DE19730115C2 - Inlineskater mit Bremseinrichtung - Google Patents
Inlineskater mit BremseinrichtungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Inlineskaterpaar, aufweisend je
Inlineskater mehrere Laufrollen in einem Chassis und eine
Bremseinrichtung an mindestens einem der Inlineskater.
Es sind Inlineskater mit einer Bremseinrichtung bekannt, die einen hinter
der letzten Laufrolle angeordneten Bremsklotz besitzen, der durch ein
Nachhintenschwenken eines Schaftteils gegen den Untergrund gedrückt
werden kann, auf dem der Inlineskater rollt. Eine Bremsung wird durch
ein Nachhintenschwenken des Unterschenkels um das Sprunggelenk
ausgelöst, der Unterschenkel drückt dabei das Schaftteil nach hinten und
der Bremsklotz, der schwenkbar an dem Chassis des Inlineskaters
befestigt ist, wird dadurch gegen den Untergrund gedrückt. Um eine gute
Bremswirkung zu erzielen, muß der Benutzer zusätzlich die vorderen
Rollen anheben, so daß der Inlineskater nur mit der letzten Rolle und mit
dem Bremsklotz Kontakt mit der Unterlage hat. Das bringt eine deutliche
Stabilitätseinbuße mit sich, was gerade beim Bremsen unerwünscht ist
und Nachteile nach sich ziehen kann. Außerdem wird der hinter der
letzten Rolle angebrachte Bremsklotz als störend empfunden, da er bei
manchen Manövern hinderlich ist, oder die Ausführung solcher Manöver
unmöglich macht. In Konsequenz hat das dazu geführt, daß die
Bremseinrichtung bei sehr vielen Inlineskatern abmontiert wurde, was
unter Sicherheitsgesichtspunkten unerwünscht ist.
Es wurden auch bereits andere Bremseinrichtungen in Erwägung
gezogen, beispielsweise solche, bei denen ein hydraulisch betätigter
Bremsklotz von der Seite her gegen eine an einer Laufrolle befestigte
Bremsscheibe drückt. Bei einer derartigen Bremseinrichtung besteht das
Problem, das Hydrauliksystem dicht zu bekommen und auch über die
gesamte Nutzungsdauer des Inlineskaters dicht zu halten. Ein Auslaufen
des Hydrauliköls beeinträchtigt nicht nur die Bremsfähigkeit der
Bremseinrichtung sondern stellt auch insofern eine Gefahr dar, als das
Auslaufen der öligen Bremsflüssigkeit die Rollen verschmutzen kann und
dadurch Stürze verursachen kann. Ein weiteres Problem liegt in der
Führung derer Hydraulikleitungen, die, wenn sie außerhalb des Chassis
verlaufen, beispielsweise an Bordsteinkanten leicht beschädigt werden
können.
US-A-5,171,032 beschreibt eine Bremseinrichtung für Inlineskater gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1, bei der feste Bremsklötze an einem
Schlitten befestigt sind und durch eine Verlagerung des Schlittens mit
den Laufrollen in Eingriff gebracht werden. Bei einer derartigen
Bremseinrichtung ist der Verschleiß der Laufrollen relativ groß, da sich
in dem weicheren Material der Bremsklötze beim Bremsen automatisch
kleine Steinchen beispielsweise Sandkörner sammeln, die bei einem
Bremsvorgang die Laufrollen extrem verschleißen.
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein
Inlineskaterpaar mit einer Bremseinrichtung bereitzustellen, die sicher
und zuverlässig ist, die im Normalbetrieb nicht als störend empfunden
wird und die den übermäßigen Verschleiß der Laufrollen beim Bremsen
minimiert.
Gemäß der Erfindung wird daraus ein Inlineskaterpaar mit den
obengenannten Merkmalen realisiert, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
die Bremselemente drehbare gebremste Bremsrollen sind.
