DE19728909A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schraubverbindungen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von SchraubverbindungenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von
Schraubverbindungen gemäß den Oberbegriffen der Ansprüche 1 bzw. 18.
Druckluftschrauber werden in der industriellen Fertigung, insbesondere in der Endmontage
einer Automobilfertigung, in großem Umfang eingesetzt. Dem Druckluftschrauber wird dabei
von einer Druckluftversorgung über eine Zuleitung Druckluft zugeführt. Bei den überwiegend
verwendeten Abschaltschraubern wird, wenn ein an dem Schrauber abtriebsseitig gemesse
nes Drehmoment einen Sollwert erreicht, die Luftzufuhr unterbrochen, im allgemeinen über
ein mechanisch betätigtes Abschaltventil. Derartige Abschaltschrauber zeichnen sich unter
anderem durch ihr geringes Gewicht, geringe Geräuschentwicklung, Robustheit, Langlebig
keit und ihren niedrigen Anschaffungspreis aus.
Dabei können mehrere Probleme auftreten. Da in der Produktion in vielen Fertigungsschrit
ten mehrere Verschraubungen durchgeführt werden müssen, können Verschraubungen ver
sehentlich ausgelassen werden. Dies kann grundsätzlich durch Zählen der
ordnungsgemäßen Verschraubungen z. B. pro Fertigungstakt oder pro Bauteil erreicht wer
den, wozu jedoch die Schraubvorgänge erfaßt werden müssen. Hierzu muß dementspre
chend zwischen einer ordnungsgemäßen und einer Leerverschraubung unterschieden wer
den, bei der der Bedienende den Starthebel des Schraubers betätigt ohne hierbei eine
Schraube einzudrehen. Eine solche Leerverschraubung kann beispielsweise zwischen zwei
Eindrehvorgängen auftreten, wenn der Bedienende die Funktionsfähigkeit des Schraubers
testet oder versehentlich den Starthebel betätigt.
Auch kann durch eine erhöhte Reibung an der Antriebsseite, d. h. am Motor, das Abschalt
moment nicht erreicht werden.
Weiterhin können Druckschwankungen in der Druckluftversorgung auftreten. Der Schrauber
wird anfangs bei einem bestimmten Nenndruck auf ein Anziehdrehmoment eingestellt. Steigt
beim Betrieb der Versorgungsdruck an, hat dies keine Auswirkungen. Fällt er aber unter ei
nen bestimmten Mindestdruck ab, so wird das Solldrehmoment nicht erreicht, und anstatt
abzuschalten, wird der Schrauber abgewürgt und bleibt stehen. Tritt eine Leckage an der
Versorgungsleitung auf, so fällt der Versorgungsdruck am Schrauber ab, so daß der
Schrauber ebenfalls abgewürgt wird und stehen bleibt.
Als eine Möglichkeit zu einer Überwachung derartiger Fehler kann das Drehmoment und der
Drehwinkel des Schraubelements über Sensoren erfaßt und mittels einer Auswerteelektronik
gesteuert werden, wodurch gleichzeitig eine Zählung der Schraubvorgänge ermöglicht wird,
was aber auch zu höheren Anschaffungskosten und Problemen in Gewicht, Größe, Robust
heit und Anfälligkeit des Schraubers führt. Weiterhin ist der Einsatz elektronisch angetriebe
ner und elektrisch überwachter Schrauber möglich, was jedoch ebenfalls zu hohen Investi
tionen (ca. ein Faktor 5 bis 10 gegenüber Druckluftschraubern) und ähnlichen Problemen
wie bei Druckluftschraubern mit Sensoren führt.
