DE19730899A1 - Ionisierende Strahlungsquelle für miniaturisierte Ionen-Mobilitätsspektrometer unter Verwendung mikrostrukturtechnischer Fertigungsmethoden - Google Patents
Ionisierende Strahlungsquelle für miniaturisierte Ionen-Mobilitätsspektrometer unter Verwendung mikrostrukturtechnischer FertigungsmethodenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine radioaktive Ionenquelle zur Erzeugung von
niederenergetischer α- oder β-Strahlung.
Solche Ionenquellen sind beispielsweise bekannt aus dem Prospekt
"Industrial gauging and analytical instrumentation sources" der Firma
Amersham, England (Juli 1996). Dort ist auf Seite 29 eine Tritiumquelle für
niederenergetische β-Strahlung beschrieben. Das Tritium ist in einer dünnen
Titanschicht auf einer Edelstahl oder Kupferfolie absorbiert mit einer Fläche
von 30.10 mm2 und einer Dicke von 0,25 mm. Die Maximalaktivität ist mit
500 mCi angegeben.
Das Problem üblicher im Handel erhältlicher Tritiumquellen besteht darin, daß
das Tritium lediglich in ein Trägermaterial (Metall) hineindiffundiert ist
(physisorbiert) und nicht fest gebunden ist (chemisorbiert).
Im einem weiteren Prospekt (43041990R1.000) der Firma Amersham
Buchler, Braunschweig werden Alpha-/Beta-Referenzstrahler - Typ 16/25
angeboten. Diese umfassen u. a. den Alphastrahler Am-241 mit Aktivitäten
zwischen 185 Bq und 3 kBq. Der radioaktive Stoff ist homogen in die
Oberfläche einer eloxierten Aluminiumfolie mit dem Durchmesser 16 mm und
der Dicke 0,3 mm eingebracht. Die Dicke der von der Oberfläche aus
aktivierten Schicht beträgt ca. 5 Mikrometer.
Eine gängige Alternative ist ebenfalls, daß sich der radioaktive Stoff, z. B.
Americiumoxid, in eine etwa 2 Mikrometer dicken Goldmatrix zwischen einer
etwa 1 Mikrometer dicken Goldschicht und einer etwa 2 Mikrometer dicken
Deckschicht aus Gold-Palladium-Legierung auf einem etwa 0,2 mm dicken
Träger aus Silber befindet.
Die Erzeugung von Ionen ist, wie der Name schon sagt, eine grundlegende
Voraussetzung bei der Ionenmobilitätsspektrometrie (IMS). Hierfür haben sich
relativ niederenergetische, radioaktive, ionisierende Strahlungsquellen mit
einer Reichweite in Umgebungsluft von einigen Millimetern bewährt. Bei einer
Miniaturisierung eines IM-Spektrometers unter Verwendung von
mikrostrukturtechnischen Verfahren, z. B. auf Silizium (Si)-Basis, sind die
bekannten Ionenquellen aufgrund ihrer Bauform und -größe jedoch nur
bedingt einsetzbar.
Es besteht daher der Bedarf nach Strahlungsquellen, die an die veränderte,
i.a. verkleinerte Geometrie und Bauart angepaßt sind ohne dabei effektiv an
Aktivität zu verlieren. Insbesondere sollte nach Wegen gesucht werden, auch
die Ionenquelle anlehnend an die Mikrostrukturtechnologie zu gestalten.
In einer ersten Ausführungsform der Erfindung wird die Aufgabe dadurch
gelöst, daß die Ionenquelle aus einer Trägerschicht aus Halbleitermaterial
besteht, an deren Oberfläche Tritium (3H) chemisch, kovalent gebunden ist.
Die kovalente Bindung verhindert bis zu recht hohen Temperaturen, daß sich
das Tritium wieder von der Quelle löst und möglicherweise in die Umgebung
gelangt. Die Verwendung einer halbleitenden Schicht als Träger gestattet es,
auch bei der Ionenquelle die aus der weit entwickelten Halbleitertechnologie
bekannten Fertigungsverfahren zu übernehmen. Insbesondere kann die
halbleitende Schicht auf nahezu beliebige Strukturen aufgebracht und mit
leitfähigen Kontakten versehen werden.
Vorzugsweise ist die Oberfläche porös, z. B. durch Verwendung einer
amorphen Halbleiterschicht. Dies hat den Vorteil, daß die effektive Oberfläche
vervielfacht wird und dadurch um Größenordnungen mehr Tritium fest
gebunden werden kann als bei einer glatten Einkristalloberfläche.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Halbleiter Silizium. Die
Siliziumtechnologie ist besonders weit entwickelt. Dies gilt auch für die
Hydrierung (Passivierung) von Siliziumoberflächen, wobei nun einfach der
übliche Wasserstoff durch das radioaktive Isotop Tritium ersetzt werden muß.
