DE19727326A1 - Rollenschneidvorrichtung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Rollenschneidvorrichtung
für eine Materialbahn mit einer Schneidstation zum
Schneiden der Materialbahn in Teilbahnen und einer Wic
kelstation zum Aufwickeln der Teilbahnen zu Teilbahn
rollen, wobei die Wickelstation mindestens zwei Wickel
positionsgruppen mit Abstand zueinander aufweisenden
und auf Lücke angeordneten Wickeleinheiten aufweist,
und mit einer Leiteinrichtung für die Teilbahnen zwi
schen der Schneidstation und den Wickelpositionsgruppe.
Die Erfindung soll im folgenden anhand einer Papierbahn
als Beispiel für die Materialbahn erläutert werden. Sie
ist aber nicht auf Papierbahnen beschränkt.
Papierbahnen werden vielfach in Breiten produziert, die
größer sind, als sie ein Verarbeiter benötigt. So haben
moderne Papiermaschinen Arbeitsbreiten in der Größen
ordnung bis zu 10 m. Druckereien und andere Verarbeiter
benötigen jedoch Papierbahnbreiten in der Größenordnung
von 0,4 bis 3,8 m.
Aus diesem Grund werden die Papierbahnen in einem der
letzten Produktionsschritte auf die gewünschte Breite
geschnitten. Hierbei entstehen Teilbahnen, die jeweils
getrennt zu Teilbahnrollen aufgewickelt werden. Hierfür
hat es sich bewährt, daß die Teilbahnrollen in minde
stens zwei Gruppen aufgeteilt werden, wobei die Teil
bahnrollen in jeder Gruppe im wesentlichen koaxial lie
gen. Da die Teilbahnrollen in beiden Gruppen gegenein
ander versetzt sind, besteht zwischen den einzelnen
Teilbahnrollen in jeder Gruppe eine Lücke in der bei
spielsweise Halteelemente angeordnet sein können. Da
die Teilbahnrollen in gruppenweise angeordneten Wickel
positionen gewickelt werden, werden diese auch als
"Wickelpositionsgruppen" bezeichnet.
Um die Teilbahnen den entsprechenden Teilbahnrollen in
den Wickelpositionsgruppen zuzuführen, ist eine
Leiteinrichtung notwendig. Die Leiteinrichtung muß ins
besondere zu Beginn des Wickelvorgangs dafür sorgen,
daß die entsprechende Teilbahn auch der "richtigen"
Wickelposition zugeführt wird. Derartige Leiteinrich
tungen an sich sind bekannt. Sie haben die Aufgabe, ne
beneinander liegende Teilbahnen in unterschiedliche
Richtungen zu führen.
In vielen Fällen soll die Rollenschneidvorrichtung so
ausgebildet sein, daß sie Teilbahnrollen mit wechseln
den Breiten erzeugen kann. Hierbei ist nicht nur Vor
aussetzung, daß die Messer in der Schneidstation ent
sprechend den gewünschten Breiten der Teilbahnrollen
verschoben werden. Auch in der Wickelstation müssen die
Wickeleinheiten entsprechend in Breitenrichtung ausge
richtet werden, damit die Teilbahnen mit möglichst we
nig Aufwand aufgewickelt werden können. Das gleiche
gilt für die Leiteinrichtung. Diese muß den geänderten
Breiten der Teilbahnen angepaßt werden. Dies ist bei
der Leiteinrichtung schwieriger als bei der Schneid-
oder bei der Wickeleinrichtung, weil die Leiteinrich
tung in der Regel über die Breite der Teilbahn wirken
soll. Neben einer Veränderung der Position ist daher
auch eine Veränderung der Arbeitsbreite der Leitein
richtung für die jeweilige Teilbahn notwendig. Der
Wechsel eines Rollenprogramms, d. h. das Wechseln der
Breiten der Teilbahnrollen, ist daher mit einem erheb
lichen Aufwand verbunden. Eine flexible Produktion be
nötigt jedoch diese Möglichkeit, weil nicht alle Abneh
mer genau die gleichen Rollenbreiten wünschen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wechsel
des Rollenprogramms zu erleichtern.