Die Bremsrollen der vorliegenden Erfindung wirken auf die Laufrollen,
so daß der Inlineskater mit der Bremseinrichtung zum Bremsen ganz
normal auf allen Laufrollen rollen kann, wodurch die Stabilität
sichergestellt ist. Die Bremsrollen werden nur für einen Bremsvorgang
mit der Laufrolle in Eingriff gebracht, d. h. gegen diese gedrückt,
wodurch eine Verschlechterung der Rolleigenschaften beim üblichen
Gebrauch vermieden ist.
Eine Bremseinrichtung an einem Inlineskater aus einem Inlineskaterpaar
genügt, da der Benutzer eines Inlinskaters regelmäßig mit dem gleichen
Bein bremsen wird, wie auch ein Skateboardfahrer immer das gleiche
Bein auf dem Skateboard vorne hat und nicht wechselt. Sind an den
Chassis beider Inlineskater die für die Bremseinrichtung erforderlichen
Befestigungsmittel vorhanden, kann ein Austausch der Bremseinrichtung
von dem rechten Inlineskater auf den linken Inlineskater und umgekehrt
unproblematisch und schnell vorgenommen werden.
Es ist bevorzugt, daß jeder Laufrolle des mindestens einen Inlineskaters
mit Bremseinrichtung eine Bremsrolle zugeordnet ist. Die erforderliche
Bremsleistung ist dann auf die größtmögliche Anzahl von Laufrollen
verteilt, was zu einer Verbesserung der Bremsleistung und zudem zu
einer Verringerung des Verschleiß an den beim Bremsen beteiligten
Teilen führt. Vorzugsweise sind an dem Schlitten alle Bremsrollen eines
Inlineskaters befestigt ist. Die Führung für den Schlitten kann in dem
Chassis vorgesehen sein, beispielsweise in der Art einer Nut, in die ein
Vorsprung des Schlittens eingreift, oder in der Art eines stegartigen
Vorsprungs an dem Chassis, der mit einer Nut in dem Schlitten
zusammenwirkt. Aus Festigkeitsgründen ist die letztere Ausführung
bevorzugt.
Dabei ist es bevorzugt, den Schlitten vorzugsweise oberhalb der
Laufrollen in einer Führung des Chassis in Längsrichtung des
Inlineskaters verschiebbar angeordnet vorgesehen. An dieser Stelle steht
Platz zur Verfügung oder er kann durch ein geringfügiges Erhöhen des
Sohlenbereichs gegenüber den Laufrollen geschaffen werden. In einer
Nichteingriffsstellung können sich die Bremsrollen zwischen den
Laufrollen befinden, wo sie am wenigsten zusätzlichen Platz benötigen.
Zu einer Bremsung werden die Bremsrollen dann einfach gegen die
Laufrollen geschoben, was günstigerweise gegen eine Federkraft erfolgt,
um die Bremsrollen in Richtung auf ihre Ausgangsposition
vorzuspannen.
Es ist bevorzugt, daß mindestens der Inlineskater mit der
Bremseinrichtung ein an einem unteren Fuß-Schalenteil in Richtung nach
hinten und nach vorne schwenkbar gelenkig befestigtes Schaftteil
aufweist, das zur Umsetzung einer Schaftteilschwenkbewegung in eine
Verlagerungsbewegung der mindestens einen Bremsrolle über eine
Bewegungsübertragungseinrichtung an die Verlagerungseinrichtung
angeschlossen ist. Eine gewisse Abstützung der Waden nach hinten wird
beim Inlineskating als angenehm empfunden, und eine Führung des
Unterschenkels ist auch erforderlich, um das Verletzungsrisiko im
Sprunggelenkbereich zu minimieren. Da aber eine gewisse Beweglichkeit
im Sprunggelenk in der Bewegungsrichtung nach vorne und nach hinten
erforderlich ist, ist bei Inlineskatern ähnlich wie bei Skistiefeln
regelmäßig ein von dem unteren Fuß-Schalenteil getrenntes Schaftteil
vorgesehen, das an dem Fuß-Schalenteil gelenkig befestigt ist. Ein
Nachhintenbewegen des Schaftteils aus einer Normalposition kann zur
