DE19729201A1 - Filmabtaster mit störsignalreduzierender Lichtton-Abtastung - Google Patents
Filmabtaster mit störsignalreduzierender Lichtton-AbtastungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Filmabtaster mit einer Einrichtung zur Abtastung von
Lichttonspuren auf einem bandförmigen Träger, wobei die Toninformation senkrecht
zur Bewegungsrichtung des Trägers mittels einer opto/elektronischen Wandlerein
richtung abgetastet wird. Die Erfindung betrifft ferner auch ein hierzu korrespondie
rendes Verfahren zur Lichttonabtastung.
Lichtton-Aufzeichnung auf Kinofilmen ist praktisch in ihrer gegenwärtigen Form seit
den frühesten Tagen des Tonfilms verwendet worden. In der ältesten Form wurde
eine einzelne monophone Lichttonspur verwendet, wobei bei der sog. Sprossen
schrift die Transparenz der Tonspur und bei der sog. Einzackenschrift die Breite der
klaren Fläche proportional zur aufgezeichneten Modulationsamplitude war. Spätere
Modifikationen zur Reduzierung von Verzerrungen führten einfache Doppelzacken- und
zweifache Doppelzacken-Spuren ein, die einander benachbart waren und die
gleiche Modulationsinformationen trugen, somit identische Muster hatten. Eine mo
derne Modifikation ist die getrennte Modulation der doppelten zweiseitigen Spuren
zur Erzielung eine stereophonen Wiedergabe.
Zur Wiedergabe von auf vorstehende Weise beschriebenen Lichtton-Aufzeichnungen,
welche als Lichtton-Abtastung bezeichnet wird, wird gebräuchlicher Weise die
gesamte Spurbreite der Lichttonspur beleuchtet indem ein mit konstanter Helligkeit
ausgeleuchteter Spaltes auf die Lichttonspur abgebildet wird. Auf der anderen Seite
des Films wird das durch die Toninformation in seiner Helligkeit modulierte durch
scheinende Licht des Spaltes von ein oder zwei Fotosensoren, beispielsweise Foto
dioden aufgefangen und in elektrische Signale gewandelt.
Lichttonspuren sind besonders empfindlich gegen Störungen durch Schmutz und
Kratzer, deren Anzahl mit der Anzahl von Malen steigt, die die Kopie projiziert
wird. Verzerrungen von Zischlauten der Sprache, ein sog. "Donnereffekt", können
durch Streulichteffekte der Zackenschrift entstehen. Nichtlineare Verzerrungen kön
nen bei der Sprossenschrift durch eine nichtlineare Schwärzungskurve entstehen, die
z. B. bei der Abtastung von Tonnegativen vorliegt. Durch die relativ große Apertur
der Spaltblende ist der Frequenzgang auf ca. 8 kHz begrenzt.
Zur Erhaltung von alten Kinofilmen wird heute der Bildteil umkopiert und die Licht
tonspur einspurig auf Magnetfilm übertragen. Da bei diesen Materialien die Tonspur
oft verschrammt und durch teilweise durchkopierten Schmutz gestört ist, werden alle
Störungen auf den neuen Tonträger übertragen. Durch zeitaufwendige Tonnachbear
beitung wird mit elektronischen Filtern und manueller Bearbeitung von Knackern
und Prasseln der Lichtton verbessert. Dieser "restaurierte" Ton wird anschließend
wieder auf die neue Kopie belichtet und der Original-Kinofilm in vielen Fällen ver
nichtet.
In der DE 28 23 853 ist ein Verfahren beschrieben, in dem zur Störunterdrückung
das Bild des Spaltes auf eine Reihe von nebeneinander liegenden Fotosensoren
abgebildet wird, wobei für jeden Sensor ein eigener Verstärker und Begrenzer
vorgesehen ist. Der vorgeschlagene Aufbau ist jedoch außerordentlich aufwendig, da
für eine hinreichend gute Signalauflösung bei einer Breite der Tonspur von 2 mm bis
2,5 mm etwa 500 bis 1000 Fotosensoren benötigt werden. Das vorgeschlagene
Verfahren würde daher mindestens 500 Verstärker und Begrenzer erfordern.