Diese Aufgabe wird bei einer Rollenschneidvorrichtung
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die
Leiteinrichtung quer zur Laufrichtung der Teilbahnen in
mehrere Zonen unterteilt ist, die jeweils einzeln akti
vierbar sind.
Bei dieser Ausgestaltung ist es nicht mehr notwendig,
die Leiteinrichtung mechanisch zu verändern, d. h. Leit
mittel in Breitenrichtung zu verschieben oder ihre Ar
beitsbreite zu verändern. Die Leiteinrichtung kann
vielmehr über die gesamte Breite der Materialbahn, also
über die Breite einer Jumbo- oder Mutterrolle, arbei
ten. Ihre Anpassung an die einzelnen Breiten der Teil
bahnrollen erfolgt dann dadurch, daß die Leiteinrich
tung jeweils nur in den Breiten aktiviert wird, wo es
für die einzelne Teilbahnrolle notwendig und wünschens
wert ist. Hierzu ist die Leiteinrichtung in Zonen ein
geteilt, die dann einzeln aktivierbar und insbesondere
schmal sind. Man wird also, wenn man eine Teilbahn in
eine entsprechende Richtung leiten will, nur die Zonen
der Leiteinrichtung aktivieren, die dieser Teilbahn zu
geordnet sind. Wenn sich die Breite und/oder die Posi
tion dieser Teilbahn ändert, wird man mehr oder weniger
oder andere Zonen aktivieren, so daß ohne einen mecha
nischen Umbau der Leiteinrichtung die Führung der ent
sprechenden Teilbahn sichergestellt ist.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist vor
gesehen, daß die Leiteinrichtung für jede Wickelpositi
onsgruppe einen Pfad aufweist und zumindest über die
Breite der Materialbahn die Zonen des einen Pfades je
weils komplementär zu den Zonen des anderen Pfades ak
tivierbar sind. Wie eingangs ausgeführt, werden norma
lerweise benachbarte Teilbahnen in unterschiedliche
Richtungen gelenkt, mit anderen Worten durchlaufen sie
unterschiedliche Pfade. Wenn man nun sicherstellt, daß
nicht zwei Pfade gleichzeitig auf die Teilbahn einwir
ken können, erleichtert man die Steuerung. Durch Bedie
nungsfehler können keine Fehlleitungen der einzelnen
Teilbahnen aufgetreten. Wenn eine Zonengruppe aktiv
ist, um die Teilbahn in dem einen Pfad zu führen, d. h.
sie der Wickelposition in der einen Wickelpositions
gruppe zuzuleiten, dann ist die entsprechende Zonen
gruppe in dem anderen Pfad nicht aktiv, d. h. eine Bahn
führung dieses Pfades ist ausgeschlossen.
Vorzugsweise weist die Leiteinrichtung eine pneumatisch
arbeitende Weiche im Anschluß an die Schneidstation
auf. Das "Auffächern" der Teilbahnen, d. h. das Leiten
benachbarter Teilbahnen in unterschiedliche Richtungen,
wird über diese Weiche gesteuert. Die pneumatische Wir
kungsweise erlaubt eine einfache Steuerung. Luftströme
sind mit Hilfe von Ventilen bekanntlich sehr leicht an-
und abzustellen.
Hierbei ist besonders bevorzugt, daß die Weiche zwei
Blasrohre mit entgegengesetzt gerichteten Düsen auf
weist. Wenn eine Düse aktiviert ist, dann wird die
Teilbahn in eine Richtung gelenkt. Wenn die entgegenge
setzte Düse aktiviert ist, dann wird die Teilbahn in
die andere Richtung gelenkt. Da ausgeschlossen ist, daß
beide Düsen gleichzeitig aktiv sind, ergibt sich auf
diese Weise eine sichere und zuverlässige Steuerung der
Bahnführung der einzelnen Teilbahnen.
