DE19722612C1 - Vorrichtung zum Spritzgießen eines Werkstückes aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialkomponenten - Google Patents
Vorrichtung zum Spritzgießen eines Werkstückes aus mindestens zwei unterschiedlichen MaterialkomponentenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Spritzgießen eines Werkstückes aus
mindestens zwei unterschiedlichen Materialkomponenten, mit einer Spritzdüse, die
einen ersten Einlaß für die erste Materialkomponente, einen zweiten Einlaß für die
zweite Materialkomponente und einen Auslaß aufweist und in der ein erster Einsatz
derart beweglich angeordnet ist, daß er den ersten Einlaß in einer ersten Stellung
verschließt und in einer zweiten Stellung mit dem Auslaß verbindet, wobei im
ersten Einsatz ein zum Auslaß führender Kanal ausgebildet und ein zweiter Einsatz
derart beweglich angeordnet ist, daß der zweite Einsatz den Kanal in einer ersten
Stellung verschließt und in einer zweiten Stellung öffnet, sowie ein Verfahren zum
Spritzgießen eines Werkstückes aus mindestens zwei unterschiedlichen Material
komponenten mittels einer derartigen Vorrichtung.
Eine derartige Vorrichtung und ein derartiges Verfahren sind aus der DE 23 42 789
C2 bekannt, in der eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Herstellung von Rota
tionskörpern mit Mehrschichtaufbau beschrieben ist. Die dort offenbarte Vorrich
tung weist einen Spritzkopf mit einem darin beweglich angeordneten ersten Einsatz
in Form einer Hülse und einem in dieser Hülse beweglich angeordneten zweiten
Einsatz in Form einer Nadel auf, wobei die Hülse und die Nadel mit Hilfe von
Kolben-Zylinder-Einheiten vor- und zurückbewegt werden können. Die Vor- und
Zurückbewegung der Nadel ist dabei insoweit abhängig von der der Hülse, als daß
die Nadel bei Bewegung der Hülse von der Schließstellung in die Öffnungsstellung
zwangsläufig mitgenommen wird. Die Nadel ist nämlich an ihrem hinteren Ende mit
einem seitlich auskragenden Arm versehen, der in Anlage an das hintere Ende der
Hülse gelangt, wenn die Hülse aus ihrer Schließstellung in die Öffnungsstellung
zurückgezogen wird. In ihrer Schließstellung verschließt die Hülse sowohl einen
ersten Kanal für die erste Materialkomponente als auch einen zweiten Kanal für die
zweite Materialkomponente. In ihrer Öffnungsstellung verbindet die Hülse den
ersten Kanal für die erste Materialkomponente mit einem Auslaß, und zwar über
einen an der Außenseite der Hülse ausgebildeten Kanal, so daß die erste Material
komponente aus dem ersten Kanal durch den an der Außenseite der Hülse ausge
bildeten Kanal und einen sich daran anschließenden Ringraum zum Auslaß fließen
kann. Gleichzeitig kommuniziert in der Öffnungsstellung der Hülse ein als Durch
gangsöffnung in der Wandung der Hülse ausgebildeter weiterer Kanal mit dem
zweiten Kanal für die zweite Materialkomponente, wodurch die zweite Material
komponente aus dem zweiten Kanal durch den in der Wandung der Hülse ausgebil
deten weiteren Kanal in einen Ringraum zwischen Hülse und Nadel und, wenn die
Nadel in die Öffnungsstellung verbracht ist, durch diesen Ringraum hindurch zum
Auslaß fließen kann.
Bei diesem bekannten Spritzkopf läßt sich zwar der zweite Materialstrom dem
ersten Materialstrom zuschalten, so daß wahlweise entweder nur die erste Materi
alkomponente abgegeben wird oder gleichzeitig beide Materialkomponenten als
gemeinsamer Kunststoffstrang ausgegeben werden; jedoch läßt sich der zweite
Materialstrom nicht vollständig unabhängig vom ersten Materialstrom steuern. Die
Konstruktion des bekannten Spritzkopfes erlaubt demnach die Abgabe der zweiten
Materialkomponente nur entweder gleichzeitig mit der ersten Materialkomponente
oder im Zweifel auch zeitlich danach, wenn die erste Materialkomponente voll
ständig verbraucht ist. Jedoch ist eine alleinige Abgabe der zweiten Materialkom
ponente vollständig unabhängig von der ersten Materialkomponente oder sogar vor
Abgabe der ersten Materialkomponente nicht möglich.
Dieser Umstand macht die Handhabung der bekannten Vorrichtung kompliziert und
unflexibel und bereitet insbesondere beim Wechsel der Materialkomponenten
Probleme, da zum einen stets darauf geachtet werden muß, welche der beiden
Materialkomponenten zuerst ausgestoßen werden muß, um dann diese erste
Materialkomponente mit der gewünschten abzugebenden Menge exakt zu dosieren.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung und ein Ver
fahren der eingangs genannten Art derart zu verbessern, daß eine flexible und
unkomplizierte Handhabung möglich wird, und zwar dergestalt, daß die beiden
Materialströme unabhängig voneinander und ohne Beachtung einer bestimmten
Reihenfolge gesteuert werden können.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß bei einer Vorrichtung der eingangs ge
nannten Art der Kanal im ersten Einsatz derart ausgebildet ist, daß der zweite
Einlaß in der ersten Stellung des ersten Einsatzes mit dem Kanal verbunden und in
der zweiten Stellung des ersten Einsatzes verschlossen ist.