Betätigung der Bremseinrichtung verwendet werden. Diese Bewegung
wird bei der normalen Benutzung von Inlineskatern praktisch nicht
ausgeführt, so daß die Bremseinrichtung im Normalbetrieb nicht als
störend empfunden wird. Die Bewegungsübertragungseinrichtung, die die
Schaftteilschwenkbewegung in eine Verlagerungsbewegung der
Bremsrollen umsetzt, ist günstigerweise so ausgebildet, daß sie bei einer
Nachvornebewegung des Schaftteils die Bremsrollen von der Bewegung
des Schaftteils entkoppelt. Hält man sich den ganzen möglichen
Schwenkweg vor Augen, den das Schaftteil aus seiner Normalposition
nach vorne und nach hinten überstreichen kann, erkennt man, daß ein
ziemlich langer Freiweg für die Bremsrollen nötig wäre, wenn die
Bewegung der Bremsrollen mit der Bewegung des Schaftteils über dessen
gesamten Schwenkbereich gekoppelt wäre. Eine derartige Entkoppelung
kann beispielsweise durch ein federndes Zwischenglied erfolgen. Zur
Erzielung einer möglichst großen Bremskraft ist aber in Bremsrichtung,
d. h. beim Schwenken aus der Normalstellung nach hinten, eine möglichst
steife Ausbildung der Bewegungsübertragungseinrichtung bevorzugt.
Es ist günstig, als Teil der Bewegungsübertragungseinrichtung einen an
dem Chassis schwenkbar befestigten Winkelhebel vorzusehen.
Insgesamt kann die Bewegungsübertragungseinrichtung so ausgelegt
werden, daß die Anordnung der Drehpunkte und die Länge der
Hebelarme bzw. die Kraftangriffspunkte so gewählt werden, daß sich
günstige Kraftverhältnisse beispielsweise Kraftübersetzung oder
Kraftuntersetzung ergeben. Auch andere als rein mechanische
Bewegungsübertragungseinrichtungen wie beispielsweise solche die
hydraulisch arbeiten, können so ausgelegt werden, daß sich ein günstiges
Kräfteverhältnis ergibt.
Insbesondere kann eine Bremsrollen eine zu der konvexen Umfangsfläche
der Laufrollen im wesentlichen komplementäre Umfangsfläche konkaver
Gestalt aufweisen. Das hat den Vorteil, die Eingriffsfläche zwischen der
Bremsrolle und der Laufrolle zu vergrößern, und es hat weiterhin den
Vorteil, bei einem nicht beabsichtigten Durchrutschen zwischen
Bremsrolle und Laufrolle den Verschleiß auf eine größere Fläche zu
verteilen. Es kann auch bevorzugt sein, die Umfangsfläche der
Bremsrolle aus einem verglichen mit der Lauffläche der Laufrolle stärker
verschleißenden Material herzustellen. So kann man für den
unbeabsichtigten Fall des Durchrutschens zwischen Laufrolle und
Bremsrolle den Verschleiß auf die Bremsrolle konzentrieren. Es kann
gleichwohl auch bevorzugt sein, die Lauffläche der Laufrolle mit einem
stärker verschleißenden Material verglichen mit der Umfangsfläche der
Bremsrolle auszubilden.
Es ist bevorzugt, die Verzögerung der Bremsrolle durch einen auf die
Umfangsfläche der Bremsrolle einwirkenden Bremsklotz zu bewirken.
Ein solcher Bremsklotz kann an dem Chassis befestigt sein. Es ist
günstig, die Materialpaarung zwischen Bremsklotz und Bremsrolle so zu
wählen, daß der Verschleiß primär bei dem Bremsklotz auftritt. Zum
einen ist der Bremsklotz ein wegen seiner Form einfacher herzustellendes
Teil, er muß nicht rund sein wie die Bremsrolle, und zum anderen ist
seine Herstellung zusätzlich noch dadurch vereinfacht, daß er nicht
drehbar angebracht werden muß. Um den Verschleiß des Bremsklotzes
auszugleichen, kann eine nachstellbare Befestigung des Bremsklotzes
vorgesehen sein, so kann der Bremsklotz beispielsweise durch eine
Federeinrichtung gegen einen verstellbaren Anschlag vorgespannt sein.