Mit Vorteil weist die Leiteinrichtung Luftleitbleche
auf. Die Luftleitbleche führen die Teilbahnen auf
"Luftkissen", so daß sie zumindest teilweise berüh
rungsfrei getragen werden, insbesondere auf geradlinig
verlaufenden Bahnabschnitten, was zu einer Schonung der
Teilbahnen beiträgt. Auch die Luftleitbleche können zo
nenweise gesteuert werden, was den Luftverbrauch klein
hält. Natürlich schließt das nicht aus, daß die Teil
bahnen über Umlenkrollen geführt werden, auf denen sie
aufliegen. Zwischen den einzelnen Umlenkrollen erleich
tern die Luftleitbleche aber die automatische Führung.
Ein manuelles Einfädeln der Teilbahnen, was aufgrund
der in der Regel größeren Anzahl von Teilbahnen sehr
schwierig ist, kann entfallen.
Mit Vorteil sind zumindest Teile der Luftleitbleche
verschwenkbar. Dies ist insbesondere dann günstig, wenn
sich der Bahnverlauf im Zuge des Wickelvorgangs ändert.
Eine derartige Konstellation tritt beispielsweise dann
auf, wenn der Wickelkern der Teilbahnrollen praktisch
ortsfest bleibt und der zunehmende Durchmesser der
Teilbahnrollen zu einem sich ändernden Auftreffpunkt
der Teilbahn an die Teilbahnrolle führt.
Mit Vorteil ist die Breite der Zonen geringer als die
Breite der schmalsten Teilbahnrolle. Man weiß im Vor
hinein in der Regel, welche Breiten auf dem Rollen
schneider verarbeitet werden sollen. Wenn man nun die
Breite der Zone an die kleinste Breite der Teilbahnrol
len anpaßt, ist sichergestellt, daß alle Teilbahnen auf
die gewünschte Art und Weise verarbeitet werden können.
Hierbei ist bevorzugt, daß die Zonen 200 bis 300 mm
breit sind. Da die schmalsten Teilbahnrollen in der Re
gel eine Breite von 400 mm haben, kann man auf diese
Weise die Verarbeitung aller Teilbahnrollen sicherstel
len.
Mit Vorteil sind Zonen, in denen eine Kante der Teil
bahn verläuft, teilaktivierbar. Entlang des Bahnver
laufs gibt es Abschnitte, in denen eine Aktivierung der
Leiteinrichtung günstig oder sogar wünschenswert ist.
In anderen Bereichen hingegen wäre eine Aktivierung
schädlich. Beispielsweise möchte man in der "Weiche"
lediglich die Teilbahnen in die verschiedenen Richtun
gen leiten. Hierbei reicht es aus, wenn ein Bereich in
der Mitte (in Breitenrichtung gesehen) der Teilbahnen
beaufschlagt wird. Die Kanten können ausgenommen blei
ben, weil hier eine Beaufschlagung durch eine übergrei
fende Zone der Leiteinrichtung dazu führen würde, daß
auch die benachbarte Teilbahn von der gleichen Zone
noch in Mitleidenschaft gezogen und in die falsche
Richtung beaufschlagt würde. In einem derartigen Fall
würde man die überlappende Zone insgesamt deaktivieren,
also für beide Pfade "ausschalten". Bei den Luftleit
blechen schadet es hingegen nichts, wenn die Zone, die
über die Seitenkante der Teilbahn hinausragt, noch ak
tiviert ist. Hier entstehen allenfalls Luftverluste,
die man aber in Kauf nehmen kann, weil dadurch sicher
gestellt wird, daß die Teilbahn auf ihrer gesamten
Breite unterstützt ist.
In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß
die Schneidstation Schneideinrichtungen aufweist, deren
Position quer zur Laufrichtung der Materialbahn von ei
ner Steuereinrichtung veränderbar ist, wobei die Steu
ereinrichtung mit der Leiteinrichtung verbunden ist und
diese in Abhängigkeit von der Position der Schneidein
richtung steuert. Man kommt in diesem Fall mit einem
einzigen Steuergerät aus. Dies hat neben der Vereinfa
chung des apparativen Aufbaus auch eine Vereinfachung
der Bedienung zur Folge. Das Schneidprogramm, d. h. die
Breite der einzelnen Teilbahnrollen, muß nur einmal
eingegeben werden. Die Steuereinrichtung positioniert
dann in der Schneideinrichtung die Messer und legt
gleichzeitig fest, welche Zonen der Leiteinrichtung ak
tiv, inaktiv oder teilweise aktiv sind.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzug
ten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeich
nung näher beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Rollen
schneidvorrichtung und
Fig. 2 eine schematische Darstellung des Aktivie
rungszustands der Leiteinrichtung.
