-
Verfahren zur Steigerung der Schärfe bei der Aufzeichnung der Reproduktionen
lichtelektrisch abgetasteter Bildvorlagen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Steigerung der Schärfe bei der Aufzeichnung der Reproduktionen lichtelektrisch abgetasteter
Bildvorlagen, wobei das bei der Abtastung erhaltene Bildsignal auf mindestens zwei
Kanäle verzweigt wird, in deren mindestens einem das Bildsignal verzögert wird.
-
In der elektronischen Reproduktionstechnik, aber auch bei der Bildtelegraphie
werden bei der lichtelektrischen Abtastung von Bildvorlagen zwecks elektromechanischer
Herstellung von Druckformen mittels elektronischer Klischiermaschinen oder zwecks
Herstellung korrigierter photographischer Farbauszüge mit Hilfe von Farbscannern
oder auch zwecks photographischer Aufzeichnung mittels eines fernen Bildempfängers
elektrische Signale erhalten, die nach gewissen Veränderungen, die für eine Tonwert-
oder Farbkorrektur erforderlich sind, zur Aufzeichnung der Reproduktionen der Bildvorlage
verwendet werden, sei es, daß diese Signale die Eindringtiefe von Gravierwerkzeugen
steuern, welche Druckformen gravieren, sei es, daß diese Signale die Helligkeiten
von Schreiblampen steuern, welche die Reproduktionen auf lichtempfindlichem Material
photographisch aufzeichnen.
-
Bei all diesen auf die erwähnte Art aufgezeichneten Reproduktionen
tritt ein Schärfeverlust gegenüber dem Original auf, der besonders bei plötzlichen
Tonwertsprüngen, wie z. B. bei scharfen Konturen, unliebsam in Erscheinung tritt.
Eine Ursache hierfür ist bei Reproduktionen von Halbtonbildern, die im Hoch- oder
Offsetdruckverfahren hergestellt werden, die unerläßliche Rasterung, d. h. die Wiedergabe
ungerasterter Vorlagen durch gerasterte Drucke, bei denen die im Original stetig
verlaufenden Halbtöne durch verschieden große, sehr kleine schwarzgefärbte Rasterelemente
vorgetäuscht werden.
-
Die Hauptursache besteht aber bei allen Reproduktionsverfahren, also
auch bei photographischer Wiedergabe darin, daß der das zu reproduzierende Original
abtastende Lichtfleck einen endlichen Durchmesser hat. Wenn der Lichtfleck über
einen scharfen Tonweitsprung wandert, wo sich der Tonwert in der Abtastrichtung
praktisch unstetig oder sprunghaft ändert, so erfaßt der Lichtfleck außer der Unstetigkeitsgrenzlinie
noch einen kleinen Bereich beiderseits dieser Grenze. Der Lichtfleck signalisiert
dann in der Photozelle statt des Sprunges einen stetig von hell über Grau nach dunkel
oder von dunkel über Grau nach hell verlaufenden Tonwertübergang von einer übergangsbreite,
die gleich dem doppelten Durchmesser des Abtastlichtflecks ist. Bei der Wiedergabe
der Bildvorlage im Druck oder im Photo erscheint dann der im Original scharfe Tonwertsprung
mehr oder weniger verwaschen.
-
Zur Vermeidung der auf die beschriebene Weise zustande kommenden Schärfeverluste
ist es bekannt, die sogenannte Umfeldabtastung zu verwenden. Bei dieser wird außer
dem eigentlichen kleinen Abtastlichtpunkt von ein Hundertstel bis wenigen zehnteln
Millimetern Durchmesser noch ein erheblich größerer Abtastlichtfleck vom 5- bis
100fachen Durchmesser verwendet, der den kleinen Abtastlichtpunkt ringförmig und
konzentrisch umgibt. Der große Abtastlichtfleck erfaßt beim Abtasten einer Vorlage
nicht mehr die feinen Bilddetails, sondern die mittlere (integrale) Helligkeit bzw.