Außerdem sind die genannten Begrenzerschaltungen nur bei der Zackenschrift zur
teilweisen Störbeseitigung geeignet. Maßnahmen zur Verringerung des sog.
Donnereffektes und der nichtlinearen Verzerrungen sind nicht angegeben.
Aufgabe der Erfindung ist daher, die oben genannten Nachteile zu beseitigen und
mit verringertem Aufwand eine verbesserte Störbefreiung sowohl für Sprossenschrift
als auch für Zackenschrift zu erreichen.
Diese Lösung wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die opto/elektronische
Wandlereinrichtung dazu vorgesehen ist, die Toninformation zeilenweise abzutasten
und daß die Abtastwerte für eine zweidimensionalen Filterung vorgesehen sind.
Kinofilme besitzen eine Auflösung von 50 LP/mm-100 LP/mm, d. h. 100 bis 200
Bildpunkte pro mm. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu Grunde, daß auch die
Lichttonspur diese Auflösung besitzt, d. h. bei einer Tonspurbreite von 2,5 mm sind
250 bis 500 Bildpunkte vorhanden, die bei derzeitiger Lichttonabtastung mit einem
Fotoelement integral zusammengefaßt werden. Durch zeilenweise Abtastung dieser
Bildpunkte kann entsprechend der optischen Auflösung der Lichttonspur eine
Vielzahl von Abtastwerten gewonnen werden. Durch eine zweidimensionale Fil
terung dieser Bildpunkte können mit Techniken der an sich aus der Bildabtastung
bekannten Fehlerkorrekturmaßnahmen die durch Kratzer und Schmutz gestörten
Bildpunkte weitgehend eliminiert werden. Durch dieses Fehlerconcealment kann man
eine wesentlich verbesserte Tonwiedergabe erreichen und die Nachteile der heutigen
Tonnachbearbeitung verringern.
Vorzugsweise ist die zweidimensionale Filterung bereits in die sonstige Elektronik
eines Filmabtasters integriert. Denkbar ist jedoch auch den Filmabtaster mit einer
Schnittstelle auszustatten, an welcher die zeilenweise abgetasteten Lichttonabtast
werte an einer Schnittstelle zur weiteren Verarbeitung in einem externen Gerät zur
zweidimensionalen Filterung zur Verfügung gestellt werden. Die Erfindung ist
jedoch nicht nur auf Filmabtaster als solche beschränkt, sondern umfaßt auch solche
Abtaster, die nur die Lichttoninformation abtasten.
Die zeilenweise Abtastung erfolgt vorzugsweise mittels quer zur Laufrichtung des
Tonfilmes ausgerichtete zeilenförmige Anordnungen von vielen Fotodioden mit
eingebautem analogen Schieberegister (vorzugsweise CCD Zeilensensor), da diese
mit relativ geringen Abmessungen erhältlich sind. Am Ausgang des Schieberegisters
steht ein sequentielles Signal zur Verfügung steht, welches bei Verwendung von
üblicherweise digitalen zweidimensionalen Filtern einer Analog-/Digital-Umsetzung
unterzogen wird. An Stelle einer zeilenförmigen Abtastung mit Fotodioden könnte
auch eine punktförmige Abtastung der Tonspur durchgeführt werden, indem ein
kleiner intensiver Lichtfleck quer über die Tonspur abgelenkt wird und mit einem
Fotosensor ein sequentielles Signal erzeugt wird.
Nach dem Fehlerconcealment kann eine weitere manuelle Bearbeitung, z. B.
Frequenzganganhebung und Ausbesserung großer Fehlstellen mit kommerziell
verfügbaren Geräten erfolgen.
Durch zweidimensionale Signalverarbeitung z. B. Median-Filterung der horizontal
und vertikal benachbarten Bildpunkte der Tonspur sowie pegelabhängige Signalver
arbeitung kann eine wesentlich verbesserte Störbefreiung erreicht werden. Besonders
vorteilhaft ist, daß durch Umschaltung der Verarbeitungs-Prozeduren (Algorithmen)
in Abhängigkeit, ob eine Sprossenschrift oder Zackenschrift vorliegt, für alle
verwendeten Tonspuren eine wesentlich verbesserte Störbefreiung durchgeführt
wird.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Entzerrung und Störbefreiung von Lichtton-Negati
ven durch Umschaltung der Verarbeitungs-Prozeduren in Abhängigkeit, ob ein
Lichtton-Positiv oder -Negativ abgetastet wird. Dabei kann durch Auswertung der
abgetasteten Signale eine automatische Adaption und Optimierung der Bearbeitungs-
Prozeduren auf die unterschiedlichen Tonspur-Verfahren sowie Positive und Nega
tive erfolgen.