Eine Rollenschneidvorrichtung 1 weist eine Schneidsta
tion 2 auf, in der eine Materialbahn 3 in mehrere Teil
bahnen 4, 5 geschnitten wird. Der Schnitt erfolgt hier
bei in Längsrichtung, so daß die Teilbahnen 4, 5 eine
gegenüber der Materialbahn 3 verringerte Breite aufwei
sen. Die Summe der Breiten der Teilbahnen 4, 5 ent
spricht dann der Breite der Materialbahn 3.
Die einzelnen Teilbahnen werden dann zu Teilbahnrollen
6, 7 aufgewickelt. Diese sind in Fig. 1 gestrichelt
dargestellt in einem nahezu vollständig bewickelten Zu
stand. Mit durchgezogenen Linien ist der Zustand am An
fang des Wickelvorgangs dargestellt. Hierbei sind die
Teilbahnen 4, 5 an Rollenkernen 8, 9 oder Wickelhülsen
befestigt. Die Wickelhülsen ihrerseits sind in Tragar
men 10, 11 gelagert und dort angetrieben. Es handelt
sich also um Zentrumswickler. Für einen gesteuerten
Aufbau der Teilrollen sind Andruckwalzen 12, 13 vorge
sehen, die an dem Umfang der Teilbahnrollen 6, 7 anlie
gen und mit zunehmendem Durchmesser der Teilbahnrollen
verschoben werden.
Jede Teilbahnrolle 6, 7 ist in einer Wickelposition an
geordnet. In jeder Wickelposition befindet sich eine
Wickeleinrichtung, die dafür sorgt, daß die Teilbahn
rolle 6, 7 gewickelt wird. Die Wickelpositionen sind in
Wickelpositionsgruppen 14, 15 angeordnet. In jeder Wic
kelpositionsgruppe 14, 15 liegen die Achsen der Teil
bahnrollen 6 bzw. 7 praktisch auf der gleichen Geraden.
Die einzelnen Teilbahnrollen haben in jeder Wickelposi
tionsgruppe einen gewissen axialen Abstand zueinander.
Die Teilbahnrollen der beiden Wickelpositionsgruppen
14, 15 sind auf Lücke zueinander angeordnet, d. h. in
dem Bereich, wo in einer Wickelpositionsgruppe 14 ein
Abstand zwischen benachbarten Teilbahnrollen vorhanden
ist, befindet sich in der anderen Wickelpositionsgruppe
15 eine Teilbahnrolle.
Eine derartige Ausgestaltung ist an sich bekannt. Sie
erlaubt es, daß die Teilbahnen 4, 5 nach dem Durchlau
fen der Schneidstation 2 aufgefächert werden, d. h. be
nachbarte Teilbahnen 4, 5 werden unterschiedlichen Wic
kelpositionsgruppen 14, 15 zugeführt. Dadurch ist es
möglich, daß man die Teilbahnen 4, 5 praktisch in Lauf
richtung weiterlaufen lassen kann, ohne sie in Quer
richtung umlenken zu müssen.
Um diese Auffächerung, d. h. das Aufteilen der Teilbah
nen 4, 5 auf unterschiedliche Wickelpositionsgruppen
14, 15, vornehmen zu können, ist eine im folgenden nä
her beschriebene Leiteinrichtung vorgesehen. Die
Leiteinrichtung umfaßt für jede Wickelpositionsgruppe
einen Pfad. Die beiden Pfade sind im wesentlichen sym
metrisch zueinander ausgebildet.