Schwärzung in der näheren Umgebung des kleinen Abtastlichtpunktes. Das von der Umfeldabtastung
herrührende Bildsignal ist daher viel gröber und verschwommener als das vom kleinen
Abtastlichtpunkt stammende Signal und wird daher auch als unscharfes Signal bezeichnet.
Beim überschreiten eines Tonweitsprunges geschieht mit dem Umfeldsignal das gleiche
wie mit dem scharfen Bildsignal, nur daß die übergangsbreite erheblich größer als
bei dem letzteren ist und vom Durchmesser des Umfeldes abhängt. Zur Schärfesteigerung
wird nun das Umfeldsignal vom scharfen Bildsignal subtrahiert und das Differenzsignal
zum scharfen Bildsignal mit einstellbarer Amplitude addiert. Das Ergebnis ist, daß
das derart veränderte scharfe Bildsignal bei einem Tonwertsprung eine größere Flankensteilheit
als das ursprüngliche scharfe Bildsignal hat und daß es beiderseits des Tonwertsprunges
je ein Extremum aufweist, d. h. bei einem schroffen Tonwertübergang von Schwarz
nach Weiß quer zur Abtastrichtung beispielsweise von links nach rechts links des
Tonwertsprunges ein Minimum, und rechts des Tonwertsprunges ein Maximum. Durch die
beiden Extreme tritt eine überbetonung des Tonwertsprunges auf, wodurch die
Bildstelle
unmittelbar links des Tonwertsprunges schwärzer und unmittelbar rechts des Tonwertsprunges
weißer als im Original wiedergegeben wird. Dies äußert sich in je einem verlaufenden
schmalen Saum beiderseits des Tonwertsprunges, der, wenn er nicht übertrieben wird,
vom Auge als schärfesteigernd empfunden wird.
-
Die Umfeldabtastung wirkt statisch, d. h. auch dann, wenn das Abtastsystem
stillsteht. Ferner wirkt sie wegen ihrer Kreissymmetrie nicht nur in der Abtastrichtung,
d. h. nicht nur bei Tonwertsprüngen, die quer zur Abtastrichtung verlaufen, sondern
auch bei solchen, die parallel zu oder in der Abtastrichtung verlaufen.
-
Weiter ist eine Schaltungsanordnung zur Verbesserung des Auflösungsvermögens
bei Bildübertragungsgeräten für Zweitonübertragung bekannt, in denen das Bild in
einer bestimmten Richtung unter Erzeugung eines elektrischen Signals durch einen
Abtastfleck abgetastet wird, wobei in der Abtastrichtung gesehen der Abtastfleck
gegebenenfalls breiter sein kann als einzelne Bildelemente gleichen Tones, so daß
gleichgetönten Bildelementen von in Abtastrichtung verschiedener Breite Signalteile
verschiedener Amplitude entsprechen. Diese Schaltungsanordnung ist gekennzeichnet
durch mehrere mit den elektrischen Signalen gespeiste Signalübertragungskanäle,
die selektiv auf verschiedene Amplitudenpegel des Signals ansprechen und Ausgangssignale
liefern, die Signalteilen verschiedener Amplitude entsprechen; ferner durch Zeitverzögerungsschaltungen
in den Kanälen, durch welche die von den Kanälen übertragenen Signalkomponenten
derart um verschiedene Beträge verzögert werden, daß sie eine zeitliche Lage erhalten,
die ein genormtes Maß für die Breite der abgetasteten Bildteile darstellt, und schließlich
durch eine von den Ausgangssignalen der Kanäle gesteuerte Schaltung zur Erzeugung
von Ausgangsimpulsen mit unter sich gleichen Amplituden, deren Dauer der verschiedenen
Breite der abgetasteten Bildteile eindeutig zugeordnet ist.
