopfes
vorgenommen. Hierdurch erfolgt aber, zumindest bei Regel
kreisschwingungen, auch eine indirekte Dämpfung des maschi
nenfesten Teils (35) des Tastkopfes. Das bedeutet, daß bei
der Dämpfung des beweglichen Teils (34) des Tastkopfes beim
geregelten Scanverfahren andere Teile durch diese Dämpfung
beeinflußt werden.
Eine Einstellung der Dämpfungskonstanten nahe oder un
terhalb der kritischen Dämpfung wird als optimal angesehen.
Geht man davon aus, daß die Masse des beweglichen
Teils (34) des Tastkopfes beispielsweise bei 300 g liegt,
ist als Richtwert für die kritische Dämpfung folgender Wert
der Dämpfungskonstante anzugeben: 0,1 N/(mm/s).
1
Teil eines Tastkopfes
2
bis
5
Parallelogramm-Federbleche
6
bis
8
Teile
9
Blech
10
Magnet
11
Magnet
12
Blech
13
Tastkopf
14
Taststiftaufnahme
15
Dämpfungsvorrichtung
16
Magnet
17
Blech
18
,
19
Teile der ersten Schaukel
20
,
21
,
22
Teile der zweiten Schaukel
23
bis
28
Parallelogramm-Federbleche
29
,
30
Teile der dritten Schaukel
31
,
32
Meßwertgeber
33
Langloch
34
beweglicher Teil des Tastkopfes
35
maschinenfester Teil des Tastkopfes
36
Werkstück beziehungsweise -tisch
D1
D1
Federkonstante Maschinenstruktur
D2
D2
Federkonstante Tastkopffedern
D3
D3
Federkonstante Taststift
Claims (25)
1. Tastkopf für ein Koordinatenmeßgerät mit einem
festen und wenigstens einem beweglichen Teil,
dadurch gekennzeichnet, daß zur
Dämpfung der Bewegung des wenigstens einen beweglichen
Teils des Tastkopfes (13) wenigstens eine Wirbelstrombremse
vorgesehen ist, deren Dämpfungskonstante einstellbar ist.
2. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Tastkopf als ein schaltender Tastkopf oder als ein
im schaltenden Modus betriebener messender Tastkopf ausge
bildet ist.
3. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Tastkopf (13) als ein messender Tastkopf ausgebil
det ist.
4. Tastkopf nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Tastkopf als ein passiver messender Tastkopf (13)
mit Federn (23 bis 28) zur Erzeugung der Meßkraft ausgebil
det ist.
5. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß für jede Raumrichtung je eine Wirbelstrombremse vorge
sehen ist.
6. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß für wenigstens zwei Raumrichtungen eine Wirbelstrom
bremse vorgesehen ist.
7. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Wirbelstrombremse für alle Raumrichtungen vorgese
hen ist.
8. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wirbelstrombremse wenigstens einen Magneten (10,
11) und wenigstens ein elektrisch leitfähiges Metallteil
(9, 12) aufweist.
9. Tastkopf nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Magnet (10, 11) als Hufeisenmagnet und/oder als
Stabmagnet ausgebildet ist.
10. Tastkopf nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das elektrisch leitfähige Metallteil (10, 11) ein Blech
oder eine Platte aus einem Material mit geringem elektri
schen Widerstand ist.
11. Tastkopf nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dämpfungskonstante als eine durch Veränderung des
magnetischen Flußkreises oder der Geometrie der Anordnung
von Magnet (10, 11) und Blech (9, 12) einstellbare Dämp
fungskonstante ausgebildet ist.
12. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dämpfungskonstante durch Wahl der Komponenten der
Wirbelstrombremse verändert wird, ohne andere Funktionen
des Tastkopfes (13) zu verändern.
13. Tastkopf nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dämpfungskonstante durch Wahl von Dicke, Breite
oder Material des Bleches (9, 12) verändert werden kann.
14. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wirbelstrombremsen untereinander und/oder gegen an
dere Subsysteme des Tastkopfes (13) abgeschirmt ausgebildet
sind.
15. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß wesentliche Elemente des Tastkopfes (13) aus unmagne
tischem Material ausgebildet sind.
16. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Tastkopf gekapselt ist und eine Einrichtung zum
Verhindern des Eindringens magnetischer Späne aufweist.
17. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Korrektur der Tastkopfkennlinie zur Eliminierung
von Schwingungen oder eine Filterung der Meßdaten vornehm
bar ist.
18. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dämpfungskonstante an das Schwingungsverhalten des
Koordinatenmeßgerätes angepaßt einstellbar ist.
19. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dämpfungskonstante an das Schwingungsverhalten des
Koordinatenmeßgerätes mit einer bestimmten Taststiftkombi
nation angepaßt einstellbar ist.
20. Tastkopf nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Dämpfungskonstante aufgrund des Ergebnis
ses eines Scan-Meßlaufs an einer Oberfläche mit definierten
Wellen einstellbar ist.
21. Tastkopf nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Dämpfungskonstante aufgrund des bei einer
Antastung aufgenommenen Antastsignals einstellbar ist.
22. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Tastkopf für einen automatischen Tastkopfwechsel
vorgesehen ist.
23. Tastkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine rechnerische Korrektur der Biegung, die der Tast
stift oder andere Elemente des Koordinatenmeßgerätes auf
grund der durch Dämpfung oder Beschleunigung des beweg
lichen Teils des Tastkopfes auf den Taststift ausgeübten
Kräfte erfährt, vorgesehen ist.
24. Tastkopf nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Meßeinheit für die Messung der auf den Taststift
ausgeübten Kraft vorgesehen ist.
25. Tastkopf nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet,
daß die Biegungskorrektur von der Tastkopf-Auslenkung und
von der ersten und/oder zweiten zeitlichen Ableitung der
Tastkopf-Auslenkung abhängig ist.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE1997131005 DE19731005A1 (de) | 1997-07-18 | 1997-07-18 | Tastkopf für Koordinatenmeßgerät |
| DE29723915U DE29723915U1 (de) | 1997-07-18 | 1997-07-18 | Tastkopf für Koordinatenmeßgerät |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997131005 DE19731005A1 (de) | 1997-07-18 | 1997-07-18 | Tastkopf für Koordinatenmeßgerät |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19731005A1 true DE19731005A1 (de) | 1999-02-11 |
Family
ID=7836219
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997131005 Withdrawn DE19731005A1 (de) | 1997-07-18 | 1997-07-18 | Tastkopf für Koordinatenmeßgerät |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19731005A1 (de) |
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