Die erfindungsgemäße Konstruktion ermöglicht eine flexible und somit unkom
plizierte Steuerung und eine genaue Dosierung der beiden Materialströme vollkom
men unabhängig voneinander durch eine tatsächlich völlig unabhängig voneinander
steuerbare Vor- und Zurückbewegung der beiden Einsätze. Bei der erfindungs
gemäßen Anordnung muß somit nicht darauf geachtet werden, an welchem Einlaß
welche Materialkomponente anzuschließen ist. Ferner erlaubt die erfindungsgemä
ße Konstruktion eine genaue Dosierung der Abgabe der ersten Materialkomponente
durch den ersten Einlaß, da dieser vom ersten Einsatz jederzeit wieder geschlossen
werden kann, ohne dadurch die selektive Öffnung und Schließung des zweiten
Einlasses zu beeinflussen, was ausschließlich durch die gesteuerte Bewegung des
zweiten Einsatzes realisiert wird.
Demnach ist es mit Hilfe der erfindungsgemäßen Konstruktion problemlos möglich,
zwei unterschiedliche Materialkomponenten beliebig nacheinander in das Werkzeug
zu spritzen, wobei ein mehrlagiges Formteil, insbesondere Flachteil, mit Sandwich-
Aufbau entsteht, indem die zweite Materialkomponente auf der Rückseite der
ersten Materialkomponente aufgespritzt und somit durch die erste Materialkom
ponente hindurch eingespritzt wird, ohne hierbei das Werkzeug und/oder die
Vorrichtung öffnen zu müssen.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, daß zum einen sich die Spritzdüse
einfacher handhaben läßt, da durch die Bewegung der Einsätze die Einlässe und der
Auslaß entsprechend geöffnet und geschlossen werden, so daß ein zusätzlicher
Schließmechanismus nicht erforderlich ist, und zum anderen sich ein Selbstreini
gungseffekt ergibt, da bei Bewegung des ersten und des zweiten Einsatzes in
Richtung des Auslasses gleichzeitig auch zumindest der größte Teil der - ansonsten
in der Spritzdüse zurückbleibenden - Restmengen der Materialkomponenten durch
den Auslaß ausgetrieben wird.
Ein besonders wirkungsvoller Selbstreinigungseffekt ergibt sich bei einer Aus
führung, bei der sich der erste Einsatz in seiner ersten Stellung bis zum Auslaß hin
erstreckt und/oder sich der zweite Einsatz in seiner ersten Stellung bis zum Auslaß
hin erstreckt.
Üblicherweise sind mindestens ein erstes Formteil und ein zweites Formteil vor
gesehen, das in einem Abstand vom ersten Formteil unter Bildung eines Zwischen
raumes angeordnet ist, in den der Auslaß der Spritzdüse mündet, wobei die Form
teile relativ zueinander bewegbar sind, und zwar vorzugsweise zwischen einem
Mindestabstand, der der gewünschten Dicke des aus einer der Materialkomponen
ten zu formenden ersten Abschnittes des zu spritzenden Werkstückes entspricht,
und einem Maximalabstand, der der gesamten Dicke des zu spritzenden Werk
stückes entspricht. Auf diese Weise ist es möglich, zunächst nur einen ersten
Abschnitt des Werkstückes durch Spritzgießen der einen Materialkomponten zu
formen und anschließend auf diesem geformten ersten Abschnitt einen zweiten
Abschnitt durch Spritzgießen der anderen Materialkomponente auszubilden, indem
der Abstand zwischen den beiden Formteilen um die Dicke des zu spritzenden
zweiten Abschnittes vergrößert wird.
Diese Ausführung eignet sich insbesondere zum Spritzgießen von flächigen bzw.
flachen Gegenständen wie beispielsweise Tabletts aus zwei Lagen von unter
schiedlichen Materialkomponenten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Beispiels
weise kann im Falle eines zu formenden Tabletts die erste und untere Lage aus
einem härteren Material bestehen, um dem gesamten Tablett eine hohe Steifigkeit
zu verleihen, während die zweite und obere Lage aus einem weicheren, gummi
artigen Material ausgebildet sein kann, um eine rutschfeste Oberfläche für die
aufzunehmenden Gegenstände zu bieten.
Bei einer Weiterbildung dieser Ausführung kann der Abstand zwischen den ersten
und zweiten Formteilen über deren Länge im wesentlichen konstant sein, wenn die
Herstellung von flachen Gegenständen mit im wesentlichen gleichmäßiger Dicke,
wie es beispielsweise bei Tabletts der Fall ist, gewünscht wird.
Zweckmäßigerweise ist das eine Formteil stationär und das andere Formteil be
weglich gelagert.
Für den automatischen Betrieb der Vorrichtung sollte vorzugsweise eine Steuer
einrichtung vorgesehen sein, die die Bewegung der Formteile zueinander und die
Spritzdüse derart steuert, daß in einem ersten Betriebsmodus die Formteile auf den
Mindestabstand voneinander eingestellt sind und sich der erste Einsatz der Spritz
düse in seiner zweiten Stellung befindet und in einem zweiten Betriebsmodus die
Formteile auf den Maximalabstand voneinander eingestellt sind und sich der erste
Einsatz in seiner ersten Stellung und der zweite Einsatz der Spritzdüse in seiner
zweiten Stellung befindet.
Zweckmäßigerweise kann der Auslaß einen ersten Austrittsöffnungsabschnitt und
einen zweiten Austrittsöffnungsabschnitt aufweisen, der erste Einsatz in seiner
ersten Stellung den ersten Einlaß mit dem ersten Austrittsöffnungsabschnitt
verbinden und der Kanal im ersten Einsatz zur zweiten Austrittsöffnung führen,
wobei vorzugsweise für eine optimale Selbstreinigungswirkung sich der erste
Einsatz in seiner ersten Stellung bis in den ersten Austrittsöffnungsabschnitt
erstreckt und/oder sich der zweite Einsatz in seiner zweiten Stellung bis in den
zweiten Austrittsöffnungsabschnitt erstreckt. Diese konstruktive Maßnahme trägt
zusätzlich dazu bei, daß eine ungewollte Vermischung von Restmengen der unter
schiedlichen Materialkomponenten nicht auftritt.