-
Die Anwendung dieser Schaltungsanordnung ist auf halbtonfreie Bildvorlagen
beschränkt. Ferner ist diese Schaltungsanordnung ziemlich aufwendig, da das Bildsignal
auf mindestens drei Kanäle verzweigt wird, in deren jedem sich eine größere Anzahl
von Schaltkreisen befindet. Von der Verbesserung ist die Horizontalauflösung des
übertragenen Bildes betroffen.
-
Ein anderes, rein elektrisches Verfahren zur Schärfesteigerung, das
in der Fernsehtechnik zur Verbesserung der Horizontalauflösung des Fernsehbildes
als Differenzierentzerrung bekannt und gebräuchlich ist, besteht darin, daß vom
(scharfen) Bildsignal der zweite Differentialquotient (nach der Abtaststrecke oder
nach der dieser proportionalen Zeit) gebildet und dieser vom Bildsignal subtrahiert
wird. Der zweite Differentialquotient hat bei einem quer zur Abtastrichtung liegenden
Tonwertsprung einen ähnlichen Verlauf wie das oben beschriebene Differenzsignal,
nur mit umgekehrter Polarität; daher muß der zweite Differentialquotient nicht zum
Bildsignal addiert, sondern von ihm subtrahiert werden, um zu einem versteilerten
Bildsignal zu gelangen.
-
Das Verfahren der Differenzierentzerrung wirkt nur dynamisch, d. h.,
der Versteilerungseffekt bleibt aus, wenn das Abtastsystem stillsteht. Die Amplitude
des zweiten Differentialquotienten ist ferner von der Abtastgeschwindigkeit abhängig.
Weiter ist die Wirkungsbreite des zweiten Differentialquotienten bei gegebener Abtastgeschwindigkeit
nicht einstellbar oder wählbar wie bei der Umfeldabtastung, weil nur die Amplitude,
nicht aber die Breite des Ableitungssignals verändert werden kann. Schließlich wirkt
die Differenzierentzerrung nur bei Tonwertsprüngen, die quer zur Abtastrichtung
verlaufen, bei solchen, die parallel zu oder in der Abtastrichtung verlaufen, hingegen
nicht. Zur Verbesserung der Vertikalauflösung sind andere Maßnahmen erforderlich.
-
Die Erfindung hat ein weiteres, rein elektrisches Verfahren zur Schärfesteigerung
bei quer zur Abtastrichtung verlaufenden Tonwertsprüngen zum Ziel, bei dem jedoch
im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren der Differenzierentzerrung die Wirkungsbreite
beliebig gewählt und eingestellt werden kann.
-
Erfindungsgemäß besteht dieses Verfahren darin, daß das bei der Abtastung
erhaltene Bildsignal auf nur zwei Kanäle verzweigt wird, in dessen einem es durch
Filter verflacht, in dessen anderem es durch Laufzeitglieder unverzerrt gegenüber
dem verflachten Signal so weit verzögert wird, daß die Mitten beider Signalflanken
bei einem Tonwertsprung zeitlich wieder zusammenfallen, daß das verflachte Signal
mit einstellbarer Amplitude von dem verzögerten Signal subtrahiert wird und daß
das verzögerte Bildsignal durch das Differenzsignal additiv oder multiplikativ beeinflußt
wird.
-
An Hand der Zeichnungen wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert.
-
Die F i g. 1 bis 5 zeigen in graphischen Darstellungen das Zustandekommen
des versteilerten Bildsignals; F i g. 6 zeigt eine Schaltungsanordnung zur Durchführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung.