Si kristallisiert in Diamantstruktur aus. Diese ist identisch mit der
Zinkblendestruktur, bei der die Basis aus Atomen der gleichen Sorte
bestehen (Fig. 1). Es handelt sich hierbei um zwei ineinander geschobene
kubisch-flächenzentrierte Gitter (face centered cubic, fcc), deren beiden
Basisatome sich auf den Positionen (0,0,0) und (114, 114, 114) befinden.
Betrachten wir nun einen Si-Würfel mit einem Volumen von 1 cm3. Bei einer
Dichte des Si von ρ = 2.33 g/cm3 und einer relativen Atommasse von m = 28
amu beinhaltet 1 cm3 Si eine Anzahl von 5.1022 Atomen.
1 cm2 enthält somit etwa 1,4.1015 Si-Atome an der Oberfläche. Schneidet
man nun den Volumenkristall durch, so erkennt man, daß jedes an der
Oberfläche befindliche Si-Atome zwei ungesättigte Bindungen aufweist, sog.
"Dangling Bonds" (Fig. 2). Diese sind stark reaktiv und würden unter
Normalbedingungen Sauerstoff binden. Stellt man diese Oberflächen unter
reinen und kontrollierten Bedingungen, wie z. B. Vakuum, her, ordnen sich
die Atome der Oberfläche um, um möglichst wenige freie ungesättigte
Bedingungen aufzuweisen (Fig. 3).
Zusammengenommen kann bis hierher festgestellt werden, daß die
tatsächliche Anzahl von möglichen freien Bindungen auf 1 cm2 Si in der
Größenordnung von 1015 liegt. Hierbei ist auch berücksichtigt, daß solch eine
Oberfläche nicht idealglatt ist, sondern auch Gräben und Berge aufweisen
wird, die die reale Oberfläche noch vergrößern.
Die restlichen freien Bindungen weisen immer noch ein reaktives Potential
auf. Ein übliches Verfahren, um Si-Oberflächen zu passivieren, besteht darin,
Wasserstoff aufzubringen und kovalent binden zu lassen. Je nach
Fertigungsprinzip erfolgt das im Vakuum einfach durch Begasen mit
Wasserstoff, in einem naßchemischen Verfahren wie z. B. CMOS durch
Ätzen (P. Dumas, Vacuum Ultraviolet Radiation Physics, Proceedings of the
10th VUV conference, p. 395-407).
Da sich Tritium chemisch identisch wie üblicher Wasserstoff verhält, ergibt
sich nun die Möglichkeit, geläufige Verfahren zur Passivierung mit
Wasserstoff statt dessen mit Tritium durchzuführen.
Wie bisher festgestellt wurde, weist 1 cm2 einer Si-Oberfläche etwa 1015 freie
Bindungen auf, die nun durch radioaktives Tritium gesättigt sind. Eine
Vergrößerung der effektiven Oberfläche kann durch die Verwendung porösen
Si erzielt werden. Faktoren von 100 sind hier leicht zur erreichen, ggf. sogar
1000 oder mehr. Hier sei allerdings von 100 ausgegangen. Damit erhöht sich
die Anzahl der kovalent gebundenen Tritiumatome auf 1017 cm2. Einer
etwaigen Absorption von Strahlung durch das poröse Si selbst wird damit
ebenfalls Sorge getragen.
Nun muß eine Betrachtung des radioaktiven Zerfalls von Tritium erfolgen.
Tritium hat eine Halbwertszeit von T1/2 = 12.3 Jahren oder 3,88 × 108
Sekunden. In den ersten Jahren zerfallen von den auf 1 cm2 Si gebundenen
1017 Tritiumatomen pro Jahr ca. 5 × 1015 Kerne. Das entspricht einer
spezifischen Aktivität von etwa 160 MBq/cm2 (4.3 mCi/cm2) auf der Si-
Oberfläche. Der tatsächliche Wert wird wahrscheinlich höher sein, da alle
bisher erfolgten Abschätzung mit einer großen Sicherheit nach unten
erfolgten. Mit einer realen Oberfläche von 3-4 cm2 kann somit die Leistung
einer handelsüblichen 63Ni-Quelle erzielt werden (z. B. 555 MBq/15 mCi bei
4 cm2).