Zunächst umfaßt die Leiteinrichtung hinter der Schneid
station ein Paar von Blasrohren 16, 17. Die beiden
Blasrohre 16, 17 bilden zusammen eine pneumatisch ar
beitende Weiche, deren Funktion weiter unten erläutert
werden wird. In jedem Pfad folgen dann Luftleitbleche
18, 20, 22, 24, 26 bzw. 19, 21, 23, 25, 27, von denen
ein Teil 20, 21 verschwenkbar ist, um dem sich beim
Wickeln verändernden Bahnverlauf folgen zu können. Fer
ner sind Umlenkwalzen 28, 30, 32 bzw. 29, 31, 33 vorge
sehen.
Die durch die Blasrohre 16, 17 und die Luftleitbleche
18 bis 27 sowie die Umlenkwalzen 28 bis 33 gebildete
Leiteinrichtung ist nun quer zur Laufrichtung der Ma
terialbahn 3 in relativ schmale Zonen unterteilt. Jede
Zone hat eine Breite im Bereich von 200 bis 300 mm. Die
kleinste Teilbahnbreite, die hier hergestellt werden
kann, beträgt 400 mm.
In den einzelnen Zonen läßt sich der Luftaustritt aus
den Blasrohren 16, 17 und aus den Luftleitblechen 18
bis 27 jeweils unabhängig voneinander steuern. Dies
soll anhand von Fig. 2 erläutert werden. Dargestellt
ist dort eine schematische Draufsicht auf das Blasrohr
16 und auf das Luftleitblech 20. Strichpunktiert einge
zeichnet ist ferner eine Darstellung für das Blasrohr
17. Ferner sind gestrichelt zwei Teilbahnen 4 darge
stellt. Die einzelnen Zonen sind mit der Ordnungszahl 1
bis 14 versehen. Wenn das Blasrohr 16 bzw. das Luft
leitblech 20 in einer Zone Luft ausbläst, ist dies mit
einem "+" gekennzeichnet. Wenn keine Luft ausgeblasen
wird, ist dies mit einem "-" gekennzeichnet.
Wenn die Materialbahn 3 in der Schneidstation 2 nun in
Teilbahnen 4, 5 geschnitten wird, erfolgt in der Wei
che, die durch die Blasrohre 16, 17 gebildet ist, zu
nächst die "Aufteilung" der Teilbahnen auf die unter
schiedlichen Wickelpositionsgruppen 14, 15. Hierzu wer
den (im in Fig. 2 dargestellten Beispiel) die Zonen 1
bis 4 und 11 bis 14 des Blasrohres 16 aktiviert, d. h.
diese Zonen stoßen Luft aus und blasen dadurch die
Teilbahnen 4 in den Pfad, der zur Wickelpositionsgruppe
14 führt. Umgekehrt sind die Zonen 6 bis 9 des Blasroh
res 17 aktiv, d. h. hier wird die Teilbahn 5 in die Wic
kelpositionsgruppe 15 geblasen.
Hierbei sind zwei Besonderheiten zu beachten. Die ein
zelnen Zonen der Blasrohre 16, 17 arbeiten komplemen
tär, d. h. wenn Zonen des Blasrohres 16 aktiv sind, dann
sind die entsprechenden Zonen des Blasrohres 17 auf je
den Fall nicht aktiv, d. h. sie erzeugen keine Blasströ
me. In Zonen, die eine Kante der Teilbahn 4, 5 überlap
pen, erzeugt keines der beiden Blasrohre 16, 17 einen
Luftstrom. Die Zonen 5, 10 sind im Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 nicht aktiv.
Etwas anderes gilt für die entsprechenden Zonen des
Luftleitblechs 20 (und der entsprechenden anderen Luft
leitbleche). Dort sind auf jeden Fall die Zonen aktiv,
die auch beim entsprechenden Blasrohr 16 aktiv sind. Es
handelt sich hierbei um die Zonen 1 bis 4 und 11 bis
14.
Zusätzlich sind aber auch die Zonen 5, 10, die die Kan
ten der Teilbahnen 4 überlappen, aktiv. Dies schadet
nichts, weil die entsprechende Nachbar-Teilbahn 5 im
Bereich der Luftleitbleche nicht mehr vorhanden ist.
Wenn man die entsprechende Zone 5, 10 aktiviert, dann
wird die Teilbahn 4 vollflächig abgestützt.