Anstelle des Bremsklotzes kann auch eine Bremsrolle vorgesehen sein,
die durch einen hohen Lagerwiderstand an der Lagerungsstelle der
Bremsrolle die Laufrolle verzögert.
Es ist bevorzugt, die Verlagerungseinrichtung derart auszubilden, daß sie
im Verlauf der Verlagerungsbewegung eine Bremsrolle zuerst mit der
zugehörigen Laufrolle in Eingriff bringt und daß sie im weiteren Verlauf
der Verlagerungsbewegung die Bremsrolle mit dem zugehörigen
Bremsklotz in Eingriff bringt. Die Verlagerungseinrichtung kann so
ausgebildet sein, daß sie nach Ineingriffkommen der Bremsrolle mit der
zugehörigen Laufrolle bei weitergehender Verlagerungsbewegung eine
Bewegung der Bremsrolle noch weiter in Richtung Bremsklotz zuläßt.
Das hat den Vorteil, daß die Bremsrolle mit einem relativ geringen
Rollwiderstand auf die Laufrolle aufgesetzt werden kann und diese in
Drehung gebracht werden kann, bevor die eigentliche Bremskraft von
der Bremsrolle auf die Laufrolle übertragen wird. Dadurch wird ein
Durchrutschen zwischen Bremsrolle und Laufrolle weniger
wahrscheinlich.
Die Anordnung zwischen Laufrolle, Bremsrolle und Bremsklotz kann so
vorgenommen werden, daß sich eine Selbstverstärkung der Bremskraft
ergibt. Das kann im Extremfall sogar so weit gehen, daß eine Einleitung
des Bremsens automatisch ein Blockieren der Laufrollen zur Folge hat,
was naturgemäß nicht erwünscht ist. Bei der Auslegung ist deshalb
darauf zu achten, daß selbst bei starkem Verschleiß der an der Bremsung
beteiligten Teile ein solcher Zustand aus Sicherheitsgründen nicht
auftreten kann. Eine gewisse Selbstverstärkung kann jedoch durchaus
erwünscht sein, um eine effektivere Bremsung zu bewirken. Wichtige
Faktoren für das Auftreten und die Stärke der Selbstverstärkung sind
z. B. einerseits der Mittelpunkt der Bremsrolle und andererseits die
Eingriffsstellen zwischen Bremsrolle und Bremsklotz und Bremsrolle und
Laufrolle sowie die Winkel zwischen der Bewegungsrichtung der
Verlagerungseinrichtung und der Tangentialfläche an die Laufrolle bzw.
der Bremsfläche des Bremsklotzes. Andere Faktoren und Größen wie
beispielsweise die Materialwahl spielen auch eine Rolle.
Es ist zudem bevorzugt, alle Bremsrollen eines Inlineskaters von der
Verlagerungseinrichtung gemeinsam zu verlagern. Somit kann ein relativ
einfacher Mechanismus realisiert werden. Ein weiterer Vorteil liegt in
der Möglichkeit zur modularen Herstellung, was ein Auswechseln der
Bremseinrichtung erleichtert.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines zeichnerisch dargestellten
Ausführungsbeispiels noch näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Inlineskater mit einer Bremseinrichtung;
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Funktionsteile der
Bremseinrichtung und
Fig. 3 einen Schnitt durch ein Chassis eines Inlineskater mit den
dargestellten Teilen zum Teil im Schnitt, mit Blickrichtung in
Fahrtrichtung.