Aus Platzgründen ist es vorteilhaft, den ersten Austrittsöffnungsabschnitt um den
zweiten Austrittsöffnungsabschnitt, vorzugsweise konzentrisch, herum anzuord
nen. Vorzugsweise wird bei dieser Ausführung der erste Austrittsöffnungsabschnitt
einerseits von der Außenfläche des zweiten Einsatzes und andererseits von der
Innenfläche eines in der Spritzdüse ausgebildeten ersten Hohlraumes, in dem der
erste Einsatz beweglich gelagert ist, und der zweite Austrittsöffnungsabschnitt von
der Innenfläche eines im ersten Einsatz ausgebildeten zweiten Hohlraumes, in dem
der zweite Einsatz beweglich gelagert ist, begrenzt, so daß auf Zwischenwände zur
Trennung der beiden Austrittsöffnungsabschnitte verzichtet werden kann. Falls der
aus der zweiten Materialkomponente zu spritzende Abschnitt des Werkstückes an
der vom Auslaß der Spritzdüse weggerichteten Seite ausgebildet werden soll, sollte
vorzugsweise ein bewegliches Element vorgesehen werden, das in einer ersten
Stellung im Zwischenraum angeordnet ist und sich dabei in Anlage am zweiten
Einsatz befindet und in einer zweiten Stellung aus dem Zwischenraum entfernt ist.
Hierzu kann zweckmäßigerweise die Steuereinrichtung das bewegliche Element
derart steuern, daß es sich im ersten Betriebsmodus in seiner ersten Stellung und
im zweiten Betriebsmodus in seiner zweiten Stellung befindet. Aus Platzgründen ist
es vorteilhaft, wenn das bewegliche Element in einem der Formteile gelagert ist.
Eine konstruktiv besonders einfache Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß
das bewegliche Element als Stift ausgebildet ist, der in Längsrichtung bewegbar
gelagert und mit seinem freien Ende in Anlage an den zweiten Einsatz bringbar ist.
Bei einer gegenwärtig besonders bevorzugten Ausführung ist der erste Einsatz als
Hülse ausgebildet, die in einer in der Spritzdüse vorgesehenen Bohrung abgedichtet
und in Längsrichtung verschieblich gelagert ist und deren Wandung eine Öffnung
aufweist, die in der ersten Stellung des ersten Einsatzes mit dem zweiten Einlaß
und in der zweiten Stellung des zweiten Einsatzes mit dem Kanal kommuniziert,
und der zweite Einsatz als Nadel ausgebildet, die in der den Kanal bildenden
Bohrung des hülsenförmigen ersten Einsatzes abgedichtet und in Längsrichtung
verschieblich gelagert ist. Zur Erzielung einer besonders kompakten Bauform sollte
der nadelförmige zweite Einsatz konzentrisch im hülsenförmigen ersten Einsatz
angeordnet sein.
Schließlich sollte der erste Einlaß zwischen dem zweiten Einlaß und dem Auslaß
liegen.
Ferner wird die oben angegebene Aufgabe noch dadurch gelöst, daß sich ein
Verfahren der eingangs genannten Art unter Verwendung der zuvor beschriebenen
Vorrichtung mit den Schritten durchgeführt wird,
- I. den ersten Einsatz in seine zweite Stellung zu bewegen, wobei der zweite Einsatz in seiner ersten Stellung verbleibt,
- II. die erste Materialkomponente durch den ersten Einlaß in die Spritzdüse zu drücken,
- III. den ersten Einsatz wieder in seine erste Stellung zu bewegen,
- IV. den zweiten Einsatz in seine zweite Stellung zu bewegen,
- V. die zweite Materialkomponente durch den zweiten Einlaß in die Spritzdüse zu drücken, und
- VI. den zweiten Einsatz wieder in seine erste Stellung zu bewegen.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens unter Verwendung der erfindungs
gemäßen Vorrichtung kann somit ein Zwei-Komponenten-Spritzgußteil in einem
einzigen kontinuierlichen Arbeitsgang ohne Unterbrechungen hergestellt werden,
was zu einer hohen Effizienz bei der Herstellung derartiger Spritzgußteile und
dadurch zu niedrigen Herstellungskosten führt.
Bei einer Verwendung von beweglichen Formteilen sollten diese vor Schritt II auf
den Mindestabstand voneinander und nach Schritt II und vor Schritt V auf den
Maximalabstand voneinander eingestellt werden.
Bei Verwendung eines beweglichen Elementes der zuvor beschriebenen Art und
Ausbildung von ersten und zweiten Austrittsöffnungsabschnitten im Auslaß sollte
das bewegliche Element sich während der Schritte I und II in seiner ersten Stellung
befinden, vor Schritt V in seine zweite Stellung und nach Schritt V wieder in seine
erste Stellung bewegt werden.
Bei einer Weiterbildung dieser Ausführung sollte das bewegliche Element nach
Schritt II und vor Schritt V so weit in das Formteil zurückbewegt werden, daß das
freie Ende des beweglichen Elementes mit dem Formteil im wesentlichen bündig
abschließt, wodurch der erforderliche Freiraum für die zweite Materialkomponente
geschaffen und im übrigen eine Beeinträchtigung der Form des zu spritzenden
Werkstückes vermieden wird.
Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der
beiliegenden Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch im Querschnitt eine Vorrichtung zum
Spritzgießen eines flachen Werkstückes aus zwei
Kunststoffkomponenten;
Fig. 2 eine vergrößerte Detail-Ansicht von Fig. 1, in der der
Aufbau der Spritzdüse mit einer darin beweglich gela
gerten Hülse und einer in der Hülse beweglich gelager
ten Nadel und die Anordnung der Spritzdüse in einer
feststehenden Matrize sowie eine bewegliche Patrize
im einzelnen dargestellt sind, wobei sich die Hülse
und die Nadel der Spritzdüse sowie die bewegliche
Patrize jeweils in einer ersten Stellung befinden;
Fig. 3 die Ansicht von Fig. 2, wobei sich die Hülse in einer
zweiten Stellung befindet;
Fig. 4 und 5 die Ansicht von Fig. 2, wobei sich die Nadel der
Spritzdüse und die bewegliche Patrize in einer zweiten
Stellung befinden; und
Fig. 6 die gleiche Ansicht wie Fig. 2, wobei sich die be
wegliche Patrize in ihrer zweiten Stellung befindet.
In den beiliegenden Figuren ist eine Vorrichtung dargestellt, mittels derer sich durch
Spritzgießen ein flaches Werkstück aus zwei unterschiedlichen Kunststoffkom
ponenten herstellen läßt. Insbesondere eignet sich die dargestellte Vorrichtung zur
Herstellung von im wesentlichen flachen Tabletts, deren Körper aus festem Kunst
stoff besteht und auf deren Oberseite eine Lage aus weicherem Kunststoff zur
Erhöhung der Haftung der darauf abgestellten Gegenstände gegen seitliches
Verrutschen aufgebracht ist; derartige Tabletts werden deshalb auch als "Anti-
Rutsch-Tabletts" bezeichnet. Allerdings sei der Vollständigkeit halber an dieser
Stelle bereits erwähnt, daß die dargestellte Vorrichtung selbstverständlich auch so
modifiziert werden kann, daß sie sich auch zur Herstellung von nicht nur flachen,
sondern auch anders, beispielsweise konvex oder konkav, geformten Werkstücken
aus zwei unterschiedlichen Kunststoffen mittels Spritzgießen eignet.
Die dargestellte Vorrichtung weist einen Rahmen 1 auf, an dem eine Spritzdüse 2
montiert, die mit einem ersten Einlaß 4 und einem zweiten Einlaß 6 versehen ist.
über den ersten Einlaß 4 wird eine erste Kunststoffkomponente und über den
zweiten Einlaß 6 eine zweite Kunststoffkomponente in die Spritzdüse 2 gepumpt.
Die Spritzdüse 2 ist mit ihrem vorderen Abschnitt in einer am Rahmen 1 befestigten
stationären Matrize 8 angeordnet, so daß ein gemeinsamer Auslaß 10 der Spritzdü
se 2 mit der formgebenden Fläche 8a der stationären Matrize 8 bündig abschließt.
Die formgebende Fläche 8a der feststehenden Matrize 8 begrenzt zur einen Seite
einen Zwischenraum 12, in den durch den Auslaß 10 der Spritzdüse 2 die Kunst
stoffkomponenten zur Formung des Werkstückes eingespritzt werden. An der der
Matrize 8 gegenüberliegenden Seite wird der Zwischenraum 12 durch die formge
bende Fläche 14a einer am Rahmen 1 gelagerten Patrize 14 begrenzt. In der
dargestellten Ausführung verlaufen die voneinander beabstandeten formgebenden
Flächen 8a und 14a der Matrize 8 und der Patrize 14 im wesentlichen parallel
zueinander, wodurch entsprechend der Form des dazwischen ausgebildeten Zwi
schenraumes 12 das zu spritzende Werkstück im wesentlichen eine flache Recht
eckform erhält. Es ist aber auch denkbar, die formgebenden Flächen 8a und 14a
der Matrize 8 und der Patrize 14 so auszubilden, daß auch Werkstücke mit ande
ren, beispielsweise konvexen oder konkaven, Formen hergestellt werden können.
Die Patrize 14 ist beweglich gelagert, so daß wahlweise der Abstand zur Matrize
8 und somit die Tiefe des Zwischenraumes 12 in noch nachfolgend näher zu
beschreibender Weise verändert werden kann. In der dargestellten Ausführung ist
die Patrize 14 im wesentlichen rechtwinklig zu ihrer formgebenden Fläche 14a
bzw. der formgebenden Fläche 8a der Matrize 8 bewegbar. Der Bewegungshub der
Patrize 14 wird mit Hilfe eines rechtwinklig zur Bewegungsrichtung der Patrize 14
verstellbaren und am Rahmen 1 beweglich gelagerten Schiebers 16 erzeugt, an
dem die bewegliche Patrize 14 mit ihrer rückseitigen Fläche 14b anliegt. Diese
rückseitige Fläche 14b ist in gleicher Weise wie die korrespondierende Anlageflä
che 16a des Schiebers 16 gegenüber dessen Bewegungsrichtung ein wenig ge
neigt, wie Fig. 1 erkennen läßt, wodurch die Bewegung des Schiebers 16 in eine
Hubbewegung der beweglichen Patrize 14 umgesetzt wird. Angetrieben wird der
Schieber 18 von einer Hydraulik, von der nur der benachbarte Teil des Hydraulik
zylinders 18 in Fig. 1 dargestellt ist.