Die Tritiumatome werden an der Siliziumoberfläche kovalent so fest
gebunden, daß eine Temperatur von etwa 350-400 Grad Celsius nötig wäre,
sie wieder zu lösen. Bei dieser Temperatur wäre allerdings auch bereits das
Trägermaterial zerstört. Für andere Halbleiter gilt Ähnliches.
In einer zweiten Ausführungsform einer radioaktiven Ionenquelle, angepaßt
an die Mikrostrukturtechnologie, werden geeignete radioaktive Materialien im
Abstand von der Oberfläche in das Material einer Trägerschicht in Form von
Ionen implantiert. Dies hat den Vorteil, daß über die Implantationstiefe die
Reichweite der radioaktiven Strahlung oberhalb der Oberfläche eingestellt
werden und an die Geometrie des IM-Spektrometers angepaßt werden kann.
Ionenimplantation kommt z. Zt. als Standardverfahren zur Dotierung von
Halbleitern oder zur Erzeugung vergrabener Schichten von Metallsilikaten zur
Anwendung. Die radioaktiven Metallatome werden ionisiert, danach
beschleunigt und auf die Oberfläche geschossen. Je nach Energie der Ionen
sammeln sich die Metallatome gaußverteilt in einer bestimmten Materialtiefe
an. Ein kurzer intensiver Temperschritt regeneriert sowohl den Kristall, kann
aber bei geeigneten Parametern auch zu extrem scharfen Übergängen
zwischen dem reinen und dotierten Halbleitermaterial führen.
Beispielsweise ist 241Americium ein Alphastrahler. Mit einer Energie der
Alphateilchen von ca. 5.4 MeV beträgt die Reichweite dieser Strahlung an
Luft etwa 4 cm. Für eine Miniaturisierung auch des Ionenproduktionsraumes
im IMS ist das eine zu hohe Reichweite. Ist der Strahler allerdings in anderem
Material als Luft begraben, ist auch die Reichweite dieser Strahlung geringer.
Nach der Regel von Bragg und Kleemann beträgt die Reichweite der
Alphateilchen R = RLuft c m1/2/ρ.
Dabei ist R die Reichweite in Luft bzw. dem Material, m die relative
Atommasse des Materials, ρ seine Dichte und c = 3,2 × 10⁻4 g cm⁻3 eine
Konstante. Mit den Werten für Silizium ergibt sich somit eine Reichweite von
85 µm. Das ist eine für Ionenimplantation mögliche Tiefe. Allerdings will man
nicht erreichen, daß keine Strahlung den Kristall verläßt, sondern ihre
Reichweite nur verkürzt wird. Eine Implantation in einer Tiefe von 60 µm sollte
somit noch eine mittlere Reichweite von ca. 1 cm ermöglichen. Hierbei muß
allerdings eine deutliche Verringerung der Strahlungsintensität in Kauf
genommen werden.
Bezieht man sich wieder auf eine Grundfläche von 1 cm2, so ist jetzt auch die
Dicke der dotierten/implantierten Schicht entscheidend. Diese sollte nach
obigen Überlegungen etwa (10-)20 µm betragen. Das betreffende aktive
Volumen ergibt sich so zu 0,002 cm3. Eine Ionenimplantation ist, je nach
Material, bis zu einer Größenordnung von 1022 Ionen/cm3 zu realisieren. Es
sei hier zunächst einmal 1021 als Wert gewählt.
241Americium hat eine Halbwertszeit von ca. 432,6 Jahren. Pro Jahr zerfallen
somit 1,6 × 1018 Kerne, was eine spezifische Aktivität unseres Materials
von 5.1010 Bq/cm3 ergibt. Da unsere Schicht lediglich 0,002 cm3 beträgt, verringert
sich die Aktivität entsprechend auf 108 Bq/cm2 in der aktiven Fläche. Geht
man nun von einem Verlustfaktor der Strahlung von etwa 100 im Si aus, liegt
die Quelle immer noch im Bereich von 1 MBq/cm2. In der Tat wird der
tatsächliche Wert wie im ersten Fall höher liegen, da auch hier die
Abschätzungen nach unten abgesichert wurden. Durch Erhöhung der
Implantationsrate bis zum Maximum von Am2Si und Verbreiterung der Schicht
implantierten Materials könnte die gewünschte Aktivität beliebig im Rahmen
gewisser Grenzen eingestellt werden.
Vorzugsweise sind die implantierten Ionen Alphastrahler, insbesondere
241Am. Dies hat den Vorteil, daß ihre Reichweite über die Implantationstiefe
gut an die Dimensionen eines Ionenproduktionsraums eines IMS angepaßt
werden kann.