Fig. 1 zeigt einen Inlineskater 2 mit einer Bremseinrichtung 4, einem
Chassis 6 und Laufrollen 8. Man erkennt ferner ein Fuß-Schalenteil 10
sowie ein Schaftteil 12 des Inlineskaters 2. Das Schaftteil 12 ist über eine
Gelenkverbindung 14 mit dem Fuß-Schaltenteil 10 verbunden, so daß das
Schaftteil 12 innerhalb eines gewissen Schwenkbereichs gegenüber dem
Fuß-Schaltenteil 10 nach vorne bzw. nach hinten verschwenkt werden
kann. Üblicherweise ist in der extrem vordersten Stellung sowie in der
extrem hintersten Stellung ein Anschlag für das Schaftteil vorhanden, so
daß aus diesen Extremstellungen das Schaftteil nur nach vorne bzw. nach
hinten schwenkbar ist, wohingegen ein Schwenken nach hinten und nach
vorne aus diesen Positionen nicht möglich ist.
An dem Schaftteil 12 ist über einen Anschluß 16 eine Schubstange 18
gelenkig angeschlossen. Die Schubstange 18 ist ihrerseits an einen
Winkelhebel 20, der beim Punkt 22 an dem Chassis 6 befestigt ist,
angeschlossen. Vom Winkelhebel 20 geht eine ebenfalls gelenkig
angeschlossene weitere Schubstange 24 ab. Anstelle der jeweiligen
gelenkigen Anschlüsse kann auch eine gewisse Biegeelastizität
vorgesehen sein, was speziell für die Befestigung der ersten Schubstange
18 an dem Schaftteil 12 günstig ist.
In der schematischen Darstellung der Fig. 2 erkennt man wieder die
Laufrollen 8, die auf dem Untergrund 25 aufstehen. Man erkennt auch
die Bremseinrichtung 4 mit der Schubstange 18 und dem Anschluß 16 an
das nur schematisch gezeigte Schaftteil 12. Die Schubstange 18 ist über
den Winkelhebel 20 mit der Schubstange 24 verbunden, die wiederum
gelenkig an einen Schlitten 26 angeschlossen ist, an dem Bremsrollen 28
befestigt sind. Der Schlitten ist in Führungen 30 (siehe Fig. 3) in dem
Chassis 6 in Längsrichtung verschiebbar gelagert.
Fig. 2 zeigt ferner Bremsklötze 32, die in der gezeigten
Ausführungsform an dem Chassis befestigt sind. Die Bremsklötze 32
können zum Ausgleich von Verschleiß nachstellbar an dem Chassis 6
befestigt sein. Bei der gezeigten Ausführungsform ist eine kräftige Feder
34 vorgesehen, die sich auf der dem Bremsklotz 32 entgegengesetzten
Seite an dem (nicht gezeigten) Chassis 6 abstützt und auf der
entgegengesetzten Seite den Bremsklotz 32 gegen einen (nicht gezeigten)
Anschlag an den Stift 36 drückt. Der Stift 36 kann beispielsweise eine
einfache Gewindeschraube sein, die mehr oder weniger weit in das
Chassis 6 hineingeschraubt ist wodurch die Verstellung erfolgen kann.
Als Material für die Bremsklötze 32 eignet sich verschleißendes,
gummiartiges Material beispielsweise mit metallischen oder keramischen
oder anderen Einlagerungen aus Hartmaterial.
Bei dem Schlitten 26 handelt es sich um einen in der Draufsicht
durchbrochenen Rahmen mit Querverstrebungen, der in seinem Umfang
in Draufsicht im wesentlichen geschlossen ist, und zwischen dessen
Längsträgern die Achsen der Bremsrollen 28 befestigt sind. Die Achsen
können beispielsweise durch eine Schraubverbindung gegen die
Längsträger geklemmt sein, so daß die Bremswalzen 28 nach dem
Entfernen der Laufrollen 8 aus dem Chassis 6 von dem im Chassis 6
eingebauten Schlitten 26 abgebaut werden können. Der Schlitten ist
vorne gegen eine Feder 34 abgestützt, die tendentiell den Schlitten 26 in
eine Ruhestellung drückt, in der die Bremswalzen 28 jeweils schräg
hinter ihrer zugehörigen Laufrolle 8 außer Eingriff mit dieser angeordnet
sind. Ein Anschlag 36 an dem Chassis 6 im hinteren Bereich des Chassis
6 verhindert ein unbeabsichtigtes Nachhintenrutschen des Schlittens 26.