Die DE 196 06 381 A1 beschreibt eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Herstellen von
Schraubverbindungen, bei dem Schraubelemente mittels eines von einer Druckluftzuleitung
mit Druckluft versorgten Druckluftschraubers eingedreht werden und bei Erreichen eines
vorgegebenen Drehmoments der Einschraubvorgang beendet wird. Dabei wird in der
Druckluftzuleitung über einen entsprechenden Sensor der Durchfluß gemessen, und aus
dem zeitlichen Verhalten des Durchflusses während des Einschraubvorgangs geschlossen,
ob eine ordnungsgemäße Verschraubung vorliegt. Hierzu wird überprüft, ob das Durchfluß
signal zunächst einen breiten und hohen ersten Peak aufweist, der dem Einschraubvorgang
entspricht, und unmittelbar anschließend einen zweiten breiten, viel niedrigeren Peak auf
weist, der dem Festziehen der Verschraubung entspricht. Diese Überprüfung wird dabei
durch eine logische Schaltung vorgenommen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstel
len von Schraubverbindungen zu schaffen, mit denen derartige Fehler auf einfache und kos
tengünstige Weise erkannt werden können, wobei bereits bekannte Druckluftschrauber weit
gehend weiterverwendet werden können.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 sowie eine Vorrichtung nach An
spruch 18 gelöst. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Weiterbildungen des erfin
dungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Erfindungsgemäß wird somit vorgesehen, eine Fourieranalyse des Meßsignals, insbeson
dere eines Meßwerts des Durchflusses nach Anspruch 2 oder des Drucks nach Anspruch 3,
vorzunehmen und aufgrund dieser Fourieranalyse die Qualität der Verschraubung zu beur
teilen. Dabei kann insbesondere nach Anspruch 5 eine Fourieranalyse einer abfallenden
Kante des Meßsignal-Peaks vorgenommen werden, um aus einem möglichen Nachschwin
gen des Meßsignals des Massenstroms auf den Vorgang der Verschraubung selbst Rück
schlüsse ziehen zu können.
Dabei kann eine derartige Fourieranalyse, insbesondere der abfallenden Kante des Meß
signal-Peaks nach Anspruch 5, insbesondere für ein Verfahren nach Anspruch 8 verwendet
werden, bei dem die Unterbrechung des Druckluftstroms zu dem Druckluftschrauber durch
zwei verschiedene Ventile bewerkstelligt wird, ein Startventil, mit dem der Bedienende den
Massenstrom öffnet oder unterbricht, und ein Abschaltventil, mit dem die Luftzufuhr bei Er
reichen des Solldrehmoments automatisch unterbrochen wird, da in diesem Fall eine unter
schiedliche Beendigung des Druckluftflusses durch die beiden Ventile im Fall einer ord
nungsgemäßen Verschraubung, bei dem die Druckluftzufuhr abgeschaltet wird, und einer
Leerverschraubung, bei dem der Bedienende die Druckluftzufuhr über das Startventil unter
bricht, gegeben ist.
Die Erfindung wird im folgenden an einer Ausführungsform anhand der beiliegenden Zeich
nungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 den Aufbau einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 2 den Verlauf des Druckluftstroms in dem Schrauber in Fig. 1;
Fig. 3a, b Meßwerte des Massenstroms in der Druckluftzuleitung in Abhängigkeit von
der Zeit jeweils bei einer ordnungsgemäßen Verschraubung und einer Leer
verschraubung;
Fig. 4a, b eine Fourieranalyse der Diagramme aus Fig. 3a, b;
Fig. 5a, b Meßwerte des Drucks in der Druckluftzuleitung in Abhängigkeit von der Zeit
jeweils bei einer ordnungsgemäßen Verschraubung und einer Leerverschrau
bung;
Fig. 6a, b eine Fourieranalyse der Diagramme aus Fig. 5a, b;
Fig. 7 ein Diagramm des zeitlichen Verlaufs des Massenstroms bei einer Ver
schraubung, bei der das Solldrehmoment nicht erreicht wird.
Die in Fig. 1 gezeigte Druckluftschraubvorrichtung weist eine Druckluftversorgung 6 auf, die
über ein Leitungsstück 11, eine Versorgungsleitung 2 und einen Spiralschlauch 3, die zu
sammen eine Druckluftzuleitung bilden, mit einem Druckluftschrauber 4 verbunden ist. Dabei
sind zwischen dem Leitungsstück 11 und der Versorgungsleitung 2 ein Druckbegrenzer 10
und zwischen der Versorgungsleitung 2 und dem Spiralschlauch 3 ein Drucksensor 8 und
ein Durchflußsensor 9 angeordnet, deren Meßwerte als analoge oder digitale elektrische
Signale an einer Auswerteeinheit 5 weitergeleitet werden. Der Durchfluß kann dabei bei
spielsweise als Druckdifferenzmessung oder durch eine Heißfilmmessung bestimmt werden.