-
In F i g. 1 ist der Abtastlichtpunkt 1 in Form eines kleinen Kreises
dargestellt, dessen Durchmesser etwa gleich dem Abstand zweier benachbarter Abtastlinien
ist (Rastergröße). Mit Hilfe dieses Lichtpunktes wird die zu reproduzierende Bildvorlage
in bekannter Weise Punkt für Punkt längs aufeinanderfolgender Linien abgetastet
und die Helligkeit der einzelnen Bildpunkte lichtelektrisch ermittelt. Die in der
Photozelle bei ihrer Belichtung durch das von Bildvorlage reflektierte oder von
ihr durchgelassene Abtastlicht ausgelösten schwankenden Photoströme, die das Bildsignal
bilden, steuern in bekannter Weise nach einer vorangegangenen Tonwert- oder Farbkorrektur
entweder die Eindringtiefe eines Gravierwerkzeuges in eine Druckformplatte entsprechend
der schwankenden Helligkeit der abgetasteten Bildpunkte der Bildvorlage oder die
Helligkeit einer Schreibglimmlampe, welche die Helligkeitsschwankungen auf photographischem
Papier oder Film aufzeichnet.
-
Die Grenzlinie 2 trennt einen dunkleren, schraffiert dargestellten
Bildteil 3 von einem helleren Bildteil 4, von denen der Einfachheit halber angenommen
werde, daß ihre Tonwerte in der näheren Umgebung beiderseits der Grenzlinie 2 konstant
seien. Die Trennungslinie 2 wird im allgemeinen nicht geradlinig sein; indessen
kann sie für ein kleines Stück, dessen Länge in der Größenordnung des Durchmessers
des Abtastlichtpunktes 1 liegt, als geradlinig angesehen werden. Es werde weiter
angenommen, daß sich beim Abtastvorgang der Abtastlichtpunkt 1 senkrecht zur Trennungslinie
2 in der Pfeilrichtung von links nach rechts über die Trennungslinie 2 hinwegbewege.
Die Abtastrichtung
wird im allgemeinen nicht senkrecht zur Grenzlinie
liegen. Liegt sie schräg zur Grenzlinie, so ändern sich die Verhältnisse nicht wesentlich;
der Tonwertsprung wird dann lediglich langsamer überschritten. Geht die Abtastung
schließlich für ein Stück parallel zu oder längs der Grenzlinie vor sich, so wird
diese durch den Quervorschub des Abtastsystems senkrecht zur Abtastrichtung nach
der Abtastung jeder Linie schrittweise allmählich überschritten.
-
F i g. 2 zeigt in der Kurve 5 den sich durch die Abtastung vermittels
des Lichtpunktes ergebenden Verlauf der Helligkeit bzw. der dieser proportionalen
lichtelektrischen Signalspannung U in der näheren Umgebung beiderseits des Tonwertsprunges
in Abhängigkeit von der Zeit t. Die Signalspannung verläuft entsprechend der angenommenen
konstanten Helligkeit links des Sprunges 2 zunächst waagerecht, sodann, bedingt
durch die Kreisgestalt des Abtastlichtpunktes, S-förmig ansteigend und zuletzt wieder
waagerecht, entsprechend der angenommenen konstanten Helligkeit rechts des Tonwertsprunges
2. Der Anstieg der Signalspannung beginnt in einem Abstand vor der Sprungstelle
2 und endet in einem Abstand hinter dieser Sprungstelle, der jeweils gleich dem
Durchmesser des Abtastlichtpunktes 1 ist. An der Sprungstelle 2 hat die Signalspannung
einen Wendepunkt und ist gleich dem Mittel zwischen den beiden verschiedenen konstanten
Spannungen beiderseits der Sprungstelle. Die Steilheit der Signalspannung, die durch
die Richtung der Tangente im Wendepunkt bei 2 gegeben ist, hängt von der Schärfe
des übergangs der beiden Tonwertbereiche bei 2 und vom Durchmesser des Abtastlichtpunktes
1 ab.
-
Die Kurve 6 zeigt den Verlauf der Signalspannung an, nachdem sie durch
ein Filter vom Tiefpaßcharakter, welches die höheren Harmonischen unterdrückt, verflacht
worden ist. Den Grad der Verflachung und Verrundung hat man offenbar durch entsprechende
Wahl und Bemessung des Filters weitgehend in der Hand, so daß die Wirkungsbreite
des verflachten Signals wählbar und einstellbar ist. Das verflachte Signal entspricht
dem durch die Umfeldabtastung gewonnenen Signal, allerdings mit dem Unterschied,
daß die Mitten (Wendepunkte) beider Signalflanken nicht mehr zusammenfallen.