Dadurch, daß nur die Zonen der Luftleitbleche aktiv
sind, also Luft ausstoßen, die auch von einer Teilbahn
bedeckt sind, läßt sich einerseits der Luftverbrauch in
Grenzen halten. Andererseits läßt sich der Druck der
Luft unterhalb der Teilbahnen 4, 5 erhöhen, was zu ei
ner verbesserten Führung der Teilbahnen zu den Teil
bahnrollen 6, 7 führt. Auch die Rollenkerne 8, 9 können
noch von Luftleitblechen 34, 35 umgeben sein, die mit
den Andruckwalzen 12, 13 einen teilweise geschlossenen
Raum um die Rollenkerne 8, 9 bilden, was das "Einfä
deln" der Teilbahnen 4, 5 erleichtert.
Die gesamte Leiteinrichtung muß im Grunde genommen nur
vor dem eigentlichen Wickelvorgang aktiv sein, um die
Teilbahnen 4, 5 zu den Wickelkernen 8, 9 der einzelnen
Teilbahnrollen zu leiten. Sobald die Teilbahnen 4, 5 an
ihren jeweiligen Rollenkernen 8, 9 befestigt sind, er
folgt die Führung ausschließlich über die Umlenkwalzen
28-33. Die Leiteinrichtung, genauer gesagt ihre luftab
gebenden Teile, müssen allenfalls dann in Betrieb ge
nommen werden, wenn ein Bahnabriß erfolgt ist.
In nicht näher dargestellter Weise kann die Breite der
Teilbahnen durch eine Steuereinrichtung eingestellt
werden. Dieser verschiebt die Messer in der Schneidsta
tion 2 und die Aufnahmen in den Wickelpositionsgruppen
14, 15. Diese Steuereinrichtung kann gleichzeitig die
Zonen der Leiteinrichtung festlegen, die für die ein
zelnen Teilbahnen aktiv sein sollen.
Claims (10)
1. Rollenschneidvorrichtung für eine Materialbahn mit
einer Schneidstation zum Schneiden der Materialbahn
in Teilbahnen und einer Wickelstation zum Aufwic
keln der Teilbahnen zu Teilbahnrollen, wobei die
Wickelstation mindestens zwei Wickelpositionsgrup
pen mit Abstand zueinander aufweisenden und auf
Lücke angeordneten Wickeleinheiten aufweist, und
mit einer Leiteinrichtung für die Teilbahnen zwi
schen der Schneidstation und den Wickelpositions
gruppen, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitein
richtung (16-35) quer zur Laufrichtung der Teilbah
nen (4, 5) in mehrere Zonen unterteilt ist (Fig.
2), die jeweils einzeln aktivierbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Leiteinrichtung für jede Wickelpositi
onsgruppe (14, 15) einen Pfad aufweist und zumin
dest über die Breite der Materialbahn (3) die Zonen
des einen Pfades jeweils komplementär zu den Zonen
des anderen Pfades aktivierbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Leiteinrichtung eine pneumatisch
arbeitende Weiche (16, 17) im Anschluß an die
Schneidstation (2) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeich
net, daß die Weiche (16, 17) zwei Blasrohre mit
entgegengesetzt gerichteten Düsen aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß die Leiteinrichtung Luft
leitbleche (18-27) aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß zumindest Teile der Luftleitbleche (20,
21) verschwenkbar sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da
durch gekennzeichnet, daß die Breite der Zonen ge
ringer als die Breite der schmalsten Teilbahnrolle
(4, 5) ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeich
net, daß die Zonen 200 bis 300 mm breit sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß die Zonen, in denen eine
Kante der Teilbahn (4, 5) verläuft, teilaktivierbar
sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß die Schneidstation (2)
Schneideinrichtungen aufweist, deren Position quer
zur Laufrichtung der Materialbahn (3) von einer
Steuereinrichtung veränderbar ist, wobei die Steu
ereinrichtung mit der Leiteinrichtung verbunden ist
und diese in Abhängigkeit von der Position der
Schneideinrichtung steuert.
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| EP0887296B1 (de) | 2003-08-20 |
| EP0887296A2 (de) | 1998-12-30 |
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