Im Druckluftweg 14 im Druckluftschrauber 4 sind gemäß Fig. 2 ein Startventil 13 und ein
Abschaltventil 12 hintereinandergeschaltet. Bei Betätigung des Druckluftschraubers öffnet
der Bedienende das Startventil 13, so daß ein Druckluftstrom im Druckluftweg 14 durch das
geöffnete Startventil 13 und das im Ruhezustand geöffnete Abschaltventil 12 ermöglicht
wird.
Dabei zeigt sich bei einem Zeitpunkt t1 ein Anstieg des gemessenen Massenstromes in
Fig. 3 bzw. ein Abfall des Drucks p in Fig. 5. Zu dem Zeitpunkt t2 ist dann der jeweilige
stationäre Wert bei geöffnetem Startventil und offenem Abschaltventil während der Ver
schraubung erreicht. Wird aufgrund höheren Widerstands der Schraube das Abschaltmo
ment erreicht, schließt das Abschaltventil 12, so daß in den Diagrammen 3b und 5b dieWerte des Massenstroms und des Drucks p wieder auf die Ausgangswerte zurückgehen.
Bei den Fig. 3a und 5a gehen die Meßwerte wieder auf die Ausgangswerte zurück, wenn
der Bedienende das Startventil losläßt.
Die Fig. 2a und 4a zeigen jeweils den Massenstrom und den Druck p einer Leerver
schraubung, bei der keine Schraube in ein Gewinde eingedreht wurde, wohingegen die
Kurven 2b und 4b jeweils ordnungsgemäße Verschraubungen zeigen. Aus dem Abstand der
Zeitpunkte t2 und t3 alleine kann dabei jeweils nicht zwischen einer Leerverschraubung und
einer ordnungsgemäßen Verschraubung unterschieden werden. Zwar ergibt sich die Ein
schraubzeit grundsätzlich aus dem Quotienten der Gewindezahl und der Drehzahl der Ab
triebswelle des Schraubers, bei den jeweiligen Einschraubvorgängen können sich jedoch
aufgrund unterschiedlicher Bedienung des Startventils 13 und unterschiedlicher Reibung der
Schraube im Gewinde unterschiedliche Werte ergeben. Die Zeitdifferenz zwischen den
Zeitpunkten t3 und t2 bzw. die Zeitdifferenz zwischen den jeweiligen Halbwertsbreiten der
ansteigenden und der abfallenden Flanke kann weiterhin auch bei einer Leerverschraubung
in etwa den gleichen Betrag einnehmen wie bei einer ordnungsgemäßen Verschraubung,
wenn der Bedienende das Startventil in einem entsprechenden Zeitraum losläßt. Dement
sprechend können eine ordnungsgemäße Verschraubung der Fig. 3b und 5b nicht von
Leerverschraubungen der Kurven 3a und 5a alleine aufgrund des Flächenintegrals oder der
Zeitdifferenz t3 und t2 bzw. t3 und t1 unterschieden werden.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, die Meßkurven des Massestroms bzw. des Drucks p
einer Fourier-Analyse zu unterziehen. Hierfür kann vorteilhafterweise eine Fast-Fourier-
Transformation gewählt werden, die eine Frequenzanalyse der Meßkurve zuverlässig und
schnell zur Verfügung stellt. Die Fouriertransformationen der Meßkurven der Fig. 3 und 5
sind jeweils in den Fig. 4 und 6 wiedergegeben. Dabei ist bei einer Leerverschraubung in
den Fig. 4a und 6a keine Nachschwingung in dem gezeigten Frequenzdiagramm zu er
kennen, wohingegen bei einer ordnungsgemäßen, d. h. harten Verschraubung eine deutli
che Erhöhung zwischen 8 und 13 Hertz bei einem Maximum von etwa 10 Hertz zu erkennen
ist.