In einer bevorzugten Weiterbildung dieser Ausführungsform ist das Material
der Oberfläche ein Halbleiter, insbesondere Silizium. Damit kann die
Ionenquelle durch Implantation direkt in ein Bauteil aus handelsüblichem
Halbleitermaterial integriert werden. Alle Vorteile dieser Technologie bleiben
für dieses Bauteil erhalten, insbesondere kann es hochpräzise gefertigt,
dotiert, beschichtet und kontaktiert werden.
In Ausführungsformen können auch andere Trägermaterialien verwendet
werden, z. B. Metalle, in die die radioaktiven Ionen mit Abstand von der
Oberfläche implantiert werden.
Die Erfindung betrifft auch ein Ionen-Mobilitätsspektrometer mit einer
erfindungsgemäßen radioaktiven Ionenquelle.
Es versteht sich, daß die oben geschilderten und die noch weiter unten
aufgeführten Merkmale nicht nur in der jeweils genannten Kombination
sondern auch in beliebiger anderer Kombination oder in Alleinstellung
verwendet werden können, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung wir anhand von Ausführungsbeispielen und der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 Einheitszelle eines Kristalls in Zinkblendestruktur.
Fig. 2 Draufsicht auf eine ideale Si (001) Oberfläche.
Fig. 3 Veränderung der Bindungen an der Oberfläche eines Si-Kristalls
und kovalente Bindung des Tritiums;
Fig. 4 Implantierte Schicht aus radioaktiven Ionen in einer Oberfläche.
Im einzelnen zeigt Fig. 1 die Elementarzelle von Silizium, das bereits oben
stellvertretend für Halbleitermaterialien besprochen wurde. Beim Si sind
schwarze und weiße Atome gleichberechtigt und hier nur zur Erleichterung
unterschiedlich gestaltet. a ist die Gitterkonstante. Das kartesische
Koordiantensystem zeigt die kristallographischen Richtungen an.
Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf eine ideale Si (001) Oberfläche. Schwarz sind
die Atome der Oberfläche, weiß jene der ersten Volumenlage. Die "Dangling
Bonds" ragen aus der Zeichenebene heraus. Die Oberfläche eines Kristalls
stellt eine Störung der Volumenstruktur dar. Um die Anzahl der freien
Bindungen zu minimieren, rekonstruiert die Oberfläche. Dies ist in Fig. 3 für
eine Si (001)-Oberfläche dargestellt. Ausgehend von der Situation im
Volumen (a) kann man sich die Bindungsverhältnisse an der Oberfläche
erzeugen durch eine Dehybridisierung, die auf die in (b) dargestellte
Konfiguration einer idealen Oberfläche führt und eine Dimerisation, die
letztlich auf die endgültige, aplanare rekonstruierte Oberfläche (c) führt; es
sind je nach Präparationsbedingungen auch andere ähnliche
Rekonstruktionen denkbar. Pro Oberflächenatom ergibt sich nach der hier
gezeigten Rekonstruktion (c) lediglich eine halbe freie Bindung anstelle von
zweien wie vorher (a).
In der Siliziumtechnologie, allgemein: Halbleitertechnologie, ist es üblich, die
verbleibenden freien Bindungen durch Anlagern von z. B. Wasserstoff zu
passivieren, was einerseits zu einer Absättigung der Bindungen führt,
andererseits aber auch den Wasserstoff sehr fest an den Halbleiter bindet.
Die vorliegende Erfindung nutzt diese Tatsache aus. Indem man zur
Passivierung anstelle von Wasserstoff (1H) das chemisch äquivalente Tritium
(3 H) an lagert, kann man die Tritiumatome zuverlässig in bzw. an einen
Festkörper binden (d). Die kovalenten Bindungen sind extrem fest, so daß
weit weniger als beim reinen Adsorbieren oder Eindiffundieren, z. B. in ein
Metall, die Gefahr besteht, daß bei einer Temperaturerhöhung die
Tritiumatome wieder abgegeben werden und möglicherweise in die Umwelt
gelangen.
Um die effektive Oberfläche und damit die Anzahl der freien Bindungen zu
erhöhen, ist es vorteilhaft, eine rauhe Oberfläche zu verwenden, z. B. durch
eine amorphe Halbleiterschicht. Die Oberflächenschicht, die das Tritium
bindet, kann auf einem nahezu beliebigen Träger aufgebracht sein, z. B. aus
Keramik oder wiederum aus einem halbleitenden Material. Man kann hier die
ganze Palette der bekannten und weit entwickelten Fertigungsmethoden der
Halbleiterindustrie einsetzen. Insbesondere können bei einer miniaturisierten
IMS-Zelle eine ganze Reihe von Funktionen auf einem einzigen,
strukturierten Halbleiterbauteil integriert sein. Es kann beispielsweise eine
Wand eines Ionisationsraums bilden, elektrische Kontakte,
Widerstandsschichten und Elektroden können aufgebracht sein.
