DE19729936A1 - Küvette - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Küvette für den Einsatz in
Spektrometern, insbesondere im ultravioletten, sichtbaren
und/oder infraroten Spektralbereich.
Küvetten werden als Substanzbehälter in Spektrometern im
ultravioletten, sichtbaren und/oder infraroten Spektral
bereich eingesetzt. Sie dienen als optisch durchlässige und
optisch möglichst neutrale Behälter für die zu untersuchenden
Substanzen. Als Beispiel dafür sei der Nachweis von Schwin
gungen des Moleküls im infraroten Spektralbereich genannt,
mit dessen Einsatz Erkenntnisse über die Struktureinheiten
der Moleküle gewonnen werden können. Solche Verfahren werden
auch zur Strukturuntersuchung von frei beweglichen Molekülen
sowie zur Bestimmung von Gaskonzentrationen, wie z. B. Ozon,
in großen Höhen eingesetzt.
Die Aggregatszustände der Proben reichen von fest über flüs
sig bis gasförmig. Sowohl für feste als auch für flüssige
Substanzen sind kostengünstige sowie einfach und schnell zu
reinigende Vorrichtungen bekannt. Diese Vorrichtungen weisen
jedoch eine Reihe von schwerwiegenden Nachteilen auf, insbe
sondere dann, wenn sie für die Untersuchung von gasförmigen
Proben eingesetzt werden sollen.
Das zugrundeliegende Problem besteht darin, daß Gase im
Vergleich zu Festkörpern und Flüssigkeiten eine sehr geringe
Moleküldichte aufweisen. Dies bedeutet, daß nur eine geringe
Anzahl von Molekülen für die Absorption der entsprechenden
Strahlung zur Verfügung steht. Dies führt dazu, daß die Nach
weisgrenzen und damit die Einsatzfelder für die Untersuchung
von gasförmigen Proben sehr eingeschränkt ist. Eine Verbes
serung der Nachweisgrenzen wäre jedoch sehr wünschenswert, da
vor allem die optischen Methoden ausgezeichnete Möglichkeit
bieten, um zu schnellen und kostengünstigen Aussagen in der
Struktur-, Prozeß- und Umweltanalytik zu gelangen.
Es gibt eine Reihe von Vorschlägen, wie die Moleküldichte im
Strahlengang des Spektrometers erhöht werden kann. Eine
grundsätzliche Möglichkeit besteht darin, die Anzahl der für
die Untersuchung zur Verfügung stehen dadurch Moleküle zu
erhöhen, indem die Schichtdicke des zu untersuchenden Gases,
d. h. die Länge der Küvette vergrößert wird. Dieser Vorschlag
kann häufig nicht eingesetzt werden, da die meisten Spektro
meter konstruktive Grenzen für eine Verlängerung aufweisen
oder aber eine teure Sonderanfertigung für das jeweilige
Spektrometer erforderlich wird. Darüber hinaus werden bei
derartigen Konstruktionen hohe Anforderungen an die Ferti
gungstoleranzen der verwendeten Optik sowie die Halterung der
Küvette gestellt.
Alternativ wurde vorgeschlagen, die Moleküldichte dadurch zu
erhöhen, daß Gase unter Druck in die Küvette eingefüllt wer
den. Handelsübliche Küvetten weisen aber eine Reihe schwer
wiegender Nachteile auf. Üblicherweise werden konventionelle
gasdichte Küvetten schon bei geringem Überdruck (typischer
weise ca. 1 bar) undicht. Häufig setzen derartige Küvetten
eine sehr aufwendige Sonderanfertigung der verwendeten
Scheiben voraus. Scheiben oder Fenster für die Infrarot
spektroskopie bestehen üblicherweise aus Materialien wie
CaF2, KBr oder KJ. Dieses sind Werkstoffe mit unterschied
lichen Durchlässigkeiten für bestimmte Frequenzbereiche.
Allerdings sind diese Materialien vor allem auf Grund Ihrer
Sprödigkeit schwierig zu bearbeiten. Dadurch sind die Mög
lichkeiten der konstruktiven Formgebung eingeschränkt. Auch
die Herstellung möglicher Sonderkonstruktionen wird recht
aufwendig und teuer. Grundsätzlich läßt sich sagen, daß die
Kosten solcher Scheiben etwa verzehnfacht werden, sobald die
Form dieser Fenster von planen Scheiben abweicht. Besonders
kostenaufwendig werden Untersuchungen dann, wenn verschiedene
Fenstermaterialien verwendet werden müssen, um einem großen
Frequenzbereich abdecken zu können.
Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß diese Küvetten nicht
zerlegbar und damit in der Reinigung entsprechend aufwendig
sind. Das Zerlegen und anschließende Reinigen von Küvetten
ist jedoch notwendig, da Verschmutzungen die Untersuchungs
ergebnisse verfälschen können.
Die beschriebenen Nachteile haben zur Folge, daß mit derarti
gen Vorrichtungen eine schnelle und kostengünstige Unter
suchung von gasförmigen Proben nicht erzielt werden kann.
Dieser Umstand schränkt zudem die Anzahl und die Flexibilität
der möglichen Untersuchungen deutlich ein. Darüber hinaus ist
die erneute Abdichtung der Küvetten nach Abschluß der Reini
gung aufwendig und häufig nicht erfolgreich.
Ebenfalls als ungeeignet für Untersuchungen unter erhöhtem
Druck haben sich Systeme erwiesen, bei denen die optischen
Fenster direkt eine Öffnung für das Befüllen der Zelle auf
weisen, da die Druckbeständigkeit der Fenster ein begren
zender Faktor für den zu erreichenden Druck darstellt.
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
besteht nun darin, eine gasdichte optische Küvette mit einer
Druckfestigkeit bis zu etwa 10 bar anzugeben. Dabei sollte
die erfindungsgemäße Küvette den Spezifikationen herkömmli
cher Infrarot-Küvetten genügen, um sie auch in jedem handels
üblichen Infrarotspektrometer einsetzen zu können. Außerdem
sollte diese Küvette wartungsfreundlich, also zerlegbar und
damit leicht zu reinigen, sein. Darüber hinaus sollte diese
Küvette billig herzustellen und einfach zu befüllen sein.
Weiterhin sollte diese Küvette gleichzeitig resistent gegen
über Lösungsmitteln und Gasen sein und sich aus einem System
auskoppeln lassen, ohne daß dabei aufwendige Absperrvorrich
tungen geschaffen werden müssen. Schließlich sollte ein
Durchflußbetrieb der Küvette, die vorzugsweise eine variable
Schichtdicke aufweist, möglich sein.
Diese Aufgabe wird gemäß dem kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 dadurch gelöst, daß sich auf beiden Seiten des
Küvettenkörpers der optischen Küvette jeweils ein Verbin
dungsstück zur Zu- und Ableitung des zu untersuchenden Gases
bzw. der zu untersuchenden Flüssigkeit befindet, durch das
die Küvette befüllt bzw. entleert wird. Das Verbindungsstück
zur Zu- und Ableitung enthält jeweils ein Ventil, wodurch die
optische Küvette vom entsprechenden Gas- bzw. Flüssigkeits
strom abgetrennt oder an diesen angekoppelt wird.
Durch das erfindungsgemäße Ankopplungssystem ist das Befüllen
der optischen Küvette in verschiedenen Gasatmosphären mög
lich, darunter auch beispielsweise luftempfindliche Lösungen.
Unter Verwendung von Ventilen aus handelsüblichen Reifen für
Kraftfahrzeuge erhält man eine einfache, preisgünstige und
gleichzeitig sehr effektive Ankopplungseinheit.
Das erfindungsgemäße Befüllungssystem erlaubt den Einsatz
handelsüblicher runder Fenster, insbesondere da keinerlei
Bohrungen innerhalb dieser Fenster benötigt werden. Dies
bringt einen erheblichen Preisvorteil mit sich. Die Fenster
dieser optischen Küvette lassen sich einfach und schnell aus-
und einbauen. Ein Austausch der Fenster oder deren Reinigung
ist in wenigen Minuten möglich.
Die entscheidenden Vorteile der erfindungsgemäßen optischen
Küvette liegen darin, daß diese sowohl gasdicht als auch
überdruckfest ist. Aufgrund ihrer Gasdichtigkeit sind
Messungen sowohl von Gasen als auch von Flüssigkeiten
möglich. Der erzielbare Wert der Überdruckfestigkeit hängt
vom verwendetem Fenstermaterial und den eingesetzten
Fenstermaßen ab. Er beträgt etwa 10 bar bei CaF2-Fenstern mit
einem Durchmesser von 30 mm bei einer Schichtdicke von 5 mm.