Durch eine nichtlineare pegel- und frequenzgangabhängige Korrektur kann der
Donnereffekt verringert werden und durch eine Gamma-Korrektur nichtlineare
Verzerrungen beseitigt werden.
Durch die hohe Auflösung der Abtastanordnung wird ein verbesserter Frequenzgang
erreicht.
Weiterhin kann durch eine farbselektive Beleuchtung der Tonspur bei der Abtastung
eine verbesserte Trennung von Silberbild und Farbstoffbild der Tonspur hergestellt
werden, was zu einer Verringerung der Rauschstörungen führt.
Die einzige Figur zeigt eine Anordnung zur erfindungsgemäßen Störsignalbefreiung
von Lichtton-abgetasteten Toninformationen. Aus 500 Bildpunkten pro Zeile und
einer Zeilenfrequenz von 44 kHz bei einer Filmgeschwindigkeit von 24 Bildern/s
resultiert eine Pixelrate von 22 Mpixel/s. In einem Analog/Digital-Umsetzer werden
diese Abtastwerte in digitale Abtastwerte umgesetzt. In einem darauffolgenden
zweidimensionalen Filter werden in der Lichttonspur enthaltene punkt- und
strichförmige Störungen, die beispielsweise von Schmutzpartikel oder Filmkratzern
herrühren, beispielsweise durch ein zweidimensionales Medianfilter entfernt.
Vorzugsweise werden die gefilterten Daten zwischengespeichert um sie dann an
schließend mit bekannten käuflich erwerbbaren Restaurierungssystemen noch einmal
zu überarbeiten.
Claims (2)
1. Filmabtaster mit einer Einrichtung zur Abtastung von Lichttonspuren auf einem
bandförmigen Träger, wobei die Toninformation senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Trägers mittels einer opto/elektronischen Wandlereinrichtung abgetastet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die opto/elektronische Wandlereinrichtung dazu vorgesehen ist, die Toninformation
zeilenweise abzutasten wobei die Abtastwerte für eine zweidimensionale Filterung
vorgesehen sind.
2. Verfahren zur Abtastung von Lichttonspuren auf einem bandförmigen Träger,
wobei die Toninformation senkrecht zur Bewegungsrichtung des Trägers mittels
einer optoelektronischen Wandlereinrichtung abgetastet werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß vorgesehen ist, die Toninformation zeilenweise abzutasten um die Abtastwerte
anschließend für eine zweidimensionale Filterung vorzusehen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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Publications (1)
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Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1091573A3 (de) * | 1999-10-08 | 2002-03-20 | Philips Corporate Intellectual Property GmbH | Vorrichtung und Verfahren zur Wiedergabe von Lichttonaufzeichnungen |
| WO2003025913A1 (en) * | 2001-09-17 | 2003-03-27 | Thomson Licensing S. A. | Variable area film soundtrack renovation |
| WO2004099872A1 (en) * | 2003-05-02 | 2004-11-18 | Thomson Licensing S.A. | Digital reproduction of variable density film soundtracks |
| US7050142B2 (en) | 2001-09-17 | 2006-05-23 | Technicolor Inc. | Digital reproduction of optical film soundtracks |
| US7126663B2 (en) | 2001-09-17 | 2006-10-24 | Technicolor Inc. | Variable area film soundtrack renovation |
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-
1997
- 1997-07-08 DE DE1997129201 patent/DE19729201A1/de not_active Withdrawn
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| US7050142B2 (en) | 2001-09-17 | 2006-05-23 | Technicolor Inc. | Digital reproduction of optical film soundtracks |
| US7123339B2 (en) | 2001-09-17 | 2006-10-17 | Thomson Licensing | Processing variable area film soundtracks |
| US7126663B2 (en) | 2001-09-17 | 2006-10-24 | Technicolor Inc. | Variable area film soundtrack renovation |
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