-
F i g. 3 zeigt noch einmal die Kurven 5 und 6, wobei die ursprüngliche
Signalspannung 5 durch Laufzeitglieder oder eine Verzögerungsleitung unverzerrt
so weit zeitlich gegenüber ihrer ursprünglichen Zeitlage (F i g. 2) verzögert worden
ist, daß die Mitten der verzögerten und der verflachten Signalspannungskurve zusammenfallen.
-
In F i g. 4 stellt die Kurve 7 den Verlauf der Differenzsignalspannung
dar, die man erhält, wenn man die verflachte Signalspannung (6) von der verzögerten
unverzerrten Signalspannung (5) subtrahiert. Die Differenzspannung ist zunächst
Null, dann wird sie an der Stelle, wo die verflachte Signalspannung anzusteigen
beginnt, negativ, nimmt dort, wo die unverzerrte Signalspannung anzusteigen beginnt,
ihr Minimum an, geht in der Mitte, wo sich die beiden Kurven schneiden, durch Null,
wird positiv, nimmt sodann an der Stelle, wo die unverzerrte Signalspannung anzusteigen
aufhört, ihr Maximum an, und fällt schließlich dort, wo die verflachte Signalspannung
anzusteigen aufhört, auf Null zurück.
-
In F i g. 5 stellt die Kurve 8 den Verlauf der versteilerten Signalspannung
dar, die man erhält, wenn man die verzögerte ursprüngliche Signalspannung 5 durch
die Differenzsignalspannung 7 additiv oder multiplikativ beeinflußt. Die Kurve 8
hat dort, wo die Differenzkurve 7 (F i g. 4) ihr Minimum hat, ebenfalls ein Minimum,
welches unter dem kleineren konstanten Bildsignalwert links des Tonweitsprunges
2 liegt, und dort, wo die Differenzkurve ihr Maximum hat, ebenfalls ein Maximum,
welches über dem größeren konstanten Bildsignalwert rechts des Tonwertsprunges 2
liegt. Das Auftreten dieser beiden Extrema hat zunächtst zur Folge, daß das durch
das Differenzsignal veränderte Bildsignal eine größere Flankensteilheit als das
ursprüngliche Bildsignal aufweist, wodurch der Schärfeverlust, der durch den endlichen
Durchmesser des Abtastlichtpunktes zustande kommt, teilweise aufgehoben wird. Des
weiteren haben die beiden Extrema zur Folge, und zwar sowohl bei einer Wiedergabe
der Bildvorlage im Druckverfahren als auch bei photographischer Wiedergabe, daß
das Schwarz links am Anfang des Tonwertsprunges etwas schwärzer als dieses Schwarz
und das Weiß rechts am Ende des Tonwertsprunges etwas weißer als dieses Weiß wiedergegeben
wird, sofern dies überhaupt noch möglich ist. Als Ergebnis entsteht beiderseits
des Tonwertsprunges je ein schmaler, verlaufender, etwas schwärzerer bzw. etwas
weißerer Saum (Gloriole), der den zu flauen übergang zwischen den beiden aneinandergrenzenden
Tonwertbereichen künstlich schroffer macht.
-
In F i g. 6 ist in einem Blockschaltbild eine Schaltungsanordnung
zur Durchführung des Versteilerungsverfahrens dargestellt.
-
Die Lampe 9 beleuchtet über den Kondensor 10 die Öffnung der Blende
11, welche vermittels der Optik 12 auf die Bildvorlage 13 abgebildet wird. Das von
dieser reflektierte Licht wird mittels der Optik 14 auf die Kathode der Photozelle
15 konzentriert, in der es den Helligkeitsschwankungen der Vorlage entsprechende
Photostromschwankungen auslöst. Die Größe des abtastenden Lichtpunktes 16 wird durch
den Durchmesser der Öffnung der Blende 11 und die Brennweite der Optik 12 bestimmt
und ist von der gleichen Größenordnung wie der Abstand zweier benachbarter Abtastlinien.