Zur Demontage kann der Schlitten 26 aber an dem Anschlag 36 vorbei
nach hinten aus dem Chassis 6 gezogen werden.
Bewegt der Fahrer des Inlineskaters 2 seinen Unterschenkel und damit
das Schaftteil 12 nach hinten, so wird diese Schwenkbewegung durch
eine die Schubstange 18, den Winkelhebel 20 und die Schubstange 24
aufweisende Bewegungsübertragungseinrichtung in eine Längsbewegung
des Schlittens 26 in Längsrichtung des Inlineskaters 2 nach vorne
umgesetzt. Im Verlauf dieser Bewegung kommen zuerst die Bremsrollen
28 mit den Laufrollen 8 in Berührung und beginnen zusammen mit
diesen zu drehen. Im weiteren Verlauf dieser Bewegung werden die
Bremsrollen 28 gegen die Bremsklötze 32 gedrückt und somit verzögert.
Diese Bremswirkung wird von den Bremsrollen 28 auf die Laufrollen 8
und von diesen auf den Untergrund 25 übertragen. Die Bewegung des
Inlineskaters 2 wird so verzögert.
Der Schlitten 26 kann etwas Spiel in Vertikalrichtung in dem Chassis 6
haben, so daß er auch nach Ineingriffkommen der Bremsrollen 28 mit
den Laufrollen 8 weiter nach vorn bewegt werden kann, um die
Bremsrollen 28 mit größerer Kraft gegen die Bremsklötze 32 zu drücken.
Eine andere Möglichkeit ist die gefederte Anbringung der Bremsrollen
28 in dem Schlitten 26.
Führt der Fahrer des Inlineskaters 2 eine Bewegung des Unterschenkels
nach vorne aus, so würde diese Schwenkbewegung ohne geeignete
Maßnahmen dazu führen, daß die Bewegungsübertragungseinrichtung 18,
20, 24 den Schlitten 26 nach hinten verschieben würde und damit die
Bremsrollen 28 jeweils gegen die hinter ihnen liegende Laufrolle 8
drücken würde. Das würde zu einer unbeabsichtigten
Rollwiderstandserhöhung des Inlineskaters 2 führen. Bei der gezeigten
Ausführungsform ist eine Bewegung des Schlittens 26 nach hinten durch
den Anschlag 36 verhindert. Die Bewegungsübertragungseinrichtung 18,
20, 24 ist durch den Entkoppelungsmechanismus 38 dann von der
Schwenkbewegung des Schaftteils 12 entkoppelt. Der
Entkoppelungsmechanismus 38 entkoppelt einen unteren Teil 42 und
einen oberen Teil 44 der Schubstange 18 voneinander. In seiner
einfachsten Form weist der Entkoppelungsmechanismus 38 eine
Schraubenfeder 40 auf, die sich mit ihrem unteren Ende gegen einen an
dem oberen Teil 44 der Schubstange 18 befestigten Anschlag 46 abstützt
und die sich mit ihrem oberen Ende gegen einen mit dem unteren Teil 42
der Schubstange verbundenen Anschlag 48 abstützt. Wird von einer
Schwenkposition des Schaftteils 12, in der der Schlitten 26 an dem
Anschlag 36 anliegt, das Schaftteil 12 weiter nach vorne geschwenkt,
wird zwar das obere Ende 44 der Schubstange mit dem Schaftteil 12
mitbewegt, das untere Ende 42 der Schubstange 18 verbleibt jedoch in
seiner Position, und es erfolgt lediglich ein Zusammendrücken der
Schraubenfeder 40 zwischen den Anschlägen 46 und 48. Bei einer
Bewegung nach hinten über einen bestimmten Punkt hinaus stößt der
untere Anschlag 46 des oberen Teils 44 der Schubstange 18 gegen den
unteren Teil 42 der Schubstange 18, wodurch eine steife Verbindung
geschaffen ist, die wie eine integrale Schubstange die nach hinten
Schwenkbewegung des Schaftteils 12 über den Winkelhebel 20 und
weiter überträgt.