In Fig. 4 ist äußerst schematisch eine weitere Ausführungsform der Erfindung
dargestellt. Die radioaktiven Atome der Ionenquelle (101) werden nicht an die
Oberfläche 103 einer Trägerschicht 102 kovalent gebunden sondern, mittels
Ionenimplantation als Ionen in das Trägermaterial definiert eingeschossen,
so daß sie in einer endlichen Tiefe d unterhalb der Oberfläche zur Ruhe
kommen und dort eine Dotierungsschicht 104 bilden. Diese Schicht kann
durch einen Temperschritt nachdem noch einmal gezielt definiert werden.
Wie bereits oben diskutiert, bietet sich diese Art der Ionenquelle für ein
miniaturisiertes IMS besonders für den Alphastrahler 241Am an. Durch
Einstellen der Beschleunigungsspannung beim Implantieren kann die Tiefe d
der Dotierungsschicht unter der Oberfläche recht gut definiert und angepaßt
werden. Damit wird es möglich, die effektive Reichweite der Alphastrahlung
oberhalb der Oberfläche an einen miniaturisierten Ionisationsraum des IMS
anzupassen.
Vorzugsweise besteht die Trägerschicht wie beim ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung wieder aus einem Halbleitermaterial, insbesondere Silizium, mit
den bereits geschilderten Vorteilen. In einem Ausführungsbeispiel ist der
Strahler 241Am, der Träger Si und die optimale Tiefe d = 60 Mikrometer. Der
Ionisationsraum des IMS hat dann Lineardimensionen von etwa 1 cm.
Da die Fixierung der radioaktiven Atome nicht über eine kovalente Bindung
an den Halbleiter erfolgt sondern durch Einschießen weit unter die
Oberfläche, kann als Trägermaterial anstelle des bevorzugten Halbleiters
auch ein Metall verwendet werden.
Die erfindungsgemäße Ionenquelle wird bevorzugt in einem miniaturisierten
Ionen-Mobilitätsspektrometer eingesetzt. Die Merkmale der Erfindung
gestatten es, einen verkleinerten Ionisationsraum vorzusehen und die
Ionenquelle fertigungstechnisch in den Ionisationsraum zu integrieren.
Claims (11)
1. Radioaktive Ionenquelle (1) zur Erzeugung von niederenergetischer
α- oder β-Strahlung,
dadurch gekennzeichnet, daß
sie aus einer Trägerschicht (2) aus Halbleitermaterial besteht, an deren
Oberfläche (3) Tritium (3H) chemisch, kovalent gebunden ist.
2. Radioaktive Ionenquelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche (3) porös ist.
3. Radioaktive Ionenquelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Halbleitermaterial Silizium ist.
4. Radioaktive Ionenquelle (101) zur Erzeugung von niederenergetischer
α- oder β-Strahlung,
dadurch gekennzeichnet, daß
sie aus einer Trägerschicht (102) besteht, in die radioaktive Materialien
in Form von Ionen in einer Schicht (104) im Abstand d von ihrer
Oberfläche (103) implantiert sind.
5. Radioaktive Ionenquelle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die radioaktiven Materialien einen Alphastrahler umfassen.
6. Radioaktive Ionenquelle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die radioaktiven Materialien 241Am umfassen.
7. Radioaktive Ionenquelle nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Trägerschicht (102) aus einem
Halbleitermaterial besteht.
8. Radioaktive Ionenquelle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Trägerschicht (102) aus Silizium besteht.
9. Radioaktive Ionenquelle nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ionen in einer Schicht (104) in der Tiefe d von
mehr als 20 Mikrometern, vorzugsweise mehr als 50 Mikrometern,
insbesondere etwa bei 60 Mikrometern unterhalb der Oberfläche (103)
implantiert sind.
10. Ionen-Mobilitätsspektrometer mit einer radioaktiven Ionenquelle (1;
101) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
11. Ionen-Mobilitätsspektrometer nach Anspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß es einen Ionisationsraum umfaßt, dessen lineare
Ausdehnung senkrecht zur Oberfläche der Ionenquelle kleiner ist als 2
cm, vorzugsweise kleiner als 1 cm.
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Publications (2)
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