Die Erfindung geht dabei von der überraschenden Erkenntnis aus, daß sich bei einer ord
nungsgemäßen Verschraubung ein Nachschwingen in der Meßkurve, in den gezeigten Dia
grammen bei etwa 10 Hertz, feststellen läßt, wohingegen eine derartige Nachschwingung
bei einer Leerverschraubung fehlt. Dementsprechend tritt eine Nachschwingung offensicht
lich nur auf, wenn der Luftstrom im Druckluftweg 14 im Schrauber 4 zunächst durch das Ab
schaltventil 12 und anschließend durch das Startventil 13 unterbrochen wird, nicht jedoch bei
einer Unterbrechung lediglich durch das Startventil 13. Die Schwingung kann dabei eventuell
dadurch erklärt werden, daß der Reststrom, der bei gesperrtem Abschaltventil 12 verbleibt,
durch Loslassen des Startventils 13 unterbrochen wird. Eine Unterbrechung dieses Rest
stroms durch das Startventil 13 bewirkt dabei eine Schwingung der Luftsäule, die durch den
Spiralschlauch 3, den Durchflußsensor 9, den Drucksensor 8 und die Versorgungsleitung 2
zwischen dem Druckbegrenzer 10 und dem Schrauber 4 gebildet wird. Die Tatsache, daß
diese Schwingung nur bei Unterbrechung des Reststroms des Abstandsventils 12 durch das
Startventil 13 gebildet wird, kann durch das Modell einer Resonanzanregung in der Luftsäule
erklärt werden. Bei der Schwingung der Luftsäule wirkt der Spiralschlauch 3 als Dämpfung.
Das Schwingungssystem kann dabei durch das Ersatzmodell eines Feder-Masse-Dämpfers
angenommen werden. Dabei wird davon ausgegangen, daß sich die Druckluft nach dem
Abschalten des Startventils in einem abgeschlossenem Volumen befindet, das eine Luft
säule bildet. Durch plötzliches Schließen der Druckleitung durch das Startventil des Schrau
bers wird ein Druckanstieg hervorgerufen. Der gesamte Luftstrom des Druckluftnetzes wird
zunächst dafür verwendet, um die Leitung aufzuladen. Dies bedeutet, daß sich durch den
Zustrom der Luft der Druck in einem eingeschlossenen Volumen erhöht. Die Druckluft ver
hält sich demnach wie ein Kontinum, in dem Wellenbewegungen mit Reflektionen und
Überlagerungen des Druckes und des Luftstromes stattfinden. Weiterhin entstehen im Lei
tungssystem Dichteänderungen der Druckluft. Die Änderungen des Drucks und des Durch
flusses können dabei in dem Drucksensor 8 und dem Durchflußsensor 9 gemessen werden.
Auf der Grundlage der idealen Gasgleichung kann die Frequenz der Schwingung dabei er
mittelt werden, wenn eine Schwingung des Gases mit adiabatischer Kompression ange
nommen wird, bei der der Schlauch dämpfend wirkt.
Es ergibt sich dabei eine gute Übereinstimmung der gemessenen Frequenz und der berech
neten Frequenz.
Somit kann durch eine einfache Fourieranalyse festgestellt werden, ob eine Leerverschrau
bung oder eine ordnungsgemäße Verschraubung vorliegt, bei der der Luftstrom zunächst
durch das Abschaltventil und anschließend durch das Startventil unterbrochen wird.
Weiterhin kann mit dem erfindungsgemäßen Aufbau der Druckluftschraubvorrichtung über
prüft werden, ob der Schrauber nicht das gewünschte Abschaltmoment erreicht. In diesem
Fall zeigt sich in den Meßwerten z. B. des Massenstroms ein Verhalten, wie es in der Fig.
7 gezeigt ist. Nach dem üblichen Anstieg der Meßkurve fällt diese nicht in einer scharfen
Kante auf den Ruhewert zurück, sondern es zeigt sich über eine gewisse Zeitdauer ein hö
herer Meßwert, der als Schulter in der Meßkurve ersichtlich ist. Die Kurve fällt anschließend
ab, wenn der Schrauber vom Bedienenden abgeschaltet wird. Auch hier ist keine Nach
schwingung einer abfallenden Kurve zu sehen. Dieser Fall kann jedoch darüber hinaus von
dem in den Fig. 3b und 5b gezeigten Fall einer Leerverschraubung aufgrund seines typi
schen Verhaltens unterschieden werden. Dabei kann zwischen den beiden Zuständen, daß
der Schrauber z. B. aufgrund eines Gewindefehlers oder erhöhter Reibung auf seiner An
triebsseite das gewünschte Drehmoment nicht erreicht, und einem Fehler aufgrund eines zu
geringen Drucks in der Zuführungsleitung, z. B. einer Leckage der Zuführung, unterschieden
werden, indem der im Drucksensor 8 gemessene Druck p mit einem Sollwert verglichen
wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann dabei auch bei bereits verwendeten Schraubvorrich
tungen angewandt werden, ohne daß es eines größeren Nachrüstaufwandes bedarf. Dabei
muß insbesondere der Druckluftschrauber 4 selbst nicht mit weiteren Sensoren versehen
werden, die eine komplizierte Weiterführung des Meßsignals vom Schrauber zu einer Aus
werteeinheit erforderlich machen würden und somit in der Regel eine Neuanschaffung des
Druckluftschraubers 4 selbst notwendig machen würden. Es müssen lediglich der Druck und
der Durchfluß in der Druckluftzuleitung von der Druckluftversorgung 6 zum Druckluftschrau
ber 4 gemessen werden. Dabei kann der Durchfluß gemäß Fig. 3 durch eine Heißfila
mentmessung oder als Druckdifferenz über eine Drosselstelle gemessen werden. Alternativ
dazu kann der Durchfluß auch gemäß Fig. 5 als Druck nach einem langen geraden Rohr
gemessen werden, da der Durchfluß sich aus einem solchen Idealfall, in dem der Druck
nach einem langen geraden Rohr abfällt, berechnen läßt. Somit kann der Durchflußsensor 9
weggelassen werden.