Wie Fig. 1 ferner erkennen läßt, ist ein zylindrischer Stift 20 in einer in der be
weglichen Patrize 14 entsprechend vorgesehenen (in den Figuren nicht näher
bezeichneten) Bohrung abgedichtet und in dessen Längsrichtung verschieblich
gelagert, dessen vorderes Ende 20a dem Auslaß 10 der Spritzdüse gegenüberliegt.
Die Bewegungsrichtung des Stiftes 20 ist identisch mit der der beweglichen Patrize
14. Das gegenüberliegende Ende 20b des Stiftes 20 befindet sich in verschiebli
chem Eingriff mit einer Führungsnut 22, die in einem Einsatz 24 ausgebildet ist, der
in einer an der Seite der Anlagefläche 16a des Schiebers 16 vorgesehenen Aus
sparung sitzt. Die Führungsnut 22 ist gegenüber der Bewegungsrichtung des
Schiebers 16 geneigt, und zwar, wie Fig. 1 erkennen läßt, in einem größeren
Winkel als die rückseitige Fläche 14b der beweglichen Patrize 14 bzw. die An
lagefläche 16a des Schiebers 16. Die größere Neigung der Führungsnut 22 gegen
über der Anlagefläche 16a des Schiebers 16 bzw. der rückseitigen Fläche 14b der
beweglichen Patrize 14 bewirkt einen größeren Bewegungshub des Stiftes 20
gegenüber dem der beweglichen Patrize 14, was im einzelnen noch nachfolgend
näher erläutert wird.
In Fig. 2 ist der Aufbau der Spritzdüse 2 im einzelnen gezeigt. Die Spritzdüse 2
bildet im wesentlichen einen rotationssymmetrischen Körper, dessen Achse in
Bewegungsrichtung der beweglichen Patrize 14 und des Stiftes 20 und somit
rechtwinklig zu den formgebenden Flächen 8a und 14a der Matrize 8 und der
Patrize 14 verläuft. In einer in der Spritzdüse 2 entsprechend vorgesehenen Boh
rung ist eine zylindrische Hülse 30 abgedichtet und in Längsrichtung verschieblich
gelagert. Das dem Auslaß 10 der Spritzdüse 2 zugewandte Ende 30a der Hülse 30
weist einen geringeren Durchmesser auf als der übrige Teil der Hülse 30 und ist mit
diesem über einen konischen Absatz 30b verbunden; entsprechend komplementär
ist auch die die Hülse 30 aufnehmende Bohrung in der Spritzdüse 2 geformt. In der
Wandung der Hülse 30 ist eine durchgehende Öffnung 32 ausgebildet, die in der
in Fig. 2 gezeigten ersten Stellung der Hülse 30, in der sie mit ihrem vorderen
Ende 30a bündig mit der formgebenden Fläche 8a der stationären Matrize 8 ab
schließt, mit dem zweiten Einlaß 6 für die zweite Kunststoffkomponente kom
muniziert.
In der Bohrung der Hülse 30 wiederum ist eine zylindrische Nadel 34 abgedichtet
und in deren Längsrichtung verschieblich gelagert. In der in Fig. 2 gezeigten
ersten Stellung erstreckt sich die Nadel 34 bis zum Auslaß 10 der Spritzdüse 2, so
daß das vordere Ende 34a der Nadel 34 ebenfalls bündig mit der formgebenden
Fläche 8a der stationären Matrize 8 abschließt.
Der Stift 20, die Hülse 30 und die Nadel 34 sind konzentrisch zueinander sowie zur
(in den Figuren nicht näher dargestellten) Mittelachse der Spritzdüse 20 angeord
net.
In ihrer in Fig. 2 gezeigten ersten Stellung ist die bewegliche Patrize 14 auf einen
Mindestabstand X zur stationären Matrize 8 eingestellt.
Der in der Patrize 14 beweglich gelagerte Stift 20 liegt in Fig. 2 gezeigten ersten
Stellung mit seinem vorderen Ende 20a am vorderen Ende 34a der Nadel 34 der
Spritzdüse 2, so daß der Stift 20 mit seinem vorderen Ende 20a um das Maß X
von der formgebenden Fläche 14a der Patrize 14 absteht.
Die ersten und zweiten Einlässe 4 und 6 für die unterschiedlichen Kunststoffkom
ponenten, die im folgenden als "A" und "B" bezeichnet werden, münden jeweils in
den die Hülse 30 aufnehmenden Hohlraum in der Spritzdüse 2, wie Fig. 2 erken
nen läßt. In der in Fig. 2 gezeigten ersten Stellung der Hülse 30 wird jedoch der
erste Einlaß 4 von der Hülse 30 verschlossen, so daß der erste Einlaß 4 mit dem
Auslaß 10 der Spritzdüse 2 nicht kommunizieren kann. Zwar kommuniziert die
Durchgangsöffnung 32 in der Hülse 30 mit dem zweiten Einlaß 6, wie Fig. 2
erkennen läßt, jedoch wird die Durchgangsöffnung 32 von der in ihrer ersten
Stellung befindlichen Nadel 34 verschlossen, so daß die Durchgangsöffnung 32
und somit der zweite Einlaß 6 ebenfalls nicht mit dem Auslaß 10 in Verbindung
steht. Demnach sind beide Einlässe 4 und 6 in der in Fig. 2 gezeigten Situation
verschlossen, so daß keine der beiden Kunststoffkomponenten über den Auslaß 10
in den Hohlraum 12 gespritzt werden kann.