In der Fig. 3 ist im Schnitt durch das Chassis 6 die Ausführungsform
von Fig. 2 gezeigt. Man erkennt die Bremsrolle 28, die vor den
gestrichelt gezeigten Bereichen des Bremsklotzes 32 und der Laufrolle 8
angeordnet ist. Der Bremsklotz 32 und die Laufrolle 8 befinden sich
somit hinter der Zeichenebene. Schematisch sind die Achse 50 der
Laufrolle 8 und die Achse 52 der Bremsrolle 28 gezeigt, wobei die
Achse 52 der Bremsrolle 28 an dem Schlitten 26 befestigt dargestellt ist.
Der Schlitten 26 selbst weist eine Nut auf, mit der er von einem in
Längsrichtung verlaufenden Führungssteg 30 des Chassis 6 geführt ist.
Der Bremsklotz 32 ist mit einer an die Form der Bremsrolle 28
angepaßten Gestalt gezeigt.
Claims (11)
1. Inlineskaterpaar, aufweisend je Inlineskater (2) mehrere Laufrollen
(8) in einem Chassis (6) und an mindestens einem der Inlineskater,
eine auf mehreren Laufrollen (8) wirkende Bremseinrichtung (4) mit
mehreren Bremselementen (28) vorgesehen ist, die an einem in
Längsrichtung des Inlineskaters (2) verlagerbaren Schlitten (26) so
angebracht sind, daß sie für einen Bremsvorgang durch eine
Verlagerung des Schlittens (26) mit Laufrollen (8) in Eingriff
gebracht werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bremselemente drehbare, gebremste Bremsrollen (28) sind.
2. Inlineskaterpaar nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
jeder Laufrolle (8) eines Inlineskaters mit Bremseinrichtung (4) eine
Bremsrolle (28) zugeordnet ist.
3. Inlineskaterpaar nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß alle Bremsrollen (28) eines Inlineskaters (2) an einem Schlitten
(26) befestigt sind.
4. Inlineskaterpaar nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schlitten (26) oberhalb der Laufrollen (8)
mit einer Führung (30) des Chassis (6) in Längsrichtung des
Inlineskaters (2) verschiebbar angeordnet ist.
5. Inlineskaterpaar nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens der Inlineskater (2) mit der
Bremseinrichtung (4) ein an einem unteren Fuß-Schalenteil (10) in
Richtung nach hinten und nach vorne schwenkbar gelenkig
befestigtes Schaftteil (12) aufweist, das zur Umsetzung einer
Schaftteilschwenkbewegung in eine Verlagerungsbewegung des
Schlittens (26) über eine Bewegungsübertragungseinrichtung an dem
Schlitten (26) angeschlossen ist.
6. Inlineskaterpaar nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bewegungsübertragungseinrichtung einen an dem Chassis (6)
schwenkbar befestigter Winkelhebel (20) aufweist.
7. Inlineskaterpaar nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Bremsrolle (28) eine zu der konvexen
Umfangsfläche einer Laufrolle (8) im wesentlichen komplementäre
Umfangsfläche konkaver Gestalt aufweist.
8. Inlineskaterpaar nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Umfangsfläche einer Bremsrolle (28) aus
einem verglichen mit einer Laufrolle (8) stärker verschleißenden
Material besteht.
9. Inlineskaterpaar nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verzögerung einer Bremsrolle (28) von
einem auf die Umfangsfläche der Bremsrolle (28) wirkenden
Bremsklotz (32) bewirkt wird.
10. Inlineskaterpaar nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bremsklötze (32) an dem Chassis (6) befestigt sind.
11. Inlineskaterpaar nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlitten (26) derart ausgebildet ist, daß er im Verlauf der
Verlagerungsbewegung zuerst die Bremsrollen (28) mit den
zugehörigen Laufrollen (8) in Eingriff bringt und erst im weiteren
Verlauf der Verlagerungsbewegung die Bremsrollen (28) mit den
zugehörigen Bremsklötzen (32) in Eingriff bringt.
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