Die Auswertung der Meßwerte, d. h. die Fourieranalyse und die Bewertung dieser Fourier
transformation geschieht dabei in der Auswerteeinheit 5. Sie kann durch ein Vergleich mit
vorgegebenen Werten z. B. einem Frequenzband zwischen 8 und 15 Hertz, oder einem aus
einen theoretischen Modell des Schraubers genommenen Wert vorgenommen werden. Da
diese Werte jedoch von Schrauber zu Schrauber variieren können, ist eine Auswertung mit
tels eines neuronalen Netzwerks sinnvoll, bei dem automatisch ein Frequenzband um einen
gemessenen Peak herum mit anderen Frequenzbereichen verglichen wird, oder bei dem der
Absolutwert des Integrals des Meßpeaks innerhalb eines gewissen Frequenzbereichs mit
einem Referenzwert verglichen wird. Die Auswertung kann somit auf vorteilhafte Weise
durch ein neuronales Netzwerk erfolgen, bei dem jeweils ein optimales Intervall des Fourier
spektrums untersucht werden. Hierdurch wird der Tatsache Rechnung getragen, daß die
Schwingungsfrequenz grundsätzlich von den spezifischen Eigenschaften jedes Schraubers
bzw. Schraubersystems abhängig sein kann, so daß von Schraubvorrichtung zu Schraub
vorrichtung unterschiedliche Frequenzwerte auftreten können. Ein entsprechend program
miertes neuronales Netzwerk kann sich diesen Besonderheiten jedes Systems anpassen
und auch Änderungen jedes Systems mit der Zeit, z. B. aufgrund von Verschleiß oder einem
Altern des Schlauchmaterials und damit einhergehend veränderter Dämpfung, berücksichtigt
werden. Das neuronale Netzwerk kann weiterhin auch zur Klassifikation der aufgenomme
nen Meßsignale verwendet werden, indem aus den aufgenommenen Meßwerten verschie
dene Zustände der Verschraubung und des Schraubersystems ermittelt werden.
Die fehlerhafte Verschraubung kann dabei an einer Anzeigevorrichtung 7 angezeigt werden.
Dabei kann insbesondere auch die Anzahl der ordnungsgemäßen Verschraubungen z. B.
pro Fertigungstakt oder pro Kraftfahrzeug gezählt werden und ein entsprechendes Fehler
signal bei Auslassen einer Verschraubung ausgegeben werden.