Um nun die erste Kunststoffkomponente A vom ersten Einlaß 4 über die Spritzdüse
2 durch deren Auslaß 10 in den Zwischenraum 12 zu spritzen, wird die Hülse 30
in die in Fig. 3 gezeigte zweite Stellung so weit zurückgefahren, daß am Auslaß
10 der Spritzdüse 2 ein ringförmiger erster Austrittsöffnungsabschnitt 10a gebildet
wird, der das vordere Ende 34a der weiterhin in ihrer ersten Stellung verbleibenden
Nadel 34 umgibt, außerdem der erste Einlaß 4 freigegeben wird und auf diese
Weise durch den nun frei gewordenen Abschnitt 36 des in der Spritzdüse 2 ausge
bildeten Hohlraumes eine Verbindung zwischen dem ersten Einlaß 4 und dem
ersten Austrittsöffnungsabschnitt 10a des Auslasses 10 geschaffen wird. Dabei
verbleiben die bewegliche Patrize 14 und auch der bewegliche Stift 20 in ihrer
ersten Stellung, so daß die bewegliche Patrize 10 weiterhin auf den Minimalab
stand Y gegenüber der Matrize eingestellt ist und der Stift 20 mit seinem vorderen
Ende 20a am vorderen Ende 34a der Nadel 34 anliegt.
Nun kann die erste Kunststoffkomponente A durch den Einlaß 4 über den Hohl
raumabschnitt 36 aus dem Auslaß 10 der Spritzdüse 2 in den Zwischenraum 12
zwischen Matrize 8 und Patrize 10 gespritzt werden, wodurch die erste Lage 40
des zu formenden Werkstückes hergestellt wird, wobei durch den in Anlage an die
Nadel 34 befindlichen Stift 20 ein Ringanguß gebildet wird.
Nach Beendigung des Spritzens der ersten Kunststoffkomponente A wird der erste
Einlaß 4 wieder verschlossen, indem die Hülse 30 wieder in ihre (in Fig. 2 bereits
gezeigte) erste Stellung vorgefahren wird. Dabei drückt die Hülse 30 mit ihrem
vorderen Ende 30a den noch im Hohlraumabschnitt 36 (vgl. Fig. 3) verbliebenen
Rest der ersten Kunststoff komponente A aus dem Auslaß 10 der Spritzdüse 2 in
den Zwischenraum 12, wodurch sich ein Selbstreinigungseffekt ergibt. In der
ersten Stellung ist der Hohlraum in der Spritzdüse 2 von der Hülse 30 wieder
vollständig verschlossen und liegt die Hülse 30 mit ihrem vorderen Ende 30a
bündig zur formgebenden Fläche 8a der Matrize 8, wie Fig. 4 erkennen läßt.
Anschließend wird die bewegliche Patrize 14 um ein Maß Y zurückgefahren, so
daß sich die bewegliche Patrize 14 nun in einem Maximalabstand X + Y von der
Matrize 8 befindet. Auf diese Weise wird ein neuer Zwischenraum 12' mit der Tiefe
des Maßes Y zwischen der bereits gespritzten Lage 40 und der formgebenden
Fläche 14a der Patrize 14 gebildet. Gleichzeitig wird der Stift 20 in eine zweite
Stellung so weit zurückgefahren, daß er nun mit seinem vorderen Ende 20a bündig
mit der formgebenden Fläche 14a der Patrize 14 abschließt, wie Fig. 4 erkennen
läßt. Der Bewegungshub des Stiftes 20 ist also um das Maß X größer als der der
beweglichen Patrize 14, was durch die unterschiedlichen Neigungen der rückseiti
gen Fläche 14b der beweglichen Patrize 14 bzw. der Anlagefläche 16a des Schie
bers 16 einerseits und der Führungsnut 22 im Einsatz 24 andererseits (siehe Fig.
1) berücksichtigt wird, da das Zurückfahren der Patrize 14 und des Stiftes 20
durch eine entsprechende Verstellung des Schiebers 18 gleichzeitig erfolgt.
Schließlich wird die Nadel 34 in der Hülse 30 der Spritzdüse 2 in eine in Fig. 4
gezeigte zweite Stellung so weit zurückgefahren, daß ein kreisförmiger zweiter
Austrittsöffnungsabschnitt 1 Ob des Auslasses 10 in der Bohrung 38 der Hülse 30
und ein dahinterliegender weiterer Abschnitt dieser Bohrung 38 sowie die Durch
gangsöffnung 32 in der Wandung der Hülse 30 frei werden. Auf diese Weise
entsteht eine Verbindung zwischen dem zweiten Einlaß 6 über die Durchgangsöff
nung 32, die Bohrung 38 und den zweiten Austrittsöffnungsabschnitt 10b des
Auslasses 10 durch den vom Stift 20 gebildeten Ringanguß 41 mit dem neu
gebildeten Zwischenraum 12'.
Durch die so gebildete Verbindung wird die zweite Kunststoff komponente B in den
neuen Zwischenraum 12' gespritzt, wodurch auf der ersten Lage 40, bestehend
aus der ersten Kunststoffkomponente, eine zweite Lage 42 aus der zweiten Kunst
stoffkomponente gebildet wird, wie Fig. 5 erkennen läßt.
Anschließend wird die Nadel 34 in der Spritzdüse 2 wieder in ihre erste Stellung
vorgefahren, so daß sie mit ihrem vorderen Ende 34a bündig mit der formgebenden
Fläche 8a der stationären Matrize 8 abschließt. Dabei wird aus der Bohrung 38 der
Hülse 30 der noch dort verbliebene Rest der zweiten Kunststoffkomponente B
durch den Auslaß 10 herausgedrückt, so daß die Spritzdüse 2 auch von Resten der
zweiten Kunststoff komponente gereinigt wird. Diese Situation ist in Fig. 6 darge
stellt.