Schließlich läßt sich die Schichtdicke der erfindungsgemäßen
Küvette sehr einfach variieren.
Je nach gewählten Fenstermaterial ist die erfindungsgemäße
Küvette für den ultravioletten, sichtbaren und/oder infra
roten Spektralbereich geeignet. Zudem kann die optische
Küvette in handelsüblichen Infrarotspektrometern und in
Spektrometern im ultravioletten und sichtbaren Spektral
bereich verwendet werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungs
beispiels näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch die Meßzelle des Spektrometers
längs der Durchstrahlrichtung und
Fig. 2 einen Schnitt durch das Verbindungsstück zwischen der
Zu- und Ableitung und der optischen Küvette.
Dabei finden die folgenden Bezugszeichen Verwendung:
1
Rückwand
2
,
7
optische Fenster (CaF2
-Fenster)
3
,
4
Silikon-Dichtungsringe
5
Küvettenkörper (VA4-Stahl)
6
Abstandsdichtung (Teflon)
8
Innerer Anpreßring (VA4-Stahl)
9
Äußere Anpreßring (Messing)
10
,
11
,
12
,
13
Teflon-Teile
21
Optische Küvette
22
Führung und Abdichtung des Zylinder der Zu-
und Ableitung
23
Auswechselbares (eingeschraubtes) Autoventil
24
Ventilkörper
25
,
26
,
27
Dichtringe (Viton)
28
1
/
16
'' Kapillare (Stahl)
29
Zylinder
In Fig. 1 ist der Aufbau der Küvette schematisch dargestellt.
Der Kern der Infrarot-Zelle wird aus V4A Stahl (DIN 14 571)
gefertigt. Die Maße der Zelle betragen im Außendurchmesser
50 mm mit einer Tiefe von 36 mm auf einer Grundplatte von
50 × 76 × 2 mm3. Der Körper ist auf der Grundplatte in 11 250
Schritten drehbar, und kann somit für verschiedene Spektro
meter in die jeweils geeignete Lage gebracht werden, da dort
eventuell überstehende Ein- und Auslaßstutzen den Einbau
teilweise behindern.
Die Anforderungen an die verwendeten Fenster beziehen sich
ausschließlich auf deren Außenabmessungen. Sämtliche bekannte
Fenstermaterialien können verwendet werden. Da die spezielle
Anfertigung von Fenstern für den Anwender in der Regel zu
kostspielig ist, ist der Einsatz handelsüblicher Fenster
wünschenswert. Es wird jedoch gefordert, daß diese Fenster
jedoch beliebig variiert bzw. ausgetauscht werden können.
Die verwendeten runden Fenster werden mit O-Ringen abgedich
tet, die um die Fenster gelegt und durch den äußeren Ring
gequetscht werden. Um einen Schmiereffekt ohne zusätzliche
Schmierstoffe zu erhalten, wird der äußere Anpreßring im
Gegensatz zur übrigen Küvette aus Messing gefertigt. Da
dieser Ring nie mit der Meßlösung in Kontakt kommt, besteht
hierbei keine Gefahr von ungewollten chemischen Reaktionen.
Als Dichtungsringe werden Silikon-Dichtungsringe verwendet;
statt dessen können aber alle bekannten Dichtungsringe aus
unterschiedlichen Materialien eingesetzt werden. Dabei ist
jedoch stets darauf zu achten, daß die verwendeten Dichtungs
ringe resistent gegenüber dem jeweilig verwendeten Lösungs
mittel sind und auch nicht ausgasen. Weiterhin verhindert die
beschriebene Abdichtungsart eine Veränderung der Schichtdicke
durch Deformierung und/oder Quellung der O-Ringe.