Claims (21)
1. Verfahren zum Herstellen einer Schraubverbindung, bei dem Schraubelemente mittels
eines von einer Druckluftzuleitung (11, 2, 3) mit Druckluft versorgten Druckluftschrauber
eingedreht werden und bei Erreichen des vorgegebenen Drehmoments der Einschraub
vorgang beendet wird, wobei aus einem Meßwert (, p) der Druckluft in der Druckluft
zuleitung (2, 3) festgestellt wird, ob ein ordnungsgemäßer Einschraubvorgang vorliegt,
dadurch gekennzeichnet, daß
aus einer Fourieranalyse des zeitlichen Verhaltens des Meßwerts (p, ) geschlossen
wird, ob eine ordnungsgemäße Verschraubung vorliegt oder nicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Druckluftzuleitung (2,
3) der Durchfluß () gemessen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Druckluftzuleitung (2,
3) der Druck (p) gemessen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck (p) nach einem
langen Rohr gemessen und darauf auf den Durchfluß gefolgert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Fou
rier-Analyse einer abfallenden Kante des Meßsignal-Peaks vorgenommen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wert der Fourieranalyse
im Bereich zwischen 8 und 15 Hertz, vorzugsweise 9 bis 11 Hertz aufgenommen und
mit anderen Signalen oder vorgegebenen Werten verglichen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein neuronales Netzwerk
verwendet wird, bei dem eine selbsttätige Einstellung eines zu untersuchenden Fre
quenzwerts erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß aus den Meßwerten durch
das neuronale Netzwerk Zustände der Schraubverbindungen und/oder des Schrauber
systems bestimmt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Druck
luftversorgung über zwei in Reihe geschaltete Ventile gesteuert wird, ein von dem Be
diener zu betätigendes Startventil (13) und ein Abschaltventil (12), das bei Erreichen ei
nes gewünschten Solldrehmoments die Luftzufuhr unterbricht.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Startventil (13) strom
aufwärts des Abschaltventils (12) angeordnet ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß beim Abschalten des Luft
stroms durch das Abschaltventil (12) ein Reststrom verbleibt, der bei Schließen des
Startventils (13) unterbrochen wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß bei Fest
stellen eines längeren hohen Meßwerts nach Erreichen einer Maximalhöhe, insbeson
dere beim Messen des Durchflusses () nach Anspruch 2, nach Erreichen eines Ma
ximalwerts darauf geschlossen wird, daß ein Abschaltdrehmoment nicht erreicht worden
ist.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß bei Feststellen eines zu
niedrigen Drucks (p) in der Druckluftzuleitung eine entsprechende Fehleranzeige erfolgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zeit
differenz zwischen einem Anstieg des Meßwerts in der Druckluftzuleitung und Abfall des
Meßwerts in der Druckluftzuleitung verglichen wird mit einem Quotienten aus Gewinde
zahl und der Drehzahl des Druckluftschraubers.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß bei Vorlie
gen einer fehlerhaften Verschraubung ein entsprechendes Warnsignal ausgegeben
wird.
16. Verfahren zum Herstellen mehrerer Schraubverbindungen unter Verwendung eines Ver
fahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Anzahl der ordnungsgemäßen Verschraubungen pro Fertigungstakt oder pro ver
schraubtem Bauteil, vorzugsweise Kraftfahrzeugbauteil, gezählt wird und mit einem
vorgegebenen Zahlenwert verglichen wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß bei Unterschreitung des
vorgegebenen Zahlenwerts ein Fehlersignal ausgegeben und/oder die Fertigungs
strecke angehalten wird.
18. Vorrichtung zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 17
dadurch gekennzeichnet, daß ein Meßsensor (8, 9) in der Druckluftzuleitung (2, 3) zwi
schen der Druckluftversorgung (6) und dem Druckluftschrauber (4) vorgesehen ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß ein Druckbegrenzer in der
Druckluftzuleitung zwischen einem Leitungsstück (11) und einer Versorgungsleitung (2)
vorgesehen ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem
Druckluftschrauber (4) und der Versorgungsleitung (2) ein längenvariables Anschlußteil,
vorzugsweise ein Spiralschlauch, vorgesehen ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, gekennzeichnet durch eine Anzeige
vorrichtung (7) zum Anzeigen einer fehlerhaften Verschraubung.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19728909A DE19728909B4 (de) | 1997-03-05 | 1997-07-07 | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schraubverbindungen |
Applications Claiming Priority (3)
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|---|---|---|---|
| DE19708918.6 | 1997-03-05 | ||
| DE19708918 | 1997-03-05 | ||
| DE19728909A DE19728909B4 (de) | 1997-03-05 | 1997-07-07 | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schraubverbindungen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19728909A1 true DE19728909A1 (de) | 1998-09-10 |
| DE19728909B4 DE19728909B4 (de) | 2013-12-05 |
Family
ID=7822280
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19728909A Expired - Lifetime DE19728909B4 (de) | 1997-03-05 | 1997-07-07 | Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schraubverbindungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19728909B4 (de) |
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