Abschließend kann das aus den beiden Lagen 40 und 42 hergestellte Werkstück W
entnommen werden, wozu vorzugsweis die beweglichen Patrize 14 um ein weite
res Maß von der stationären Matrize 8 zurückgefahren wird.
Zur Herstellung eines neuen Werkstückes kann dann der Spritzvorgang in der zuvor
beschriebenen Weise wiederholt werden, ohne daß zuvor irgendwelche Reinigungs
maßnahmen oder sonstige Einstellungen an der Vorrichtung vorgenommen werden
müssen.
Die zuvor beschriebenen Bewegungsabläufe der beweglichen Patrize 14, des
Stiftes 20, der Hülse 30 und der Nadel 34 lassen sich vorzugsweise mit einer
Steuereinrichtung automatisch steuern, die in den Figuren jedoch nicht dargestellt
ist.
Claims (23)
1. Vorrichtung zum Spritzgießen eines Werkstückes (W) aus mindestens zwei
unterschiedlichen Materialkomponenten (A, B), mit einer Spritzdüse (2), die einen
ersten Einlaß (4) für die erste Materialkomponente (A), einen zweiten Einlaß (6) für
die zweite Materialkomponente (B) und einen Auslaß (10) aufweist und in der ein
erster Einsatz (30) derart beweglich angeordnet ist, daß er den ersten Einlaß (4) in
einer ersten Stellung verschließt und in einer zweiten Stellung mit dem Auslaß (10)
verbindet, wobei im ersten Einsatz (30) ein zum Auslaß (10) führender Kanal (32,
38) ausgebildet und ein zweiter Einsatz (34) derart beweglich angeordnet ist, daß
der zweite Einsatz (34) den Kanal (32, 38) in einer ersten Stellung verschließt und
in einer zweiten Stellung öffnet,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (32, 38) im ersten Einsatz (30) derart
ausgebildet ist, daß der zweite Einlaß (6) in der ersten Stellung des ersten Ein
satzes (30) mit dem Kanal (32, 38) verbunden und in der zweiten Stellung des
ersten Einsatzes (30) verschlossen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sich der erste Einsatz (30) in seiner ersten Stellung
bis zum Auslaß (10) hin erstreckt und/oder sich der zweite Einsatz (34) in seiner
ersten Stellung bis zum Auslaß (10) hin erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, mit mindestens einem ersten Formteil
(8) und einem zweiten Formteil (14), das in einem Abstand vom ersten Formteil (8)
unter Bildung eines Zwischenraumes (12) angeordnet ist, in den der Auslaß (10)
der Spritzdüse (2) mündet,
dadurch gekennzeichnet, daß die Formteile (8, 14) relativ zueinander bewegbar
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen den ersten und zweiten
Formteilen (8, 14) über deren Länge im wesentlichen konstant ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das eine Formteil (8) stationär und das andere
Formteil (14) beweglich gelagert ist.
6. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die ersten und zweiten Formteile (8, 14) zwischen
einem Mindestabstand (X), der der gewünschten Dicke des aus einer der Material
komponenten (A) zu formenden ersten Abschnittes (40) des zu spritzenden Werk
stückes (W) entspricht, und einem Maximalabstand (X + Y) relativ zueinander
bewegbar sind, der der gesamten Dicke des zu spritzenden Werkstückes (W)
entspricht.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
gekennzeichnet durch
eine Steuereinrichtung, die die Bewegung der ersten und zweiten Formteile (8, 14)
zueinander und die Spritzdüse (2) derart steuert, daß in einem ersten Betriebs
modus die Formteile (8, 14) auf den Mindestabstand (X) voneinander eingestellt
sind und sich der erste Einsatz (30) der Spritzdüse (2) in seiner zweiten Stellung
befindet und in einem zweiten Betriebsmodus die ersten und zweiten Formteile (8,
14) auf den Maximalabstand voneinander eingestellt sind und sich der erste Einsatz
(30) in seiner ersten Stellung und der zweite Einsatz (34) der Spritzdüse (2) in
seiner zweiten Stellung befindet.
8. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaß (10) einen ersten und einen zweiten Aus
trittsöffnungsabschnitt (10a, 10b) aufweist, der erste Einsatz (30) in seiner zweiten
Stellung den ersten Einlaß (4) mit dem ersten Austrittsöffnungsabschnitt (10a)
verbindet und der Kanal (38) im ersten Einsatz (30) zum zweiten Austrittsöffnungs
abschnitt (10b) führt.
9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 8,
dadurch gekennzeichnet, daß sich der erste Einsatz (30) in seiner ersten Stellung
bis in den ersten Austrittsöffnungsabschnitt (10a) erstreckt und/oder sich der
zweite Einsatz (34) in seiner zweiten Stellung bis in den zweiten Austrittsöffnungs
abschnitt (10b) erstreckt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der erste Austrittsöffnungsabschnitt (10) den zweiten
Austrittsöffnungsabschnitt (10b), vorzugsweise konzentrisch, umgibt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der erste Austrittsöffnungsabschnitt (10a) einerseits
von der Außenfläche des zweiten Einsatzes (34) und andererseits von der Innen
fläche eines in der Spritzdüse ausgebildeten ersten Hohlraumes (36), in dem der
erste Einsatz (30) beweglich gelagert ist, und der zweite Austrittsöffnungsabschnitt
(10b) von der Innenfläche eines im ersten Einsatz (30) ausgebildeten zweiten
Hohlraumes (38), in dem der zweite Einsatz (34) beweglich gelagert ist, begrenzt
wird.