-
Nach Verstärkung im Verstärker 17 wird das in der Photozelle 15 ausgelöste
Bildsignal auf zwei Kanäle verzweigt. Der Bildkanal besteht aus dem Verzögerungs-
oder Laufzeitglied oder der Verzögerungsleitung 18, dem Modulator 19, dem Amplitudenfilter
20 sowie aus weiteren, nicht dargestellten Schaltmitteln, wie z. B. einem Gradationsregler,
einer überlagerungsstufe für die Zuführung einer Rasterfrequenz, einem Gleichrichter,
Eichmitteln für die Einstellung des Schwarz- und Weißpegels und der Rasteramplitude
und schließlich aus einem Leistungsverstärker für den Antrieb eines Graviersystems.
Diese weiteren Schaltmittel sind zum Verständnis der Wirkungsweise der Schaltung,
die sich in der Anfangsstufe abspielt, nicht unbedingt erforderlich.
-
Der Hilfskanal besteht aus dem Filter 21, dem Entzerrer 22, dem Gleichrichter
23 und dem Regelwiderstand 24. Weiter ist zu dem Bildkanal noch ein Zweigkanal vorhanden,
der aus dem Entzerrer 25 und dem Gleichrichter 26 besteht. Schließlich ist noch
ein Differenzkanal vorgesehen, der aus dem Subtraktionsschaltmittel 27, den Regelverstärkern
28 und 29, dem Regelwiderstand 30 und dem Amplitudenfilter 31 besteht.
Das
Verzögerungsglied oder die Laufzeitkette 18 im Bildkanal soll das Bildsignal unverzerrt
und einstellbar zeitlich verzögern. Hierzu kann man in bekannter Weise Verzögerungskabel
oder Laufzeitspulen oder Allpässe mit konstanter Gruppenlaufzeit oder aber auch
Ultraschallverzögerungsleitungen verwenden. Bei den letzteren wird das Bildsignal
vermittels eines Wandlers in eine Ultraschallwelle, die über einen Stoff geringer
Schallgeschwindigkeit (Quecksilber, Quarz, Glas) geschickt wird, umgesetzt, eventuell
unter Ausnutzung von Mehrfachreflexionen, und nach Durchlaufen der Verzögerungsstrecke
vermittels eines zweiten Wandlers in ein elektrisches Signal zurückverwandelt.
-
Das Filter 21 im Hilfskanal soll das Bildsignal bei einer Sprungstelle
großer Flankensteilheit verflachen und verrunden, also stark verzerren, um ein Umfeldsignal
nachzubilden. Hierzu verwendet man in bekannter Weise eine Spulenleitung oder ein
Tiefpaßfilter, welches durch Sperren der höheren Frequenzanteile der Sprungfunktion
des Bildsignals die gewünschten Verzerrungen bewirkt. Bei Gleichstrombildsignalen
kann man anstatt der Spulenleitung auch ein RC-Glied verwenden.
-
Für den Fall, daß das Bildsignal einer höherfrequenten Trägerwechselspannung
aufmoduliert ist, ist im Hilfskanal der Gleichrichter 23 und im Zweigkanal der Gleichrichter
26 vorgesehen. Ferner ist in beiden Kanälen noch je ein Entzerrer 22 und 25 vorgesehen,
um eine Tonwertänderung (Gradationsänderung) vornehmen zu können, die für beide
Kanäle verschieden sein kann. Mittels des regelbaren Widerstandes 24 im Hilfskanal
kann das aus dem Filter 21 kommende Hilfssignal in seiner Amplitude verändert werden.