Die eigentliche Abdichtung erfolgt schließlich durch das
Anpressen der Fenster auf den Abstandshalter aus Teflon mit
dem inneren Ring. Dieser Abstandshalter zwischen den Fenstern
sorgt zugleich für die definierte Schichtdicke, so daß durch
die Schichtdicke des Abstandshalters die Pfadlänge der
Küvette beliebig variiert werden kann. Zum Einsatz kommen
beispielsweise Schichtdicken von 0.1, 0.2, 0.5 und 1 mm. Die
lichtdurchlässige Fläche ist dabei durch den Abstandshalter
festgelegt und beträgt in diesem Fall 1 × 1 cm2, wobei der
Ein- bzw. Abfluß diagonal zu den Ecken verläuft.
Die Meßlösung tritt seitwärts durch den Küvettenkörper und
weiter durch einen der Teflondichtringe in den Abstandshalter
ein und auf der anderen Seite auf die gleiche Weise wieder
aus. Da der Abstandshalter aus leicht zu bearbeitendem Teflon
besteht, kann die lichtdurchlässige Fläche in Form und Größe
je nach Anwendung variiert werden. Durch die seitliche Befül
lung der Küvette sind keine teueren und aufwendigen Bohrungen
in den Fenstern notwendig. Da die Lage des Abstandshalters
und die entsprechenden Teflon-Ringe durch eingefräßte An
schläge fest fixiert sind, ist somit auch eine schnelle und
unkomplizierte Montage gewährleistet.
Die Kraft, die benötigt wird, um die optische Küvette abzu
dichten, ist derart gering, daß keine Verformungen an den
Teflon-Teilen vorkommen. Die Bruchgefahr der Fenster wird
dadurch verringert, daß ein direkter Kontakt mit dem Metall
der Zelle vollständig vermieden wird. Zwischen den Anpreß
ringen und den Fenstern befinden sich jeweils Teflon-Ringe.
Wie in Fig. 2 schematisch dargestellt, erfolgt die Zu- und
Ableitung an die Küvette mit dort seitlich in Bezug auf die
optischen Fenster angebrachten 1/16'' Stahlkapillaren. Um ein
Abkoppeln aus dem Befüllungs- bzw. Begasungssystem zu
ermöglichen, sind an den küvettenseitigen Verbindungsstücken
zu den Zu- und Ableitungen Ventile angebracht.
Als Ventile werden vorzugsweise adaptierte Ventile aus Reifen
von Personenkraftwagen verwendet, die zuvor auf ihre Lösungs
mittelresistenz geprüft wurden. Diese sind entsprechend dem
zügigen Ventilaustausch bei Personenkraftwagen einfach und
schnell auszutauschen, d. h. einzuschrauben, und außerdem sehr
preisgünstig.
Durch Einbringen der Zu- bzw. Ableitung mit einem form
schlüssigen Zylinder wird das jeweilige Ventil geöffnet.
Während sich das Ventil öffnet, dichten die seitlich ange
brachten Vitonringe das System nach außen hin ab. Mit diesen
Ventilen in den Verbindungsstücken zur Zu- und Ableitung wird
das erwünschte Abkoppeln aus dem Durchflußsystem erreicht.
Die derart abgekoppelte Küvette ermöglicht Messungen in
herkömmlichen Spektrometern im sichtbaren und infraroten
Spektralbereich.
Claims (2)
1. Küvette zur Untersuchung von Gasen und/oder
Flüssigkeiten, umfassend einen Küvettenkörper, welcher
aus
- - mindestens zwei optischen Fenstern,
- - mindestens zwei Dichtringen und
- - mindestens einem Abstandshalter besteht,
sowie mindestens jeweils einem Verbindungsstück zur Zu-
und Ableitung, welches jeweils mindestens ein Ventil
enthält,
dadurch gekennzeichnet, daß die Küvette durch die sich am Küvettenkörper jeweils seitlich bezüglich der optischen Fenster befindliche Zu- und Ableitung befüllt bzw. entleert und durch Betätigung der Ventile von der Zu- und Ableitung getrennt oder an diese angekoppelt wird.
2. Optische Küvette nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Ventile aus Reifen von Kraftfahrzeugen oder
dergleichen als Ventile für die zu- und/oder Ableitung
verwendet werden.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997129936 DE19729936A1 (de) | 1997-07-12 | 1997-07-12 | Küvette |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19729936A1 true DE19729936A1 (de) | 1999-01-14 |
Family
ID=7835521
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997129936 Ceased DE19729936A1 (de) | 1997-07-12 | 1997-07-12 | Küvette |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE19729936A1 (de) |
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