12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 und 11,
gekennzeichnet durch ein bewegliches Element (20), das in einer ersten Stellung im
Zwischenraum (12) angeordnet ist und sich dabei in Anlage am zweiten Einsatz
(34) befindet und in einer zweiten Stellung aus dem Zwischenraum (12) entfernt
ist.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 7 und 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (16, 22, 24) das bewegliche
Element (20) derart steuert, daß es sich im ersten Betriebsmodus in seiner ersten
Stellung und im zweiten Betriebsmodus in seiner zweiten Stellung befindet.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Element (20) in einem (14) der
Formteile gelagert ist.
15. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Element (20) als Stift ausgebildet ist,
der in Längsrichtung bewegbar gelagert und mit seinem freien Ende (20a) in Anlage
an den zweiten Einsatz (34) bringbar ist.
16. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
der erste Einsatz (30) als Hülse ausgebildet ist, die in einer in der Spritzdüse (2)
vorgesehenen Bohrung (36) abgedichtet und in Längsrichtung verschieblich gela
gert ist und deren Wandung eine Öffnung (32) aufweist, die in der ersten Stellung
des ersten Einsatzes (30) mit dem zweiten Einlaß (6) und in der zweiten Stellung
des zweiten Einsatzes (34) außerdem mit dem Kanal (38) kommuniziert.
17. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Einsatz (34) als Nadel ausgebildet ist, die
in der den Kanal (38) bildenden Bohrung des ersten Einsatzes (30) abgedichtet und
in Längsrichtung verschieblich gelagert ist.
18. Vorrichtung nach den Ansprüchen 16 und 17,
dadurch gekennzeichnet, daß der nadelförmige zweite Einsatz (34) konzentrisch im
hülsenförmigen ersten Einsatz (30) angeordnet ist.
19. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 18,
dadurch gekennzeichnet, daß der erste Einlaß (4) zwischen dem zweiten Einlaß (6)
und dem Auslaß (10) liegt.
20. Verfahren zum Spritzgießen eines Werkstückes (W) aus mindestens zwei
unterschiedlichen Materialkomponenten (A, B) mittels einer Vorrichtung gemäß
Anspruch 1, mit den Schritten,
- A) den ersten Einsatz (30) in seine zweite Stellung zu bewegen, wobei der zweite Einsatz (34) in seiner ersten Stellung verbleibt,
- B) die erste Materialkomponente (A) durch den ersten Einlaß (4) in die Spritz düse (2) zu drücken,
- C) den ersten Einsatz (30) wieder in seine erste Stellung zu bewegen,
- D) den zweiten Einsatz (34) in seine zweite Stellung zu bewegen,
- E) die zweite Materialkomponente (B) durch den zweiten Einlaß (6) in die Spritzdüse (2) zu drücken und
- F) den zweiten Einsatz (34) wieder in seine erste Stellung zu bewegen.
21. Verfahren nach Anspruch 20 mittels einer Vorrichtung gemäß Anspruch 6
oder 7,
bei welchem die Formteile (8, 14) vor Schritt II auf den Mindestabstand vonein
ander und nach Schritt II und vor Schritt V auf den Maximalabstand voneinander
eingestellt werden.
22. Verfahren nach Anspruch 20 oder 21 mittels einer Vorrichtung gemäß
Anspruch 12 oder 13,
bei welchem das bewegliche Element (20) sich während der Schritte I und II in
seiner ersten Stellung befindet, vor Schritt V in seine zweite Stellung und nach
Schritt V wieder in seiner ersten Stellung bewegt wird.
23. Verfahren nach Anspruch 22 mittels einer Vorrichtung gemäß Anspruch 14,
bei welchem nach Schritt II und vor Schritt V das bewegliche Element (20) so weit
in das Formteil (14) zurückbewegt wird, daß das freie Ende (20a) des beweglichen
Elementes (20) mit dem Formteil (14) im wesentlichen bündig abschließt.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997122612 DE19722612C1 (de) | 1997-05-30 | 1997-05-30 | Vorrichtung zum Spritzgießen eines Werkstückes aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialkomponenten |
| NL1009244A NL1009244C1 (nl) | 1997-05-30 | 1998-05-22 | Inrichting en werkwijze voor het spuitgieten van een werkstuk uit tenminste twee verschillende materiaalcomponenten. |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997122612 DE19722612C1 (de) | 1997-05-30 | 1997-05-30 | Vorrichtung zum Spritzgießen eines Werkstückes aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialkomponenten |
Publications (1)
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|---|---|
| DE19722612C1 true DE19722612C1 (de) | 1998-09-03 |
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ID=7830903
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997122612 Expired - Fee Related DE19722612C1 (de) | 1997-05-30 | 1997-05-30 | Vorrichtung zum Spritzgießen eines Werkstückes aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialkomponenten |
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| DE (1) | DE19722612C1 (de) |
| NL (1) | NL1009244C1 (de) |
Cited By (3)
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| DE102004050141A1 (de) * | 2004-10-14 | 2006-04-20 | Krauss-Maffei Kunststofftechnik Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zum Umspritzen von Halbzeug in einem Spritzgießwerkzeug |
| DE102016102345A1 (de) * | 2016-02-10 | 2017-08-10 | Z-Werkzeugbau-Gmbh | Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffteils im Zweikomponenten-Spritzverfahren und Kunststoff-Spritzwerkzeug |
| DE102012000627B4 (de) | 2012-01-14 | 2023-04-27 | Volkswagen Aktiengesellschaft | Spritzgussteil bestehend aus zumindest zwei unterschiedlichen Werkstoffen und Verfahren sowie Spritzgusswerkzeug zur Herstellung eines solchen Spritzgussteils |
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1997
- 1997-05-30 DE DE1997122612 patent/DE19722612C1/de not_active Expired - Fee Related
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1998
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| NL1009244C1 (nl) | 1998-06-29 |
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