-
In dem Subtraktionsschaltmittel 27 wird das Hilfssignal vom verzögerten
Bildsignal subtrahiert. Das Differenzsignal wird im Regelverstärker 28 verstärkt,
der vom verzögerten Bildsignal geregelt wird, sodann noch einmal im Regelverstärker
29, der vom Hilfssignal geregelt wird. Auf die beiden Regelverstärker im Differenzkanal
folgt der Regelwiderstand 30, mit dessen Hilfe die Amplitude des Differenzsignals
eingestellt werden kann. Über das Amphtudenfilter 31, durch welches die Amplitude
des geregelten und eingestellten Differenzsignals nach oben und unten begrenzt wird,
wird das Differenzsignal dem Steuereingang des im Zuge des Bildkanals liegenden
Modulators 19 zugeführt, in welchem das Bildsignal durch das Differenzsignal additiv
oder multiplikativ beeinflußt wird. Auf den Modulator 19 folgt im Bildkanal noch
das Amplitudenfilter 20, durch welches das modulierte Bildsignal in seiner
Amplitude nach oben und unten begrenzt wird.
-
Zum näheren Verständnis der Wirkungsweise der Schaltung seien noch
die folgenden Betrachtungen angestellt: In hellen Bildgebieten kann der weiße Saum
neben dem Tonwertsprung weißer als das hellste Bildweiß werden, wodurch die Bildpunkte
im Saum bei elektromechanischer Klischeeherstellung unterschnitten werden würden.
Dies kann bei einer anschließenden gleichmäßigen Nachätzung, die bei Metalldruckformen
mitunter erforderlich ist, störend wirken. Ebenso kann in dunklen Bildgebieten der
dunkle Saum neben dem Tonwertsprung schwärzer als das tiefste Bildschwarz werden.
Das Letztere hätte zur Folge, daß das Gravierwerkzeug überhaupt nicht mehr in die
Druckform eindränge, der schwarze Saum also ungerastert und ohne kleine Weißpunkte
bliebe. Dies ist im allgemeinen nicht störend, kann aber gelegentlich ebenfalls
unerwünscht sein. Zur Abhilfe ist das Amplitudenfilter 20 vorgesehen, welches Bildspannungen,
die Tonwerten entsprechen, welche weißer als Weiß und schwärzer als Schwarz sind,
unterdrückt.
-
Je größer der Tonwertsprung, desto größer ist das Differenzsignal.
Es kommt aber gerade darauf an, die kleinen Tonwertsprünge herauszuarbeiten, da
die großen Sprünge ohnehin gut sichtbar sind. Bei proportionaler Einwirkung des
Differenzsignals auf den Modulator 19 würden die Säume bei großen Tonwertsprüngen
überbetont auftreten. Zur Begrenzung des Differenzsignals dient das Amplitudenfilter
31 im Differenzkanal.
-
Es kann erwünscht sein, die Korrekturen nur in einer Richtung oder
in einer Richtung stärker als in der anderen wirksam werden zu lassen, ferner die
Richtung und den Grad dieser Unsymmetrie abhängig von der Stärke des Bildsignals
oder des Hilfssignals oder beider zu beeinflussen, z. B. eine Korrektur im Schwarz
nur in Richtung auf die helleren Tonwerte hin (nur Schwarzsaum), aber keine Korrektur
im Weiß in Richtung auf dunklere Tonwerte hin (kein Weißsaum), oder umgekehrt (nur
Weißsaum, kein Schwarzsaum), dabei aber gleichzeitig eine Korrektur in den Mitteltönen
gleichmäßig nach beiden Richtungen sowohl von dunkleren nach helleren als auch von
helleren nach dunkleren Tonwerten hin (sowohl Schwarz- als auch Weißsaum). Hierfür
ist der im Differenzkanal liegende Regelverstärker 28 vorgesehen, der vom Bildsignal
beeinflußt wird, sowie der Regelverstärker 29, der vom Hilfssignal beeinflußt wird.
-
Der Einwirkungsgrad des Hilfskanals auf den Bildkanal kann fest vorgegeben,
eichbar, ein- und ausschaltbar, kontinuierlich oder in Stufen regelbar kein.